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Inline-Druckverfahren

Im Reich der Verpackungen hat die Wellpappe mit ihren Einsatzgebieten einen festen Platz eingenommen. Insbesondere das Drucken auf Wellpappe hat durch innovative Verfahren einen deutlichen Entwicklungssprung erlebt. Ein Pionier auf diesem Gebiet ist das Inline-Verfahren, das sich durch seine vielen Vorteile auszeichnet und eine präzise, reproduzierbare und prozesssichere Produktion ermöglicht. Neben einer hohen Passgenauigkeit überzeugt die Methode durch konsistente Farben, kurze Rüstzeiten und die Möglichkeit, mehrere Arbeitsschritte ohne Medienbruch zu kombinieren. Für Hersteller und Weiterverarbeiter bedeutet dies eine stabile Qualität bei zugleich planbaren Durchlaufzeiten, was in der Praxis zu geringerer Rüstmakulatur, effizienterem Materialeinsatz und einer verbesserten Auslastung der Anlagen führt.

Definition: Was versteht man unter Inline-Druckverfahren?

Das Inline-Druckverfahren ist ein kontinuierlich fließender Prozess, bei dem Druck- und Veredelungsprozesse in einer einzigen Maschinenlinie integriert sind. Anders ausgedrückt: Das Substrat, in diesem Fall die Wellpappe, durchläuft alle Stationen – vom Druck bis zur Veredelung – ohne Unterbrechung und ohne zusätzliche Umlagerungen. Ein vierfarbiger Druck (CMYK) wie auch das Anbringen von Beschichtungen, Lacken oder funktionalen Schichten – alles geschieht in Linie, wodurch die Bezeichnung Inline-Druckverfahren entstammt. Häufig kommen dabei direktdruckfähige Verfahren wie Flexodruck zum Einsatz, ergänzt um Trocknungs- und Weiterverarbeitungseinheiten. Je nach Aufgabenstellung sind Bogen- oder Rollenlinien (Bahnanlagen) im Einsatz, die durch modulare Aggregate an die jeweiligen Anforderungen der Verpackung angepasst werden.

Die Inline-Integration umfasst typischerweise Bogen- bzw. Bahneinzug, Registerregelung, Druckwerke, Zwischentrocknung, Lackiermodule, Rill-, Schlitz- oder Stanzaggregate sowie Ausleger. Durch diese Kopplung entsteht ein durchgängiger Wertstrom mit gleichbleibenden Prozessparametern und stabiler Druckqualität. Hinzu kommen standardisierte Voreinstellprozesse, automatisierte Wasch- und Farbversorgungen sowie Schnittstellen zur Qualitätsdatenerfassung, wodurch Wiederholaufträge mit reproduzierbarer Farbführung und verlässlicher Registerhaltigkeit realisiert werden können.

Entwicklung und Funktionsweise des Inline-Druckverfahrens

Die Entwicklung des Inline-Druckverfahrens war eine Antwort auf den Bedarf der Industrie nach Effizienz, geringeren Durchlaufzeiten und stabiler Qualität. Im Gegensatz zum klassischen Offset-Druck, bei dem einzelne Arbeitsschritte auf verschiedene Maschinen aufgeteilt werden, übernimmt das Inline-Verfahren alle Aufgaben im gleichen Arbeitsgang. Diese enge Verknüpfung der Prozessschritte minimiert nicht nur Produktionszeit und Kosten, sondern verbessert auch die Druckqualität durch eine optimale Abstimmung von Materialführung, Farbübertragung und Weiterverarbeitung. Moderne Anlagen arbeiten mit präziser Registerregelung, kamerabasierter Inspektion und automatisierten Rüstabläufen, sodass Farbpassung und Kantenzeichnung auch auf welligen Oberflächen stabil bleiben. Ein zentraler Qualitätsfaktor ist die Maßhaltigkeit des Materials; relevant sind unter anderem präzise Abmessungen im laufenden Produktionsprozess, die das zuverlässige Register und die saubere Weiterverarbeitung unterstützen. Ergänzend tragen Closed-Loop-Farbmessungen, bahnstabilisierende Saugbänder und adaptive Trocknersteuerungen zu einer konstanten Prozessführung bei.

Typische Prozessschritte im Überblick

  • Einzug und Ausrichtung des Bogens oder der Bahn mit Vakuum- und Registersystemen
  • Direktdruck (häufig Flexodruck) mit definierten Rasterwalzen, Farbviskosität und Andruckeinstellungen
  • Zwischen- bzw. Endtrocknung (z. B. Warmluft, IR), angepasst an Saugfähigkeit des Liners
  • Optionale Beschichtung/Lackierung zur Erhöhung von Schutz, Gleit- oder Glanzeigenschaften
  • Rillen, Schlitzen, Stanzen und ggf. Falten/Kleben in derselben Linie
  • Qualitätskontrolle mittels Kamerasystemen, Farbmessung und Ausscheidestrategien
  • Voreinstellung durch Jobdaten (Rezepturen, Raster, Anpressungen) und dokumentierte Rüstabläufe
  • Protokollierung von Prozessparametern (Temperatur, Feuchte, Geschwindigkeiten) für Wiederholgenauigkeit

Anwendungsbereiche und Bedeutung des Inline-Druckverfahrens in der Wellpappenindustrie

In der Wellpappenindustrie ist das Inline-Druckverfahren von hoher Bedeutung. Es wird vor allem für hochwertige Verpackungen und Displays genutzt, bei denen ein präziser Druck und eine gute Bildqualität entscheidend sind. Dazu zählen zum Beispiel Shelf-Ready Packaging (SRP), aufmerksamkeitsstarke Verkaufsdisplays, Markenauftritte mit konsistenten Farbflächen sowie Versand- und Transportlösungen mit klarer Kennzeichnung. Das Verfahren ermöglicht auch auf welligen Oberflächen gestochen scharfe Druckbilder und saubere Linienführung – ein Vorteil gegenüber Verfahren, die eine nachgelagerte Weiterverarbeitung auf separaten Maschinen erfordern. Besonders auf feineren Wellen (z. B. E- und F-Welle) lassen sich detailreiche Motive realisieren; auf braunen Linern steht die Lesbarkeit von Schriften und Codes im Vordergrund, auf weißen Linern die Reproduktion von Bildern und Farbverläufen. In E-Commerce- und Logistik-Anwendungen unterstützt der Inline-Direktdruck zudem eine robuste Kennzeichnung mit Barcodes, Piktogrammen und variablen Codierungen, sofern ein entsprechendes Modul integriert ist.

  • POS-/POI-Displays mit großflächigen Farbflächen und prägnanter Typografie
  • Transport- und Versandlösungen mit funktionalem Direktdruck, Barcodes und Piktogrammen
  • Shelf-Ready Konzepte mit kombinierter Bedruckung, Rillung und Perforation in einem Durchlauf
  • Markenkommunikation auf Sekundärverpackungen mit konsistenter Farbführung
  • Verpackungen für saisonale Aktionen mit schnellen Umrüstungen und gespeicherten Jobparametern

Abgrenzung zu Preprint und Postprint

Das Inline-Druckverfahren im Direktdruck (Postprint) unterscheidet sich vom Preprint dadurch, dass auf die bereits kaschierte oder fertig gewellte Wellpappe gedruckt wird. Preprint bedruckt zunächst Papierbahnen, die später zu Wellpappe verarbeitet oder kaschiert werden. Inline-Postprint bietet kürzere Durchlaufzeiten und eine enge Kopplung mit Rillen, Schlitzen und Stanzen; Preprint punktet bei sehr feinen Rasterweiten und extrem großen Auflagen. Die Auswahl hängt von Motivkomplexität, geforderter Auflösung, Materialverbund und der geplanten Weiterverarbeitung ab.

Qualitätsfaktoren, Materialien und Druckbild

Die erzielbare Qualität hängt maßgeblich vom Zusammenspiel aus Wellpappenaufbau (Wellenprofil, Linersorten), Feuchtehaushalt, Maschinenzustand und Farbsystem ab. Wasserbasierte Farben sind im Direktdruck auf Wellpappe verbreitet; sie erfordern kontrollierte Viskosität, geeignete Rasterwalzenvolumina und abgestimmte Trocknung. Zu den typischen Einflussgrößen zählen:

  • Substrateigenschaften: Glätte und Saugfähigkeit der Deckpapiere, Festigkeit, Wellenprofil
  • Mechanische Parameter: Andruck, Planlage, Rill- und Stanzdruck, Bahn- bzw. Bogenlauf
  • Farbmanagement: Farbton, Dichte, Tonwertzunahme, Gamut, Prozess- und Sonderfarben
  • Registerhaltigkeit: Passer zwischen Druckwerken und nachgelagerter Weiterverarbeitung
  • Trocknung und Stabilität: Vermeidung von Durchschlagen, Schmieren und Wellenbeeinflussung
  • Klimaführung: Temperatur- und Feuchtesteuerung für dimensionsstabile Wellpappe

Typische Fehlerbilder sind z. B. Punktzuwachs, Flötenabzeichnung, ungleichmäßige Farbannahme, Moiré bei feinen Rastern, sowie Kantenquetschungen an Falzlinien. Vorbeugend wirken geeignete Druckraster, abgestimmte Druckdrücke, linergerechte Farbformulierung und eine prozessstabile Materialkonditionierung. Ebenfalls relevant sind die Vermeidung von Streifenbildung (Bandeingriffe, ungleichmäßige Farbübertragung), das Unterbinden von Schablonieren sowie die Kontrolle von Ghosting-Effekten durch optimierte Trocknung und konstante Farbversorgung.

Maschinen- und Werkzeugtechnik

Für Inline-Linien im Direktdruck auf Wellpappe sind präzise gefräste Druckzylinder, exakt profilierte Rasterwalzen und verschleißarme Rakelsysteme entscheidend. Vakuumtransporte mit zonenweiser Steuerung stabilisieren faltenfreie Bögen und Bahnen. Werkzeugsätze für Rillen, Schlitzen und Stanzen werden format- sowie wellenprofilspezifisch gewählt. Eine regelmäßige Kalibrierung der Registersensorik und die Pflege der Greifersysteme sichern die Wiederholgenauigkeit über gesamte Auflagendauern. Dadurch bleiben Kantenschärfe, Deckung und Bildaufbau in allen Produktionsphasen konstant.

Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz

Durch die Bündelung mehrerer Arbeitsschritte in einer Linie reduziert das Inline-Druckverfahren Umlagerungen, Zwischenlager und damit verbundene Energie- und Flächenbedarfe. Der verbreitete Einsatz wasserbasierter Farbsysteme unterstützt eine emissionsarme Produktion. Prozesssicher geführte Rüstungen senken Makulatur, was unmittelbar Rohstoffe einspart. Eine vorausschauende Wartung (Präventiv- und Zustandswartung) verlängert die Standzeiten kritischer Komponenten und hilft, gleichbleibende Qualität bei geringeren Stillstandzeiten zu erreichen.

Normen, Toleranzen und Prüfmethoden

Zur Absicherung der Druck- und Weiterverarbeitungsqualität im Inline-Prozess werden standardisierte Mess- und Prüfmethoden genutzt. Dazu zählen Messungen von Dichte und Tonwertzunahme, Spektralmessungen zur Farbmetrik, Barcode-Prüfungen nach gängigen Normen sowie Stichprobenkontrollen für Rill- und Stanzqualität. Ergänzend kommen Prozessfähigkeitskennzahlen (z. B. Cp und Cpk) zum Einsatz, um die Stabilität der Parameter zu bewerten und dokumentiert zu verbessern.

Vor- und Nachteile von Inline-Druckverfahren

Die Vorteile des Inline-Druckverfahrens liegen auf der Hand. Durch die Integration aller Prozesse in eine einzige Maschine werden Leerlaufzeiten vermieden und die Produktionszeit verkürzt. Zudem wird durch die Inline-Technik ein hoher Qualitätsstandard erreicht, da Materialhandling, Druck und Weiterverarbeitung abgestimmt erfolgen. Dennoch kann das Inline-Druckverfahren auch Nachteile haben. So können beispielsweise Druckfehler erst am Ende der Produktionslinie erkannt werden, was den Ausschuss erhöht. Ebenso könnten die hohen Anschaffungskosten für die speziellen Druckmaschinen ein Hindernis für kleinere Unternehmen darstellen. Zusätzlich erfordert die Kopplung aller Schritte eine präzise Rüststrategie; Änderungen im späten Prozessschritt wirken oft auf den Gesamtablauf zurück. Eine strukturierte Ursachenanalyse, klare Eingriffsgrenzen und definierte Eskalationspfade sind daher Teil eines robusten Produktionskonzeptes.

  • Vorteile: kurze Durchlaufzeiten, weniger Umlagerungen, konsistente Registerhaltigkeit, weniger Handlingrisiken
  • Vorteile: kombinierte Prozessschritte (Druck, Trocknung, Beschichtung, Rillen/Stanzen), geringere Schnittstellenverluste
  • Nachteile: komplexe Fehlerursachensuche bei verketteten Prozessen, potenziell höherer Ausschuss im Fehlerfall
  • Nachteile: Investitions- und Wartungsaufwand, Bedarf an qualifiziertem Personal und durchgängiger Prozesskontrolle
  • Abwägung: wirtschaftliche Vorteile vor allem bei wiederkehrenden Motiven und mittleren bis großen Auflagen

Prozesssicherheit, Rüstung und Eignung für Auftragsgrößen

Inline-Linien profitieren von standardisierten Rüstabläufen, gespeicherten Jobdaten und definierten Farb- und Rasterwalzenkombinationen. Für mittlere bis größere Auflagen mit wiederkehrenden Motiven bietet das Verfahren wirtschaftliche Vorteile. Bei häufig wechselnden Motiven, sehr kleinen Losgrößen oder individualisierten Druckbildern kann ein digitaler Direktdruck oder Preprint-Ansatz im Einzelfall geeigneter sein. Entscheidend sind Motivkomplexität, geforderte Auflösung, Materialmix und gewünschte Weiterverarbeitung. Ergänzend bietet sich eine datenbasierte Produktionssteuerung mit dokumentierten Sollwerten, Prüfintervallen und Rückstellmaßnahmen an, um Stabilität und Reproduzierbarkeit über die gesamte Auftragsdauer zu sichern.

Gestaltungshinweise für druck- und verarbeitungsgerechte Motive

  • Schriften, Barcodes und feine Linien möglichst quer zur Wellenrichtung platzieren
  • Vollflächen und Verläufe auf die Saugfähigkeit des Liners abstimmen; Tonwertzunahme berücksichtigen
  • Falz-, Rill- und Stanzzonen im Layout reservieren, um Quetschungen und Bildbrüche zu vermeiden
  • Farbanzahl, Rasterweiten und Sonderfarben im Hinblick auf Register und Trocknung planen
  • Funktionszonen wie Grifflöcher, Perforation oder Sichtfenster frühzeitig einbeziehen
  • Barcode-Größen und Ruheflächen gemäß gängigen Normen auslegen; Lesbarkeit auf braunen und weißen Linern prüfen
  • Mindeststrichstärken und negative Elemente testweise verifizieren; gegebenenfalls Rasterung anpassen

Zusammenfassung:

  • Das Inline-Druckverfahren ist besonders effizient bei der Produktion von Verpackungen, da Druck und Weiterverarbeitung in einem Durchgang erfolgen.
  • Durch Inline-Druck können Verpackungen aus Wellpappe individuell gestaltet werden, was für die Markenbildung von Unternehmen vorteilhaft ist.
  • Im Vergleich zu herkömmlichen Druckverfahren zeichnet sich das Inline-Druckverfahren durch schnellere Bearbeitungszeiten und oft geringere Produktionskosten aus.
  • Die Qualität profitiert von stabilen Prozessparametern, präziser Registerregelung und abgestimmter Trocknung.
  • Grenzen ergeben sich aus Motivkomplexität, Materialeinfluss und wirtschaftlichen Aspekten bei kleinen Auftragsgrößen.
  • Eine druck- und verarbeitungsgerechte Gestaltung sowie kontinuierliche Prozesskontrolle sind zentrale Erfolgsfaktoren.
  • Die Wahl zwischen Inline-Postprint, Preprint und digitalem Direktdruck erfolgt auf Basis von Auflagengröße, Motivanforderungen und Weiterverarbeitung.

Veröffentlicht am 13.06.2025
Letzte Überarbeitung am 28.11.2025 um 13:18 Uhr von Sebastian Würth

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