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Wasserfeste Verpackung
Im Reich der Verpackungslösungen spielt die wasserfeste Verpackung eine entscheidende Rolle. Sie wird hauptsächlich aus Wellpappe hergestellt und bietet optimalen Schutz für Produkte aller Art. Die Feuchtigkeitsbeständigkeit ist ein maßgeblicher Faktor, der ihre Anwendung in verschiedensten Branchen ermöglicht. Neben Regen, Spritzwasser und Kondensat berücksichtigt sie auch hohe Luftfeuchtigkeit, Temperaturwechsel und kurze Nässebelastungen beim Umschlag. Ziel ist ein stabiler Warenschutz während Transport, Zwischenlagerung und Distribution – auch unter widrigen Umgebungsbedingungen. Darüber hinaus muss die Schutzwirkung unter realen Klimabedingungen bestehen, etwa bei Taupunktunterschreitungen, Nebelbildung oder raschen Wechseln zwischen kalter Außenluft und temperierten Lagerzonen. Eine robuste Auslegung berücksichtigt daher typische Feuchtepfade, die über Kanten, Rillungen und Fugen in die Struktur eindringen können.
Definition: Was versteht man unter einer wasserfesten Verpackung?
Unter einer wasserfesten Verpackung versteht man eine Art von Verpackungsmaterial, das dazu entworfen ist, den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Sie besteht in der Regel aus Wellpappe, die mit speziellen Beschichtungen oder Behandlungen versehen ist, um die Feuchtigkeitsbeständigkeit zu erhöhen. Zu den gängigsten Behandlungen gehören Wachse, Harze oder Kunststoffschichten, die auf die Oberfläche der Wellpappe aufgetragen werden. Ergänzend kommen wasserbasierte Dispersionsbarrieren, Imprägnierungen der Papierfasern sowie Kantenversiegelungen zum Einsatz. Entscheidend ist die Kombination aus Rohpapier mit erhöhter Nassfestigkeit, geeigneter Verklebung (Stärkeleim mit Nassfestmitteln) und einer auf die Exposition abgestimmten Barriere. In der Praxis werden häufig interne Leimungen (z. B. AKD/ASA), PAE-Nassfestmittel und Oberflächenveredelungen kombiniert, um die kapillare Wasseraufnahme zu begrenzen, die Kanten zu schützen und die mechanische Stabilität auch bei erhöhten relativen Feuchten zu bewahren.
Begriffsabgrenzung
Im Sprachgebrauch wird zwischen „wasserabweisend“ (kurzzeitige Benetzung perlt ab), „wasserbeständig“ (reduzierte Wasseraufnahme über einen definierten Zeitraum) und „wasserfest“ (dauerhafter Schutz innerhalb der spezifizierten Einsatzbedingungen) unterschieden. Für die Praxis bedeutet das: Anforderungen sollten hinsichtlich Dauer der Nässeexposition, Art der Einwirkung (Sprühnebel, Tropfwasser, Pfützenkontakt), Temperaturbereich und relative Luftfeuchte präzise beschrieben werden. Ergänzend ist festzuhalten, dass „wasserfest“ kein absoluter Begriff ist, sondern sich stets auf ein geprütes Einsatzfenster bezieht; die Spezifikation sollte daher Mindestwerte (z. B. maximale Wasseraufnahme, Mindestfestigkeiten nach Klimakonditionierung) und Prüfzeiten definieren.
Herstellung von wasserfesten Verpackungen
Die Herstellung von wasserfesten Verpackungen umfasst mehrere Schritte. Zunächst wird die Wellpappe aus Papierfasern hergestellt, die zu einem festen, aber flexiblen Material gepresst werden. Anschließend wird das Material mit verschiedenen Beschichtungen oder Behandlungen versehen, je nachdem, wie viel Wasserbeständigkeit benötigt wird. Die am häufigsten verwendeten Beschichtungen sind Wachs, Harze oder Kunststoffe, die auf die Oberfläche der Wellpappe aufgetragen und gehärtet werden. Ergänzend werden häufig Rohpapiere mit Nassfest-Ausrüstung, optimierte Leimrezepturen und gegebenenfalls Kantenversiegelungen eingesetzt, um die Wasseraufnahme an Schnittkanten zu senken und die Stapelstabilität auch bei höherer Luftfeuchte zu erhalten. Je nach Anforderung kommen ein- oder mehrlagige Wellpappenkombinationen (z. B. B-, C-, E- oder Doppelwelle) zum Einsatz; Coat-Weights der Barriere werden über Auftragstechnologien wie Kaschierung, Extrusionsbeschichtung, Curtain-Coating oder Rakel-/Slot-Die-Systeme definiert und mit thermischer oder IR-Trocknung verfestigt.
Typische Barriere- und Veredelungssysteme sind unter anderem:
- Wachs- oder Harzbeschichtungen zur raschen Abperlung von Spritzwasser
- Polymerfilme (z. B. extrudierte oder kaschierte Schichten) für erhöhte Oberflächenversiegelung
- Wasserbasierte Dispersionslacke als recyclingfreundlichere Alternative
- Faserimprägnierungen zur Reduktion der kapillaren Wasseraufnahme
- Kanten- und Rillensiegelung zur Stabilisierung kritischer Bereiche
Qualitätssicherung in der Produktion
Die Applikation der Barriere erfolgt inline oder offline und wird mit Trocknungs- bzw. Aushärtungsprozessen kombiniert (z. B. Heißluft, IR). Begleitende Prüfungen stellen sicher, dass der definierte Schutzniveau erreicht wird, ohne die Verarbeitbarkeit (Rillen, Schneiden, Kleben) oder die Bedruckbarkeit unzulässig zu beeinträchtigen. Neben regelmäßigen Cobb-Messungen werden Feuchtegehalt, Kontaktwinkel, Grammaturen, Verklebungsqualität (Pin-Adhesion) und Festigkeiten nach Klimakonditionierung kontrolliert. Stichprobenpläne und Rückstellmuster sichern die Reproduzierbarkeit; Prozessfähigkeiten werden über statistische Kennzahlen überwacht.
Konstruktion und Dimensionierung
Neben der Materialauswahl beeinflussen Bauart und Zuschnitt (z. B. FEFCO-Typ, Deckel-, Boden- und Kantenkonstruktion) die Performance bei Feuchtigkeit. Rillweiten, Klebelaschen, Überlappungen und Einsteckmechaniken sollten so ausgelegt sein, dass kein Kapillartransport von Wasser in die Innenlage begünstigt wird. Auch die Planheit der Zuschnitte sowie die Anpassung an Produktkonturen wirken sich auf die Schutzwirkung aus. Ein praxisnaher Blick auf Maße, Toleranzen und klimabedingte Maßänderungen unterstützt eine sichere Auslegung – ein hilfreicher Einstieg ist der Leitfaden zu praxisnahen Abmessungen und Toleranzen. Ergänzend unterstützen konstruktive Details wie Tropfkanten, Abflussöffnungen (sofern zulässig), überlappende Deckelklappen und spritzwassergeschützte Fugen. Für stapelbare Einheiten sind Sicherheitsfaktoren einzuhalten, da die Druckfestigkeit mit steigender relativer Feuchte sinkt; gegebenenfalls sind Doppelwellen oder Stützelemente einzuplanen.
Anwendungsbereiche von wasserfesten Verpackungen
Es gibt vielfältige Anwendungsbereiche für wasserfeste Verpackungen. Sie werden hauptsächlich in Branchen eingesetzt, bei denen ein hoher Schutz vor Feuchtigkeit erforderlich ist. So findet man sie beispielsweise in der Lebensmittelindustrie, in der Elektronik, in der Pharmaindustrie und im Versandhandel. Ihre Feuchtigkeitsbeständigkeit macht sie zur idealen Wahl für die Sicherung und den Schutz von Waren während des Transports und der Lagerung. Weitere typische Einsatzfelder sind frische und gekühlte Produkte (Obst, Gemüse, Fisch), Gartenbauartikel, chemisch-technische Güter, Baustoffe mit Außenlagerung sowie internationaler See- und Luftfrachtverkehr mit wechselnden Klimazonen. Auch im E‑Commerce liefern sie Schutz bei Zustellungen, die kurzzeitig Witterungseinflüssen ausgesetzt sein können. Ebenso relevant sind Ersatzteile und Baukomponenten mit Zwischenlagerung im Freien, saisonale Outdoor-Aktionsware und Proben- bzw. Gefahrgut-Umverpackungen, bei denen Kondensat und Feuchtezyklen auftreten können.
- Lebensmittel/Kühlkette: Reduzierte Durchfeuchtung bei kondensierenden Oberflächen
- Elektronik/Technik: Schutz vor Spritzwasser; optional kombinierbar mit Korrosionsschutzmitteln
- Pharma/Healthcare: Stabilität bei kontrollierten Temperaturen und Feuchten
- Handel/E‑Commerce: Wettertoleranz beim Zustell- und Retourenprozess
- Industrie/Outdoor-Logistik: Zwischenlagerung auf Baustellen oder im Freien
- Gartenbau/Frischware: Luftzirkulation und Feuchtemanagement durch geeignete Stanzungen
Praxisbeispiele und Szenarien
Typische Szenarien umfassen fischhaltige Kühlketten mit Schmelzwasser, Obst- und Gemüse-Logistik mit Temperaturwechseln zwischen Feld, Vorkühlung und Handel, sowie maritime Transporte mit salzhaltiger Luft und hoher relativer Feuchte. In diesen Fällen werden wasserfeste Verpackungen so ausgelegt, dass Abtropfwasser abgeleitet wird, Kanten versiegelt sind und die Stapelfestigkeit nach Klimakonditionierung ausreichend bleibt. In der Elektronik werden feuchteunempfindliche Außenverpackungen häufig mit trocknenden Beilagen kombiniert, um Kondensatbildung im Innenraum zu mindern. Für Baustellenlogistik ist ein robuster Außenkarton mit feuchtebeständigen Verschlüssen, Umreifung und Abdeckung zweckmäßig.
Vor- und Nachteile wasserfester Verpackungen
Es gibt sowohl Vorteile als auch Nachteile bei der Nutzung von wasserfesten Verpackungen. Zu den Vorteilen zählen:
- Hoher Schutz der Waren: Durch ihre Wasserdichtigkeit schützen diese Verpackungen die Waren vor Feuchtigkeit und ermöglichen so einen sicheren Transport, insbesondere in feuchten oder regnerischen Klimazonen.
- Anpassungsfähigkeit: Diese Verpackungen können je nach Bedarf in verschiedenen Formen, Größen und Stärken hergestellt werden.
- Planbarkeit: Definierte Leistungsdaten erleichtern die Auslegung für spezifische Klimaprofile und Transportdauern.
- Flexibilität im Design: Konstruktive Details wie Tropfkanten oder Lüftungsöffnungen lassen sich integrieren.
Allerdings haben wasserfeste Verpackungen auch einige Nachteile:
- Höhere Kosten: Die zusätzlichen Behandlungen und Beschichtungen, die zur Herstellung von wasserfesten Verpackungen verwendet werden, erhöhen die Produktionskosten.
- Umweltauswirkungen: Einige der zur Herstellung verwendeten Materialien sind schwer abbaubar und können negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.
- Komplexere Prozesse: Zusätzliche Prozessschritte erfordern abgestimmte Fertigung und Qualitätskontrollen.
- Potenzielle Restriktionen: Für bestimmte Anwendungen sind regulatorische Prüfungen und Freigaben zu berücksichtigen.
- Prozesssicherheit: Geringere Transportschäden durch Nässe, bessere Stapelstabilität bei erhöhter Luftfeuchte
- Bedruckbarkeit: Je nach Barriere weiterhin gut geeignet für Kennzeichnungen und Hinweise
- Kompatibilität: Einsetzbar mit gängigen Paletten- und Ladungssicherungskonzepten
- Skalierbarkeit: Vom Einzelversand bis zur palettierten Ladeeinheit anpassbar
- Recyclingaufwand: Beschichtungen können Sortierung und Wiederaufbereitung erschweren
- Gewicht/Materialeinsatz: Zusätzliche Schichten erhöhen Masse und Ressourcenbedarf
- Lebensmittelrecht: Für Primärkontakt sind migrationsbezogene Prüfungen erforderlich
- Temperaturabhängigkeit: Festigkeiten sinken bei hoher relativer Feuchte und erhöhten Temperaturen
- Verarbeitungsgrenzen: Bestimmte Barrieren beeinflussen Rill- und Klebeeigenschaften
Leistungskennzahlen und Prüfverfahren
Die Eignung wasserfester Lösungen wird durch Prüfwerte und praxisnahe Tests abgesichert. Zentral sind Kennwerte zur Wasseraufnahme und zur Festigkeit unter klimatischer Belastung. Zusätzlich sind Konditionierungsbedingungen, Kantenwasseraufnahme (Edge Wicking) und die Stabilität nach Feuchtezyklen zu betrachten.
- Cobb-Wert (ISO 535): Bestimmt die Wasseraufnahme von Papier/Wellpappe über definierte Zeitintervalle
- Festigkeitstests unter Klimaeinfluss: ECT/BCT in normierten Klimata (z. B. 23 °C/50 % r. F.) und erhöhten Feuchten
- Regensimulation/Sprühwassertest: Beurteilung der Kurzzeitbeständigkeit gegenüber Spritz- und Tropfwasser
- Praxisversuche: Palettierte Ladeeinheiten mit Feuchtezyklen und Temperaturwechseln
- Konditionierung nach ISO 187: Feuchtegehalt und Maßänderungen vor Prüfungen einstellen
- Klebeband- und Heftklammer-Tests: Verschlussfestigkeit nach Feuchteeinfluss
- Fallversuche nach Klimazyklus: Stoßfestigkeit im feuchten Zustand
Normen, Prüfklimata und Klassifizierung
Für die Bewertung wasserfester Verpackungen werden standardisierte Prüfklimata und Prüfpläne genutzt. Neben der Grundkonditionierung (z. B. 23 °C/50 % r. F.) sind erhöhte Feuchtebereiche (65–90 % r. F.) und Temperaturwechsel relevant. Versuchsreihen kombinieren Klimazyklen mit Druck-, Fall- und Vibrationsprüfungen, um die Leistungsfähigkeit im System abzubilden. In Spezifikationen werden Mindestwerte für Nassfestigkeit, zulässige Wasseraufnahme sowie Stabilität nach definierten Zyklen festgehalten, um die Vergleichbarkeit zu gewährleisten.
Nachhaltigkeit und Recycling
Der ökologische Fußabdruck hängt von Materialwahl, Barrierechemie und Entsorgungswegen ab. Wachse und Kunststoffschichten können die Wiederverwertung beeinflussen. Moderne, wasserbasierte Barrieredispersionen und biobasierte Rezepturen verbessern die Recyclingfähigkeit. Eine eindeutige Trennbarkeit von Fremdmaterialien und eine klare Kennzeichnung fördern die Kreislaufführung. In der Bedruckung unterstützen geeignete Farben/Lacke die Wiederaufbereitung. Für eine kreislauffähige Gestaltung ist außerdem die Minimierung der Auftragsmengen von Barrieren, die Verwendung von Monomaterial-Kombinationen und die Reduzierung ablöseschwerer Verbunde zweckmäßig. Lebenszyklusbetrachtungen berücksichtigen Transportstrecken, Klimatisierung und Mehrfachnutzung.
- Materialstrategie: Monomaterial-Konzepte bevorzugen, wo technisch möglich
- Barriereauswahl: Recyclingfreundliche Systeme und reduzierte Auftragsmengen
- Nutzungskonzept: Wiederverwendung und sortenreine Erfassung planen
- Kennzeichnung: Eindeutige Hinweise zur Entsorgung und Trennung
Lagerung, Handling und Dimensionierung
Für zuverlässige Performance sollten Zuschnitte und fertige Kartonagen trocken, eben und klimatisiert gelagert werden. Palettierte Ware benötigt Abstand zum Boden, Spritzwasserschutz und Abdeckung gegen Kondensat. Vor dem Einsatz empfiehlt sich eine Akklimatisierung an die Zielbedingungen. Konstruktive Punkte wie Rillgeometrie, Klebelaschen und Überlappungen sind so zu gestalten, dass Wasser nicht in die Struktur eindringen kann. Bei der Auswahl helfen klare Anforderungen an Expositionsdauer, Temperatur- und Feuchtebereich sowie eine präzise Dimensionierung im Hinblick auf Produkt, Innenpolster und Toleranzen. Zusätzlich ist auf FIFO-Prinzip, stabile Umreifung, atmungsaktive Abdeckungen zur Vermeidung von Feuchtenestern und den Verzicht auf direkte Bodenlagerung zu achten. Für die Verschließtechnik gelten feuchtebeständige Klebebänder, Heftungen oder Nassklebebänder als geeignete Optionen; Etiketten sollten mit wasserbeständigen Klebstoffen und Tinten ausgeführt werden.
Zusammenfassung:
- Unter einer wasserfesten Verpackung versteht man eine spezielle Schutzverpackung, die das innenliegende Produkt vor Feuchtigkeit und Wasser schützt – ein entscheidender Aspekt insbesondere bei Transport und Lagerung.
- Bei der Suche nach robusten Verpackungslösungen kann die Wellpappe überzeugen. Sie wird durch spezielle Beschichtungen oder Imprägnierungen wasserabweisend und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit.
- Wasserfeste Verpackungen aus Wellpappe bieten nicht nur einen hohen Schutz, sondern auch Flexibilität hinsichtlich Form und Größe des Produkts. Sie sind damit eine effiziente und wirtschaftliche Lösung für Unternehmen.
- Leistungsdaten wie Cobb-Wert sowie Festigkeiten unter klimatischer Belastung dienen der objektiven Bewertung.
- Nachhaltige Barrieren und sorgfältiges Handling verbessern Schutzwirkung, Verarbeitbarkeit und Wiederverwertbarkeit.
- Konstruktion, Verschlussart und Klimakonditionierung bestimmen gemeinsam die Performance im Feuchteeinsatz.
- Praxisnahe Prüfpläne mit Klimazyklen, ECT/BCT und Sprühwasserbelastung unterstützen eine belastbare Auslegung.
Veröffentlicht am 20.08.2024
Letzte Überarbeitung am 13.11.2025 um 10:31 Uhr von Manuel Hofacker