Besuchen Sie uns auf der E-Commerce Berlin Expo Stand D6 vom 17. - 18. Februar 2026 in Berlin.

Sofortkontakt

Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen

Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail info@wellstar-packaging.de

Vakuumversiegelung

In der Wellpappenindustrie ist die Vakuumversiegelungs-Technologie ein wesentliches Instrument, um die Qualität und Frische von verpackten Waren zu bewahren. Sie ermöglicht es, Produkte länger zu lagern, ohne dass sie an Qualität und Attraktivität einbüßen, und unterstützt zugleich ein konsistentes Handling entlang der gesamten Lieferkette.

Darüber hinaus reduziert das Verfahren oxidative Prozesse, senkt den Sauerstoffgehalt in der Primärhülle und schützt empfindliche Güter vor Feuchte, Gerüchen und Kontamination. In Kombination mit außenliegenden Kartonagen und transportsicheren Umhüllungen trägt die Methode zu planbaren Haltbarkeiten, stabilen Lieferketten und einem sauberen Erscheinungsbild beim Empfänger bei. Durch die klare Trennung von Primär- und Transportverpackung lassen sich hygienische Anforderungen und Recyclingwege besser einhalten.

Definition: Was versteht man unter der Vakuumversiegelung?

Im Bereich der Vakuumversiegelung bedeutet dies, dass der Sauerstoff aus einer Verpackung entfernt und anschließend die Verpackung versiegelt wird. Dieses Verfahren hemmt das Wachstum von Bakterien oder Schimmel, die die Ware schädigen könnten, und verlangsamt chemische Reaktionen wie Oxidation.

Technisch umfasst die Vakuumversiegelung das Evakuieren (Entziehen der Luft, insbesondere von Sauerstoff) und das Verschließen der Folienhülle durch eine definierte Siegelnaht. Zielgrößen sind ein sehr niedriger Restsauerstoffgehalt, dichte Nähte ohne Leckagen und eine Folienbarriere, die das Eindringen von Gasen und Wasserdampf verzögert. Sie ist von der Schutzatmosphäre (MAP) abzugrenzen, bei der nach dem Evakuieren gezielt ein Gasgemisch eingebracht wird. Ergänzend wird häufig die Integrität der Siegelnaht validiert, um die Produktsicherheit über die gesamte Lagerdauer zu gewährleisten.

Das Verfahren der Vakuumversiegelung

Bei der Vakuumversiegelung werden die Produkte in eine Plastikfolie eingepackt. Dabei wird das gesamte Luftvolumen, hauptsächlich der Sauerstoff, aus der Verpackung entfernt. Dieses Vakuum ist ein effektiver Schutz gegen mikrobiologische Verderbnis. Nach dem Evakuieren wird die Verpackung verschlossen, damit keine Luft mehr eindringen kann. Übliche Vakuumniveaus liegen je nach Produkt zwischen wenigen Millibar und moderaten Unterdrücken, um Druckempfindlichkeiten zu berücksichtigen.

Der Ablauf gliedert sich typischerweise in die Schritte Einlegen des Gutes, Evakuieren, optionales Formanlegen der Hülle, Siegeln und Abkühlen. Geeignete Maschinen sind Kammer- und Doppelkammergeräte, Tiefziehverpacker (Thermoformer) sowie Tray- und Beutelversiegler. Die Siegelqualität wird durch Temperatur, Zeit und Anpressdruck bestimmt; die Nahtgeometrie muss zum Material passen. Ergänzend können Gegendruckplatten, Vakuumpausen oder Stufenprofile eingesetzt werden, um Produktflüssigkeit von der Siegelzone fernzuhalten.

Materialien und Barriereeigenschaften

Häufig kommen mehrlagige Folien (z. B. PA/PE mit optionalem EVOH) zum Einsatz. Sie kombinieren mechanische Festigkeit, Durchstoßbeständigkeit und Gasbarriere. Oberflächenbeschaffenheit, Dicke und Schweißverhalten beeinflussen die Dichtigkeit ebenso wie Sauberkeit der Siegelzone und Produktfeuchte. Monomaterial-Ansätze (z. B. PE- oder PP-basierte Strukturen) gewinnen an Bedeutung, wenn Recyclingfähigkeit und Materialkreisläufe verstärkt berücksichtigt werden sollen.

Prozessparameter und Produktverträglichkeit

  • Restsauerstoffgehalt: Niedrige O2-Werte verlangsamen Oxidation und mikrobielles Wachstum; Messungen mittels optischer Sensorik oder Gasanalytik verifizieren die Zielwerte.
  • Produktempfindlichkeit: Weiche oder strukturierte Güter können unter Vakuum zusammengedrückt werden; ein moderates Vakuum, Zwischenlagen oder formstabile Trays schaffen Abhilfe.
  • Temperatur und Feuchte: Kondensation während der Kühlkette vermeiden; trockene Siegelzonen sichern; Vorabkühlung oder Abtropfphasen reduzieren Feuchte in der Siegelzone.
  • Qualitätssicherung: Dichtigkeitsprüfungen (z. B. Blasenbad, Druckhaltetest, Massenspektrometrie) erkennen Leckagen frühzeitig; Prozessfähigkeitskennzahlen unterstützen die Überwachung.
  • Nahtdesign: Breite, Relief und Nahtmuster werden an Folienaufbau und Produktfüllgrad angepasst; Mehrfachnähte erhöhen die Sicherheit.

Für die Auslegung von Primärhülle und äußerer Kartonage sind weiterführende Erläuterungen zu praxisrelevanten Abmessungen hilfreich, damit das Packgut formschlüssig sitzt und die Siegelnähte nicht durch mechanische Lasten beeinträchtigt werden. In der Transportverpackung aus Wellpappe helfen geeignete Zuschnitte, Inlays und Rillungen, die Lasten von den Siegelnähten fernzuhalten und die Stapelfestigkeit sicherzustellen.

Verwendung von Vakuumversiegelungen in der Wellpappenindustrie

Vakuumversiegelungen sind in der Wellpappenindustrie weit verbreitet. Der Vorteil dieser Methode ist, dass sie die Qualität und Haltbarkeit der Waren verbessert. Sie wird hauptsächlich bei Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch, Obst und Gemüse angewendet, um deren Haltbarkeit zu verlängern. Durch die Vakuumversiegelungstechnik werden zudem Geruchsbelästigungen reduziert und ein hygienischer Transport ermöglicht.

In der Praxis dient die vakuumversiegelte Primärhülle als Barriere- und Hygieneschicht, während Wellpappe als Transport- und Stapelverpackung Stabilität, Polsterung und Kennzeichnungsmöglichkeiten bietet. Neben Frischware werden auch Käse, Nüsse, Kaffee, Backwaren sowie empfindliche Non-Food-Artikel (z. B. elektronische Baugruppen, Präzisionsteile) so geschützt. Der kombinierte Einsatz minimiert Beschädigungen durch Abrieb, Feuchte und Gerüche und erleichtert die saubere Trennung von Primär- und Sekundärverpackung am Bestimmungsort. Ergänzend können FEFCO-Standards bei der Auswahl geeigneter Wellpappkonstruktionen Orientierung geben.

Logistische Aspekte

  • Kühlkette: Kondensatmanagement beachten, um Kartonagen vor Durchfeuchtung zu schützen; saugfähige Zwischenlagen oder Feuchtesperren einplanen.
  • Stapel- und Transportlasten: Außenverpackungen so dimensionieren, dass die Siegelnähte nicht belastet werden; ECT/BCT-Werte der Wellpappe berücksichtigen.
  • Rückverfolgbarkeit: Chargenkennzeichnung auf Beutel und Umkarton synchronisieren; Codes gut lesbar platzieren.
  • Palettierung: Gleichmäßige Lastverteilung, Kantenschutz und Umreifung so auslegen, dass punktuelle Druckspitzen auf Primärverpackungen vermieden werden.

Qualitätsprüfung, Normen und Hygiene

Für Lebensmittel und empfindliche Güter sind valide Prozesse essenziell. HACCP-Konzepte, geeignete Reinigungs- und Desinfektionspläne sowie qualifizierte Bediener senken das Risiko von Reklamationen. Regelmäßige Siegelnahtprüfungen (z. B. Schälfestigkeit, Peelforce) und Stichproben-Lecktests sichern die Prozessstabilität. Für Materialien mit Lebensmittelkontakt gelten einschlägige Vorgaben (z. B. Verordnungen zu Materialien und Gegenständen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen) sowie gute Herstellungspraxis.

Nachhaltigkeit und Materialeinsatz

Die Auswahl der Folienmaterialien beeinflusst Ressourcenverbrauch und Entsorgungswege. Dünnere, hochbarrierende Strukturen sparen Material, während Monomaterial-Folien die Sortierfähigkeit verbessern können. Wellpappe als Sekundärverpackung ist etabliert im Recycling; Trennung von Folie und Karton erleichtert die stoffliche Verwertung. Prozessoptimierungen (kurze Evakuierzeiten, energieeffiziente Pumpen) reduzieren den Energiebedarf.

Fehlerquellen und Prävention

Typische Fehlerbilder sind Mikro-Leckagen, kontaminierte Siegelzonen, unvollständiges Evakuieren oder Folienbeschädigungen durch Kanten und Sporne des Packgutes. Abhilfe schaffen angepasste Siegelparameter, Schutzlaminate mit höherer Durchstoßfestigkeit, glatte Einleger, Entgraten scharfer Produktkanten sowie geeignete Zuführ- und Handlingsysteme. In der Wellpappenverpackung verhindern passgenaue Einsätze und Polsterungen Druck auf die Siegelnahtbereiche.

Vor- und Nachteile der Vakuumversiegelung

Oftmals wird Wellpappe in Kombination mit Vakuumversiegelungsverfahren eingesetzt, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Ein großer Vorteil der Vakuumversiegelung ist die deutliche Verlängerung der Haltbarkeit der Produkte. Sie verhindert auch das Austrocknen der Produkte und bewahrt das Aroma. Die Produkte bleiben länger frisch und behalten ihr Aussehen sowie ihren Geschmack. Ein Nachteil kann sein, dass es spezielle Maschinen benötigt und somit hohe Anschaffungs- und Wartungskosten anfallen können. Zudem kann die Entsorgung der genutzten Kunststofffolien ein Umweltproblem darstellen. Eine sorgfältige Abwägung von Produktschutz und Materialeinsatz ist daher sinnvoll.

  • Vorteile: Verlängerte Haltbarkeit, reduzierter Oxidations- und Gefrierbrand, Geruchseinschluss, saubere Portionierung, verbesserte Hygiene, robustes Handling in Kombination mit Wellpappen-Transportverpackungen.
  • Grenzen: Risiko anaerober Keime bei unsachgemäßer Lagerung, mögliche Verformung weicher Produkte, Validierungs- und Prüfaufwand für dichte Nähte, begrenzte Eignung für Produkte mit scharfen Kanten ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen.
  • Ressourcen: Materialeinsatz für Barrierefolien und energieintensive Prozesse erfordern eine Bewertung entlang des Produktlebenszyklus; Recyclingfähigkeit der Primärverpackung gesondert betrachten.

Alternative Verpackungsmöglichkeiten zur Vakuumversiegelung

Neben der Vakuumversiegelung existieren auch andere Methoden zur Produktkonservierung, wie zum Beispiel die Verwendung von Konservierungsstoffen, die Kühlung oder die Hochdruckpasteurisierung. Jede Methode hat ihre eigenen Vor- und Nachteile und muss sorgfältig je nach Produkt, Branche und spezifischen Anforderungen ausgewählt werden.

Weitere Optionen sind Schutzatmosphäre (MAP) mit spezifischen Gasgemischen, Skin-Verfahren mit konturfolgender Hülle, Pasteurisierung/Heißabfüllung, der Einsatz von Sauerstoffabsorbern oder Trocknungsmitteln sowie geeignete Lagerbedingungen. Die Wahl hängt von Produktstruktur, Zielhaltbarkeit, Transportwegen und regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Auch Kombinationen, etwa Vakuum plus nachgeschaltete Wärmebehandlung, kommen je nach Produktprofil in Betracht.

Zusammenfassung:

  • Die Vakuumversiegelung ist eine Methode, bei der Luft aus einer Verpackung abgesaugt und die Verpackung dann versiegelt wird. Dies schützt das Produkt vor negativen Umwelteinflüssen und verlängert seine Haltbarkeit.
  • Insbesondere bei Wellpappe-Verpackungen kann die Vakuumversiegelung helfen, Produkte sicher und unbeschädigt zu transportieren, indem sie eine stabile Primärhülle bereitstellt und Feuchtigkeitseintritt begrenzt.
  • Durch die Nutzung von Vakuumversiegelung kann ein Unternehmen sein Produktangebot diversifizieren und die Qualität seiner Produkte gewährleisten, was zu höherer Kundenzufriedenheit und stärkerer Kundenbindung führt.
  • Die Eignung hängt von Produktbeschaffenheit, Barrierefolien, Prozessparametern und logistischer Umgebung ab; Prüfkonzepte sichern die Dichtigkeit und unterstützen eine reproduzierbare Qualität.
  • Alternativen wie Schutzatmosphäre oder Hochdruckpasteurisierung können je nach Zielsetzung eine sinnvolle Ergänzung oder Option darstellen; die Entscheidung erfolgt anhand von Produktschutz, Materialeinsatz und Prozessanforderungen.

Veröffentlicht am 09.08.2024
Letzte Überarbeitung am 20.11.2025 um 13:45 Uhr von Sebastian Würth

Zitieren oder teilen Sie diesen Artikel gerne!