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Lärmschutzverpackung
Das Bedürfnis nach effektivem Lärmschutz gehört mittlerweile zu den wesentlichen Anforderungen im modernen Versandhandel und in der Intralogistik. Dabei spielt die Verpackung eine primäre Rolle – sie schützt den Inhalt und soll zugleich unerwünschte Geräusche beim Kommissionieren, Bewegen und Transport minimieren. Typische Geräuschquellen sind klappernde Bauteile, aneinanderstoßende Komponenten, Reibegeräusche in Hohlräumen oder schwingende Trennlagen. Aus diesem Grund hat sich in der Wellpappe-Industrie das Konzept der Lärmschutzverpackung, auch akustische Verpackung genannt, etabliert. Sie adressiert lärmsensible Umgebungen wie Büros, Kliniken, Wohngebiete oder Nachtzustellungen ebenso wie lärmbewusste Produktionsbereiche. Ergänzend rückt die Reduktion von Lärmemissionen (z. B. gemessen als dB(A)) in Distributionszentren und auf Förderstrecken in den Fokus, um Arbeitsplätze ergonomisch zu gestalten und die wahrgenommene Qualität des Verpackungsprozesses zu verbessern.
Definition: Was versteht man unter einer Lärmschutzverpackung?
Die Lärmschutzverpackung ist eine spezielle Form der Wellpappverpackung, deren Konstruktion darauf ausgelegt ist, Geräusche, die beim Bewegen, Schütteln oder Transportieren des verpackten Gegenstands entstehen, deutlich zu reduzieren. Neben dem Schutz vor Stößen und Druck werden schallrelevante Effekte gezielt adressiert: Durch schallabsorbierende und -dämpfende Strukturen in Kombination mit einer sicheren Fixierung des Packguts werden Luft- und Körperschall gemindert. Dies erfolgt über Materialauswahl (z. B. mehrlagige Wellpappstrukturen), Geometrie (Hohlraummanagement, Kammerbildung) sowie passende Verschluss- und Einlegeelemente. Ziel ist eine kontrollierte Reduktion der Geräuschpegel in praxisnahen Lastfällen wie Vibration, Rütteln, Absetzen oder Aufnehmen. In der Anwendung bedeutet dies, dass die Verpackung neben mechanischer Schutzwirkung auch akustische Anforderungen erfüllt, die sich anhand definierter Prüfbedingungen nachvollziehbar dokumentieren lassen.
Der eng verknüpfte Bezug zur Umweltfreundlichkeit
Von der Herstellung bis zur Entsorgung schont die Lärmschutzverpackung die Umwelt: Für die Produktion wird überwiegend Altpapier genutzt – ein ressourcenschonender Rohstoff mit etabliertem Recyclingkreislauf. Wellpappe ist recyclingfähig und kann nach Benutzung dem Altpapier zugeführt oder wiederverwendet werden. Monomaterial-Konzepte erleichtern die sortenreine Entsorgung, vermeiden Verbundstoffe und fördern die Kreislaufführung. Durch den sicheren Umschluss des Produkts werden Transportschäden und damit verbundene Ersatzlieferungen und Materialverluste reduziert. Ergänzend kann der Einsatz von alternativen Faserstoffen (z. B. Gras- oder Zellulosevliese als Zwischenlagen) geprüft werden, sofern diese die akustischen und mechanischen Anforderungen erfüllen. Auch emissionsarme Druck- und Klebstoffsysteme tragen zur Gesamtökobilanz bei, ohne den Lärmschutz zu beeinträchtigen. Störstoffarme Klebungen, mineralölfreie Farben und materialeinheitliche Inlays unterstützen die Wiederverwertung und ermöglichen eine akustisch wirksame, zugleich kreislauffähige Verpackungsgestaltung.
Die Rolle der Lärmschutzverpackung für Versandhandel und Industrie
Im Versand und in der Industrie bietet eine Lärmschutzverpackung aus Wellpappe einen kombinierten Nutzen: Sie reduziert hörbare Geräusche und schützt den Inhalt vor Stößen, Druck, Abrieb und Vibration. Die Handhabung bleibt effizient, da Konstruktionen flachliegend platzsparend gelagert, schnell aufgerichtet und gut in bestehende Packprozesse integriert werden können. Ihren Mehrwert zeigt sie in lärmsensiblen Bereichen wie Krankenhäusern, Büros oder Wohnquartieren, bei Nachtlogistik, in Mikro-Hubs und in geräuschkritischen Produktionszonen. Gleichzeitig verbessert sie die Arbeitsbedingungen im Pack- und Wareneingangsbereich, indem klappernde Sendungen reduziert und wiederkehrende Geräusche vermieden werden. Dies wirkt sich positiv auf Konzentration, Kommunikation und die subjektive Wahrnehmung der Lieferqualität aus – insbesondere bei Mehrartikel-Sendungen, Retourenbearbeitung und sequentiellen Kommissionierprozessen.
Funktionsprinzipien und Konstruktionsmerkmale
Lärmminderung in der Wellpappkonstruktion beruht auf einem abgestimmten Zusammenspiel aus Dämpfung, Absorption, Entkopplung und Fixierung:
- Absorption: Faserige Strukturen, Hohlraumkammern und poröse Zwischenlagen wandeln Schallenergie in Wärme um und mindern Luftschall.
- Dämpfung: Mehrlagige Wellenkombinationen (z. B. Doppel- oder Triple-Wall) reduzieren Schwingungsamplituden; das Flächengewicht beeinflusst Resonanzverhalten und Eigenfrequenzen.
- Entkopplung: Inlays, Klemm- oder Halteelemente verhindern direkten Kontakt zwischen Bauteilen und minimieren Körperschallübertragung.
- Fixierung: Maßhaltige Aufnahmen, Formeinlagen und passgenaue Einsteckhilfen begrenzen Spiel, sodass kein Klappern entsteht.
- Hohlraummanagement: Zielgerichtete Kammerbildung vermeidet großvolumige Resonanzräume; kleine definierte Lufteinschlüsse können dämpfend wirken.
- Verschlüsse und Öffnen: Geräuscharme Verschlussarten (z. B. Einstecklaschen, Selbstklebestreifen) und sauber ausgelegte Perforation für das Öffnen unterstützen den akustischen Gesamteindruck.
Konstruktion und Materialien im Detail
Die akustische Performance wird von Wellenprofil (z. B. B-, C-, E-Welle), Wellenkombinationen (BC, EB), Flächengewicht, Linerqualität und Feuchtegehalt beeinflusst. Höhere Flächengewichte und mehrlagige Aufbauten erhöhen in der Regel die Dämpfung, jedoch auch das Eigengewicht. Zwischenlagen aus Recyclingfasern, Papierpolster oder Zellstoffvliese dienen als akustische Puffer, wenn sie passgenau eingesetzt werden. Bei empfindlichen Oberflächen ist eine weiche Kontaktzone sinnvoll, um Reibegeräusche zu minimieren. Die Auswahl der Verschlusslösung sollte neben Sicherheit auch die Geräuschemission beim Verkleben, Öffnen und Wiederverschließen berücksichtigen. Ergänzend können Mikroflute-Qualitäten (z. B. F- oder G-Welle) als Inlaymaterial für präzise Klemmaufnahmen verwendet werden; Klebelinien und Rillungen sind so zu bemessen, dass keine klappernden Überstände oder steifen Kanten entstehen, die Geräusche erzeugen.
Prüfmethoden und Bewertung der Geräuschreduktion
Zur Beurteilung der Wirksamkeit werden praxisnahe Tests herangezogen. Relevante Methoden sind:
- Schüttel- und Rütteltest: Simulation von Pakettransporten und Intralogistikbewegungen; subjektive Hörprüfung und objektive Pegelmessung (dB(A)).
- Fall- und Absetztests: Standardisierte Fallhöhen, Absetzgeräusche und Nachschwingverhalten werden bewertet.
- Vibrationstests: Frequenz-Sweeps zur Erkennung von Resonanzen in typischen Transportfrequenzen.
- Frequenzanalyse: Identifikation problematischer Bereiche (häufig 200–2.000 Hz) zur gezielten Optimierung von Dämpfung und Entkopplung.
Wichtig ist die Wiederholbarkeit der Tests, die Definition einheitlicher Prüflinge und eine dokumentierte Packanweisung. Die Kombination aus objektiver Messung und erfahrungsbasierter Hörprobe führt zu belastbaren Ergebnissen. Ergänzend empfiehlt sich die Festlegung von Zielwerten für Schalldruckpegel, die Beschreibung der Messumgebung (Hintergrundgeräusch, Abstand, Mikrofonposition) sowie die Nutzung von Zeitverlaufs- und Spektrumsanalysen zur Beurteilung des Klangcharakters.
Einsatzfelder und typische Anwendungsbeispiele
- Metallische Kleinteile und Verbindungselemente, die zum Klappern neigen.
- Präzisionsteile, die nicht aneinanderstoßen dürfen (optische oder elektronische Baugruppen).
- Setzanfällige Komponenten mit toleranzbedingtem Spiel im Innenraum.
- Mehrteilige Kits, bei denen Trennlagen und Kammern Körperschall minimieren.
- Lärmsensible Belieferungen von Kliniken, Bildungseinrichtungen, Bibliotheken und Bürostandorten.
- Labor- und Medizinkomponenten, deren ruhiger Transport zur Funktionssicherheit beiträgt.
- Ersatzteile mit unterschiedlichen Geometrien, die durch modulare Inlays definiert fixiert werden.
- Beschläge, Befestigungssätze und Kleingebinde, die in Kammern separiert und entkoppelt verpackt werden.
Praxis: Auslegung, Abmessungen und Handhabung
Eine akustisch optimierte Konstruktion beginnt mit der passgenauen Auslegung: Die Abmessungen der Umverpackung, die Lage und Fixierung des Inhalts sowie die Auswahl der Zwischenlagen müssen aufeinander abgestimmt sein. Toleranzen sind so zu wählen, dass keine Reib- oder Stoßgeräusche entstehen. Eine dokumentierte Packanweisung reduziert Anwendungsfehler, etwa unzureichendes Fixieren, übermäßige Hohlräume oder falsch positionierte Einleger. Je nach Produkt helfen praxisnahe Systeme zum Füllen und Polstern, Restspiel zu schließen und Resonanzen zu vermeiden. In der Umsetzung bewährt sich eine leicht vorspannende Klemmung (geringes positives Spiel) an definierten Kontaktflächen, während potenzielle Reibstellen mit weichen, faserbasierten Zwischenlagen entkoppelt werden. Kennzeichnungen und Öffnungshilfen sind so auszulegen, dass beim An- und Absetzen, beim Hineingreifen und beim Wiederverschließen keine zusätzlichen Geräusche entstehen.
Vor- und Nachteile von Lärmschutzverpackungen aus Wellpappe
Die Vorteile sind vielfältig: Reduktion von Geräuschen bei Transport und Handhabung, Schutz vor mechanischen Einwirkungen und eine hohe Umweltverträglichkeit durch recyclingfähige Faserrohstoffe. Die Konstruktionen sind in der Praxis effizient, gut stapelbar und lassen sich in bestehenden Prozesse integrieren. Dennoch existieren Grenzen. Je nach Größe und Gewicht des Packguts können Konstruktionen weniger flexibel sein und mehr Material erfordern. Ungeeignet gestaltete Hohlräume können hohl klingen, was mitunter als geringere Wertigkeit empfunden wird. Zudem kann eine sehr starke Dämpfung das Öffnungserlebnis beeinflussen. Eine sorgfältige Abstimmung zwischen Dämpfung, Materialeinsatz und Handhabung ist daher entscheidend. Wirtschaftliche Aspekte wie Materialeffizienz, Rüstaufwand und Varianzfähigkeit sollten im Entwicklungsprozess mit der akustischen Zielsetzung in Einklang gebracht werden.
- Vorteile: hörbare Lärmreduktion, verbesserte Handhabung in sensiblen Bereichen, Schutzwirkung gegen Stöße und Vibration, recyclingfähige Materialien. Ergänzend: weniger Reklamationen aufgrund transportbedingter Geräuschentwicklung und ein ruhigerer Gesamteindruck in Prozessketten.
- Herausforderungen: höherer Konstruktionsaufwand, potenziell mehr Flächengewicht, sorgfältige Toleranzführung erforderlich, möglicher Eindruck von Hohlklang bei ungünstiger Geometrie. Zusätzlich können enge Toleranzen zu höheren Anforderungen an die Qualitätssicherung und die Packdisziplin führen.
Hinweise zur Implementierung und Qualitätssicherung
- Frühe akustische Bewertung in der Entwicklung, um Resonanzräume und Reibstellen zu vermeiden.
- Packanweisungen mit klaren Positionierungen, Reihenfolgen und Prüfkriterien für ruhiges Handling.
- Regelmäßige Stichproben im Warenausgang (Hörproben, Kurztests) zur Sicherung eines gleichbleibenden Geräuschniveaus.
- Berücksichtigung klimatischer Einflüsse (Feuchte) auf Steifigkeit, Dämpfung und Geräuschverhalten.
- Anpassung an Losgröße und Variantenvielfalt, etwa durch modulare Inlays und anpassbare Kammern.
- Festlegung von Grenzwerten (z. B. maximaler Schalldruckpegel im definierten Test) und dokumentierte Messprotokolle.
- Schulung der Mitarbeitenden zur korrekten Anwendung von Einlagen, Klebungen und Verschlüssen.
- Regelmäßiges Feedback aus Logistik und Wareneingang zur kontinuierlichen Optimierung der Konstruktion.
Akustische Kenngrößen und Zielgrößen
Für die Entwicklung und Bewertung können neben dem A-bewerteten Schalldruckpegel weitere Kenngrößen herangezogen werden, etwa Peak-Pegel für Stoßereignisse, spektrale Verteilungen zur Erkennung tonaler Anteile sowie Abklingzeiten nach Absetzvorgängen. Eine klare Definition der Zielgrößen und der dazugehörigen Prüfabläufe erleichtert die Vergleichbarkeit unterschiedlicher Konstruktionsvarianten und unterstützt die robuste Serienumsetzung.
Konstruktionsbeispiele und Best Practices
Kammern für Kleinteile
Segmentierte Fächer mit schmalen Stegen und definierten Anschlägen verhindern Relativbewegungen und reduzieren Klappern. Kleine kontrollierte Lufträume wirken dämpfend, ohne Resonanz zu fördern.
Formeinlagen mit Klemmzonen
Gestanzte Inlays aus Wellpappe oder Kartonwaben bilden umlaufende Kontaktflächen aus, die das Packgut fixieren und Körperschall entkoppeln. Lokale Weichzonen senken Reibgeräusche.
Faltkonstruktionen mit integrierten Dämpfungsbereichen
Mehrteilige Zuschnitte mit doppelt liegenden Bereichen im Boden oder Deckel erhöhen die Flächenmasse und damit die Dämpfung, ohne zusätzliche Materialien einzuführen.
Zusammenfassung:
- Als Lärmschutzverpackungen werden spezielle Verpackungen bezeichnet, die darauf ausgelegt sind, Geräuschentwicklung während des Transports oder bei der Handhabung zu minimieren.
- Insbesondere bei der Verwendung von Verpackungen aus Wellpappe ist ein adäquater Lärmschutz relevant, da diese Materialien häufig dazu neigen, unerwünschte Geräusche zu erzeugen, die von der Umgebung wahrgenommen werden können.
- Unternehmen, die auf der Suche nach praktischen und effizienten Verpackungslösungen sind, sollten die Wahl einer Lärmschutzverpackung in Betracht ziehen, um den Betriebslärm in ihren Anlagen zu reduzieren und dabei gleichzeitig die Qualität und Sicherheit ihrer verpackten Produkte zu gewährleisten.
- Lärmminderung beruht auf Absorption, Dämpfung, Entkopplung und sicherer Fixierung; Hohlraummanagement ist hierfür zentral.
- Nachhaltigkeitsaspekte werden durch recyclingfähige Faserrohstoffe, Monomaterial-Konzepte und reduzierte Transportschäden gestützt.
- Eine belastbare Bewertung erfolgt über Schüttel-, Fall- und Vibrationstests mit dokumentierten Packanweisungen.
- Die optimale Lösung entsteht aus dem Zusammenspiel von akustischer Wirksamkeit, passgenauer Konstruktion und effizienter Handhabung.
- Klare Zielgrößen, reproduzierbare Prüfabläufe und kontinuierliche Rückmeldungen aus der Praxis sichern langfristig ein niedriges Geräuschniveau und eine robuste Prozessfähigkeit.
Veröffentlicht am 22.04.2025
Letzte Überarbeitung am 02.01.2026 um 11:52 Uhr von Sebastian Würth