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Dichtungsband
Wellpappe ist ein flexibles und widerstandsfähiges Material, das häufig zur Herstellung verschiedener Verpackungslösungen verwendet wird. In diesem Zusammenhang nimmt das Dichtungsband eine entscheidende Rolle ein, da es einerseits für den Schutz der Inhalte und andererseits für eine sichere Beförderung sorgt. Es stabilisiert Deckelklappen, sichert Nahtstellen gegen Staub und Feuchtigkeit und trägt zur Lastverteilung bei Palettierung und Stapelung bei. In Versandketten reduziert ein korrekt aufgebrachtes Dichtungsband das Risiko von Transportschäden und Manipulationen.
Definition: Was versteht man unter Dichtungsband?
Das Dichtungsband ist ein zentrales Zubehör im Verpackungsbereich. Es handelt sich dabei um ein Klebeband, das dazu verwendet wird, die Kanten und Öffnungen von Verpackungen effektiv zu versiegeln. Damit wird nicht nur der Inhalt geschützt, sondern auch die Form der Verpackung beibehalten. In der Verpackungsindustrie wird es häufig als Klebeband, Packband oder Verschlussband bezeichnet. Im Kontext von Wellpappe steht der sichere Kartonverschluss im Mittelpunkt, nicht die dauerhafte Fugenabdichtung wie im Bauwesen.
Im engeren Sinne beschreibt Dichtungsband alle auf Rolle gelieferten, selbstklebenden Bänder, die Kartonagen, Versandkartons oder Behälter zuverlässig schließen. Je nach Klebstoffsystem (Acrylat, Naturkautschuk, Hotmelt), Träger (PP, PVC, Papier) und Breite eignet es sich für manuelles oder automatisiertes Verkleben. Ziel ist stets eine dauerhafte Kantenabdichtung und ein sicherer Verschluss, der Transport- und Lagerbelastungen standhält. Zusätzlich spielen Adhäsion (Haftung auf der Kartonoberfläche) und Kohäsion (innere Festigkeit des Klebstoffs) eine wesentliche Rolle für die Verschlusssicherheit.
Begriffsabgrenzung und Normbezug
Im Verpackungsumfeld grenzt sich das Dichtungsband von Dichtprofilen oder Fugenbändern ab, da es primär dem Kartonverschluss dient. Eigenschaften werden typischerweise über standardisierte Prüfmethoden beschrieben, etwa für Klebkraft, Scherfestigkeit und Reißfestigkeit (z. B. AFERA-/FINAT-/ASTM-Methoden). Solche Messwerte ermöglichen die objektive Auswahl für definierte Belastungsfälle in Produktion, Lager und Transport.
Einsatzbereiche des Dichtungsbands
Das Dichtungsband findet in einer Vielzahl an Bereichen Anwendung. Es wird nicht nur in der Wellpappe-Verpackungsindustrie, sondern auch in anderen Sektoren wie Bau und Heimwerken eingesetzt. In der Wellpappeindustrie wird es vor allem zum Verschließen und Verstärken von Wellpappverpackungen verwendet. Darüber hinaus lässt es sich zur temporären Fixierung, zur Gefahrkennzeichnung auf Kartons sowie zur Bündelung von leichten Komponenten heranziehen.
- Warenausgang und E-Commerce: Verschluss von Versandkartons, Retourenhandling, Kennzeichnung mittels bedruckter Bänder.
- Produktion und Lager: Bündeln, Fixieren, temporäres Sichern von Zwischenlagen und Kantenabschlüssen.
- Export und längere Transportketten: Ergänzung zur Umreifung, Manipulationssicherung (z. B. fadenverstärkte oder nassklebende Varianten).
- Handwerk und Bau: Staub- und Spritzschutz, temporäre Abdichtungen nicht tragender Fugen auf glatten Untergründen.
- Kühlketten und saisonale Logistik: Varianten mit temperaturstabilen Klebstoffen für wechselnde Klimabedingungen.
- Archivierung und Kommissionierung: wiedererkennbare Kennfarben und bedruckte Hinweise zur Prozesssteuerung.
Funktionen und Eigenschaften des Dichtungsbands
Eine besondere Eigenschaft des Dichtungsbands ist seine Selbstkleblichkeit. Sie ermöglicht ein schnelles und unkompliziertes Verschließen von Verpackungen. Darüber hinaus sind Dichtungsbänder in verschiedenen Materialien, Stärken und Farben erhältlich, um den vielfältigen Anforderungen der Verpackungsindustrie gerecht zu werden. Zu den häufigsten Materialien gehören PVC, PP oder Papier. Zusätzlich beeinflussen Trägerdicke und Klebstoffauftragsmenge das Dehnverhalten, die Kantenstabilität und die Alterungsbeständigkeit.
- Klebkraft und Anfangshaftung: bestimmt, wie schnell und fest das Band auf Kartonoberflächen haftet.
- Scherfestigkeit und Zugfestigkeit: relevant für belastete Deckelklappen, Palettenverbände und stapelbedingte Schubkräfte.
- Temperatur- und Feuchtigkeitsbeständigkeit: wichtig für ungeheizte Lager, Kühlbereiche oder wechselnde Klimazonen.
- Abrollverhalten und Geräuschentwicklung: von geräuscharm (low-noise) bis schnell abrollend für Taktzeiten an Hand- und Tischabrollern.
- Bedruckbarkeit und Kennzeichnung: Warnhinweise, Logos, Barcodes oder Handling-Piktogramme können integriert werden.
- Oberflächenverträglichkeit: zuverlässige Haftung auf ein- und mehrwelliger Wellpappe, recycelten Kartonqualitäten und glatteren Oberflächen.
- Rückseitenbeschichtung (Release): steuert das gleichmäßige Abrollmoment und verhindert Blockbildung in der Rolle.
- Alterungsbeständigkeit: Resistenz gegen Vergilbung, Klebstoffwanderung und Leistungseinbußen über die Lagerdauer.
Leistungsfaktoren im Zusammenspiel
Die effektive Verschlusssicherheit ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Kartonqualität, Bandbreite, Anpressdruck und Verarbeitungstemperatur. Grobe oder recycelte Oberflächen erfordern häufig höher duktile Klebstoffe oder erhöhte Anfangshaftung. Glatte, gestrichene Kartons profitieren von sauberer Entfettung und definiertem Anpressdruck, um Schälkräfte zu minimieren.
Vor- und Nachteile von Dichtungsband
Zu den Vorteilen des Einsatzes von Dichtungsbändern in der Wellpappeverpackungsproduktion gehören die simple Anwendung und die hohe Effektivität. Die starken Haftungseigenschaften sowie die Beständigkeit gegen Feuchtigkeit und Wärme machen sie zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Verpackungssektor. Trotz seiner vielen Vorteile gibt es auch einige Nachteile zu beachten. So muss beispielsweise das passende Dichtungsband sorgfältig ausgewählt werden, da nicht alle Bänder für jede Anwendung geeignet sind. Zudem können die Kosten für hochwertige Dichtungsbänder ins Gewicht fallen. Eine unpassende Kombination aus Träger und Klebstoff kann zu Kantenlifting, Scherbrüchen oder Geräuschproblemen beim Abrollen führen.
- Vorteile: schnelle Verarbeitung, universeller Einsatz an Kartonagen, anpassbar an unterschiedliche Gewichte und Umgebungsbedingungen, Möglichkeit zur Kennzeichnung.
- Herausforderungen: Auswahl des richtigen Klebstoffs für die Oberflächenbeschaffenheit, Leistungseinbußen bei Staub/Feuchtigkeit ohne ausreichenden Anpressdruck, mögliche Geräuschentwicklung beim Abrollen, kostenrelevante Unterschiede bei Premiumvarianten.
- Risikofaktoren: Unterdimensionierte Bandbreiten bei schweren Inhalten, unzureichende Klimatisierung der Klebebänder oder Kartonagen, unsachgemäße H-Verschlüsse.
Art der Dichtungsbänder und ihre Verwendung
Dichtungsbänder gibt es in vielen verschiedenen Ausführungen. Dazu gehören beispielsweise PVC-Bänder, die sich durch ihre hohe Reißfestigkeit auszeichnen, oder PP-Bänder, die besonders günstig und umweltfreundlich sind. Je nach Art des zu verpackenden Produkts muss das geeignete Dichtungsband ausgewählt werden. So benötigen etwa schwere Produkte ein robusteres Band, während für leichte Produkte oft ein einfacheres Band ausreicht. Zusätzlich sind Varianten mit spezieller Klebstoffformulierung für Kälte, Hitze oder feuchte Umgebungen erhältlich.
- PP-Klebeband: häufiges Standardband mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis, verfügbar als leise abrollende Varianten.
- PVC-Klebeband: robustes Trägermaterial mit hoher Reißfestigkeit und gleichmäßigem Abrollverhalten.
- Papierklebeband: oft handreißbar, optional mit Nassklebetechnik für sehr feste, manipulationssichere Verschlüsse.
- Filament- und fadenverstärkte Bänder: quer- oder längsverstärkt für schwere Kartons und zusätzliche Sicherheit.
- Spezialbänder: z. B. kältefeste, UV-beständige oder hitzestabile Ausführungen für besondere Anwendungen.
Zur Klebstoffauswahl:
- Acrylat: alterungsbeständig, geeignet für längere Lagerzeiten und Temperaturwechsel.
- Hotmelt: hohe Anfangshaftung, gut für schnelle Prozesse und Recyclingkartonoberflächen.
- Naturkautschuk: universelle Haftung auf unterschiedlichen Substraten, bewährt bei anspruchsvollen Kartonqualitäten.
- Hinweis: Die Klebstoffauftragsmenge (Coat Weight) und eventuelle Vernetzung beeinflussen Scher- und Schälfestigkeit nachhaltig.
Abstimmung auf Karton und Prozess
Schwere Inhalte, große Kartonformate und lange Transportwege erfordern breitere Bänder, erhöhte Trägerdicken oder fadenverstärkte Lösungen. Für hohe Taktzeiten an Kartonverschließern sind konstantes Abrollmoment, sauberes Schnittbild und definierte Rollenspannung essenziell.
Herstellung und Qualität von Dichtungsbändern
Die Herstellung von Dichtungsbändern erfordert einen präzisen Prozess, bei dem verschiedene Materialschichten miteinander verbunden werden. Hierbei spielt die Qualität der Rohmaterialien eine entscheidende Rolle. Ein gut hergestelltes Dichtungsband hat eine starke Haftung, eine hohe Reißfestigkeit und eine gute Beständigkeit gegen äußere Einflüsse. Prozesssicherheit und gleichmäßige Beschichtungen sind dabei zentrale Qualitätsmerkmale.
Üblicher Aufbau: Trägerfilm oder Papier wird beschichtet, getrocknet oder gehärtet, anschließend silikonisiert auf dem Liner beziehungsweise aufgerollt. Prozessparameter beeinflussen Klebkraft, Scherfestigkeit und Alterungsbeständigkeit. Qualitätskriterien sind u. a. gleichmäßige Beschichtungsdicke, sauberes Schnittbild der Rollen, definierte Wickelspannung und reproduzierbares Abrollmoment. Ergänzend werden Prüfungen zur Zugfestigkeit, Dehnung und zum Abzugswinkel durchgeführt, um die Performance im Kartonverschluss realitätsnah abzubilden.
Auswahl, Maße und Verarbeitung
Für zuverlässige Verschlüsse lohnt eine systematische Auswahl nach Kartonqualität, Füllgewicht und Prozess:
- Bandbreite und -dicke: typische Breiten 48/50 mm, für schwere Kartons 75 mm und mehr; höhere Foliendicken erhöhen die Stabilität.
- Rollenlänge und Kernmaß: gängige Kerne 3"; längere Rollen reduzieren Rollenwechsel in der Linie.
- Oberflächenvorbereitung: staub- und fettfreie Klappen, ausreichender Anpressdruck, Verarbeitung bevorzugt über 10–15 °C.
- Manuell vs. automatisch: kompatibles Abrollmoment und definierte Wickelqualität für Handabroller, Tischgeräte und Kartonverschließer.
- Kennzeichnung: bedruckte Bänder kombinieren Verschluss und Informationsübermittlung (z. B. Hinweise zu Bruchgefahr oder Lagerbedingungen).
Weiterführend zu Größen und Toleranzen: Praxisrelevante Abmessungen und übliche Bandbreiten im Überblick.
Verarbeitungshinweise für konstante Qualität
Die Klebewirkung wird durch ausreichend hohen Anpressdruck, korrekte Bandführung über die Kanten und das Vermeiden von Faltenbildung gesichert. Ein H- oder Doppel-H-Verschluss verteilt Scher- und Schälkräfte gleichmäßig, besonders bei schweren Inhalten oder langen Transportketten. Rollen sollten akklimatisiert gelagert und vor der Verarbeitung an die Umgebungstemperatur angepasst werden.
Praxis- und Anwendungshinweise
- Stoß auf Stoß verkleben und Band über die Kanten ziehen, um Schälkräften vorzubeugen.
- Bei höheren Gewichten H- oder Doppel-H-Verschluss anwenden, optional fadenverstärkte Bänder nutzen.
- Für Recyclingprozesse Papier- oder Nassklebebänder in Betracht ziehen, um sortenreine Entsorgung zu erleichtern.
- Bei kalten Umgebungen klebstoffgeeignete Varianten wählen und Material vorwärmen.
- Abroller mit justierbarer Bremse nutzen, um konstantes Abrollmoment und saubere Kantenführung zu erzielen.
- Kartonklappen vor dem Verschließen plan anlegen, um Hohlräume und Spannungen im Verschluss zu vermeiden.
- Bei grobporiger Wellpappe den Anpressdruck erhöhen oder Klebstoff mit hoher Anfangshaftung wählen.
- Sicher arbeiten: scharfe Klingen geschützt verwenden und Schnittkanten vom Packgut abgewandt führen.
Fehlersuche und typische Fehlerbilder
Hochklappende Kanten weisen auf unzureichenden Anpressdruck oder zu geringe Klebkraft hin. Scherbruch entlang der Mitte kann auf unterdimensionierte Bandbreite oder hohe Stapellasten deuten. Lautes Abrollen lässt sich durch low-noise-Varianten oder korrekt eingestellte Abroller mindern.
Nachhaltigkeitsaspekte
Papierbasierte Dichtungsbänder und Nassklebetechniken unterstützen die Monomaterialstrategie bei Kartonagen. Zudem können lösungsmittelfreie Klebstoffe, reduzierte Trägerstärken und recyclinggerechte Druckfarben Umweltwirkungen mindern. Wichtig bleibt die Anpassung an das Produktgewicht, um mit minimalem Materialeinsatz einen sicheren Verschluss zu erreichen. Wiederverwertungsfreundliche Kombinationen aus Wellpappe und Papierband erleichtern Sortierung und Verwertung in der Praxis.
Zusammenfassung:
- Dichtungsbänder sind vielseitig einsetzbare Helfer, die einerseits zum Sichern und Abdichten verschiedener Verbindungspunkte dienen, andererseits als unverzichtbarer Teil beim Verpacken und Verschließen von Wellpappe-Verpackungen gelten.
- Die robusten Eigenschaften von Dichtungsbändern, insbesondere ihre Resistenz gegenüber Wasser, Schmutz und Staub, bieten einen optimalen Schutz und sorgen für die Langlebigkeit der Wellpappe-Verpackungen.
- Zudem tragen Dichtungsbänder zur Erhöhung der Transport- und Lagerungsicherheit bei, indem sie die Inhalte der Verpackungen sicher verschließen und vor äußeren Einflüssen bewahren.
- Die richtige Wahl von Träger, Klebstoff und Bandbreite hängt von Kartonqualität, Gewicht und Prozessgeschwindigkeit ab.
- Sorgfältige Verarbeitung (Anpressdruck, saubere Kantenführung) steigert Scherfestigkeit und Verschlusssicherheit.
- Nachhaltige Varianten wie Papier- und Nassklebebänder unterstützen recyclingfreundliche Prozesse.
- Standardisierte Prüfgrößen für Klebkraft, Scher- und Zugfestigkeit erleichtern die objektive Auswahl für definierte Verpackungsaufgaben.
Veröffentlicht am 24.06.2024
Letzte Überarbeitung am 30.09.2025 um 18:24 Uhr von Julia Kopp