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Abrollgeräte

Abrollgeräte spielen eine zentrale Rolle in der Produktions- und Verpackungsindustrie, insbesondere in Bereichen, die mit Wellpappe zu tun haben. Sie stellen sicher, dass Verpackungsprozesse effizient und kosteneffektiv durchgeführt werden können. Effizienz und Kosteneffektivität sind von großer Bedeutung, wenn es um das Management von Betriebsabläufen und die Reduzierung von Produktionskosten geht. Zusätzlich ermöglichen sie eine reproduzierbare Materialbereitstellung, reduzieren Laufwege und tragen durch kontrollierte Bahnspannung zu gleichmäßigen Zuschnitten bei. Die richtige Auslegung des Abrollsystems beeinflusst den Durchsatz, die Ergonomie und die Prozesssicherheit entlang der gesamten Verpackungslinie. Darüber hinaus erhöhen sauber geführte Bahnen die Maßhaltigkeit der Zuschnitte, verringern Reklamationsquoten und unterstützen stabile, wiederholbare Abläufe im täglichen Betrieb.

Definition: Was versteht man unter den Abrollgeräten?

Abrollgeräte sind Werkzeuge für die Verpackung, die effektiv in der Handhabung und Verarbeitung von Wellpappe verwendet werden. Funktionell gesehen sind sie für das Abrollen der Wellpappe ausgestattet, wodurch das Verpackungsmaterial leicht handhabbar und zugänglich gemacht wird. Typische Komponenten sind eine Aufnahmeachse oder Steckwelle für die Rolle, seitliche Lagerböcke, ein Bremssystem zur Regelung der Bahnspannung sowie optional integrierte Schneideinheiten. Je nach Einsatzumfeld existieren stationäre, mobile oder an Arbeitsplätzen montierte Ausführungen. Ergänzend kommen Konen oder Spannzapfen zur Fixierung des Rollenkerns, Sicherungselemente gegen das seitliche Wandern der Rolle sowie robuste Untergestelle für den sicheren Stand zum Einsatz.

Im erweiterten Sinn zählen auch Abwickler mit Schnittführung (z. B. Rollenschneider, Quer- und Längsschnitt), rollengelagerte Systeme für schwere Bahnen und höhenverstellbare Ständer zur Gruppe der Abrollgeräte. Entscheidend ist stets die kontrollierte Materialabgabe ohne Verzug, Knicke oder Beschädigungen der Wellpappe. In Abhängigkeit von Breite, Wellenart und Grammatur werden die Komponenten so gewählt, dass die Wellpappenbahn formstabil bleibt und Zuschnitte mit reproduzierbarer Qualität entstehen.

Begriffsabgrenzung

Abrollgerät, Abwickler und Rollenabroller werden im Verpackungsumfeld häufig synonym verwendet. Im engeren Sinne beschreibt „Abwickler“ die reine Materialabgabe, während „Abrollgerät“ zusätzliche Funktionen wie Bahnführung, Bremse und Schneideinheit einschließt. „Rollenhalter“ bezeichnet hingegen eher einfache Halterungen ohne aktive Regelung der Bahnspannung.

Funktionsweise der Abrollapparate

Im Kern ermöglichen die Abrollapparate das kontrollierte Ausrollen der Wellpappe an der Stelle, an der sie benötigt wird. Durch eine geordnete Abwicklung kann Materialverschwendung verringert werden, während gleichzeitig eine kontinuierliche Versorgung mit Wellpappe sichergestellt ist. So bringen Abrollapparate Ordnung und Effizienz in den Verpackungsprozess. Über Bremsmechanismen (z. B. Reib- oder Bandbremsen) wird die Bahnspannung konstant gehalten, damit Zuschnitte präzise erfolgen und das Nachlaufen der Rolle verhindert wird. Führungselemente und Andruckrollen stabilisieren die Bahn, während Schneidmodule saubere Kanten erzeugen. Optional kommen Tänzerarme oder Federzüge als passive Regler zum Einsatz, um Spannungsschwankungen beim Starten und Stoppen auszugleichen.

Der Materialfluss folgt dabei einem wiederkehrenden Ablauf: Rolle einspannen, Bremse einstellen, Bahn über Führungen ausziehen, Zuschnitt herstellen, Restbahn sichern. Richtig konfigurierte Systeme minimieren Rüstzeiten und unterstützen serielle Abläufe mit gleichbleibender Qualität. Besonders bei häufigen Formatwechseln lohnt eine dokumentierte Einstellung der Bremskraft und der Anschläge, sodass Mitarbeitende schnell und sicher reproduzierbare Ergebnisse erzielen.

Bahnspannung und Bremsarten

Die Bahnspannung beeinflusst Schnittbild, Maßhaltigkeit und Verzug. Mechanische Reibbremse, Bandschlinge oder federbelastete Klemmen erlauben eine feinfühlige, manuell einstellbare Dämpfung. Für hohe Taktzahlen sind trägheitsarme Lagerungen und gleichmäßige Bremsmomente wichtig, um Anlaufspitzen zu vermeiden. Ziel ist stets ein stabiler, ruckfreier Lauf der Wellpappenbahn, ohne Druckstellen oder Kantenbeschädigungen zu erzeugen.

Rüst- und Wechselprozesse

Ein strukturierter Rollenwechsel umfasst das sichere Entnehmen der Restrolle, die Reinigung der Achsaufnahme, das Prüfen der Konen und das Ausrichten der neuen Rolle. Anschließend wird die Bremse mit einer Referenzeinstellung belegt und die Bahn anhand markierter Führungswege eingefädelt. Diese standardisierten Schritte verkürzen Stillstandszeiten und senken Fehlerrisiken.

Bauarten und Ausstattungen

Abrollgeräte werden in unterschiedlichen Bauformen angeboten, abgestimmt auf Material, Arbeitsumgebung und Durchsatzanforderung. Häufige Varianten sind:

  • Tischabroller: kompakte Systeme für leichte Rollen und manuelle Zuschnitte am Packtisch.
  • Wand- oder Untertischabroller: platzsparende Montage, geeignet für feste Arbeitsplätze mit klaren Materialwegen.
  • Boden- und Ständerabroller: für größere Rollendurchmesser und -gewichte, oft mit fahrbarem Untergestell.
  • Abroller mit integrierter Schneideeinheit: querverstellbare Messer oder Schlitten für wiederkehrende Längen.
  • Mehrrollen-Abroller: parallele Bevorratung mehrerer Qualitäten oder Breiten zur schnellen Umstellung.

Darüber hinaus existieren schwerlasttaugliche Ausführungen mit verstärkten Lagerböcken, drehbaren Aufnahmen zum einfachen Einfädeln sowie Abwickler mit verstellbaren Anschlägen für exaktes Kantenführen. Je nach Arbeitsumfeld sind Antistatik-Optionen, Skalen für Längenvoreinstellung und Schutzabdeckungen für Schneidmodule sinnvoll.

Technische Kenndaten und Auswahlkriterien

Für die Auswahl sind vor allem Rollengewicht, Breite, Kerndurchmesser, gewünschte Bahnspannung, Schnittgenauigkeit und die geforderte Taktzahl maßgeblich. Zusätzlich spielen ergonomische Aspekte (Greifhöhen, Kraftaufwand), Sicherheitseinrichtungen und die Integration in vorhandene Arbeitsplätze eine Rolle. Vertiefende Hinweise bieten weiterführende Informationen zu relevanten Abmessungen in der Praxis, die bei der Auslegung von Aufnahmeachsen, Rollendurchmessern und Stellflächen berücksichtigt werden sollten. Ebenso ist die Bodenbeschaffenheit für mobile Systeme zu prüfen, damit Transportwege ohne Verkanten oder Vibrationen möglich sind.

  • Rollenparameter: maximale Breite, Außendurchmesser, Kerndurchmesser, Materialdicke.
  • Belastbarkeit: zulässige Traglast der Achse und des Gestells.
  • Bremssystem: fein dosierbar, reproduzierbar, wartungsarm.
  • Schneidtechnik: Messertyp, Führung, Sicherheit, Wechselzeiten.
  • Mobilität: Lenkrollen mit Feststellern, Bodenfreiheit, Transportwege.
  • Arbeitssicherheit: Schutzkappen, Verriegelungen, Schnittschutz, stabile Standfläche.

Weitere Kriterien und praktische Berechnungen

Neben den Kernparametern sind Restrollendurchmesser, Trägheitsmomente und die erreichbare Wiederholgenauigkeit bei Serienzuschnitten relevant. Für Schichtbetrieb lohnt eine Betrachtung der Verschleißteile (Bremsbeläge, Messer, Lager) und der vorgesehenen Wartungsintervalle. Als Näherung hilft folgende Überlegung: Aus dem Kerndurchmesser und dem aktuellen Außendurchmesser lässt sich der verbleibende Materialvorrat abschätzen, um Rollenwechsel rechtzeitig zu planen. Ebenso beeinflusst die Materialdicke die Anzahl der Lagen pro Rollenumfang und damit die Abnahme des Durchmessers je Zuschnittlänge.

Um die Eignung eines Abrollgeräts zu beurteilen, sollten auch Umgebungsbedingungen (Staub, Feuchtigkeit, Temperatur) und typische Wellpappenqualitäten (Wellenart, Deckpapiere, Grammaturen) berücksichtigt werden. Eine zu hohe Bahnspannung kann bei dünneren Qualitäten zu Stauchungen führen, während zu geringe Spannung zu Wellenwurf und ungenauen Kanten führt.

Einsatzbereiche der Abrollvorrichtungen

Die Abrollvorrichtungen sind besonders nützlich in Produktions- und Verpackungsabteilungen industrieller Unternehmen, insbesondere in solchen, die sich auf die Verwendung von Wellpappe spezialisiert haben. Im Allgemeinen sorgen sie für einen nahtlosen Betrieb, indem sie eine ständige Versorgung mit Wellpappe ermöglichen, ohne den Produktionsfluss zu unterbrechen. Sie tragen zur Optimierung der Produktionsabläufe bei. Darüber hinaus unterstützen sie die Materialbereitstellung an Packlinien, im Versand, in Konfektionierbereichen und in Vormontagen, in denen Zuschnittlängen häufig wechseln und kurze Wege entscheidend sind.

Typische Anwendungen sind Packstationen im Versand, Linien mit wiederkehrenden Zuschnittlängen, Konfektionierung von Zuschnitten für Serienfertigung sowie Vorbereitungsbereiche für Polstereinlagen. In manuellen Bereichen unterstützen sie ergonomische Arbeitsweisen; in teilautomatisierten Zellen dienen sie als Materialpuffer mit geregelter Abgabe. Auch bei wechselnden Materialqualitäten (Wellenarten, Grammaturen) erleichtern Mehrrollenlösungen schnelle Umrüstungen. In projektorientierten Fertigungen helfen mobile Abroller, Material bedarfsgerecht an wechselnden Arbeitsplätzen bereitzustellen.

Vor- und Nachteile der Abrollgeräte

Die Abrollgeräte bieten diverse Vorteile. Die wichtigsten sind die Effizienz, Benutzerfreundlichkeit und Kosteneffektivität. Sie sorgen für eine straffere und besser strukturierte Organisation von Wellpappe und verringern somit die Produktionskosten. Jedoch sind sie auch mit Kosten für Wartung und eventuell die Schulung des Personals verbunden. Bei der Anschaffung sollten daher die spezifischen Anforderungen des Betriebs und die Kosten-Nutzen-Relation in Betracht gezogen werden. Ergänzend zu Investitions- und Betriebskosten sind Stellflächen, Wegezeiten, Materialwechselintervalle sowie mögliche Stillstandszeiten bei Rollenwechsel in die Bewertung einzubeziehen. Ebenso ist zu prüfen, ob vorhandene Arbeitstische, Fördertechnik oder Sicherheitskonzepte eine direkte Integration erlauben.

  • Vorteile: konstante Bahnspannung, saubere Zuschnitte, geringere Verschnittmengen, bessere Ergonomie, strukturierte Materialbereitstellung.
  • Nachteile: zusätzlicher Wartungsbedarf (Bremsen, Lager, Messer), Schulung für sicheres Arbeiten, Abhängigkeit von korrekter Einstellung.

In der Abwägung überwiegen die Vorteile dort, wo standardisierte Abläufe, wiederkehrende Formate und qualitätsgesicherte Zuschnitte gefordert sind. Für sporadische Anwendungen können einfache, manuell geführte Lösungen ausreichend sein.

Sicherheit, Ergonomie und Wartung

Ein sicherer Betrieb erfordert geeignete Schutz- und Bedienelemente. Regelmäßige Inspektionen und eine klare Verantwortlichkeit steigern die Verfügbarkeit und die Prozessqualität. Die Arbeitsumgebung sollte so gestaltet sein, dass Rollentransport und Rollenwechsel ohne Quetsch- oder Stolpergefahren erfolgen. Sichtbare Kennzeichnungen für Greifbereiche, Messerführungen und Notstopp-Einrichtungen verbessern die Handhabung.

  • Sicherheit: Messer nur mit Schutzführung einsetzen, Quetschstellen meiden, Rollenwechsel mit Hebehilfen durchführen.
  • Ergonomie: Greifhöhen an Mitarbeitende anpassen, Handkräfte reduzieren, Wege zur Arbeitsfläche kurz halten.
  • Wartung: Bremsbeläge prüfen, Lager schmieren bzw. tauschen, Messer schärfen oder ersetzen, Achsaufnahmen reinigen.

Empfehlenswert sind festgelegte Wartungspläne mit Sichtprüfungen pro Schicht, Funktionsprüfungen wöchentlich und einer gründlichen Inspektion in regelmäßigen Intervallen. Dokumentierte Messerwechsel und Bremsjustagen unterstützen eine konsistente Schnittqualität.

Praxis-Tipps und häufige Fehler

  1. Rollenwechsel planen: Ersatzrollen bereitstellen, Achsadapter und Werkzeuge griffbereit halten.
  2. Bahnführung justieren: seitliche Anschläge und Führungen korrekt ausrichten, Faltenbildung vermeiden.
  3. Bremse fein einstellen: Nachlauf verhindern, aber unnötige Zugkräfte und Materialverzug vermeiden.
  4. Schnittqualität prüfen: Kantenbild regelmäßig kontrollieren, Messerführung reinigen.
  5. Dokumentation nutzen: Einstellungen für wiederkehrende Produkte protokollieren, um Rüstzeiten zu reduzieren.

Häufige Fehler sind zu hohe Anfangsspannungen nach dem Rollenwechsel, nicht gereinigte Aufnahmen mit Schlupf am Kern sowie unzureichend fixierte Führungen. Eine kurze Checkliste am Arbeitsplatz reduziert diese Ursachen spürbar.

Zusammenfassung:

  • Abrollgeräte sind instrumentelle Hilfsmittel, die den Prozess der Verpackungsabwicklung, insbesondere mit Wellpappe, effizient und mühelos gestalten.
  • Diese Geräte vereinfachen nicht nur das Abrollen, sondern gewährleisten auch eine sichere, ordnungsgemäße und gleichmäßige Verteilung von Verpackungsmaterialien, was zu einer qualitativ hochwertigen Endverpackung führt.
  • Abrollgeräte können einen signifikanten Unterschied in der Produktivität von Firmen machen, die große Mengen Wellpappe-Verpackungen benötigen, da sie Zeit und Aufwand bei der Materialverwaltung reduzieren.
  • Die passende Bauart und ein korrekt eingestelltes Bremssystem sichern reproduzierbare Zuschnitte und reduzieren Verschnitt.
  • Ergonomische Gestaltung, sichere Messerführung und regelmäßige Wartung erhöhen Qualität und Verfügbarkeit im Betrieb.
  • Bei der Auswahl sind Rollenparameter, Traglast, Schnitttechnik, Mobilität und Arbeitsplatzintegration die zentralen Kriterien.

Insgesamt tragen durchdacht ausgelegte Abrollgeräte zu stabilen, wirtschaftlichen und qualitativ zuverlässigen Verpackungsprozessen mit Wellpappe bei und unterstützen die Standardisierung wiederkehrender Arbeitsschritte.

Veröffentlicht am 08.08.2024
Letzte Überarbeitung am 30.09.2025 um 12:53 Uhr von Sebastian Würth

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