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Farbbeständigkeit

Farbbeständigkeit ist ein Konzept, das in der Welt der Wellpapp-Verpackungstypen eine zentrale Rolle spielt. Gemeint ist die Fähigkeit, die visuelle Wirkung von Druckfarben, Lacken und Dekoren dauerhaft zu erhalten – trotz Einflüssen wie UV-Licht, Wärme, Sauerstoff, Feuchtigkeit oder Abrieb. Eine hohe Beständigkeit stabilisiert die Markenwirkung über den gesamten Produktlebenszyklus, vom Lager über Transport bis zur Regalpräsentation, und minimiert Qualitätsreklamationen durch sichtbare Farbveränderungen. Für Wellpapp-Verpackungen betrifft dies sowohl außenbedruckte Deckenpapiere als auch Innenbedruckungen, die bei E-Commerce-Versandkartons oder Shelf-Ready-Verpackungen relevant sind. Zusätzlich beeinflussen Transportketten mit wechselnden Klimazonen, Beleuchtungssituationen am Point of Sale und die mechanische Beanspruchung im Fulfillment die visuelle Konstanz des Druckbildes.

Definition: Was versteht man unter Farbbeständigkeit?

Farbbeständigkeit ist ein Qualitätsmerkmal, das die Fähigkeit eines Materials und seiner aufgebrachten Beschichtungen bezeichnet, die Originalfarbe über einen längeren Zeitraum und unter variierenden Umweltbedingungen zu halten. Sie beruht auf der chemischen Stabilität der eingesetzten Pigmente, der Eignung der Bindemittel, dem Schichtaufbau (z. B. Primer, Farbe, Schutzlack) sowie den verfahrenstechnischen Parametern bei der Herstellung. Zur Bewertung werden in der Praxis farbmetrische Kenngrößen (z. B. CIELAB und ΔE00), Lichtechtheitsklassen und Beständigkeitsprüfungen gegenüber Licht, Klima, Abrieb und Chemikalien herangezogen. Ergänzend betrachtet man Glanzhaltung, Kreidung, Vergilbung, Abriebspuren und eventuelle Farbtonverschiebungen, die aus Photooxidation, Hydrolyse, Pigmentmigration oder unvollständiger Vernetzung resultieren.

Die Substrateigenschaften beeinflussen die Farbbeständigkeit maßgeblich: Oberflächenporosität, Saugverhalten, Faserzusammensetzung, optische Aufheller und der pH-Wert der Wellpappe wirken auf Eindringtiefe, Bindemittelfilm und Pigmentstabilität. Weiterführende Grundlagen zu Hintergründe zu Pappkartons als bedrucktem Trägermaterial unterstützen das Verständnis des Substrateinflusses. Unterschiede zwischen brauner und weißer Decke, gestrichenen und ungestrichenen Qualitäten sowie frischen und recycelten Fasern beeinflussen darüber hinaus die Farbwahrnehmung (Deckkraft, Brillanz) sowie die Langzeitstabilität bei Lagerung und Transport.

Abgrenzung: Farbbeständigkeit, Farbechtheit und Farbtreue

Farbbeständigkeit beschreibt die Widerstandsfähigkeit gegenüber Veränderung über die Zeit. Farbechtheit fokussiert die Resistenz gegen konkrete Einflüsse (z. B. Lichtechtheit, Wasserechtheit, Reibechtheit). Farbtreue und Farbkonstanz beziehen sich auf die Übereinstimmung mit einer Referenzfarbe zum Zeitpunkt der Produktion und deren visuelle Stabilität unter wechselnden Beleuchtungen (Metamerie). Für hochwertige Wellpappe-Drucke sind alle drei Aspekte relevant. In der Praxis werden die Begriffe komplementär betrachtet: Farbtreue in der Erstproduktion, Farbechtheit gegenüber definierten Stressoren und Farbbeständigkeit über den gesamten Lebenszyklus.

Warum ist die Farbbeständigkeit bei Wellpappe wichtig?

Die Farbbeständigkeit bei Wellpappe ist entscheidend, weil das äußere Erscheinungsbild bedruckter Verpackungen unmittelbar die Wahrnehmung, Wiedererkennung und Kaufentscheidungen beeinflusst. Im E-Commerce wie im stationären Handel sichern stabile Markenfarben die gewünschte Anmutung und verhindern, dass Charge-zu-Charge-Schwankungen oder Alterung den Markenauftritt verwässern. In Logistikketten mit wechselnden Klimabedingungen verhindert eine hohe Beständigkeit visuelle Schäden (Ausbleichen, Vergilben, Kreidung) und reduziert Ausschuss sowie Reklamationen. Zudem bleiben Barcodes, Piktogramme und gesetzlich relevante Kennzeichnungen auch nach längerer Lagerzeit besser lesbar, was Prozesseffizienz und Rechtssicherheit unterstützt.

  • Stetige Markenwirkung: konsistente Hausfarben über Produktionslose, Lagerdauer und Transportwege.
  • Reduzierte Qualitätskosten: weniger Nachdrucke, geringerer Ausschuss durch Farbverschiebungen.
  • Rechtssicherheit: farbverbindliche Kennzeichnungen und Warnhinweise bleiben lesbar und eindeutig.
  • Fälschungsprävention: stabile, markentypische Farbtöne erschweren die Nachahmung und unterstützen die Authentizität.

Wie wird die Farbbeständigkeit bei Wellpappe gewährleistet?

Qualitätsgerechte Pigmente, geeignete Bindemittel und adäquate Herstellungsverfahren sind zentrale Faktoren für die Gewährleistung der Farbbeständigkeit bei Wellpappe. Darüber hinaus trägt eine richtige Lagerung und Handling dazu bei, Farben lebendig und unversehrt zu bewahren. Ergänzend sichern Schutzlacke, UV-Absorber, Lichtstabilisatoren (z. B. HALS), optimierte Trocknung/Aushärtung und eine kontrollierte Materialfeuchte das Ergebnis. Prozessfähige Farbmanagement-Workflows (profilierte Druckkennlinien, Spektralmessung, ΔE-Toleranzen) stabilisieren die Zielwerte. Eine definierte Beleuchtung in der Qualitätsprüfung (z. B. D50) und konditionierte Prüflinge verbessern die Vergleichbarkeit der Messergebnisse.

  • Pigmentauswahl: anorganische oder hochlichtechte organische Pigmente mit geringer Photooxidationsneigung; Vermeidung von systembedingt empfindlichen Farbstoffen bei UV-/Sonneneinwirkung. Berücksichtigt werden zudem Dispergierbarkeit, Teilchengröße und mögliche Wechselwirkungen mit optischen Aufhellern.
  • Bindemittel und Lacke: Dispersions-, Wasser- oder UV-Lacke als Barriere gegen Feuchte, Abrieb und Chemikalien; ausreichende Filmbildung und Vernetzung. Die Wahl des Systems richtet sich nach Substrat, Trocknungskapazität und gewünschtem Glanzgrad.
  • Schichtaufbau: Primer zur Verankerung auf faserigen Substraten, deckender Farbfilm, optional Überdrucklack mit UV-Schutz. Der gezielte Aufbau reduziert das Eindringen in saugende Deckenpapiere und verbessert die Reibbeständigkeit.
  • Druckverfahren: Flexo (Anilox-Volumen, Raster, Trocknung), Offset (Wasser/Farbe-Balance, Wegschlagen) oder Digitaldruck (Tintenchemie, Fixierung) beeinflussen die Beständigkeit unterschiedlich. Verfahrensspezifische Einstellungen (z. B. Bahnspannung, Passer, Heizzonen) stabilisieren das Ergebnis.
  • Prozesskontrolle: definierte Klimabedingungen (z. B. 23 °C/50 % r. F.), validierte Trocknung, Spektralmessungen inline/at-line, dokumentierte Freigabetoleranzen (ΔE00). Statistikgestützte Prozessüberwachung (z. B. Regelkarten) hilft, Trends früh zu erkennen.
  • Verpackungsdesign: dunklere Töne und gesättigte Farben sind oft robuster; kritische Flächen können durch Lackfenster oder konstruktiven Schutz vor Abrieb bewahrt werden. Große, homogene Vollflächen profitieren von gleichmäßigem Farbauftrag und angepassten Rasterweiten.
  • Lagerung/Handling: lichtgeschützt, staubfrei, temperiert; Schutz vor Kondensation, direkter Sonneneinstrahlung und aggressiven Dämpfen. Auch FIFO-Strategien und geeignete Umverpackungen unterstützen die Farbstabilität im Bestand.

Prüfmethoden und Bewertung

Zur objektiven Beurteilung werden standardisierte Verfahren eingesetzt, etwa Bewitterungsprüfungen mit Xenonbogen- oder UV-Lampen (Lichteinfluss), Klimawechseltests (Temperatur/Feuchte), Nassabrieb- und Trockenabriebtests, sowie Beständigkeitsprüfungen gegenüber Lösemitteln und Ölen. Die Farbdifferenz vor/nach Prüfung wird spektralphotometrisch ermittelt und als ΔE (z. B. ΔE00) dokumentiert. Praxisübliche Akzeptanzbereiche liegen – je nach Anwendung und Motiv – häufig im Bereich ΔE00 ≈ 1–3 für markenkritische Flächen. Zusätzlich kommen Echtheitsskalen (z. B. Lichtechtheit) oder Reibechtheitstests zum Einsatz. Für reproduzierbare Ergebnisse werden Prüflinge konditioniert, Messgeometrien (z. B. 45/0 oder d/8°) festgelegt, und die Messung erfolgt unter definierter Normlichtart.

Vor- und Nachteile von Farbbeständigkeit

Die Vorteile der Farbbeständigkeit liegen darin, dass sie die visuelle Attraktivität und Markenidentität von Produkten erhöht und die Kundenbindung stärkt. Farbbeständige Ausführungen tragen dazu bei, Produktidentität und Wiedererkennung zu stabilisieren. Demgegenüber stehen einige Einschränkungen: Höhere Beständigkeit erfordert oftmals spezielle Pigmente, Additive und Prozesse, was Material- und Prozesskosten sowie Durchlaufzeiten beeinflussen kann. Zudem sind Umweltaspekte mitzudenken, etwa die Auswahl schadstoffarmer Pigmente, der Verzicht auf kritische Schwermetalle und die Recyclingverträglichkeit des Druck- und Lackaufbaus. Durch vorausschauende Spezifikationen und abgestimmte Prüfpläne lassen sich diese Zielkonflikte in der Regel technisch und ökologisch ausgewogen lösen.

  • Vorteile: konsistente Markenwirkung, längere ansprechende Optik, bessere Lesbarkeit, geringere Reklamationsquote.
  • Herausforderungen: potenziell höhere Kosten, komplexere Prozessführung, sorgfältige Rohstoffauswahl im Sinne der Umweltverträglichkeit.

Zusätzliche Faktoren für die Farbbeständigkeit

Weitere Einflussgrößen auf die Farbbeständigkeit von Wellpappe sind der pH-Wert und die Alkalität des Substrats, Temperaturspitzen, Lichtexposition (Sonnenlicht, UV-Anteil künstlicher Beleuchtung), Feuchte- und Kondensationsereignisse sowie das eingesetzte Druckverfahren. Auch die mechanische Beanspruchung durch Reibung während Transport und Kommissionierung, die Wechselwirkung mit Klebstoffen, Heißleimen und Etiketten, der Einsatz optischer Aufheller oder mineralischer Füllstoffe und die Qualität der Trocknung beeinflussen das Ergebnis. Containertransporte mit hoher Luftfeuchte und Temperaturschwankungen können die Alterung beschleunigen. Geeignete Transportverpackungen und klimatisierte Lagerzonen verringern das Risiko zusätzlich.

  1. Licht: UV- und sichtbares Licht induzieren Photodegradation; Schutzlacke und UV-Absorber reduzieren das Risiko. Auch die Wahl von Beleuchtung am Prüfplatz beeinflusst die visuelle Beurteilung.
  2. Klima: erhöhte Temperatur und Feuchte beschleunigen Oxidation, Hydrolyse und Vergilbung. Konditionierung und kontrollierte Trocknung stärken die Farbfilmstabilität.
  3. Substrat: Saugverhalten und Oberflächenglätte steuern Eindringtiefe und Bindemittelfilm. Weiße, gestrichene Decken zeigen andere Alterungstendenzen als braune, ungestrichene Qualitäten.
  4. Mechanik: Abrieb, Kratzer und Scheuern verändern Glanz und Farbwahrnehmung. Konstruktive Schutzmaßnahmen (z. B. Randabstände, Einleger) reduzieren Kontaktzonen.
  5. Chemie: Lösemittel, Öle und Weichmacher können zu Farbaufquellen oder Abfärben führen. Verträglichkeitstests mit Klebstoffen, Etiketten und Packgütern sind empfehlenswert.

Normen, Richtlinien und bewährte Prüfpläne

Für die Bewertung von Farbbeständigkeit im Verpackungsdruck werden anwendungsbezogene Normen und Leitfäden herangezogen. Dazu zählen Druck- und Farbstandards (z. B. charakterisierte Referenzdruckbedingungen), Anforderungen an Druckfarben für Verpackungen sowie Normen zur künstlichen Bewitterung und Alterung. Bewitterungsprüfungen mit Xenonbogenlicht, UV-Fluoreszenz und definierten Klimawechseln sind üblich. Ergänzend werden Glanz (z. B. unter genormten Winkeln) und Oberflächenveränderungen visuell klassifiziert. Ein abgestimmter Prüfplan mit Freigabekriterien, Stichprobenumfang, Konditionierung und Messintervallen bildet die Grundlage für reproduzierbare Entscheidungen entlang der Lieferkette.

Typische Fehlerbilder und Abhilfe

In der Praxis treten wiederkehrende Fehlerbilder auf: Ausbleichen bei Sonnenlicht, Vergilbung in warm-feuchter Umgebung, Kreidung durch bindemittelschwache Schichten, Abfärben bei Kontakt und Glanzverlust durch Mikroschäden. Ursachen sind häufig eine zu geringe Pigmentstabilität, unzureichende Filmbildung, Über- oder Untertrocknung, zu hohe Saugfähigkeit des Substrats oder ungeeignete Lagerbedingungen. Abhilfe schaffen pigmentseitige Upgrades, optimierte Anilox- und Schichtdicken, ausreichende Vernetzungszeiten, Primer zur Reduktion der Saugwirkung sowie Schutzlacke mit gezieltem UV- und Abriebschutz. Eine klare Spezifikation der ΔE-Toleranzen pro Motivfläche (Logo, Piktogramm, Vollfläche) erhöht die Prozesssicherheit.

Farbmanagement und Messpraxis im Verpackungsdruck

Zur Sicherung farbstabiler Wellpapp-Drucke gehören profilierte Workflows mit charakterisierten Druckbedingungen, präzise Kalibrierung der Geräte, definierte Tonwertzunahmen und regelmäßige Spektralmessungen. Referenzfarbkeile, Prüfcharts und definierte Freigabekriterien beschleunigen die Beurteilung. Beleuchtung, Beobachterwinkel und Messgeometrie werden festgelegt, um Metamerieeffekte zu begrenzen und Ergebnisse vergleichbar zu machen. Durch Chargenverfolgung von Farben, Lacken und Substraten sowie durch dokumentierte Prozessfenster (z. B. Temperatur, Feuchte, Trocknungsleistung) bleibt die Farbbeständigkeit über Zeit und Orte hinweg kontrollierbar.

Nachhaltigkeit und Recyclingaspekte

Farbbeständigkeit steht im Kontext der Kreislaufwirtschaft. Die Auswahl migrationsarmer Systeme, eine gute Deinkbarkeit, der Verzicht auf kritische Pigmente und der maßvolle Einsatz von Schutzlacken unterstützen die Recyclingfähigkeit von Wellpappe. Gleichzeitig müssen Beständigkeitsanforderungen an Lager- und Transportbedingungen erfüllt sein. Eine balancierte Materialwahl, die Prüfungen unter Realbedingungen berücksichtigt, hilft, ökologische und funktionale Ziele miteinander zu verbinden.

Fazit

Farbbeständigkeit ist ein wichtiges Qualitätsmerkmal für Wellpapp-Verpackungen. Sie sorgt dafür, dass das Produkt über einen langen Zeitraum gleichermaßen ansprechend aussieht und damit zur Zufriedenheit der Anwender und zur Stabilität der Markenidentität beiträgt. Trotz möglicher Mehrkosten und der Notwendigkeit sorgfältiger Materialauswahl bleibt Farbbeständigkeit ein zentraler Faktor in Gestaltung, Druckvorstufe und Produktion – insbesondere bei wechselnden Lager- und Transportbedingungen. Durch abgestimmte Rohstoffe, definierte Prozesse, belastbare Prüfpläne und geeignete Lagerkonzepte lässt sich eine robuste, anwendungsnahe Farbstabilität über den gesamten Lebenszyklus der Verpackung erreichen.

Zusammenfassung:

  • Farbbeständigkeit beschreibt die Widerstandsfähigkeit einer Farbe auf einem Material, in diesem Fall Wellpappe, gegenüber Umweltbedingungen wie Licht, Klima, Abrieb und Chemikalien.
  • Hohe Farbbeständigkeit ermöglicht, dass die Farben der Verpackungen – ungeachtet Dauer und Bedingungen der Lagerung – stabil, gut lesbar und visuell attraktiv bleiben.
  • Die Auswahl einer wellpappenspezifischen Farbe mit hoher Beständigkeit, kombiniert mit passendem Bindemittel, Schutzlack und kontrollierten Prozessparametern, erhöht die Robustheit des Druckbildes.
  • Objektive Prüfungen (z. B. Bewitterung, Abrieb) sowie farbmetrische Bewertungen (ΔE) schaffen Nachweis und Vergleichbarkeit.
  • Geeignete Lagerung und schonendes Handling sind essenziell, um die erreichte Farbbeständigkeit in der Praxis zu erhalten.

Veröffentlicht am 12.06.2025
Letzte Überarbeitung am 11.12.2025 um 13:01 Uhr von Manuel Hofacker

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