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Freistehende Displays
Im Bereich der Wellpappe-Verpackungen spielen freistehende Displays eine wesentliche Rolle für eine auffällige, gut strukturierte und verkaufsnahe Produktpräsentation am Point of Sale (POS). Als klar erkennbares Präsentationssystem lenken sie die Aufmerksamkeit potenzieller Käuferinnen und Käufer, unterstützen die Orientierung im Verkaufsraum und fördern die Abverkaufsquote platzierter Artikel. Gleichzeitig dienen sie als Informations- und Leitsystem, indem sie Angebote, Neuheiten oder saisonale Themen sichtbar machen. Darüber hinaus erleichtern sie die Zweitplatzierung außerhalb des Stammregals, bündeln thematische Sortimente und schaffen zusätzliche Kontaktpunkte entlang der Customer Journey. Im Zusammenspiel mit Verpackungen steigern sie die Sichtbarkeit von Markenbotschaften, verbessern die Greifbarkeit der Produkte und ermöglichen eine geordnete Warenpräsentation bei begrenzter Stellfläche.
Definition: Was versteht man unter freistehenden Displays?
Unter freistehenden Displays, im Fachjargon auch als „Freestander“, „Bodenaufsteller“ oder „Floor Displays“ bezeichnet, versteht man Präsentationssysteme, die ohne zusätzliche Befestigung eigenständig stehen. Typisch sind großformatige, standfeste Konstruktionen aus Wellpappe oder vergleichbaren Faserstoffen, die Produkte, Produktfamilien oder Promotions in den Fokus rücken. Sie bestehen meist aus Grundplatte, tragender Stützkonstruktion, sichtbaren Front- und Seitenflächen sowie Warenträgern wie Regalböden, Trays oder Haken. Durch individuelle Gestaltung mit Marken- und Gestaltungswelten werden sie zu klar zuordenbaren POS-Medien und sind ein häufiges Instrument innerhalb von Verkaufsförderungs- und Einführungsmaßnahmen. Häufige Bauhöhen liegen – abhängig von Einsatzort und Greifzonen – zwischen etwa 120 cm und 180 cm, während kompakte Grundflächen (z. B. kompatibel zu 1/8-, 1/4- oder 1/2-Palettenformaten) eine flexible Platzierung in Laufwegen ermöglichen. Die modulare Bauweise erleichtert Austausch, Nachrüstung und Reparatur einzelner Komponenten im Marktalltag.
Herstellung und individuelle Gestaltung von freistehenden Displays
Die Entwicklung startet mit der Konzeption: Zielsetzung (Neuheiten, Zweitplatzierung, Aktionsware), Standort im Verkaufsraum, Traglast, Laufwege und verfügbare Fläche bestimmen die Form. Anschließend erfolgt die Konstruktion in CAD, die Materialauswahl (z. B. E-, B-, EB- oder BC-Welle), die Definition der Stützgeometrie sowie die Festlegung von Größe, Form und Druckbild. Die Produktion umfasst typischerweise das Kaschieren bedruckter Deckpapiere, das Stanzen, Rillen und ggf. Perforieren, das Verkleben bzw. Stecken der Elemente sowie die Qualitätskontrolle. Je nach Serie werden Displays flachliegend vorkonfektioniert oder vormontiert ausgeliefert. Die individuelle Gestaltung reicht von Branding-Flächen über Topschilder bis zu integrierten Prospektfächern, Regalböden, Trays oder Produktaufhängungen. Vor der Serienfertigung sind Musterbau (Weißmuster), Passproben und Belastungstests sinnvoll, um Steckgeometrien, Verriegelungen, Kantenfestigkeit und die Montagefolge zu verifizieren. Je nach Anforderung kommen Dispersionsklebstoffe oder Hotmelt-Kleber zum Einsatz; bei steckbaren Lösungen wird die Montagezeit durch eindeutige Rill- und Steckcodes reduziert.
Konstruktionsarten und Bauteile
- Bodendisplays mit Regalböden: mehrere Ebenen für verpackte Ware; optional Topschild für Fernwirkung. Ergänzend können Seitenwangen als Träger für Informationsgrafiken dienen; durch zusätzliche Rückwandstützen lässt sich die Durchbiegung reduzieren.
- Tray- und Stapel-Displays: modulare Trays, die auf einer Stützkonstruktion sitzen; schnelle Nachfüllbarkeit. Geeignet für Sortimentseinheiten, die als Verpackungseinheiten (VE) angeliefert und im Markt direkt eingesetzt werden.
- Haken- oder Blister-Displays: Warenträgerhaken für leichte Produkte wie Zubehör oder Kleinartikel. Eine klare Rasterung der Lochbilder erhöht die Flexibilität bei Sortimentswechseln.
- Rund-, Säulen- und Pyramidenformen: 360°-Sichtbarkeit und kompakte Stellfläche in Laufzonen. Rundkonstruktionen minimieren stoßanfällige Kanten und eignen sich für hochfrequentierte Bereiche.
- Individuelle Sonderformen: konturgestanzte Silhouetten, Kombinationen aus Tragmodulen und dekorativen Elementen. Zusätzlich möglich sind Mix-Displays mit Regalfach- und Hakenmodulen für gemischte Warenpräsentationen.
Materialien, Stabilität und Traglasten
Freistehende Displays werden häufig aus ein- oder zweiwelliger Wellpappe gefertigt. Dünnere Wellen (z. B. E-Welle) eignen sich für feine Druckbilder, stabilere Kombinationen (z. B. EB- oder BC-Welle) für höhere Traglasten. Verstärkungen an Sockel, Rückwand und Regalkanten erhöhen die Kippsicherheit. Typische Traglasten pro Fach bewegen sich – abhängig von Geometrie, Materialqualität und Auflagerbreite – im Bereich von wenigen Kilogramm bis zu zweistelligen Kilogrammwerten. Für den Einsatz in frequenzstarken Bereichen sind zusätzliche Sicherungen (z. B. Verriegelungen, Stecklaschen) üblich. Oberflächen können mit Dispersionslacken oder Folien (z. B. Spritzwasserschutz) veredelt werden, wenn erhöhte Beanspruchung zu erwarten ist. Zur Beurteilung der Stabilität sind Kennwerte wie Kantenstauchwiderstand (ECT) und Biegefestigkeit relevant; klimatische Bedingungen (Luftfeuchte, Temperatur) beeinflussen die Tragfähigkeit und sollten in Spezifikationen berücksichtigt werden.
Druck und Veredelung
Für die grafische Ausgestaltung kommen Digitaldruck (komplexe Motive, kleine bis mittlere Losgrößen), Flexodirektdruck (hohe Auflagen, wirtschaftlich) oder Offsetkaschierung (hohe Bildqualität) in Betracht. Veredelungen umfassen Matt- oder Glanzlacke, partielle Effekte und strukturgebende Prägetechniken. Ein konsistentes Farbmanagement sorgt für Wiedererkennung und erleichtert die Integration in bestehende Markenwelten. Funktionsdrucke wie Montagemarkierungen, Nachfüllhinweise oder Warengruppenkennzeichnungen unterstützen Personal bei Aufbau und Pflege. Für die Datenaufbereitung sind ausreichend große Sicherheitsabstände, sauber gesetzte Stanzkonturen, Auflösungen passend zum Druckverfahren sowie verbindliche Freigabeprozesse (Andruckmuster, digitale Freigaben) maßgeblich, um Farbkonstanz und Lesbarkeit von Piktogrammen, EAN- oder QR-Codes sicherzustellen.
Planung und Spezifikation
Für die Planung sind Stellfläche, Sichtlinien, Greifhöhe, Kippsicherheit, Montagezeit und Wiederbefüllbarkeit zu definieren. Ebenso wichtig sind klare Vorgaben zu Traglasten, zulässigen Toleranzen, Lebensdauer im Einsatzzeitraum, Feuchte- und Stoßbeanspruchung sowie zur Rückführung. Vertiefende Informationen zu praxisgerechten Abmessungen und typischen Toleranzen unterstützen eine belastbare Spezifikation und erleichtern die Kommunikation zwischen Konstruktion, Druckvorstufe und Produktion. Ergänzend sollten Paletten- und Stellflächenformate (z. B. 1/8-, 1/4-, 1/2-Europalette), Durchfahrbreiten, Fluchtwege sowie Anfahrschutz im Markt einbezogen werden. Eine eindeutige Artikelkennzeichnung, Piktogramme für Aufbaufolge und klare Zuordnung der Warenträger vereinfachen die Bestückung und verringern Fehlerquoten.
Nachhaltigkeit und Rückführung
Freistehende Displays aus Wellpappe sind in der Regel sortenrein erfassbar und lassen sich dem Altpapierkreislauf zuführen. Durch den Einsatz recyclingfähiger Klebstoffe, lösemittelfreier Lacke und eine materialeffiziente Konstruktion wird die Wiederverwertbarkeit unterstützt. Wo sinnvoll, können Mehrfachverwendungen durch austauschbare Topschilder oder modulare Warenträger eingeplant werden. Verpackungsbegleitende Dokumentationen (z. B. Trennanweisungen) erleichtern den fachgerechten Rückbau.
Normen, Prüfungen und Qualitätssicherung
Zur Qualitätssicherung dienen Musterfreigaben, Belastungs- und Kipptests sowie klimatische Vorbelastungen. Prüfpläne definieren Grenzwerte für Durchbiegung, Torsion, Standfestigkeit und Kantenabrieb. Vor Versand empfiehlt sich eine Kontrolle der Passgenauigkeit, der Verklebungen und der Vollständigkeit der Packlisten. Eine stabile Transportverpackung mit Kantenschutz und Fixierung (z. B. Umreifung) minimiert Transportschäden und erleichtert die Einbringung in die Verkaufsstelle.
Einsatzgebiete und Nutzen der freistehenden Displays
Die Hauptaufgabe freistehender Displays ist die aufmerksamkeitsstarke, räumlich flexible Warenpräsentation. Sie heben Produkte hervor, strukturieren Aktionen, bündeln Sortimente und erleichtern Orientierung. Typische Einsatzorte sind Einzelhandel (Lebensmittel, Drogerie, Elektronik, Baumarkt), Fachhandel, Apotheken, Pop-up-Flächen, Messen und Ausstellungen. Durch ihre plastische Präsenz, ihre variable Bestückung und die Möglichkeit, Kernbotschaften direkt am Produktplatz zu zeigen, beeinflussen sie die Kaufentscheidung, stärken die Zweitplatzierung und beschleunigen die Informationsaufnahme. Zusätzlich eignen sie sich für Testmarkt-Aktionen, saisonale Promotions sowie Omnichannel-Kampagnen, bei denen die Brücke zwischen Online-Kommunikation und stationärer Warenpräsentation geschlagen wird.
Platzierung am Point of Sale
- Eingangs-, Kassen- und Aktionszonen: hohe Frequenz und Impulskaufpotenzial.
- Laufwege und Gangkreuzungen: 360°-Anmutung, frühe Sichtkontakte, Wegeleitung.
- Themeninseln und Saisonflächen: gebündelte Aufmerksamkeit und klare Zuordnung temporärer Sortimente.
- Messestände: schnelle, leichte Inszenierung, einfache Entsorgung und Anpassbarkeit an Standgrößen.
- Stirnseiten an Regalgängen und Gondelköpfe: gute Fernwirkung bei begrenzter Stellfläche, kurze Wege für Nachfüllung.
Logistik, Aufbau und Handling
Freistehende Displays werden in der Regel flachliegend vorkonfektioniert auf Paletten geliefert, um Volumen und Transportkosten zu reduzieren. Montage erfolgt mittels Steck- und Klebeelementsystemen; Aufbauzeiten hängen von Komplexität und Vorkonfektionierung ab. Eindeutige Aufbauanleitungen, codierte Bauteile und vormontierte Module verkürzen die Implementierungszeit im Markt. Für den Rückbau empfiehlt sich eine sortenreine Trennung, um eine reibungslose stoffliche Verwertung zu ermöglichen. Je nach Projekt werden Displays als Flatpack, teilvormontiert oder vollständig bestückt (Prepack) ausgeliefert; die Wahl beeinflusst Handling, Transportschutz, Aufbaudauer und benötigte Schulung des Personals.
Vor- und Nachteile von freistehenden Displays
Der primäre Vorteil freistehender Displays liegt in ihrer hohen Sichtbarkeit und der flexiblen Platzierung unabhängig von Regalen. Sie bieten eine auffällige, gut gestaltbare Präsentationsfläche und fördern den Absatz, da Produkte, Aktionen und Informationen nah am Kunden gezeigt werden. Darüber hinaus sind sie in Aufbau, Positionierung und Bestückung flexibel, leicht transportierbar und platzsparend zu lagern. Einschränkungen können aus begrenzter Lebensdauer, Feuchte- oder Stoßempfindlichkeit sowie möglicher Beschädigung durch Kunden- oder Personalkontakte resultieren. Je nach Größe beanspruchen sie zudem Stellfläche, die bei ungeeigneter Platzierung andere Warenzonen beeinträchtigen kann. Eine sorgfältige Planung der Nachfülllogistik, der Kippsicherung und der Greifhöhen reduziert Risiken im Betrieb und erhöht die Standzeiten im Markt.
- Vorteile: flexible Zweitplatzierung, schnelle Motivwechsel, gute Fernwirkung, anpassbare Warenträger, geringes Eigengewicht.
- Herausforderungen: Kippsicherheit bei hoher Kundenfrequenz, Traglastgrenzen der Regalböden, Feuchteempfindlichkeit ohne Schutz, notwendige Pflege und Nachfülllogistik.
- Planungshinweise: greifzonenoptimierte Höhen, sichere Standfläche, klare Montageanleitung, abgestimmte Nachschubmengen und -intervalle.
- Zusatzaspekte: materialeffiziente Konstruktion, eindeutige Kennzeichnung für Auf- und Abbau, Prüfung der Kompatibilität mit marktüblichen Paletten- und Stellflächenformaten.
Zusammenfassung:
- Freistehende Displays sind eigenständige, oft auffällig gestaltete Präsentationsmittel, die zur Produktbewerbung und Informationsvermittlung an strategisch günstigen Standorten eingesetzt werden.
- Als aus Wellpappe gefertigte Lösung sind sie nicht nur leicht und flexibel, sondern bieten auch eine hohe Stabilität, was besonders bei der Präsentation von Produkten in Verpackungen wichtig ist.
- Die Verwendung von freistehenden Displays aus Wellpappe hat einen direkten Zusammenhang mit der Warenpräsentation: Sie verleihen Verpackungen mehr Sichtbarkeit, wirken somit verkaufsfördernd und tragen dazu bei, dass Produkte vom Kunden leichter entdeckt und gekauft werden können.
- Eine sorgfältige Spezifikation von Form, Tragfähigkeit, grafischer Ausführung und Montageprozessen erhöht Verlässlichkeit und Einsatzdauer im Marktalltag.
- Durch geeignete Platzierung in frequenzstarken Zonen, klare Botschaften und gut zugängliche Greifhöhen lässt sich die Wirksamkeit freistehender Displays gezielt steigern.
- Nachhaltige Materialien, sortenreine Rückführung und modulare Gestaltung unterstützen Wiederverwertbarkeit und effiziente Wiederverwendung von Komponenten.
- Durchdachte Logistik- und Qualitätsprozesse – von der Musterfreigabe bis zur stabilen Transportverpackung – minimieren Ausfallzeiten und erleichtern den Einsatz am POS.
Veröffentlicht am 22.04.2025
Letzte Überarbeitung am 15.01.2026 um 10:31 Uhr von Sebastian Würth