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Materialsortierung

Wellpappe ist ein unverzichtbares Material im Verpackungssektor. Ihr mehrschichtiger Aufbau aus Deckschichten (Liner) und Wellenbahn (Fluting) sorgt für Stabilität, Dämpfung und Formsteifigkeit. Dadurch eignet sie sich für die Herstellung von Kartons und passende Boxen für verschiedene Versandanforderungen. Bevor Wellpappe jedoch zu solchen Endprodukten verarbeitet wird, ist eine präzise Materialsortierung notwendig. Sie stellt sicher, dass Papierqualitäten, Wellenprofile (z. B. E-, B-, C- oder Doppelwelle) und Feuchtegehalte passend für den vorgesehenen Einsatzzweck ausgewählt, getrennt bereitgestellt und in der richtigen Reihenfolge zugeführt werden. Neben mechanischen Kennwerten beeinflussen auch klimatische Faktoren, die Laufrichtung sowie die Verarbeitbarkeit (z. B. Klebung, Rillen, Stanzen) die Sortierlogik. Eine konsequente Materialvorbereitung schafft die Basis für reproduzierbare Wellpappe-Eigenschaften über den gesamten Produktionslos hinweg.

Definition: Was versteht man unter Materialsortierung?

Unter Materialsortierung versteht man den systematischen Vorgang der Klassifizierung und Trennung von Materialien gemäß definierten Merkmalen. Ziel ist eine geordnete Zuordnung zu Qualitätsstufen, Materialströmen und Produktionsaufträgen. Kriterien sind unter anderem Papierart (z. B. Testliner, Kraftliner), Grammatur, Feuchtegehalt, Wellenprofil, Laufrichtung, Oberflächenbeschaffenheit, Beschichtungen sowie Farb- und Reinheitsgrade. In der Wellpappenindustrie betrifft die Materialsortierung vor allem die Trennung und Bereitstellung verschiedener Papiersorten und -qualitäten für die Wellpappenanlage sowie die Sortierung von Zuschnitten und Halbfabrikaten für nachgelagerte Verarbeitungsschritte wie Rillen, Stanzen oder Perforation. Ergänzend umfasst sie die sichere Identifikation von Chargen, die Dokumentation der Messwerte und die eindeutige Verknüpfung mit Produktionsaufträgen, sodass Rückverfolgbarkeit und Konformität jederzeit gewährleistet sind.

Kriterien und Merkmale der Materialsortierung

  • Grammatur (g/m²): Abgleich des Flächengewichts von Liner und Fluting mit der geforderten Festigkeit.
  • Feuchtegehalt: Kontrolle der Materialfeuchte für saubere Verklebung und konstante Steifigkeit.
  • Wellenprofil und -höhe: Auswahl passender Profile (E, B, C, BC) für Dämpfung, Eignung für Druck und Stauchwiderstand.
  • Faserqualität: Anteil an Recycling- bzw. Frischfasern, Reinheit und Homogenität.
  • Oberfläche/Beschichtung: Glätte, Porosität, eventuelle Barrieren (z. B. gegen Feuchte) und Drucktauglichkeit.
  • Farbe/Optik: Weißgrad, Braunton, Gleichmäßigkeit für drucksensitive Anwendungen.
  • Laufrichtung und Abmessungen: Rollbreite, Zuschnittmaße, Toleranzen für wirtschaftliche Ausnutzung.
  • Konditionierung/Lagerklima: Temperatur und relative Luftfeuchte (z. B. Normklima 23 °C/50 % r. F.) zur Minimierung von Welligkeit und Dimensionsänderungen.
  • Klebkompatibilität: Eignung für Stärkeleime, Additive und Prozessparameter (Preheater, Leimspalt, Pressdruck).
  • Verunreinigungen: Kontrolle auf Staub, Partikel, Klebstoffreste oder Fremdstoffe, die die Verarbeitung beeinträchtigen.
  • Regulatorische Anforderungen: Eignung für lebensmittelnahen Kontakt, migrationsarme Bedruckstoffe und konforme Barrieren, sofern gefordert.

Bedeutung der Materialsortierung in der Wellpappenindustrie

Die Sortierung des Materials ist in der Wellpappenindustrie zentral für Qualitätssicherung, Prozessstabilität und Ressourcennutzung. Sie ermöglicht eine gezielte Rohpapierselektion gemäß Spezifikation, senkt Ausschussquoten und stabilisiert Klebestellen. Durch klar definierte Materialströme werden Durchlaufzeiten verkürzt, Umrüstungen vereinfacht und die Wiederholgenauigkeit über Chargen hinweg erhöht. Gleichzeitig trägt eine saubere Trennung dazu bei, Rohstoffe effizient einzusetzen und die Verwertbarkeit von Reststoffen zu verbessern. In der Praxis sichern standardisierte Prüf- und Abnahmeprozesse (z. B. nach gängigen Normen zu Grammatur, Feuchte, Cobb und ECT/BCT) die Vergleichbarkeit und unterstützen kontinuierliche Verbesserungsprozesse in Produktion und Logistik.

Qualitäts-, Prozess- und Umweltaspekte

  • Konstante Produkteigenschaften: Geringere Streuungen bei Kennwerten wie ECT, BCT, FCT oder RCT.
  • Effiziente Produktion: Weniger Stillstände, weniger Nacharbeit, bessere OEE durch planbare Materialflüsse.
  • Ressourcenschonung: Reduzierte Materialverluste, optimierte Nutzung von Losgröße und Zuschnittlayout.
  • Kreislaufgedanke: Sortenreine Trennung unterstützt Recycling, minimiert Mischfraktionen und erleichtert die Wiederverwertung.

Normen und Prüfstandards

Für eine belastbare Materialsortierung werden Messungen nach etablierten Standards herangezogen, etwa Grammatur nach ISO 536, Feuchte nach ISO 287, Cobb-Wert nach ISO 535 sowie Festigkeitsprüfungen wie ECT (ISO 3037) und BCT (ISO 12048). Ergänzend liefern weitere Kennwerte wie Bursting Strength (Mullen), CMT/CST oder Klebzug (Pin-Adhesion) differenzierte Einblicke in Papier- und Verbundqualität. Die konsequente Anwendung dieser Normen erhöht die Vergleichbarkeit und unterstützt die Auditierbarkeit der Prozesse.

Prozess der Materialsortierung

Die Materialsortierung beginnt mit der Lieferung verschiedener Rohmaterialien. Diese werden vor dem Prozess geprüft und kategorisiert. Dabei spielt die Qualität des Papiers eine wichtige Rolle, da sie die Eigenschaften des Endprodukts beeinflusst. Nach der Prüfung und Klassifizierung werden die Materialien entsprechend sortiert und für den weiteren Produktionsprozess vorbereitet. In der Praxis umfasst dies Wareneingangskontrollen, die Zuweisung zu Materialpools nach Spezifikation sowie die Verfolgung der Materialchargen bis zur Weiterverarbeitung. Ergänzend werden Freigabekriterien definiert, Rückstellmuster angelegt und Eskalationspfade für Abweichungen festgelegt, um eine stabile Versorgung der Wellpappenanlage (Single Facer, Double Backer, Trockengruppe) sicherzustellen.

Typischer Ablauf in der Praxis

  1. Wareneingang: Sichtprüfung, Etikettenabgleich, Erfassung der Charge; Stichproben zur Feuchte- und Grammaturkontrolle.
  2. Klassifizierung: Zuordnung zu Qualitätsklassen nach Papierart, Wellenprofilbedarf und vorgesehener Anwendung.
  3. Bereitstellung: Geordnete Lagerung nach Abmessungen und Einsatzpriorität; Kennzeichnung für schnelle Verfügbarkeit.
  4. Zwischenprüfung: Vor dem Einlauf in die Wellpappenanlage Kontrolle von Feuchte und Bahnspannung; Anpassung der Prozessparameter.
  5. Rückverfolgbarkeit: Lückenlose Dokumentation der Materialbewegungen und Prüfresultate bis zur fertigen Charge.
  6. Eskalation und Sperrung: Bei Abweichungen sofortige Sperrkennzeichnung, definierte Ursachenanalyse und Freigabeprozess nach Nacharbeit oder Umwidmung.
  7. Regelkommunikation: Übergabe relevanter Daten (z. B. Soll-/Ist-Werte, Toleranzen, Bemerkungen) an Planung, Druckvorstufe und Weiterverarbeitung.

Automatisierte und manuelle Verfahren

Je nach Betrieb kommen manuelle Sicht- und Messprüfungen, halbautomatische Prüfstände oder vollautomatisierte Systeme zum Einsatz. Sensorik (z. B. Feuchtesensoren), Waagen, Kamerasysteme zur Oberflächen- und Farbprüfung sowie digitale Erfassung per Barcode/RFID unterstützen eine reproduzierbare Sortierlogik. Die Kombination aus automatischer Vorselektion und qualifizierter manueller Endkontrolle ist in vielen Werken etabliert. Moderne Systeme integrieren Daten in MES/ERP, ermöglichen SPC-Auswertungen in Echtzeit und stellen eindeutige Chargen-IDs (z. B. per SSCC) für eine nahtlose Rückverfolgbarkeit bereit.

Prüfgrößen und Kennwerte

  • Feuchtegehalt (%) für Klebequalität und Dimensionsstabilität.
  • Grammatur (g/m²) als Basis für Festigkeit und Gewicht.
  • COBB-Wert und Oberflächeneigenschaften für Feuchte- und Druckanforderungen.
  • ECT/BCT als Ergebniskennwerte für Kanten- und Stapelfestigkeit der fertigen Wellpappe.
  • Laufrichtung und Kantenqualität für sauberes Ritzen, Rillen und optionale Perforation.
  • Burst-/Durchreißfestigkeit zur Bewertung der Widerstandsfähigkeit der Deckschichten.
  • Klebzug/Klebhaftung zur Beurteilung der Verbundqualität zwischen Fluting und Linern.

Vor- und Nachteile von Materialsortierung

Die Vorteile einer sorgfältigen Materialsortierung sind vielfältig. Sie verbessert die Qualität der Endprodukte und optimiert den Produktionsprozess. Durch eine genaue Sortierung können Hersteller gezielt die gewünschten Materialien einsetzen, was zu weniger Abfall und erhöhter Effizienz führt. Nachteile können ein höherer organisatorischer Aufwand, zusätzlicher Platzbedarf und Mess- bzw. Prüfkosten sein. Daher wird die Ausgestaltung der Sortiertiefe an den jeweiligen Produktionsmix, die geforderten Toleranzen und die Wirtschaftlichkeit angepasst. Eine strukturierte Kosten-Nutzen-Betrachtung berücksichtigt dabei Prüfzeiten, Materialeinsparung, OEE-Effekte, Reklamationsquote und die Stabilität logistischer Abläufe.

  • Vorteile: geringere Ausschussquoten, stabile Prozessparameter, planbare Durchlaufzeiten, bessere Wiederholbarkeit über Chargen.
  • Weitere Vorteile: verbesserte Ressourcennutzung, vereinfachte Qualitätsfreigabe, transparente Kennzahlen für kontinuierliche Verbesserung.
  • Nachteile: zusätzlicher Zeitbedarf für Prüfungen, initialer Invest in Messmittel, potenziell komplexere Lagerorganisation.

Typische Fehlerquellen und Gegenmaßnahmen

  • Unklare Spezifikationen: Abhilfe durch eindeutige Prüfpläne und Toleranzen.
  • Vermischung von Chargen: konsequente Kennzeichnung und räumliche Trennung.
  • Feuchteabweichungen: klimatisierte Lagerbereiche und laufende Feuchteüberwachung.
  • Unpassende Abmessungen im Zuschnitt: regelmäßige Maßkontrollen und Anpassung der Zuschnittpläne an die Losgröße.
  • Falsche Laufrichtung: klare Markierung und Prüfproben vor dem Anfahren sensibler Druck- oder Rillmotive.
  • Fehlerhafte Etikettierung/Scans: Validierung per Doppel-Scan, Plausibilitätsprüfung in der Software und regelmäßige Gerätekalibrierung.

Zusammenfassung:

  • Die Materialsortierung spielt eine entscheidende Rolle in der Verpackungsindustrie, vor allem bei der Verwendung von Wellpappe, da die Qualität des Endprodukts stark von der ordnungsgemäßen Auswahl und Vorbereitung des Materials abhängt.
  • Sie ermöglicht es Unternehmen, effizient sicherzustellen, dass ihre Wellpappe-Verpackungen aus Materialien bester Qualität bestehen, indem sie unerwünschte Materialien herausfiltern und sortierte, verwertbare Materialien für die weitere Produktion gewährleisten.
  • Eine genaue Materialsortierung kann nicht nur die Produktqualität verbessern, sondern auch dazu beitragen, die ökologische Nachhaltigkeit zu erhöhen, indem sie die Wiederverwendung und das Recycling von Materialien fördert, was bei Wellpappe-Verpackungen von großer Bedeutung ist.
  • Klare Kriterien (Grammatur, Feuchte, Wellenprofil, Oberfläche) und dokumentierte Prüfpläne sichern reproduzierbare Ergebnisse.
  • Durchgängige Rückverfolgbarkeit und saubere Materialflüsse reduzieren Ausschuss und stabilisieren Kennwerte wie ECT/BCT.
  • Der Aufwand der Sortierung wird gegen Nutzenfaktoren wie Qualität, Prozesssicherheit und Ressourceneinsatz abgewogen.
  • Die Nutzung anerkannter Prüfstandards und eine solide Datenbasis (SPC, Chargen-IDs) erhöhen Transparenz, Vergleichbarkeit und Auditfähigkeit.
  • Praxisorientierte Best Practices wie Klimakonditionierung, eindeutige Kennzeichnung und regelmäßige Kalibrierung sichern langfristig stabile Prozesse.

Veröffentlicht am 20.05.2025
Letzte Überarbeitung am 07.01.2026 um 13:24 Uhr von Sebastian Würth

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