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Bezugspunkt
Im Kontext der Wellpappe-Verpackungen spielt der Begriff Bezugspunkt eine wesentliche Rolle in der Gestaltung und Qualitätssicherung der Produkte. Die Positionierung von Designelementen, die Abstimmung der Produktionsprozesse und die Kontrolle der Endproduktqualität hängen alle vom definierten Bezugspunkt ab. Er wirkt als stabiler Referenzrahmen über alle Prozessschritte hinweg – von der Konstruktion über die Druckvorstufe bis zur Weiterverarbeitung – und ermöglicht eine reproduzierbare Ausrichtung, geringe Toleranzen und konsistente Ergebnisse in Serie. Ein präzise festgelegter Bezugspunkt reduziert Ausschuss, erleichtert die Kommunikation zwischen Konstruktion, Druckerei und Konfektion und schafft die Grundlage für messbare Qualität. Darüber hinaus unterstützt er die durchgängige Rückverfolgbarkeit von Anpassungen und schafft Klarheit bei der Interpretation von Zeichnungen, Prüfberichten und Rüstvorgaben, insbesondere bei Serienfertigung, Variantenmanagement und Wiederholaufträgen.
Definition: Was versteht man unter einem Bezugspunkt?
Der Bezugspunkt ist ein fester Punkt, an dem alle anderen Punkte in einem System ausgerichtet werden. Er bietet einen konstanten Rahmen für die Gestaltung, Herstellung und Qualitätssicherung von Wellpappe-Verpackungen. In der Praxis kann dies ein bestimmter Ort auf der Verpackung oder eine bestimmte Eigenschaft der Wellpappe sein. Häufig wird der Bezugspunkt als Nullpunkt, Referenzpunkt oder Teil eines Bezugssystems (z. B. X/Y-Null in der CAD-Konstruktion) definiert und durch eine Bezugskante, Registriermarken oder definierte Anschlagflächen realisiert.
Je klarer der Bezugspunkt festgelegt ist, desto verlässlicher lassen sich Maße, Winkel, Abstände und Funktionsbereiche (Falzen, Kleben, Einstecken) reproduzieren. Er dient als Grundlage für Maßketten, Prüfmerkmale und Freigabekriterien und verknüpft die digitale Planung (CAD/CAM) mit der physischen Umsetzung auf Maschine und Material.
- Geometrischer Bezugspunkt: z. B. die linke vordere Ecke des Zuschnitts als Nullpunkt.
- Funktionaler Bezugspunkt: ein Bereich, der die spätere Öffnungs- oder Klebelasche definiert.
- Grafischer Bezugspunkt: Passermarken, an denen das Druckbild registerhaltig ausgerichtet wird.
- Prozessbezogener Bezugspunkt: die Anlagekante an Faltschachtel-Klebemaschinen oder Stanzautomaten.
- Materialbezogener Bezugspunkt: Ausrichtung entlang der Wellenlaufrichtung (Grain) zur Sicherung von Biege- und Rillverhalten.
- Mess- und Prüfbezugspunkt: definierte Messursprünge für Prüflehren, Kamerasysteme und taktile Messmittel.
Abgrenzung und Zusammenhang
Der Bezugspunkt unterscheidet sich von Toleranzen und Maßketten: Er legt die Ausgangslage fest, während Toleranzen die zulässigen Abweichungen beschreiben. Gemeinsam bilden sie die Grundlage für eine belastbare, reproduzierbare Fertigung und eine verlässliche Qualitätsprüfung. In der Auswertung werden Abweichungen stets relativ zum Bezugsnull gemessen; dadurch bleiben Trendanalysen, Fähigkeitskennwerte und Freigabegrenzen konsistent interpretierbar.
Die Rolle des Bezugspunkts in der Wellpappe-Produktion
Der Bezugspunkt ist von entscheidender Bedeutung für die Qualität und Effizienz der Wellpappe-Produktion. Er dient als Ausgangspunkt für alle nachfolgenden Verarbeitungsschritte, von der ersten Falzung bis zum finalen Druck. Durch die Verwendung eines konstanten Bezugspunkts kann die Produktionsgenauigkeit erhöht und Abweichungen minimiert werden. Zudem ermöglicht er einheitliche Rüstvorgaben, klare Maschinenanlageregeln und eine konsequente Prozesskontrolle. Gerade bei hohen Geschwindigkeiten und großen Losgrößen sorgt ein belastbares Bezugssystem für stabile Prozesse und geringere Störereignisse.
- Stanzen und Rillen: Die Stanzform wird auf einen definierten Nullpunkt ausgerichtet; Rilllinien, Nuten und Beschnitt folgen der Bezugskante.
- Druck: Registerhaltigkeit und Passer hängen von stabilen grafischen Bezugspunkten ab; Versatz wird dadurch früh erkannt.
- Falten und Kleben: Anlage- und Führungselemente orientieren sich an einer Referenzkante; dies sichert Maßhaltigkeit und Formschluss.
- Qualitätsprüfung: Messpunkte, Prüfpläne und Stichproben verweisen auf dasselbe Bezugssystem, wodurch Ergebnisse vergleichbar bleiben.
- Logistik und Konfektion: Palettiermuster, Bündelungsrichtungen und Etikettierpositionen lassen sich eindeutig definieren.
- Rüst- und Wiederholaufträge: Rückgriff auf gespeicherte Referenzen reduziert Einfahrzeit, Abfall und Einrichtmakulatur.
Einfluss auf Prozessstabilität und Ausschussquoten
Ein konsistenter Bezugspunkt verkürzt Rüstzeiten, verringert Nachjustagen und reduziert Fehlerbilder wie Schiefzug, Passerdifferenzen oder Klebelaschenversatz. Werden Bezugssysteme zwischen Abteilungen nicht synchron geführt, steigt das Risiko von Maßabweichungen und Reklamationen. Zusätzlich erhöht sich der Aufwand in der Fehlersuche, da Messergebnisse ohne gemeinsame Referenz nur eingeschränkt vergleichbar sind. Einheitliche Bezugspunkte verbessern deshalb die statistische Auswertung (z. B. Trendkurven, Fähigkeitsbeurteilungen) und erleichtern kontinuierliche Verbesserungsprozesse.
Die Wichtigkeit von Bezugspunkten im Verpackungsdesign
Im Verpackungsdesign ermöglichen Bezugspunkte eine genaue Platzierung und Ausrichtung von grafischen Elementen auf der Wellpappe. Durch die genaue Kenntnis der Position des Bezugspunkts können Designer präzise Gestaltungsentscheidungen für die Verpackung treffen, um eine maximale visuelle Wirkung zu erzielen. Gleichzeitig stellen sie sicher, dass sicherheitsrelevante Elemente (Warnhinweise, Barcodes, EAN, Piktogramme) unabhängig von Format- oder Loswechseln an der vorgesehenen Stelle erscheinen. Darüber hinaus sichern festgelegte Bezugskanten die harmonische Beziehung zwischen Stanzkontur, Rillmatrix und Druckbild, was insbesondere bei Vollflächen, feinen Linien und Barcode-Zonen relevant ist.
- Layout-Kohärenz: Satzspiegel, Beschnittzugaben und Sicherheitsabstände werden relativ zum Bezugspunkt definiert.
- Technische Umsetzbarkeit: Kritische Zonen (Rillungen, Stanzbrücken) werden frühzeitig berücksichtigt, um Druckmotive nicht zu beeinträchtigen.
- Skalierung und Variantenbildung: Bei Formatadaptionen bleiben zentrale Elemente über die gemeinsame Referenz stabil positioniert.
- Barcodes und Codes: Ruhezone, Kontrast und Ausrichtung werden über feste Referenzpunkte zuverlässig wiederholbar platziert.
- Bild-Text-Abgleich: Mehrsprachige Panels und Symbole behalten ihre geplante Relation zur Anlagekante bei.
Typische Fehlerquellen im Design
Nicht übereinstimmende Bezugssysteme zwischen CAD-Konstruktion und Druckvorstufe führen zu Motivverschiebungen, abgeschnittenen Elementen oder ungewollten Faltungen über grafische Kernelemente. Eine eindeutige, versionssichere Definition des Bezugspunktes verhindert diese Abweichungen. Zusätzliche Risiken entstehen durch uneinheitliche Benennung (z. B. linke/rechte Anlagekante verwechselt), fehlende Legenden in Layouts oder das Ignorieren der Wellenlaufrichtung bei kritischen Falzbereichen.
Vor- und Nachteile des Bezugspunkts
Ein klar definierter Bezugspunkt bringt viele Vorteile mit sich. Er verbessert die Effizienz der Produktion und erhöht die Qualität des Endprodukts. Trotzdem kann die Wahl des falschen Bezugspunkts zu Inkonsistenzen zwischen den Produktionsaufträgen führen und den Produktionsprozess verlangsamen. Daher ist es wichtig, den Bezugspunkt sorgfältig zu wählen und stets entsprechend zu überwachen. Ein flexibler, aber eindeutig dokumentierter Umgang mit Varianten und Sonderformaten hilft, die Vorteile zu sichern und Umrüstaufwände im Griff zu behalten.
- Vorteile: reproduzierbare Maßhaltigkeit, saubere Passergebnisse, transparente Prüfprozesse, erleichterte Kommunikation über Abteilungen hinweg.
- Potenzielle Nachteile: starre Bezugssysteme können bei Produktvarianten aufwendige Umrüstungen verursachen; ein ungünstig gelegener Nullpunkt erhöht Korrekturaufwand und Fehleranfälligkeit.
- Weitere Aspekte: ohne klare Referenzen steigt die Zahl der internen Rückfragen; mit konsistenten Punkten lassen sich Freigaben schneller treffen und Dokumente schlanker halten.
Arten und Festlegung von Bezugspunkten
In der Praxis bewähren sich definierte Anlagekanten (z. B. Vorderkante links), eindeutige Passmarken im Druck und funktionale Referenzen an Klebelaschen. Die Festlegung erfolgt idealerweise in der Konstruktionszeichnung, wird in der Druckvorstufe übernommen und in Maschinenrüstplänen dokumentiert. Ergänzend sollten Prüfanweisungen, Stanzformdaten und Klebeschemata dieselbe Nomenklatur verwenden, um Missverständnisse zu vermeiden.
- CAD/CAE: Nullpunkt im Zuschnitt festlegen, Maßkette und Toleranzen relativ dazu definieren.
- Druckvorstufe: Passkreuze, Farbkontrollstreifen und Schnittmarken auf das Bezugssystem beziehen.
- Weiterverarbeitung: Maschinen-Anlagekanten, Anschläge und Sensorik am definierten Referenzpunkt ausrichten.
- Qualität: Messpunkte, Prüflehren und Prüfberichte auf denselben Bezug verankern.
- Datenmanagement: Versionierung, Layer-Strukturen und Dateinamen mit Hinweis auf das Bezugssystem kennzeichnen.
- Freigabeprozess: Erstteilfreigabe und Musterabnahme eindeutig am festgelegten Bezugspunkt prüfen und dokumentieren.
Mess- und Prüfkriterien
Für eine belastbare Qualitätssicherung werden Messpläne erstellt, die Soll-/Ist-Werte und Toleranzfelder gegen denselben Bezugspunkt prüfen. Dazu zählen Falzlage, Rilltiefe, Stanzgrat, Druckregister und Funktionsmaße (z. B. Einstecklaschen). Ergänzend hilfreich sind kameragestützte In-Prozess-Kontrollen, die Registerhaltigkeit und Kantenlage in Echtzeit überwachen. Weiterführende Grundlagen bieten detaillierte Erläuterungen zu präzisen Abmessungen und Toleranzen, die für die Auswertung und Dokumentation von Prüfmerkmalen herangezogen werden können. Ebenso sinnvoll sind Prüfmittelfähigkeitsanalysen und Stichprobenpläne, die sich an den festgelegten Referenzen orientieren, um Vergleichbarkeit zwischen Schichten, Maschinen und Losen herzustellen.
Häufige Fehlerbilder und deren Ursachen
- Registerversatz im Druck: uneinheitliche grafische Bezugspunkte oder unzureichende Bahnspannung.
- Schiefzug beim Stanzen: falsche Anlagekante, Materialverzug oder verschlissene Führungselemente.
- Klebelaschenversatz: inkonsistente Referenz zwischen Zuschnitt und Klebestation.
- Maßabweichungen in Serie: wechselnde Bezugssysteme zwischen Aufträgen, unklare Rüstvorgaben.
- Verzug nach Klimaschwankungen: fehlende Berücksichtigung der Wellenlaufrichtung und Materialfeuchte im Bezugssystem.
- Abgeschnittene Grafikelemente: unklare Beschnittdefinition relativ zur Referenzkante.
Best Practices für die Arbeit mit Bezugspunkten
- Einheitliche Definition: Bezugssystem früh festlegen und in allen technischen Unterlagen identisch führen.
- Dokumentation: Zeichnungen, Vorlagen und Rüstprogramme mit eindeutigen Markierungen und Legenden versehen.
- Prozesskontrolle: Erstmusterprüfung und statistische Prozesskontrolle auf denselben Referenzen aufbauen.
- Versionierung: Änderungen am Bezugspunkt klar versionieren und in Freigaben sichtbar kennzeichnen.
- Schulung: Beteiligte Teams in Konstruktion, Druck und Konfektion regelmäßig zu Bezugssystemen unterweisen.
- Praxistests: Musterläufe mit dokumentierten Messpunkten durchführen, um die Eignung des Bezugs in Serie zu bestätigen.
- Visuelle Hilfen: Referenzpfeile, Farbcodes und Legenden konsequent auf Zeichnungen und Andruckbögen nutzen.
Zusammenfassung:
- Im Kontext von Verpackungen aus Wellpappe kann ein Bezugspunkt ein spezifischer Faktor oder Merkmal sein, an dem sich Unternehmen orientieren, um ihre Produktanforderungen zu erfüllen und verschiedene Verpackungsoptionen zu vergleichen.
- Ein Bezugspunkt kann auch als Ausgangspunkt für das Design und die Struktur der Verpackung dienen. Er hilft dabei, die Qualität und den Nutzen der Wellpappe-Verpackung zu maximieren und sie optimal an das jeweilige Produkt anzupassen.
- Darüber hinaus kann ein Bezugspunkt als Referenz für Messungen und Berechnungen betrachtet werden. Er unterstützt bei der genauen Planung und sorgt für eine effiziente Produktion von Verpackungsmaterialien aus Wellpappe.
- Konsequente, abteilungsübergreifende Nutzung desselben Bezugssystems reduziert Fehler, steigert Prozessstabilität und erleichtert die Qualitätsprüfung.
- Eine ungeeignete Wahl oder uneinheitliche Anwendung des Bezugspunktes führt zu Versatz, Maßabweichungen und erhöhtem Rüstaufwand; klare Definition und Dokumentation beugen vor.
Veröffentlicht am 14.05.2025
Letzte Überarbeitung am 02.01.2026 um 13:27 Uhr von Julia Kopp