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Druckoptimierung
In der Welt der Wellpappe spielt die Optimierung des Druckprozesses eine entscheidende Rolle. Die Druckqualität kann einen großen Unterschied beim Endprodukt machen, insbesondere wenn es um Markenverpackungen und hochwertige Druckerzeugnisse geht. Bei Wellstar-Packaging GmbH steht die Druckoptimierung im Vordergrund, um qualitativ hochwertige, ansprechende und effiziente Verpackungslösungen anzubieten. Sie umfasst sowohl den Direktdruck auf Wellpappe (Postprint) als auch vorgelagerte Verfahren mit anschließender Kaschierung (Preprint), inklusive Flexo-, Offset- und Digitaltechnologien, die jeweils spezifische Anforderungen an Material, Daten und Maschinen stellen.
Unter realen Produktionsbedingungen beeinflussen zahlreiche Faktoren das Ergebnis: Materialqualität, Wellenprofil und Oberflächenrauheit, Farb- und Trocknungseigenschaften, Maschinenzustand, Datenaufbereitung sowie Umgebungsparameter wie Temperatur und Luftfeuchte. Eine systematische Druckoptimierung dient dazu, diese Faktoren zu beherrschen, reproduzierbare Ergebnisse zu erzielen und Fehlerquellen frühzeitig zu vermeiden. Ergänzend wirken sich auch Bahnspannung, Planlage, Leimung und Feuchtegehalt der Wellpappe, Walzenverschleiß, Zylinderexzentrizität, Anfahrstrategie und Reinigungszustand auf das Druckbild aus; eine vorausschauende Planung berücksichtigt diese Einflussgrößen in abgestimmten Prozessfenstern.
Definition: Was beinhaltet der Prozess der Druckoptimierung?
Die Druckoptimierung ist ein Verfahren, das auf die Verbesserung der Druckqualität und Effizienz abzielt. Es beinhaltet technische und operative Anpassungen im Druckprozess, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Das Ziel ist es, den Druckprozess so zu perfektionieren, dass bestmögliche visuelle Wirkung, konsistente Ergebnisse und maximale Produktivität gewährleistet werden können. Dabei spielt auch die Wahl des geeigneten Druckverfahrens (wie Flexodruck, Offsetdruck oder Digitaldruck), die vorbereitenden Maßnahmen, wie beispielsweise die Probedrucke und die Druckeinstellungen, eine wichtige Rolle. Ebenso werden Zielkonflikte – etwa zwischen hoher Auflösung, stabiler Volltondeckung und Materialschonung – methodisch gelöst, indem Parameter systematisch variiert und in der Praxis verifiziert werden.
Zur Druckoptimierung gehören zudem die standardisierte Datenaufbereitung (z. B. saubere Farbraumdefinitionen, Rastereinstellungen, Preflight-Prüfung), die Profilierung des Systems, eine eindeutige Prozessdokumentation sowie Mess- und Prüfmethoden zur laufenden Verifizierung. Ein durchgängiger Regelkreis aus Messen, Bewerten und Anpassen macht den Prozess belastbar und wiederholbar. In der Umsetzung bewähren sich dazu Messpläne mit definierten Frequenzen, Prüfmittelüberwachung und Kalibrierintervallen, Inline- und Offline-Messpunkte sowie statistische Auswertungen (z. B. Regelkarten), um Trends früh zu erkennen und Korrekturen rechtzeitig einzuleiten.
Technische Aspekte in der Druckoptimierung
Die technischen Aspekte bei der Druckoptimierung in der Wellpappe-Industrie sind vielschichtig. Dazu gehören neben der Wahl des Druckverfahrens auch die Kontrolle der Druckparameter, die Auswahl der Druckfarben und -materialien und der Umgang mit den drucktechnischen Herausforderungen, die Wellpappe als Material mit sich bringt. Eine präzise Kalibrierung der Druckmaschinen, gründliche Wartung und regelmäßige Qualitätskontrollen gehören ebenso zu den technischen Aspekten der Druckoptimierung. Unterschiede zwischen Postprint und Preprint, die Wechselwirkungen zwischen Wellenprofil, Linerqualität und Druckplatte sowie Effekte wie Flötenabzeichnung, Washboarding oder Quetschränder müssen im Parameter-Set berücksichtigt werden.
Wesentliche Stellgrößen sind unter anderem: Substratoberfläche und Planlage, Anilox- und Rasterparameter, Platten-/Klischeeeigenschaften, Druckbeistellung und Anpressdruck, Viskosität, pH-Wert und Temperatur der Farben, Trocknungssystem und Luftführung, Registerhaltigkeit und Bahnspannung. Hinzu kommen Passermarken, Beschnitt, Randzonen, Weißunterlegung, Tonwertzuwachs, Farbdichten, Graubalance sowie alle relevanten Abmessungen für den Druckprozess, die bereits in der Vorstufe korrekt angelegt werden müssen. Darüber hinaus sind Toleranzen für Schnitt- und Stanzregister, Rillpositionen und Klebelaschen frühzeitig zu definieren, damit Druck und Weiterverarbeitung nahtlos ineinandergreifen.
Farbmanagement und Reproduktion
Ein konsistentes Farbmanagement ist zentral: ICC-Profile, ein definierter Referenzfarbraum, farbverbindliche Proofs und klare Toleranzen (z. B. Delta-E-Werte, Dichten) sichern die Übereinstimmung zwischen Proof, Andruck und Serie. Die Steuerung von Tonwertzunahme, Unbuntaufbau, Unterfarbenreduzierung sowie eine passende Rasterweite und -form unterstützen eine stabile Reproduktion auf unterschiedlichen Wellenprofilen. Ergänzend steigern eine sinnvoll gewählte Farbreihenfolge, die gezielte Verwendung von Weiß- oder Sonderfarben sowie erweiterte Farbräume (z. B. CMYK mit zusätzlichen Prozessfarben) die Wiederholgenauigkeit und reduzieren Umrüstzeiten bei wiederkehrenden Motiven.
Materialeinfluss und Oberflächen
Wellpappe variiert je nach Deckenpapier, Wellenhöhe, Liner- und Fluting-Qualität. Daraus ergeben sich Unterschiede bei Saugfähigkeit, Rauheit und Kompressibilität. Optimierte Druckkennlinien, geeignete Farbserien, angepasste Plattenhärte sowie eine abgestimmte Anilox-Konfiguration helfen, Motive scharf und mit gleichmäßigen Volltonflächen darzustellen, ohne Quetschränder, Durchschlagen oder Wolkigkeit zu erzeugen. Auch die Faserzusammensetzung (Recycling- versus Frischfaser), der Cobb-Wert, Vorbehandlungen und Beschichtungen (gestrichen/ungestrichen) sowie die Klimatisierung vor dem Druck beeinflussen die Stabilität des Ergebnisses und sollten pro Materialklasse dokumentiert und qualifiziert werden.
Mess- und Prüfmethoden
- Densitometrie und Spektralfotometrie zur Überwachung von Volltondichten, Delta-E, Graubalance und Farbort
- Testcharts für Tonwertzuwachs, Rasterpunktform und Detailwiedergabe
- Prüfung der Registerhaltigkeit, Kanten- und Linienwiedergabe
- Prozessfähigkeitsanalysen (z. B. Stabilität und Streuung über die Auflage)
- Dokumentation von Soll-/Ist-Werten zur schnellen Ursachenanalyse
- Barcode- und 2D-Code-Prüfung nach relevanten Normen zur Sicherstellung der Lesbarkeit auf unterschiedlichen Linern
- Rauhigkeits-, Porositäts- und Saugfähigkeitsmessungen (z. B. Bekk/PPS, Cobb) zur Materialcharakterisierung
- Erfassung von Klimadaten (Temperatur, relative Feuchte) und Bahnfeuchte zur Korrelation mit Druckergebnissen
- Inline-Kamera- oder Scanner-Systeme zur automatisierten Detektion von Fehlerbildern und zur lückenlosen Rückverfolgbarkeit
Vorstufe und Datenaufbereitung
Eine robuste Vorstufe ist ein Kernstück der Druckoptimierung: Trapping/Überfüllungen, Überdruckeinstellungen, korrekte Separationen und geeignete Rasterweiten werden material- und verfahrensspezifisch definiert. Mindeststrichstärken, geeignete Schriftgrößen (positiv/negativ), Barcodetypen inklusive Strichstärkenkompensation sowie die Bildaufbereitung (Tonwertkorrekturen, Schärfung passend zur Rasterung) sichern die Reproduzierbarkeit. RIP-Parameter, Kompressionseinstellungen, Transparenzen und Ebenenstrukturen werden durch eine konsequente Preflight-Prüfung abgesichert und versioniert dokumentiert.
Prozessstabilität und Maschinenfähigkeit
Die Fähigkeit der Maschine, enge Toleranzen dauerhaft einzuhalten, wird über Kennzahlen wie Cp/Cpk und OEE bewertet. Ursachenanalysen (z. B. 5-Why, Ishikawa) und präventive Methoden wie FMEA unterstützen, wiederkehrende Abweichungen systematisch zu eliminieren. Gezielte Wartungspläne für Aniloxwalzen, Rasterwalzen, Rakel, Druckzylinder und Trocknungsmodule erhöhen die Stabilität und verlängern die Lebensdauer kritischer Komponenten.
Operative Aspekte in der Druckoptimierung
Betrachtet man die operativen Aspekte der Druckoptimierung, so sind es die optimale Planung und Durchführung der Druckprozesse, die ständige Überwachung und gegebenenfalls Justierung der Prozesse und die Schulung des Personals, die eine entscheidende Rolle spielen. Effiziente Arbeitsabläufe, die Minimierung von Ausschuss und eine ständige Qualitätskontrolle sind ebenso Teil der operativen Druckoptimierung. Standardisierte Schichtübergaben, visuelle Arbeitsplatzstandards, klare Eskalationswege und eine strukturierte Ersatzteil- und Verbrauchsmateriallogistik unterstützen das stabile Tagesgeschäft.
Dazu zählen strukturierte Rüstprozesse, klar definierte Freigabeschritte (Datenfreigabe, Andruck, Serienstart), rollenbasierte Verantwortlichkeiten, Checklisten für Wartung und Reinigung, standardisierte Stichprobenpläne sowie ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess. Eine durchdachte Produktionsplanung mit geeigneten Losgrößen, sinnvoller Motivreihenfolge und reduzierten Wechselzeiten steigert die Stabilität spürbar. Ergänzend helfen Qualifizierungs- und Trainingspläne, interne Audits sowie Lessons-Learned-Formate, Wissen zu sichern und bereichsübergreifend nutzbar zu machen.
Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz im Druckprozess
Ressourcenschonung ist fester Bestandteil der Druckoptimierung: Der Einsatz geeigneter, materialschonender Farbserien, energieeffizienter Trocknung, Wärmerückgewinnung, optimierter Reinigungsprozesse und reduzierter Lösemittelanteile senkt Verbrauch und Emissionen. Durch geringere Makulatur, kürzere Anfahrzeiten und stabile Wiederholbarkeit werden Material- und Energieeinsatz pro produzierter Einheit reduziert. Ein systematisches Monitoring von Abfallströmen, Rezyklatanteilen und Reinigungsintervallen unterstützt die kontinuierliche Verbesserung.
Typische Fehlerquellen und Gegenmaßnahmen
- Unklare Datenlage: frühe Preflight-Prüfung und verbindlicher Freigabe-Workflow
- Schwankende Farbeigenschaften: Viskositäts- und Temperaturkontrolle, regelmäßiges Nachjustieren
- Registerprobleme: stabile Bahnspannung, präzise Passermarken, angepasste Maschinenparameter
- Unruhige Flächen: geeignete Raster-/Anilox-Kombination, Optimierung der Plattenhärte
- Materialbedingte Abweichungen: geeignete Substratauswahl, definierte Qualitätsklassen und Eingangskontrollen
- Flötenabzeichnung/Washboarding: reduzierte Anpressdrücke, optimierte Beistellung, angepasste Plattenhärte
- Moiré- und Interferenzmuster: passende Rasterwinkel/-formen, Entzerrung in der Vorstufe
- Schmierer und Nebelbildung: angepasste Rakelgeometrie, Farbviskosität und Trocknungsluftführung
- Durchschlagen auf dünnen Linern: geeignete Farbserien, reduzierte Farbaufträge, Weißunterlegung optimieren
Praxisbeispiele für die Druckoptimierung
- Mehrfarbiger Flexodruck auf E-Welle: Reduktion des Tonwertzuwachses durch angepasste Rasterweite und optimierte Anilox-Auswahl
- Volltonflächen auf beschichteten Deckenpapieren: gleichmäßige Dichte durch abgestimmte Viskosität und kontrollierte Trocknung
- Serienwiederholung: reproduzierbare Farbergebnisse durch dokumentierte Sollwerte, Proof-Referenzen und Maschinenkalibrierung
- Kurzfristige Motivwechsel: geringere Rüstzeiten durch standardisierte Plattenmontage und klaren Freigabeprozess
- Barcode-Druck auf braunem Liner: verbesserte Lesbarkeit durch Strichstärkenkompensation, passende Farbreihenfolge und definierte Kontraste
- Kaschierte Preprint-Bahnen: präzises Schnitt- und Stanzregister durch abgestimmte Passermarken und definierte Kaschierfenster
Vor- und Nachteile der Druckoptimierung
Die Vorteile der Druckoptimierung sind zahlreich. Durch die Optimierung können die Druckqualität verbessert, die Effizienz gesteigert und die Produktionskosten gesenkt werden. Zudem ermöglicht die Druckoptimierung die Erstellung von qualitativ hochwertigen, individuell gestalteten und ansprechenden Verpackungen, die den Markenwert steigern können. In Bezug auf die Umweltverträglichkeit können durch Druckoptimierung Ressourcen gespart und die Umweltbelastung reduziert werden. Messbare Parameterfenster stabilisieren den Prozess und erleichtern die Einführung neuer Materialien oder Motive ohne Qualitätseinbußen.
Die Nachteile betreffen vor allem die initialen Kosten für die Optimierung der Druckprozesse und die notwendige Schulung des Personals. Hinzu kommt, dass die fortwährende Durchführung von Qualitätskontrollen und die ständige Überwachung der Druckprozesse einen zusätzlichen Zeit- und Arbeitsaufwand bedeuten. Eine Kosten-Nutzen-Betrachtung mit realistischen Amortisationszeiten, priorisierten Maßnahmenpaketen und klaren Verantwortlichkeiten sorgt dafür, dass Investitionen zielgerichtet und wirksam eingesetzt werden.
In der Praxis gleichen sich diese Aufwände häufig durch geringere Makulatur, weniger Reklamationen, schnellere Anfahrzeiten und stabile Wiederholaufträge aus. Voraussetzung ist eine konsequente Umsetzung mit messbaren Zielgrößen und einer transparenten Dokumentation. Ein klarer KVP mit regelmäßigen Reviews und nachvollziehbaren Maßnahmen sichert die Nachhaltigkeit der erreichten Verbesserungen.
Kennzahlen und Monitoring
Für die Steuerung der Druckoptimierung sind strukturierte Kennzahlen essenziell. Neben Farbdichte- und Delta-E-Toleranzen unterstützen OEE, First-Pass-Yield, Rüstzeit je Auftrag, Makulaturquote, Energieverbrauch pro Quadratmeter, Farb- und Lackverbrauch je Motiv sowie Stillstands- und Störgrundanalysen die Bewertung der Prozessfähigkeit. Dashboards und Regelkarten machen Abweichungen sichtbar und ermöglichen eine schnelle, faktenbasierte Reaktion.
Zusammenfassung:
- Die Druckoptimierung bedeutet eine verbesserte Qualität und Effizienz in der Druckproduktion, was gerade für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe produzieren, einen erheblichen Vorteil darstellen kann.
- Durch spezielle Techniken und Prozesse bei der Druckoptimierung können Fehler reduziert und ein einheitlicher, hochwertiger Druck auf den Verpackungen aus Wellpappe gewährleistet werden.
- Wirtschaftlich gesehen spart eine gut durchgeführte Druckoptimierung Kosten, da Wiederauflagen oder Ausschuss durch Druckfehler minimiert werden. Dies fördert die Effizienz und Produktivität bei der Herstellung von Wellpapp-Verpackungen.
- Zentrale Hebel sind standardisierte Vorstufenprozesse, verlässliches Farbmanagement, geeignete Material- und Werkzeugauswahl sowie kontinuierliche Mess- und Regelkreise.
- Messbare Kennzahlen (z. B. Makulaturquote, Rüstzeit, Farbdichte-Toleranzen) machen Fortschritte sichtbar und sichern die Reproduzierbarkeit über Serien und Wiederholaufträge.
- Ein strukturierter Verbesserungsprozess mit Schulung, Wartung und klaren Zuständigkeiten verankert die Druckoptimierung dauerhaft im Alltag der Produktion.
- Nachhaltigkeitsaspekte wie reduzierte Makulatur, optimierte Trocknung und effiziente Reinigungsprozesse sind integraler Bestandteil einer ganzheitlichen Druckoptimierung.
Veröffentlicht am 29.04.2025
Letzte Überarbeitung am 05.11.2025 um 12:52 Uhr von Sebastian Würth