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Dampfsperren

Bei der Herstellung von Verpackungen aus Wellpappe spielt der Einsatz von Dampfsperren eine entscheidende Rolle. Diese speziellen Barrieren schützen die verpackten Waren vor Feuchtigkeit und verlängern so deren Haltbarkeit. Sie senken den Wasserdampfdurchgang (Water Vapor Transmission Rate, WVTR), stabilisieren die Kanten- und Stapelfestigkeit auch bei erhöhter Luftfeuchte und sichern die Funktionsfähigkeit während Lagerung, Umschlag und Transport. Ohne geeignete Barriere kann die Papierfaser Feuchtigkeit aufnehmen, was zu Quellung, verminderter Druckfestigkeit und zu einem deutlichen Leistungsabfall der Verpackung führt. Zudem beeinflusst Feuchte die Gleichgewichtsfeuchte der Papiere (Equilibrium Moisture Content), was zu Maßänderungen, erhöhter Verformungsneigung und zu einer schnelleren Abnahme der mechanischen Kennwerte unter realen Klimabedingungen führt.

Besonders kritisch sind wechselnde Klimabedingungen, etwa beim Seetransport, in unbeheizten Lagern oder bei saisonalen Temperaturschwankungen. Hier reduzieren Dampfsperren das Risiko von Kondensation im Karton, schützen den Inhalt vor Feuchteschäden (z. B. Verklumpen hygroskopischer Schüttgüter) und helfen, die vorgesehenen Leistungskennwerte über den gesamten Logistikprozess zu halten. In Praxisfällen mit Taupunkt-Unterschreitungen (z. B. beim Öffnen kalter Container in warmer Umgebung) fungiert die Dampfsperre als wirksame Diffusionsbarriere, verzögert oder verhindert Feuchteeintrag und stabilisiert damit die Verpackungsleistung über mehrere Klimazyklen hinweg.

Definition: Was versteht man unter Dampfsperren?

Die Dampfsperre ist eine Barriere, die entworfen wurde, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Sie wird häufig eingesetzt, um Materialien und Waren zu schützen, indem sie eine weitgehend undurchdringliche Schicht zwischen der Ware und potenziellen Feuchtigkeitsquellen bildet. Im Kontext von Wellpappe-Verpackungen sind solche Sperren besonders wichtig, um die Stabilität und Haltbarkeit der Verpackung zu gewährleisten. Technisch handelt es sich um eine Schicht mit hohem Diffusionswiderstand gegenüber Wasserdampf, die den Feuchtetransport stark reduziert oder nahezu unterbindet. Wesentliche Kennwerte sind die Wasserdampfdurchlässigkeit (WVTR in g/m²·24 h, häufig spezifiziert bei 23 °C/85 % r. F. oder 38 °C/90 % r. F.) sowie der diffusionsäquivalente Luftschichtdickenwert (sd-Wert), der aus der Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl µ und der Schichtdicke abgeleitet wird (sd = µ·d).

In der Praxis werden zwei Begriffe genutzt: „Dampfsperre“ (sehr hoher Diffusionswiderstand) und „Dampfbremse“ (reduzierter, aber nicht vollständiger Widerstand). In der Verpackungstechnik ist die Beurteilung über Messwerte wie WVTR (g/m²·24 h) üblich; ergänzend kann der Diffusionsäquivalente Luftschichtdickenwert (sd-Wert) herangezogen werden. Je niedriger der WVTR, desto besser ist die feuchtehemmende Wirkung. Relevante Prüfmethoden sind z. B. DIN 53122 oder ASTM E96/F1249; zusätzlich wird in der Industrie die ISO-15106-Reihe für die Bestimmung der Wasserdampfdurchlässigkeit eingesetzt.

  • Funktion: Minimierung des Wasserdampfdurchgangs vom Außen- zum Innenraum oder umgekehrt; Stabilisierung der Gleichgewichtsfeuchte im Packgutraum.
  • Ziel: Schutz von Packgut und Erhalt der mechanischen Eigenschaften der Wellpappe über die geplante Nutzungsdauer, auch bei wechselnden Klimaprofilen.
  • Ausführung: als Beschichtung, Kaschierung, Imprägnierung oder separate Inliner-/Beutel-Lösung; ergänzt um geeignete Verschluss- und Fugenabdichtungen.

Bedeutung von Dampfsperren in der Wellpappenindustrie

In der Wellpappenindustrie sind Dampfsperren unverzichtbar, da sie dafür sorgen, dass die Feuchtigkeit nicht in die Wellpappe hinein- oder aus ihr herausdringt. Die Feuchtigkeit kann die Struktur und Festigkeit der Wellpappe beeinträchtigen und damit auch die Schutzwirkung der Verpackung. Durch den Einsatz von Dampfsperren kann dieses Risiko minimiert werden. Das ist vor allem relevant bei hoher relativer Luftfeuchte, Taupunktunterschreitungen (Kondensationsgefahr) und langen Transportwegen durch unterschiedliche Klimazonen. Ergänzend werden klimabezogene Konditionier- und Prüfregime (z. B. 23 °C/50 % r. F. gemäß gängigen Normen) genutzt, um die Leistungsfähigkeit unter realitätsnahen Bedingungen zu beurteilen.

Feuchtebedingte Effekte sind unter anderem: verminderte Kantenstauchfestigkeit (ECT nach DIN EN ISO 3037), geringere Stapeldruckfestigkeit (BCT, z. B. nach DIN EN ISO 12048), Durchbiegungen, Weichwerden der Deckschichten, beeinträchtigte Klebestellen sowie potenzielles mikrobiologisches Wachstum bei organischem Packgut. Dampfsperren tragen dazu bei, diese Effekte zu begrenzen und die Performance von Versand- und Lagerverpackungen planbar zu halten. In Kombination mit geeigneter Konditionierung, Klimaprüfungen (z. B. ISO 2233) und transportrelevanten Prüfplänen (z. B. mit Feuchte-Klimazyklen) wird die Gebrauchstauglichkeit abgesichert.

  • Typische Einsatzfelder: hygroskopische Pulver und Granulate, empfindliche Lebensmittel, pharmazeutische Güter, Elektronikkomponenten, metallische Bauteile (in Kombination mit Trockenmitteln oder Korrosionsschutzkonzepten).
  • Logistikumgebung: Containertransporte, Kühlketten, Außenlager, Regionen mit hoher Luftfeuchtigkeit sowie saisonale Umschlagsituationen mit stark schwankenden Temperaturen.

Arten von Dampfsperren in der Wellpapp-Produktion

Es gibt verschiedene Arten von Dampfsperren, die in der Fertigung von Wellpappe eingesetzt werden können. Dazu gehören Polyethylenfolien, Bitumenbahnen, Folien aus Aluminium und spezielle Hochleistungsfolien. Die Auswahl der geeigneten Dampfsperre hängt von den spezifischen Anforderungen und dem Verwendungszweck der Wellpappen-Produkte ab. Ergänzend kommen wachs- oder paraffinbasierte Imprägnierungen sowie wasserbasierte Dispersionsbarrieren zum Einsatz, die je nach Rezeptur eine definierte Barrierewirkung erreichen. Biobasierte Lösungen und neuartige Polymerdispersionen werden fortlaufend weiterentwickelt, um Barrierewirkung und Recyclingfähigkeit besser zu kombinieren.

  • PE-/PP-Extrusionsbeschichtungen: robuste, prozessstabile Barriere auf der Außenseite oder Innenseite der Decke; WVTR je nach Schichtdicke und Polymertyp; bedruck- und klebetechnische Vorbehandlung (z. B. Corona/Plasma) häufig erforderlich.
  • Aluminium-Kaschierungen oder metallisierte Folien: sehr niedrige WVTR, geeignet für hohe Schutzanforderungen; oft als Verbund mit Papier oder Kunststofffolie; Pinholes müssen qualifiziert überwacht werden.
  • EVOH-/PA-Verbundfolien: leistungsfähige Barrieren, häufig als Inliner/Beutel in Kombination mit Wellpappverpackungen; Empfindlichkeit gegenüber Feuchte bei EVOH beachten (Leistung abhängig von relativer Luftfeuchte).
  • Wachs-/Paraffin-Imprägnierungen: verbessern die Feuchtebeständigkeit der Papierbahn; geeignet für temporäre Feuchteexposition, Einfluss auf Recyclingeigenschaften berücksichtigen.
  • Dispersionsbarrieren (wasserbasiert): Repulping-freundliche Alternativen, die recyclingseitig Vorteile bieten können; Barriereleistung abhängig von Schichtaufbau und Trocknung.

Die richtige Auslegung berücksichtigt unter anderem das Feuchteprofil entlang der Lieferkette, die Kontaktseite der Barriere (außen/innen), die Verarbeitungsschritte (Rillen, Stanzen, Falten) sowie die exakten Abmessungen von Karton und Inhalt, damit die Barriere bei Kantenbeanspruchung nicht reißt und Fugen dicht ausgeführt werden können. Zusätzlich sind Toleranzen der Wellpappenqualitäten (Wellenart, Grammaturen, Klebstoffauftrag) und die geplanten Verschlussarten (Klebebänder, Heftklammern, Hotmelt) in die Auslegung einzubeziehen.

Position im Lagenaufbau und Verarbeitung

Eine Dampfsperre kann als Außen- oder Innenlage, zwischen Liner und Welle oder als separater Inliner (Beutel) integriert werden. Die Position richtet sich nach dem Feuchtegradienten: Kommt Feuchte überwiegend von außen, ist eine äußere Barriere günstig; bei feuchteabgebendem Packgut kann eine innenseitige Barriere zielführend sein. Bei der Weiterverarbeitung sind Mikrorisse durch Rillung, Falzung und Stanzung zu vermeiden; zu enge Rillmaße oder zu hoher Druck können die Schicht schädigen. Für Inliner empfiehlt sich eine dichte Ausführung mit verschweißten Nähten, sorgfältig dimensionierten Überlappungen und abgestimmten Verschlussmitteln, damit der Diffusionspfad an Fugen nicht zum Leckpfad wird.

Bemessung und Kennwerte

  • WVTR/Permeation: Auswahl einer Barriere mit Ziel-WVTR passend zur geplanten Lager- und Transportdauer sowie zum zulässigen Feuchtehaushalt im Karton; Spezifikation inklusive Prüftemperatur und relativer Feuchte.
  • Konditionierung: Material und Muster sollten vor Prüfungen klimatypisch (z. B. 23 °C/50 % r. F.) konditioniert werden; Klimazyklen zur Bewertung unter wechselnden Bedingungen definieren.
  • Kompatibilität: Klebstoffe und Bedruckungen müssen mit der Barriere korrelieren (z. B. Oberflächenenergie, Haftung, eventuelle Vorbehandlung wie Corona); Migrations- und Konformitätsanforderungen bei Lebensmittelkontakt berücksichtigen.

Qualitätssicherung, Prüfmethoden und Normen

Zur Absicherung der Barrierefunktion werden neben WVTR-Messungen regelmäßige Sichtprüfungen auf Beschädigungen (Risse, Pinholes), Haftungsprüfungen (Peel/Shear), sowie Klima- und Kondensationszyklen eingesetzt. Für Aluminiumverbunde sind Pinhol-Prüfungen und elektrische Durchschlagtests etabliert; für Folienverbunde bieten sich instrumentierte WVTR-Analysen (z. B. ASTM F1249, ISO 15106) an. Mechanische Prüfungen nach ECT/BCT-Standards unter definierten Klimata zeigen den Einfluss der Dampfsperre auf die strukturelle Leistungsfähigkeit.

Konstruktive Details: Fugen, Nähte und Verschlüsse

Die größte Schwachstelle einer Dampfsperre sind meist Fugen, Stöße und Durchdringungen (z. B. Heftklammern, Etiketten). Dicht ausgeführte Überlappungen, kompatible Klebebänder mit niedriger WVTR, verschweißte Beutelabschlüsse und eine Verpackungskonstruktion mit reduziertem Kantenstress erhöhen die Barrierewirkung. Beim Design sind ausreichend große Rillweiten, optimierte Falzradien und schonende Stanzparameter zu definieren, um Mikrorisse zu vermeiden.

Vor- und Nachteile von Dampfsperren

Der größte Vorteil von Dampfsperren liegt in ihrem beachtlichen Schutz gegen Feuchtigkeitseintritt und den damit verbundenen Schäden. Sie erhöhen die Lebensdauer von Produkten, die in Wellpappe verpackt sind, indem sie das Produkt vor Durchfeuchtung und Schimmelbildung schützen. Auf der anderen Seite können die Kosten für die Dampfsperre und ihr Einbau die Gesamtkosten für das Verpackungsprodukt erhöhen. Zudem wird eine sachgerechte Installation benötigt, um eine effektive Funktion zu gewährleisten, was die Produktionszeit verlängern kann. Bei einer unsachgemäßen Anwendung können Dampfsperren auch zu Kondensationsproblemen führen, die die Produktqualität negativ beeinflussen können. Wirtschaftlich sinnvoll ist eine Betrachtung des Klimarisikos über die gesamte Lieferkette, inklusive Transportdauer, Umschlagsituationen und Lagerbedingungen, um Barriereleistung und Aufwand ins Verhältnis zu setzen.

  • Vorteile: konstantere mechanische Kennwerte unter Feuchte, Schutz hygroskopischer Güter, geringeres Risiko für Kondensat im Innenraum, planbarere Logistikqualität.
  • Herausforderungen: zusätzlicher Material- und Prozessaufwand, potenzielle Einschränkungen beim Papierrecycling bei Verbundlösungen, Gefahr von Mikrorissen an Kanten/Falzen, sorgfältige Dichtausführung an Fugen und Stößen erforderlich.
  • Ökologische Aspekte: Dispersionsbarrieren können repulpingfreundlicher sein als Wachse oder Aluminiumverbunde; Inliner-Lösungen lassen sich teils separat entnehmen und entsorgen.
  • Systemdenken: Dampfsperren wirken am besten im Verbund mit konstruktiven Maßnahmen (dichte Verschlüsse, trockenes Packgut, geeignete Lagerbedingungen, optional Trockenmittel).

Praxisbeispiele und Best Practices

Bei Containertransporten über mehrere Wochen mit tropischen Klimaprofilen (z. B. 30–35 °C und zeitweise über 85 % r. F.) bewährt sich eine außenliegende Barriere in Kombination mit dicht schließenden Verschlüssen und einem separaten PE-Inliner. Hygroskopische Schüttgüter (z. B. Salz- oder Zuckergranulate) bleiben so rieselfähig, und die Kartonage behält ihre Stapeleisenschaften. Für Elektronikkomponenten empfiehlt sich eine innenseitige Barriere mit geringer WVTR, ergänzt um Trockenmittelbeutel und Feuchteindikatoren, um den Innenraumzustand monitoren zu können.

In Kühlkettenanwendungen ist mit häufigen Taupunktwechseln zu rechnen. Hier sind strapazierfähige Beschichtungen und kaschierte Liner sinnvoll, die auch bei niedrigen Temperaturen flexibel bleiben. Bei metallischen Bauteilen wird die Dampfsperre häufig mit Korrosionsschutzkonzepten (z. B. VCI-Inliner) kombiniert, um Rostbildung durch Feuchte und Kondensat zu vermeiden.

Nachhaltigkeit, Recycling und Konformität

Für eine hohe Recyclingfähigkeit empfiehlt sich entweder der Einsatz repulpingfreundlicher Dispersionsbarrieren oder die Nutzung separater Inliner, die sich vom Papier trennen lassen. Verbundlösungen mit Aluminium oder hohen Kunststoffanteilen sollten klar gekennzeichnet und, wenn möglich, so ausgelegt werden, dass sie im Entsorgungsprozess separierbar sind. Die ökologische Bewertung umfasst Materialeinsatz, Trennbarkeit und die tatsächliche Erfassungsquote im Zielmarkt.

Bei Anwendungen mit Lebensmittelkontakt sind die einschlägigen rechtlichen Vorgaben einzuhalten (z. B. BfR-Empfehlungen für Papier und Karton, EU-Verordnung 10/2011 für Kunststoffe). Druckfarben, Klebstoffe und Primer müssen migrationsarm ausgelegt und kompatibel zur jeweiligen Barriereoberfläche sein. Eine sauber dokumentierte Konformitätskette und definierte Prüfpläne unterstützen die sichere Anwendung im Markt.

Zusammenfassung:

  • Dampfsperren sind Materialien, die verhindern, dass Feuchtigkeit in Strukturen eindringt. Sie spielen eine wichtige Rolle beim Schutz von Verpackungen, insbesondere solchen aus Wellpappe, gegen Feuchtigkeitsschäden.
  • Der Einsatz von Dampfsperren kann die Lebensdauer von Wellpappenverpackungen erheblich verlängern, indem sie verhindern, dass Feuchtigkeit die Struktur des Materials schwächt und den Inhalt der Verpackung schädigt.
  • Industrieunternehmen, die Wert auf Langlebigkeit und Qualität ihrer Produkte legen, sollten bei der Auswahl von Verpackungsmaterialien den Einsatz von Dampfsperren in Betracht ziehen.
  • Praxisempfehlung: Auswahl anhand WVTR-Zielwert, Klimaprofil der Lieferkette, Position im Lagenaufbau und verarbeitungstechnischen Randbedingungen treffen.
  • Nachhaltigkeit: Barriereart und Demontagefähigkeit beeinflussen die Recyclingfähigkeit; Dispersionslösungen oder separierbare Inliner können Vorteile bieten.
  • Risiken minimieren: Kondensation vermeiden, Kantenlasten berücksichtigen und Fugen dicht ausführen, um die Barrierewirkung im Gebrauch sicherzustellen.

Veröffentlicht am 18.08.2024
Letzte Überarbeitung am 12.09.2025 um 17:46 Uhr von Manuel Hofacker

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