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Nachhaltigkeitszertifikat
Im Bereich der Wellpappe-Verpackungen gewinnt ein grünes Siegel immer mehr an Bedeutung – das Nachhaltigkeitszertifikat. Es signalisiert nachvollziehbares Verantwortungsbewusstsein gegenüber Umwelt und Gesellschaft und unterstützt eine messbar ressourcenschonendere Wertschöpfung. Für Hersteller, Handel und Versand bietet es Orientierung zu Materialherkunft, Kreislauffähigkeit, Emissionen und Transparenz in der Lieferkette und erleichtert die vergleichbare Einstufung umweltbezogener Leistungen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Darüber hinaus trägt es zur Einhaltung regulatorischer Anforderungen (z. B. erweiterte Herstellerverantwortung, Berichtspflichten) bei und schafft eine einheitliche, überprüfbare Grundlage für Entscheidungen in Entwicklung, Einkauf, Logistik und Entsorgung. Damit wird das Zertifikat zu einem praxisrelevanten Instrument, um Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und rechtssichere Kommunikation im Verpackungskontext systematisch umzusetzen.
Definition: Was versteht man unter einem Nachhaltigkeitszertifikat?
Ein Nachhaltigkeitszertifikat ist ein formal geprüfter Beleg für die Erfüllung klar definierter Kriterien für nachhaltiges Handeln. Es verbindet überprüfbare Anforderungen an ökologische, soziale und governance-bezogene Aspekte mit einem nachvollziehbaren Audit- und Nachweisprozess. Je nach Programm kann sich die Zertifizierung auf Unternehmen, Standorte, Managementsysteme, einzelne Produktlinien oder konkrete Produkte beziehen. Ziel ist es, negative Umweltauswirkungen zu verringern, Ressourcen effizienter zu nutzen und zugleich wirtschaftliche Stabilität und Rechtskonformität sicherzustellen. Typische Bestandteile sind dokumentierte Verfahren, belastbare Messdaten, klar definierte Geltungsbereiche (Scope) und nachvollziehbare Prüfzyklen. Oft werden darüber hinaus Zielpfade (z. B. für Emissionen, Recyclingfähigkeit oder Materialeffizienz) sowie Mechanismen zur Korrektur bei Abweichungen festgelegt.
Wesentliche Inhalte eines Nachhaltigkeitszertifikats können sein:
- Rohstoffherkunft und Rückverfolgbarkeit (z. B. kontrollierte Forstwirtschaft, Rezyklatanteile, Chain-of-Custody-Nachweise)
- Produkteigenschaften (Recyclingfähigkeit, Schadstoffgrenzen, Materialeffizienz, Design-for-Recycling)
- Prozesse und Management (Umweltmanagement, kontinuierliche Verbesserung, Risiko- und Chemikalienmanagement)
- Soziale Kriterien (Arbeits- und Menschenrechte in der Lieferkette)
- Transparenz (Dokumentation, Kennzeichnung, externe Überprüfung)
- Lebenszyklusdaten (Ökobilanzmethoden, Datenqualität, Systemgrenzen und funktionelle Einheit für Verpackungen)
- Klimarelevante Kennzahlen (Energiebezug, Emissionsfaktoren, Reduktionsziele, interne und externe Verifizierungen)
Arten von Nachhaltigkeitszertifikaten
Die Welt der Nachhaltigkeitszertifikate ist breit gefächert und umfasst regionale Labels ebenso wie international anerkannte Standards. Bekannte Beispiele sind der Blauer Engel, FSC (Forest Stewardship Council) oder PEFC (Program for the Endorsement of Forest Certification). Unterschiedliche Programme adressieren verschiedene Ebenen der Wertschöpfung und legen jeweils eigene Kriterien, Prüfzyklen und Nachweisformate fest. Relevante Unterschiede betreffen unter anderem die Prüftiefe, die Datengüte, die Art der Materialbilanz (physische Trennung, Massenbilanz) sowie den zulässigen Anteil nicht-konformer Materialien.
- Rohstoff- und Herkunftszertifikate: belegen nachhaltige Forstwirtschaft, kontrollierte Lieferketten und Materialherkunft (z. B. Holzfaserquellen bei Faserrohstoffen); sie sichern die Rückverfolgbarkeit und definieren Umgang mit Mischbeständen und Rezyklaten.
- Produktbezogene Umweltzeichen: kennzeichnen Anforderungen an Material, Emissionen, Gebrauchstauglichkeit und Kreislaufqualität über den Lebenszyklus hinweg; häufig mit Kriterienkatalogen, Prüfmethoden und Deklarationspflichten.
- Managementsysteme und Prozesse: auditieren organisationsweite Strukturen zur Steuerung von Umweltzielen, Energieeffizienz, Compliance und kontinuierlicher Verbesserung; sie schaffen die Basis für konsistente Datenerhebung und interne Governance.
Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Produktlabel (z. B. auf einer Versandverpackung) und Chain-of-Custody-Zertifizierungen, die die lückenlose Dokumentation zertifizierter Materialien entlang der gesamten Lieferkette sicherstellen. Ebenso relevant ist die Differenzierung zwischen Erst-, Zweit- und Drittparteienprüfungen sowie die Frage, ob die Zertifizierung unabhängige Kontrollen und regelmäßige Überwachungsaudits vorsieht.
Geltungsbereiche und Prüftiefe
Je nach Programm reicht der Geltungsbereich von einzelnen Verpackungsformaten (produktbezogen) über Produktionslinien und Werke (standortbezogen) bis hin zu unternehmensweiten Systemen. Die Prüftiefe kann von Dokumentenprüfungen über Vor-Ort-Audits bis zu stichprobenbasierten Materialtests reichen. Für eine sachgerechte Einordnung sollten Gültigkeitsdauer, Prüfintervalle, zugrunde liegende Normen und der genaue Scope (inklusive ein- oder ausgeschlossener Prozessschritte) transparent dokumentiert sein.
Nachhaltigkeitszertifikate bei Wellpappe-Verpackungen
Die Erlangung und Aufrechterhaltung von Nachhaltigkeitszertifikaten ist in der Wellpappe-Verpackungsbranche zunehmend Standard. Unternehmen wie die Wellstar-Packaging GmbH minimieren damit systematisch Umweltauswirkungen und machen Materialherkunft, Produktionsprozesse und Entsorgungspfade prüfbar. Im Zentrum stehen der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcen, die Recyclingfähigkeit der Produkte sowie transparente Nachweise. Ergänzend werden Aspekte wie Materialkreisläufe von Altpapier, Einsatz von Hilfsstoffen (z. B. stärkehaltige Klebstoffe), Druckfarbenmanagement, Abfalltrennung und die Qualität der Faserrückgewinnung betrachtet.
Für Wellpappe-Verpackungen sind insbesondere relevant:
- Faserherkunft: Anteil zertifizierter Primärfasern und Rezyklat, Nachverfolgbarkeit über Chain-of-Custody.
- Material- und Druckkomponenten: Klebstoffe, Farben und Zusatzstoffe mit definierten Grenzwerten sowie Vorgaben zur Entsorgung und Wiederaufbereitung.
- Design-for-Recycling: sortenreine Monomaterial-Konzepte, reduzierte Materialvielfalt, gut trennbare Bauteile.
- Ressourceneffizienz: Materialeinsatz pro Funktionseinheit, Gewichts- und Flächenoptimierung, Reduktion von Ausschuss.
- Prozesskennzahlen: Energie- und Wasserverbrauch, Emissionen, Abfallmanagement und Verwertungspfade.
Typische Kriterien und Nachweise
- Dokumentierte Lieferkette mit Mass Balance oder physischer Trennung zertifizierter Fasern
- Prüfberichte zu Recyclingfähigkeit, Faserrückgewinnung und Materialreinheit
- Grenzwerte für problematische Stoffe sowie Konformitätsnachweise
- Regelmäßige Audits (intern/extern) und belastbare Datengrundlagen
- Klare Kennzeichnung, um Fehlinterpretationen und Doppelzählungen zu vermeiden
- Validierte Mess- und Prüfanweisungen (z. B. für Stofffluss- und Materialbilanzen) sowie Schulungsnachweise
- Dokumentierte Kommunikationsregeln für Labelverwendung, Claims und Gültigkeitsangaben
Ergänzend können praxisnahe Leitfäden, Prüfschemata und Fallbeispiele die Einordnung erleichtern. Weiterführende Inhalte bieten etwa Vertiefende Informationen zu zertifizierten Verpackungen aus Graspapier und deren Bewertung. Hilfreich sind zudem Prozessbeschreibungen zu Wareneingangsprüfung, Etikettierung und interner Freigabe, um Konsistenz und Nachvollziehbarkeit dauerhaft sicherzustellen.
Kennzeichnung und Kommunikation auf der Verpackung
Die korrekte Kennzeichnung umfasst die eindeutige Zuordnung des Labels zum zertifizierten Geltungsbereich, die Einhaltung von Gestaltungs- und Textvorgaben sowie die Vermeidung unpräziser Aussagen. Angaben zu Materialanteilen, Rezyklatgehalt oder Recyclingfähigkeit sollten mit dem Zertifizierungsumfang übereinstimmen und durch aktuelle Dokumente belegt sein.
Vor- und Nachteile von Nachhaltigkeitszertifikaten
Nachhaltigkeitszertifikate bieten viele Vorteile. Unternehmen, die solche Zertifikate besitzen, können sich als umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Anbietern positionieren. Dadurch können sie neue Kunden gewinnen und bestehende binden. Zudem können sie durch verbesserte Prozesse ihre Ressourceneffizienz steigern und dadurch Kosten einsparen. Für Beschaffung und Entwicklung entstehen klare Leitplanken, die Fehlentscheidungen reduzieren und die Vergleichbarkeit von Lieferanten vereinfachen. Auch die interne Steuerung profitiert von definierten Kennzahlen, Verantwortlichkeiten und einem strukturierten Verbesserungsprozess.
Allerdings gibt es auch Herausforderungen bei der Erlangung von Nachhaltigkeitszertifikaten. Der Prozess kann zeitaufwendig sein und erfordert eine genaue Überprüfung der Unternehmensprozesse. Außerdem können die Kosten für die Zertifizierung und die Aufrechterhaltung des Zertifizierungsniveaus erheblich sein. Hinzu kommen Anforderungen an Datenqualität, Messmethoden und kontinuierliche Nachverfolgung. Unterschiedliche Label mit variierender Prüftiefe können die Vergleichbarkeit erschweren, wenn Geltungsbereiche und Kriterien nicht eindeutig kommuniziert werden.
- Vorteile: nachvollziehbare Kriterien, externe Überprüfung, bessere Vergleichbarkeit, geringeres Risiko in der Lieferkette, Impulse für kontinuierliche Verbesserung, strukturierte Datenerhebung, konsistente Kommunikation, Unterstützung bei regulatorischer Konformität.
- Mögliche Grenzen: Aufwand für Datenerhebung und Audits, unterschiedliche Scope-Definitionen je Label, eingeschränkte Übertragbarkeit zwischen Branchen, Gefahr von Missverständnissen ohne ausreichende Erläuterung, zusätzliche Anforderungen an Lieferantenmanagement, potenzielle Mehrkosten bei Umstellung von Materialien und Prozessen.
Prozesse und Ablauf der Zertifizierung
- Voranalyse: Auswahl des passenden Programms, Definition von Geltungsbereich und Zielen. Durchführung einer Lückenanalyse, Bewertung vorhandener Daten und Priorisierung kurzfristiger sowie struktureller Maßnahmen.
- Implementierung: Aufbau oder Anpassung von Prozessen, Rollen, Dokumentation und Messpunkten. Einführung standardisierter Prüfpläne, Schulungen und interner Freigaben sowie Etablierung eines nachvollziehbaren Dokumentenlenkungssystems.
- Auditierung: interne Vorprüfung, externe Begutachtung, Korrekturmaßnahmen bei Abweichungen. Nachweis der Wirksamkeit umgesetzter Maßnahmen durch Kennzahlenvergleiche und wiederholte Stichproben.
- Zertifikatserteilung: Veröffentlichung der Gültigkeit, Kennzeichnung, Kommunikationsrichtlinien. Sicherstellung der korrekten Verwendung des Labels in Produktunterlagen, Datenblättern und auf Verpackungen.
- Überwachung: jährliche Audits, Fortschrittsberichte, Aktualisierung von Daten und Nachweisen. Laufende Verbesserung, Management-Reviews und Anpassung an neue Anforderungen oder geänderte gesetzliche Rahmenbedingungen.
Abgrenzung: Zertifikat, Audit und Selbstauskunft
Ein Zertifikat basiert auf einem festgelegten Regelwerk mit unabhängiger Prüfung und dokumentierter Gültigkeit. Ein Audit ist die systematische Überprüfung der Konformität mit diesen Regeln. Eine Selbstauskunft kann Transparenz erhöhen, ersetzt jedoch keine externe Zertifizierung, sofern der Nachweis gefordert ist. In Ausschreibungen und Qualitätsvereinbarungen sollte klar benannt werden, welche Art von Nachweis anerkannt wird. Ebenso wichtig sind Angaben zur Laufzeit, zu Re-Zertifizierungsintervallen und zum konkreten Scope, damit die Aussagekraft in Bezug auf die jeweilige Verpackungsanwendung korrekt bewertet werden kann.
Praktische Relevanz für Einkauf und Logistik
- Beschaffung: eindeutige Materialanforderungen (Rezyklat- und Faseranteile, Chemikaliengrenzen), akzeptierte Label, Mindestkriterien.
- Qualitätssicherung: Wareneingangskontrollen, Dokumentenprüfung, Stichproben, Kennzeichnungsvalidierung.
- Produktentwicklung: frühe Einbindung von Umweltanforderungen in Konstruktion, Materialwahl und Druckbild.
- Kommunikation: sachliche Kennzeichnung ohne Übertreibungen; klare Angaben zu Geltungsbereich und Aussagekraft des Labels.
- Logistik und Rücknahme: Kennzeichnung für sortenreine Erfassung, abgestimmte Entsorgungswege, Dokumentation von Verwertungsquoten und Rückführungsraten.
Aktuelle Entwicklungen und Ausblick
Mit wachsenden Berichtspflichten und strengeren Anforderungen an Kreislaufwirtschaft rücken messbare Indikatoren (z. B. Recyclingfähigkeit, Rezyklatanteil, Emissionsdaten) noch stärker in den Fokus. Digitale Nachweisketten, standardisierte Datenformate und produktbezogene Informationssysteme können die Vergleichbarkeit in Zukunft weiter erhöhen. Für Wellpappe-Verpackungen bedeutet das eine fortlaufende Weiterentwicklung von Design- und Prozessstandards, um geprüfte Nachhaltigkeit verlässlich nachweisen zu können. Perspektivisch gewinnen digitale Produktinformationen, Rückverfolgbarkeit über den gesamten Lebenszyklus sowie harmonisierte Prüf- und Deklarationsregeln an Bedeutung, damit Umweltleistungen konsistent, verständlich und prüfbar dargestellt werden können.
Zusammenfassung:
- Ein Nachhaltigkeitszertifikat ist ein wichtiges Gütesiegel für Unternehmen, das bestätigt, dass die verwendeten Prozesse und Materialien eine geringe ökologische Belastung aufweisen und Aspekte wie Wiederverwendbarkeit und Recycling berücksichtigen.
- Im Kontext von Verpackungen aus Wellpappe zeigt dieses Zertifikat, dass bei der Herstellung positive Umweltstandards berücksichtigt wurden, von der nachhaltigen Gewinnung der Rohstoffe bis hin zur umweltfreundlichen Produktion und Entsorgung.
- Unternehmen, die auf Verpackungen mit einem Nachhaltigkeitszertifikat zurückgreifen, unterstützen damit aktiv den Umweltschutz, verbessern ihr Image und können dadurch einen Wettbewerbsvorteil erlangen.
- Unterschiedliche Zertifikate adressieren Rohstoffherkunft, Produkteigenschaften und Managementsysteme; ihre Aussagekraft hängt vom Geltungsbereich und der Prüftiefe ab.
- Für Wellpappe-Verpackungen sind insbesondere Recyclingfähigkeit, dokumentierte Faserherkunft und ressourceneffiziente Prozesse zentrale Nachweisfelder.
- Transparente Kennzeichnung, belastbare Daten und regelmäßige Audits sichern die Nachvollziehbarkeit und erleichtern die sachliche Bewertung über den gesamten Lebenszyklus.
Veröffentlicht am 03.08.2024
Letzte Überarbeitung am 17.12.2025 um 13:30 Uhr von Manuel Hofacker