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Mehrwegkisten

Mehrwegkisten spielen in der Welt der Verpackungslösungen eine entscheidende Rolle. Ihre Bedeutung gewinnt insbesondere im Kontext der Wellpappe-Verpackungen an Gewicht, da sie eine umweltfreundliche Option bieten und dadurch die Nachhaltigkeit von Verpackungsprozessen beeinflussen. Sie ermöglichen wiederkehrende Umläufe im Materialkreislauf, reduzieren den Einsatz von Primärrohstoffen und unterstützen standardisierte Logistikprozesse vom Wareneingang bis zur Retourenabwicklung. In der Praxis fördern Mehrwegkisten zudem Prozesssicherheit und Transparenz, indem sie planbare Stabilität, wiederholbare Handhabung und eindeutige Kennzeichnung vereinen. Durch die Kombination aus geringem Eigengewicht, materialeffizienter Konstruktion und anforderungsgerechter Festigkeit leisten sie einen messbaren Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zur Reduktion von CO₂-Emissionen entlang der Lieferkette.

Definition: Was versteht man unter Mehrwegkisten?

Der Begriff Mehrwegkisten bezieht sich auf Transportbehälter, die mehrfach zur Verpackung und zum Transport von Waren verwendet werden können. Sie sind robust, strapazierfähig und so entworfen, dass sie mehrere Nutzungszyklen durchlaufen, bevor sie zur Wiederverwertung oder Entsorgung gelangen. Im Bereich der Wellpapp-Verpackungen sind sie von besonderem Interesse, da sie das Potenzial haben, die Auswirkungen der Verpackungspraktiken auf die Umwelt zu verringern und gleichzeitig die Effizienz im Materialfluss zu erhöhen. Im Unterschied zu Einwegverpackungen werden Mehrwegkisten für definierte Umläufe ausgelegt, hinsichtlich Kantenstabilität, Verschlussgeometrie und Griffergonomie optimiert und in standardisierte Prozesse eingebunden, um Verluste und Beschädigungen zu minimieren.

Charakteristisch sind eine rückführbare Nutzung (Pooling oder unternehmenseigener Kreislauf), eine eindeutige Kennzeichnung zur Nachverfolgung (z. B. Barcodes, QR-Codes oder RFID) und konstruktive Lösungen, die wiederholtes Öffnen, Schließen und Stapeln ermöglichen. Mehrwegkisten aus Wellpappe werden vielfach als Mehrwegbehälter oder Umlaufkisten bezeichnet und kombinieren geringes Eigengewicht mit hoher Druck- und Kantenstabilität. Ergänzend kommen verschleißfeste Rillungen, verstärkte Griffzonen und austauschbare Inlays zum Einsatz, damit die Kisten auch nach vielen Zyklen formstabil und funktionsfähig bleiben.

Einsatzgebiete von Mehrwegkisten aus Wellpappe

Mehrwegkisten aus Wellpappe werden in einer Vielzahl von Branchen eingesetzt. Sie sind im Allgemeinen in Bereichen gefragt, in denen es einen hohen Umschlag von Waren gibt, wie beispielsweise in der Lebensmittelindustrie, im Einzelhandel und in der Logistik. Sie sind aber auch bei der Lagerung von Waren eine beliebte Wahl aufgrund ihrer Robustheit und Haltbarkeit. In temperaturgeführten oder trockenen Umgebungen lassen sich mit abgestimmten Materialqualitäten besonders viele Umläufe erzielen, während in feuchtebelasteten Bereichen feuchtebeständige Qualitäten oder Oberflächenveredelungen zum Tragen kommen.

  • Intralogistik und Kommissionierung: Mehrfach verwendbare Kisten für Pick-by-Light/-Voice, Konsolidierung und Shuttle-Systeme; definierte Traglasten und Grifföffnungen für ergonomisches Handling.
  • Einzelhandel/E-Commerce: Umläufe zwischen Fulfillment, Filiale, Cross-Docking und Retourenaufbereitung; bedruckte Flächen für scannbare Kennzeichnung und Sortierlogik.
  • Industrie/Automotive/Elektronik: Teileversorgung, Kanban-Kreisläufe, schützende Inlays für empfindliche Komponenten; antistatische oder ableitfähige Ausstattungen bei Bedarf.
  • Pharma/Kosmetik/Non-Food: standardisierte Transporte mit definierter Sauberkeit und Nachvollziehbarkeit; Trennstege und Einsatzkästen für Losgrößenvarianten.
  • Archiv und Lager: staubgeschützte Aufbewahrung, wiederholtes Öffnen und Schließen ohne Funktionsverlust; klare Beschriftungsflächen für Bestandsführung.
  • KEP und Postverteilung: wiederverwendbare Transportkisten für interne Sendungen, Umläufe zwischen Depots und Hubs mit hoher Sortierfrequenz.

Typische Einsatzszenarien

  • Umlauf zwischen Standorten: Kiste A transportiert Ware, wird geleert, rückgeführt und erneut befüllt; Track-and-Trace dokumentiert Zustände und Standorte.
  • Mehrfach-Nutzung im Lager: Kommissionierkiste durchläuft mehrere Zyklen pro Schicht/Woche; Verschlüsse werden auf wiederholbares Öffnen/Schließen ausgelegt.
  • Projektbasierte Mehrfachverwendung: temporäre Kampagnen, saisonale Peaks, anschließend erneute Kreislaufführung; kapazitive Planung für Leer-Rücklauf.
  • Pooling-Modelle: definierte Kistenpools mit standardisierten Maßen; Bestandsmonitoring reduziert Verluste und verbessert Umlaufzahlen.

Herstellung von Mehrwegkisten aus Wellpappe

Die Herstellung von Mehrwegkisten vollzieht sich in mehreren Schritten. Zunächst wird aus Wellpappe ein flaches Stück (Blatt) geschnitten, das dann in die gewünschte Kistenform gefaltet wird. Dabei werden meist Maschinen eingesetzt, um eine gleichbleibende Qualität und Genauigkeit zu gewährleisten. Ein wichtiger Aspekt bei der Produktion dieser Kisten ist die Qualität der verwendeten Wellpappe. Sie muss einerseits robust und haltbar sein, um mehrere Transportzyklen zu überstehen, aber auch flexibel genug, um eine einfache Verarbeitung zu ermöglichen. Häufig werden Rillgeometrien auf wiederholtes Falten abgestimmt und Kanten durch passende Liner oder Verstärkungen widerstandsfähig ausgelegt.

Fertigungsschritte im Überblick

  1. Zuschnitt und Rillung: Formatieren, Rillen und Stanzen (Flachbett- oder Rotationsstanze) für präzise Falzlinien; Berücksichtigung von Faserlaufrichtung, Toleranzen und späterer Stapellast.
  2. Verstärken und Kaschieren: optionales Aufdoppeln, Einbringen von Einlegern oder Vollpapp-Elementen für höhere Dauerfestigkeit; Beschichtungen zur Feuchtebeständigkeit, falls erforderlich.
  3. Fügen: Kleben (z. B. mit Dispersions- oder Hotmelt-Klebstoffen), Heften oder Stecklaschen-Konstruktionen für wiederholbares Öffnen/Schließen; definierte Klebeflächen für reproduzierbare Festigkeiten.
  4. Endbearbeitung: Anbringen von Grifföffnungen, Deckellösungen, Einlagen oder Trennstegen; Bedruckung für Kennzeichnungen, Barcodes und Handling-Hinweise.

Materialqualitäten und Konstruktion

  • Wellenkombinationen: ein- oder zweiwellige Qualitäten (z. B. E-, B-, BC-Welle) zur Erhöhung der Kantenstauch- und Stapelreserven; Auswahl abhängig von Nutzlast, Umlaufzahl und Klimabedingungen.
  • Deckpapiere: Recycling- oder Frischfaser-Liner, auf Abrieb, Oberflächenfestigkeit und Feuchtebeständigkeit abgestimmt; optional nassfeste Ausrüstung oder Barrierebeschichtungen.
  • Konstruktive Auslegung: Stecksysteme, Stülpdeckel, Einstecklaschen, Rillgeometrien für wiederholte Zyklen; verstärkte Griffkanten, Kantenschutz und austauschbare Inlays.

Qualitätssicherung

Relevante Prüfgrößen sind unter anderem Kantenstauchwiderstand (ECT) und Kistenstapelprüfung (BCT) unter Normklima. Zusätzlich werden Passgenauigkeit der Rillungen, Griffkantenfestigkeit und die Dauerhaltbarkeit von Verschlüssen geprüft. Ergänzend sind Cobb-Wert (Wasseraufnahme), Durchstoßwiderstand, Reißfestigkeit, Klimawechseltests sowie praxisnahe Wiederverriegelungs- und Fallprüfungen üblich, um die Eignung für Mehrfachumlauf und reale Belastungsszenarien abzusichern.

Vor- und Nachteile von Mehrwegkisten

Mehrwegkisten aus Wellpappe haben zahlreiche Vorteile. Einerseits reduzieren sie den Bedarf an Einmalverpackungen und leisten somit einen Beitrag zur Minderung von Verpackungsabfällen. Zudem sind sie in der Regel leichter als andere Verpackungslösungen, was den Transport erleichtert und die CO₂-Bilanz verbessert. Andererseits erfordern diese Kisten eine gewisse Pflege, indem sie regelmäßig gereinigt und auf Beschädigungen geprüft werden müssen. Auch die ursprüngliche Anschaffung kann kostspieliger sein im Vergleich zu Einmalverpackungen. Trotz dieser Nachteile überwiegt der Nutzen von Mehrwegkisten und macht sie zu einer guten Wahl für Unternehmen, die sowohl auf Ökonomie als auch Ökologie Wert legen. Für die Wirtschaftlichkeit sind Umlaufzahlen, Verlustquote, Reparaturfähigkeit und Prozesskosten maßgeblich.

  • Vorteile: wiederkehrende Nutzung, reduzierte Abfallmengen, planbare Stabilität, gute Bedruckbarkeit für Kennzeichnungen, geringes Eigengewicht, flexible Anpassung an Inhalte.
  • Herausforderungen: Rückführungslogistik, Reinigungsaufwand (je nach Einsatz), Flächenbedarf für Leergut, mögliche Empfindlichkeit bei dauerhaft hoher Feuchte, notwendige Bestandsführung.
  • Wirtschaftlichkeit: Betrachtung über Total-Cost-of-Ownership (TCO) mit Zyklenzahl, Verlustquote, Reparatur- bzw. Ersatzanteil und Prozesskosten; Payback hängt von Auslastung und Kreislaufdisziplin ab.

Lebenszyklus, Pflege und Rückführung

Die Lebensdauer hängt von Materialqualität, Konstruktionsdetails und den Einsatzbedingungen ab. In trockenen, sauberen Umgebungen sind viele Umläufe erreichbar; bei hoher Feuchtebelastung empfiehlt sich der Einsatz feuchtebeständiger Qualitäten oder Schutzlösungen. Eine klare SOP für Inspektion, Reinigung und Aussortierung erhöht die Verfügbarkeit und gewährleistet stabile Umlaufzahlen.

  • Pflege: trockene Reinigung (Ausblasen, Abwischen), Sichtprüfung auf Risse, gequetschte Kanten oder gelockerte Verklebungen; bedarfsweise Austausch von Inlays.
  • Rückführung: definierte Sammelpunkte, flachliegendes Rückführen bei Klapp- oder Steckkonstruktionen, eindeutige Kennzeichnung für Bestandstracking; standardisierte Packmuster für den Rücktransport.
  • Reparatur: kleinere Schäden können durch Austausch von Inlays oder partielles Verstärken begrenzt werden; klare Kriterien für Reparatur vs. Recycling.

Dimensionierung, Stapelung und Palettenbezug

Für stabile Umläufe ist eine passgenaue Dimensionierung wesentlich. Kisten sollten Inhalte formschlüssig aufnehmen, Rillungen und Grifföffnungen tragfähig positioniert sein und die Stapellast im Mehrfachumlauf abgedeckt werden. Planungen berücksichtigen das Kisten-BCT, die Lastverteilung in der Säule und die Palettenbelegung. Sicherheitsfaktoren für Transport- und Lagerbelastung sowie Klimazuschläge (z. B. bei erhöhter Luftfeuchtigkeit) sind in der Auslegung zu berücksichtigen.

Hilfreich ist es, relevante Abmessungen für Mehrwegkisten zu kalkulieren, um Innen- und Außenmaße, Rillversatz und Toleranzen aufeinander abzustimmen. Zudem werden Palettenraster (z. B. Europalette) und die Stapelhöhe im Lager- bzw. Transportprozess einbezogen. Kenngrößen wie Nutzlast pro Kiste, Tragfähigkeit in der Säule und kompatible Packraster erleichtern die Planung von Ladeeinheiten.

Konstruktions- und Verschlussvarianten

Je nach Einsatz kommen unterschiedliche Bauarten zum Einsatz: Stülpdeckel-Kombinationen für häufiges Öffnen, Stecklaschen mit Verriegelung für schnelle Handhabung, oder klammerfreie Konstruktionen zur verbesserten Recyclingfähigkeit. Verschlusslösungen werden hinsichtlich Verschleiß, Bedienbarkeit und Sicherungsbedarf (z. B. für sensible Güter) ausgelegt. Rillgeometrie und Materialübergänge werden so gestaltet, dass wiederholtes Falten die Fasern möglichst wenig ermüdet.

Kennzeichnung und Digitalisierung

Für Bestandstransparenz und Rückverfolgbarkeit sind maschinenlesbare Kennzeichen essenziell. Langlebige Druckbilder, etikettierbare Zonen und geschützte Markierungen ermöglichen Barcode-, QR- oder RFID-gestützte Prozesse. Zustandsdaten (z. B. Umlaufanzahl, Standort, Beschädigungen) können im System hinterlegt und mit Prüfintervallen verknüpft werden, um rechtzeitig Reparatur oder Austausch einzuleiten.

Ergonomie, Sicherheit und Handling

Grifföffnungen sollten entgratet und verstärkt sein, um Komfort und Sicherheit zu erhöhen. Die maximale Füllmasse, Tragfähigkeit im Hub und die Stapelhöhe sind klar zu definieren. Visuelle Hinweise auf Ausrichtung, Greifpunkte und zulässige Stapelkonfigurationen unterstützen fehlerarmes Handling in schnellen Prozessen.

Ökologische und regulatorische Aspekte

Mehrwegkisten unterstützen Abfallvermeidung und Ressourcenschonung, insbesondere bei Einsatz von Recyclingfasern und hoher Rückführungsquote. In sensiblen Bereichen (z. B. Lebensmittelkontakt) sind material- und prozessbezogene Vorgaben einzuhalten; zudem helfen eindeutige Kennzeichnungen bei der Nachverfolgbarkeit entlang der Prozesskette. Am Ende der Nutzungsphase können die Fasern dem Recycling zugeführt werden, sofern keine recyclinghinderlichen Elemente (z. B. nicht ablösbare Beschichtungen) verbaut sind.

Vergleich und Einordnung

Im Vergleich zu alternativen Mehrwegmaterialien überzeugen Mehrwegkisten aus Wellpappe durch ihre leichte Bauweise, gute Bedruckbarkeit und hohe Variabilität in der Konstruktion. Bei sehr feuchten oder dauerhaft mechanisch stark belasteten Anwendungen kann eine angepasste Materialauswahl oder eine alternative Mehrwegkonstruktion sinnvoll sein. Entscheidend ist die passgenaue Auslegung auf Umlaufzahl, Prozessumgebung und Rückführungslogistik.

Zusammenfassung:

  • Mehrwegkisten sind langlebige Transportbehälter, die sich optimal zur Wiederverwendung und somit zur Reduzierung von Abfällen in Unternehmen eignen.
  • Im Vergleich zu Einwegverpackungen, bilden sie eine kosteneffektive und umweltfreundliche Alternative. Insbesondere für Firmen, die herkömmlicherweise Wellpappe für Verpackungen nutzen, können Mehrwegkisten eine attraktive Option darstellen.
  • Die robuste Konstruktion von Mehrwegkisten ermöglicht eine sichere Lagerung und den Schutz von Gütern. Gleichzeitig reduziert dieser widerstandsfähige Transportbehälter die Notwendigkeit ständiger Neubeschaffungen, wie sie bei Verpackungen aus Wellpappe der Fall wären.
  • Einsatz: geeignet für Intralogistik, E-Commerce, Industrie und Lager, mit standardisierten Umläufen und klaren Rückführungsprozessen.
  • Herstellung: präzise Rillung, stabile Wellenqualitäten und geeignete Füge- und Verstärkungstechniken sichern wiederholte Nutzungszyklen.
  • Praxis: auf Dimensionierung, Stapellasten, Rückführung und Pflege achten, um Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit zu erhöhen.
  • Ökologie und Compliance: hohe Rückführungsquoten, recyclinggerechte Gestaltung und die Einhaltung relevanter Vorgaben sichern nachhaltige Umläufe.

Veröffentlicht am 16.05.2025
Letzte Überarbeitung am 30.12.2025 um 13:04 Uhr von Sebastian Würth

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