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Abruf und Serienbedarf planen

Abruf- und Serienbedarf für Kartons planen

Sie stehen vor der Wahl: Einen festen Kartonmix für die nächsten Monate einkaufen, abrufbereit bevorraten lassen oder mit Sicherheitsbeständen arbeiten, während Sortiment, Peak-Termine und Versandprofile sich bewegen. Dazu kommen harte Entscheidungen zu Formaten, Wellenarten und Stückzahlen: Reicht ein einwelliger 0201-Karton für 70 Prozent Ihrer Sendungen oder brauchen Sie für die Schwerläufer eine zweite Qualität? Wie viele Zwischenformate lohnen sich wirklich, damit Füllmaterial, Handlingzeit und Frachtklassen im Rahmen bleiben?

Wirtschaftlich wird es erst, wenn Abruf-, Serien- und Sicherheitsbestands-Modelle zur realen Verbrauchskurve, zu Pick/Pack-Prozessen und zu Preisstaffeln passen. Konkret heißt das: ABC-Artikel identifizieren, Verbrauchsgeschwindigkeit und Servicelevel je Format definieren und dann Produktions- oder Lagerlösungen sinnvoll kombinieren. Für kurzfristige Bedarfe oder Tests kann Lagerware helfen, ohne die langfristige Standardisierung aus dem Blick zu verlieren. Prüfen Sie parallel Lieferzeiten, Mindestabnahmemengen, Ramp-ups vor Peaks und die Tragfähigkeit Ihrer Formate, damit Entscheidungen in Einkauf, Logistik und E-Commerce auf derselben Datenbasis stehen.

Praxisfokus: Abrufmodelle sind besonders dann stark, wenn Forecast, Lagerreichweite und Produktionsfenster zusammengeführt werden. So lässt sich vermeiden, dass Standardware kurzfristig knapp wird oder Serienware zu früh und in zu hoher Menge gebunden ist.

Wie lassen sich Abruf, Serienbedarf und Standardisierung wirtschaftlich planen?

Drei Achsen bestimmen den wirtschaftlichen Mix: Bedarfsmuster, Versandleistung und Format-/Qualitätsmix. Ziel ist ein definierter Servicelevel zu den geringsten Total Cost of Packaging, also Beschaffungspreise plus Handling, Füllmaterial, Lager- und Frachtkosten sowie Schadens- und Retourenquoten.

  • Konstante Läufer: Eignen sich für Serienbedarfe mit festen Losgrößen und klaren Preisstaffeln. Sicherheitsbestände können schlank bleiben, wenn Liefer- und Produktionstakte stabil sind.
  • Saisonale Läufer: Abrufmodelle mit definierten Fenstern und Ramp-ups. Sicherheitsbestände für Peak-Vorläufe und Marketingaktionen einplanen.
  • Volatile Artikel: Kleinteiliger Abruf mit flexiblen Losgrößen. Stärkere Standardisierung der Formate, um Fehlmengen und Überbestände zu dämpfen.

Standardisierung meint nicht ein Karton für alles, sondern einen Baukasten mit wenigen, gut gestuften Formaten, robusten Qualitäten für Schwerläufer und klaren Schaltregeln. So vermeiden Sie Übervarianten, ohne bei Fracht- oder Bruchkosten draufzuzahlen. Hinterlegen Sie verbindliche Umstellfenster bei Formatwechseln sowie realistische Lieferzeiten und Mindestabnahmemengen, damit Abrufe, Serien und Sicherheitsbestände reibungslos ineinandergreifen.

Praxisbeispiel: ABC-Mix mit Peak-Bändern

Ein Händler mit 1.200 Paketen pro Tag, Peak-Faktor 2,5 und 3 Kernsortimenten reduziert von 14 auf 5 Kartonformate. A-Artikel laufen als Serien mit zwei Losen pro Quartal, B-Artikel im Abruf mit zweiwöchigem Lieferfenster, für C-Artikel wird je Kernformat ein Sicherheitsbestand von 10 Tagen definiert. Ergebnis: 18 Prozent weniger Füllmaterial, 0,6 Minuten geringere Packzeit pro Sendung, keine Sperrmaßaufschläge im Peak und 12 Prozent weniger Schadenmeldungen durch bessere Kantenstabilität.

Format- und Qualitätsmix, der Kosten senkt

Fünf technische und wirtschaftliche Hebel entscheiden, ob Ihr Formatmix trägt:

  1. Volumenpassung: Ziel ist eine niedrige Leeraumquote je Sendung. So wenig Füllmaterial wie möglich, ohne bei Schutz und Prozesssicherheit Abstriche zu machen.
  2. Tragfähigkeitsklasse: Einwellig in B- oder C-Welle für Standardlasten, 2-wellig B/C für schwere oder stoßempfindliche Güter. Dünnere E-Welle für kleine, leichte Produkte und dichte Packbilder.
  3. Bauart: Klassiker ist FEFCO 0201 für serientaugliche Packprozesse. 0203 mit voll überlappenden Klappen bei höheren Kantenbelastungen. Automatikböden beschleunigen die Packzeit. Versandboxen mit Einsteckdeckel sparen Klebeband.
  4. Staffel- und Losmenge: Preisvorteile steigen mit Paletten- oder Serienmengen. Abrufverträge glätten Cashflow und Verfügbarkeit, wenn die Gesamtabnahme definiert ist.
  5. Transport- und Versanddienstleister-Grenzen: Gurtmaß, Maximalgewicht und Stauchfestigkeit beachten. Die nominell günstigste Qualität wird teuer, wenn Sperrmaß- oder Schadenskosten steigen.

Für schnelldrehende, flache Produkte können Boxen & Klappschachteln mit E- oder B-Welle die Packzeit senken. Für den breiten Standardversand bieten sich Universalverpackungen mit abgestuften Größen an. Wenige Größen decken oft den Großteil der SKUs ab, ohne übermäßigen Leeraum zu verursachen.

Wellenarten gezielt einsetzen

  • E-Welle: dünn, gut bedruckbar, bis ca. 5 kg. Für Kleinteile, Sets und präsentationsstarke E-Commerce-Boxen.
  • B-Welle: universell, bis ca. 10 kg. Für Standardversand und Strecken mit geringer Stapelung.
  • C-Welle: höhere Stauchfestigkeit, bis ca. 15 kg. Für schwerere Güter und längere Transportwege.
  • BC, 2-wellig: sehr robust, ab ca. 12 kg. Für Schwerläufer, empfindliche Produkte und Exportanforderungen.

Ergänzend prüfen:

  • Retouren und Repacking: Rücksendefähigkeit, zweite Klebelasche, Öffnungshilfen.
  • Fördertechnik und Packtisch: Durchlauf, Sensorik, Label- und Dokumententaschenflächen.
  • Palettierung und Lager: Mischpalettenfähigkeit, Lagenbild, Bundeigenschaften für schnelles Greifen.

Bauarten, die den Takt halten

  • FEFCO 0201: Schnell aufgerichtet, bandverschlossen, robust und kosteneffizient. gut geeignet für generalistische Serienbedarfe.
  • FEFCO 0203: Überlappende Deckel- und Bodenklappen für bessere Kantenstabilität, sinnvoll bei höherer Stauchlast und Stapelung.
  • Automatikboden-Schachteln: Sehr schnelle Aufrichtung, lohnt bei hohem Durchsatz je Packplatz und knapper Personalzeit.
  • Versandboxen mit Einsteckdeckel: Weniger Klebeband, wertige Optik, häufig im E-Commerce für Kleinteile genutzt.
  • Längs- oder Höhenriller: Ein Format für mehrere Füllhöhen. Reduziert Varianten, verlangt aber einen stabilen Prozess beim Zuschneiden oder Umrillen.

Praxis-Tipp: Sekunden pro Paket multiplizieren sich direkt in Personaltage. Beispiel: 0,25 Minuten schneller je Paket bei 1.500 Sendungen pro Tag spart rund 6,25 Arbeitsstunden täglich. Das rechtfertigt oft eine teurere Bauart, wenn sie nachweislich die Taktzeit senkt und Fehlerquellen reduziert.

Standardisierung: Nutzen und Grenzen

Standardisierung hilft dort, wo wenige Formate den Großteil der Sendungen abdecken, ohne die Leeraumquote zu sprengen. Vereinheitlichte Qualitätsklassen (zum Beispiel alle Schwerläufer 2-wellig) vereinfachen Beschaffung, Wareneingang und Schulung. Zubehör wie Klebebandbreite, Füllmaterial oder Etikettengrößen lässt sich synchronisieren, was Verbrauch senkt und Fehler vermeidet.

Sie bremst, wenn zu viel Universalisierung zu Frachtaufschlägen oder übermäßigem Füllmaterial führt oder wenn die Produktpräsentation im D2C leidet. Saisonale Peaks können Spezialformate erfordern, etwa Bundles, Promo- oder Geschenksets, die außerhalb der Saison kaum laufen. Die richtige Körnung lautet in vielen Sortimenten: drei bis fünf Kernformate plus maximal zwei Spezialisten, ergänzt durch klare Schaltregeln (zum Beispiel ab 12 kg immer 2-wellig, ab 25 Prozent Leeraum eine Stufe hoch).

Typische Missverständnisse vermeiden

  • Ein Format für alles: Führt oft zu Füllmaterial- und Frachtaufschlägen. Besser sind 3 bis 5 Stufen mit klaren Schaltregeln.
  • Nur der Stückpreis zählt: Niedrige Qualitäten werden teuer, wenn Bruch- oder Sperrmaßkosten steigen. Gesamtbetrachtung rechnet sich.
  • Abruf löst jede Unsicherheit: Ohne belastbare Forecasts und saubere Taktung entstehen Engpässe. Abruf braucht verlässliche Signale.
  • Serien sind unflexibel: In stabilen Profilen sehr effizient. In Kombination mit passendem Sicherheitsbestand bleiben Sie lieferfähig.

Wenn neben Standardformaten Produkte mit besonderen Anforderungen anstehen, etwa fragile Sets oder markenstarke Unboxing-Erlebnisse, lässt sich der Kernbaukasten gezielt ergänzen. Für solche Fälle kann eine abgestimmte Sonderlösung sinnvoll sein, mehr dazu unter individuelle Verpackungen. Den Großteil des Versandvolumens stemmen Sie dennoch wirtschaftlich mit gut gewählten Standardformaten und einer klaren Bestandslogik.

Abruf, Serie oder Sicherheitsbestand im Direktvergleich

Das passende Beschaffungsmodell richtet sich nach Verbrauchsmustern, Lieferzeiten, Losgrößen und Servicelevelzielen. Die folgende Übersicht verdichtet die operative und wirtschaftliche Wirkung:

Kriterium Abrufmodell Serienmodell Sicherheitsbestand
Wann geeignet Volatile oder saisonale Verbräuche mit planbaren Fenstern Konstante Läufer mit stabiler Grundlast Zum Abfedern von Forecast-Fehlern und Peaks
Planungslogik Gesamtabnahme fix, Einzelabrufe flexibel, Lieferfenster definiert Feste Lose oder Zeiträume, klare Staffelpreise Reorder-Point und Servicelevel je Format
Kapitalbindung Mittel, Bestand beim Lieferanten oder Kunden verteilt Höher während Serienlauf, sinkt zwischen den Läufen Niedrig bis mittel, abhängig vom Ziel-Servicelevel
Verfügbarkeit Hoch, wenn Abrufrahmen gut abgestimmt Hoch im Produktionsfenster, Zwischenzeiten beachten Sehr hoch bis zum definierten Bestandspuffer
Flexibilität bei Änderungen Gut bei Mengeschwankungen, mäßig bei Formatwechseln Begrenzt, Änderungen meist ab nächster Serie Gut für kurzfristige Schwankungen, kein Ersatz für Strukturwechsel
Preis- und Staffelvorteile Solide durch Gesamtabnahme Maximal durch große Lose Gering, Fokus auf Servicelevel statt Staffel
Risiken Unklare Abrufsignale führen zu Engpässen Über- oder Unterdeckung bei Forecast-Fehlern Veraltet bei Design- oder Sortimentswechseln
Operative Wirkung Glättet Peaks, stabilisiert Packstationen Planbare Produktion, sichere Liefertakte Verkürzt Reaktionszeiten bei Nachfragespitzen
KPIs Lieferbereitschaft je Abruffenster, Termintreue Stückkosten je Los, Ausschussquote, Auslastung Servicelevel, Lagerreichweite, Abverkaufsquote

Wie Sie Abrufe, Sicherheitsbestände und Produktionsfenster abstimmen

  1. Versandprofil klären: Durchschnittliche Pakete pro Tag, Peak-Faktor, Top-10-SKUs nach Versandhäufigkeit, Stoßempfindlichkeit und Rücksendequote.
  2. Formatgitter definieren: Drei bis fünf Grundformate (Kleinteile, Standard, Schwerläufer) plus ein Spezialformat für Bundles oder Promo.
  3. Qualitätsklassen zuordnen: Einwellig für Standard, 2-wellig über X kg oder bei hoher Stapelung. Bauart passend zur gewünschten Taktzeit wählen.
  4. Bestandsstrategie festlegen:
    • Serien für konstante Läufer, Staffel- und Rüstvorteile ausschöpfen.
    • Abruf für saisonale oder volatile Artikel, Lieferfenster und Mindestabrufmengen fixieren.
    • Sicherheitsbestand je Kernformat definieren, Servicelevel und Reorder-Point festlegen.
  5. Prozesspilot fahren: Eine Woche Messung je Packplatz. Kennzahlen: Zeit pro Sendung, Fehlerquote, Leeraum, Füllmaterialverbrauch. Ergebnisse ins Formatgitter rückspiegeln.
  6. Lieferantentakt synchronisieren: Produktions- und Anlieferzyklen mit Peak-Kalender koppeln. Eskalationswege, Ersatzformate und Notfallabrufe definieren.

Kompakte Beispielrechnung

Ausgangslage: 1.000 Sendungen pro Woche, Leeraumquote 28 Prozent, Füllmaterialkosten 2,80 Euro pro 10 Sendungen, Packzeit 2,1 Minuten. Nach Umstellung auf 4 Kernformate sinkt die Leeraumquote auf 16 Prozent und die Packzeit auf 1,6 Minuten. Ersparnis pro Woche: ca. 28 Euro je 1.000 Sendungen beim Füllmaterial und rund 8,3 Stunden Packzeit. Ab Palettenstaffel 3 reduziert sich zusätzlich der Stückpreis je Karton um 4 bis 7 Prozent, sofern die Losgrößen geplant werden.

Wann reicht Lagerware und wann ist Differenzierung sinnvoll? Lagerlösungen eignen sich für stabile Standardversände, Proof-of-Concepts neuer Größen, kurzfristige Überbrückung bei Lieferengpässen und als Risikopuffer vor Kampagnen. Differenzieren sollten Sie, wenn sich Leeraum über 25 Prozent bewegt, Sperrmaßgrenzen häufig gerissen werden, die Taktzeit an der Packstation zum Engpass wird oder die Markenwirkung am Paket wichtig ist. In diesen Fällen lohnt der Schritt zu einer feineren Formatstaffel oder zu einer abgestimmten Sonderlösung.

Servicelevel, Reorder-Point und Lead Time im Alltag

Ohne klare Serviceleveldefinition und Reorder-Point-Logik wird selbst der passende Kartonmix teuer. Fassen Sie die Grundmechanik schlank zusammen und setzen Sie fixe Schwellenwerte.

  1. Servicelevel je Format festlegen: Beispielsweise 98 Prozent für A-Formate, 95 Prozent für B, 90 Prozent für C.
  2. Durchsatz und Lieferzeit ermitteln: Durchschnittsverbrauch pro Tag und effektive Lieferzeit in Tagen inklusive Produktions- und Transportpuffer.
  3. Reorder-Point bestimmen: Verbrauch pro Tag multipliziert mit Lieferzeit, zuzüglich Sicherheitsbestand entsprechend dem Ziel-Servicelevel.
  4. Minimal- und Maximalmengen definieren: MOQ des Lieferanten gegen Lagerkapazitäten und Cashflow abgleichen, Alternativformate für Engpässe hinterlegen.
  5. Signalwege vereinbaren: Abrufe und ROP-Signale kalendertreu auslösen, Eskalation bei Zielkonflikten zwischen Sortiment, Marketing und Logistik festlegen.

Die Wellstar-Packaging GmbH empfiehlt, ROP-Entscheidungen an real gemessene Peaks zu koppeln und während Aktionszeiträumen temporär erhöhte Sicherheitsbestände je Kernformat zu führen. Das senkt Engpassrisiken ohne dauerhaft Kapital zu binden.

Einführung des Baukastens ohne Reibungsverluste

So setzen Sie Ihren Kartonbaukasten auf, ohne Prozesse zu stören:

  1. Varianz bündeln: Bestehende Formate clustern, Dubletten zusammenlegen, Maximal- und Minimalmaße je Cluster definieren.
  2. Schaltregeln dokumentieren: Klare If/Then-Regeln an den Packplätzen, Kriterien Gewicht, Leeraum, Bruchrisiko sichtbar machen.
  3. Rollout in Wellen: Zuerst die Top-Formate live nehmen, Parallelbetrieb kurz halten, Altlager strukturiert abverkaufen.
  4. Regelmäßige Reviews: Nach Peak-Saisons Formatmix, Servicelevel, Fracht- und Füllmaterial prüfen und iterieren.

Im Versandhandel und E-Commerce ist die Taktzahl hoch. Passen Sie deshalb den Mix an kanalspezifische Anforderungen an, von Retourenquoten bis Unboxing. Orientierung bieten branchenspezifische Inhalte wie Verpackungen für E-Commerce oder Verpackungen für den Versandhandel, wenn es um Kanalanforderungen und häufige Stolperstellen geht.

Für den operativen Einstieg hilft jetzt: Formate oder Mengen kurzfristig testen und absichern. Starten Sie mit einem Blick auf Passende Lagerverpackungen ansehen oder grenzen Sie Optionen mit dem Produktfinder ein über Passende Verpackung finden.

Häufige Fragen und Antworten

Wie viele Kartonformate sind für ein dynamisches Sortiment wirtschaftlich?

In vielen Sortimenten funktioniert ein Baukasten aus drei bis fünf Kernformaten, ergänzt um maximal zwei Spezialformate. Ziel ist eine niedrige Leeraumquote bei stabilen Packprozessen. Legen Sie klare Schaltregeln fest, zum Beispiel ab welchem Gewicht eine 2-wellige Qualität genutzt wird oder ab welcher Leeraumquote die nächsthöhere Stufe greift. Vereinheitlichte Qualitätsklassen vereinfachen Beschaffung und Schulung, ohne bei Fracht- oder Bruchkosten draufzuzahlen. Nach Peak-Phasen sollten Formatmix und Servicelevel überprüft und bei Bedarf nachgeschärft werden.

Wann ist ein Abrufmodell sinnvoller als Serienfertigung?

Abruf spielt seine Stärken bei saisonalen oder volatilen Verbräuchen mit planbaren Fenstern aus. Voraussetzung sind eine definierte Gesamtabnahme, feste Lieferfenster und klare Mindestabrufmengen. So werden Peaks geglättet und Verfügbarkeit gesichert, ohne Kapital unnötig zu binden. Serienfertigung rechnet sich bei konstanten Läufern mit stabiler Grundlast und ermöglicht attraktive Staffelpreise. Häufig ist eine Kombination sinnvoll: Serien für A-Artikel, Abruf für B-Artikel und ein definierter Sicherheitsbestand für C-Artikel und Peaks.

Wie lege ich Servicelevel und Reorder-Point je Kartonformat fest?

Definieren Sie Ziel-Servicelevel nach ABC-Priorität, ermitteln Sie den durchschnittlichen Tagesverbrauch und die effektive Lieferzeit inklusive Produktions- und Transportpuffer. Der Reorder-Point ergibt sich aus Verbrauch pro Tag multipliziert mit der Lieferzeit zuzüglich eines Sicherheitsbestands passend zum Ziel-Servicelevel. Hinterlegen Sie Minimal- und Maximalmengen im Abgleich mit MOQ und Lagerkapazität und stellen Sie sicher, dass Bestellsignale kalendertreu ausgelöst und bei Zielkonflikten zwischen Sortiment, Marketing und Logistik eskaliert werden.

Welche Wellenart und Bauart passt zu Gewicht, Strecke und Taktzeit?

E-Welle eignet sich für kleine, leichte Produkte und präsentationsstarke Boxen, B-Welle ist universell für Standardlasten, C-Welle bietet höhere Stauchfestigkeit und BC, 2-wellig, ist für Schwerläufer, empfindliche Güter und anspruchsvolle Strecken ausgelegt. Bei der Bauart ist FEFCO 0201 der serientaugliche Klassiker, 0203 mit überlappenden Klappen erhöht die Kantenstabilität, Automatikböden beschleunigen die Aufrichtung und Einsteckdeckel sparen Klebeband. Entscheidend sind Gewicht, Stapelung, Transportweg und die gewünschte Packtaktzeit.

Wie plane ich Sicherheitsbestände rund um Peaks und Kampagnen?

Ausgangspunkt sind Ziel-Servicelevel, Volatilität und die effektive Lieferzeit. Für Aktionszeiträume werden temporär erhöhte Sicherheitsbestände je Kernformat definiert und frühzeitig über ROP-Signale angestoßen. Koppeln Sie Liefer- und Produktionszyklen mit dem Peak-Kalender, vereinbaren Sie Eskalationswege und hinterlegen Sie Ersatzformate für Engpässe. Sicherheitsbestände puffern kurzfristige Schwankungen ab, ersetzen aber keine strukturelle Anpassung von Formaten oder Qualitäten, wenn sich Nachfrageprofile dauerhaft ändern.

Wie vermeide ich Sperrmaßaufschläge und unnötiges Füllmaterial?

Planen Sie ein Formatgitter mit niedriger Leeraumquote und beachten Sie Gurtmaß, Maximalgewicht und erforderliche Stauchfestigkeit des Versandwegs. Setzen Sie passende Wellenarten und robuste Qualitäten dort ein, wo Gewicht und Strecke es verlangen und nutzen Sie Höhenriller nur bei sicher beherrschtem Prozess. Vermeiden Sie ein Ein-Format-für-alles, weil es Füllmaterial und Frachtkosten treibt. Messen Sie regelmäßig Leeraum, Packzeit und Schadenquote und passen Sie die Stufen so an, dass weder Sperrmaß- noch Bruchkosten steigen.

Wann genügt Lagerware und wann lohnt die Differenzierung bis zur Sonderlösung?

Lagerware eignet sich für stabile Standardversände, Proof-of-Concepts neuer Größen, kurzfristige Überbrückungen bei Lieferengpässen und als Risikopuffer vor Kampagnen. Differenzieren sollten Sie, wenn die Leeraumquote deutlich steigt, Sperrmaßgrenzen häufig gerissen werden, die Taktzeit an der Packstation zum Engpass wird oder die Markenwirkung am Paket wichtig ist. Dann rechnet sich eine feinere Formatstaffel oder eine abgestimmte Sonderlösung, während der Großteil des Volumens weiter über gut gewählte Standardformate mit klarer Bestandslogik läuft.

Veröffentlicht am 20.04.2026
Letzte Überarbeitung am 20.04.2026 um 16:14 Uhr von Manuel Hofacker

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