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Sicherheitsverpackung

Die Welt der Wellpapp-Verpackungen ist breit gefächert und facettenreich. Innerhalb dieses Gebiets ist die Sicherheitsverpackung ein bedeutender Bereich, der sich durch Eignung zur Vermeidung von Schäden dank erhöhter Robustheit und Stabilität bemerkbar macht. Die Anwendungsfelder solcher Verpackungen erstrecken sich von empfindlicher Elektronik bis hin zu gefährlichen Gütern. Neben mechanischem Schutz adressieren Sicherheitslösungen zusätzliche Anforderungen wie Manipulationssicherheit, Feuchtigkeits- und Staubschutz, antistatische Eigenschaften sowie eine verlässliche Fixierung des Packguts. Ziel ist eine konsistente Risikominimierung entlang der gesamten Lieferkette – vom innerbetrieblichen Materialfluss über den Transport bis zur Lagerung; dies schließt variable Einflussgrößen wie Temperaturwechsel, Luftfeuchte, Handlingsbelastungen und unterschiedliche Transportmodi (Paketdienst, Spedition, Luft- und Seefracht) mit ein.

Definition: Was versteht man unter einer Sicherheitsverpackung?

Unter dem Begriff Sicherheitsverpackung versteht man spezielle Verpackungslösungen, die primär zum Schutz des Inhalts entwickelt wurden. Typischerweise bestehen sie aus starken und robusten Materialien wie Wellpappe, was eine ausgezeichnete Stoßfestigkeit garantiert. Zur Gestaltung der Sicherheit von Verpackungen gehört aber auch der Einsatz durchdachter Designkonzepte, die die Produkte während des gesamten Transports mechanisch sichern und Relativbewegungen minimieren.

Im weiteren Sinne umfasst der Begriff Konstruktionen mit erhöhter mechanischer Stabilität, stoßdämpfenden Elementen, fixierenden Bauteilen sowie optionalen Barrieren gegen Feuchte, Staub und elektrostatische Entladungen. Übliche Ausführungen kombinieren Außenhüllen aus Wellpappe mit Inlays aus Faserwerkstoffen oder Schäumen, sodass sowohl Kanten-, Flächen- als auch Punktlasten kontrolliert aufgenommen werden. Ergänzend kommen manipulationsanzeigende Verschlüsse, Kennzeichnungen und definierte Öffnungshilfen zum Einsatz, um Integrität und Nachvollziehbarkeit zu unterstützen.

Begriffsabgrenzung

Sicherheitsverpackungen unterscheiden sich von allgemeinen Versandverpackungen durch ihre zielgerichtete Auslegung auf definierte Lastfälle und Schutzklassen. Sie adressieren bewusst Primärschutz (Schutz des Produkts) und Sekundärschutz (Schutz der Verpackung mitsamt Produkt gegenüber Umwelteinflüssen) und integrieren Nachweis- und Dokumentationsanforderungen, die bei Standardverpackungen oft nicht im gleichen Umfang gefordert sind.

Materialien und Konstruktionsprinzipien

Sicherheitsverpackungen basieren auf der abgestimmten Kombination von Werkstoffen und Geometrien. Die Auswahl orientiert sich an Masse, Empfindlichkeit und Oberflächengüte des Produkts sowie an der Transport- und Lagerumgebung. Neben der Materialqualität der Wellpappe (z. B. ein- bis mehrwellig, Wellenarten wie B-, C- oder BC-Welle) spielen Papiersorten (z. B. Testliner, Kraftliner) und die Fasermischung eine zentrale Rolle für Kennwerte wie Durchstoßfestigkeit, ECT und BCT.

  • Außenhülle: Wellpappe in ein- bis mehrwelliger Qualität für Trag- und Stapelfestigkeit; bei sehr hohen Lasten ggf. verstärkte Qualitäten oder Verbundkonstruktionen.
  • Innenausstattung: Formteile aus Karton, Faserform, Schaum oder flexible Fixierrahmen zur Lage- und Kippsicherung des Packguts.
  • Polsterung: Energieabsorbierende Elemente zur Reduktion von Stoß- und Schwingungsbelastungen; hierzu zählen auch effiziente Füllmaterialien und Luftpolster.
  • Barrieren: Beschichtungen oder Einlagen, die Feuchtigkeit oder Fett abhalten, ESD-Schutz sicherstellen oder Korrosion vorbeugen.
  • Verschlüsse und Öffnungshilfen: Selbstklebestreifen, Umreifungen, Sicherheitssiegel sowie definierte Aufreißzonen und Perforation für eine kontrollierte Entnahme.

Die Wahl geeigneter Füll- und Polsterkonzepte beeinflusst die Schutzwirkung maßgeblich. Weiterführende Informationen liefern praxisnahe Systeme und Methoden, etwa hier: mehr über Systeme zum Füllen und Polstern.

Relevante Kennwerte und Auslegung

Für die Dimensionierung von Sicherheitsverpackungen sind Kennwerte wie ECT (Edge Crush Test) zur Beurteilung der Kantenstauchfestigkeit und BCT (Box Compression Test) zur Vorhersage der Stapelfestigkeit relevant. Ergänzend werden FCT (Flat Crush Test) für die Flächenstauchung sowie Durchstoß- und Reißfestigkeiten herangezogen. Durch die Kombination aus Materialkennwerten, geometrischer Auslegung (Rillungen, Laschen, Stützzonen) und zielgerichteter Lastpfadführung wird eine reproduzierbare Schutzwirkung erzielt.

Sicherheitsfunktionen im Überblick

  • Mechanischer Schutz: Absorption von Stößen, Vibrationen und Drucklasten; Kanten- und Durchstoßsicherheit.
  • Fixierung: Form- oder kraftschlüssige Halterungen verhindern Lageveränderungen und reduzieren Relativbewegungen.
  • Umweltschutz: Abwehr von Staub, Feuchte oder Schmutz durch dichte Verschlüsse und geeignete Materialien.
  • ESD- und Oberflächenschutz: Ableitfähige/antistatische Komponenten und kratzfeste Kontaktflächen für empfindliche Oberflächen.
  • Manipulationssicherheit: Tamper-Evident-Features wie Siegel oder definierte Öffnungsnachweise.
  • Kennzeichnung und Nachvollziehbarkeit:

Geschichte und Entwicklung der Sicherheitsverpackungen

Die Geschichte der Sicherheitsverpackungen ist eng verknüpft mit der Entwicklung effizienter Transportsysteme und einer immer flexibleren und globalisierten Warenwirtschaft. Die Notwendigkeit, empfindliche und kostspielige Produkte über große Entfernungen sicher zu versenden, brachte eine veränderte Nachfrage und somit die Evolution und Verbesserung bestehender Verpackungstechnologien hervor.

Mit der Ausweitung des Fernhandels, der Standardisierung logistischer Prozesse sowie dem Aufkommen neuer Produktkategorien (Elektronik, Pharma, Präzisionskomponenten) wuchsen die Anforderungen an Schutz, Nachweisbarkeit und Konformität. Parallel etablierte sich ein systematisches Testwesen mit standardisierten Prüfabläufen. Fortschritte in Materialwissenschaft und Simulation ermöglichten leichtere, leistungsfähigere Konstruktionen. Heute prägen zudem Aspekte wie Ressourceneffizienz, Wiederverwendbarkeit und recyclingfreundliche Monomaterial-Ansätze die Weiterentwicklung. Der Bedeutungszuwachs des Onlinehandels, verkürzte Lieferzyklen und eine gestiegene Retourenquote haben die Anforderungen an robuste, zugleich ressourcenschonende Sicherheitskonzepte zusätzlich verschärft.

Normen, Richtlinien und Prüfverfahren

Je nach Einsatzbereich gelten unterschiedliche Vorgaben und Testszenarien. Sicherheitsverpackungen werden häufig nach definierten Lastfällen ausgelegt, um Belastungen reproduzierbar zu bewerten und Risiken zu minimieren.

  • Mechanische Prüfungen: Fall-, Kipp-, Schwingungs- und Drucktests zur Beurteilung von Stoßfestigkeit, Stapelstabilität und Vibrationsverhalten.
  • Klimatische Prüfungen: Konditionierung unter variierenden Temperaturen und Luftfeuchten, um Material- und Klebeeigenschaften realitätsnah zu bewerten.
  • Spezielle Anforderungen: ESD-Verhalten, Wasserdampfdurchgang, Dichtigkeit sowie Nachweise für Gefahrgutverpackungen gemäß einschlägigen Regularien.

Die Prüfergebnisse fließen in die Optimierung von Materialqualitäten, Bauweisen und Innenausstattungen ein, um Schutzziele mit möglichst geringem Materialeinsatz zu erreichen.

Beispielhafte Standards und Nachweise

In der Praxis kommen u. a. anwendungsbezogene Prüfprogramme (beispielsweise Serien mit kombinierten Fall- und Vibrationsprofilen), branchenübliche Spezifikationen und Konformitätsprüfungen für Gefahrgut zur Anwendung. Ergänzend werden projektspezifische Prüfpläne erstellt, die reale Transportketten (Sortieranlagen, Langzeitstapel, Klimawechsel) abbilden und damit die Aussagekraft der Ergebnisse erhöhen.

Anwendungsgebiete und Arten von Sicherheitsverpackungen

Eine Vielzahl verschiedener Branchen setzt auf Sicherheitsverpackungen. So finden diese Verpackungslösungen beispielsweise in der Elektronik-, Pharma- und Lebensmittelbranche Anwendung. Je nach Sektor und Bedarf werden unterschiedliche Arten von Sicherheitsverpackungen bevorzugt. So variieren diese je nach den spezifischen Anforderungen in Material, Form und Bauweise.

  • Elektronik: Schutz vor Stößen und ESD, oberflächenschonende Inlays und präzise Fixierung filigraner Baugruppen.
  • Pharma/Medizin: Integritätserhalt, Manipulationsnachweise, ggf. kontrollierte klimatische Bedingungen im Sekundärschutz.
  • Lebensmittel: Hygienegerechte Ausgestaltung, Schutz vor Feuchte und Kontamination im Rahmen der Transportverpackung.
  • Automotive/Mechanik: Stabilität für schwere Komponenten, Kanten- und Durchstoßschutz, robuste Fixierlösungen.
  • Kunst/Kultur: Formschlüssige Sicherung, polsternde Elemente und Oberflächenschutz für empfindliche Unikate und Großformate.
  • Gefahrgut: Bauteile und Baugruppen mit UN-konformen Außenhüllen und auf Nachweis geprüfter Innenausstattung.
  • Ersatzteile und Aftermarket: Variierende Stückzahlen, wechselnde Geometrien und schnell umrüstbare Fixier- und Polsterkonzepte.
  • E-Commerce und Fulfillment: Hohe Durchlaufmengen, automatisierte Prozesse und widerstandsfähige Verpackungen für Sortieranlagen.

Arten von Sicherheitsverpackungen umfassen unter anderem Fixierverpackungen, formschlüssige Einsätze, polsterintensive Lösungen, Universal- und Mehrwegausführungen, verstärkte Kistenkonstruktionen sowie formstabile Versandtaschen und zylindrische Hülsen für längliche Güter. Die Auswahl richtet sich nach Produktgeometrie, Empfindlichkeit, Massenverteilung, Handlingsanforderungen und Transportkette. Ergänzend kommen modulare Systeme mit austauschbaren Inlays und definierter Toleranzaufnahme zum Einsatz, um Variantenvielfalt und wechselnde Serienlängen effizient abzudecken.

Auslegung und Auswahlkriterien

Die technische Auslegung beginnt mit der Analyse des Schutzbedarfs. Relevante Parameter sind Produktmasse, Geometrie, Empfindlichkeit, Oberflächenanforderungen, erwartete Belastungen sowie Pack- und Transportprozesse. Darauf aufbauend werden Materialqualitäten, Bauweisen und Inlays definiert.

  1. Produkt- und Prozessdaten erfassen: Abmessungen, Masse, Schwerpunktlage, Toleranzen, Kontaktflächen, Packzeit und Ergonomie.
  2. Belastungsspektrum festlegen: Fallhöhen, Schwingprofile, Stapellasten, klimatische Einflüsse entlang der Route.
  3. Konzeptentwicklung: Kombination aus Außenhülle, Fixierung und Polsterung, Minimierung von Hohlräumen und gezielte Kraftpfade.
  4. Prototyping und Test: Iterative Anpassung anhand von Prüf- und Praxisergebnissen.
  5. Skalierung: Fertigungsgerechtigkeit, Materialeffizienz, Packanweisung und Handhabungssicherheit im Betrieb.

Praxisnahe Umsetzung

Zur weiteren Absicherung werden häufig digitale Methoden (z. B. Simulationen von Fall- und Schwingungsereignissen) mit physischen Tests kombiniert. Packanweisungen, eindeutige Etikettierung, Piktogramme und Schulungen am Packplatz erhöhen die Prozesssicherheit. Eine risikobasierte Bewertung (z. B. FMEA) hilft dabei, kritische Schwachstellen frühzeitig zu erkennen und zielgerichtet zu beheben.

Vor- und Nachteile von Sicherheitsverpackungen

Bei der Betrachtung der Vor- und Nachteile von Sicherheitsverpackungen ist es wichtig, den spezifischen Kontext zu berücksichtigen. Auf der Vorteilsseite steht sicherlich der hohe Schutzfaktor für das verpackte Produkt. Durch die Nutzung stabiler Materialien und durchdachter Konstruktionen wird das Risiko von Transportschäden minimiert. Auf der anderen Seite kann der Einsatz von Sicherheitsverpackungen höhere Kosten verursachen als andere Verpackungsoptionen. Zudem sind sie gegebenenfalls umständlicher in der Handhabung und erfordern eventuell zusätzlichen Aufwand zum Recycling oder zur Entsorgung.

  • Vorteile: Planbare Schutzwirkung, reproduzierbare Qualität, geringere Ausfall- und Reklamationsraten, Steigerung der Prozesssicherheit und oft bessere Stapel- sowie Laderaumausnutzung.
  • Nachteile: Höherer Entwicklungsaufwand, zusätzliche Material- und Prozesskosten, potenziell komplexere Entsorgung bei Verbundlösungen; bei Fehlanwendung Gefahr unnötiger Materialverbräuche.
  • Kontextabhängigkeit: Optimale Ergebnisse entstehen durch abgestimmte Materialwahl, geeignete Fertigungsprozesse und klar definierte Packprozesse; ohne diese Voraussetzungen sinkt die Wirksamkeit.

Ökologische und ökonomische Aspekte

Eine ausgewogene Auslegung berücksichtigt Ressourceneinsatz und Wiederverwertbarkeit. Monomaterial-Ansätze, reduzierte Materialdicken bei gleicher Schutzwirkung, modular austauschbare Inlays sowie die Minimierung von Leerräumen tragen zu einem geringeren Fußabdruck bei. Gleichzeitig können standardisierte Baugruppen die Beschaffung vereinfachen und die Losgrößenplanung unterstützen.

Design für Kreisläufe

Bei Sicherheitsverpackungen aus Wellpappe zahlt sich ein recyclingfreundlicher Aufbau aus: klebstoffarme Konstruktionen, sortenreine Materialien und leicht trennbare Barrieren erleichtern die Rückführung in den Faserkreislauf. Wo erforderlich, sollten Beschichtungen so gewählt werden, dass sie den stofflichen Verwertungsprozess möglichst wenig beeinträchtigen. Mehrwegkonzepte und modulare Inlays können die Nutzungshäufigkeit erhöhen und die Gesamtkosten über den Lebenszyklus senken.

Typische Fehler und Best Practices

Häufige Fehler sind zu hohe Hohlraumanteile, unzureichend abgestimmte Polsterhärten, fehlende Fixiersicherungen oder unklare Packanweisungen. Best Practices umfassen eine saubere Kraftpfadführung, definierte Anlageflächen, ausreichende Toleranzpuffer, klare Kennzeichnung sowie die Validierung der Konstruktion unter den realen Transport- und Klimabedingungen.

Praxisbeispiele und Fallkonstellationen

Für empfindliche Leiterplatten eignen sich ableitfähige Inlays mit weichen Kontaktzonen und definierter Klemmlage. Schwere Dreh- oder Frästeile werden in verstärkten Wellpappkonstruktionen mit lasttragenden Stützflächen und abriebfesten Zwischenlagen gesichert. Für Kunstobjekte bewährt sich eine Kombination aus formschlüssigen Halterungen, stoßdämpfenden Polstern und feuchtehemmenden Barrierekonzepten, ergänzt um eindeutige Manipulationsnachweise.

Zusammenfassung:

  • Wellpappe eignet sich aufgrund ihrer Robustheit und Flexibilität hervorragend als Material für Sicherheitsverpackungen.
  • Sicherheitsverpackungen dienen dem Schutz von Waren und Produkten beim Transport, insbesondere gegen physische Beschädigungen, Staub und Feuchtigkeit.
  • Je nach Anforderungen können Sicherheitsverpackungen mit zusätzlichem Füll-und Polsterschutz oder feuchtigkeitsabdichtenden Barrierebeschichtungen noch stabiler gemacht werden.
  • Die Auswahl geeigneter Materialien, Inlays und Verschlüsse erfolgt risikobasiert anhand von Produkt-, Prozess- und Umgebungsdaten.
  • Standardisierte Tests (z. B. Fall, Schwingung, Druck) unterstützen die objektive Bewertung der Schutzwirkung und die iterative Optimierung.
  • Ökologische Aspekte wie Materialeffizienz, Wiederverwertbarkeit und reduzierter Hohlraumanteil sind integraler Bestandteil moderner Sicherheitskonzepte.
  • Klare Packanweisungen, eindeutige Kennzeichnung und dokumentierte Prüfungen erhöhen die Prozesssicherheit und die Reproduzierbarkeit der Schutzwirkung.
  • Durch die Kombination aus materialgerechter Konstruktion, geeigneten Polster- und Fixierlösungen sowie belastbaren Nachweisen lassen sich robuste, zugleich ressourcenschonende Sicherheitsverpackungen realisieren.

Veröffentlicht am 19.08.2024
Letzte Überarbeitung am 02.12.2025 um 12:35 Uhr von Sebastian Würth

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