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Füllmaterialentsorgung

Die Verwendung von Wellpappe in der Verpackungsindustrie ist oftmals untrennbar mit der Nutzung von Füllmaterialien verbunden. Jene füllen den Raum zwischen Produkt und Verpackung, stabilisieren den Packgutverbund und erhöhen die Sicherheit beim Versand, bei Lagerung und im Umschlag. Die Entsorgung dieses Füllmaterials erfordert spezielle Berücksichtigung und Prozesse, die sowohl im Umweltsinn als auch betriebswirtschaftlich effizient sein sollten. Dazu zählen klare Zuständigkeiten, geeignete Sammelbehälter, kurze Wege sowie eine konsequente Qualitätssicherung entlang der gesamten Entsorgungskette.

Im Fokus stehen dabei die Sortenreinheit, die sichere Handhabung und die lückenlose Rückführung in geeignete Verwertungswege. Ziel ist es, Schäden am Produkt zu vermeiden, Materialkreisläufe zu schließen und innerbetriebliche Abläufe zu optimieren. Wichtig sind saubere Trennung, ausreichende Verdichtung sowie klare Arbeitsanweisungen für die Mitarbeitenden, damit Fehlwürfe und Verunreinigungen minimiert werden. Ergänzend spielen ergonomische Arbeitsplätze, eindeutige Kennzeichnungen am Entstehungsort und eine regelmäßige Unterweisung eine zentrale Rolle, um konstante Qualitäten und stabile Recyclingquoten zu erreichen.

Definition: Was versteht man unter Füllmaterialentsorgung?

Unter Füllmaterialentsorgung versteht man den Prozess, in dem die Materialien, die für die Befüllung von Verpackungen genutzt werden, nach Gebrauch entsprechend entsorgt werden. Hierbei können eine Vielzahl unterschiedlicher Füllmaterialien wie beispielsweise Luftpolsterfolie, Papier, Styropor oder Kunststoffchips zum Einsatz kommen. Diese müssen oftmals getrennt gesammelt, sortiert und dann einer fachgerechten Entsorgung zugeführt werden. Auch Packhilfsmittel wie PE-Schaum, Wellpappe-Polster, Papierpolster oder textile Einsätze fallen darunter, sofern sie als Hohlraumfüllung oder Polsterschutz eingesetzt wurden.

Zur Füllmaterialentsorgung zählen alle Schritte von der Erfassung (Getrenntsammlung am Entstehungsort) über die Zwischenlagerung und Verdichtung (z. B. Ballenpressen, Folienverdichter) bis zum Abtransport, der Verwertung (Recycling, energetische Verwertung) und der Dokumentation. Unterschieden wird häufig zwischen postindustriellen Rückständen (innerbetriebliche Reste) und Post-Consumer-Material (Rückläufer aus dem Markt). Die Qualität der Trennung entscheidet maßgeblich über die Recyclingfähigkeit und die Verwertungserlöse. Ergänzend umfasst die Definition auch Aspekte der Rücknahmelogistik, Audits, Nachweisführung sowie die eindeutige Zuordnung zu Abfallfraktionen und Materialcodes.

Typische Füllmaterialien und Entsorgungswege

Füllmaterialien unterscheiden sich in Eigenschaften, Recyclingpfaden und Anforderungen an die Sammlung. Typische Gruppen sind:

  • Papierbasierte Füllstoffe: Schrenzpapier, Kraftpapier, Papierpolster, Karton- und Papp-Schnitzel. Diese werden sortenrein im PPK-Strom gesammelt. Sie sollten trocken, frei von Fremdstoffen (Folien, Metallklammern) und möglichst unverschmutzt sein, um hochwertiges Recycling zu ermöglichen. Beschichtete Papiere oder nassfeste Qualitäten sind gesondert zu kennzeichnen, da sie die Aufbereitung beeinflussen.
  • Kunststoffbasierte Füllstoffe: Luftkissen und Luftpolsterfolie (meist LDPE), PE-/PP-Schaum, EPS-/EPP-Chips. Idealerweise getrennt nach Polymerarten erfassen. Luftkissen entleeren, Folien gebündelt oder verdichtet bereitstellen. EPS sauber halten, da Brösel und Verunreinigungen die Verwertung erschweren. Für sortenreine Folien ist mechanisches Recycling üblich; starke Verschmutzungen erfordern alternative Verwertungswege.
  • Biobasierte/kompostierbare Materialien: Stärkechips oder kompostierbare Schäume nur dann in die (industrielle) Kompostierung geben, wenn eine entsprechende Infrastruktur vorhanden ist und die Materialien normkonform (z. B. EN 13432) sind. Andernfalls erfolgt eine andere Verwertung, häufig energetisch. Wichtig ist die eindeutige Unterscheidung zu konventionellen Kunststoffen, um Fehlwürfe zu vermeiden.
  • Textile oder mehrwegfähige Füllstoffe: Decken, Vliese oder wiederverwendbare Polster können im Kreislauf verbleiben. Defekte Artikel nach Materialart entsorgen. Mehrwegartikel sind zu kennzeichnen und intern zu tracken, um Verluste zu vermeiden.
  • Verbund- und Sonderfälle: Papier-Folie-Verbundpolster, kaschierte Materialien oder beschichtete Schäume weisen gemischte Materialstrukturen auf. Sie sind in der Regel schwerer zu recyceln und werden, sofern keine spezialisierte Trennung möglich ist, getrennt gesammelt und oft thermisch verwertet. Eine frühzeitige Identifikation dieser Fraktionen verbessert die Prozesssicherheit.

Verfahren zur Entsorgung von Füllmaterial

Bei der Entsorgung von Füllmaterial kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Häufig sind Recyclingverfahren vorzufinden, bei denen die Materialien wiederverwertet werden. Andere Methoden umfassen die Verbrennung (Inzineration) oder Deponierung. Welche Methode ausgewählt wird, hängt von der Art des Füllmaterials und den örtlichen Regelungen zur Abfallentsorgung ab. Neben der werkstofflichen Verwertung existieren rohstoffliche Ansätze (z. B. für bestimmte Kunststoffströme), die jedoch standort- und qualitätsabhängig sind.

Grundlage bildet die Abfallhierarchie: Vermeidung und Wiederverwendung haben Vorrang, gefolgt vom werkstofflichen Recycling. Erst danach kommen thermische Verwertung und in Ausnahmefällen die Deponierung in Betracht. In der Praxis bewährt sich eine Kombination aus:

  • Getrenntsammlung: Dedizierte Behälter für PPK, Folien (LDPE), Schäume (EPS/EPP) und restliche Fraktionen. Deutlich kennzeichnen, um Fehlwürfe zu vermeiden. Sammelpunkte sollten nah an den Entstehungsorten liegen, um Laufwege zu reduzieren.
  • Vorbehandlung/Verdichtung: Entleeren von Luftkissen, Schreddern von Karton-Schnitzeln, Pressen von Papier/Folie zu Ballen. Das reduziert Volumen, senkt Transportkosten und steigert die Wirtschaftlichkeit. Ballen sind mit Materialart, Datum und Standort zu labeln, um Rückverfolgbarkeit sicherzustellen.
  • Werkstoffliches Recycling: PPK wird zu neuem Papier/Karton aufbereitet, sortenreine Folien und Schäume zu Rezyklaten. Je höher die Reinheit, desto besser die Qualität der Sekundärrohstoffe. Waschen, Sortieren und Granulieren sind typische Prozessschritte bei Kunststoffen.
  • Thermische Verwertung: Für verunreinigte oder nicht recyclingfähige Füllstoffe. Energierückgewinnung ist möglich, jedoch nachrangig gegenüber dem Recycling. Die Dokumentation der Mengenströme unterstützt die Bewertung der Umweltauswirkungen.
  • Rohstoffliche Verfahren (falls verfügbar): Chemisches Recycling oder Depolymerisation können für bestimmte Kunststofffraktionen eine Option sein, wenn Sortenreinheit nicht gegeben ist. Verfügbarkeit und Eignung variieren regional.

Weiterführende Informationen zu Auswahl, Einsatz und Rückführung von Polstermaterial bieten der Praxisleitfaden zu Füll- und Polstersystemen.

Gesetzliche Vorgaben und Umweltauswirkungen

Die Füllmaterialentsorgung unterliegt in vielen Ländern strengen gesetzlichen Vorgaben. Diese regeln, wie und wo bestimmte Arten von Füllmaterialien entsorgt werden dürfen. Zudem stehen Hersteller und Verbraucher gleichermaßen in der Verantwortung, eine umweltgerechte Entsorgung zu gewährleisten. Die Umweltauswirkungen können erheblich sein, wenn Füllmaterial nicht ordnungsgemäß entsorgt wird. Relevante Pflichten betreffen insbesondere Getrenntsammlung, Nachweisführung, ordnungsgemäße Lagerung, Transport und die Beauftragung zertifizierter Entsorgungsunternehmen.

Relevante Regelwerke definieren Getrenntsammlungspflichten, Dokumentations- und Nachweiserfordernisse sowie Anforderungen an Recyclingquoten. Für Betriebe sind klare Abläufe, Schulungen und Kennzeichnungen wesentlich, um Compliance sicherzustellen. Umweltwirkungen hängen von Materialart, Transportwegen, Energieeinsatz und Verwertungsroute ab. Papierbasierte Systeme schneiden bei sortenreiner Sammlung oft gut ab, während vermischte oder verschmutzte Kunststoffe die Aufbereitung erschweren und zu Qualitätsverlusten führen können. Biobasierte Materialien sind nur dann vorteilhaft, wenn sie korrekt erfasst und in geeignete Anlagen gelangen. Eine regelmäßige Bewertung der CO₂-Bilanz und der Ressourceneffizienz unterstützt die kontinuierliche Optimierung.

Abfallcodes und Zuordnung (Beispiele)

  • AVV/EAK 15 01 01: Papier und Pappe (PPK-Fraktion aus Füll- und Polstermaterialien)
  • AVV/EAK 15 01 02: Kunststoffverpackungen (z. B. LDPE-Folien, Luftkissen)
  • AVV/EAK 15 01 06: Gemischte Verpackungen (nur wenn eine Trennung nicht möglich ist)
  • AVV/EAK 07 02 13 bzw. einschlägige Codes: Kunststoffe aus Produktion/Verarbeitung, sofern nicht als Verpackung erfasst

Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen

  • Reinheit: Füllstoffe trocken, fettfrei und frei von Störstoffen bereitstellen. Klebebänder und Etiketten nach Möglichkeit entfernen. Feuchtigkeit vermeiden, um Schimmelbildung und Qualitätsverluste zu verhindern.
  • Kennzeichnung: Materialcodes (z. B. PAP 20/22, LDPE 4, EPS 6) erleichtern die Zuordnung zur richtigen Fraktion. Farbcodierte Sammelstellen fördern die Akzeptanz und reduzieren Fehlwürfe.
  • Arbeitsschutz: Staubentwicklung beim Schreddern minimieren, geeignete PSA bereitstellen. Brandschutz bei Lagerung von Schäumen beachten. Statische Aufladung bei Folien berücksichtigen und Erdungskonzepte vorsehen.
  • Logistik & Lagerung: Ausreichend dimensionierte Behälter und kurze Entsorgungswege planen. Überfüllungen vermeiden, regelmäßige Abholintervalle festlegen und Fluchtwege freihalten.

Vor- und Nachteile von Füllmaterialentsorgung

Die Entsorgung von Füllmaterial bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Ein Vorteil liegt in der Möglichkeit, die Umweltbelastung zu reduzieren. Dies wird erreicht, indem wiederverwertbare Materialien aus dem Abfallstrom herausgezogen und wiederverwendet werden. Ein weiterer Vorteil ist die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben und deren Einfluss auf das Firmenimage. Nachteile können in den Kosten für die Sammlung, Sortierung und Entsorgung liegen, die je nach Art des Füllmaterials erheblich sein können. Eine weitere Herausforderung besteht darin, dass viele Füllmaterialien, insbesondere Kunststoffe, nicht biologisch abbaubar sind und deshalb langfristig Umweltschäden verursachen können, wenn sie nicht korrekt entsorgt werden. Aus betrieblicher Sicht wirkt sich die Prozessqualität direkt auf Total Cost of Ownership, Recyclingquoten und Lagerflächenbedarf aus.

  • Vorteile: Ressourcenschonung, geringere Restabfallmengen, mögliche Erlöse aus PPK/Folien, verbesserte interne Logistik durch Verdichtung. Transparente Stoffströme unterstützen Berichterstattung und Umweltziele.
  • Herausforderungen: Platzbedarf für Sammelbehälter, Schulungsaufwand, schwankende Marktpreise für Sekundärrohstoffe, Unsicherheiten beim Umgang mit kompostierbaren Materialien ohne passende Infrastruktur. Verbundmaterialien erschweren die Sortierung.
  • Kostenfaktoren: Abholintervalle, Transportentfernungen, Miete oder Betrieb von Pressen/Verdichtern, Qualität der Trennung (Reinheitsgrad). Zusätzliche Faktoren sind Verpackungsspezifika, Saisonalität und Retourenmengen.

Praxisleitfaden: Umsetzung im Betrieb

  1. Analyse: Materialströme und Peak-Zeiten erfassen, Fraktionen und Mengen identifizieren. Quellen (Wareneingang, Versand, Retouren) kartieren und Potenziale zur Vermeidung prüfen.
  2. Trennsystem: Farbcodierte Behälter und eindeutige Beschilderung am Ort der Entstehung platzieren. Piktogramme und kurze Leitsätze erhöhen die Akzeptanz.
  3. Prozessschritte: Entleeren von Luftkissen, flachdrücken von Papierpolstern, Bündelung/Pressung nach Materialart. Standardarbeitsanweisungen und Checklisten erstellen.
  4. Logistik: Abholrhythmen, Containergrößen und interne Wege aufeinander abstimmen; Verschmutzungen vermeiden. Rückverfolgbarkeit über Wiegescheine und Begleitdokumente sicherstellen.
  5. Schulung: Kurze Arbeitsanweisungen, Piktogramme, regelmäßige Unterweisungen und Stichproben. Verantwortlichkeiten je Schicht benennen.
  6. Kennzahlen: Recyclingquote, Anteil Restmüll, Reinheitsgrad, Kosten pro Tonne, Abholhäufigkeit. Ergänzend: CO₂-Äquivalente, Fehlwurfquote, Flächenauslastung.
  7. Rücknahmelösungen: Prüfen, ob Lieferanten sortenreine Füllmaterialien zurücknehmen. Vereinbarungen zur Gebindelogistik und zur Qualität festlegen.
  8. Kontinuierliche Verbesserung: Abläufe prüfen, Sammelstellen optimieren, Fehlwürfe reduzieren. Audits durchführen und Maßnahmen priorisieren.
  9. Partnerwahl: Zertifizierte Entsorger und Verwerter auswählen, Leistungsscheine dokumentieren und regelmäßige Review-Termine einplanen.

Beispiele aus der Praxis

  • E-Commerce-Warenrückläufer: Papierpolster in PPK-Behälter, Luftkissen entleeren und als Folienfraktion sammeln, Stärkechips nur bei vorhandener industrieller Kompostierung entsprechend entsorgen, sonst alternative Verwertung. Rückläufer systematisch vorsortieren, um Verschmutzungen gering zu halten.
  • Industrie-Teileversand: PE-Schaumzuschnitte nach Nutzung separat erfassen; stark verschmutzte Schäume thermisch verwerten, saubere sortenrein recyceln. Transportkisten mit klaren Materialhinweisen versehen.
  • Mehrweg-Füllmittel: Wiederverwendbare Polster im Umlauf halten; defekte Artikel nach Materialkennzeichnung der passenden Fraktion zuführen. Umlaufzeiten monitoren und Verlustquoten reduzieren.
  • Fulfillment-Standorte: Hohe Volumina an Luftpolstern zentral entleeren und Folien mit Verdichtern bündeln; papierbasierte Polster in Ballenpressen verdichten, um Abholfrequenzen zu senken.
  • Lebensmittel- und Hygienebereich: Strikte Trennung sauberer und potenziell kontaminierter Füllstoffe; kontaminierte Materialien nicht dem PPK- oder Folienstrom zuführen, sondern geeignet verwerten.

Zusammenfassung:

  • Die Füllmaterialentsorgung bezieht sich auf das korrekte Beseitigen von Füllmaterialien, die oft in Verpackungen, insbesondere in Wellpappe-Verpackungen, verwendet werden.
  • Unternehmen, die Wellpappe-Verpackungen nutzen, haben durch effektive Füllmaterialentsorgung die Möglichkeit, ihren ökologischen Fußabdruck zu minimieren und gleichzeitig gesetzliche Vorschriften einzuhalten.
  • Mehrere Optionen für die Füllmaterialentsorgung sind denkbar: Rückgabe an den Lieferanten, Recycling, Kompostierung oder, im Fall von nicht abbaubaren Materialien, sachgemäße Deponierung.
  • Entscheidend sind Getrenntsammlung, Sortenreinheit und Verdichtung, um hochwertige Verwertung zu ermöglichen und Kosten zu senken.
  • Gesetzliche Vorgaben verlangen klare Prozesse, Kennzeichnung und Nachweise; Schulungen reduzieren Fehlwürfe und erhöhen die Recyclingqualität.
  • Die Auswahl des Entsorgungswegs richtet sich nach Materialart, Verschmutzungsgrad und regional verfügbarer Infrastruktur.
  • Ein kontinuierliches Monitoring von Kennzahlen (Recyclingquote, Reinheitsgrad, CO₂-Äquivalente) sowie die Zusammenarbeit mit zertifizierten Entsorgern stabilisieren die Prozessqualität.
  • Frühzeitige Identifikation von Verbund- und Sonderfraktionen verhindert Fehlwürfe und verbessert die Verwertungswege im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Veröffentlicht am 04.08.2024
Letzte Überarbeitung am 22.09.2025 um 19:13 Uhr von Manuel Hofacker

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