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Faserkarton

Wenn es um Verpackungslösungen geht, ist Faserkarton ein bewährtes und vielseitiges Material. Gefertigt aus Holzfasern, findet es vor allem im Bereich der Wellpappe-Verpackungen vielfältige Anwendung. Von Wellstar-Packaging eingesetzte Faserkarton-Qualitäten kommen in zahlreichen Anwendungsfällen zum Einsatz und werden je nach Anforderung ausgewählt. Aufgrund seiner Kombination aus Materialeffizienz und Leistungsfähigkeit unterstützt Faserkarton ressourcenschonende, funktionsgerechte und praxisnahe Verpackungskonzepte.

Faserkarton verbindet eine hohe Formstabilität mit einem geringen Flächengewicht, lässt sich präzise verarbeiten und sehr gut bedrucken. Je nach Aufbau und Oberfläche eignet er sich für technische, logistische und produktnahe Einsatzzwecke. In der Verpackungspraxis überzeugt er durch definierte Materialkennwerte, zuverlässige Weiterverarbeitungseigenschaften und ein breites Spektrum an Oberflächenqualitäten für funktionale oder optische Anforderungen.

Definition: Was versteht man unter Faserkarton?

Dahinter verbirgt sich ein Material, das vorwiegend aus Holzfasern hergestellt wird. Der Herstellprozess kombiniert mechanische und chemische Schritte. Dabei wird Holz in Faserbestandteile zerlegt, aufbereitet und zu einem homogenen Faserstoff verarbeitet, um robuste und dauerhafte Produkte zu erzeugen, die eine geeignete Wahl für Verpackungslösungen darstellen.

Faserkarton ist – im Gegensatz zu dünnerem Papier – ein mehr- oder einlagig aufgebautes Faserprodukt mit höherer Grammatur (typisch ca. 200–600 g/m²) und entsprechender Dicke. Gängige Qualitäten sind etwa Frischfaser-Kartons (z. B. FBB/SBB) sowie Recyclingkartons (z. B. WLC/GD/GC). Häufig verfügt Faserkarton über gestrichene Oberflächen für eine verbesserte Bedruckbarkeit oder über funktionale Barrieren (z. B. gegen Fett oder Feuchtigkeit), wenn der Einsatz dies erfordert. Je nach Rezeptur werden Festigkeit, Steifigkeit, Opazität und Weißgrad gezielt eingestellt.

Abgrenzung zu Papier und Pappe

Während Papier überwiegend für geringe Grammaturen und flexible Anwendungen genutzt wird, deckt Faserkarton den Bereich stabilerer, formfester Zuschnitte für Schachteln, Zwischenlagen oder Schuber ab. Gegenüber mehrschichtiger Wellpappe ist Faserkarton flächig kompakt und eignet sich besonders für kleinere bis mittlere Packgüter, Faltschachteln und Einsätze. Er schließt damit die Lücke zwischen leichtem Papier und voluminöser Wellpappe, wenn eine definierte Oberfläche, präzise Stanzbarkeit und gute Bedruckbarkeit gefordert sind.

Herstellungsprozess des Faserkartons

Die Fertigung von Faserkarton beginnt mit dem Aufbereiten von Holz in Form von Hackschnitzeln. Diese werden anschließend mit Wasser und geeigneten Hilfsstoffen vermischt, wodurch eine Faserstoffsuspension (Pulpe) entsteht. Das Gemisch wird auf Sieben verteilt, entwässert, verdichtet und zu kontinuierlichen Bahnen geformt. Nach Trocknung und eventueller Weiterbearbeitung entstehen die vielseitig einsetzbaren Faserkartonbögen.

Je nach Sorte erfolgt der Aufbau ein- oder mehrlagig. Die einzelnen Lagen können aus Frischfasern, Recyclingfasern oder Mischungen bestehen. Nach der Blattbildung werden die Bahnen entwässert, gepresst und getrocknet. Anschließende Prozessschritte umfassen häufig:

  • Streichung für glatte, bedruckbare Oberflächen und definierte Weißgrade
  • Kalanderung zur Einstellung von Dicke, Glätte und Glanz
  • Leimung/Imprägnierung zur Verbesserung der Kantenfestigkeit und Feuchtebeständigkeit
  • Zuschnitt in Bogen- oder Rollenform für die Weiterverarbeitung

Rohstoffbasis und Recycling

Faserkarton kann aus zertifizierten Frischfasern, aus Altpapierfasern oder aus Kombinationen hergestellt werden. Der Recyclinganteil variiert je nach Qualitätsanforderung; insbesondere bei direkten Lebensmittelkontakten gelten zusätzliche Regularien und Barriereanforderungen. Die Kreislauffähigkeit ist ein zentrales Merkmal: Faserkarton lässt sich in den etablierten Altpapierkreisläufen mehrfach verwerten. Auch Aspekte wie Deinking-Fähigkeit, geringe Geruchsentwicklung und die Eignung für migrationsarme Anwendungen spielen bei der Auswahl eine Rolle.

Eigenschaften und Anwendungsbereiche des Faserkarton

Das Materialprofil des Faserkartons macht ihn in vielen Branchen zur geeigneten Wahl. Im Vergleich zu anderen Verpackungsmaterialien bietet er eine ausgewogene Stabilität bei gleichzeitig geringem Gewicht. Seine Anwendungsbereiche reichen von der Lebensmittelindustrie über den E-Commerce bis hin zu Elektronik. Darüber hinaus ist er sehr gut bedruckbar und ermöglicht eine klare, reproduzierbare Darstellung von Informationen, Kennzeichnungen und Markenbestandteilen.

Materialkennwerte und Oberflächen

Typische Kennwerte, die bei der Auswahl relevant sind, umfassen Grammatur, Dicke, Biegesteifigkeit, Berstfestigkeit, Kanten- und Flachstauchwiderstand, Reißfestigkeit, COBB-Wert (Wasseraufnahme) sowie Oberflächenenergie für die Bedruckung. Mit geeigneten Beschichtungen lassen sich Barrierefunktionen (z. B. gegen Fett, Wasserdampf) realisieren. Für den Kontakt mit sensiblen Gütern werden migrationsarme Qualitäten eingesetzt. Zusätzlich sind Opazität, Weißgrad, Rauheit und Faserlaufrichtung entscheidend, um ein sauberes Rillbild, geringe Faserbrüche und stabile Falzkanten zu erreichen.

Typische Anwendungen

  • Lebensmittel: Faltschachteln, Trays, Banderolen mit geeigneten Barrieren
  • E-Commerce/Versand: Produktverpackungen, Inlays, Schuber, Versandhüllen
  • Elektronik und Technik: Einsätze, Schutzzwischenlagen, Sortiereinsätze
  • Kosmetik/Pharma: hochwertig bedruckte Faltschachteln mit definierter Oberflächenqualität
  • Point of Sale: Displays, Blisterkartons, Karten
  • Getränke und Feinkost: Sekundärverpackungen, Trägerkartons, Sichtfensterkarton mit geeigneter Barriere
  • Non-Food: Kartonsteckteile, Etikettenkarten, Anhänger, Geschenkverpackungen

Verarbeitung und Konstruktion

Faserkarton lässt sich stanzen, rillen, ritzen und mit Perforation versehen. Für präzise Zuschnitte und passgenaue Konstruktionen sind Maße, Toleranzen und die Faserrichtung zu berücksichtigen. Nützliches Hintergrundwissen bietet: Praxiswissen zu Abmessungen und zulässigen Toleranzen. Ebenso wichtig sind Rillkanalbreite, Stanzqualität, Falzgeometrien, Klebelaschen und geeignete Klebstoffsysteme (Dispersion, Hotmelt). Eine auf die Grammatur abgestimmte Rilllinie und ein passendes Werkzeugsplitting minimieren Faserbrüche und sorgen für saubere, belastbare Kanten.

Normen und Prüfmethoden

Zur Spezifikation und Qualitätsprüfung von Faserkarton werden anerkannte Normen und Verfahren eingesetzt. Diese unterstützen die vergleichbare Bewertung von Materialparametern und die Dokumentation in Spezifikationen.

  • Grammatur: DIN EN ISO 536
  • Dicke/Kaliper: ISO 534
  • Biegesteifigkeit: ISO 2493 (z. B. Taber/Bekk-Methoden)
  • Berstfestigkeit: ISO 2758
  • Reißfestigkeit: ISO 1974
  • Wasseraufnahme (COBB): ISO 535
  • Oberflächenrauheit/Glätte: ISO 8791

Lagerung, Klima und Handling

Die Materialeigenschaften von Faserkarton sind feuchte- und klimabhängig. Eine fachgerechte Lagerung und Handhabung stabilisieren die Weiterverarbeitbarkeit und die Maßhaltigkeit.

  • Klimatisierung: Lagerung bei moderater Temperatur und relativer Luftfeuchte, um Wellenwurf und Dimensionsänderungen zu vermeiden
  • Akklimatisierung: Vor Verarbeitung an Produktionsklima anpassen, um Registerhaltigkeit und Falzqualität zu sichern
  • Stapeln und Transport: Planlage sichern, Kanten schützen, Druckstellen und Kantenquetschungen vermeiden
  • Schutz vor Feuchte: Bei längerer Lagerung vor erhöhter Luftfeuchte und Kondenswasser schützen

Druck- und Veredelungsverfahren

Für Faserkarton kommen je nach Auflage und Motiv unterschiedliche Druckverfahren zum Einsatz. Die Wahl beeinflusst Farbhaftung, Kantenzeichnung und Weiterverarbeitung.

  • Offsetdruck: hohe Detailtreue, gängige Wahl für Faltschachteln
  • Digitaldruck: flexibel für kleine bis mittlere Auflagen, Personalisierung möglich
  • Flexodruck: wirtschaftlich bei längeren Auflagen und für schlichte Motive
  • Veredelung: Dispersions- und UV-Lacke, Matt-/Glanz-Effekte, Prägungen; Heiß- und Kaltfolienprägung abhängig von Anwendung
  • Klebetechnik: Dispersions- oder Hotmelt-Klebung, je nach Kartonoberfläche und Barriereausrüstung

Vor- und Nachteile von Faserkarton

Die Vorteile des Faserkartons liegen in seiner Vielseitigkeit und den werkstofftypischen Eigenschaften. Er ist kreislauffähig, aus nachwachsenden Rohstoffen herstellbar und kann mehrfach wiederverwertet werden. Darüber hinaus ist er robust und stabil, was ihn zu einer zuverlässigen Lösung für den Versand und Transport von Waren macht. In der Praxis überzeugt er durch reproduzierbare Qualität, gute Bedruckbarkeit und eine breite Auswahl an Oberflächen und Barrieren.

  • Leichte Bearbeitbarkeit
  • Nachhaltigkeit
  • Hohe Stabilität
  • Gute Bedruckbarkeit für klare Marken- und Produktinformationen
  • Breites Qualitätsspektrum von Recycling- bis Frischfaserqualitäten
  • Optionale Barrieren für spezifische Anforderungen (z. B. Fett, Feuchte)

Als Nachteil ist der höhere Preis im Vergleich zu herkömmlichem Wellpappenmaterial zu nennen. Zudem kann Faserkarton bei langer Lagerung in feuchter Umgebung seine Stabilität einbüßen. In ungünstigen Klimabedingungen steigt das Risiko von Wellenwurf, Dimensionsänderungen und reduzierter Kantenstabilität.

Weitere Grenzen ergeben sich aus der flächigen, kompakten Struktur: Für sehr hohe Stapelbelastungen oder großvolumige Packgüter ist mehrlagige Wellpappe oft geeigneter. Ohne spezielle Ausrüstung (z. B. Leimung, Dispersionsbarriereschichten) reagiert Faserkarton empfindlich auf hohe Umgebungsfeuchten. Zusätzlich sind bei engen Rillradien, scharfen Kanten und komplexen Geometrien potenzielle Faserbrüche zu berücksichtigen. Die Auswahl der Qualität sollte daher stets an Produktgewicht, gewünschte Kantenstabilität, klimatische Bedingungen und den vorgesehenen Transportweg angepasst werden; eine belastbare Spezifikation mit Toleranzen, Prüfwerten und Verarbeitungshinweisen ist dafür hilfreich.

Zusammenfassung:

  • Faserkarton ist ein vielseitiges Material, das aus recycelten Fasern oder Frischfasern hergestellt wird und in der Verpackungsindustrie für seine Stabilität und Kreislauffähigkeit geschätzt wird.
  • Aufgrund seiner Robustheit und – je nach Ausrüstung – verbesserten Feuchteresistenz eignet sich Faserkarton als Werkstoff für Schachteln, Einsätze und weitere Komponenten in Kombination mit Wellpappe.
  • Mit Faserkarton gefertigte Verpackungen bieten einen zuverlässigen Schutz für Produkte, was ihn zum verbreiteten Material für Unternehmen macht, die hochwertige und ressourceneffiziente Verpackungslösungen suchen.
  • Die gezielte Auswahl nach Grammatur, Dicke, Biegesteifigkeit, Barrieren und Oberflächenqualität stellt sicher, dass Funktion, Bedruckbarkeit und Wirtschaftlichkeit im vorgesehenen Einsatzgebiet erreicht werden.
  • Eine fachgerechte Lagerung, Akklimatisierung und auf das Material abgestimmte Verarbeitung minimieren Qualitätsrisiken und unterstützen reproduzierbare Ergebnisse in der Praxis.

Veröffentlicht am 01.07.2024
Letzte Überarbeitung am 22.09.2025 um 15:14 Uhr von Julia Kopp

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