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Verpackungsprozessoptimierung

Im Kontext von Wellpappe-Verpackungen gewinnt die Verpackungsprozessoptimierung zunehmend an Bedeutung. Sie senkt den Material- und Energieeinsatz, reduziert Fehler- und Schadenquoten und steigert die Durchsatzleistung entlang der gesamten Packkette. Zugleich unterstützt sie die Einhaltung normativer Anforderungen (zum Beispiel an Transportsicherheit und Recyclingfähigkeit) sowie die kontinuierliche Verbesserung der Prozessqualität in der Praxis.

Im Mittelpunkt stehen messbare Verbesserungen in Planung, Bereitstellung, Konfektionierung, Verschluss, Kennzeichnung, Palettierung und Versandvorbereitung. Ziel ist ein stabiler, reproduzierbarer Packprozess, der Qualität, Kosten, Zeit und ökologische Wirkung in ein ausgewogenes Verhältnis bringt. Dazu zählen klar definierte Verantwortlichkeiten, eine robuste Standardisierung der Arbeitsschritte und eine konsequente Datennutzung zur Identifikation von Potenzialen.

Definition: Was versteht man unter Verpackungsprozessoptimierung?

Unter Verpackungsprozessoptimierung versteht man die systematische Weiterentwicklung aller Tätigkeiten, die mit dem Verpacken von Gütern verknüpft sind – von der Packmittelbereitstellung über das eigentliche Verpacken bis zur Übergabe an Transport und Logistik. Dies umfasst physische Arbeitsschritte (zum Beispiel Rüsten, Falten, Befüllen, Polstern, Verschließen, Etikettieren) ebenso wie organisatorische und informationelle Abläufe (Arbeitsanweisungen, Materialdisposition, innerbetriebliche Logistik, Prüf- und Freigabeschritte). Ergänzend gehören die Auswahl geeigneter Wellpappenqualitäten, die Abstimmung von Innenverpackungen und der Schutz vor klimatischen Einflüssen zu den Gestaltungsfeldern.

Charakteristisch sind ein kontinuierlicher Verbesserungsansatz (KVP) sowie der Einsatz bewährter Methoden wie Wertstromanalyse, 5S, Standardisierung von Arbeitsabläufen und datenbasierte Auswertung von Kennzahlen. Optimiert wird nicht nur das einzelne Packmittel, sondern der gesamte Prozessverbund inklusive Schnittstellen zu Einkauf, Produktion, Lager und Versand. Häufig kommen zudem PDCA-Zyklen, Zeitaufnahmen (zum Beispiel MTM), Rüstzeitverkürzung (SMED) und Risikoanalysen (FMEA) zum Einsatz, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und nachhaltig zu beseitigen.

  • Geltungsbereich: Wareneingang und -bereitstellung, Packplatzgestaltung, Auswahl und Bereitstellung von Packmitteln, Füll- und Polsterprozesse, Verschluss- und Etikettierprozesse, Prüfung/Qualitätssicherung, Palettierung und Übergabe in den Versand.
  • Zielgrößen: Qualität und Transportsicherheit, Prozessstabilität, Takt- und Durchlaufzeit, Kosten je Sendung, Material- und Flächenbedarf, Arbeitssicherheit und Ergonomie, Umweltwirkungen.
  • Erweiterte Betrachtungen: Eignung für E-Commerce-Fulfillment, modulare Packmittelbaukästen, Retourenprozesse, Klimarobustheit (Feuchte, Temperatur) sowie Konformität mit relevanten Normen und Prüfvorschriften.

Möglichkeiten zur Optimierung im Verpackungsprozess

Es gibt vielfältige Ansatzpunkte, um Packprozesse effizienter, robuster und ressourcenschonender zu gestalten. Neben der Automatisierung zählen dazu die bestmögliche Anpassung des Packmittels an das Produkt, klare Standards und ergonomische Arbeitsplätze. Ebenso hilfreich sind Pilotzellen, in denen neue Arbeitsanweisungen, Packmittelvarianten und Werkzeuge erprobt und datengestützt bewertet werden. Standardisierte Prozesse und klar definierte Materialflüsse minimieren Such- und Greifzeiten sowie Fehlgriffe. Für skalierbare Abläufe eignen sich zudem vordefinierte Packmuster und Palettierschemata, die die Ladungssicherung systematisch berücksichtigen.

  • Packmittel-Design: Format- und Variantenoptimierung, Standardisierung von Zuschnitten, Integration von Aufreißhilfen und Verschlüssen, Reduktion von Leervolumen und Füllmaterial.
  • Dimensionierung und Layout: Packplatz- und Materialflussgestaltung mit kurzen Greifwegen, definierter Greifzone, geordneter Bereitstellung und eindeutiger Kennzeichnung von Materialien.
  • Automatisierung und Hilfsmittel: Kartonaufrichter, Verschlussgeräte, Dosierer für Füll- und Polstermaterial, Waagen, Etikettierer, Scan- und Dokumentationssysteme.
  • Materialeinsatz: bedarfsgerechte Materialqualitäten, Wiederverwendung geeigneter Materialien, konsequente Ausschussvermeidung, recyclinggerechte Auslegung.
  • Arbeitsorganisation: standardisierte Arbeitsschritte, visuelle Arbeitsanweisungen, Schulungen, Einarbeitungsstandards und qualitätssichernde Prüfpläne.
  • Daten und Steuerung: transparente Kennzahlen, digitale Erfassung von Zeiten, Mengen und Fehlern, kontinuierliche Auswertung und Ableitung von Maßnahmen.
  • Ergonomie und Sicherheit: höhenverstellbare Arbeitsplätze, Lastreduzierung, geeignete Hebe- und Positionierhilfen, minimierte Rotations- und Beugebewegungen.
  • Prototyping und Tests: Musterbau, Falltests, Schwingungs- und Kompressionstests, Validierung von Verschluss- und Polsterkonzepten im realitätsnahen Einsatz.
  • Nachhaltigkeit im Prozess: materialeffiziente Zuschnittpläne, Substitution von Primärmaterial durch Sekundärrohstoffe, Reduktion von Transportluft und optimierte Ladeeinheiten.

Ein zentraler Hebel ist die passgenaue Dimensionierung. Durch die Wahl optimaler Abmessungen für das Packgut werden Leerräume minimiert, Füllmaterial reduziert, Transportschäden vermieden und Ladeeinheiten effizient genutzt. In der Praxis zahlt sich eine an das Palettenraster angelehnte Außenabmessung aus, da sie die Packdichte erhöht und die Stabilität von Ladungsträgern verbessert.

Auch die Planung und Logistik leisten einen relevanten Beitrag: stabile Wiederbeschaffungszyklen, geeignete Sicherheitsbestände, sinnvolle Bündelung von Varianten, klare Kanban- oder Two-Bin-Systeme sowie abgestimmte Übergabepunkte zwischen Lager, Kommissionierung und Packstation. Ergänzend helfen ABC/XYZ-Analysen, häufig benötigte Formate näher am Packplatz zu positionieren, während seltene Varianten zentral bereitgestellt werden. Die Einbindung digitaler Werkzeuge (zum Beispiel zur Bestands- und Verbrauchsprognose) unterstützt eine kontinuierliche Verfügbarkeit und reduziert Wartezeiten.

Methoden und Werkzeuge im Überblick

Zur strukturierten Umsetzung der Verpackungsprozessoptimierung werden Methoden gebündelt eingesetzt, um Verschwendung zu eliminieren und Prozessrisiken zu reduzieren. Praxisbewährt sind:

  • Wertstromanalyse und Layoutplanung: Darstellung von Material- und Informationsflüssen, Identifikation von Engpässen, Simulation alternativer Packplatzanordnungen.
  • 5S und visuelles Management: Ordnung, Sauberkeit und eindeutige Markierungen für Werkzeuge, Materialien und Prüfmittel schaffen Transparenz und senken Suchzeiten.
  • Rüstzeitoptimierung (SMED): interne in externe Rüstanteile überführen, Checklisten und Vorrüstplätze etablieren, Fehler und Stillstände vermeiden.
  • FMEA und Fehlerkataloge: systematische Risikoanalyse von Prozessschritten, Definition präventiver und korrektiver Maßnahmen.
  • Digitale Datenerfassung: Zeit-, Mengen- und Qualitätsdaten erfassen, Kennzahlen automatisiert visualisieren, Abweichungen frühzeitig melden.

Kriterien zur Beurteilung der Verpackungsprozessoptimierung

Die Wirksamkeit von Maßnahmen wird anhand objektiver Kennzahlen bewertet. Dabei ist eine Baseline vor der Optimierung und ein Monitoring nach der Umsetzung entscheidend, um Effekte valide zu messen. Neben quantitativen Messgrößen sind Beobachtungen am Ort der Wertschöpfung wichtig, um Ursachenketten und Abweichungsmuster zu verstehen.

  • Prozesseffizienz: Taktzeit, Durchlaufzeit je Auftrag, Gesamtanlageneffektivität an Packlinien, Rüst- und Wartezeiten.
  • Qualität und Sicherheit: Schadenquote, Retouren- und Reklamationsquote, First-Pass-Yield, Prozessstabilität und Fehlerhäufigkeiten.
  • Kosten: Materialkosten pro Sendung, Prozesskosten je Packvorgang, Aufwand für Nacharbeit und Nachlieferungen.
  • Ressourcen und Nachhaltigkeit: Materialverbrauch pro Auftrag, Leervolumenanteil, Füllmaterialquote, Recyclingfähigkeit, CO₂-Äquivalente entlang des Packprozesses.
  • Fläche und Bestände: benötigte Stellfläche am Packplatz, Lagerflächenbedarf für Packmittel, Umlaufbestände.
  • Arbeitsbedingungen: ergonomische Bewertung, körperliche Belastung, Schulungsaufwand, Einarbeitungszeiten.
  • Liefer- und Termintreue: Planerfüllung, Pünktlichkeit der Auftragsabwicklung, Stabilität der Ausbringung bei Lastwechseln.

Zusätzlich helfen Audits und Prozessbeobachtungen (Gemba-Walks), Abweichungen zu erkennen und Verbesserungen nachhaltig abzusichern. Ein strukturierter KVP-Mechanismus mit regelmäßigen Reviews, Lessons Learned und klaren Eskalationswegen stellt sicher, dass die erreichten Verbesserungen langfristig im Standard verankert bleiben.

Vor- und Nachteile von Verpackungsprozessoptimierung

Die Optimierung bietet zahlreiche Vorteile, kann aber auch Herausforderungen mit sich bringen. Eine ausgewogene Betrachtung der kurz-, mittel- und langfristigen Effekte ist sinnvoll. Wichtig ist, technische, organisatorische und menschliche Faktoren gemeinsam zu adressieren, um unbeabsichtigte Nebenwirkungen zu vermeiden.

  • Vorteile: geringere Prozess- und Materialkosten, reduzierte Fehler- und Schadenquoten, stabile Durchlaufzeiten, bessere Planbarkeit, höhere Arbeitssicherheit und ein verbesserter ökologischer Fußabdruck.
  • Mögliche Herausforderungen: Anfangsinvestitionen in Technik oder Schulung, notwendige Anpassungen an Arbeitsorganisation und IT-Systeme, temporäre Umstellungsaufwände sowie die Abstimmung mit Lieferanten und internen Schnittstellen.
  • Trade-offs: Höhere Standardisierung kann Flexibilität reduzieren; stärkere Automatisierung erfordert ggf. mehr Instandhaltung und klare Zuständigkeiten.
  • Veränderungsmanagement: Akzeptanz sichern, Zielbilder kommunizieren, Fortschritte transparent machen und Qualifikationsprofile weiterentwickeln.

Zusammenfassung:

  • Unter Verpackungsprozessoptimierung versteht man die systematische Verbesserung der Abläufe in der Verpackungsherstellung, insbesondere bei Verpackungen aus Wellpappe. Dies beinhaltet die richtige Auswahl der Materialien, die Automatisierung von Prozessen und den Einsatz effizienter Technologien. Ergänzend zählen Standardisierung, ergonomische Arbeitsplatzgestaltung und eine belastbare Datengrundlage zu den Kernbausteinen.
  • Durch die Optimierung dieser Prozesse kann ein Unternehmen seine Produktionskosten senken, die Qualität der hergestellten Verpackungen verbessern und die Lieferzeiten für die Kunden verkürzen. Dies führt zu einem verbesserten Kundenservice und einer stärkeren Marktposition. Messbare Indikatoren sind unter anderem Taktzeit, Schadenquote, Materialeinsatz pro Sendung und Prozesskosten je Auftrag.
  • Insbesondere für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe herstellen, bringt eine Verpackungsprozessoptimierung Vorteile. Die Reduzierung von Abfall und die Verbesserung der Effizienz führen zu Kosteneinsparungen und einem verringerten ökologischen Fußabdruck. Gleichzeitig sollten Investitionsbedarf, Umstellungseffekte und die Integration in bestehende Abläufe realistisch eingeplant werden.
  • Eine erfolgreiche Umsetzung folgt einem kontinuierlichen Verbesserungszyklus: Ist-Aufnahme, Zieldefinition, Maßnahmenentwicklung, Pilotierung, skalierte Einführung und laufendes Monitoring mit klaren Verantwortlichkeiten.
  • Praxisnahe Standards, geeignete Hilfsmittel, bedarfsgerechte Packmittel und transparente Kennzahlen sorgen dafür, dass die erzielten Verbesserungen dauerhaft verankert und weiterentwickelt werden.
  • Zusätzlich hilfreich sind klare Palettierschemata, validierte Verschluss- und Polstersysteme sowie eine integrierte Materialversorgung, die Engpässe vermeidet und Qualitätsstreuungen reduziert.

Veröffentlicht am 30.06.2024
Letzte Überarbeitung am 08.12.2025 um 13:55 Uhr von Sebastian Würth

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