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Füllmaterial oder Fixierprinzip?

Füllmaterial oder Fixierprinzip im Vergleich

Schäden im Feld, Reklamationen und Störungen im Versandprozess entstehen oft in der Lücke zwischen Produkt und Verpackung: zu viel Bewegung im Karton, punktuelle Stöße, Drucklasten auf der Palette oder ein zu langsamer Packprozess. Gerade bei Elektronik und Ersatzteilen entscheidet die richtige Schutzlogik, also Hohlräume wirksam füllen oder die Ware gezielt fixieren, über Bruchquote, Taktzeit und Kosten. Wer hier passend skaliert, senkt Retouren, stabilisiert Prozesse und spart Material.

Die Auswahl gelingt, wenn Sie Produktverhalten und Prozess realistisch bewerten: Steifigkeit, Empfindlichkeit, Gewicht, Hohlraumgröße, Versandweg, Retourenanteil und gewünschte Standardisierung. Füllen und Polstern bringt Geschwindigkeit und Variabilität ohne Vorlauf. Fixieren liefert reproduzierbare Qualität und kontrollierte Kontaktzonen für heikle Geometrien. Für sensible Baugruppen hilft zusätzlich der Blick in branchenspezifische Lösungen wie Verpackungen für Elektronik, um Anforderung und Schutzprinzip abzugleichen.

Entscheidend in der Praxis: Zwischen losem Polstern und gezielter Fixierung liegt oft der größte Qualitätshebel. Unternehmen sparen Material und reduzieren Schäden, wenn sie nicht pauschal nachfüllen, sondern die Bewegungsenergie im Paket gezielt beherrschen.

Füllmaterial oder Fixierprinzip: klare Einsatzgrenzen im Alltag

  • Füllmaterial reicht typischerweise aus, wenn
    • das Produkt robust, flächig und ohne kritische Anhänge wie Stecker, Pins, Displays oder Glas ist,.
    • Hohlräume moderat bleiben, meist bis etwa 10 bis 20 Prozent des Innenvolumens und durch Polsterverdrängung zuverlässig geschlossen werden können,.
    • hohe Takte und flexible Packplätze ohne Werkzeuge gefragt sind, etwa bei wechselnden Aufträgen und wechselnden Stückzahlen,.
    • Geometrien stark variieren, zum Beispiel bei gemischten Ersatzteil-Sendungen oder wechselnden SKUs.
  • Ein Fixierprinzip ist überlegen, wenn
    • Bauteile empfindliche Flächen, Kanten oder Anbauten haben, die punktuellen Kräften ausgesetzt wären,.
    • das Produkt schlank oder hohlraumreich ist und bei Stößen anläuft, kippt oder sich dreht,.
    • gleichmäßige Andruckkräfte und definierte Auflagepunkte nötig sind, etwa mit Halte- oder Spannrahmen und Kontureinlagen,.
    • eine reproduzierbare Packqualität über mehrere Standorte und Schichten verbindlich gefordert ist.

Praktische Richtgröße: Bis etwa 5 Kilogramm Produktmasse und geringer Empfindlichkeit sind Papierpolster, Luftpolster oder Schaumeinleger oft ausreichend, sofern Hohlräume begrenzt sind. Bei höheren Massen, langen schmalen Bauteilen oder vorgelagerten Empfindlichkeitsmerkmalen (Display, Sensor, Lack) steigt der Nutzen formschlüssiger Sicherung rapide.

Schutzlogik auf Produkt und Prozess abgestimmt

Elektronikbaugruppen reagieren empfindlich auf Kantenstöße und Druck auf Bauteile. Flächige Fixierungen, die die Baugruppe an unkritischen Punkten halten und Bewegung unterbinden, wirken hier oft sinnvoll. Ergänzend sichern Kontureinlagen und dünne Dämpferzonen die Kanten. ESD-Anforderungen bedingen definierte Kontaktzonen und leitfähige oder ableitfähige Materialien im Innenraum.

Ersatzteile reichen vom robusten Gussteil bis zum empfindlichen Sensor oder lackierten Sichtteil. Der Schutz richtet sich immer nach dem schwächsten Punkt. Für heterogene Sortimente bietet sich eine Systematik an: standardisierte Außenverpackungen, modulare Füll- oder Polsterkomponenten für robuste Teile und spezifische Fixierträger für heikle Artikel. So reduzieren Sie Materialvielfalt, halten aber die Schutzleistung dort hoch, wo sie gebraucht wird.

Innenmaterial, Produktsicherung und Prozessschutz sinnvoll kombinieren

  • Innenmaterial: Papierpolster, Folienpolster oder Schaum füllen Hohlräume und dämpfen. Bei wiederkehrenden Formen senken konturierte Einlagen Materialbedarf, führen Kräfte definiert ab und erhöhen die Wiederholgenauigkeit.
  • Produktsicherung: Fixierrahmen, Kontureinlagen oder Klemm- und Spannlösungen verhindern Mikro- und Makrobewegungen. Das stabilisiert den Schwerpunkt, reduziert Schwinganregung und senkt Transportschäden signifikant.
  • Prozessschutz: Auf der Palette entscheidet der Palettenschutz über Druckverteilung, Kantenschutz und Rutschhemmung. Das ist unverzichtbar bei Mischpaletten, Fördertechnik mit Seitenklemme und hohen Stapelanforderungen.

Außenverpackung als Systemträger

  • Abmessungen: Passende Innenmaße begrenzen Hohlräume und reduzieren Polsterbedarf. Eine definierte Höhenlogik, etwa ein Raster je 50 Millimeter, macht Einlagen wirtschaftlich und vereinfacht die Disposition. Für viele Standardfälle eignen sich Verpackungen ab Lager als schneller Startpunkt.
  • Materialqualität: Wählen Sie die Wellpappe nach Eigengewicht, Stapelhöhe, Klima und Transportweg. Prüfkriterien sind Kantenstauchwert und Durchstoßwiderstand. Für hohe Drucklasten helfen Qualitätssprünge, etwa von B- auf C-Welle oder Doppelwelle.
  • Öffnung und Handling: Deckel, Laschen und Wiederverschluss beeinflussen Takt und Fehlerquote. Eine geführte Klappmechanik kann Fixierträger gezielt andrücken und den letzten Arbeitsschritt beschleunigen.

Relevante Material- und Systementscheidungen im Überblick

  • Dämpfungsprinzip: Reicht Volumenverdrängung durch Füllen und Polstern oder muss die Ware formschlüssig bzw. flächig gehalten werden?
  • Taktziele: Manuelle Polsterung ist extrem flexibel. Vorrichtungen oder Fixierträger bringen Geschwindigkeit und Gleichmäßigkeit, sobald die Stückzahlen stabil sind.
  • Varianz: Große Teilevielfalt favorisiert modulare Füll- und Polsterlösungen. Homogene Serien rechtfertigen angepasste Fixierträger und Werkzeuge.
  • Qualitätssicherung: Fixierprinzipien minimieren Bedienereinfluss. Bei Papierpolstern helfen definierte Füllgrade, Markierungen und kurze Sichtprüfungen.
  • Materialmix und Nachhaltigkeit: Papierpolster sind monomaterialfähig. Mehrweg-Fixierträger sparen Verbrauchsmaterial, erfordern aber Rückführlogistik und Kapitalbindung.
  • Umgebung und Versandweg: Temperatur, Feuchte und Klemmbelastungen beeinflussen die Wahl der Wellpappe, Rutschhemmung und eventuelle Inliner oder Beutel.
  • Gesamtkosten: Berücksichtigen Sie Material, Handlingzeit, Fehlerkosten durch Schäden oder Retouren sowie Logistikkosten durch Volumen und Gewicht. Nur der Vollkostenvergleich zeigt die überlegene Lösung.

Häufige Fehler bei Füllen und Fixieren vermeiden

  • Zu wenig oder falsch platziertes Polster: Hohlräume bleiben offen, Teile können anlaufen. Folge sind Kantenbrüche, Scheuerstellen oder gequetschte Anbauten.
  • Überpolsterung: Zu viel Material übt Druck auf empfindliche Zonen aus oder bläht das Packstück auf. Ergebnis sind Verformungen, aufgeplatzte Kartons oder höhere Frachtklassen.
  • Ungeeignete Kontaktpunkte: Fixierrahmen oder Einlagen pressen auf Displays, Stecker oder Bauteile. Die Folge sind Leiterbahnbrüche oder Abplatzungen.
  • Falsche Kartonqualität: Unterschätzter Kantenstauchwert führt zu Durchdrücken bei Stapeldruck oder Seitenklemme. Palettenschäden und Kollaps drohen.
  • Inkonsistente Anweisungen: Unterschiedliche Füllgrade, fehlende Prüfschritte oder wechselnde Materialien erzeugen schwankende Qualität zwischen Schichten und Standorten.
  • ESD ignoriert: Ableitfähigkeit fehlt oder wird durch falsche Beutel und Zwischenlagen aufgehoben. Elektronik fällt im Funktionstest aus.
  • Kein Palettenschutz: Fehlender Kantenschutz, Antirutsch oder Zwischenlagen hebt jede gute Innenlogik bei Transport und Umschlag wieder auf.

Abhilfe schaffen klare Grenzwerte je SKU-Gruppe, kurze Schulungen mit Musterpaketen und feste Prüfmerkmale wie Füllhöhe, fixierte Auflagepunkte und ein dokumentierter Schütteltest.

Standardisierung als Schadentreiberbremse

  1. Formatstrategie: Definieren Sie wenige Außenmaße mit passender Innenhöhe für die häufigsten Versandfälle. Das reduziert Hohlräume und Polsterbedarf und vereinfacht Nachschub.
  2. Schutzbausteine: Legen Sie Standard-Polsterlevel fest, zum Beispiel leicht, mittel, hoch und Fixiervarianten je Warengruppe mit eindeutigen Artikelnummern.
  3. Arbeitsanweisungen: Visualisierte Packschritte zu Füllgrad, Fixierpunkten und Prüfmustern erhöhen die Wiederholgenauigkeit über Schichten und Standorte.
  4. Test und Feedback: Führen Sie Fall-, Vibrations- und Handlingtests pro SKU-Gruppe durch, dokumentieren Sie Grenzwerte und spielen Sie Erkenntnisse in die Standards zurück.
  5. Lieferkette: Stimmen Sie mit Einkauf und Disposition Mindestbestände, Rollenbreiten und Einlagenchargen ab, um Engpässe zu vermeiden und Takte zu sichern.

Die Wellstar-Packaging GmbH empfiehlt, Standards nicht nur technisch, sondern auch organisatorisch abzusichern, mit klaren Freigabepfaden für Änderungen, regelmäßigen Audits an Packplätzen und Kennzahlen wie Schadenquote, Packzeit und Materialeinsatz als operative Steuergrößen.

Auswahl in sechs Schritten, vom Risiko zum passenden Prinzip

  1. Produktsichtung: Wo liegt die kritische Stelle, Kante, Oberfläche, Port, schwerer Anbau und wie verlagert sich der Schwerpunkt im Karton?
  2. Bewegungsszenario: Welche Freiheitsgrade im Karton sind möglich, Kippen, Rutschen, Rotieren, Prall auf Ecke oder Kante und wie groß ist der Hohlraum?
  3. Prozessanalyse: Verfügbarer Platz, Taktziel, Personalqualifikation, Schichten und Saisonalität. Bevorzugen Sie einfache, robuste Handhabung mit wenig Varianten.
  4. Prinzipencheck: Reicht Füllen oder Polstern? Wenn nein, prüfen Sie eine Fixierlösung mit definierten Auflagepunkten, zum Beispiel Verpackungen mit Fixierprinzip.
  5. Material- und Systemwahl: Papierpolster bei Monomaterialwunsch, Schaum dort, wo punktuelle Dämpfung nötig ist, Mehrweg-Fixierträger bei hoher Frequenz oder internen Umläufen.
  6. Pilot und Skalierung: Mit 2 bis 3 Leitartikeln starten, Grenzfälle mittesten, Standards ableiten und dann auf Warengruppen ausrollen. Ein kurzer Lessons-Learned-Workshop stabilisiert die Einführung.

Messbar absichern: Tests, Kennwerte und Grenzwerte

  • Falltests: Simulieren Sie Paketdienst mit 60 bis 80 Zentimeter Fallhöhe auf Kante, Fläche und Ecke. Ziel: keine Berührung kritischer Zonen und nur reversible Eindrücke am Polstermaterial.
  • Vibration: 30 bis 60 Minuten auf einem Schwingtisch mit typischen Frequenzen decken Setzerscheinungen und Mikrobewegungen auf. Das Produkt darf seine Lage nicht verändern.
  • Klimatest: Prüfen Sie bei Feuchte und Temperaturwechsel, ob Papierpolster oder Wellpappe ihre Stauchwerte halten. Kontrollieren Sie auch Klebebänder und Etikettenhaftung.
  • Druck- und Klemmbelastung: Messen Sie Palettendruck durch Stapeln und simulieren Sie Seitenklemme bei Fördertechnik. Starke Außenverpackungen und Kantenschutzprofile sind hier entscheidend.
  • Prozessprobe: Zeitaufnahmen am Packplatz zeigen reale Takte, Griffwege und Fehlerquellen. Legen Sie eine Obergrenze für Materialmeter pro Packstück fest und prüfen Sie ergonomische Greifwege.

Praxisbeispiele aus Elektronik und Ersatzteilgeschäft

Bestückte Platine mit empfindlichen Anbauten

  • Risiko: punktuelle Belastung auf Bauteile, Ecken und Steckerzonen, Mikrobewegung führt zu Leiterbahnbrüchen.
  • Lösung: flächige Fixierung über einen leichten Spannrahmen mit Abstandshaltern. Ergänzend dünne Polsterzonen an den Kanten zur Dämpfung, ESD-konformes Innenmaterial je nach Anforderung.
  • Prozess: Einlegehilfe positioniert die Platine, der Rahmen schließt beim Zuklappen. Packanweisung zeigt zwei definierte Auflagefenster und einen Sichtcheck.
  • Ergebnis: reproduzierbare Packqualität, reduzierte Reklamationsquote, stabile Takte unabhängig vom Bedienereinfluss.

Robustes Gussteil mit hohem Einzelgewicht

  • Risiko: Durchschlagen der Wellpappe bei Punktlast, Kippen in großen Hohlräumen, Beschädigung benachbarter Teile bei Sammelkartons.
  • Lösung: kraftschlüssige Lagerung über konturierte Einlage aus starker Wellpappe oder Mehrwegträger. Ergänzend lokales Papierpolster zur Flächenauflage und Kantenschutz auf der Palette.
  • Prozess: Zweihand-Handhabung mit Steckplätzen und klarer Oberseite-Unterseite-Logik. Prüfmerkmal ist die Unbeweglichkeit beim Schütteltest.
  • Ergebnis: geringere Materialmeter pro Packstück, sichere Stapelbarkeit, verständliche Standards für wechselnde Schichten.

Retourenfähiges Elektrogerät mit Zubehör

  • Risiko: Zubehörteile wandern im Karton, Geräteoberflächen verkratzen, wiederholtes Öffnen schwächt den Karton.
  • Lösung: Kombination aus formschlüssiger Gerätefixierung und separaten Fächern oder Beuteln für Zubehör, plus wiederverschließbarem Außenkarton.
  • Prozess: Einlage mit klarer Platzlogik, Checkliste für Vollständigkeit, Siegelpunkt für Erstöffnung.
  • Ergebnis: geringere Retourenschäden, schnellere Wiederaufbereitung, weniger Nacharbeit.

Vergleich auf einen Blick: Füllmaterial und Fixierprinzip

Kriterium Füllmaterial, Füllen und Polstern Fixierprinzip, Form-, Klemm- oder Spannhalt
Produktspektrum Breit, auch wechselnde Teile, gut geeignet für robuste bis mittlere Empfindlichkeit passend für wiederkehrende Geometrien und empfindliche Bauteile
Empfindlichkeit Gute Dämpfung, begrenzte Kontrolle von Kontaktpunkten Gezielte Kraftführung, Schutz kritischer Bereiche, kaum Mikrobewegung
Hohlräume und Bewegung Schließt Volumen, reduziert, aber eliminiert Bewegung nicht vollständig Unterbindet Bewegung weitgehend durch Formschluss
Takt und Einführung Sofort einsetzbar, geringe Anlernzeit, hohe Flexibilität Planungs- und Einrichtungsaufwand, danach reproduzierbar und schnell
Varianzfähigkeit Sehr hoch, gleiche Materialien für viele Artikel Begrenzt, Lösungen oft artikelspezifisch oder warengruppenspezifisch
Fehleranfälligkeit Abhängig vom Bediener, Füllgrad und Lage Niedrig, Packqualität ist geführt und vordefiniert
Material- und Systemkosten Variable Verbrauchskosten, geringe Startkosten Höhere Start- und Werkzeugkosten, teils geringe Verbrauchskosten
Nachhaltigkeit Monomaterial möglich, gut recycelbar Mehrweg und Materialreduktion möglich, Rückführlogistik beachten
Logistik und Volumen Rollen oder Zuschnitte gut lagerbar, Volumen je Einsatz Einlagen oder Träger benötigen Lagerplatz, dafür wenig Füllmaterial
Typische Elektronikfälle Leichte Komponenten mit unkritischen Flächen Bestückte Platinen, Displays, Steckerleisten, fragile Anbauten
Typische Ersatzteilfälle Robuste Gussteile, Metallwaren, Verbrauchsteile Sensortechnik, lackierte oder empfindliche Oberflächen, Glasteile
Kombination Mit Kontureinlagen kombinierbar für definierte Polsterzonen Mit leichter Polsterung ergänzbar für Kanten oder Deckelschutz

Praxistipp: Starten Sie mit einem Musterpaket pro Schutzlogik und testen Sie die kritischste Kante Ihres Produkts. Entscheidend ist, ob das Prinzip die reale Belastung Ihrer Relation mit Paketdienst, Spedition oder Werksverkehr abfängt, nicht nur die Theorie.

Kurz gesagt: Wer Produkt, Hohlraum und Prozess ehrlich bewertet, kommt schneller zur passenden Schutzlogik und reduziert Reklamationen messbar. Für die Auswahl nach Einsatzfall bietet sich unser Lagerprogramm und die gezielte Systemberatung an.

Füll- & Polstersysteme ansehen oder Passende Verpackung finden

Häufige Fragen und Antworten

Wann reicht Füllmaterial aus und wann ist ein Fixierprinzip die bessere Wahl?

Füllmaterial ist in der Regel ausreichend, wenn das Produkt robust und flächig ist, keine empfindlichen Anbauten hat und die Hohlräume moderat bleiben. In solchen Fällen schließen Papier-, Luft- oder Schaumpolster das Volumen zuverlässig und ermöglichen hohe Takte ohne Vorrichtungen. Eine praktische Richtgröße: Bis etwa 5 Kilogramm Produktmasse und bei begrenzten Hohlräumen funktionieren Polsterlösungen oft sehr gut. Ein Fixierprinzip ist die bessere Wahl, wenn Bauteile empfindliche Flächen oder Kanten haben, wenn lange oder schlanke Geometrien zum Anlaufen und Kippen neigen oder wenn definierte Kontaktzonen und eine reproduzierbare Packqualität über Standorte hinweg gefordert sind.

Wie groß darf der Hohlraum im Karton sein, ohne den Schutz zu gefährden?

Hohlräume sollten so klein sein, dass Bewegungsenergie nicht in Lauf- oder Kippbewegungen umgesetzt wird. Als praxisnahe Orientierung gelten moderat gehaltene Hohlräume von etwa 10 bis 20 Prozent des Innenvolumens, sofern sie durch Polsterverdrängung zuverlässig geschlossen werden. Wird der Hohlraum größer oder neigt das Produkt zum Drehen und Kippen, steigen die Risiken für Kantenstöße und Scheuerstellen. Abhilfe schaffen passend gewählte Innenmaße, eine definierte Höhenlogik, zum Beispiel ein Raster je 50 Millimeter und bei Bedarf ein formschlüssiges Fixierprinzip.

Welche Wellpappenqualität und Abmessungen sind für meinen Versandfall sinnvoll?

Die Außenverpackung wird nach Eigengewicht, geplanter Stapelhöhe, Klima und Transportweg gewählt. Relevante Prüfwerte sind Kantenstauchwert und Durchstoßwiderstand; für hohe Drucklasten hilft der Wechsel auf stärkere Qualitäten wie C-Welle oder Doppelwelle. Passende Innenmaße begrenzen Hohlräume und senken den Polsterbedarf, eine feste Höhenlogik erleichtert die Disposition. Zusätzlich beeinflussen Deckelkonstruktion, Laschen und ein sicherer Wiederverschluss Taktzeit und Fehlerquote. Auf der Palette sichern Kantenschutzprofile und rutschhemmende Zwischenlagen die Druckverteilung.

Was ist bei Elektronikbaugruppen und ESD in der Verpackung besonders zu beachten?

Elektronikbaugruppen reagieren sensibel auf Kantenstöße und Druck auf Bauteile. Bewährt ist eine flächige Fixierung, die die Baugruppe an unkritischen Punkten hält und Bewegung unterbindet, ergänzt um konturierte Einlagen und dünne Dämpferzonen an den Kanten. Für ESD müssen Kontaktzonen definiert sein und die eingesetzten Innenmaterialien leitfähig oder ableitfähig wirken. Fehlerquellen sind ungeeignete Beutel oder Zwischenlagen, die die Ableitfähigkeit unterbrechen und so Ausfälle im Funktionstest begünstigen.

Wie lässt sich Füllen und Fixieren unternehmensweit standardisieren?

Standardisierung gelingt über wenige, klar definierte Außenformate mit passender Innenhöhe, festgelegte Schutzbausteine mit Polsterstufen und Fixiervarianten je Warengruppe sowie visualisierte Arbeitsanweisungen zu Füllgrad, Fixierpunkten und Prüfschritten. Fall-, Vibrations- und Handlingtests je SKU-Gruppe liefern Grenzwerte, die in die Standards zurückgespielt werden. Ergänzend sorgen abgestimmte Bestände, Rollenbreiten und Einlagenchargen in der Lieferkette sowie regelmäßige Audits und Kennzahlen wie Schadenquote, Packzeit und Materialeinsatz für stabile Prozesse.

Welche typischen Fehler führen zu Transportschäden und wie vermeide ich sie?

Typische Auslöser sind zu wenig oder falsch platziertes Polster, Überpolsterung mit Druck auf empfindliche Zonen, ungeeignete Kontaktpunkte in Fixierrahmen oder Einlagen, eine zu schwache Kartonqualität mit unzureichendem Kantenstauchwert, inkonsistente Anweisungen zwischen Schichten sowie ignorierte ESD-Anforderungen. Ebenfalls häufig fehlt ein sauberer Palettenschutz, wodurch Seitenklemmen und Stapeldruck die Innenlogik zunichtemachen. Abhilfe bringen klare Füllgrade, definierte Auflagepunkte, kurze Sichtprüfungen und eine zur Last passende Wellpappe.

Wie sichere ich die gewählte Schutzlogik vor dem Rollout ab?

Vor dem Rollout sollte die Lösung an 2 bis 3 Leitartikeln pilotiert und mit Grenzfällen verifiziert werden. Bewährt haben sich definierte Falltests mit 60 bis 80 Zentimeter Fallhöhe auf Kante, Fläche und Ecke, Vibrationstests über 30 bis 60 Minuten sowie Klima- und Druck- bzw. Klemmbelastungen. Akzeptanzkriterien sind keine Berührung kritischer Zonen und nur reversible Eindrücke am Polstermaterial, zudem eine stabile Lage des Produkts ohne Mikrobewegungen. Eine Prozessprobe mit Zeitaufnahme legt realistische Takte und eine Obergrenze für Materialmeter pro Packstück fest.

Veröffentlicht am 20.04.2026
Letzte Überarbeitung am 20.04.2026 um 16:14 Uhr von Julia Kopp

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