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Heliumdichte Verpackung

In der Welt der Wellpappe-Verpackungen nimmt die Heliumdichte Verpackung eine besondere Stellung ein. Diese spezielle Form der Verpackung zeichnet sich durch eine sehr hohe Gasbarriere aus und findet besonders in der Elektronik- und Lebensmittelbranche Anwendung, wo sie dazu beiträgt, die Qualität und Integrität der Produkte zuverlässig zu erhalten. Der Begriff beschreibt eine definierte Dichtheitsanforderung, die über messbare Grenzleckraten charakterisiert wird und nicht mit vollständiger Gasundurchlässigkeit gleichzusetzen ist. In der Praxis bedeutet das: Gasdurchtritt wird auf ein sehr niedriges, spezifiziertes Niveau reduziert, sodass empfindliche Inhalte vor unerwünschtem Gasaustausch geschützt werden.

Im Kontext technischer Dichtheitsanforderungen beschreibt „heliumdicht“ nicht zwingend vollständige Unpermeabilität, sondern eine definierte, sehr niedrige Grenzleckrate. Diese Eigenschaft wird durch den abgestimmten Aufbau aus Wellpappe und Barrierekomponenten, durch dichte Verschlusslösungen sowie durch prozesssichere, reproduzierbare Verarbeitung erreicht. Dazu zählen materialgerechtes Rillen und Stanzen, kontrollierte Klebe- und Siegelprozesse sowie eine konsequente Qualitätssicherung entlang der gesamten Prozesskette. Ergänzend werden typische Barrierekennwerte wie OTR (Sauerstoffdurchlässigkeit) und WVTR (Wasserdampfdurchlässigkeit) betrachtet, um die Anforderungen an den Produktschutz umfassend zu definieren.

Definition: Was versteht man unter Heliumdichte Verpackung?

Bei der Heliumdichten Verpackung handelt es sich um eine besonders gasdichte Auslegung der Verpackung. Durch die Kombination aus Wellpappe und speziellen Barrierebeschichtungen beziehungsweise Barriereverbunden wird erreicht, dass der Gasdurchtritt unter definierte Grenzwerte abgesenkt wird. Die Bezeichnung „heliumdicht“ leitet sich vom Nachweisprinzip ab: Helium dient als Prüfgas für sehr geringe Leckraten, da das Heliumatom besonders klein ist und damit als strenger Indikator für Dichtheit gilt. Unter festgelegten Prüfbedingungen dringt Helium dabei nicht in messbarer Größenordnung durch die Verpackung. Somit wird die Qualität und Sicherheit des verpackten Produkts auf nachvollziehbare, metrologisch abgesicherte Weise gewährleistet. Die heliumdichte Verpackung definiert also eine Qualitätseigenschaft von Verpackungen, die einen besonders hohen Grad der Dichtheit aufweisen und dies über Prüfmethoden nachweisbar machen.

Technisch präziser wird Heliumdichtheit über messbare Kennwerte beschrieben: Typisch ist die Festlegung einer maximal zulässigen Leckrate unter spezifizierten Prüfbedingungen (z. B. Druckdifferenz, Temperatur und Prüfgasanteil). Zusätzlich sind Begriffe wie Permeation (Durchdringen durch das Material) und Leckage (Durchtritt an Fügenähten, Stößen und Durchdringungen) zu unterscheiden. Für eine robuste Auslegung werden daher sowohl Materialbarriere (OTR/WVTR) als auch konstruktive Dichtpfade (Nähte, Kanten, Durchdringungen) betrachtet und durch geeignete Verarbeitungsprozesse abgedichtet.

Abgrenzung zu „gasdicht“ und „feuchtigkeitsdicht“

„Heliumdicht“ gilt als besonders anspruchsvolle Ausprägung von Gasdichtheit. Aufgrund des kleinen Atoms dient Helium als Nachweisgas für sehr geringe Leckraten. Eine Verpackung kann feuchtigkeitsdicht sein, ohne die Anforderungen an Heliumdichtheit zu erfüllen; umgekehrt setzt Heliumdichtheit in der Regel auch eine sehr niedrige Wasserdampf- und Sauerstoffdurchlässigkeit voraus. Im sprachlichen Gebrauch ist zudem zwischen „aromadicht“, „geruchsdicht“, „sauerstoffdicht“ und „feuchtigkeitsdicht“ zu unterscheiden, da jeweils unterschiedliche Barriereanforderungen und Prüfmethoden zugrunde liegen.

Produktion und Einsatzgebiete der Heliumdichten Verpackung

Die Herstellung von Heliumdichten Verpackungen erfordert besonderes Know-how und spezielle Materialien. Das Wesentliche dabei ist die Verwendung von Wellpappe, die mit einer leistungsfähigen Gasbarriere versehen wird. Dies kann durch funktionale Beschichtungen (z. B. polymer- oder mineralbasierte Barrierelagen) oder durch das Einbringen von Folienverbunden erfolgen. Vor allem in der Lebensmittel- und Elektronikindustrie sind heliumdichte Verpackungen gefragt. Dort schützen sie empfindliche Produkte vor Kontakt mit Sauerstoff und Feuchtigkeit, was zur Qualitätsminderung führen könnte. Heliumdichte Verpackungen gewährleisten so die Langlebigkeit und Sicherheit der verpackten Güter. Darüber hinaus werden solche Lösungen eingesetzt, wenn Schutzatmosphären erhalten oder sehr geringe Restfeuchten über definierte Zeiträume abgesichert werden müssen.

In der Praxis kommen Barriereverbunde zum Einsatz, beispielsweise beschichtete Deckpapiere, metallisierte oder aluminiumhaltige Innenlagen sowie dichte Innenbeutel (Liner) mit Heißsiegelnähten. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Materialbarriere, fugenfreiem Verschluss und kontrollierter Verarbeitung (Stanzen, Rillen, Kleben, Siegeln), damit potenzielle Leckpfade minimiert werden. Ergänzend werden Dichtzonen (Sealing Windows) konstruktiv so gestaltet, dass genügend Anpressdruck, Temperatur und Zeit für reproduzierbare Siegelungen zur Verfügung stehen und Kapillareffekte an Schnittkanten reduziert werden.

Typische Branchen und Anwendungsbeispiele

  • Elektronik: Feuchte- und sauerstoffsensible Bauteile, Baugruppen und Sensorik mit definierten Trocknungsanforderungen.
  • Lebensmitteltechnik: Schutz von Aromen, Pulvern und Zutaten mit geringer Sauerstoffverträglichkeit.
  • Industrie/Medizinprodukte: Kalibrierteile, Referenzproben oder Prüfkörper, bei denen eine definierte Schutzatmosphäre erhalten werden muss.
  • Laborlogistik: Probenbehältnisse und Medien, die vor Kontamination oder Gasaustausch geschützt werden.
  • Energie-/Batteriebereich: Komponenten für Batteriezellen, Elektrolyte oder Trockenraum-Teile mit strengen Restfeuchte-Anforderungen.
  • Additive Fertigung/Chemie: Hygroskopische Pulver und Reagenzien, die eine stabile, trockene Umgebung benötigen.

Bereits in der Konstruktion sind Toleranzen und Maße der Bauteile relevant, um Fugen und Stöße sicher zu schließen und Dichtnähte korrekt zu positionieren. Siehe hierzu weiterführende Erläuterungen zu praxisrelevanten Abmessungen in der Konstruktion. Zusätzlich sind Kantenbearbeitung, Falzgeometrien und die Führung von Barriereinnenlagen so auszuführen, dass keine Mikroleckpfade an Übergängen entstehen.

Konstruktive Aspekte und Materialien

  • Materialkombinationen: Wellpappe als Träger für Stabilität, ergänzt um Barrierefolien oder -beschichtungen mit niedriger OTR/WVTR.
  • Verschlüsse: Heißsiegeln von Inlinern, dicht schließende Einlagen, mehrlagige Deckellaschen und geprüfte Klebesysteme.
  • Prozessschritte: Präzises Rillen und Stanzen zur Vermeidung von Mikrorissen, saubere Kanten und kontrollierte Presskräfte bei der Verklebung.
  • Klimabeständigkeit: Auslegung auf Temperatur- und Feuchtewechsel, um Alterungseffekte und Dimensionsänderungen zu berücksichtigen.
  • Kanten- und Nahtdesign: Versiegelte Schnittkanten, ausreichend breite Siegelnähte, Überlappungen ohne Faltenwurf.
  • Oberflächenenergie: Vorbehandlung für sichere Haftung von Kleb- und Siegelschichten, um Delamination zu vermeiden.

Nachhaltigkeitsaspekte

Heliumdichte Lösungen auf Wellpappebasis lassen sich so auslegen, dass Materialeinsatz und Recyclingfähigkeit berücksichtigt werden. Barrierebeschichtungen mit reduziertem Metallanteil, trennbare Inliner oder wasserbasierte Systemlösungen können die Verwertbarkeit verbessern. Eine frühe ökobilanzielle Betrachtung (Materialmix, Trennbarkeit, Sortierfähigkeit) hilft, Anforderungen an Dichtheit mit Kreislaufgedanken in Einklang zu bringen.

Der Test der Heliumdichte

Zur Sicherstellung der Qualität kommt der sogenannte Helium-Lecktest zum Einsatz. Dabei wird das Innere der Verpackung mit Helium befüllt oder diesem ausgesetzt und anschließend geprüft, ob Gas austritt beziehungsweise eindringt. Ein positives Ergebnis innerhalb definierter Grenzwerte belegt die Dichtheit der Verpackung und ihre Eignung für anspruchsvolle Anwendungen. Die Prüfung der Heliumdichtigkeit ist ein essenzieller Bestandteil zur Gewährleistung der Qualität. Die Messung erfolgt vorzugsweise mit Massenspektrometrie, da diese sehr geringe Leckraten auflösen kann.

In der Praxis werden zwei Messprinzipien genutzt: das Vakuumkammerverfahren (Massenspektrometrie mit Tracergas in der Verpackung, Nachweis austretenden Heliums) und das Sniffing-Verfahren (außenseitige Ortung an Nähten und Fügen). Festgelegt werden Grenzleckraten, Prüfdrücke, Haltezeiten sowie Umgebungsbedingungen. Die Wiederhol- und Vergleichbarkeit der Ergebnisse setzt eine kalibrierte Prüfausrüstung und definierte Prüfpläne voraus. Typische Grenzwerte für „heliumdicht“ liegen in der Größenordnung von etwa 10⁻⁵ bis 10⁻⁷ mbar·L/s, abhängig von Produktanforderung, Packvolumen und zulässiger Lebensdauer unter Belastung.

Qualifizierung und Prozesskontrolle

  • Erstmusterprüfung: Nachweis der Ziel-Leckrate am Referenzmuster unter Worst-Case-Bedingungen.
  • Prozessfähigkeit: Regelmäßige Stichproben, dokumentierte Parameterfenster für Siegel- und Klebeprozesse.
  • Alterungstests: Thermische Zyklen und Feuchtebelastung zur Bewertung von Langzeitdichtheit.
  • Dokumentation: Rückverfolgbare Prüfprotokolle, Grenzwerte, Messunsicherheiten und Akzeptanzkriterien.
  • Kalibrierung: Regelmäßige Kalibrier- und Dichtigkeitsreferenzen (Lecknormale) zur Sicherung der Messgüte.
  • Instandhaltung: Präventive Wartung von Siegelwerkzeugen, Prüfkammern und Vakuumsystemen.

Fehlerbilder und Troubleshooting

  • Mikrolecks an Siegelnähten durch unzureichende Anpresskraft oder Verunreinigungen.
  • Leckpfade an Schnittkanten und Falzen infolge von Faserauszügen oder ungenügender Kantenversiegelung.
  • Delamination im Barriereverbund durch ungeeignete Haftvermittlung oder klimatische Wechselbelastung.
  • Undichtigkeiten an Durchdringungen (Ventile, Ports), wenn diese nicht hermetisch integriert sind.
  • Messartefakte durch Heliumhintergrund, unzureichende Evakuierzeiten oder unvollständige Konditionierung.

Vor- und Nachteile von Heliumdichte Verpackung

Die Vorteile von Heliumdichten Verpackungen liegen auf der Hand. Sie schützen empfindliche Produkte zuverlässig vor Umwelteinflüssen und tragen so zur Qualitätserhaltung und Haltbarkeit bei. Zudem ermöglichen sie den Transport und die Lagerung unter speziellen Bedingungen, welche herkömmliche Verpackungen nicht bieten können. Auf der anderen Seite gibt es auch einige Herausforderungen. So sind die Kosten für die Produktion solcher Verpackungen deutlich höher als bei herkömmlichen Verpackungen. Darüber hinaus erfordert die Herstellung spezielles Know-how und geeignete Produktionsprozesse. Auch der Helium-Lecktest zur Prüfung der Dichtigkeit stellt einen zusätzlichen Aufwand dar. Eine sorgfältige Kosten-Nutzen-Abwägung, die Produktwert, Risiko und Lebenszyklus berücksichtigt, ist daher zweckmäßig.

  • Vorteile: Sehr niedrige Gasdurchlässigkeit, definierbarer Dichtheitsnachweis, Schutz sensibler Inhalte, Möglichkeit kontrollierter Schutzatmosphären.
  • Herausforderungen: Material- und Prozessaufwand, qualitätsgesicherte Verschlüsse notwendig, zusätzliche Prüfkosten und längere Entwicklungszeiten.
  • Abwägung: Anforderungen an Dichtheit sollten gegen Produktsensibilität, Lebensdauer, klimatische Belastung und wirtschaftliche Zielgrößen abgewogen werden.

Praxis-Hinweise

  • Frühzeitige Einbindung von Qualitäts- und Prüfplanung, um Grenzleckraten und Prüfmethoden festzulegen.
  • Kombination aus Barriere-Inliner und stabiler Außenkonstruktion zur Trennung von Dicht- und Schutzfunktion.
  • Vermeidung unnötiger Durchdringungen und sicherer Abschluss aller Falt- und Klebefugen.
  • Konditionierung vor der Prüfung, damit Feuchte- und Temperaturzustände die Messergebnisse nicht verfälschen.
  • Design for Testing: Zugängliche Prüfstellen vorsehen und Referenzlecks für die Linienkontrolle einplanen.
  • Risikobasierte Stichprobenpläne verwenden, um kritische Chargen intensiver zu überwachen.

Zusammenfassung:

  • Eine Heliumdichte Verpackung zeichnet sich durch ihre hohe Barriere gegen das kleinste Atom, Helium, aus und bietet daher Schutz vor Permeation, ideal für empfindliche Produkte.
  • Insbesondere für innovative Unternehmen, die auf Verpackungen aus Wellpappe setzen, ist diese Art der Verpackung durch ihre verlässliche Schutzbarriere eine sinnvolle Ergänzung.
  • Durch die hohe Beständigkeit der heliumdichten Verpackung können Qualitätskontrollen durchgeführt werden, indem der Verlust von Helium gemessen wird, wodurch die Sicherheit und Qualität von Produkten gewährleistet wird.
  • Heliumdichtheit wird über Grenzleckraten spezifiziert, mit geeigneten Barriereverbunden und dichten Verschlüssen erreicht und mittels standardisierter Prüfverfahren reproduzierbar nachgewiesen.

Kernpunkte: Heliumdichtheit wird über Grenzleckraten spezifiziert, durch Materialbarrieren und dichte Verschlüsse erreicht und mit standardisierten Verfahren nachgewiesen. Geeignet für Anwendungen, die eine definierte Gasumgebung oder einen hochwirksamen Schutz vor Sauerstoff und Feuchte erfordern.

Veröffentlicht am 09.05.2025
Letzte Überarbeitung am 20.10.2025 um 12:54 Uhr von Manuel Hofacker

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