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Trockenpackungen

In der Welt der Verpackungstechnik und -materialien ist das Design und die Auswahl von Verpackungstypen ein zentrales Element für den sicheren Transport, die sachgerechte Lagerung und die professionelle Präsentation von Produkten. Eine spezielle Form ist die Trockenpackung (auch Trockenverpackung), die häufig papierbasierte Träger wie Wellpappe in Kombination mit Barrieren oder Inlinern einsetzt. Sie kommt insbesondere in Bereichen wie Lebensmittel, Pharmazie, Elektronik, Optik und bei korrosionsgefährdeten Gütern zum Einsatz, wenn der Schutz vor Feuchtigkeit, Kondensation oder klimatischen Schwankungen entscheidend ist. In der Praxis umfasst dies die gezielte Steuerung der relativen Luftfeuchte (rF) im Packungsinnenraum, die Minimierung von Feuchteeintrag während des Packprozesses sowie die Absicherung gegen Leckagen entlang von Fugen, Kanten und Verschlüssen. Durch die richtige Kombination aus Trägermaterial, Barriereverbund und Feuchtigkeitsmanagement lässt sich ein definiertes Innenklima schaffen, das die Funktion, Qualität und Haltbarkeit empfindlicher Güter über die gesamte Lieferkette stabil hält.

Definition: Was versteht man unter Trockenpackungen?

Eine Trockenpackung ist eine speziell ausgelegte Verpackung, deren Hauptzweck darin besteht, den verpackten Inhalt über die geplante Laufzeit vor Wasserdampf und Feuchtigkeit zu schützen. Dies ist besonders wichtig für Güter, die durch erhöhte Luftfeuchte, Tauwasser oder Flüssigkeitskontakt beschädigt, in ihrer Funktion beeinträchtigt oder in ihrer Haltbarkeit verkürzt werden können. Typisch ist der kombinierte Einsatz von möglichst diffusionsarmen Außenmaterialien (z. B. beschichtete oder mehrlagige Faserstoffe, Inliner) und Trockenmitteln, die Wassermoleküle binden und so das Klima im Inneren der Packung stabil halten. Der Begriff umfasst Transport- und Lagerlösungen, bei denen die kontrollierte Reduktion der relativen Luftfeuchte im Packungsinnenraum angestrebt wird. Auch Anforderungen wie definierte Grenzwerte der rF, Zieltemperaturbereiche und eine geplante Schutzdauer werden im Rahmen der Auslegung berücksichtigt, häufig ergänzt durch visuelle oder elektronische Kontrollelemente.

Kernelemente einer Trockenpackung sind ein geeigneter Träger (z. B. Wellpappe), ein Feuchtigkeitsmanagement (Trockenmittel, Indikator), eine dichte oder weitgehend dichte Verschlusseinheit sowie ein Packprozess, der den Eintrag von Feuchte minimiert. Zielgrößen sind eine definierte Ziel-Luftfeuchte, eine geplante Schutzdauer und die Integrität der Verpackung bis zum Öffnen. Ergänzend können ESD-gerechte Maßnahmen für elektronische Bauteile, korrosionshemmende Zusatzkomponenten (z. B. VCI in separaten Anwendungen) und eine nachvollziehbare Kennzeichnung der Schutzgüter relevant sein, sofern dies die Materialkombination und die Prüfvorgaben erfordern.

Der Aufbau und die Funktionsweise der Trockenpackungen

Trockenpackungen nutzen häufig faserbasierte Materialien wie Wellpappe als tragende Struktur. Dank ihrer Konstruktion, optionaler Beschichtungen (z. B. wasserabweisend oder diffusionshemmend) und ergänzender Inliner lässt sich der Feuchteeintrag deutlich reduzieren. Zusätzlich kommen Trockenmittel zum Einsatz – Substanzen wie Silikagel, Molekularsiebe oder Calciumchlorid –, die Wasserdampf aus der umgebenden Luft im Packungsinnenraum aufnehmen. Auf diese Weise bleibt das Produkt in der Verpackung dauerhaft in einem trockenen, kontrollierten Klima. Die Wirksamkeit hängt vom Zusammenspiel aller Komponenten ab: der Gesamt-Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR), der Dichtheit von Übergängen, der richtigen Positionierung der Trockenmittel sowie von der Packatmosphäre zum Zeitpunkt des Verschlusses.

Materialien und Barrieren

Je nach Anforderung werden unterschiedliche Barrieren kombiniert: unbeschichtete oder beschichtete Faserstoffe, papierbasierte oder kunststoffbasierte Inliner, Tapes oder Dichtprofile für Fugen sowie geeignete Klebstoffe für eine geschlossene Konstruktion. Entscheidend ist die Gesamt-Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR) des Systems. Eine sorgfältige Auswahl vermeidet Kondensation bei Temperaturwechseln und reduziert Diffusion über Fugen und Kanten. Für die Auslegung hilfreich sind Richtwerte zu Materialdicken, Kantenabdichtung und Nahtgestaltung, ebenso wie die Bewertung der Wechselwirkungen von Werkstoffen (z. B. Adsorption von Feuchte in Faserstoffen) und das Verhalten bei Temperaturschwankungen.

Trockenmittel: Arten und Dimensionierung

Trockenmittel liegen als Beutel, Kissen oder Einheiten vor und werden nach Packvolumen, Anfangsfeuchte, Ziel-Luftfeuchte, Materialdurchlässigkeit, erwarteter Schutzdauer und klimatischen Randbedingungen dimensioniert. Molekularsiebe arbeiten bei niedriger relativer Feuchte sehr effizient, Silikagel ist universell einsetzbar, Calciumchlorid eignet sich bei hoher Feuchte. Feuchtigkeitsindikator-Karten ermöglichen die visuelle Kontrolle der relativen Luftfeuchte im Packungsinneren. In der Praxis werden Trockenmittelmengen häufig über standardisierte Einheiten bemessen; neben der reinen Kapazität ist ein Sicherheitsfaktor vorzusehen, um Leckagen, Handhabungstoleranzen und klimatische Lastspitzen abzudecken. Ergänzend kann der Einsatz von Datenloggern die tatsächliche Klimakurve dokumentieren.

Verschluss und Dichtheit

Die Dichtheit beeinflusst die Schutzdauer maßgeblich. Sorgfältige Verschlusskonzepte (deckelnde Konstruktionen, dichte Klebenähte, geprüfte Verschlussmittel) minimieren Leckagen. Die Handhabung im Packprozess (trockene Umgebung, kurze Offenhaltezeiten) ist ebenso relevant, um Feuchteeintrag zu vermeiden. Prüfroutinen für Nähte und Fugen, definierte Prozessfenster für den Verschluss sowie Schulungen zur sachgerechten Anwendung von Klebebändern und Dichtprofilen tragen dazu bei, eine gleichbleibende Qualität zu gewährleisten.

Normen, Richtlinien und Messmethoden

Für die Auslegung und Prüfung von Trockenpackungen sind normgerechte Verfahren hilfreich. Die Wasserdampfdurchlässigkeit von Barrierefolien und Verbunden wird beispielsweise nach ISO 15106 oder ASTM F1249 ermittelt. Dichtigkeitsprüfungen von Verschlüssen können nach gängigen Methoden wie Blasenbildungstests oder Farbstoffpenetration erfolgen. Für Trockenmittelbeutel haben sich standardisierte Einheiten und Prüfanforderungen etabliert, die eine vergleichbare Dimensionierung ermöglichen. Ergänzend sind Leitfäden zum Umgang mit feuchteempfindlichen elektronischen Bauteilen (z. B. MSL-Klassifizierung und Trockenlagerung) in der Elektronik relevant, um Reflow-bedingte Schäden zu vermeiden.

Anwendungsbeispiele von Trockenpackungen in der Industrie

Trockenpackungen werden in verschiedenen Branchen für empfindliche Produkte eingesetzt. In der Lebensmittelindustrie eignen sie sich für getrocknete Lebensmittel, Gewürze, Kaffee oder empfindliche Pulver. In der Pharmaindustrie schützen sie Wirkstoffe, Tablettenblister und lyophilisierte Produkte. In der Elektronik dienen sie dazu, SMD-Bauteile, Leiterplatten und optische Komponenten vor Feuchteaufnahme zu bewahren, um Löt- und Funktionsschäden zu vermeiden. Weitere Beispiele umfassen korrosionsgefährdete Metallteile, Präzisionswerkzeuge, Laborproben, 3D-Druck-Pulvermaterialien sowie hygroskopische Rohstoffe, bei denen Feuchte die Materialeigenschaften verändert. Auch in der Optik (Linsen, Beschichtungen), in der Additivfertigung (Feinpartikel, Filamente) und bei chemischen Vorprodukten, die in Gegenwart von Feuchtigkeit reagieren, sind Trockenpackungen etabliert. Für Holz- und Papiererzeugnisse kann die kontrollierte Feuchte Lagerverzüge und Dimensionsänderungen reduzieren.

Vor- und Nachteile von Trockenpackungen

Trockenpackungen bieten viele Vorteile. Sie ermöglichen einen zuverlässigen Schutz gegen Feuchtigkeit, sind effizient in der Handhabung und meist leicht. Da viele Komponenten papierbasiert sind, lassen sie sich in der Regel gut recyceln. Dennoch sind einige Punkte zu beachten: Spezialisierte Materialien oder Barrieren können höhere Kosten verursachen als Standardlösungen, die Dichtheit erfordert eine sorgfältige Verarbeitung und geeignete Lagerbedingungen, und Trockenmittel müssen korrekt dimensioniert, positioniert und überwacht werden, um die angestrebte Schutzdauer zu erreichen. Zusätzlich ist die korrekte Entsorgung verbrauchter Trockenmittel sowie die Trennung von Barrierelagen und Faserstoffen relevant, um die Kreislaufführung zu unterstützen. Ein vorausschauendes Monitoring, inklusive Indikator-Karten oder Datenloggern, erhöht die Prozesssicherheit und schafft Transparenz über die tatsächliche Klimabelastung.

  • Vorteile: kontrolliertes Innenklima, Schutz vor Korrosion und Feuchteschäden, geringes Eigengewicht, gute Kennzeichnungs- und Bedruckbarkeit, häufig hohe Recyclingfähigkeit papierbasierter Komponenten. Darüber hinaus erleichtern modulare Packkonzepte die Anpassung an unterschiedliche Klimazonen, und standardisierte Trockenmitteleinheiten ermöglichen eine reproduzierbare Auslegung der Schutzdauer.
  • Herausforderungen: potenziell höhere Material- oder Prozesskosten, sorgfältige Versiegelung notwendig, eventuelle Trennung von Komponenten bei der Entsorgung, Monitoring (z. B. Feuchteindikatoren) sinnvoll, damit die Funktion über den gesamten Zeitraum gewährleistet bleibt. Weitere Aspekte sind die Prozessdisziplin beim Packen (minimale Offenhaltezeit, trockene Umgebung), die Vermeidung von Beschädigungen an Barrieren während Handling und Transport sowie die Berücksichtigung saisonaler und regionaler Klimaschwankungen.

Planung, Dimensionierung und Praxis

Für eine wirksame Trockenpackung sind einige Planungsschritte entscheidend: Definition der Ziel-Feuchte und Schutzdauer, Ermittlung des Packvolumens und der Leckageraten, Auswahl der Barrieren und Trockenmittel, Festlegung des Packprozesses (Klimabedingungen, Verschluss) sowie die Validierung durch geeignete Prüfungen. Nützlich sind praxisnahe Leitlinien zu Hinweise zu praxisgerechten Abmessungen für Trockenpackungen, um Packungsvolumen, Füllgrad und den Bedarf an Trockenmittel systematisch zu bestimmen und die Stabilität beim Transport zu sichern. In der Dimensionierungspraxis werden die erwartete Feuchtebelastung (z. B. aus Diffusion, Anfangsfeuchte, eventueller Restfeuchte der Produkte) und die Adsorptionskapazität der Trockenmittel gegenübergestellt, typischerweise mit Sicherheitsaufschlägen und auf die geplante Laufzeit bezogen. Die iterative Prüfung im Labor (Klimakurven, Feuchteprofile) und im Feld (Pilotversand) schließt die Planung ab.

  • Best Practices: trockene Packumgebung, kurze Offenhaltezeit, korrekte Positionierung der Trockenmittel (nicht abgedeckt, Luftzirkulation beachten), Verwendung von Indikator-Karten, regelmäßige Prüfung der Dichtheit von Fugen und Verschlüssen. Ergänzend bewährt sich die Dokumentation der Packschritte, eine eindeutige Kennzeichnung der Trockenmittel und das Einhalten definierter Wechselintervalle für Indikatoren.
  • Transport und Lagerung: klimatisch geeignete Lagerbereiche, Schutz vor Schlagregen und Kondensation, stabile Einheitenbildung beim Transport, um mechanische Beschädigungen und damit Leckagen zu vermeiden. Temperaturspitzen und direkte Sonneneinstrahlung sollten vermieden werden; Palettenzwischenlagen und Umverpackungen können zur zusätzlichen Klimapufferung beitragen.

Qualitätssicherung und Prüfmethoden

Zur Absicherung der Funktion dienen Klimatests (Temperatur- und Feuchtewechsel), Dichtigkeitsprüfungen von Verschlussnähten, Messungen der relativen Luftfeuchte im Packungsinneren sowie Langzeitbeobachtungen unter realistischen Bedingungen. Die Bewertung der WVTR relevanter Materialien und die Verifizierung der Trockenmittel-Dimensionierung sind zentrale Schritte, um die geplante Schutzdauer zu erreichen. Ergänzende Prüfungen, etwa Falltests und Stapeldruckprüfungen, bewerten die mechanische Stabilität der Wellpappe-Tragstruktur und deren Einfluss auf die Dichtheit. Dokumentierte Prüfpläne, Rückverfolgbarkeit der Chargen und qualifizierte Freigaben sichern die Reproduzierbarkeit über mehrere Lieferlose hinweg.

Lebenszyklus, Nachhaltigkeit und Entsorgung

Trockenpackungen auf Basis von Wellpappe sind häufig gut dem Recycling zuzuführen, sofern Barrierefolien und Inliner sortenrein getrennt werden können. Bereits bei der Konstruktion lohnt sich die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus: Minimierung der Materialvielfalt, Reduktion von Verbundanteilen, Auswahl trocknungstauglicher Klebstoffe und der Einsatz wiederverwendbarer Inliner, wenn der Prozess dies erlaubt. Verbrauchte Trockenmittel sind gemäß den Herstellervorgaben zu entsorgen; viele Systeme sind regenerierbar, wenn betrieblich sinnvoll. Eine klare Trennung der Stoffströme verbessert die Kreislaufführung und reduziert Entsorgungskosten.

Typische Fehlerquellen und Abhilfen

Häufige Ursachen für Funktionsverluste sind unterdimensionierte Trockenmittelmengen, beschädigte Barrieren, unzureichend abgedichtete Fugen sowie zu lange Offenhaltezeiten beim Packen. Abhilfe schaffen robuste Nahtkonzepte, Schutzkanten, die Überprüfung der Klebeband-Kompatibilität mit den Barriereoberflächen, realitätsnahe Klimatests und die konsequente Schulung des Personals. Zudem sollte die Verpackung regelmäßig auf Beschädigungen durch wiederholte Handlingschritte geprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden.

Zusammenfassung:

  • Trockenpackungen sind speziell entwickelte Lösungen für Produkte, die empfindlich gegenüber Feuchtigkeit sind und in einer trockenen, kontrollierten Umgebung gelagert oder transportiert werden müssen. Sie kombinieren diffusionshemmende Materialien mit einem planvollen Feuchtigkeitsmanagement, um die Zielwerte der relativen Luftfeuchte über die Laufzeit einzuhalten.
  • Wellpappe kann als Träger in Trockenpackungen eingesetzt werden; kombiniert mit Barrieren, dichten Verschlüssen und Trockenmitteln entsteht eine wirksame Feuchteschutz-Lösung. Die Stabilität der Tragkonstruktion unterstützt die Dichtheit und sichert die Handlings- und Stapelfestigkeit entlang der Lieferkette.
  • Mit Trockenpackungen lassen sich Korrosion, Qualitätsverluste und Funktionsstörungen reduzieren; gleichzeitig ermöglichen papierbasierte Komponenten eine nachhaltige Entsorgung, sofern die Materialkombination dies unterstützt. Eine saubere Trennung von Inlinern und Faserstoffen erleichtert die Wiederverwertung.
  • Die Wirksamkeit hängt von einer fachgerechten Dimensionierung (Trockenmittel, Laufzeit, Leckageraten), einem sorgfältigen Packprozess und geeigneten Prüfmethoden ab. Validierte Prüfpläne, Indikatoren und Datenaufzeichnung erhöhen die Prozesssicherheit und belegen die Schutzwirkung.
  • Typische Einsatzfelder sind Lebensmittel, Pharmazie, Elektronik und Metallverarbeitung, wenn definierte Feuchtegrenzen und zuverlässiger Schutz über die gesamte Lieferkette erforderlich sind. Zusätzliche Anwendungen finden sich in Optik, Laborlogistik, Additivfertigung und bei hygroskopischen Rohstoffen, die besonders sensibel auf Luftfeuchte reagieren.

Veröffentlicht am 05.07.2024
Letzte Überarbeitung am 10.12.2025 um 09:29 Uhr von Julia Kopp

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