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Heizbänder
Heizbänder sind in der Produktion von Wellpappe ein entscheidendes Element. Sie kommen vor allem in den Heizaggregaten von Wellpappenanlagen zum Einsatz und sind essenziell für die gezielte Erwärmung der Wellpappenbögen in Vorheiz- und Pressbereichen. Ohne diese Art der kontrollierten Erhitzung wäre die Produktion hochwertiger Wellpappe, die wiederum für die Herstellung von stabilen und zuverlässigen übersichtliche Auswahl sofort verfügbarer Verpackungen ab Lager genutzt wird, nicht in gleichbleibender Qualität möglich. Durch reproduzierbare Temperaturprofile tragen sie unmittelbar zu Verklebung, Formstabilität und Maßhaltigkeit der fertigen Bogenware bei. Zusätzlich beeinflussen Heizbänder die Durchsatzleistung, die Prozessstabilität bei wechselnden Grammaturen und die Planlage der Bahn über den gesamten Linienverlauf. Eine präzise thermische Konditionierung reduziert Ausschuss, minimiert Nacharbeit und unterstützt eine wirtschaftliche, kontinuierliche Fertigung bei gleichbleibender Qualität.
Definition: Was versteht man unter Heizbändern?
Bei Heizbändern handelt es sich im Allgemeinen um elektrische Heizelemente, die als band- oder manschettenförmige Baugruppen Wärme über Kontakt übertragen. Sie sind in verschiedenen Ausführungen erhältlich; in der Wellpappenherstellung kommen vorwiegend flexible und zylindrische Modelle für die thermische Konditionierung von Papierbahnen und Baugruppen zum Einsatz. Gefertigt sind diese Heizelemente meist aus widerstandsfähigen Materialien wie Chrom-Nickel-Draht, der in isolierende Schichten eingebettet ist, und zeichnen sich durch eine hohe Wärmeübertragungseffizienz sowie kurze Aufheizzeiten aus. Typische Merkmale sind definierte Leistungsdichten (W/cm²), angepasste Geometrien für homogene Flächenauflage und integrierte Sensorik zur zuverlässigen Regelung.
Abgrenzung: Heizbänder arbeiten primär über Kontaktwärme (Konduktion). Im Unterschied zu Strahlungs- oder Konvektionsheizungen wird die thermische Energie direkt über die Auflageflächen eingebracht, sodass Klebstoffsysteme sicher aktivierbar bleiben und die Feuchte gezielt reduziert wird, ohne die Papierstruktur zu schädigen. Durch die unmittelbare Kopplung an Bauteile lassen sich definierte Temperaturgradienten erzeugen, was eine reproduzierbare Prozessführung im laufenden Betrieb ermöglicht.
Funktionsweise und Anwendungsbereich von Heizbändern
Die Temperatursteuerung erfolgt über einen geschlossenen Regelkreis aus Energieversorgung, Leistungssteller und Temperaturerfassung. Üblich sind Thermoelemente (z. B. Typ J/K) oder Widerstandsthermometer (z. B. PT100) in Verbindung mit PID-Reglern, die die Solltemperatur halten und Lastspitzen ausgleichen. So lassen sich definierte Temperaturfenster einstellen, die für Stärkeleim-Aktivierung, Oberflächenentfeuchtung und die gezielte Beeinflussung der Wellung erforderlich sind.
Heizbänder können sowohl direkt an Bauteilen als auch an Führungen und Rollen montiert werden und erzeugen sowie halten die notwendige Prozesstemperatur. In der Wellpappenherstellung sind sie unverzichtbar, da sie dafür sorgen, dass der Klebstoff auf den Papierbahnen ordnungsgemäß aktiviert wird, die Restfeuchte kontrolliert sinkt und sich die Wellung unter definiertem Anpressdruck optimal ausbilden kann. Dadurch wird die Verbundfestigkeit zwischen Decken- und Wellenpapier verbessert und die Planlage stabilisiert. Ergänzend kommen Mehrzonen-Regelungen zum Tragen, die je nach Papierqualität, Bahnbreite und Liniengeschwindigkeit eine differenzierte Wärmeverteilung erlauben. Leistungssteller (z. B. Thyristorsteller) gewährleisten dabei eine feinfühlige Ansteuerung, während Datenaufzeichnung und Trendanalyse die Prozesssicherheit erhöhen.
- Typische Einsatzorte: Vorheizer, Klebstoffauftragseinheiten, Führungs- und Spannsysteme, Übergänge zur Press- und Trocknungsstrecke, lokale Konditionierung kritischer Zonen.
- Prozessziele: Aktivierung des Klebstoffs, Verkürzung von Aufheizzeiten, Minimierung von Delamination, Reduktion von Wellenbruch und Curling, konstante Biegesteifigkeit.
In Einseitenmaschinen (Singlefacer) stabilisieren Heizbänder den thermischen Zustand der Vorheizer und verkürzen Anfahrzeiten; im Bereich des Doppelstaplers beeinflussen sie die Durchwärmung für eine verlässliche Klebstoffaushärtung. Auch an kritischen Übergängen, etwa vor Pressstrecken und an Umlenkpunkten, helfen sie, Temperaturverluste auszugleichen und somit gleichmäßige Produktparameter zu sichern.
Typen und Materialien von Heizbändern
Heizbänder gibt es in unterschiedlichen Ausführungen und Materialkombinationen. Je nach Anforderung und spezifischer Funktion können sie aus Mineralstoffen, Keramik, Silikon oder Metall gefertigt sein. In der Praxis haben sich vor allem Heizbänder aus Chrom-Nickel-Draht wegen ihrer hohen Beständigkeit, der gleichmäßigen Wärmeverteilung und ihrer exzellenten Wärmeübertragung bewährt. Ergänzend kommen Silikon-Heizbänder mit textil- oder glimmerbasierten Isolationslagen zum Einsatz, wenn flexible Montage und Feuchteresistenz gefordert sind; keramikisolierte Varianten sind sinnvoll, wenn höhere Oberflächentemperaturen und mechanische Robustheit benötigt werden.
- Metallische Heizbänder: Hohe Leistungsdichte, gute Formstabilität, präzise Anpressflächen.
- Silikonbasierte Heizbänder: Flexibel, vibrationsunempfindlich, spritzwassergeschützt.
- Keramik-/Mineralisolation: Thermisch belastbar, gute elektrische Isolation bei hohen Temperaturen.
Die Auswahl richtet sich nach Temperaturbereich, erforderlicher Homogenität, mechanischer Beanspruchung, Feuchtebelastung und zugelassenen Oberflächenmaterialien im Kontakt mit Papier und Klebstoff. Praxisrichtwerte: Für moderate Konditionierung werden häufig Oberflächentemperaturen von etwa 60–180 °C genutzt; für kurzzeitige Intensivierung können je nach Aufbau auch höhere Werte realisiert werden, sofern Material und Isolationsdesign dies zulassen. Befestigungslösungen wie Spannbänder, Klemmleisten oder integrierte Manschetten erleichtern den formschlüssigen Sitz und die homogene Kontaktauflage.
Vor- und Nachteile von Heizbändern
Zu den Vorteilen von Heizbändern zählt unter anderem ihre Energieeffizienz. Sie erzeugen punktgenaue und gleichmäßige Wärme und lassen sich aufgrund ihres geringen Durchmessers und ihrer flexiblen Form außerdem auch in komplizierten Anlagen problemlos einbauen und anpassen. Hervorzuheben ist zudem die lange Lebensdauer dieser Heizelemente, die eine wirtschaftliche Produktion ermöglicht. Zu den Nachteilen könnte man ihre relative Empfindlichkeit gegenüber mechanischen Einflüssen und extrem hohen Temperaturen zählen. Bei hoher Beanspruchung kann es daher zu Ausfällen kommen, was unter Umständen die gesamte Produktionslinie beeinträchtigen kann.
- Vorteile: Kurze Aufheizzeiten, reproduzierbare Temperaturführung, kompakte Bauweise, gute Nachrüstbarkeit, zonenweise Regelbarkeit.
- Nachteile: Sensibel gegenüber Knick- und Zugbelastungen, potenzielle Hotspots bei unzureichender Auflage, Wartungsaufwand bei hoher Zyklenzahl.
Praxis-Hinweis: Eine korrekt ausgelegte Anpresskraft und saubere Kontaktflächen reduzieren thermische Widerstände und verhindern lokale Überhitzungen. Zusätzlich empfiehlt sich eine dokumentierte Parametrierung (z. B. zulässige Leistungsdichte und maximale Oberflächentemperatur) sowie eine eindeutige Kennzeichnung der Sensorlage, um Abweichungen im Regelkreis frühzeitig zu erkennen.
Einsatz von Heizbändern in der Wellpappenindustrie
Der Einsatz von Heizbändern in der Wellpappenindustrie hat sich als Standard etabliert. Sie tragen maßgeblich zur Qualität und Stabilität der erzeugten Wellpappe bei und ermöglichen eine effiziente und präzise Fertigung. Insbesondere ihre Flexibilität in Bezug auf das Design und ihre zuverlässige Wärmeleitfähigkeit sind dabei von Bedeutung. Allerdings ist ein sorgsamer Umgang und regelmäßige Wartung notwendig, um eine lange Lebensdauer zu gewährleisten.
Prozesswirkung auf Produkteigenschaften
- Verbundfestigkeit: Ausreichende Aktivierung des Klebstoffs steigert die Haftung zwischen Decken- und Wellenpapier.
- Planlage und Curl: Gleichmäßige Erwärmung reduziert Spannungsgradienten und Welligkeit.
- Druck- und Kantenwerte: Konstante Temperaturführung unterstützt reproduzierbare Festigkeitskennwerte.
Integration, Sicherheit und Wartung
- Integration: Passende Geometrie, sichere Befestigung, spannungsfreie Kabelführung.
- Sicherheit: Erdung, Isolationsprüfung, Temperaturbegrenzer und Schutz gegen Überhitzung.
- Wartung: Regelmäßige Sichtprüfung, Reinigung der Kontaktflächen, Kontrolle von Sensorik und Isolationswiderstand.
Zusätzlich sind klare Freigabeprozesse nach Servicearbeiten hilfreich: Nach Austausch oder Justage empfiehlt sich ein dokumentierter Probebetrieb mit Temperaturverlauf, um Regelstabilität, Wärmehomogenität und Anpressverhältnisse zu verifizieren. Für wechselnde Papiersorten (z. B. unterschiedliche Grammaturen und Feuchtegehalte) bewährt sich eine hinterlegte Rezeptsammlung mit Sollwerten und Rampenprofilen.
Zusätzliche Aspekte: Regelung, Auslegung und Betrieb
Für eine stabile Produktion sind eine saubere Regelung und eine anwendungsorientierte Auslegung entscheidend. Relevante Parameter sind Solltemperatur, Toleranzband, Leistungsreserve, Oberflächenpressung und die thermische Kopplung an Papier und Aggregate. Mehrzonen-Regelungen erlauben das Anpassen an Papierqualitäten, Grammaturen und Liniengeschwindigkeiten.
- Regeltechnik: PID-Parameter abgestimmt auf Wärmekapazität und Massenträgheit der Baugruppe.
- Auslegung: Leistungsdichte passend zu Flächenbedarf, Isolierung zur Minimierung von Verlusten.
- Betrieb: Sanftanlauf, definierte Rampen, Dokumentation der Temperaturprofile für Prozesssicherheit.
Richtwerte für die Auslegung umfassen eine angemessene Leistungsreserve (z. B. 10–20 % über dem berechneten Bedarf) zur Kompensation von Umgebungseinflüssen, sowie eine gleichmäßige Anpressung über die gesamte Kontaktfläche. Bei der elektrischen Auslegung sind Absicherung, Anschlussquerschnitt, Schutzleiterführung und EMV-Aspekte zu berücksichtigen. Eine gute thermische Isolation um angrenzende Bauteile reduziert Streuverluste und verbessert die Energieeffizienz.
Typische Fehlerbilder und Prävention
- Hotspots: Ursache sind oft ungleichmäßige Auflage oder Verschmutzung; Abhilfe durch Reinigung und Nachjustage.
- Isolationsdefekte: Erkennbar durch Auslösen von Schutzorganen; regelmäßige Messung des Isolationswiderstands beugt Ausfällen vor.
- Sensorabweichungen: Kalibrierung in Intervallen und stabile Einbaulage sichern genaue Messwerte.
Eine zustandsorientierte Instandhaltung kombiniert Sichtprüfung, Temperaturtrend-Analyse und elektrische Prüfungen, um Stillstände zu reduzieren. Ergänzend helfen Wärmebildaufnahmen, ungleichmäßige Wärmefelder zu erkennen, sowie Zugentlastungen an Kabelübergängen, um Kabelbrüche im Dauerbetrieb zu vermeiden. Ein strukturiertes Ersatzteilkonzept für Heizbänder, Sensoren und Befestigungselemente verkürzt Reparaturzeiten im Störungsfall.
Messgrößen, Kennzahlen und Dokumentation
Für die Qualitätsbeurteilung haben sich Messgrößen wie Oberflächentemperatur, Temperaturhomogenität, Aufheiz- und Abkühlzeiten, Energieeintrag pro Fläche sowie resultierende Festigkeitskennwerte der Wellpappe bewährt. Eine konsistente Dokumentation der Temperaturprofile im Regelbetrieb erleichtert Ursachenanalysen bei Planlageabweichungen, Delamination oder Festigkeitsstreuungen. Grenz- und Warnwerte sollten pro Materialklasse (Papierqualität, Grammatur, Feuchte) gepflegt werden.
- Wichtige Kennzahlen: Leistungsdichte (W/cm²), Temperaturabweichung zum Soll (°C), Stabilitätskriterium (z. B. Überschwingen), mittlere Leistungsaufnahme (kW), Energie pro Laufmeter (Wh/m).
- Nachweis der Wirkung: Korrelation von Temperaturfenstern zu Klebstoffaktivierung, Planlage, ECT/BCT-relevanten Größen und Ausschussquoten.
Normen, Richtlinien und Arbeitsschutz
Die Integration von Heizbändern sollte konform zu gängigen elektrotechnischen Sicherheitsanforderungen und maschinenbezogenen Richtlinien erfolgen. Dazu zählen eine normgerechte Erdung, Fehlerstromschutz, geeignete Temperaturbegrenzer sowie Isolations- und Funktionsprüfungen in festgelegten Intervallen. Betriebsanweisungen und Schulungen verbessern den sicheren Umgang im Produktionsalltag. Zudem ist auf einen ausreichenden Berührungsschutz und Kennzeichnungen an heißen Zonen zu achten.
Energieeffizienz und Nachhaltigkeit
Durch eine präzise Regelung, gute thermische Kopplung und intelligente Isolationskonzepte lassen sich Energieverluste deutlich verringern. Kurze Aufheizphasen mit kontrollierten Rampen, bedarfsgerechte Zonenaktivierung und die Vermeidung von Leerläufen wirken sich direkt auf den Energieverbrauch aus. Eine regelmäßige Reinigung der Kontaktflächen senkt den thermischen Widerstand, verkürzt Aufheizzeiten und stabilisiert die Temperaturführung – ein Beitrag zu effizienter und ressourcenschonender Produktion von Wellpappenverpackungen.
Praxisbeispiele und Best Practices
In Anwendungen mit wechselnden Papiersorten hat sich eine adaptive Regelstrategie bewährt, die Liniengeschwindigkeit und Bahnfeuchte berücksichtigt. Bei häufigen Formatwechseln unterstützen Schnellspannlösungen die Rüstzeitverkürzung. Für kritische Klimabedingungen (z. B. hohe Umgebungsfeuchte) bieten silikonbasierte Ausführungen Vorteile beim Spritzwasserschutz, während keramikisolierte Heizbänder bei höheren Temperaturanforderungen Stabilität und Isolation sichern. Als Best Practice gilt: Temperaturmessstellen eindeutig definieren, Referenzfahrten dokumentieren und Regelparameter versioniert verwalten.
Zusammenfassung:
- Heizbänder sind vielseitige Wärmequellen, die unter anderem in der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe eine bedeutende Rolle spielen und eine konstante thermische Prozessführung ermöglichen.
- Mit ihrer präzisen Temperatursteuerung tragen Heizbänder dazu bei, den Produktionsprozess von Verpackungen zu stabilisieren, Klebstoffe zuverlässig zu aktivieren und die Qualität der Endprodukte zu sichern.
- Aufgrund ihrer platzsparenden und effizienten Konstruktionsweise sind Heizbänder eine technisch robuste Lösung für Produktionslinien, die auf reproduzierbare Materialeigenschaften und gleichmäßige Wärmeübertragung angewiesen sind.
Veröffentlicht am 31.05.2025
Letzte Überarbeitung am 27.11.2025 um 12:02 Uhr von Manuel Hofacker