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Innovationsmanagement

Im Bereich der Wellpappen-Verpackungen nimmt das Innovationsmanagement eine besondere Rolle ein. Es strukturiert die Entwicklung fortschrittlicher, belastbarer und ressourceneffizienter Lösungen, die den individuellen Anforderungen der Anwender entsprechen und zugleich aktuellen ökologischen, regulatorischen und ökonomischen Standards gerecht werden. Dazu zählen kreislauffähige Designs, material- und energiesparende Produktionsprozesse, funktionsoptimierte Konstruktionen (z. B. durch geeignete Rillungen oder Öffnungshilfen) sowie belastbare Prüf- und Validierungskonzepte entlang der gesamten Lieferkette. Ergänzend umfasst es die digitale Durchgängigkeit von Daten (z. B. CAD-, Stücklisten- und Prüfdaten), die systematische Nutzung von Produktions- und Qualitätsinformationen (Shopfloor- und Prüfstandsdaten) sowie die enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklung, Einkauf, Produktion, Qualitätssicherung, Logistik und Kundenservice. So entstehen Verpackungslösungen, die Schutzfunktion, Kostenstabilität, Materialeffizienz und Recyclingfähigkeit ausgewogen verbinden.

Definition: Was versteht man unter Innovationsmanagement?

Das Innovationsmanagement bezeichnet die systematische Planung, Steuerung und Kontrolle von neuen Ideen, Verbesserungen und Erfindungen innerhalb einer Organisation. Es umfasst den gesamten Weg von der strukturierten Ideensuche über die Bewertung und Priorisierung bis zur Umsetzung, Skalierung und kontinuierlichen Verbesserung. Ziel ist es, aus Neuheiten einen messbaren Nutzen zu generieren – etwa durch stabilere, materialsparende oder prozesssichere Lösungen. In der Wellpappenindustrie betrifft dies zum Beispiel die Entwicklung neuer umweltfreundlicher Materialqualitäten, optimierter Wellpappenkombinationen (z. B. E/B-Wellen), funktionaler Zusatzelemente oder einer besonders effizienten, reproduzierbaren Fertigung. Ebenso gehören Prozess- und Serviceinnovationen dazu, etwa standardisierte Musterprozesse, verbesserte Datenbereitstellung für Lieferkettenpartner oder adaptive Verpackungskonzepte, die sich flexibel an unterschiedliche Produktabmessungen anpassen lassen.

Ziele und Aufgaben im Überblick

  • Ausrichtung und Strategie: Innovationsfelder definieren, Roadmaps erstellen, Ressourceneinsatz und Prioritäten abstimmen.
  • Ideenmanagement: Systematische Erfassung, Bewertung und Auswahl von Ideen aus Markt, Technik und Produktion.
  • Umsetzung: Entwicklung, Prototyping, Test, Industrialisierung und Markteinführung koordinieren.
  • Wissensmanagement: Ergebnisse sichern, dokumentieren und für Folgeprojekte nutzbar machen.
  • Risikosteuerung: Technische, wirtschaftliche und regulatorische Risiken früh erkennen und absichern.

In der Praxis ergänzen Leitplanken wie Zielmetriken, Material- und Qualitätsrichtlinien sowie definierte Freigabeprozesse die genannten Aufgaben. Klare Verantwortlichkeiten, schlanke Kommunikationswege und standardisierte Vorlagen (z. B. Lasten-/Pflichtenhefte, Prüfanweisungen) erhöhen die Nachvollziehbarkeit und Wiederholbarkeit über Projekte hinweg.

Wie funktioniert das Innovationsmanagement in der Wellpappe-Industrie?

Das Innovationsmanagement im Bereich der Wellpappe beginnt mit der Identifikation von Potenzialen für Optimierungen oder Neuentwicklungen. Diese ergeben sich häufig aus Kundenanforderungen (z. B. Belastbarkeit, Bedruckbarkeit, vereinfachtes Handling), regulatorischen Rahmenbedingungen (z. B. Recyclingfähigkeit) sowie aus Effizienz- und Qualitätszielen in der Produktion. Anschließend folgen Konzeption, Prototyping, qualitätssichernde Tests, Pilotierung und die Implementierung in Serie. Kosten, Zeit und Qualität werden dabei durchgängig gemessen und aktiv gesteuert, um den angestrebten Nutzen zuverlässig zu erreichen. Zusätzlich werden Wechselwirkungen zwischen Konstruktion, Materialauswahl, Druckbild, Rillparametern und Weiterverarbeitung frühzeitig betrachtet, um spätere Schleifen und Ausschuss zu vermeiden und eine robuste Serienfähigkeit sicherzustellen.

Phasen im Überblick

  1. Entdecken und Verstehen: Markt- und Trendbeobachtung, Kundeninterviews, Auswertung von Reklamations- und Produktionsdaten, Benchmarking.
  2. Konzipieren und Bewerten: Variantenbildung, Funktionsanalysen, Machbarkeits- und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen, Priorisierung mittels Portfolio-Ansätzen.
  3. Prototyping und Test: CAD-Konstruktion, Weißmuster, Funktions- und Belastungstests (z. B. ECT/BCT, Fall- und Klimaprüfungen), Drucktests und Verarbeitungsversuche.
  4. Pilotierung und Skalierung: Prozessabnahmen, Bemusterungen, Parameterfestlegung für stabile Serienprozesse, Überführung in standardisierte Abläufe.
  5. Implementierung und Lernen: Einlaufphase monitoren, Kennzahlen auswerten, Erkenntnisse dokumentieren und in Folgeprojekte übertragen.

Entscheidungen werden dabei anhand definierter Meilensteine getroffen. Zu jedem Gate gehören klare Kriterien, etwa Nachweise zur Maßhaltigkeit, Prozessfähigkeit, Verpackungsstabilität unter klimatischen Einflüssen und zur Eignung für Lagerung, Transport und Kommissionierung. Parallel werden Rückmeldungen aus der Produktion und aus Feldtests integriert, um das Konzept iterativ zu verfeinern.

Methoden und Werkzeuge

  • Design Thinking, TRIZ und QFD zur bedürfnisgerechten Lösungsfindung.
  • Stage-Gate-Modelle zur transparenten Entscheidungsfindung in Meilensteinen.
  • Ökobilanzierung zur Bewertung von Materialeinsatz, Wiederverwertbarkeit und Emissionen.
  • Versuchsmethodik (DoE) für robuste Parameterfindung in der Produktion.
  • Standardreferenzen (z. B. FEFCO-Codes) für eindeutige Definitionen und Vergleichbarkeit.

Ergänzend haben sich Risikoanalysen (z. B. FMEA) zur Absicherung kritischer Konstruktions- und Prozessschritte, digitale Produktdatenstände mit Versionierung (PLM/Produktdatenmanagement) sowie strukturierte Änderungsprozesse (Engineering Change) bewährt. Visualisierte Boards, Kanban-gestützte Abläufe und definierte Prüfschritte erleichtern die Synchronisation zwischen Konstruktion, Druckvorstufe, Rillung/Zuschnitt, Klebung und Logistik.

Besonderes Augenmerk gilt der passgenauen Auslegung von Konstruktion und Logistik – etwa für die Palettierung, die Stapelstabilität und die Handhabung entlang der Lieferkette. Prüfverfahren und Muster orientieren sich an klar definierten Vorgaben; hilfreiche Vertiefungen liefern etwa weiterführende Erläuterungen zu Abmessungen und Toleranzen in der Entwicklung, die eine konsistente Auslegung und Qualitätssicherung unterstützen. Neben der geometrischen Auslegung sind zudem Fasermix, Flächengewichte, Klebstoffsysteme, Feuchteverhalten und Druckbildqualität zu berücksichtigen, um die Funktion der Verpackung über den gesamten Lebenszyklus abzusichern.

Welche Rolle spielen Innovationen für die Wellpappen-Industrie?

Innovationen können die Wettbewerbsfähigkeit einer Organisation in der Wellpappenbranche deutlich verbessern. Sie erhöhen Produktivität und Prozesseffizienz, senken den Material- und Energieeinsatz und tragen zu gleichbleibender Qualität bei. Darüber hinaus ermöglichen sie das Erschließen neuer Anwendungsfelder, die Anpassung an veränderte Logistikanforderungen (z. B. im Onlinehandel) und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Portfolios. Insbesondere in dynamischen Märkten unterstützen strukturierte Innovationsprozesse die Einhaltung regulatorischer Anforderungen, die Sicherung von Lieferfähigkeit sowie die transparente Kommunikation von Produkteigenschaften entlang der Supply Chain.

Wirkfelder und Beispiele

  • Material- und Designoptimierung: Leichtbau durch geeignete Wellenkombinationen, funktionsintegrierte Elemente für einfaches Öffnen und Wiederverschließen, konstruktive Stabilisierung für bessere Stapel- und Transportsicherheit.
  • Druck- und Oberflächentechnik: Verbesserte Lesbarkeit, Markierung und Rückverfolgbarkeit; bedarfsgerechte Veredelung ohne die Recyclingfähigkeit zu beeinträchtigen.
  • Prozess- und Automatisierungsgrad: Wiederholgenaue Rillung, sauberer Zuschnitt, stabile Verklebung, reduzierte Stillstände und Ausschussminimierung.
  • Nachhaltigkeit und Kreislaufführung: Erhöhung des Faserrezyklatanteils, Minimierung von Zusatzstoffen, robuste Auslegung für Mehrfachnutzung, klare Trennbarkeit nach Gebrauch.
  • Logistiktauglichkeit: Optimierung für standardisierte Ladehilfsmittel, Schutz vor Kanten- und Flächendruck, Eignung für wechselnde klimatische Bedingungen.

Praxisbeispiele umfassen modulare Verpackungssysteme zur Reduktion von Varianten, integrierte Polsterelemente aus Wellpappe als Ersatz für Fremdmaterialien, sowie konstruktive Anpassungen zur Verbesserung der Pickfähigkeit in automatisierten Lagern. Auch die datenbasierte Feinjustierung von Rill- und Klebeparametern kann Ausschuss senken und die Wiederholgenauigkeit erhöhen.

Vor- und Nachteile von Innovationsmanagement

Das Innovationsmanagement bietet zahlreiche Vorteile: Es strukturiert Entscheidungswege, sorgt für Transparenz in der Priorisierung, verbessert die Ressourcennutzung und steigert die Liefertreue durch belastbare Prozesse. Gleichzeitig erhöht es die Wahrscheinlichkeit, dass neue Lösungen passgenau, wirtschaftlich und normkonform umgesetzt werden. Auf der anderen Seite erfordert es Zeit, Budget und qualifizierte Teams. Nicht jede Idee trägt, und Pilotversuche können scheitern oder mehr Iterationen nötig machen. Deshalb sind klare Ziele, belastbare Kennzahlen und eine lernorientierte Kultur wichtig. Entscheidend ist zudem eine realistische Ressourcenplanung, die Abstimmung mit Lieferanten (z. B. Papierqualitäten, Klebstoffe) und die frühzeitige Einbindung von Qualitätssicherung und Logistik.

  • Vorteile: Gezielte Portfolioentwicklung, messbare Qualitäts- und Effizienzgewinne, kürzere Anlaufkurven, geringere Fehlerkosten durch frühe Tests.
  • Herausforderungen: Ressourcenbindung, Koordinationsaufwand zwischen Entwicklung, Produktion und Logistik, Unsicherheiten in frühen Phasen, potenzielle Zielkonflikte (z. B. Kosten vs. Performance).
  • Praxisnutzen: Strukturierte Gate-Entscheidungen, dokumentierte Standards, wiederverwendbare Lösungsbausteine und belastbare Datenbasis für Folgeprojekte.

Eine ausgewogene Roadmap mit kurz-, mittel- und langfristigen Vorhaben reduziert Abhängigkeiten und schafft Planbarkeit. Lessons Learned, saubere Dokumentation und Wissensdatenbanken fördern die Wiederverwendung bewährter Bausteine und beschleunigen zukünftige Entwicklungen.

Kennzahlen und Steuerung

  • Time-to-Market: Dauer von der Idee bis zur Serienreife.
  • Trefferquote: Anteil erfolgreich implementierter Projekte im Verhältnis zu gestarteten Initiativen.
  • Qualitäts- und Prozesskennzahlen: Stabilität in Tests (z. B. ECT/BCT), Ausschuss- und Nacharbeitsquoten, Prozessfähigkeit.
  • Wirtschaftlichkeit: Material- und Prozesskosten, Nutzenpotenziale durch Redesign (z. B. Reduktion von Beschädigungen im Transport).

Ergänzende Steuerungsgrößen sind u. a. der Anteil wiederverwendeter Lösungsbausteine, der Grad der Standardkonformität, CO₂- und Energieindikatoren sowie die Nachweisführung zur Recyclingfähigkeit. Dashboards mit klaren Ampelkriterien und definierten Eskalationswegen erleichtern die Steuerung über alle Phasen hinweg.

Best Practices für das Innovationsmanagement in der Wellpappe

Bewährt haben sich klar abgegrenzte Verantwortlichkeiten (z. B. Product Owner in der Entwicklung), ein kontinuierlicher Ideenkanal mit definierter Bewertungssystematik sowie frühe, funktionsnahe Tests unter realistischen Belastungen. Detaillierte Spezifikationen zu Maßtoleranzen, Rillprofilen, Klebelinien und Bedruckung, kombiniert mit pragmatischen Prototypen, reduzieren Iterationsschleifen. Ein strukturierter Änderungsdienst, regelmäßige Retrospektiven und die konsequente Nutzung standardisierter Bauteile (z. B. FEFCO-Referenzen) sorgen für Konsistenz und Skalierbarkeit.

Regulatorische Rahmenbedingungen und Normen

Relevante Normen und Richtlinien unterstützen die Vergleichbarkeit und die Qualitätssicherung – etwa Prüf- und Leistungskennzahlen für Wellpappe, Anforderungen an Transport- und Falltests sowie Vorgaben zur Recyclingfähigkeit. Eine systematische Normenpflege im Innovationsprozess stellt sicher, dass Konstruktion, Materialwahl und Druckgestaltung konform bleiben und sich die Verpackung zuverlässig in vorhandene Kreislaufsysteme integrieren lässt. Dabei hilft eine enge Abstimmung mit Zulieferern und Partnern entlang der Wertschöpfungskette.

Fazit

Ein wirksam aufgesetztes Innovationsmanagement ermöglicht es, Neuheiten planbar, sicher und wirtschaftlich in die Praxis zu überführen. Entscheidend sind eine klare Zielsetzung, transparente Meilensteine, saubere Validierung und eine Kultur, die iterative Verbesserungen unterstützt. So lassen sich technische Anforderungen, ökologische Zielgrößen und wirtschaftliche Rahmenbedingungen ausgewogen verbinden. Kontinuierliches Lernen, belastbare Datenbasis und disziplinübergreifende Zusammenarbeit sorgen dafür, dass Lösungen für Wellpappen-Verpackungen dauerhaft funktionsfähig, effizient und kreislauffähig ausgelegt sind.

Zusammenfassung:

  • Das Innovationsmanagement ist ein Prozess, der darauf abzielt, neue und kreative Lösungen zu erfinden, um Wettbewerbsvorteile zu erzielen und Marktführer zu bleiben. Für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe herstellen, bedeutet dies die Entwicklung von effizienteren Produktionsprozessen oder die Erfindung besserer Verpackungsdesigns. Ergänzend umfasst es die strukturierte Validierung, das Wissensmanagement sowie die kontinuierliche Verbesserung in der Serie.
  • Es spielt eine zentrale Rolle bei der Identifizierung von Marktchancen und -bedürfnissen. Konkret kann es helfen, die Anforderungen von Kunden an Verpackungen aus Wellpappe besser zu verstehen und darauf zu reagieren, indem innovative und maßgeschneiderte Produkte entwickelt werden. Dazu gehören optimierte Materialeinsätze, funktionale Zusatzelemente und eine logistikgerechte Auslegung entlang der gesamten Lieferkette.
  • Das Innovationsmanagement beinhaltet nicht nur die Entwicklung neuer Produkte, sondern auch Verbesserungen in anderen Bereichen wie Betriebsabläufen, Kundenservice oder der Optimierung der Lieferkette. Für Verpackungsunternehmen kann dies die Implementierung von nachhaltigeren Praktiken oder Prozessen zur Verbesserung der Liefertreue umfassen. Ebenso relevant sind digitale Werkzeuge, standardisierte Daten und normgerechte Prüfkonzepte.
  • Wesentliche Erfolgsfaktoren sind klare Prioritäten, eine strukturierte Methodik (z. B. Stage-Gate) und belastbare Tests, um technische, ökologische und wirtschaftliche Zielgrößen abzusichern. Ergänzende Risikoanalysen und definierte Freigaben erhöhen die Robustheit und Nachvollziehbarkeit der Entscheidungen.
  • Transparente Kennzahlen helfen, Fortschritte zu messen und aus Projekten zu lernen, um zukünftige Vorhaben zielgerichtet zu verbessern. Dazu zählen Time-to-Market, Trefferquote, Qualitäts- und Prozesskennzahlen sowie Wirtschaftlichkeitsindikatoren, die auf eine nachhaltige und effiziente Umsetzung einzahlen.

Veröffentlicht am 06.06.2024
Letzte Überarbeitung am 01.09.2025 um 15:19 Uhr von Manuel Hofacker

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