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Aufbewahrungsverfahren
In der Welt der Verpackungen spielt die Wellpappe eine entscheidende Rolle. Dabei gewinnt die effiziente Lagerung mittels adäquater Aufbewahrungsverfahren an Wichtigkeit, um den Zustand der Wellpapp-Produkte zu erhalten. Durch geeignete Klimaführung, sorgfältige Stapelung und eine durchdachte Bestandsführung lassen sich Verformungen, Feuchteschäden und Druckstellen minimieren. Für kurzfristigen Bedarf unterstützt eine praktische Übersicht mit sofort verfügbaren Verpackungen ab Lager die operative Planung, ohne die Grundsätze des schonenden Umgangs mit Wellpapp-Erzeugnissen zu vernachlässigen. Ergänzend tragen eine kontrollierte Luftzirkulation, geeignete Ladehilfsmittel (z. B. unbeschädigte, trockene Paletten) sowie eine sichere Ladungssicherung während innerbetrieblicher Transporte wesentlich dazu bei, die Materialeigenschaften der Wellpappe dauerhaft zu bewahren. Eine konsequente Trennung von Wareneingangs-, Puffer- und Versandzonen verhindert darüber hinaus Kreuzkontaminationen mit Feuchtigkeit und Schmutz.
Definition: Was versteht man unter Aufbewahrungsverfahren?
Die Aufbewahrungsverfahren beschreiben die angewandten Methoden zur Erhaltung, Lagerung und Verwaltung von Produkten und Waren. Im Kontext der Wellpappe schließt dies Verfahren zur Unterbringung und Lagerung der fertigen Produkte sowohl vor als auch nach der Verwendung ein. Dabei zielen die Prozesse darauf ab, die Qualität der Wellpappe zu erhalten und eine effiziente Nutzung sicherzustellen. Aufbewahrungsverfahren grenzen sich von reinen Umschlagprozessen dadurch ab, dass sie explizit die Stabilität der Materialparameter über die Zeit adressieren, einschließlich der kontrollierten Konditionierung und der dokumentierten Bestandsführung.
Im Detail umfassen Aufbewahrungsverfahren für Wellpappe die Konditionierung (Temperatur- und Feuchtesteuerung), das Handling (z. B. schonendes Be- und Entladen), die Lagerorganisation (z. B. Block-, Regal- oder Flachlagerung), die Kennzeichnung und Nachverfolgung, die Rotation von Beständen sowie Maßnahmen zur Vermeidung von Licht- und Staubeinwirkung. Zielgrößen sind Formstabilität, Kanten- und Flächenstauchwiderstand, Oberflächenqualität und die Vermeidung von Delamination. Ergänzend gehören Prüf- und Freigabeprozesse, klar definierte Sperrzonen für auffällige Chargen und die Dokumentation von Klimadaten sowie Sichtprüfungen zu den Bestandteilen eines robusten Aufbewahrungskonzepts.
Klassifizierungen der Aufbewahrungsverfahren bei Wellpappe
Es gibt unterschiedliche Klassen der Aufbewahrungsverfahren, darunter die kurz-, mittel- und langfristige Lagerung. Kurzfristige Lagerung umfasst die vorübergehende Aufbewahrung von Waren und ist nützlich für Unternehmen, die schnelle Umschlagszyklen haben. Langfristige Lagerung umfasst das Aufbewahren von Waren für mehrere Monate oder Jahre. Mittelfristige Lagerung fällt dazwischen und ist nützlich für Produkte, die saisonal genutzt werden. Typische Orientierungswerte: kurzfristig bis ca. 72 Stunden, mittelfristig mehrere Wochen bis wenige Monate, langfristig über mehrere Monate hinaus – stets abhängig von Produkt, Einsatzgebiet und Umgebungsbedingungen.
Ergänzend unterscheiden sich methodische Ausprägungen: Bei dynamischen Verfahren (z. B. hoher Umschlag) stehen schnelle Zugriffe, klare Wegeführungen und robuste Verpackungseinheiten im Vordergrund. Statische Verfahren (z. B. Puffer- oder Reservelager) legen den Schwerpunkt auf klimatische Stabilität und formschonende Lagerung. Unabhängig von der Dauer ist eine Bestandsrotation nach FIFO bzw. FEFO sinnvoll, um Alterungseffekte der Materialien zu begrenzen. Für Serien mit definierten Haltbarkeitsfenstern oder beschichteten Qualitäten empfiehlt sich zusätzlich eine Ablaufdatums-Logik, um schleichende Qualitätsverluste präventiv zu vermeiden.
Typische Lagerformen
- Blocklagerung: platzsparend, geeignet für homogene Losgrößen; erfordert Beachtung zulässiger Stapelhöhen.
- Regallagerung: gute Zugänglichkeit, definierte Auflageflächen, kontrollierte Belastung der Einheiten.
- Flachlagerung: besonders materialschonend für Zuschnitte und Bögen zur Vermeidung von Verzug.
- Durchlauf- und Kommissionierregale: für höheren Zugriffstakt, geordnete Entnahme nach FIFO, reduzierte Umwege.
- Kragarm- bzw. Flachbodenlager für großformatige Bögen: vermeidet punktuelle Lasten und Kantenbeschädigungen.
Aufbewahrungsverfahren und die Umwelt
Die Nutzung von umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien wie Wellpappe spielt eine entscheidende Rolle in Hinblick auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Durch die richtigen Aufbewahrungsverfahren kann der Energieverbrauch beim Transport und die Menge der Abfälle reduziert werden. Außerdem lassen sich CO₂-Emissionen senken, wenn klimatische Schwankungen vermieden und Nacharbeiten aufgrund von Qualitätsverlusten minimiert werden.
Ressourcenschonende Aufbewahrung trägt dazu bei, Ausschussquoten zu senken und Wiederaufbereitungszyklen zu unterstützen. Stabile klimatische Bedingungen reduzieren Qualitätsverluste, wodurch weniger Ersatzproduktion nötig wird. Eine geordnete Lagerorganisation minimiert innerbetriebliche Wege, senkt Emissionen und erleichtert die sortenreine Rückführung in den Recyclingkreislauf. Zudem lassen sich Schutzmaterialien gezielt einsetzen, wodurch Materialmix und Entsorgungsaufwand verringert werden. Durch klare Richtlinien für die Wiederverwendung von Ladehilfsmitteln und die Trennung von Reststoffen wird die Kreislaufführung unterstützt und die Verwertungsquote erhöht.
Vor- und Nachteile von Aufbewahrungsverfahren
Eine der Hauptstärken des richtigen Einsatzes von Aufbewahrungsverfahren ist die Optimierung von Raum und Ressourcen. Dies spart Kosten und verbessert die Effizienz des Betriebs. Zudem tragen diese Verfahren zur Erhaltung der Produktqualität bei. Allerdings können Herausforderungen auftreten, wenn das Aufbewahrungssystem nicht richtig implementiert ist. Dazu gehören mangelnde Kontrolle über das Inventar und potenzielle Schäden an den Produkten. Daher sollten Unternehmen sorgfältig die geeignetsten Verfahren wählen und ständig deren Effektivität überprüfen. Eine regelmäßige Überprüfung der Soll-/Ist-Werte (z. B. Klimadaten, Umschlagshäufigkeit, Reklamationsquoten) hilft, Abweichungen frühzeitig zu erkennen.
Weitere Vorteile liegen in der Planbarkeit von Umschlägen, in konsistenten Produktparametern und in der Reduktion von Transportschäden. Zu den potenziellen Nachteilen zählen Investitionen in Klimaüberwachung, Schulungsbedarf beim Handling sowie die Notwendigkeit klarer Prozesse für Rotation und Dokumentation. Ohne regelmäßige Audits können sich schleichend Fehlpraktiken etablieren, die die Materialeigenschaften beeinträchtigen. Zudem bergen zu hohe Stapellasten, ungeschützte Kanten und ungeeignete Ladehilfsmittel das Risiko plötzlicher Qualitätsverluste, die sich erst in nachgelagerten Prozessen zeigen.
Rahmenbedingungen: Klima, Licht, Lasten
Wellpappe reagiert sensibel auf Umgebungsbedingungen. Eine moderat temperierte, trockene und zugluftarme Lagerumgebung unterstützt die Form- und Kantenstabilität. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden, um Aufheizung und UV-Einwirkung zu reduzieren. Beim Stapeln sind zulässige Lasten zu beachten; übermäßiger Druck führt zu bleibender Stauchung und verringert die Tragfähigkeit. Für Standflächen empfehlen sich ebene, saubere Untergründe; direkte Bodenauflage sollte vermieden werden. Praxisnahe Richtwerte liegen häufig bei etwa 18–22 °C und 45–55 % relativer Luftfeuchte, wobei abrupte Klimasprünge zu vermeiden sind. Vor dem Weiterverarbeiten ist eine ausreichende Akklimatisierung der Wellpapp-Produkte einzuplanen.
- Feuchtemanagement: konstante relative Luftfeuchte, Vermeidung von Kondensat und abrupten Klimasprüngen.
- Temperaturführung: gleichmäßige Temperaturen, keine punktuelle Erwärmung durch Heizquellen.
- Schutz vor Verschmutzung: Abdeckungen gegen Staub, geschützte Verkehrswege, saubere Ladehilfen.
- Stapelstabilität: tragfähige Zwischenlagen, rechtwinklige Kanten, keine Überstände.
- Beleuchtung und UV: diffuse Beleuchtung bevorzugen, UV-Belastung minimieren, keine Lagerung an Fenstern mit direkter Sonneneinstrahlung.
- Belüftung: sanfte Luftbewegung ohne Zugluft, keine Ausrichtung von Lüftern direkt auf die Lagerplätze.
Lagerorganisation und bestandsbezogene Verfahren
Strukturierte Abläufe erhöhen die Materialschonung: Wareneingangskontrollen erfassen Feuchte, sichtbare Beschädigungen und Ebenheit. Eindeutige Kennzeichnung mit Chargen- oder Datumsangaben unterstützt die Bestandsrotation. Klare Stellplatzlogik, kurze Wege und festgelegte Zonen für kurz-, mittel- und langfristige Lagerung erleichtern die Prozessführung. Für den innerbetrieblichen Transport sind geeignete Hilfsmittel mit glatten, gratfreien Kontaktflächen zu verwenden. Zusätzlich verbessern standardisierte Etiketten, digitale Buchungen in Echtzeit und definierte Quarantänebereiche die Rückverfolgbarkeit und Reaktionsfähigkeit bei Abweichungen.
- Wareneingang: Prüfung von Feuchtigkeit, Planlage, Kantenintegrität und Verpackungseinheit.
- Bestandsrotation: FIFO/FEFO, zyklische Inventuren, regelmäßige Sichtkontrollen.
- Handling: schonendes Heben, Vermeidung von Punktlasten, Schutz der Kanten.
- Dokumentation: digitale Bestandsführung, definierte Sperrprozesse bei Abweichungen.
- Zonenlogik: getrennte Flächen für akklimatisierende, geprüfte und versandbereite Bestände.
- Verkehrswege: klare Lauf- und Fahrwege, Schutz vor Anfahrschäden durch geeignete Abgrenzungen.
Praxisempfehlungen für die Lagerung von Wellpapp-Produkten
- Einheiten auf geeigneten Ladehilfsmitteln lagern; direkte Bodenauflage vermeiden.
- Zwischenlagen nutzen, um Druck gleichmäßig zu verteilen und Kanten zu schützen.
- Flachprodukte plan lagern; lange Liegezeiten in gebogener Lage vermeiden.
- Vor dem Einsatz akklimatisieren, wenn Transport- und Lagerklima stark differieren.
- Beschädigte Einheiten schnell separieren, um Beeinträchtigungen anderer Bestände zu verhindern.
- Verzurrungen und Umreifungen so anbringen, dass keine Einschnürungen an Kanten entstehen.
- Bei längerer Lagerdauer regelmäßige Sicht- und Geruchskontrollen (Feuchte, Schimmel, Kontamination) durchführen.
Normen, Richtwerte und Prüfkriterien
Zur Absicherung der Aufbewahrungsverfahren sind normierte Prüfungen und Richtwerte hilfreich. Relevante Kennwerte sind unter anderem der Kantenstauchwiderstand (ECT), der Stapelstauchwiderstand auf Packungsebene (BCT), der Wasseraufnahme-Wert (COBB) sowie die Planlage von Bögen. Für die Konditionierung von Proben vor Prüfungen werden häufig definierte Klimaeinstellungen verwendet, damit Messergebnisse vergleichbar bleiben. In der Praxis bewähren sich klare Grenzwerte für maximale Stapelhöhen, zulässige Punktlasten und minimale Auflageflächen, die produkt- und wellenspezifisch (z. B. ein- oder zweiwellige Qualitäten) festgelegt werden.
Typische Fehlerquellen und Prävention
Häufige Ursachen für Qualitätsverluste sind ungleichmäßige Klimabedingungen, zu hohe Stapellasten, beschädigte Ladehilfen, direkte Sonneneinstrahlung, unzureichende Bestandsrotation und unsachgemäßes Greifen mit Flurförderzeugen. Präventiv wirken regelmäßige Schulungen, Lastverteilungspläne, Schutzprofile an Kanten, angemessene Zwischenlagen sowie die konsequente Trennung von Wareneingangs- und Versandbereichen. Eine klare Verantwortungsmatrix (z. B. für Klimawartung, Sichtkontrollen, Freigaben) reduziert Schnittstellenverluste.
Qualitätssicherung und Monitoring
Zur Überwachung der Aufbewahrungsqualität eignen sich Datenlogger für Temperatur und relative Luftfeuchte, Checklisten für Wareneingang und Umlagerungen sowie Stichprobenprüfungen ausgewählter Chargen. Kennzahlen wie Reklamationsquote, Ausschussrate, mittlere Lagerdauer, Anzahl Klimaabweichungen und Anteil gesperrter Bestände helfen, die Wirksamkeit der Aufbewahrungsverfahren zu bewerten und gezielt zu verbessern. Abweichungsberichte und kurzfristige Korrekturmaßnahmen (Containment) sollten durch langfristige Ursachenanalysen ergänzt werden.
Sicherheit, Ergonomie und Schulung
Sichere und ergonomische Prozesse schützen Personal und Ware gleichermaßen. Dazu zählen stabile Stapel, ausreichende Gangbreiten, rutschfeste Böden, das Vermeiden von Überkopfarbeiten sowie geeignete Hebe- und Transportmittel. Regelmäßige Unterweisungen zu materialschonendem Handling, Notfallplänen bei Leckagen oder Nässe und zum sicheren Betrieb von Flurförderzeugen sind wesentliche Bausteine eines belastbaren Aufbewahrungskonzepts.
Schnittstellen zu Transport und Produktion
Die Qualität der Aufbewahrung wird stark durch nahtlose Übergaben beeinflusst. Bei Anlieferung sollte die Außenverpackung trocken, sauber und unbeschädigt sein. Vor der Weiterverarbeitung in der Produktion sind Akklimatisierungszeiten einzuplanen, insbesondere nach kalten Transporten. Geeignete Rampenplanung, kurze Wartezeiten in Schleusenbereichen und abgestimmte Zeitfenster reduzieren Klimabelastungen und beugen Kondensatbildung vor.
Zusammenfassung:
- Wellpappenverpackungen spielen eine Schlüsselrolle in effizienten Aufbewahrungsverfahren, da sie für die sichere Lagerung und den Schutz verschiedener Produkte sorgen.
- Durch ihre robuste Struktur und flexible Anpassungsfähigkeit dienen sie als praktische Lösungen für vielfältige Lagerungsbedürfnisse von Unternehmen.
- Ein adaptives Aufbewahrungsverfahren, welches den Einsatz von Verpackungen aus Wellpappe nutzt, kann sowohl die Raumoptimierung als auch die Produktsicherheit in Lagerhäusern deutlich verbessern.
- Konstante Umgebungsbedingungen, materialschonendes Handling und klare Bestandsrotation sind zentrale Stellhebel für Qualitätserhalt.
- Mit strukturierten Prozessen lassen sich Ausschuss, Nacharbeit und Transportschäden reduzieren und Ressourcen effizienter nutzen.
- Ergänzend sichern Richtwerte, regelmäßige Prüfungen und ein transparentes Monitoring die Stabilität der Materialparameter über die gesamte Lagerdauer.
Veröffentlicht am 02.06.2024
Letzte Überarbeitung am 22.09.2025 um 18:23 Uhr von Sebastian Würth