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Funktionsintegration

In der modernen Welt der Verpackungsindustrie spielt die ausgeklügelte Konstruktion und Verarbeitung von Wellpappe eine entscheidende Rolle. Dies ist insbesondere auf das Konzept der Funktionsintegration zurückzuführen, das die Effizienz und Qualität in dieser Branche deutlich erhöht hat. In Wertschöpfungsketten mit hohen Durchlauf- und Taktanforderungen ermöglicht die Funktionsintegration schlanke Prozesse, geringere Fehlerquoten und wiederholgenaue Ergebnisse – von der Konstruktion über die Fertigung bis zur Anwendung am Packtisch oder auf automatisierten Linien.

Unternehmen nutzen Funktionsintegration, um Bauteile, Prozessschritte und Nutzeranforderungen in einer einzigen, durchdachten Konstruktion zusammenzuführen. In Verbindung mit Fertigungsverfahren wie Rillen, Stanzen, Kleben, Prägen und Bedrucken entstehen Lösungen, die Schutz, Handhabung, Informationsvermittlung und Markenkommunikation kombinieren. Typische Beispiele sind integrierte Öffnungshilfen, Tragegriffstanzungen, Verriegelungsmechanismen, Fixierelemente oder Druckbilder für Kennzeichnung und Anleitung. Damit sinken Teileanzahl und Montageaufwand, während Handhabung, Wiederholgenauigkeit und Ressourceneffizienz steigen. Darüber hinaus verbessert die Integration die Prozesssicherheit, weil separate Einleger, zusätzliche Hilfsteile oder nachgelagerte Arbeitsschritte entfallen und Fehlerpotenziale reduziert werden.

Definition: Was versteht man unter Funktionsintegration?

Die Integration von Funktionen bezeichnet im Allgemeinen die Zusammenführung mehrerer Funktionen in eine einzelne Komponente oder einen Prozess. In Bezug auf Wellpappe bedeutet dies die Einbeziehung zusätzlicher Leistungsmerkmale wie Sicherheitsverriegelungen, Tragegriffe oder Werbedrucke direkt in das Design und die Produktion der Verpackung aus Wellpappe. Synonyme Begriffe sind unter anderem Funktionsverdichtung oder konstruktive Integration – stets mit dem Ziel, Mehrwertfunktionen material- und prozessgerecht in einem Bauteil zu vereinen.

Auf Ebene der Konstruktion werden Funktionen wie Produktschutz, Dämpfung, Fixierung, Stapelbarkeit, Informationsweitergabe und Bedienbarkeit bereits in der Stanzkontur und im Faltkonzept berücksichtigt. Auf Prozessebene lassen sich Arbeitsschritte (z. B. Aufrichten, Befüllen, Verschließen) durch konstruktive Features unterstützen oder ganz ersetzen. Das Ergebnis ist eine funktional verdichtete Einheit, die mehrere Einzelkomponenten überflüssig macht und die Montagefolgen vereinfacht. Ergänzend werden Bedienwege, Greifzonen und Entnahmeöffnungen ergonomisch angelegt, um Fehler zu vermeiden und die Nutzung intuitiv zu gestalten.

Typische integrierte Funktionen

  • Handhabung: Tragegriffe, Einsteck- und Stecklaschen, Aufreißstreifen, Öffnungshilfen, Einreißfäden, Staubklappen, Nasenverriegelungen, Höhenriller für variable Füllstände.
  • Schutz: Knautschzonen, Abstandshalter, Faltpolster, innenliegende Fixierzungen, Kanten- und Flächenschutz, Sollbruchlinien zur geführten Öffnung, integrierte Arretierungen gegen Bauteilbewegung.
  • Prozessunterstützung: Automatikboden, Selbstaufrichter, Verriegelungen zur werkzeuglosen Montage, Crash-Lock-Böden, Führungskonturen zur Zentrierung auf Packlinien.
  • Kommunikation: integrierte Beschriftungsfelder, Piktogramme, Hinweise im Druckbild, Sichtfenster, Markierungen für Schnitt- und Faltkanten, Kennzeichnungen für Einlagerichtung.
  • Logistik: Stapel- und Verrutschsicherungen, Codierungsfelder, Ausrichtungshilfen für Fördertechnik, Palettierhilfen, definierte Greif- und Umreifungszonen.

Abgrenzung und Ebenen der Integration

Funktionsintegration bezieht sich sowohl auf die konstruktive Integration (Gestalt, Stanzkontur, Rillbild, Faltfolge) als auch auf die prozessuale Integration (Reduktion von Montageschritten, Hilfsteilen und Werkzeugwechseln). Sie unterscheidet sich von reiner Funktionsbündelung dadurch, dass Funktionen nicht nur räumlich zusammengeführt, sondern form- und prozessgerecht in ein einziges Bauteil überführt werden. Entscheidend ist die nahtlose Kopplung von Funktion und Fertigbarkeit: Die Gestaltung berücksichtigt Materialkennwerte, Faserrichtung, Rillverhalten und die Anforderungen nachgelagerter Prozesse, damit integrierte Features stabil, reproduzierbar und belastbar sind.

Das Prinzip der Funktionsintegration in der Wellpappenindustrie

Eine effektive Nutzung der Funktionsintegration in der Wellpappenindustrie kann Komplexität reduzieren, Produktionskosten senken und die Bedienungsfreundlichkeit einer Verpackungslösung erhöhen. Die Möglichkeiten sind vielfältig, von einfachen Lösungen wie integrierten Tragegriffen bis hin zu strukturierten Designs, die Branding und Produktschutz kombinieren. Durch die Einbeziehung dieser Funktionen in das ursprüngliche Verpackungsdesign können die Kosten und Ressourcen für zusätzliche Verpackungselemente reduziert werden. Gleichzeitig steigt die Prozesssicherheit in der Intralogistik, weil Verpackungen eindeutig zuzuführen, aufzurichten und zu verschließen sind.

Grundlage ist ein systematischer Entwicklungsprozess: Anforderungsanalyse (Produkt, Belastungen, Transportweg), Funktionsstruktur, Variantenentwicklung, Prototyping (Weißmuster), Validierung (z. B. Fall-, Druck- oder Schütteltests) und Industrialisierung. Konstruktive Mittel sind u. a. Rillung, Stanzung, Klebung, Prägen sowie bedruckte Bedienelemente. Spezifische Elemente wie Aufreißstreifen oder Mikro-Sollbruchstellen werden oft über definierte Stanz- und Rillbilder realisiert, wozu erläuternde Informationen wie Hintergrund und Praxis der Perforation in Stanzlinien beitragen. In frühen Entwicklungsphasen helfen digitale Muster und Lasercuts, die Faltfolge, den Einlegeprozess und die Griffpunkte zu verifizieren.

Durch die gezielte Auslegung von Wellenkombinationen (z. B. E-, B- oder EB-Welle), Bahnorientierung und Rillgeometrie lassen sich Tragfähigkeit, Kantenstauchwiderstand und Faltverhalten auf die Anwendung abstimmen. Gleichzeitig verringert die Verringerung separater Einlegeteile das Fehlerrisiko im Packprozess und erhöht die Reproduzierbarkeit an halb- oder vollautomatischen Anlagen. Kennzahlen wie ECT (Edge Crush Test), BCT (Box Compression Test) und FCT (Flat Crush Test) unterstützen die belastbare Auslegung der integrierten Funktionen.

Gestaltungsprinzipien

  • Teilereduktion: Funktionen zusammenführen, Hilfskomponenten eliminieren.
  • Design for Assembly: Selbstarretierende Laschen, klare Falt- und Steckfolgen, intuitive Bedienung.
  • Robustheit: Toleranzgerechte Rill- und Stanzbilder, reproduzierbare Klebezonen.
  • Materialeffizienz: optimierte Zuschnittgeometrien, Verschnittminimierung, angepasste Qualitäten.
  • Skalierbarkeit: werkzeuggerechte Konturen, wirtschaftliche Nutzenanordnung im Werkzeug.
  • Fehlersicherheit: eindeutige Orientierungshilfen, verwechselungssichere Geometrien, Poka-Yoke-Elemente.
  • Ergonomie: gut erreichbare Öffnungshilfen, angemessene Griffweiten, sichere Kantenführung.

Anwendungsbereiche der Funktionsintegration in Verpackungen aus Wellpappe

Durch die Integration von Funktionen können Wellpappenverpackungen an eine Vielzahl von Produkten und Branchen angepasst werden. Ob Lebensmittel, Elektronik oder industrielle Güter – Wellpappe bietet dank Funktionsintegration eine flexible und effiziente Verpackungslösung. Mit maßgeschneiderten Designs und speziellen Features kann jede Verpackung präzise auf das Produkt, die Prozessketten und die Anforderungen des Verbrauchers abgestimmt werden. Auch Aspekte wie automatisiertes Aufrichten, definierte Entnahmeöffnungen oder Rückführbarkeit über Codierungsfelder lassen sich konstruktiv integrieren.

Lebensmittel und Konsumgüter

Trays und Faltkonstruktionen integrieren Tragegriffe, Stapelhilfen, Sichtfenster oder Sollöffnungen. Druckbilder übernehmen Kennzeichnung, Verwendungs- und Entsorgungshinweise; zusätzliche Komponenten wie Kunststoffgriffe können entfallen. Für Regalanwendungen werden oft Abrisskanten mit sauberer Führung, perforierte Fronten und stabile Stapelränder kombiniert, um sowohl Transport- als auch Präsentationsanforderungen abzudecken.

E-Commerce und Versand

Aufreißlinien, doppelte Klebestreifen für Retouren, Anschlagkanten zur Selbstzentrierung des Inhalts und integrierte Polsterzonen reduzieren Packzeit und Transportschäden. Bedienelemente sind so ausgelegt, dass sie auch ohne Werkzeuge funktionieren. Variable Höhenriller und adaptive Bodenlösungen unterstützen unterschiedliche Füllhöhen, während visuelle Markierungen das korrekte Verschließen vereinfachen.

Elektronik und industrielle Güter

Fixierzungen, Abstandshalter, formschlüssige Aufnahmen oder segmentierte Innengeometrien ersetzen separate Einlagen. Kennzeichnungsfelder und Pfeilmarkierungen unterstützen die korrekte Orientierung im Packprozess und in der Intralogistik. Für empfindliche Bauteile können ableitfähige Ausstattungen oder Papierqualitäten vorgesehen werden, ohne die Monomaterialität grundsätzlich zu verlassen.

Handel, Display, Regallogistik

Verkaufseinheiten mit Abreißkanten (SRP/RRP) kombinieren Transport- und Regalpräsentationsfunktion. Die Öffnung ist geführt, um das Erscheinungsbild am PoS zu erhalten und die Entnahme zu erleichtern. Integrierte Aussteifungen und definierte Sichtflächen erhöhen die Stabilität und sichern eine konsistente Darstellung im Regal.

Vor- und Nachteile von Funktionsintegration

Einer der wichtigsten Vorteile der Funktionsintegration ist die Möglichkeit, komplexe Funktionen in einem einzigen Schritt in das Design der Wellpappenverpackung zu integrieren. Dies kann Produktionszeiten verkürzen und die Effizienz steigern. Zudem können durch die Integration von Funktionen Kosten gesenkt und Ressourcen eingespart werden. Dennoch gibt es auch Herausforderungen. So erfordert die Entwicklung von Verpackungen mit integrierten Funktionen eine sorgfältige Planung und technisches Know-how. Bei nicht fachgerechter Umsetzung können Schwierigkeiten in der Produktion auftreten. Zudem kann die Funktionsintegration die Flexibilität einschränken, da Änderungen am Design oder den Funktionen der Verpackung nach Produktionsstart oft nur mit hohem Aufwand umsetzbar sind. Eine vorausschauende Werkzeug- und Änderungsplanung ist daher wesentlicher Bestandteil des Gesamtkonzepts.

Vorteile im Überblick

  • Weniger Teile, weniger Montageschritte: reduzierter Handlingaufwand, geringere Fehlerquote.
  • Zeiteffizienz: kürzere Packzeiten durch selbsterklärende Faltfolgen und Verriegelungen.
  • Ressourceneffizienz: Material- und Verschnittreduktion durch optimierte Zuschnitte.
  • Konsistenz: reproduzierbare Qualität durch integrierte Funktionen statt separater Einleger.
  • Recyclingfreundlichkeit: monomateriale Lösungen erleichtern die stoffliche Verwertung.
  • Prozesssicherheit: klar geführte Abläufe, reduzierte Variantenvielfalt, bessere Automatisierbarkeit.
  • Transport- und Lageroptimierung: verbesserte Stapelbilder, definierte Greif- und Umreifungszonen.

Herausforderungen und Grenzen

  • Entwicklungsaufwand: Bedarf an Simulation, Prototypen und Tests zur Absicherung.
  • Werkzeugabhängigkeit: Anpassungen an Stanzwerkzeugen können zeit- und kostenintensiv sein.
  • Änderungsmanagement: spätere Funktions- oder Designänderungen sind eingeschränkt möglich.
  • Toleranzen: prozess- und materialbedingte Schwankungen erfordern robuste Auslegung von Rill- und Stanzbildern.
  • Abstimmung mit Prozessen: Funktionsintegration muss mit Packlinien, Abmessungen und Lastprofilen harmonieren.
  • Skalierung: gleiche Funktionalität über verschiedene Werke oder Maschinenparks zu replizieren, erfordert abgestimmte Standards.
  • Schulungsbedarf: Bedienerinnen und Bediener müssen Falt- und Steckfolgen sicher beherrschen.

Planung, Normen und Prüfverfahren

Für die Auslegung integrierter Funktionen sind definierte Prüfungen und Kennwerte wesentlich. Typische mechanische Kennzahlen sind ECT (Kantenstauchwiderstand), BCT (Kistenstauchwiderstand) und FCT (Flächenstauchwiderstand). Je nach Anwendung kommen Falltests, Schwingungs- bzw. Schütteltests und Klimawechseltests hinzu, um Transportbelastungen, Feuchte und Temperaturwechsel abzubilden. Ergänzend dienen Maß- und Funktionsprüfungen (z. B. Faltfolge, Verriegelungskraft, Aufreißkraft) der Absicherung im Serienprozess.

Kennzahlen und Auslegung

Aus den Produktanforderungen (Gewicht, Sensitivität, Transportweg) werden Zielwerte für Materialqualität, Wellenkombination und Rillgeometrie abgeleitet. Toleranzkonzepte berücksichtigen Maschinen- und Materialschwankungen. In der Praxis wird die Funktionsintegration iterativ optimiert: Varianten werden konstruiert, als Weißmuster erprobt und anhand definierter Kriterien bewertet.

Qualitätssicherung und Toleranzmanagement

Damit integrierte Funktionen zuverlässig wirken, benötigen Rillbreiten, Rilltiefen und Stanzqualitäten eine eng geführte Prozesskontrolle. Wichtige Einflussgrößen sind Faserrichtung, Feuchtegehalt der Wellpappe, Klebstellengeometrien und die Genauigkeit von Nutzennestern im Stanzwerkzeug. Prüfpläne mit Stichproben, Erstmusterfreigaben und regelmäßigen Funktionschecks (z. B. Öffnungskräfte, Verriegelungsmaß) stabilisieren die Serienfertigung.

Nachhaltigkeit und Kreislaufführung

Funktionsintegration unterstützt monomateriale Konzepte und erleichtert die sortenreine Verwertung. Indem separate Kunststoffkomponenten, Zusatzpolster oder Etikettenträger überflüssig werden, sinken Materialmix und Aufwände in der Entsorgung. Materialeinsatz, Druckflächen und Klebstoffmengen können zielgerichtet minimiert werden, ohne die geforderte Schutzfunktion zu beeinträchtigen.

Zusammenfassung:

  • Funktionsintegration ermöglicht eine Vereinfachung des Produktionsprozesses von Verpackungen aus Wellpappe, indem sämtliche Funktionen in einem einzigen Produkt kombiniert werden.
  • Durch die Verknüpfung mehrerer Funktionen in einer Verpackungseinheit aus Wellpappe, kann die Effizienz gesteigert und der Bedarf an zusätzlichen Komponenten reduziert werden.
  • Die Funktionsintegration ermöglicht es zudem, innovative Verpackungslösungen aus Wellpappe zu erstellen, die eine höhere Funktionalität aufweisen und gleichzeitig den Umweltschutz fördern.
  • Messbare Effekte: reduzierte Packzeit, geringere Teileanzahl, angepasste Materialqualitäten und bessere Prozesssicherheit.
  • Methodischer Ansatz mit Analyse, Variantenbildung, Prototyping und Tests sichert Funktion, Handhabung und Wirtschaftlichkeit ab.
  • Beachtung von Grenzen: Werkzeugbindung, Änderungsaufwand und Toleranzen erfordern sorgfältige Planung und Validierung.
  • Prüf- und Qualitätskriterien wie ECT, BCT und definierte Funktionsprüfungen unterstützen die belastbare Auslegung integrierter Lösungen.
  • Nachhaltige Wirkung durch Monomaterialstrategien, reduzierte Hilfsteile und recyclinggerechte Gestaltung.

Veröffentlicht am 25.06.2025
Letzte Überarbeitung am 19.11.2025 um 10:46 Uhr von Sebastian Würth

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