Besuchen Sie uns auf der E-Commerce Berlin Expo Stand D6 vom 17. - 18. Februar 2026 in Berlin.

Sofortkontakt

Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen

Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail info@wellstar-packaging.de

Inhaltskontrolle

Wenn es um Verpackungen geht, spielt die Inhaltskontrolle eine zentrale Rolle. Auf den ersten Blick könnte man meinen, es gehe dabei nur um die Füllmenge. In der Welt der Wellpappenverpackungen ist die Realität jedoch komplexer. Sicherlich, es geht auch um das Volumen, doch die Inhaltskontrolle umfasst deutlich mehr. Hier stehen Sorgfalt, Nachvollziehbarkeit und die Kontrolle des Inhalts im Vordergrund. Sie umfasst die Prüfung der Stückzahl, der richtigen Varianten, der Kennzeichnung und der Vollständigkeit von Zubehör sowie die Bestätigung, dass alles sicher fixiert ist und den definierten Spezifikationen entspricht. Ergänzend werden die Prüfpunkte anhand standardisierter Arbeitsanweisungen, Checklisten und klarer Freigabekriterien durchgeführt, um Prozesssicherheit, Wiederholbarkeit und eine belastbare Dokumentation zu gewährleisten.

Definition: Was versteht man unter Inhaltskontrolle?

Die Inhaltskontrolle bei Wellpappenverpackungen bezeichnet im Kern den Prozess, der sicherstellt, dass die Produkte korrekt in der dafür vorgesehenen Verpackung liegen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Elektronikartikel, Lebensmittel oder Industrieteile handelt. Die Kontrolle des Inhalts umfasst die Überprüfung der Produkte auf Vollständigkeit, Richtigkeit und Qualität, bevor diese in der Wellpappe verschlossen werden. Eine genaue Inhaltskontrolle ist essenziell, um Fehler, Verluste und mögliche Transportprobleme zu vermeiden. Sie beinhaltet typischerweise den Abgleich von Artikelnummern, Varianten und Serien- oder Chargennummern, die Kontrolle von Mindesthaltbarkeits- oder Verwendbarkeitsdaten, die Prüfung von Packbeilagen (z. B. Anleitungen) sowie die Bestätigung, dass das Packgut korrekt positioniert und ausreichend gegen Bewegung geschützt ist. Dazu zählen auch Set- und Kit-Prüfungen bei gebündelten Artikeln, die Kontrolle von Plomben oder Siegeln sowie die Bewertung, ob definierte Toleranzen und Grenzmuster eingehalten werden.

Zielsetzung und Abgrenzung

Ziel ist es, Fehlmengen, Falschbestückungen, Mix-ups und Beschädigungen zu verhindern. Die Inhaltskontrolle grenzt sich von der reinen Packmittelprüfung (z. B. Materialqualität der Wellpappe) ab: Sie betrachtet primär das Packgut und dessen korrekte Kombination mit Zubehör, Polster und Kennzeichnung. Beide Bereiche greifen jedoch ineinander, weil Art und Aufbau der Wellpappenverpackung den Umfang und die Methode der Kontrollschritte beeinflussen. So können z. B. maßgeschneiderte Einlagen, Farbleitsysteme oder eindeutige Fachkennzeichnungen die Sichtprüfung erleichtern und Verwechslungen reduzieren. Ebenso beeinflussen Öffnungsmechanik, Faltart (z. B. Faltkisten), FEFCO-Bauarten und integrierte Einstecklaschen die Prüfreihenfolge sowie die ergonomische Handhabung am Packplatz.

Die Bedeutung der Inhaltskontrolle bei Wellpappenverpackungen

Viele Unternehmen nehmen die Inhaltskontrolle in ihren Wellpappenverpackungen sehr ernst. Es handelt sich um einen wichtigen Aspekt der Qualitätssicherung. Durch eine umfassende Inhaltskontrolle können Hersteller sicherstellen, dass ihre Produkte in idealer Weise transportiert und beim Kunden angeliefert werden. Das trägt nicht nur zur Kundenzufriedenheit bei, sondern kann auch dazu beitragen, Kosten zu senken, indem Transportschäden oder Fehllieferungen vermieden werden. Zugleich unterstützt sie Rückverfolgbarkeit im Reklamationsfall, reduziert Nacharbeit in der Logistik, stabilisiert Durchlaufzeiten und erfüllt branchenspezifische Anforderungen an Kennzeichnung und Dokumentation. Darüber hinaus schafft sie belastbare Daten für interne Audits, Prozessfreigaben und kontinuierliche Verbesserungen, etwa durch die Analyse von Fehlerursachen und die Ableitung präventiver Maßnahmen.

Typische Prüfmerkmale

  • Vollständigkeit: richtige Stückzahl, alle vorgesehenen Zubehörteile und Beilagen vorhanden.
  • Richtigkeit: korrekte Artikel-/Variantenkombination, richtige Farbe/Größe/Ausführung, korrekte Chargen- oder Seriennummern.
  • Zustand: Sichtkontrolle auf Beschädigungen, Verschmutzungen oder Feuchtigkeit vor dem Verschließen.
  • Fixierung: ausreichende Lage- und Transportsicherung durch Einlagen, Polster oder Halterungen.
  • Kennzeichnung: richtige Etiketten, Barcodes, Warnhinweise, Sprachen und Positionslage der Labels.
  • Dokumente: Packzettel, Anleitungen oder Zertifikate vollständig und korrekt beigelegt.
  • Siegel/Plomben: Unversehrtheit von manipulationssicheren Verschlüssen und Indikatoren (z. B. Erstöffnungsschutz).
  • Konformität: Berücksichtigung besonderer Anforderungen wie ESD-Schutz, Gefahrgutkennzeichnung oder Temperaturindikatoren, sofern relevant.

Häufige Fehlerquellen und Prävention

  • Verwechslungen in der Kommissionierung (ähnliche Artikel/Verpackungseinheiten).
  • Abweichende Varianten oder falsche Los-/Chargenkennungen.
  • Unzureichende Fixierung, was zu Transportschäden führt.
  • Fehlende oder falsch platzierte Etiketten und Begleitdokumente.
  • Unklare Arbeitsanweisungen, fehlende Prüfpläne oder unzureichende Schulung.
  • Unvollständige Stücklisten für Sets/Kits oder veraltete Packvorschriften.
  • Fehlerhafte Mehrsprachigkeit bei Warnhinweisen und rechtlich relevanten Angaben.
  • Nicht synchronisierte Stammdaten (Artikel-/Variantenwechsel ohne Anpassung der Prüfmerkmale).

Die Durchführung der Inhaltskontrolle

Die Inhaltskontrolle in der Wellpappenverpackungsindustrie kann manuell oder automatisiert erfolgen. Manuelle Kontrollen werden oft von geschulten Mitarbeitenden durchgeführt, die die zu verpackenden Produkte auf Qualität und Vollständigkeit prüfen. Automatisierte Inhaltskontrollen werden hauptsächlich in größeren Betrieben eingesetzt und können durch optische Erkennungssysteme, Gewichtskontrollen oder Röntgentechnologie erfolgen. Beide Methoden haben eigene Stärken: Manuelle Prüfungen sind flexibel und adaptiv, automatisierte Systeme punkten durch Konstanz, Taktfähigkeit und lückenlose Erfassung. Die Wahl der optimalen Methode hängt von der Art der zu verpackenden Produkte, der Betriebsgröße, dem Risikoprofil, der Losgröße und den verfügbaren Mitteln ab. Ergänzend kommen Barcode-Scanner zum Abgleich von Pick- und Packdaten, Kontrollwaagen zur Vollständigkeitsprüfung sowie Kamerasysteme zur Etiketten- und Positionskontrolle zum Einsatz. Poka-Yoke-Lösungen (z. B. formschlüssige Einlagen oder codierte Fächer) reduzieren systematisch Fehlgriffe.

Zur Minimierung von Bewegungen im Karton und zur Reproduzierbarkeit der Packlage unterstützt der Einsatz von praxisbewährte Füll- & Polstersysteme für die kontrollierte Fixierung; diese reduzieren Bruch und erleichtern zugleich die standardisierte Sichtprüfung auf korrekte Lage und Vollständigkeit. Geeignete Materialien wie Papierpolster, Luftkissen, Schaumprofile oder passgenaue Wellpapp-Einlagen sichern das Packgut, schützen Kanten und Oberflächen und ermöglichen definierte Soll-Lagen, die in Arbeitsanweisungen bildlich hinterlegt werden können.

Prüfumfang, Stichproben und Kriterien

Je nach Risiko und Wert des Inhalts reicht das Spektrum von stichprobenbasierten Prüfplänen (z. B. AQL-orientiert) bis zur 100-%-Kontrolle. Ergänzend können Toleranzen für Gewichts- oder Längenabweichungen definiert werden, sofern sie als Indikator für Vollständigkeit dienen. Ein klar dokumentierter Prüfplan legt fest, wann geprüft wird (Wareneingang, Kommissionierung, Packtisch, End-of-Line), was geprüft wird (Merkmale und Grenzwerte) und wie dokumentiert wird (Checkliste, Scan, Foto, elektronisches Protokoll). Unterschieden wird dabei zwischen Attributprüfung (i. O./n. i. O.) und Variablenprüfung (skalierte Messwerte); Grenz- und Referenzmuster unterstützen die Beurteilung bei visuellen Merkmalen.

Dokumentation und Nachverfolgbarkeit

Zur Absicherung der Prozessqualität gehören Prüfprotokolle mit Zeitstempel, Prüferkennung, Ergebnissen und ggf. Bildnachweisen. Die Erfassung von Serien-/Chargennummern, Etikettenscans und Packstücknummern ermöglicht Rückverfolgbarkeit. Abweichungen werden klassifiziert (kritisch, major, minor), mit Ursachenanalyse und Korrekturmaßnahmen (z. B. Arbeitsanweisung anpassen, Poka-Yoke-Lösungen, zusätzliche Zwischenkontrolle) verfolgt. Eine Integration in ERP/MES-Systeme erleichtert die datenbasierte Steuerung, Audit-Trails und die Aufbewahrungspflichten. Visuelle Freigaben (z. B. digital signierte Checklisten) und Versionierung der Packvorschriften vermeiden Verwechslungen bei Produktänderungen.

Rollen und Verantwortlichkeiten

Für eine wirksame Inhaltskontrolle sind klare Zuständigkeiten erforderlich: Kommissionierung stellt die korrekte Bereitstellung sicher, die Packfachkraft führt die definierten Prüf- und Fixierschritte aus, eine prüfende Person dokumentiert und bestätigt die Ergebnisse. Je nach Risiko wird ein Vier-Augen-Prinzip oder eine stichprobenbasierte Freigabe durch eine qualitätssichernde Stelle vorgesehen. Vertretungsregelungen, Schulungsnachweise und Qualifikationsmatrizen sichern die Kompetenz am Packplatz ab.

Beispielhafter Prüfablauf

  1. Bereitstellung des Packguts und Abgleich der Auftragspapiere bzw. Scans.
  2. Sichtkontrolle des Zustands von Produkten und Zubehör, Prüfung auf Vollständigkeit.
  3. Einlegen in definierte Einlagen/Polster, Kontrolle der Lagefixierung.
  4. Etiketten- und Kennzeichnungsprüfung (Inhalt, Position, Lesbarkeit, Sprache).
  5. Gewichts- oder Maßkontrolle als Indikator, sofern vorgesehen.
  6. Beilage von Dokumenten, Siegel-/Plombenkontrolle und Verschlussprüfung.
  7. Dokumentation, Fotobeleg bei kritischen Positionen und Freigabe.

Kennzahlen und Monitoring

  • Fehlerquote bzw. PPM (Fehler pro Million Teile) bei Warenausgangsprüfungen.
  • First-Pass-Yield am Packtisch sowie Nacharbeits- und Sperrquoten.
  • Reklamations- und Retourenquote mit Bezug zu Verpackungsinhalten.
  • Durchlaufzeiten und Taktkonformität an Prüf- und Packstationen.
  • Trefferquote bei automatisierten Erkennungssystemen (False Positives/Negatives).

Branchenspezifische Besonderheiten

Je nach Branche variieren die Schwerpunkte: In der Lebensmittelverpackung stehen Mindesthaltbarkeitsdaten, Allergenhinweise und Hygieneanforderungen im Fokus. In der Elektronik sind ESD-Schutz, empfindliche Bauteile und Seriennummern-Tracking zentral. Bei Pharmaprodukten rücken Verwendbarkeitsdaten, Erstöffnungsschutz und lückenlose Rückverfolgbarkeit in den Vordergrund. Gefahrgut verlangt die Beachtung von UN-Kennzeichnung und Begleitdokumenten. In industriellen Ersatzteil- oder Baukastenlieferungen ist die Variantenrichtigkeit in Sets und die eindeutige Belegführung entscheidend.

Schulung und kontinuierliche Verbesserung

Regelmäßige Schulungen, bebilderte Arbeitsanweisungen, Musterkoffer und kurze Feedbackschleifen unterstützen die Lernkurve und verringern Abweichungen. Erkenntnisse aus Reklamationen und internen Audits fließen in die Aktualisierung von Prüfplänen, Layouts am Packplatz und in die Gestaltung der Wellpappenverpackung ein.

Ergonomie und Gestaltung des Packplatzes

Ergonomisch gestaltete Packplätze mit klarer Materialflussführung, guter Beleuchtung und logischer Anordnung von Einlagen, Polstern und Etiketten minimieren Fehlgriffe und erhöhen die Prüfgeschwindigkeit. Visuelle Hilfen wie Farbcodierungen, Schattenbretter und Positionsschablonen unterstützen die sichere und effiziente Inhaltskontrolle.

Vor- und Nachteile von Inhaltskontrolle

Ein klarer Vorteil der Inhaltskontrolle ist, dass sie gewährleistet, dass nur vollständige und qualitativ hochwertige Produkte ausgeliefert werden. Dies kann dazu beitragen, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und mögliche Retouren zu vermindern. Zudem kann ein effektives Kontrollsystem Verschwendung reduzieren und die Effizienz steigern. Auf der anderen Seite kann eine intensive Inhaltskontrolle zeit- und kostenintensiv sein. Insbesondere automatisierte Systeme erfordern eine hohe anfängliche Investition. Jedoch können diese Kosten durch die Vorteile, die sie bieten, oft ausgeglichen werden. Daher sollte jede Firma die Wahl der Inhaltskontrollmethode sorgfältig prüfen, unter Berücksichtigung ihrer spezifischen Anforderungen und Ressourcen. In der Praxis bewährt sich eine risikobasierte Kombination aus klaren Arbeitsanweisungen, visuellen Hilfen, geeigneten Hilfsmitteln zur Fixierung des Packguts und gezielter Automatisierung an kritischen Punkten. Die Abwägung zwischen Prüfaufwand und Fehlfolgekosten (z. B. Nacharbeit, Ersatzlieferungen, Image- und Entsorgungskosten) ist dabei integraler Bestandteil der Planung.

Zusammenfassung:

  • Durch die Inhaltskontrolle kann ein Unternehmen die einwandfreie Qualität und korrekte Menge von Verpackungen aus Wellpappe sicherstellen.
  • Sie ermöglicht die Überwachung von Bestandteilen der Wellpappe, wie etwa die Stärke des verwendeten Materials, den Klebstoffanteil oder die Qualität der Druckfarben; dieser Aspekt gehört primär zur Packmittelprüfung, wird in Schnittstellen zur Inhaltskontrolle jedoch berücksichtigt.
  • Damit wird nicht nur die Kundenzufriedenheit erhöht, sondern auch die Effizienz im Produktionsprozess gesteigert, da Fehlproduktionen und Verschwendungen reduziert werden.
  • Typische Prüfmerkmale sind Vollständigkeit, Variantenrichtigkeit, korrekte Kennzeichnung, sichere Fixierung und die Beilage notwendiger Dokumente.
  • Der geeignete Mix aus manueller und automatisierter Prüfung hängt von Produkt, Risiko, Volumen und verfügbaren Ressourcen ab und sollte in Prüfplänen dokumentiert werden.
  • Sorgfältige Dokumentation, Rückverfolgbarkeit und Ursachenanalysen sichern nachhaltige Verbesserungen und stabilisieren die Prozessqualität.
  • Klare Rollen, regelmäßige Schulungen und ergonomische Packplätze erhöhen Prozesssicherheit und Prüfgeschwindigkeit in der Praxis.
  • Messbare Kennzahlen (z. B. Fehlerrate, Nacharbeitsquote, First-Pass-Yield) unterstützen das Monitoring und die kontinuierliche Verbesserung der Inhaltskontrolle.

Veröffentlicht am 09.07.2024
Letzte Überarbeitung am 15.09.2025 um 14:38 Uhr von Manuel Hofacker

Zitieren oder teilen Sie diesen Artikel gerne!