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Materialoptimierung

Die Materialoptimierung spielt eine zentrale Rolle in der Welt der Wellpappe-Verpackung. Sie ermöglicht es Unternehmen, den Materialeinsatz zu reduzieren und gleichzeitig die Qualität der Verpackung zu verbessern. Durch gezielte Anpassungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Rohstoffauswahl über den Klebstoffauftrag bis hin zur Prozesssteuerung – lassen sich Stabilität, Schutzfunktion und Ressourceneffizienz in ein ausgewogenes Verhältnis bringen. Dabei steht nicht die radikale Reduktion im Vordergrund, sondern die bedarfsgerechte Auslegung bezogen auf Belastungen, Transportwege, Klimaeinflüsse, Lagerdauer und logistische Anforderungen. Ergänzend werden ökobilanzielle Aspekte wie CO₂-Fußabdruck, Recyclingfähigkeit und Energieverbrauch in der Produktion berücksichtigt, um eine technisch und ökologisch stimmige Lösung zu erreichen.

Materialoptimierung adressiert sowohl ökologische als auch ökonomische Ziele: Sie senkt das Flächengewicht der eingesetzten Papiere und den Klebstoffverbrauch, reduziert Verschnitt und Ausschuss, verbessert die Prozessfähigkeit und stützt konsistente Qualitätskennwerte wie ECT (Edge Crush Test) und BCT (Box Compression Test). Ergänzend werden Prüf- und Messdaten genutzt, um Entscheidungen zu objektivieren und kontinuierliche Verbesserungen zu steuern. In der Praxis wirkt Materialoptimierung zudem auf Taktzeiten, Anlagenverfügbarkeit und Stabilität der Weiterverarbeitung (Rillen, Stanzen, Kleben), sodass qualitative und produktivitätsbezogene Effekte zusammengeführt werden. Relevante ergänzende Kennwerte sind beispielsweise RCT (Ring Crush Test), Planlage, Falzkraft und Klebefestigkeit.

Definition: Was versteht man unter Materialoptimierung?

Unter Materialoptimierung versteht man die Anstrengungen, den Einsatz von Rohstoffen und Materialien in Produktion und Verarbeitung zu optimieren. Ziel ist es, den Materialeinsatz zu minimieren, ohne dabei die Qualität oder Leistung des Endprodukts zu beeinträchtigen. Für die Wellpappe-Industrie bedeutet das, den Einsatz von Papier und Leim so weit wie möglich zu reduzieren. Dazu zählen unter anderem die Senkung von Papiergrammaturen, die Auswahl geeigneter Wellenprofile, die präzise Klebstoffdosierung sowie die Anpassung von Prozessparametern wie Feuchte, Temperatur und Bahnspannung. Der Ansatz ist systemisch: Werkstoffverhalten, Wellpappenkonstruktion, Faltschachteldesign und Prozessfenster werden gemeinsam betrachtet, um ein robustes und reproduzierbares Ergebnis zu erzielen.

Charakteristisch ist die Ausrichtung an funktionalen Anforderungen: Tragfähigkeit, Kantenstauchwiderstand, Stapelstabilität, Weiterverarbeitung (Rillen, Stanzen), Druckbild, Klimabeständigkeit und Schutz der verpackten Güter. Materialoptimierung grenzt sich ab von reiner Materialsubstitution; sie betrachtet das Gesamtsystem aus Werkstoff, Konstruktion und Prozess. Typische Hebel sind Materialeffizienz, Verschnittminimierung, konstruktive Auslegung, prozesssichere Rill- und Stanzqualitäten sowie ein datenbasiertes Qualitätsmanagement. Ergänzend fließen Designregeln (z. B. zu Rillverhältnissen, Klappengeometrien, Klebelaschen) ein, damit die mechanischen Eigenschaften der Wellpappe in der fertigen Verpackung wirksam zur Geltung kommen.

Prozess der Materialoptimierung in der Wellpappenherstellung

Der Prozess der Materialoptimierung in der Wellpappenherstellung beginnt bereits mit der Auswahl der Rohstoffe. Durch eine genaue Analyse der Papierqualität und der Klebstoffe können die Mengen reduziert werden. Moderne Produktionsanlagen und eine präzise Steuerung der Prozesse ermöglichen eine optimale Ausnutzung der Materialien. Weiterhin wird durch ständige Kontrollen und Verbesserungen im Produktionsprozess eine effiziente Nutzung der Ressourcen gewährleistet. In der Praxis werden Papierarten (z. B. Testliner, Kraftliner, Wellenstoff), Grammaturen, Wellenkombinationen (E-, B-, C-, BC-Welle) und Klebstoffsysteme so kombiniert, dass Funktion und Wirtschaftlichkeit im Zielkorridor liegen. Ebenso werden Faserqualität, Feuchtehaushalt und Leimpenetration aufeinander abgestimmt, um Klebefestigkeit und Planlage sicherzustellen.

Ein typischer Ablauf umfasst:

  1. Anforderungsanalyse: Festlegung von Belastungsfällen (Transportkette, Stapelhöhen, Klima), geforderte Prüfwerte (ECT/BCT) und Verarbeitungsanforderungen.
  2. Werkstoff- und Konstruktionsauslegung: Auswahl von Grammaturen und Wellenprofilen, Definition der Rill- und Stanzgeometrien, Optimierung des Zuschnittlayouts zur Verschnittreduktion.
  3. Prozessparametrisierung: Einstellung von Feuchte- und Temperaturprofilen, Bahnspannung, Leimviskosität und Leimauftragsmenge; Nutzung von Closed-Loop-Regelungen.
  4. Produktion: Stabil geführte Papierbahnen, gleichmäßiger Klebstoffauftrag, kontrollierte Trocknung und Kalibrierung, reproduzierbare Rillqualität.
  5. Qualitätssicherung: Regelmäßige Prüfungen (z. B. Kantenstauchwiderstand, BCT, Rilltiefe, Klebefestigkeit), visuelle Kontrollen und statistische Prozessüberwachung.
  6. Kontinuierliche Verbesserung: Auswertung von Produktions- und Reklamationsdaten, PDCA-Zyklen, Material- und Prozess-Feinjustierung.
  7. Versuchsplanung und Skalierung: Systematische Tests (z. B. DoE) zur Ermittlung robuster Parameterfenster und deren Überführung in die Serie.
  8. Risikobewertung: Festlegung von Sicherheitsfaktoren für kritische Lastfälle (Feuchtewechsel, Langzeitstapelung, dynamische Beanspruchungen).

Wesentliche Mess- und Steuergrößen sind unter anderem: Flächengewicht (g/m²), Feuchtegehalt (%), Leimauftrag (g/m²), Bahnspannung, Temperaturprofile, Ausschuss- und Stillstandsquoten, ECT/BCT-Kennwerte sowie Transportschadensraten. Eine sorgfältige Dimensionierung der Zuschnitte und der Rill-/Stanzbilder wird durch weiterführende Erläuterungen zu relevanten Abmessungen und Toleranzen fachlich unterstützt. Ergänzend spielen Cobb-Werte (Wasseraufnahme), Planlage, Falzkräfte, Rillverhältnisse (Rillbreite/-tiefe) und Prozessfähigkeitskennzahlen (z. B. Cp/Cpk) eine Rolle, um die Stabilität unter realen Umgebungsbedingungen abzusichern.

Zur Verschnittminimierung werden Stanzlayouts optimiert, Nutzen und Nutzenverteilung angepasst und Reststreifen reduziert. Ebenso trägt eine stabile Rillgeometrie zur Materialeffizienz bei, weil Nacharbeit, Risse und unzureichende Faltbarkeit vermieden werden. Auf Ebene der Ladeeinheit unterstützt eine angepasste Palettierung (Zwischenlagen, Kantenschutz, Umreifung) die Zielwerte für BCT und Stapelstabilität, ohne unnötiges Zusatzmaterial einzusetzen.

Technologien zur Materialoptimierung

Modernste Technologien tragen erheblich zur Materialoptimierung bei. Innovative Produktionsverfahren wie beispielsweise das Inline-Compoundverfahren ermöglichen eine präzise Dosierung von Klebstoffen. Außerdem ermöglicht der Einsatz von Servo-Antriebstechnik eine genaue Steuerung der Produktion und damit eine Reduzierung von Materialverlusten. Darüber hinaus können mit Hilfe von digitalen Technologien wie künstlicher Intelligenz (KI) und maschinellem Lernen die Produktionsprozesse weiter optimiert werden.

Ergänzend wirken Sensorik und digitale Messsysteme: Inline-Messungen von Grammatur und Feuchte, Leimauftrags- und Temperaturüberwachung, Bahnspannungsregelung und automatische Registerführung. Closed-Loop-Regelungen justieren kritische Parameter in Echtzeit, reduzieren Schwankungen und verhindern Überdosierungen. Datenanalysen identifizieren Muster (z. B. bei Ausschuss oder Klebefehlern) und unterstützen vorausschauende Anpassungen. Simulations- und Versuchsmethoden helfen, neue Kombinationen aus Grammaturen und Wellenprofilen mit geringem Risiko zu erproben. Digitale Zwillinge und Prognosemodelle erlauben es, Wirkzusammenhänge zwischen Klima, Prozessparametern und Prüfwerten sichtbar zu machen.

In der Weiterverarbeitung sichern präzise Rill- und Stanzprozesse die Funktion der Falzkanten bei minimalem Materialeinsatz. Standardisierte Prüfabläufe und dokumentierte Prozessfenster stellen sicher, dass optimierte Einstellungen reproduzierbar bleiben. Hochauflösende optische Inspektionen (z. B. für Rillbild, Schnittkanten und Druckregister) ergänzen klassische Prüfungen und tragen zur frühzeitigen Fehlererkennung bei.

Kriterien und Kennzahlen in der Praxis

Zur objektiven Bewertung von Materialoptimierung werden mechanische Kennwerte (ECT, BCT, ggf. RCT), klimabezogene Größen (Feuchtegehalt, Cobb), prozessuale Daten (Leimviskosität, Temperaturkurven) und Qualitätsmerkmale der Weiterverarbeitung (Rilltiefe, Rillbreite, Falzkraft, Planlage) gemeinsam betrachtet. Prüfungen unter unterschiedlichen Klimabedingungen (z. B. 23 °C/50 % r. F. sowie feuchtere Szenarien) helfen, das Verhalten entlang realer Transportketten abzubilden.

Konstruktive Aspekte und Designregeln

Die konstruktive Auslegung von Faltschachteln und Zuschnitten beeinflusst die Materialeffizienz direkt: Rillverhältnisse, Klappenüberdeckungen, Klebelaschendimensionen, Stanzbrücken und Anordnungen von Ausstanzungen werden so gewählt, dass Stabilität, Funktion und Falteigenschaften bei möglichst geringer Grammatur erreicht werden. Eine gute Planlage und saubere Rillkanten unterstützen gleichmäßige Faltungen und reduzieren Brüche oder Faserausrisse.

Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft

Materialoptimierung zahlt auf die Kreislauffähigkeit von Wellpappe-Verpackungen ein. Durch geringere Grammaturen, angepassten Leimauftrag und prozessstabile Herstellung sinken Material- und Energieeinsatz. Gleichzeitig bleibt der Recyclingkreislauf durch sortenreine Papierqualitäten und gut lösliche Klebstoffsysteme erhalten. Lebenszyklusbetrachtungen (von Rohstoff über Produktion, Nutzung bis zur Wiederverwertung) zeigen, dass eine ausgewogene Auslegung häufig sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile erschließt.

Häufige Fehlerbilder und Gegenmaßnahmen

Typische Risiken bei der Materialoptimierung sind Unterdimensionierung (Abfall der ECT/BCT-Werte), unzureichende Klebefestigkeit durch falsche Leimviskosität oder Feuchteprofile, mangelhafte Rillqualität mit Rissen an Falzkanten sowie Planlagenprobleme. Abhilfe schaffen fein austarierte Prozessfenster, regelmäßige Klimaprüfungen, abgestimmte Rillwerkzeuge, eng geführte Rezepturen für Leim und klare Eingriffsgrenzen in der Prozessüberwachung.

Vor- und Nachteile von Materialoptimierung

Die Materialoptimierung bietet eine Reihe von Vorteilen. Unternehmen können ihre Produktionskosten senken und gleichzeitig ihre Nachhaltigkeitsziele erreichen. Gleichzeitig können sie die Qualität ihrer Produkte verbessern und damit ihre Wettbewerbsposition stärken. Unter Umständen kann allerdings die Einführung neuer Verfahren und Technologien hohe Investitionen erfordern. Zudem kann es erforderlich sein, Mitarbeiter für den Umgang mit neuen Technologien zu schulen. Deshalb sollten Unternehmen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Materialoptimierung einen strategischen Ansatz wählen und die notwendigen Ressourcen bereitstellen. Ein strukturiertes Vorgehen mit Pilotläufen und Freigabekriterien reduziert Einführungsrisiken und macht Effekte mess- und verifizierbar.

  • Vorteile: geringerer Rohstoffeinsatz (Papier, Klebstoff), reduzierte Entsorgungs- und Lagerkosten, weniger Verschnitt und Ausschuss, konsistentere Prozessqualität, verbesserte Kennwerte pro Materialeinheit, messbare Ressourceneinsparungen.
  • Herausforderungen: Abstimmung von Maschinenfenstern auf niedrigere Grammaturen, Sicherstellung der Klebefestigkeit bei geringem Leimauftrag, Qualifizierungsbedarf der Mitarbeitenden, Validierung durch Prüf- und Belastungstests, potenziell längere Einführungsphasen.
  • Risikomanagement: sorgfältige Ermittlung von Sicherheitsfaktoren, Pilotläufe und Musterprüfungen, belastbare Datengrundlagen, schrittweises Vorgehen statt großer Einmalumstellungen.
  • Organisatorische Aspekte: klare Verantwortlichkeiten, dokumentierte Prozessänderungen, Schulungskonzepte und regelmäßiges Review der Kennzahlen.

Zusammenfassung:

  • Unter Materialoptimierung versteht man die gezielte Anpassung und Verbesserung von Werkstoffen, um ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Für Unternehmen, die Wellpappe-Verpackungen produzieren, bedeutet dies, die Wellpappe so zu optimieren, dass sie stabiler, leichter und kosteneffizienter ist.
  • Durch Anwendung von Materialoptimierungen können Hersteller von Wellpappe-Verpackungen einen höheren Nutzwert bieten. Das bedeutet, die Produkte sind widerstandsfähiger gegenüber äußeren Einflüssen und bieten gleichzeitig eine hohe Produktqualität.
  • Schließlich spart Materialoptimierung Ressourcen und Kosten. Das führt für Unternehmen, die Wellpappe-Verpackungen suchen, zu einer höheren Effizienz und ermöglicht eine nachhaltige Produktion, indem etwa Materialverschwendung minimiert wird.
  • Wesentliche Hebel sind die Auswahl geeigneter Grammaturen und Wellenprofile, die präzise Steuerung von Leimauftrag, Feuchte und Temperatur sowie die Sicherung konstanter Rill- und Stanzqualitäten.
  • Mess- und Prüfgrößen wie ECT/BCT, Leimauftrag, Ausschussquote und Flächengewicht liefern die Datengrundlage, um Optimierungen objektiv zu bewerten und dauerhaft abzusichern.
  • Ein systematisches Vorgehen mit Anforderungsanalyse, Versuchsplanung, stabilen Prozessfenstern und kontinuierlicher Verbesserung minimiert Risiken und erhöht die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse.
  • Nachhaltigkeits- und Logistikaspekte (Recyclingfähigkeit, Klimaeinflüsse, Stapel- und Transportbelastungen) werden integriert betrachtet, um eine funktionsgerechte und ressourceneffiziente Auslegung der Verpackung zu erreichen.

Veröffentlicht am 17.06.2024
Letzte Überarbeitung am 25.12.2025 um 11:25 Uhr von Manuel Hofacker

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