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Lagerverwaltungssysteme

In der Welt der Wellpappe-Verpackungen sind effiziente Prozesse von entscheidender Bedeutung. An diesem Punkt kommen die Vorteile der Lagerverwaltungssysteme zum Tragen, da sie dazu beitragen, den Fluss und die Organisation der Materialien in einem Lager zu optimieren. Ziel ist es, Bestandsgenauigkeit, Durchlaufzeiten, Materialverfügbarkeit und Prozesssicherheit im täglichen Betrieb transparent zu steuern und kontinuierlich zu verbessern. Insbesondere bei schwankender Nachfrage, variierenden Losgrößen und komplexen Aufträgen sorgen geeignete Systeme für eine strukturierte, nachvollziehbare Steuerung aller Lagerbewegungen – vom Wareneingang bis zum Versand.

Im Kontext der Verpackungslogistik umfasst dies den gesamten Materialkreislauf: von Rohpapierrollen, Leimen und Hilfsstoffen über Wellpappbogen und Zuschnitte bis hin zu fertigen Kartonagen, Ladeeinheiten und Retouren. Ein konsequent eingesetztes System unterstützt darüber hinaus Arbeitssicherheit, Ergonomie und Ordnung (5S), reduziert Suchzeiten und ermöglicht belastbare Auswertungen zu Bestand, Umlauf und Verbräuchen.

Definition: Was versteht man unter Lagerverwaltungssystemen?

Ein Lagerverwaltungssystem (LVS) ist eine Softwareanwendung, die den täglichen Betrieb in einem Lager unterstützt. Es bietet detaillierte Informationen über den aktuellen Bestand, die Standortverwaltung sowie die Planung und Kontrolle von Lageraufgaben. Neben der Bestandsführung gehören dazu unter anderem das Management von Artikelstammdaten, die Verwaltung von Chargen- und Seriennummern, unterschiedliche Strategien zur Ein- und Auslagerung (z. B. FIFO/FEFO), Nachschubsteuerung, Inventurverfahren sowie die Anbindung an angrenzende Systeme wie ERP und Produktionssteuerung.

  • Transparenz: Echtzeit-Einblick in Bestände, Lagerorte und Bewegungen.
  • Prozesssteuerung: Regelwerke für Einlagerung, Umlagerung, Kommissionierung und Konsolidierung.
  • Rückverfolgbarkeit: Lückenlose Dokumentation von Materialflüssen und Zuständen.
  • Integration: Schnittstellen zu Scannern, MDE-Geräten, Druckern und weiteren IT-Systemen.

Im operativen Alltag ergänzen standardisierte Lösungen die Softwareunterstützung; siehe hierzu schnell verfügbare Verpackungen direkt ab Lager.

Ein LVS bildet üblicherweise Lagerstrukturen bis auf Stellplatzebene ab, inklusive Sperr-, Quarantäne- und Gefahrstoffbereichen. Ergänzend werden Kennzahlen wie Bestandsgenauigkeit, Servicegrad und Umlagerungsquote geführt, um Entscheidungen datenbasiert und nachvollziehbar zu treffen.

Abgrenzung zu ERP, MFS und WCS

Während ERP-Systeme kaufmännische Prozesse (Beschaffung, Disposition, Faktura) steuern, verantwortet das LVS die operative Abwicklung auf Lager- und Stellplatzebene. Materialfluss- oder Warehouse-Control-Systeme (MFS/WCS) steuern Fördertechnik, Shuttles oder automatische Lager; sie greifen auf Aufträge und Regeln des LVS zu. Eine klare Aufgabenteilung verhindert Doppelpflege und Inkonsistenzen.

Funktionsweise und Anwendungsbereiche eines Lagerverwaltungssystems

Lagerverwaltungssysteme erleichtern die Verwaltung durch den Einsatz modernster Technologie. Durch den Einsatz von Barcodes, RFID-Technologie, mobilen Geräten und innovativen Software-Anwendungen können Lageraufgaben optimiert und Fehler minimiert werden. Anwendungsbereiche sind die Erfassung von Wareneingängen, die Lagerplatzverwaltung, der Kommissionierprozess und die Verwaltung der Ladeeinheiten.

Wareneingang und Qualitätssicherung

Am Wareneingang unterstützen LVS die Prüfung gegen Bestell- und Lieferdaten, die Erfassung von Chargeninformationen und das Anstoßen qualitätsrelevanter Prüfschritte. Abweichungen werden dokumentiert, Sperr- und Freigabestatus eindeutig gekennzeichnet.

Lagerplatzverwaltung und Slotting

Mit Hilfe definierter Strategien werden Waren optimalen Stellplätzen zugeordnet. Kriterien sind u. a. Nachfragehäufigkeit, Gewichts- und Handling-Eigenschaften sowie Sicherheits- und Zugriffsregeln. Dynamisches Slotting reduziert Wegezeiten und erhöht die Flächen- und Prozess-Effizienz.

Kommissionierung, Nachschub und Konsolidierung

Pick-Methoden wie Einzel-, Batch-, Zonen- oder Multi-Order-Kommissionierung werden durch digitale Picklisten und Wegeoptimierung unterstützt. Automatisierter Nachschub verhindert Unterbrechungen, während Konsolidierung und Packvorgänge strukturiert zusammengeführt werden.

Verladung, Bestandsführung und Inventur

Vor der Verladung erstellt das System Versandlabels und dokumentiert die Zuordnung zu Ladeeinheiten. Zyklische Inventuren und permanent aktualisierte Bestände reduzieren Zählaufwände und erhöhen die Datenqualität im Tagesgeschäft.

Kennzeichnung und Identifikationssysteme

Standardisierte Etiketten und Codes (z. B. GS1-128, NVE/SSCC) ermöglichen die eindeutige Identifikation von Rollen, Bogen, Kartonagen und Paletten. Einheitliche Nomenklaturen für Artikel, Gebinde und Ladehilfsmittel reduzieren Verwechslungen und erleichtern Cross-Docking sowie Konsolidierung.

Value-Added-Services und Verpackungsprozesse

Zusatzleistungen wie Set-Bildung, Umpacken, Bündeln, Etikettieren oder die Qualitätssicherung von Wellpappe-Verpackungen werden als Arbeitsschritte im LVS geführt. Zeitstempel, Ressourcen und Materialverbräuche werden dokumentiert, sodass Nachkalkulation und Reklamationsbearbeitung belastbar sind.

Bestandscontrolling und Cycle Counting

ABC/XYZ-Analysen, ereignisgesteuerte Nachzählungen und zyklische Inventuren (Cycle Counting) sichern die Bestandsgenauigkeit. Sperrgründe, Mindesthaltbarkeitsdaten (MHD), Restlaufzeiten und FEFO-Regeln lassen sich differenziert steuern, um Materialverluste und Ausschuss zu vermeiden.

Integration von Lagerverwaltungssystemen in die Wellpappe-Produktion

Im spezifischen Kontext der Wellpappe-Produktion ermöglichen die Systeme eine präzise Kontrolle und Optimierung der Verpackungsprozesse. Sie können zur Überwachung von Lagerbeständen an Rohmaterial und Fertigprodukten, zur Verbesserung der Verpackungseffizienz sowie zur Unterstützung von Qualitätskontrollen und Zertifizierungsanforderungen verwendet werden.

Schnittstellen zu ERP und Produktion

Über standardisierte oder individuelle Schnittstellen tauscht das LVS Auftrags-, Material- und Statusdaten mit ERP- und Produktionssystemen aus. Produktionsrückmeldungen (z. B. Gutmenge, Ausschuss, Rüststatus) fließen zurück und ermöglichen eine konsistente Planung und Steuerung.

Materialfluss in der Praxis

Rohmaterialien werden nach Spezifikation eingelagert, Halbfertigwaren eindeutig gekennzeichnet und Fertigprodukte gemäß Auftragspriorität bereitgestellt. Die eindeutige Identifikation jeder Einheit unterstützt Rückverfolgbarkeit, Audit- und Dokumentationspflichten.

Qualität und Rückverfolgbarkeit

Prüfvorgaben, Freigabestatus und eventuelle Sperrungen werden im System geführt. Dadurch lassen sich Prüflose, Ursachenanalysen und Korrekturmaßnahmen nachvollziehbar dokumentieren und auswerten.

Stammdaten und Verpackungsspezifika

Artikelstämme beinhalten wellpappespezifische Merkmale wie Wellenprofil, Qualität, Flächengewicht, Abmessungen und Verpackungseinheiten. Ebenfalls relevant sind Ladungssicherungsvorgaben, Palettenmuster, Höhenschwerpunkte und zulässige Stapelungen, damit Ein- und Auslagerung sicher und regelkonform erfolgen.

Vor- und Nachteile von Lagerverwaltungssystemen

Die Implementierung eines Lagerverwaltungssystems bietet zahlreiche Vorteile. Es erhöht die Effizienz und Genauigkeit des Lagers, indem es manuelle und papierbasierte Prozesse automatisiert. Dadurch wird die Wahrscheinlichkeit von Fehlern verringert, was zu höherer Kundenzufriedenheit führt. Zudem ermöglicht die digitale Dokumentation einen besseren Überblick über den gesamten Lagerbetrieb. Unter den Nachteilen solcher Systeme sind die hohen Implementierungskosten und der Bedarf an technischer Expertise zu nennen. Darüber hinaus erfordert die Einführung eines neuen Systems in der Regel eine umfassende Schulung der Mitarbeiter. Es ist auch wichtig zu beachten, dass Lagerverwaltungssysteme nur effektiv sind, wenn sie korrekt und konsequent genutzt werden.

  • Vorteile: höhere Bestandsgenauigkeit, nachvollziehbare Prozesse, geringere Fehlerraten, belastbare Kennzahlen und strukturierte Inventuren.
  • Herausforderungen: Aufwände für Einführung, Schulung und Change-Management sowie Abhängigkeit von Stammdatenqualität und Systemverfügbarkeit.
  • Wirtschaftlichkeit: Der Nutzen entsteht durch Prozesssicherheit, Zeitersparnis und reduzierten Korrekturaufwand; eine sorgfältige Projektplanung ist dafür Voraussetzung.
  • Skalierbarkeit: Erweiterbarkeit um Automatisierungstechnik, zusätzliche Lagerbereiche oder neue Produktlinien ist möglich, setzt aber saubere Schnittstellenstandards voraus.
  • Risikomanagement: Fallback-Prozesse, Offline-Szenarien für MDE-Geräte und regelmäßige Datensicherungen sind essenziell, um Betriebsunterbrechungen zu vermeiden.

Zukunft der Lagerverwaltungssysteme in der Wellpappe-Branche

Die fortschreitende Digitale Transformation spielt auch für die Zukunft der Lagerverwaltungssysteme eine große Rolle. Innovationen wie künstliche Intelligenz oder maschinelles Lernen könnten dazu beitragen, die Effizienz solcher Systeme weiter zu steigern. Somit könnten sie einen wichtigen Beitrag leisten, um die Produktivität und Nachhaltigkeit in der Wellpappe-Branche global zu verbessern.

Trends und Technologien

IoT-Sensorik, Computer-Vision, prädiktive Analysen und digitale Zwillinge ermöglichen präzisere Prognosen, automatisierte Nachschubentscheidungen und eine verbesserte Ressourcennutzung. Mobile Assistenzsysteme und sprachgestützte Anwendungen erhöhen die Bedienfreundlichkeit im operativen Umfeld.

Nachhaltigkeit und Transparenz

Durch detaillierte Prozess- und Bestandsdaten lassen sich Verbräuche, Umläufe und Stillstände systematisch analysieren. Das unterstützt nachhaltige Entscheidungen, etwa durch reduziertes Umlagern, minimierten Ausschuss und stabile Prozessketten.

Automatisierung und Robotik

Fahrerlose Transportsysteme, autonome Flurförderzeuge und kollaborative Robotik lassen sich über das LVS takten. Voraussetzung sind belastbare Stammdaten, definierte Übergabepunkte und durchgängige Identifikation der Ladeeinheiten.

Datenqualität und Governance

Verbindliche Richtlinien für Stammdaten, Versionierung von Prozessregeln und regelmäßige Audits sichern langfristig Konsistenz. Monitoring, Alarmierung und Dashboards unterstützen die Früherkennung von Engpässen und Abweichungen.

Zusammenfassung:

  • Lagerverwaltungssysteme helfen Unternehmen dabei, den Überblick über Waren und Materialien, wie zum Beispiel Verpackungen aus Wellpappe, zu behalten. Sie ermöglichen eine effizientere Nutzung des Lagerplatzes und helfen dabei, die Kosten für Lagerhaltung zu senken.
  • Sie erleichtern die Bestandsermittlung und -kontrolle, wodurch der Bedarf an Wellpappe-Verpackungen präziser ermittelt werden kann. Das trägt zu einer optimierten Lagerstruktur und reibungslosen Beschaffungsprozessen bei.
  • Mit Hilfe von Lagerverwaltungssystemen lassen sich zudem Versand- und Lieferprozesse effizienter gestalten. Unternehmen können so sicherstellen, dass ihre Produkte, verpackt in stabilen Wellpappe-Verpackungen, rechtzeitig und in optimaler Qualität geliefert werden.
  • Integrierte Schnittstellen, klare Regeln und verlässliche Stammdaten sind zentrale Erfolgsfaktoren für eine stabile, auditierbare Lagerlogistik im Umfeld der Wellpappe-Produktion.
  • Mittelfristig prägen datengetriebene Entscheidungen und automatisierte Workflows die Weiterentwicklung, wodurch Planbarkeit und Prozesssicherheit zunehmen.
  • Praktisch bewährt haben sich standardisierte Kennzeichnung, eindeutige Ladeeinheiten (SSCC), definierte Slotting-Regeln und zyklische Inventuren zur Sicherung der Bestandsqualität.
  • Die Kombination aus Transparenz, Prozessdisziplin und passgenauer Integration in ERP und Produktion schafft eine belastbare Grundlage für kontinuierliche Verbesserung in Lager und Versand.

Veröffentlicht am 15.05.2025
Letzte Überarbeitung am 03.12.2025 um 12:04 Uhr von Manuel Hofacker

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