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No-Touch-Verpackung
Wellpappe besticht durch viele Eigenschaften, die sie ideal für Verpackungszwecke machen. Sie vereint geringes Gewicht mit hoher Stabilität, lässt sich präzise stanzen und falten, ist gut bedruckbar und einfach zu recyceln. Ein spezieller Bereich, der immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist dabei die No-Touch-Verpackung als kontaktarme, prozesssichere und hygienische Lösung für sensible Inhalte und automatisierte Abläufe.
Definition: Was versteht man unter No-Touch-Verpackung?
Die No-Touch-Verpackung bezeichnet eine Verpackungsart, bei der das Produkt vom Hersteller bis zum Endkunden nicht manuell berührt werden muss. Der direkte Kontakt durch Hände entfällt, stattdessen wird die Ware über definierte Greif- und Haltepunkte oder Einlagen geführt. Besonders in Zeiten erhöhter Hygieneanforderungen stellt dies einen essenziellen Vorteil dar. No-Touch-Verpackungen sind meist aus Wellpappe gefertigt und können für eine Vielzahl von Produkten eingesetzt werden, ohne den berührungsfreien Prozessfluss zu unterbrechen.
Im engeren Sinne beschreibt die No-Touch-Verpackung ein konstruktives System, das die berührungslose Handhabung entlang der gesamten Prozesskette ermöglicht: vom Einlegen oder Zuführen über das Schließen bis hin zum Öffnen beim Empfänger. Ziel ist die Reduktion von Kontamination, Fingerabdrücken, Partikeleintrag und mechanischer Beeinflussung durch manuelle Eingriffe. Ergänzend wird die Reproduzierbarkeit von Taktzeiten erhöht und das Risiko humanbedingter Variabilität gesenkt.
- Kernelemente: kontaktarme Einlagen, definierte Greif- und Haltezonen, automatische Verriegelungen, leichtes Öffnen ohne direkten Produktkontakt, klar markierte Zugriffs- und Bedienflächen für Robotik und Fördertechnik.
- Prozessfokus: kompatibel mit automatisierten Linien, Robotik, Pick-and-Place, fördertechnische Übergabe sowie optische Identifikation; eindeutige Positionsbezüge (z. B. mittels Passmarken) zur sicheren Erkennung.
- Materialfokus: überwiegend Wellpappenqualitäten mit auf die Anwendung abgestimmter Festigkeit, Oberflächenbeschaffenheit und Staubarmut; optional veredelten Linern für reduzierte Faserfreisetzung.
Abgrenzung und Terminologie
No-Touch-Verpackung steht für berührungsfreie bzw. kontaktarme Prozessführung. Davon abzugrenzen sind Lösungen mit reduziertem Handkontakt (touch-minimized), bei denen einzelne manuelle Eingriffe verbleiben. Im Kontext der Prozessplanung werden beide Konzepte häufig stufenweise umgesetzt, beginnend mit klar definierten Greifzonen bis hin zur vollständig berührungsfreien Handhabung.
Anwendungen der No-Touch-Verpackung
No-Touch-Verpackungen finden breite Anwendung in unterschiedlichen Branchen. Von Lebensmittelindustrie über Kosmetik bis hin zu Medizinprodukten – überall, wo Produkte hygienisch, sicher und unberührt beim Kunden ankommen sollen, werden diese Verpackungen eingesetzt. Hygiene und Sicherheit sind die beiden Hauptmerkmale, die No-Touch-Verpackungen auszeichnen. Hinzu kommen Effizienz- und Qualitätsgewinne durch stabile Automationsprozesse, geringere Fehlerraten und nachvollziehbare Prozessschritte.
Typische Einsatzfelder und Produktgruppen
- Pharmazeutische und medizinische Güter: Blister, sterile Sekundärverpackungen, Diagnostik-Kits, Laborartikel, Medizintechnikkomponenten mit validierten Handlingschritten.
- Lebensmittel und empfindliche Konsumgüter: Dry Food, Backwaren-Sekundärverpackungen, konfektionierte Kosmetiksets, Nahrungsergänzungen mit sensibler Oberflächenanforderung.
- Elektronik und Präzisionsteile: Sensorik, Leiterplatten, optische Komponenten mit empfindlichen Oberflächen, feinmechanische Baugruppen.
- E-Commerce- und Fulfillment-Prozesse mit hoher Taktung und automatisierter Kommissionierung, inklusive standardisierter Trayformate und automatischer Etikettierung.
- Rücknahme- und Retourenszenarien, bei denen ein erneutes berührungsfreies Verschließen und Öffnen gefordert ist, etwa für Service- und Prüfkreisläufe.
Herstellung von No-Touch-Verpackungen
Die Fertigung von No-Touch-Verpackungen, oder auch berührungslosen Verpackungen, kann je nach Bedarf und Produktanforderungen variieren. Üblicherweise werden sie aus Wellpappe zusammengesetzt, die nach hohen Hygienestandards behandelt und verarbeitet wird. Dabei wird darauf geachtet, dass die Wellpappe den Ansprüchen der Branche und des spezifischen Produkts gerecht wird. Je nach Anwendung kommen unterschiedliche Wellenarten, Liner-Qualitäten und Flächengewichte zum Einsatz, um Steifigkeit, Kantenstabilität und Staubarmut auszubalancieren.
In der Praxis umfasst die Herstellung die Entwicklung einer maßgenauen Zuschnittgeometrie, das Rillen, Stanzen und Verkleben bzw. das Einsetzen von Steck- und Verriegelungsmechaniken. Produktionsumgebungen sind vorzugsweise staubarm, mit kontrollierter Materiallogistik und definierten Prüfabläufen (z. B. Sichtkontrolle, Festigkeitsprüfungen). Zudem werden Prozessschritte so geplant, dass bedienerseitige Eingriffe am Produkt entfallen. Kennzeichnungen (z. B. Codes, Pfeilmarken) unterstützen die robotische Orientierung und dienen der Rückverfolgbarkeit.
Konstruktive Merkmale
- Definierte Aufnahmepunkte und Führungselemente zur sicheren Positionierung des Inhalts ohne direkten Kontakt.
- Selbstarretierende Verschlüsse, registrierte Faltfolgen und optional integrierte Aufreißhilfen für das Öffnen am Zielort.
- Staubarme Schnittkanten, widerstandsfähige Oberflächen und bedarfsgerechte Liner-Qualitäten.
- Kompatibilität zu Greifern, Saugern und Fördertechnik für automatisierte Übergaben.
- Optionale Verriegelungslaschen und Anschläge für reproduzierbare Einlegetiefen sowie kollisionsfreie Zuführung.
- Aufnahme von Toleranzen durch formschlüssige, aber entlastende Konturen zur Minimierung von Oberflächenkontakt.
Sauberkeits- und Prozessanforderungen
- Reduzierte Partikelemissionen und kontrollierte Materialbereitstellung.
- Dokumentierte Prozessschritte mit Rückverfolgbarkeit, um hygienerelevante Anforderungen zu erfüllen.
- Konstante Maßhaltigkeit und Formstabilität für reproduzierbare Taktzeiten.
- Geeignete Umgebungsbedingungen (z. B. definierte Sauberkeitszonen) und geregelte Reinigung von Werkzeugen und Linienkomponenten.
- Bedarfsgerechte Verpackungs- und Transporttests, um Partikelübertrag und Beschädigungen in der Lieferkette zu minimieren.
Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit
Für die prozesssichere Umsetzung werden klare Markierungen, eindeutige Artikel- und Chargenkennzeichen sowie maschinenlesbare Codes genutzt. Diese unterstützen automatische Identifikation, linienintegrierte Prüfungen und die lückenlose Dokumentation entlang der Prozesskette.
ESD- und Oberflächenanforderungen
Bei Elektronik und optischen Komponenten können ergänzend antistatische Eigenschaften, staubarme Liner oder zusätzliche Zwischenlagen erforderlich sein. Ziel ist es, empfindliche Oberflächen vor Kratzern, Ablagerungen und elektrostatischer Aufladung zu schützen.
Vor- und Nachteile von No-Touch-Verpackungen
Jede Verpackungslösung hat ihre Vor- und Nachteile und No-Touch-Verpackungen sind da keine Ausnahme. Der große Vorteil liegt natürlich in der Tatsache, dass die Produkte hygienisch und unberührt beim Kunden ankommen. Das steigert nicht nur das Vertrauen in das Produkt, sondern kann auch zur Produktqualität beitragen, indem eine Kontamination ausgeschlossen wird. Zudem können sie genau auf die Produkte zugeschnitten werden, was zusätzlichen Schutz vor Beschädigungen bietet. Zu den Nachteilen zählt unter anderem der etwas höhere Herstellungsaufwand verglichen mit herkömmlichen Verpackungen, der sich jedoch oft durch die Vorteile ausgleicht. Ein weiterer Nachteil könnte sein, dass No-Touch-Verpackungen nicht für jeden Produkttyp geeignet sind. Je nach Art des zu verpackenden Guts können andere Verpackungstypen besser geeignet sein. Beispielsweise können Flüssigkeiten oder besonders schwere Gegenstände Herausforderungen darstellen. Zusätzlich entstehen im Vorfeld Aufwände für Konstruktion, Validierung und Linienabstimmung, die sich jedoch durch geringere Reklamationen und stabile Prozesse amortisieren können.
- Vorteile: reduzierter manueller Kontakt, geringeres Kontaminationsrisiko, reproduzierbare Prozesse, bessere Ergonomie, Schutz empfindlicher Oberflächen, klare Schnittstellen zur Automatisierung.
- Potenzielle Einschränkungen: höherer Konstruktions- und Abstimmungsaufwand, ggf. spezifische Anforderungen an Linienlayout und Automatisierung, Grenzen bei extrem schweren oder flüssigen Inhalten, erhöhter Bedarf an Vorserien- und Praxistests.
- Wirtschaftliche Betrachtung: Investitionen in Entwicklung und Prozesse stehen einer Reduktion von Ausschuss, Reklamationen und Nacharbeiten gegenüber. Effizienzgewinne entstehen durch geringere Berührpunkte und schnellere, standardisierte Abläufe.
Varianten und Auslegung der No-Touch-Verpackung
Je nach Produkt ergeben sich unterschiedliche Konstruktionsprinzipien: formschlüssige Einlagen, Haltebänder, Trays, Aufnahmen mit definierter Klemmung oder konturgeschnittene Auflageflächen. Für besonders empfindliche Güter werden integrierte Fixierlösungen eingesetzt, die das Produkt ohne direkten Handkontakt lage- und stoßsicher führen. Weiterführende Informationen zu passgenauen Fixierverpackungen für empfindliche Produkte unterstützen die Auswahl geeigneter Konzepte. Ergänzend lassen sich modulare Baukästen realisieren, die Variantenvielfalt reduzieren und Wiederverwendbarkeit in Rückführungsprozessen ermöglichen.
Auswahlkriterien
- Produktempfindlichkeit, Oberflächenanforderungen und zulässige Berührungspunkte.
- Prozessintegration: Greifer- und Saugerflächen, Fördertechnik, Taktzeiten, Automationsgrad.
- Schutzanforderungen: Fall-, Vibrations- und Druckbelastung entlang der Lieferkette.
- Materialwahl und Recyclingfähigkeit unter Berücksichtigung von Monomaterial-Designs.
- Umgebungsbedingungen: Temperatur- und Feuchtewechsel, Reinheitsanforderungen und Lagerdauer.
- Rückführungs- und Retourenprozesse inklusive wiederholbarer Öffnungs- und Schließvorgänge.
Praxisnahe Beispiele
Beispiele umfassen robotertaugliche Steckverpackungen für Laborgefäße, konturgeschnittene Trays für optische Komponenten mit definierten Greifbereichen sowie faltschachtelbasierte Versandverpackungen mit Aufreißfäden und integrierten Rücksendelaschen für berührungsarmes Retourenhandling.
Qualitätssicherung, Tests und Validierung
Zur Absicherung der Funktionalität werden Muster- und Vorserientests, Prozessfähigkeitsanalysen und Verpackungsprüfungen durchgeführt. Dazu zählen Fall- und Schwingungstests, Klimasimulationen, Funktionsprüfungen der Verriegelungen sowie liniennahe Versuche zur Greifer- und Saugerkompatibilität. Dokumentierte Abläufe und Prüfanweisungen unterstützen reproduzierbare Ergebnisse über Chargen hinweg.
Nachhaltigkeit und Kreislaufführung
No-Touch-Konzepte auf Wellpappebasis lassen sich ressourcenschonend umsetzen: monomateriale Konstruktionen, klebstofffreie Verriegelungen und optimierte Zuschnittgeometrien reduzieren Materialeinsatz und erleichtern die Wiederverwertung. Durch die Konzentration auf definierte Greif- und Haltepunkte wird zugleich die Beschädigungsquote gesenkt, wodurch weniger Ersatzlieferungen und damit verbundene Transportemissionen anfallen.
Prozessintegration und Logistik
Für einen stabilen Gesamtablauf werden Verpackung, Fördertechnik und Identifikationstechnologie aufeinander abgestimmt. Standardisierte Stellplätze, definierte Palettiermuster und eindeutige Kennzeichnungen erleichtern die Übergabe zwischen Stationen. Die Auslegung berücksichtigt auch das Öffnen beim Empfänger, sodass ein berührungsarmes Entnehmen ohne Werkzeug möglich ist.
Zusammenfassung:
- No-Touch-Verpackungen sind spezielle Verpackungslösungen, die speziell für eine berührungslose Handhabung entwickelt wurden. Dies bietet Unternehmen, die mit Wellpappe arbeiten, potenzielle Vorteile in Bezug auf Hygiene und Sauberkeit.
- Dank ihres ausgeklügelten Designs, oft in Verbindung mit Automatisierungstechnologien, ermöglichen No-Touch-Verpackungen den Einsatz von Logistik- und Verpackungsprozessen, bei denen kein manueller Kontakt mit dem Produkt erforderlich ist. Dies könnte für Firmen, die sich auf Wellpappverpackungen spezialisieren, hilfreich sein, um ihre Effizienz zu steigern.
- No-Touch-Verpackungen, insbesondere solche aus Wellpappe, können dazu beitragen, die Sicherheit der Mitarbeiter zu verbessern und gleichzeitig hohe Produktqualität und unbeschädigte Lieferungen zu gewährleisten. Die integrierte Verwendung von Wellpappe in No-Touch-Verpackungen stellt dabei eine nachhaltige und leicht recycelbare Wahl dar.
- No-Touch-Konzepte sind vielfältig und umfassen formschlüssige Einlagen, selbstarretierende Verschlüsse und definierte Greifzonen, die eine kontaktarme Prozessführung unterstützen.
- Die Auslegung orientiert sich an Produktempfindlichkeit, Prozessintegration und Schutzbedarf; Grenzen ergeben sich bei sehr schweren oder flüssigen Inhalten.
- Qualitätssicherung durch Tests, dokumentierte Prozesse und klar gekennzeichnete Greif- und Öffnungspunkte sichert reproduzierbare Ergebnisse in automatisierten Lieferketten.
- Monomaterial-Designs und klebstofffreie Mechaniken fördern Recyclingfähigkeit und Ressourceneffizienz ohne die berührungsfreie Handhabung zu beeinträchtigen.
Veröffentlicht am 03.07.2024
Letzte Überarbeitung am 04.11.2025 um 12:39 Uhr von Sebastian Würth