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Ineffizienzreduktion

Wellpappe ist als Verpackungsmaterial in Produktion, Logistik und Handel weit verbreitet. Unter dem Leitgedanken der Ineffizienzreduktion werden entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Papierbahn über das Rillen, Stanzen und Kleben bis zur Anwendung als Versand- und Transportverpackung – Verluste, Wartezeiten, Ausschuss und unnötiger Ressourcenverbrauch systematisch identifiziert und minimiert. Ziel ist es, Rohstoffe, Energie und Zeit gezielter einzusetzen, Prozessstabilität zu erhöhen, Kosten zu senken und die Produktivität über nachhaltige Standards zu steigern, ohne die Schutzfunktion oder Qualität der Packgüter zu beeinträchtigen. Ergänzend werden Einrichteaufwände, Makulatur und Materialausnutzung (Zuschnittoptimierung) transparent gemacht, um Total-Cost-of-Ownership und laufende Betriebskosten messbar zu reduzieren. Dadurch sinken Durchlaufzeiten, die Lieferperformance wird konsistenter und die Belastbarkeit der Prozesse gegenüber Schwankungen in Nachfrage und Materialqualität steigt.

Definition: Was versteht man unter Ineffizienzreduktion?

Unter Ineffizienzreduktion versteht man die strukturierte Verringerung von Verschwendung, Verlusten und unproduktiven Tätigkeiten in einem Prozess oder System. Im Kontext der Wellpappe umfasst dies die Herstellung (Papierauswahl, Wellenkombinationen, Grammaturen, Prozessführung) ebenso wie die Nutzung als Verpackungsmaterial (Packmittelgestaltung, Handhabung, Befüllung, Transport und Lagerung). Typische Felder sind die Senkung von Ausschussquoten, Rüstzeiten und Durchlaufzeiten, die Optimierung des Energieeinsatzes, die Reduktion von Überverpackung sowie die Verbesserung der Prozessfähigkeit (z. B. Cp/Cpk) zur stabilen Qualitätssicherung. Ineffizienzreduktion zielt sowohl auf Effizienz (Wirtschaftlichkeit der Abläufe) als auch auf Effektivität (Zielerreichung, Schutzfunktion) ab und nutzt klare Zielgrößen, Prüfmethoden und standardisierte Abläufe für eine kontinuierliche Verbesserung.

  • Verschwendungsarten im Überblick: Überproduktion, Bestände, Wartezeiten, unnötige Transporte, übermäßige Prozessschritte (Overprocessing), Bewegungen sowie Fehler/Nacharbeit; ergänzt um ungenutztes Know-how.
  • Abgrenzung: Effizienzsteigerung (richtige Dinge wirtschaftlicher tun) vs. Effektivitätssteigerung (die richtigen Dinge tun) – beides ist für Verpackungen aus Wellpappe relevant.

Methoden zur Ineffizienzreduktion bei Wellpappe

Bei der Ineffizienzreduktion kommen abgestimmte Methoden zum Einsatz. Dazu zählen Lean-Ansätze (z. B. Wertstromanalyse, 5S, SMED zur Rüstzeitverkürzung), datenbasierte Qualitätstechniken (SPC, Ursachenanalysen), digitale Systeme (MES, vernetzte Sensorik, Zustandsüberwachung), material- und designbezogene Optimierungen (Grammatur, Wellenarten, Konstruktionslayout) sowie logistische und planungsbezogene Maßnahmen (Bestandsmanagement, Taktabgleich, Flussorientierung). Jeder Schritt in der Produktion und in der Nutzung von Wellpappe wird messbar gemacht, analysiert und standardisiert verbessert. Ergänzend kommen Kaizen/PDCA, Six Sigma (DMAIC), Poka Yoke, FMEA, 8D-Reports und Total Productive Maintenance (TPM) zum Einsatz, um Ursachen nachhaltig zu eliminieren und die Prozessrobustheit über den gesamten Lebenszyklus der Verpackung zu erhöhen. Digitale Zwillinge, IIoT-Architekturen und Edge Analytics unterstützen die vorausschauende Steuerung bei wechselnden Formaten und Qualitäten.

Prozess- und Produktionsoptimierung

In der Fertigung stehen die Reduktion von Stillständen, die Stabilisierung der Feuchteführung, die Minimierung von Umrüstverlusten und die Senkung der Ausschussquote im Fokus. Werkzeuge sind u. a.:

  • Wertstromanalyse zur Identifikation von Engpässen, Wartezeiten und Rücktransporten.
  • SMED zur Verkürzung von Rüstzeiten an Well- und Verarbeitungsanlagen (Rill-, Stanz- und Klebemaschinen).
  • Standardisierung von Arbeitsabläufen, Prüfplänen und Einstelldaten zur besseren Wiederholgenauigkeit.
  • OEE-Verbesserung (Verfügbarkeit, Leistung, Qualität) durch vorbeugende Instandhaltung und gezielte Beseitigung von Störgründen.
  • Einrichteoptimierung durch Werkzeugfamilien, Referenzrezepte, Voreinstellung (Preset), Reduktion von Einrichtebogen und schnelle Formatwechsel.
  • Stabilisierung der Papierbahn (Bahnspannung, Feuchte, Temperatur) für gleichmäßige Rill- und Stanzqualität sowie geringere Makulatur.

Qualitätssicherung und Daten

Technologie und Automatisierung

Digitale Produktionssysteme (MES/APS), vernetzte Sensorik, Condition Monitoring und vorausschauende Wartung reduzieren unplanmäßige Stillstände. Automatisierte Zuführungen, Palettierung und Bildverarbeitung senken Fehlerquoten, entlasten Personal von repetitiven Tätigkeiten und sorgen für gleichbleibende Qualität, insbesondere bei hohen Stückzahlen und variierenden Formaten. Ergänzend unterstützen AMR/AGV, kollaborative Robotik, automatische Rollenspleißer, Etikettierung und kamerabasierte Inspektion eine flussorientierte Materiallogistik ohne Medienbrüche.

Material- und Designoptimierung

Materialeffizienz wird durch abgestimmte Grammaturen, geeignete Wellenarten (z. B. E-, B-, C-Welle oder Kombinationen) sowie konstruktive Anpassungen erreicht. Design-to-Function und Design-to-Cost orientieren sich an der notwendigen Schutzwirkung: so wenig Material wie möglich, so viel wie nötig. Optimierte Zuschnitte, passgenaue Rillbilder, geeignete Öffnungs- und Schließmechanismen sowie durchdachte Perforationen unterstützen eine schnelle, fehlerarme Verarbeitung und reduzieren Nacharbeit sowie Transportschäden. Dabei sind Abmessungen, Stapelfähigkeit, Ladeeinheitenbildung (Palletierung) und die Beziehung zwischen ECT und BCT für die Auslegung von Trag- und Stauchlasten entscheidend. FEFCO-Standardbauarten (z. B. 0201) erleichtern die Variantenreduktion und erhöhen die Wiederholgenauigkeit im Prozess.

Planung, Logistik und Bestände

Flussorientierte Produktionsplanung, Taktabgleich zwischen Well- und Weiterverarbeitung, Kanban-gesteuerte Materialbereitstellung und reduzierte Umlaufbestände senken Kapitalbindung und Wartezeiten. Ein zentraler Hebel ist die wirtschaftliche Abstimmung von Auftragsbündelung und flexibler Fertigung. Weiterführende Informationen liefert der Praxisleitfaden zur wirksamen Losgrößenoptimierung in der Produktion, der die Balance zwischen Rüstaufwand, Beständen und Liefertreue adressiert. Heijunka-Glättung, Supermarkt-Konzepte, Milkruns und klare Wiederbeschaffungsstrategien (Minimum/Maximum, FIFO/FEFO) unterstützen einen stabilen Materialfluss und reduzieren Fehlmengen sowie Eilaufträge.

Energie- und Ressourceneffizienz

Wärmerückgewinnung, effiziente Trocknung, Leckagebeseitigung in Druckluftsystemen, bedarfsgerechte Antriebsregelung und die Vermeidung von Leerlauf reduzieren den Energieeinsatz pro Tonne Wellpappe. Die gezielte Nutzung von Recyclingfasern, die Optimierung der Materialausnutzung auf dem Bogen/Rollenschnitt sowie die Reduktion von Überdimensionierungen senken den Ressourceneinsatz. Messbare Zielgrößen wie kWh pro Tonne, spezifischer Dampfverbrauch, Lastmanagement und kontinuierliches Energiemonitoring fördern eine nachvollziehbare Reduktion der Emissionen und Betriebskosten.

Die Rolle der Ineffizienzreduktion in der Nachhaltigkeitsstrategie

Ineffizienzreduktion ist ein Kernbaustein ökologischer Strategien. Durch weniger Materialeinsatz, geringere Ausschussmengen und reduzierte Energieverbräuche sinken Emissionen entlang der Wertschöpfung. Verpackungen mit angepasster Schutzleistung, optimierten Abmessungen und hoher Packdichte reduzieren Transportvolumen, verbessern die Auslastung von Ladehilfsmitteln und verringern Folgeschäden wie Retouren. Standardisierte, recyclinggerechte Konstruktionen erleichtern die stoffliche Verwertung und stärken den Kreislaufgedanken. Ergänzende Lebenszyklusbetrachtungen (z. B. von der Faser bis zur Wiederverwertung) machen Nutzen und Zielkonflikte transparent und unterstützen eine langfristig tragfähige Ausrichtung.

Vor- und Nachteile von Ineffizienzreduktion

Ineffizienzreduktion ermöglicht messbare Kostenentlastungen, stabilere Prozesse und eine konsistente Produktqualität. Sie stärkt die Wettbewerbsfähigkeit durch kürzere Durchlaufzeiten, verlässliche Lieferperformance und geringere Fehlerkosten. Zudem leistet sie einen Beitrag zu Umweltzielen, indem Ressourcen geschont und Emissionen gesenkt werden. Zusätzlich fördern klare Standards die Lernkurve in Produktion und Anwendung, wodurch neue Formate und Konstruktionen schneller serienstabil werden.

Herausforderungen ergeben sich aus anfänglichen Investitionen (z. B. Analyse- und Messtechnik, Qualifizierung, Prozessanpassungen) sowie dem Bedarf an Veränderungsmanagement. Zielkonflikte können entstehen, wenn Materialreduktion die Schutzfunktion gefährdet oder wenn Losgrößenstrategien die Flexibilität begrenzen. Entscheidend ist die sorgfältige Abwägung zwischen Effizienz, Qualität und Funktion, unterstützt durch klare Zielgrößen, Pilottests und ein kontinuierliches Verbesserungsprogramm. Wichtig sind zudem belastbare Messkonzepte (z. B. Wiederholbarkeit von Prüfungen, valide Stichproben) und die frühzeitige Einbindung der Anwenderpraxis, um negative Effekte auf Handhabung und Transportsicherheit zu vermeiden.

Zusätzliche Praxisaspekte und Beispiele

Praxisbeispiele reichen von der Reduktion der Grammatur bei unverändertem Schutz (über geeignete Wellenkombinationen) über die Verkürzung von Rüstzeiten durch externe Rüstvorgänge bis zur Standardisierung von FEFCO-Bauarten zur Variantenreduktion. Weitere Hebel sind die Verbesserung der Packdichte, die Minimierung von Leerraum, die passgenaue Auslegung von Zuschnitten sowie die fehlerarme, schnelle Verarbeitung durch klare Markierungen oder Perforationen. Im Betrieb senken transparente Kennzahlen (OEE, Ausschussquote, Rüstzeit, Energie pro Einheit, Transportschäden) den Steuerungsaufwand und machen Fortschritte unmittelbar nachvollziehbar. Ergänzende Beispiele sind die Einführung von Poka-Yoke-Hilfen beim Falten und Kleben, automatische Etikettprüfungen zur Fehlervermeidung sowie standardisierte Ladeeinheiten mit definierten Abmessungen und Traglasten zur Reduktion von Transportschäden.

Zusammenfassung:

  • Produktionsoptimierung ist ein zentraler Aspekt der Ineffizienzreduktion, speziell in der Herstellung von Wellpappe-Verpackungen, wo Prozessverbesserung häufig erhebliche Kosteneinsparungen mit sich bringt.
  • Eine umweltbewusste Gestaltung der Lieferkette, insbesondere bei der Beschaffung von Wellpappe, kann sowohl ökologische als auch finanzielle Ineffizienzen reduzieren.
  • Die Ineffizienzreduktion beinhaltet auch die Optimierung des Verpackungsdesigns, durch die das Volumen und Gewicht der Verpackungen minimiert werden können, was wiederum zu niedrigeren Transportkosten führt.
  • Messbare Kennzahlen wie OEE, Ausschussquote, Rüstzeit und Energieverbrauch pro Einheit sind Leitgrößen, um Fortschritte transparent zu machen.
  • Material- und Designhebel (Wellenart, Grammatur, konstruktive Auslegung) senken den Ressourceneinsatz bei gleichbleibender Schutzfunktion.
  • Planungs- und Logistikansätze (Taktabgleich, Auftragsbündelung, Bestandsmanagement) reduzieren Wartezeiten, Umlaufbestände und Fehler in der Abwicklung.
  • Kontinuierliche Verbesserung durch standardisierte Analysen, Piloten und regelmäßige Reviews verankert die Ineffizienzreduktion langfristig in Organisation und Prozessen.
  • Klare Spezifikationen, geeignete Prüfpläne und robuste Prozesse sichern Maßhaltigkeit, Rillgüte und Klebung – und damit die Schutzfunktion im gesamten Einsatz.
  • Digitale Transparenz (Echtzeitdaten, Dashboards) und qualifizierte Mitarbeitende sind wesentliche Enabler für stabile, verschwendungsarme Abläufe von der Papierbahn bis zur Ladeeinheit.

Veröffentlicht am 22.05.2025
Letzte Überarbeitung am 30.10.2025 um 12:11 Uhr von Sebastian Würth

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