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Designevaluation

Die Designevaluation spielt eine zentrale Rolle in der Welt der Wellpappe und insbesondere im Bereich der Verpackungsherstellung. Sie bildet den Kern der Entscheidungsphase, in der bestimmt wird, welche Packaging-Designs die Produktanforderungen am besten erfüllen. Für Unternehmen, die hervorragende Wellpappe-Verpackungen suchen, ist der Prozess der Designevaluation daher von entscheidender Bedeutung. Eine systematische Bewertung reduziert Entwicklungsrisiken, schafft Transparenz über Stärken und Schwächen einzelner Konzepte und unterstützt die Freigabe robuster, funktionaler und wirtschaftlicher Packmittel. Gleichzeitig fungiert die Designevaluation als Schnittstelle zwischen Konstruktion, Qualitätssicherung, Einkauf, Logistik und Vertrieb, indem sie belastbare Daten liefert, Anforderungen aus dem Lastenheft präzisiert und in messbare Kriterien übersetzt. Sie bildet die Grundlage für dokumentierte Freigaben, reproduzierbare Entscheidungen sowie kontinuierliche Verbesserungen über den gesamten Lebenszyklus einer Verpackungslösung.

Ergänzend rückt eine datengetriebene Vorgehensweise in den Fokus: Einheitliche Prüfpläne, digitale Prüfprotokolle, versionierte Konstruktionsstände und strukturierte Scorecards ermöglichen vergleichbare, auditfeste Bewertungen. In Verbindung mit Nachhaltigkeitsdaten aus der Lebenszyklusbetrachtung lassen sich Zielkonflikte zwischen Schutzwirkung, Kosten und Umweltwirkungen transparent abwägen und faktenbasiert entscheiden.

Definition: Was versteht man unter der Designevaluation?

Die Designevaluation, oder auch Designbewertung, ist ein systematischer und gezielter Prozess. Es handelt sich dabei um das strukturierte Beurteilen und Bewerten von Entwurfslösungen. Der Hauptzweck dieser Bewertung von Designentwürfen ist die Wahl des besten Konzepts, das sowohl die funktionalen als auch die ästhetischen Anforderungen des Produkts erfüllt. Im Kontext der Wellpappe geht es darum, die effektivste und ansprechendste Verpackungslösung auszuwählen. Abgegrenzt wird häufig zwischen Verifizierung (Erfüllt der Entwurf die spezifizierten Kriterien?) und Validierung (Erfüllt die Lösung den realen Bedarf im Einsatzkontext?). Beide Perspektiven sind essenziell, um Risiken zu minimieren und die Eignung für die Serienfertigung zu sichern.

In der Praxis unterscheidet man häufig zwischen formativer Evaluation (begleitende Prüfung während der Entwicklung, z. B. bei Prototypen) und summativer Evaluation (abschließende Bewertung vor der Produktionsfreigabe). Beide Ebenen greifen ineinander: Während die formative Prüfung schnelle Anpassungen ermöglicht, liefert die summative Bewertung belastbare Nachweise, dass definierte Anforderungen erreicht werden. Ergänzend werden Kriterienkataloge, Prüfanweisungen und Toleranzgrenzen definiert, die sich an normierten Verfahren orientieren und eine objektive Vergleichbarkeit der Entwürfe schaffen.

  • Formativ: Iterative Prüfungen von Weißmustern, Anpassung von Zuschnitten, Rillungen und Klebungen. Einsatz von A/B-Varianten, schnellen Versuchsreihen (DoE) und kurzen Feedbackzyklen mit Stakeholdern, um konstruktive Details und Werkstoffe zielgerichtet zu optimieren.
  • Summativ: Endgültige Nutzwertanalyse, Belastungs- und Funktionstests, Kosten- und Prozessbewertung. Nachweis der Zielerreichung anhand definierter KPIs, Freigabeempfehlung und Übergang in die Serienproduktion mit dokumentierten Grenz- und Prozessparametern.

Wesentliche Grundsätze jeder Designevaluation sind Messbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Reproduzierbarkeit. Cross-funktionale Review-Gremien, klare Entscheidungspunkte und definierte Eskalationswege erhöhen die Qualität der Ergebnisse und verkürzen Schleifen in der Entwicklung.

Die Bedeutung der Designevaluation im Bereich der Wellpappe?

Im Bereich der Wellpappe nimmt die Designevaluation einen hohen Stellenwert ein. Verpackungen müssen sowohl robust und funktional als auch ansprechend gestaltet sein. Sie sind oft das Erste, was ein Kunde von einem Produkt sieht und können das Kaufverhalten beeinflussen. Eine gründliche Designevaluation hilft dabei, die Qualität der Verpackungen sicherzustellen und letztendlich die Kundenzufriedenheit zu steigern. Zudem stellt sie sicher, dass Verpackungen entlang der gesamten Supply Chain - vom Warenausgang über den Transport bis zur Lagerung und dem Unboxing - zuverlässig funktionieren und wirtschaftlich hergestellt, konfektioniert und recycelt werden können.

Gleichzeitig müssen widersprüchliche Ziele ausgewogen werden: maximaler Produktschutz bei minimalem Materialeinsatz, gute Stapelfestigkeit bei geringer Masse, effiziente Konfektionierbarkeit bei geringem Packaufwand und verlässlicher Lauf auf Maschinen. Die Bewertung zeigt, welches Konzept unter realen Bedingungen Stabilität, Handhabung, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit in ein sinnvolles Verhältnis setzt. Dazu gehört auch die Berücksichtigung von FEFCO-Bauarten, Druckverfahren (z. B. Flexo, Digital, Offset) und fertigungstechnischen Toleranzen, die das Ergebnis maßgeblich beeinflussen können.

Aktuelle Marktentwicklungen erhöhen die Relevanz: steigende E-Commerce-Anforderungen, strengere ökologische Zielvorgaben sowie höhere Erwartungen an Unboxing-Qualität und Retourenfähigkeit. Eine fundierte Designevaluation adressiert diese Aspekte frühzeitig und verhindert kostenintensive Nacharbeiten in der Serie.

Ziele und Bewertungskriterien?

Damit Designevaluation zu konsistenten Entscheidungen führt, werden Kriterien im Vorfeld eindeutig festgelegt und gewichtet. Typische Dimensionen sind:

  • Produktschutz: Stoß-, Druck- und Kippbelastungen, Kantenstauchwiderstand (ECT), Stapeldruck (BCT), Durchstoßwiderstand. Zusätzlich relevant: Flachstauchwiderstand (FCT), RCT, Kanten- und Flächenstabilität in Abhängigkeit von Wellenart und Flächengewicht.
  • Prozessfähigkeit: Rill- und Faltverhalten, Klebestellen, Automatisierbarkeit, Einrichtezeiten, Verklebbarkeit und Verschlussmechanik (z. B. Stecklaschen, Selbstklebestreifen, Perforation für Aufreißhilfen). Kriterien zur Maschinengängigkeit, zur Zuschnittqualität und zur Toleranzlage ergänzen die Beurteilung.
  • Handhabung und Ergonomie: Packzeit, intuitive Konfektionierung, Öffnungserlebnis, Rückführung leerer Packmittel. Berücksichtigung von Greiföffnungen, Kanten- und Schnittschutz sowie lesbarer Kennzeichnung.
  • Logistik- und Palettierungsfähigkeit: Volumen- und Raumausnutzung, Kompatibilität zu Ladehilfsmitteln, sowie praxisgerechte Abmessungen im Sinne einer modularen Palettierung. Berücksichtigung von Stapelmuster, Transportmitteln und Ladeeinheitenstabilität.
  • Material- und Ressourceneinsatz: Flächengewicht, Wellenart (E, B, EB, BC), Recyclingfähigkeit, Druckbildanforderungen. Optional: Feuchteempfindlichkeit (Cobb-Wert), Klebstoffsysteme und Einsatz von Sekundärfasern.
  • Kosten- und Umweltwirkung: Material- und Prozesskosten, Ausschussquoten, Reklamationsquote, Transporteffizienz. Lebenszyklusbetrachtungen (LCA), CO₂-Äquivalente und Kreislauffähigkeit ergänzen die wirtschaftliche Bewertung.
  • Regulatorik und Konformität: Anforderungen an Lebensmittelkontakt, Gefahrguteinstufungen, Kennzeichnungen, Rückverfolgbarkeit und Dokumentationspflichten.
  • Marken- und Informationswirkung: Lesbarkeit, Farbstabilität, Positionierung von Hinweisen, konsistente Anmutung über Varianten und Formate hinweg.

Zur Gewichtung haben sich transparente Verfahren bewährt, etwa Punktbewertungen mit klaren Schwellenwerten, Paarvergleiche oder einfache AHP-Ansätze. Wichtig ist eine saubere Abgrenzung von Muss- und Kann-Kriterien, damit Showstopper früh erkannt und Ressourcen fokussiert eingesetzt werden.

Ablauf und Methoden der Designevaluation?

Der Prozess der Designevaluation beginnt mit der Auswahl von Kriterien, die das Design erfüllen muss. Dies können funktionale Aspekte, wie die Robustheit der Verpackung, oder ästhetische Kriterien, wie die visuelle Attraktivität sein. Anschließend werden die verschiedenen Entwürfe bewertet und verglichen. Hierbei können verschiedene Methoden zum Einsatz kommen, wie zum Beispiel die Bewertung durch Fachexperten oder die Durchführung von Kundentests. Letztendlich wird das beste Design ausgewählt und zur Produktion freigegeben. Im Idealfall erfolgt die Bewertung datengetrieben: Messwerte, Zeitstudien, Prüfprotokolle, Schadensanalysen und Kostenkennzahlen werden in Scorecards oder Nutzwertanalysen zusammengeführt und gewichtet.

Typische Schritte

  1. Briefing und Anforderungsaufnahme: Produktmerkmale, Schutzbedarf, Transportwege, Klimabedingungen, Kennzeichnung, Druckanforderungen. Erstellen eines Lasten- und Pflichtenhefts mit klaren Zielgrößen und Toleranzen.
  2. Konzeptentwicklung: Zuschnittvarianten, Wellenkombinationen, Rillpläne, Verschlusssysteme, bedruckte und unbedruckte Muster. Berücksichtigung von FEFCO-Codes, Materialalternativen und Fertigungsrestriktionen.
  3. Prototyping: Weißmuster, gegebenenfalls Vorserienmuster, A/B-Varianten für Vergleichstests. Simulationen und schnelle Iterationen verkürzen Lernzyklen und erhöhen die Aussagekraft.
  4. Prüfung und Messung: Fall-, Schwingungs- und Stapeltests, Klimaprüfungen, Prüfungen zur Maschinengängigkeit und Konfektionierbarkeit. Festlegen von Stichprobenumfängen und Akzeptanzkriterien (z. B. AQL) zur statistischen Absicherung.
  5. Bewertung und Gewichtung: Nutzwertanalyse, Paarvergleich, Scorecards, Kosten-Nutzen-Abwägung. Einbindung von FMEA-Ansätzen, um Ausfallrisiken frühzeitig zu adressieren.
  6. Dokumentation und Entscheidung: Prüfprotokolle, Freigabestandards, Änderungsmanagement, Produktionsfreigabe. Übergang in Pilotläufe, Run@Rate-Tests und Prozessfähigkeitsnachweise (z. B. Cp/Cpk).

Methoden und Werkzeuge

  • Qualitative Reviews: Fachexperten-Checks, Checklisten, Design-Reviews mit Stakeholdern. Moderierte Bewertungsrunden vermeiden individuelle Verzerrungen.
  • Quantitative Tests: Material- und Bauteilprüfungen (z. B. ECT/BCT), Messungen von Packzeit, Fehlerrate und Transportschäden. Ergänzend: Durchstoß-, Feuchte- und Dimensionsprüfungen.
  • Simulation und CAD: Statische und dynamische Simulationen, Palettier- und Laderaum-Simulationen zur Optimierung von Zuschnitten. Digitale Zwillinge unterstützen das Verständnis komplexer Lastfälle.
  • Nutzer- und Kundenfeedback: Handhabungstests, Probeläufe in der Kommissionierung, Rückmeldungen aus Versand und Retourenabwicklung.
  • Statistik und Risikoanalyse: Design of Experiments (DoE), FMEA, SPC-Auswertungen und Trendanalysen für robuste Entscheidungen.

Bewährte Vorgehensweisen

  • Gate-Reviews mit klaren Abnahmekriterien zur Disziplinierung des Entwicklungsverlaufs.
  • Standardisierte Prüfmittel und Kalibrierung für belastbare, standortübergreifend vergleichbare Messergebnisse.
  • Versuchspläne mit Randomisierung, um Umgebungseinflüsse zu minimieren.
  • Frühe Logistik- und Produktionspiloten zur Absicherung der Prozessfähigkeit in der Fläche.

Praxisbeispiele aus dem Wellpappen-Kontext?

  • Versand empfindlicher Medienträger: Bewertung von Fixierlösungen, Polsterkonzepten und Öffnungshilfen zur Minimierung von Transportschäden. Vergleich von ein- und zweiwelligen Qualitäten in Kombination mit Einlagen.
  • Ordner- und Aktenversand: Vergleich von Zuschnitten mit variabler Füllhöhe und stabiler Seitenwand, Fokus auf Packzeit und Schutz der Kanten. Analyse der Lesbarkeit von Beschriftungsfeldern und der Retoureignung.
  • Großformatige Güter: Prüfung von Verstärkungen, Doppelwellen und modularen Innenverpackungen zur sicheren Palettierung und Handhabung. Bewertung der Greif- und Tragepunkte sowie der Stapelsicherheit.
  • E-Commerce-Use-Case: Untersuchung von Öffnungserlebnis, Retourenfreundlichkeit, Klebe- und Wiederverschlusslösungen, inklusive Belastungen durch Sorter und KEP-Prozesse.
  • Produkte mit Kühlkettenanforderung: Betrachtung von Kondensat, Feuchte und Temperaturwechseln; Auswahl feuchtebeständiger Qualitäten und geeigneter Verschlusssysteme.
  • Aftermarket- und Ersatzteilversand: Bewertung modularer Inlays zur Variantenreduktion, Kennzeichnungssicherheit und robustem Handling bei heterogenen Teilegrößen.
  • POS- und Displayverpackungen: Abwägung zwischen Stabilität, schneller Aufrichtung am Point of Sale und hochwertiger Druckwirkung bei begrenztem Materialeinsatz.

Mess- und Prüfverfahren im Überblick?

  • Stapel- und Kippprüfungen: Beurteilung der Belastbarkeit über den gesamten Transport- und Lagerprozess.
  • Fall- und Schwingungsprüfungen: Nachbildung realer Transportbeanspruchungen für empfindliche Produkte.
  • Klimaprüfungen: Bewertung der Performance bei variierender Luftfeuchte und Temperatur.
  • Prozessprüfungen: Konfektionierbarkeit, Maschinenlauf, Verschluss- und Etikettierfähigkeit.
  • Materialkennwerte: ECT, BCT, FCT, RCT und Cobb-Wert; ergänzend Durchstoßprüfungen und Klebverbindungsfestigkeiten.
  • Optische Vermessung und Bildauswertung: Geometrie- und Toleranzkontrolle von Zuschnitten, Rillungen und Klebungen zur frühen Fehlererkennung.
  • Transportsimulationen mit Lastkollektiven: Kombination aus Vibration, Schock und Feuchteprofilen zur realitätsnahen Absicherung.

Normen und Standards für die Designevaluation?

Für eine reproduzierbare Designevaluation werden Prüf- und Bewertungsverfahren an gültige Normen und Standards angelehnt. Dadurch entsteht Vergleichbarkeit über Projekte und Standorte hinweg, und Ergebnisse lassen sich revisionssicher dokumentieren.

  • Terminologie und Bauarten: Referenz auf FEFCO-Codes für Zuschnitt- und Konstruktionsklassen.
  • Prüfverfahren: Standardisierte Methoden für ECT, BCT, Durchstoß- und Feuchteprüfungen nach einschlägigen Normen.
  • Kennzeichnung und Konformität: Vorgaben für Lebensmittelkontakt, Gefahrgutkennzeichnung und Rückverfolgbarkeit.

Ergänzend sind aktuelle regulatorische Vorgaben zur Recyclingfähigkeit, zur stofflichen Verwertung und zur Produktverantwortung zu berücksichtigen. Einheitliche Dokumentations- und Rückverfolgbarkeitsanforderungen unterstützen eine sichere, standortübergreifende Umsetzung.

Dokumentation, Freigabe und Änderungsmanagement?

Die Ergebnisse der Designevaluation werden strukturiert dokumentiert. Dazu gehören Ausgangsanforderungen, Prüfumfänge, Protokolle, Datenquellen, Scorecards, Freigabestandards und Versionen der Konstruktionsdaten. Ein geregeltes Änderungsmanagement stellt sicher, dass Anpassungen nachvollziehbar sind und nach erneuter Bewertung freigegeben werden.

  • Freigabeunterlagen: Zeichnungen, Materiallisten, Toleranzen, Prüfanweisungen, Verpackungsanweisungen.
  • Versionierung: Eindeutige Identifikation von Ständen, Änderungsgründen und Gültigkeiten.
  • Rollen und Verantwortlichkeiten: Klar definierte Freigaberechte und Eskalationspfade.
  • Audit-Trail und Datenhaltung: Lückenlose Historie von Prüf- und Freigabeereignissen sowie geregelte Aufbewahrungsfristen.

Typische Fehler und wie man sie vermeidet?

  • Unklare Kriterien: Fehlende Gewichtungen führen zu inkonsistenten Entscheidungen. Abhilfe: eindeutige Bewertungsmatrix.
  • Zu geringe Stichprobe: Einzelwerte sind nicht repräsentativ. Abhilfe: definierte Stichprobengrößen und statistische Auswertung.
  • Vernachlässigte Prozessfähigkeit: Gute Schutzwerte genügen nicht, wenn die Verpackung nicht maschinengängig ist. Abhilfe: frühe Praxistests.
  • Ignorierte Umgebungsbedingungen: Feuchte und Temperatur verändern Materialkennwerte. Abhilfe: Klimatests einplanen.
  • Unzureichende Dokumentation: Entscheidungen sind nicht nachvollziehbar. Abhilfe: standardisierte Protokollierung.
  • Vermischung von Verifizierung und Validierung: Falsche Schlussfolgerungen durch nicht getrennte Prüfschritte. Abhilfe: klare Prüfpläne und Gate-Definitionen.
  • Überoptimierung einzelner Kennwerte: Suboptimale Gesamtlösung trotz Top-Einzelwerten. Abhilfe: systemische Nutzwertanalyse mit ausgewogener Gewichtung.

Vor- und Nachteile der Designevaluation?

Die Designevaluation bringt sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich. Ein wesentlicher Vorteil ist die Sicherstellung von Qualität und Effektivität der Verpackungen. Zudem kann durch die richtige Designwahl die Kundenzufriedenheit gesteigert werden und somit der Unternehmenserfolg gefördert werden. Ein Nachteil kann der Zeitaufwand sein, der mit der gründlichen Bewertung der Designs einhergeht. Des Weiteren kann die Auswahl der Kriterien und die Bewertung der Designs subjektiv sein und zu Diskussionen führen. Letztendlich ist es jedoch unerlässlich, in das Design von Wellpappe-Verpackungen zu investieren und eine gründliche Evaluation durchzuführen, um das optimale Verpackungsergebnis zu erzielen. In der Praxis überwiegen die Vorteile, wenn Kriterien sauber definiert, Messungen reproduzierbar durchgeführt und Entscheidungen transparent dokumentiert werden.

  • Vorteile: Reduktion von Transportschäden, bessere Prozessfähigkeit, belastbare Freigabeentscheidungen, nachvollziehbare Dokumentation, geringere Reklamations- und Retourenquote. Zusätzlich: fundierte Kostensteuerung, verbesserte CO₂-Bilanz und konsistente Markenwirkung.
  • Herausforderungen: Test- und Prototypkosten, Abstimmung zwischen Fachbereichen, mögliche Zielkonflikte (z. B. Materialeinsatz vs. Schutz), Bedarf an repräsentativen Testmustern und ausreichender Stichprobengröße. Erforderlich ist zudem Zeit für Iterationen und saubere Datenauswertungen.
  • Risikominderung: Strukturierte Kriterien und Gewichtungen verringern subjektive Verzerrungen und stärken die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Frühzeitige Machbarkeitsanalysen und FMEA reduzieren Ausfall- und Reklamationsrisiken.
  • Time-to-Market: Klare Gates, fokussierte Tests und früh validierte Prozessfähigkeit verkürzen Anläufe und sichern Kapazitäten.

Kennzahlen und Reporting in der Designevaluation?

Zur objektiven Steuerung der Designevaluation werden quantitative Kennzahlen genutzt. Sie bilden die Basis für Vergleiche zwischen Konzepten und liefern Hinweise für Optimierungen.

  • Qualitätskennzahlen: Transportschadenquote, Durchsatz, Fehlerrate beim Konfektionieren, Reklamationshäufigkeit.
  • Prozesskennzahlen: Rüstzeiten, Packzeiten, Ausschuss, OEE-relevante Daten bei der Verarbeitung.
  • Logistikkennzahlen: Auslastung pro Ladeeinheit, Paletteneffizienz, Volumennutzung, Rückführungsquoten.
  • Nachhaltigkeitskennzahlen: Materialeinsatz pro Einheit, CO₂-Äquivalente, Recyclinganteil, Kreislauffähigkeit.
  • Serienstabilität: Cp/Cpk, First-Pass-Yield, Trendanalysen und Frühwarnkennzahlen aus SPC.
  • Wirtschaftlichkeit: Total Cost of Ownership pro Versandfall, Kosten durch Transportschäden, Nacharbeits- und Retourenkosten.

Ein strukturiertes Reporting verbindet Messdaten, Zielwerte und Entscheidungsdokumente. Dashboards mit Ampel-Logik erleichtern die Priorisierung von Maßnahmen und schaffen Transparenz für alle beteiligten Bereiche.

Zusammenfassung:

  • Die Designevaluation dient der Beurteilung von Entwürfen, um die Effektivität und Ästhetik von Verpackungen, wie beispielsweise Wellpappeverpackungen, zu gewährleisten.
  • Sie umfasst Methoden zur Auswertung, wie die visuelle Wirkung und Usability der Verpackung, um zu gewährleisten, dass die gestalteten Verpackungen den Bedürfnissen und Erwartungen der Kunden entsprechen.
  • In der Verpackungsindustrie, insbesondere bei Wellpappverpackungen, trägt eine gründliche Designevaluation dazu bei, den Wiedererkennungswert zu steigern, eine positive Kundenerfahrung zu schaffen und letztendlich den Umsatz zu erhöhen.
  • Klare Kriterien (Produktschutz, Prozessfähigkeit, Handhabung, Logistik, Ressourceneinsatz) und eine nachvollziehbare Gewichtung führen zu belastbaren Entscheidungen.
  • Ein iterativer Ablauf mit Prototypen, Tests und dokumentierten Reviews minimiert Risiken und unterstützt eine verlässliche Produktionsfreigabe.
  • Standardisierte Prüfverfahren, saubere Dokumentation und Kennzahlen ermöglichen objektive Vergleiche und nachhaltige Optimierungen über den gesamten Verpackungslebenszyklus.
  • Die Verbindung aus Verifizierung und Validierung stellt sicher, dass Entwürfe sowohl spezifikationskonform als auch praxistauglich sind.
  • Datenbasierte Scorecards und Gate-Reviews verankern Transparenz, beschleunigen Entscheidungen und sichern die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse.

Veröffentlicht am 28.06.2025
Letzte Überarbeitung am 11.05.2026 um 18:32 Uhr von Manuel Hofacker

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