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Maßhaltigkeitsprüfung

Wellpappe-Verpackungen sind für ihre Robustheit und Anpassungsfähigkeit bekannt. Die Maßhaltigkeitsprüfung spielt dabei eine entscheidende Rolle, da sie die Qualität, Reproduzierbarkeit und Passgenauigkeit der hergestellten Produkte gewährleistet. Sie prüft systematisch, ob Zuschnitte, Faltverpackungen und Stanzkonturen innerhalb vorgegebener Toleranzen liegen und sich im vorgesehenen Einsatz zuverlässig verschließen, stapeln und konfektionieren lassen. Eine präzise Dimensionsprüfung ist insbesondere für automatisierte Abpacklinien, Klebemaschinen, Etikettierstationen und die palettengerechte Logistik relevant, da geringe Abweichungen die Prozessstabilität beeinflussen können. Ergänzend trägt die Maßhaltigkeitsprüfung dazu bei, die Kompatibilität mit Einlagen, Polstern, Trays und Verschlussmitteln sicherzustellen.

Definition: Was versteht man unter einer Maßhaltigkeitsprüfung?

Die Maßhaltigkeitsprüfung ist ein formales Kontrollverfahren, mit dem überprüft wird, ob die Maße eines Produktes, in diesem Fall einer Wellpappe-Verpackung, den festgelegten technischen Vorgaben entsprechen. So wird sichergestellt, dass jedes einzelne Exemplar genau den gewünschten Maßen entspricht und dem vorgesehenen Zweck gerecht wird. In der Praxis wird zwischen Innenmaß, Außenmaß und Zuschnittmaß unterschieden; welche Bezugsgröße gilt, ist in den Unterlagen eindeutig zu definieren.

Im Kern vergleicht die Maßhaltigkeitsprüfung die tatsächliche Geometrie der hergestellten Teile mit den Sollwerten der technischen Unterlagen. Sie umfasst typischerweise:

  • Innen- und Außenmaße (Länge, Breite, Höhe) sowie Diagonalen
  • Winkligkeit und Ebenheit von Zuschnitten und gefalteten Kanten
  • Rill- und Stanzpositionen, Rilltiefe und Rillabstände
  • Klebelaschenbreiten und Überlappungen an der Klebestelle
  • Stapelmaß und Maßkonstanz über die Losfertigung hinweg
  • Schlitzlängen und -positionen sowie Stanzbrückenbreiten
  • Boden- und Deckelüberstände (Bündigkeit nach dem Aufrichten)
  • Nahtüberdeckung/Falzbild und Rücksprung an Rilllinien

Ergänzend werden Toleranzfelder, Messunsicherheit und Prüfbedingungen (z. B. Temperatur und relative Luftfeuchte) definiert, um reproduzierbare Ergebnisse zu ermöglichen. Dazu gehören klare Regeln für Messpunkte, Prüfmittelkalibrierung, Wiederholbarkeit und Vergleichbarkeit über Schichten, Anlagen und Produktionsstätten hinweg. Eine konsistente Terminologie (z. B. Innenmaßprinzip) verhindert Fehlinterpretationen.

Grundlage für die Maßbestimmungen bei einer Maßhaltigkeitsprüfung

Bei der Maßhaltigkeitsprüfung dienen die technischen Spezifikationen des Produktes als Grundlage. Diese legen unter anderem die Breite, Länge und Höhe des Objekts fest. Diese Maßbestimmungen werden dann im Prüfprozess mit den tatsächlich produzierten Elementen verglichen. Maßabweichungen weisen auf ein Problem im Produktionsprozess hin und müssen behoben werden, um ein einwandfreies Endprodukt zu gewährleisten. Neben den Nennmaßen ist festzulegen, ob die Funktionsanforderung über das Innenmaß (Nutzvolumen), das Außenmaß (Transport- und Palettierungsvorgaben) oder das Zuschnittmaß (Flachware) abgesichert wird.

Als Referenzen dienen Zeichnungen, Prüfpläne, Pflichtenhefte und kundenseitig vereinbarte Toleranzen. Üblich ist die Definition von Ober- und Untergrenzen (z. B. in Millimetern), ergänzt um eindeutige Bezugsstellen für Messpunkte. Praxisrelevant sind zudem klimatische Prüfbedingungen (typisch 23 °C und 50 % r. F.), da Faserwerkstoffe dimensionssensitiv reagieren. Für die Auswertung ist eine klare Festlegung, wie exakte Abmessungen und klar definierte Toleranzgrenzen gemessen werden, essenziell, damit Messergebnisse vergleichbar und auditierbar bleiben. Stichprobenpläne (z. B. AQL-basiert) und Freigabekriterien sichern eine einheitliche Beurteilung, während Prüfmittelfähigkeitsnachweise (z. B. Wiederhol- und Vergleichbarkeitsstudien) das Messsystem bewerten.

Typische Toleranzangaben

  • Linearmaße: feste Grenzwerte oder prozentuale Toleranzen relativ zur Bauteilgröße
  • Winkel: zulässige Abweichung von 90° an Laschen und Kanten
  • Positionsmaße: Rill- und Stanzlage bezogen auf Bezugskanten
  • Planlage/Ebenheit: maximaler Verzug bzw. Welligkeit am Zuschnitt
  • Diagonaldifferenz: zulässige Abweichung zur Rechteckigkeit (Verzug)
  • Schlitz- und Stanzbreiten: Toleranzen für Messer- und Werkzeugverschleiß
  • Klebefalzbreite: Grenzwerte für Überlappung und Klebstoffauftrag

Wie wird eine Maßhaltigkeitsprüfung durchgeführt?

Die Durchführung einer Maßhaltigkeitsprüfung beginnt mit der Festlegung der Messpunkte. Dabei handelt es sich um die Bereiche des Produkts, die gemessen werden müssen, um eine vollständige Beurteilung zu ermöglichen. Diese Punkte werden dann mittels spezieller Messgeräte, wie zum Beispiel einer Messlehre, vermessen. Die erhaltenen Messwerte und die erforderlichen Werte aus den technischen Spezifikationen werden verglichen, um feststellen zu können, ob das Produkt den Anforderungen entspricht. Je nach Verpackungsbauart (z. B. Faltkarton nach FEFCO-Code, Stülpschachtel, Zuschnitt mit Einstecklaschen) werden unterschiedliche Messstrategien angewandt, etwa Innenmaßmessung am aufgerichteten Muster oder Außenmaßmessung an der flach verklebten Hülse.

Vorgehensweise in der Praxis

  1. Prüfplan erstellen: Messpunkte, Toleranzen, Prüfintervall (z. B. Wareneingang, Inprozess, Endkontrolle) und Stichprobengröße festlegen. Zusätzlich Kriterien für Freigabe, Sperrung und Nacharbeit definieren.
  2. Messmittel sichern: Geeignete Messgeräte auswählen (Messschieber, Tiefenmaß, Winkelmesser, Maßbänder, Prüflehren) und Kalibrierstatus dokumentieren. Digitale Lösungen (Kamera-Messsysteme, Plotter-basierte Vermessung, CAD-Vergleich) einbeziehen, wo sinnvoll.
  3. Umgebungsbedingungen stabilisieren: Material akklimatisieren, Standardbedingungen einhalten, um Feuchte- und Temperatureinflüsse zu minimieren. Prüflinge vor Messung spannungsfrei lagern.
  4. Probenahme: Los- und chargenbezogene Entnahme, um die Prozessstreuung repräsentativ zu erfassen. Zufällige Entnahme vermeiden von Vorzugsproben.
  5. Messung: Innen- und Außenmaße, Diagonalen, Winkligkeit, Rillabstände und Klebelaschenbreiten an definierten Punkten ermitteln; Messreihen protokollieren. Prüfanweisungen mit Skizzen der Messpunkte verwenden.
  6. Auswertung: Ist-Soll-Vergleich, Toleranzverletzungen identifizieren, statistische Kennzahlen (z. B. Mittelwert, Streuung) berechnen. Prozesskennzahlen (Cp/Cpk) zur Fähigkeitsermittlung heranziehen.
  7. Reaktion: Korrekturmaßnahmen einleiten (Maschineneinstellung, Werkzeugwechsel, Prozessparameter anpassen) und betroffene Ware sperren oder nacharbeiten. Wirksamkeit verifizieren.
  8. Dokumentation/Archivierung: Prüfprotokolle, Messmittelkennungen, Chargen- und Auftragsbezug revisionssicher speichern, um Rückverfolgbarkeit zu gewährleisten.
  9. Prüfmittelfähigkeit (MSA): Wiederhol- und Vergleichbarkeitsuntersuchungen durchführen, Messunsicherheit bewerten und in Toleranzbetrachtung berücksichtigen.
  10. Freigabe und Kommunikation: Ergebnisse an Produktion, Planung und ggf. Kunden kommunizieren; Freigaben und Abweichungen formal festhalten.

Messunsicherheit und Wiederholbarkeit

Eine belastbare Maßhaltigkeitsprüfung berücksichtigt Messunsicherheit, Bedienereinfluss und Wiederholbarkeit. Dazu zählen Mehrfachmessungen an identischen Punkten, definierte Anpresskräfte an Rillkanten sowie klare Messvorschriften. Die Dokumentation enthält Datum, Chargenbezug, Messmittelkennung und Messwerte, um Rückverfolgbarkeit sicherzustellen. Ergänzend werden Prüfmitteleignung (z. B. Cg/Cgk für Lehren), Vergleichsmessungen zwischen Bedienenden sowie Ringvergleiche eingesetzt, um Konsistenz abzusichern.

Messmittel und Prüfmethoden

Je nach Genauigkeitsanforderung kommen einfache analoge Messmittel oder automatisierte bildverarbeitende Systeme zum Einsatz. Prüflehren für standardisierte Rillabstände, Messschieber für Linearmaße, Winkelmesser für Winkligkeit und Flächenprüfplatten für Ebenheit sind verbreitet. Für Serienmessungen eignen sich kamerabasierte Messplätze mit Konturerkennung, die Zuschnittkonturen, Stanzlagen und Diagonalen rasch erfassen. CAD-Overlays helfen beim Abgleich von Stanzkonturen mit digitalen Soll-Daten.

Einflussfaktoren auf die Maßhaltigkeit

Materialeigenschaften (Wellenart, Grammatur, Feuchtegehalt), Werkzeugzustand (Messerstumpfheit, Rillwerkzeugverschleiß), Maschineneinstellungen (Zug, Druck, Rillspalt), Klebstoffauftrag und Trocknungszeit beeinflussen die Maßhaltigkeit. Auch Transport und Zwischenlagerung (Stapeldruck, Klimaschwankungen) können Abweichungen erzeugen. Präventiv wirken vorbeugende Wartung, stabile Prozessfenster, klimatisierte Lagerung und definierte Ruhezeiten vor der Messung.

Praxisbeispiele und typische Fehlerbilder

Häufige Abweichungen sind asymmetrische Rilllagen, ungleiche Klebelaschenbreiten, Diagonalversatz am aufgerichteten Karton oder zu große Außenmaße bei feuchtebelastetem Material. Gegenmaßnahmen reichen von der Nachjustierung der Rillspalte über den Wechsel verschlissener Stanzmesser bis zur Anpassung der Klebstoffmenge. Bei automatisierten Verpackungslinien ist die Funktionsprüfung (z. B. störungsfreies Durchlaufen durch Falt- und Verschließer) eine zweckmäßige Ergänzung zur Maßprüfung.

Vor- und Nachteile einer Maßhaltigkeitsprüfung

Zu den Vorteilen einer Maßhaltigkeitsprüfung gehört die Möglichkeit, ein hohes Qualitätsniveau sicherzustellen. Jedes Produkt, das die Prüfung besteht, entspricht genau den vorgegebenen Standards. Darüber hinaus können Probleme im Produktionsprozess frühzeitig erkannt und behoben werden. Schwachstellen oder Abweichungen werden sofort erkannt, was hilft, Ausschuss und Kosten zu reduzieren. Ein möglicher Nachteil könnte der Zeitaufwand für die Prüfung sein. Bei einer großen Produktionsmenge können Prüfungen einen signifikanten Anteil an der Produktionszeit in Anspruch nehmen. Zusätzlich sind Ressourcen für Schulungen, Prüfmittelpflege und Datenauswertung einzuplanen, damit die Messergebnisse belastbar bleiben.

  • Vorteile: Geringere Reklamationsquoten, stabile Prozessfähigkeit, konsistente Passgenauigkeit in der Weiterverarbeitung und verlässliche Maßkonstanz über Losgrößen hinweg.
  • Herausforderungen: Zusätzlicher Prüfaufwand, Schulungsbedarf für einheitliches Messen, Investitionen in Messmittel sowie die Notwendigkeit klarer, eindeutiger Spezifikationen.
  • Risikominimierung: Durch definierte Prüfpläne und dokumentierte Grenzwerte sinkt die Gefahr von Fehleinschätzungen und uneinheitlichen Messergebnissen.
  • Nutzen in der Lieferkette: Höhere Kompatibilität mit Folgeprozessen, bessere Planbarkeit und reduzierte Stillstandszeiten in der Verpackungslinie.

Zusammenfassung:

  • Die Maßhaltigkeitsprüfung ist ein Qualitätskontrollverfahren, das hauptsächlich von Unternehmen eingesetzt wird, die Verpackungsmaterialien wie Wellpappe produzieren, um sicherzustellen, dass ihre Produkte den genauen Spezifikationen entsprechen.
  • Bei dieser Prüfung werden die Dimensionen der hergestellten Verpackungsartikel akribisch gemessen, um sicherzustellen, dass sie innerhalb der vom Kunden festgelegten Toleranzen liegen. Dies ist essenziell, um die Zufriedenheit des Kunden und die Einhaltung von Qualitätsstandards zu gewährleisten.
  • Zudem hilft die Maßhaltigkeitsprüfung bei der Identifizierung und Korrektur von Fertigungsabweichungen, wodurch die Effizienz der Produktionsprozesse verbessert und Ausschuss minimiert wird. Dies trägt dazu bei, dass Wellpappenverpackungen qualitativ hochwertig, kosteneffizient und zuverlässig sind.
  • Eine klare Festlegung von Messpunkten, Prüfbedingungen und Toleranzgrenzen bildet die Basis für reproduzierbare Ergebnisse und eine belastbare Auswertung.
  • Dokumentierte Messwerte, kalibrierte Messmittel und strukturierte Reaktionspläne sichern Nachweisbarkeit, Rückverfolgbarkeit und kontinuierliche Prozessverbesserung.
  • Die Auswahl geeigneter Prüfmittel, die Berücksichtigung von Klimabedingungen und die Definition des gültigen Bezugssystems (Innen-, Außen- oder Zuschnittmaß) sind für funktionsgerechte Verpackungen maßgeblich.

Veröffentlicht am 15.05.2025
Letzte Überarbeitung am 24.11.2025 um 12:44 Uhr von Manuel Hofacker

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