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Stülpdeckelkartons
Die Welt der Wellpappe ist vielfältig und beeindruckend. Ein besonders wichtiges Produkt in dieser Inspirationsquelle aus Pappe und Wellen ist der sogenannte Stülpdeckelkarton. Diese Art der Verpackungslösung bietet Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen Vorteile, die in der Effizienz, der Vielseitigkeit und der Umweltfreundlichkeit liegen. Gleichzeitig überzeugen Stülpdeckelkartons durch ihre klare Konstruktion: ein Unterteil und ein Deckel, die zusammen eine teleskopartige Einheit bilden, die sich gut an unterschiedliche Inhalte anpassen lässt. Im Sprachgebrauch sind auch Bezeichnungen wie Teleskopkarton, Deckelschachtel oder Teleskopverpackung gebräuchlich, die allesamt die zweiteilige, aufeinander abgestimmte Bauweise mit Übergriff des Deckels auf das Unterteil hervorheben. Durch diese Ausführung lassen sich Produkte formschlüssig, materialeffizient und wiederholt zugänglich verpacken, ohne dass die Schachtel an Funktionsfähigkeit verliert.
Definition: Was versteht man unter Stülpdeckelkartons?
Ein Stülpdeckelkarton ist eine spezielle Form von Wellpappe-Umverpackungen, die typischerweise aus zwei separaten Zuschnitten besteht: einem Unterteil (Boden) und einem Deckel, der über das Unterteil „gestülpt“ wird. Je nach Ausführung bedeckt der Deckel das Unterteil teilweise (Halbteleskop) oder nahezu vollständig (Vollteleskop). Durch die zweiteilige Konstruktion entsteht eine stabile, stapelbare Einheit mit guter Kanten- und Flächensteifigkeit. Stülpdeckelkartons werden häufig in Norm- oder maßgeschneiderten Größen eingesetzt, etwa für Gläser, Bücher, Elektronikgeräte, Musterkollektionen, Archivgut, Ersatzteile oder hochwertige Set-Verpackungen. In der Systematik des FEFCO-Katalogs zählen sie zu den Teleskopverpackungen (u. a. FEFCO 0300er-Reihe wie 0330/0331), was die konstruktive Trennung von Deckel und Unterteil mit definiertem Übergriff beschreibt. Diese Bauweise erleichtert die Anpassung an unterschiedliche Höhen, ermöglicht Mehrwegverwendungen und fördert eine präzise Abstimmung auf Polster- und Einlagenkonzepte.
Typische Varianten und Bauformen
- Halbteleskop (niedriger Deckelrand, geringer Übergriff)
- Vollteleskop (tiefer Deckelrand, hoher Übergriff für zusätzliche Stabilität)
- Ausführungen mit Krempelrändern, Stecklaschen oder Eckklebung
- Gestanzte Ausführungen mit Rillungen für saubere Kanten und definierte Faltlinien
- Optionale Grifföffnungen, Sichtfenster oder funktionsorientierte Einlagen
- Deckel und Unterteil mit passendem „Stülpspiel“ (geringes Spiel zur leichten Bedienbarkeit)
- Verstärkte Ränder durch doppelte Kremplung oder Einsteckböden für höhere Druck- und Stauchlasten
- Varianten mit umlaufendem Rand- und Ecken-Schutz für empfindliche Kanten von Inhalten
Herstellung und Materialien von Stülpdeckelkartons
Bei der Herstellung von Stülpdeckelkartons kommt vor allem Wellpappe zum Einsatz. Sie besteht aus mindestens einem gewellten und einem glatten Papier, die miteinander verklebt sind. Die Wellen sorgen dabei für Stabilität, während das glatte Papier als Außenhülle dient. Vor allem die Kombination der verschiedenen Papiersorten ermöglicht eine hohe Flexibilität und Stabilität. Die Verleimung erfolgt in der Regel mit stärkebasierten Klebstoffen; die Prozessführung (Temperatur, Feuchte, Druck) beeinflusst Flachlage, Rillbarkeit und die spätere Maßhaltigkeit der Zuschnitte maßgeblich.
In der Praxis werden häufig unterschiedliche Wellenarten genutzt, um Festigkeit, Materialeinsatz und Oberflächenbild auszubalancieren. Gängig sind E‑Welle (fein, für gute Druckbilder), B‑Welle (universell), C‑Welle (höheres Polstervermögen) sowie Doppelwelle wie BC oder EB für erhöhte Stapelbelastbarkeit. Die Auswahl der Papierqualitäten (z. B. Testliner, Kraftliner, Schrenz) und Grammaturen beeinflusst maßgeblich Kantenstauchwiderstand (ECT), Biegefestigkeit und den Box Compression Test (BCT). Neben der Wellenkombination wirken sich Feuchtegehalt, Faserqualität und die Qualität der Rillungen auf das Ergebnis aus; ein ausgewogenes Verhältnis von Rilltiefe und Rillbreite erleichtert die saubere Kantenbildung und reduziert Rissbildung in der Decke.
Konstruktive Merkmale und Verarbeitung
- Zuschnitt und Rillung definieren Faltlinien und sorgen für exakte Kanten
- Stanzung und optionale Perforation dienen dem sauberen Öffnen und Anpassen
- Klebung, Heftung oder Krempeln verbinden Seitenwände dauerhaft
- Oberflächen in braun oder weiß; Bedruckung per Flexodruck oder offsetkaschiert
- Funktionale Ergänzungen wie Einlagen, Zwischenlagen oder Polsterkomponenten
- Auslegung des Deckelübergriffs zur Steuerung von Stabilität, Handling und Wiederverwendbarkeit
- Optionale Schutzlacke oder Dispersionsbarrieren zur Verbesserung der Scheuer- und Feuchtebeständigkeit
- Berücksichtigung der Faserlaufrichtung (meist parallel zu einer Hauptkante) für optimale Stauch- und Biegeeigenschaften
Die Materialauswahl richtet sich nach Inhalt, Gewicht, gewünschter Stapelbarkeit sowie den Gegebenheiten entlang der Logistikkette (z. B. Klimaschwankungen, mechanische Belastungen). Für sensible Produkte sind höherwertige Außenpapiere und ggf. doppelte Wellenlagen sinnvoll, während leichtere Inhalte mit feineren Wellen effizient verpackt werden können. Zusätzlich sind die Spielpassung zwischen Deckel und Unterteil sowie die Toleranzen der Rillung entscheidend, damit der Stülpdeckel weder klemmt noch zu locker sitzt. In der Konfektionierung ist auf saubere Rillbrüche, plane Anleimung der Kanten und gratfreie Stanzungen zu achten, um eine hochwertige, funktionssichere Schachtel zu erhalten.
Normen, Codes und Bezeichnungen
Zur eindeutigen Beschreibung und Kommunikation werden häufig FEFCO-Codes verwendet. Stülpdeckelkartons gehören zur Gruppe der Teleskopverpackungen (u. a. FEFCO 0300 bis 0351, z. B. 0330/0331 für Deckel/Unterteil). Prüfgrößen wie ECT (Kantenstauchwiderstand) nach einschlägigen Prüfverfahren und BCT (Stapel-/Druckfestigkeit der fertigen Schachtel) dienen der Qualitätsbeurteilung. Ergänzend finden sich Verfahren zur Durchstoßfestigkeit, Falltests und Klimaprüfungen, um die Eignung für den vorgesehenen Einsatzfall zu belegen. Eine konsistente Bezeichnung mit Innenmaßen (L × B × H), Angabe der Wellenart und der Papierqualität erleichtert die Spezifikation und die Vergleichbarkeit.
Einsatzgebiete und Verwendungszwecke von Stülpdeckelkartons
Ob es sich um Gütertransporte, Lagerung oder Präsentation von Produkten handelt, die Vorstellungskraft kennt hier kaum Grenzen. Stülpdeckelkartons können in nahezu allen Branchen eingesetzt werden. Sei es in der Lebensmittel- oder in der Automobilindustrie, in Spielwarengeschäften oder in Buchhandlungen: Überall dort, wo Produkte sicher und umweltfreundlich verpackt werden sollen, sind Stülpdeckelkartons eine hervorragende Wahl. Auch im E‑Commerce, bei Retourenprozessen, in Archiven und im Museumsbereich bewährt sich die wiederholt zu öffnende und dennoch stabile Konstruktion.
Beispiele aus der Praxis umfassen das Verpacken von Gläsern und Keramik, Buch- und Druckerzeugnissen, Elektronikkomponenten, Kosmetik- und Geschenksets, Musterkollektionen aus Textil oder Oberflächenmaterialien sowie kleinformatige Maschinen- und Ersatzteile. Durch den überstülpten Deckel lassen sich Inhalte wiederholt öffnen und schließen, ohne die Schachtel nachhaltig zu beschädigen, was insbesondere bei Archivierung, Kommissionierung und Produktpräsentationen vorteilhaft ist. Ergänzend lassen sich integrierte Einsätze, geformte Polster oder Mehrteil-Lösungen kombinieren, um mehrere Komponenten sauber zu trennen und gleichzeitig den verfügbaren Raum effizient auszunutzen.
Abmessungen und Toleranzen
Maße werden in der Regel als Innenmaße (L × B × H) angegeben, damit Einsätze, Polster und Inhalte passgenau ausgelegt werden können. Der Deckelübergriff (Höhe des Deckelrandes) beeinflusst sowohl die Stabilität als auch die Bedienbarkeit. Üblich sind definierte Toleranzen, die sich aus Materialstärke, Rillung und Herstellprozess ergeben. Für eine präzise Planung helfen praxisnahe Hinweise zu gebräuchlichen Abmessungen, insbesondere wenn Einlagen, Polsterzonen oder Mehrkomponenten-Lösungen vorgesehen sind. In der Praxis werden für Zuschnitte, Rillpositionen und Schachtelmaße häufig Toleranzfelder im Bereich weniger Millimeter vereinbart; zusätzlich sollte das Stülpspiel (Differenz zwischen Außenmaß Unterteil und Innenmaß Deckel) so gewählt werden, dass temperatur- und feuchtebedingte Maßänderungen die Funktion nicht beeinträchtigen. Bei Doppelwellenkartons sind die Außenmaße deutlich größer als die Innenmaße; für die Dimensionierung empfiehlt sich daher die Berücksichtigung der jeweiligen Wandstärken pro Wellenart.
Vor- und Nachteile von Stülpdeckelkartons
Zu den Vorteilen der Stülpdeckelkartons zählen in erster Linie ihre hohe Stabilität und ihre Vielseitigkeit. Sie sind leicht zu öffnen und zu schließen und bieten einen ausgezeichneten Schutz für die verpackten Produkte. Zudem sind sie umweltfreundlich, da sie aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt werden und gut recyclebar sind. Der zweiteilige Aufbau erleichtert das Präsentieren, Kommissionieren und Wiederverschließen, während unterschiedliche Deckelhöhen eine fein abgestimmte Anpassung an variierende Füllhöhen ermöglichen.
Dennoch gibt es auch einige Nachteile zu beachten. So kann der Fertigungsaufwand im Vergleich zu anderen Verpackungslösungen höher sein und sie benötigen mehr Lagerplatz als zusammenfaltbare Alternativen. Nichtsdestotrotz sind Stülpdeckelkartons aufgrund ihrer zahlreichen Vorteile eine sehr beliebte Verpackungslösung. Bei langen Transportwegen oder hohen Klimawechseln ist die sorgfältige Materialauswahl wichtig, um Verzug, Stauchverlust und Feuchteaufnahme zu minimieren; zudem erfordert die zweiteilige Handhabung klare Packanweisungen, damit Deckel und Unterteil stets korrekt kombiniert werden.
- Vorteile: guter Kanten- und Flächenschutz, variable Deckelhöhen, wiederholbares Öffnen/Schließen, geeignet für Präsentation und Archivierung
- Vorteile in der Logistik: hohe Stapelbarkeit und übersichtliche Handhabung bei Kommissionierung und Zwischenlagerung
- Ökologische Aspekte: Monomaterial aus Faserstoffen, hohe Recyclingfähigkeit, ressourcenschonende Kreisläufe
- Potenzielle Nachteile: zweiteilige Handhabung, erhöhter Volumenbedarf im leeren Zustand, ggf. Stanzwerkzeug notwendig
- Technische Aspekte: abhängig von ECT/BCT, klimatischen Einflüssen und Rillqualität; maßliche Abweichungen sind zu berücksichtigen
- Organisatorische Aspekte: eindeutige Kennzeichnung von Deckel/Unterteil erleichtert Abläufe in Fertigung und Lager
Praxis-Tipps für Auswahl und Anwendung
- Materialwahl an Produktgewicht, Empfindlichkeit und gewünschte Stapelbelastbarkeit anpassen (z. B. E/B/C- oder Doppelwelle)
- Deckelübergriff so wählen, dass Stabilität und Bedienbarkeit ausgewogen sind
- Innenleben (Einlagen, Polster, Zwischenlagen) auf Produktgeometrie und Oberflächenempfindlichkeit abstimmen
- Randschutz und Kantenführung bei schweren oder kantenempfindlichen Inhalten berücksichtigen
- Beschriftung und Kennzeichnung so positionieren, dass der Karton auch im geschlossenen Zustand eindeutig zuordenbar bleibt
- Für klimatisch anspruchsvolle Umgebungen geeignete Papierqualitäten und ggf. feuchtebeständige Ausführungen vorsehen
- Stülpspiel (Deckel/Unterteil) mit Blick auf Fertigungstoleranzen und klimatische Einflüsse dimensionieren
- Palettierung und Ladungssicherung so planen, dass Lasten über Kanten und Flächen optimal abgetragen werden
- Bei mehrfachem Gebrauch Kantenverstärkungen und abriebfeste Oberflächen prüfen, um die Lebensdauer zu erhöhen
- Prüfkonzepte (z. B. Stauch-/Falltests, Klimaprüfungen) zur Absicherung der Spezifikation vor Serienstart durchführen
Zusammenfassung:
- Stülpdeckelkartons sind eine Art Verpackung, die sich besonders durch ihre Zweiteiligkeit auszeichnet und aus einem Ober- und einem Unterteil besteht.
- Diese Art von Kartons wird hauptsächlich aus Wellpappe hergestellt, einem robusten und gleichzeitig flexiblen Material, das optimalen Schutz für diverse Produkte bietet.
- Mit ihrer einfachen Handhabung und der Möglichkeit zur individuellen Gestaltung sind Stülpdeckelkartons eine äußerst praktische und effiziente Lösung für Unternehmen, die auf der Suche nach zuverlässigen Verpackungsvarianten sind.
- Typische Einsatzbereiche reichen von Buch- und Druckerzeugnissen über Elektronik bis hin zu Musterkollektionen und Archivgut.
- Die Wahl von Wellenart, Papierqualität und Deckelübergriff bestimmt Stabilität, Polsterwirkung und Stapelbarkeit in der Anwendung.
- Als faserbasierte, gut recyclingfähige Lösung unterstützen Stülpdeckelkartons ressourcenschonende Verpackungskonzepte.
- Normgerechte Bezeichnungen (z. B. FEFCO-Codes) und sauber definierte Toleranzen erleichtern Planung, Qualitätssicherung und Kommunikation entlang der Lieferkette.
Veröffentlicht am 13.08.2024
Letzte Überarbeitung am 09.01.2026 um 10:36 Uhr von Julia Kopp