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Gebrauchtmaterialverpackung

Wellpappe hat viele Gesichter und ist weit mehr als nur ein einfach zu handhabendes Verpackungsmaterial. Sie ist ein wahres Multitalent, wenn es um die Verpackung, den Schutz und den Transport von Gütern geht. Ein interessanter Aspekt ist ihre Rolle als Gebrauchtmaterialverpackung. Im industriellen und gewerblichen Alltag überzeugt sie durch ein ausgewogenes Verhältnis aus Schutzwirkung, Materialeffizienz und Wiederverwertbarkeit. Dank modularer Bauformen, standardisierter FEFCO-Konstruktionen sowie vielfältiger Wellenprofile lässt sich Wellpappe flexibel an Produktgeometrien, Lastfälle und Prozessanforderungen anpassen, ohne den Kreislaufgedanken zu verlassen.

Im Kontext der Kreislaufwirtschaft beschreibt der Begriff eine Lösung, die auf wiedergewonnenen Papierfasern basiert und dadurch Materialkreisläufe schließt. Gerade bei Transport- und Lageranwendungen lässt sich so der Bedarf an Primärrohstoffen reduzieren, ohne auf die funktionale Schutzleistung zu verzichten. Durch konsequentes Design-for-Recycling, sortenreine Materialauswahl und eine konditionsgerechte Lagerung bleiben die Faserqualitäten länger nutzbar und die Gesamtperformance im Logistikprozess stabil.

Definition: Was versteht man unter Gebrauchtmaterialverpackung?

Unter Gebrauchtmaterialverpackung versteht man Verpackungen, die aus wiederverwendeten Materialien, in diesem Fall aus gebrauchter Wellpappe, gefertigt werden. Dies schließt sowohl das Recycling von Altpapier in den Produktionsprozess als auch die direkte Wiederverwendung von Wellpappenverpackungen ein. Die Gebrauchtmaterialverpackung steht damit für Lösungen, die vorrangig auf Sekundärrohstoffe setzen, ohne den funktionalen Anspruch einer robusten Transport- oder Lagerverpackung zu vernachlässigen.

In der Praxis werden überwiegend Sekundärfasern eingesetzt, die aus Post-Consumer (z. B. gebrauchte Kartonagen) und Post-Industrial-Strömen stammen. Der Rezyklatanteil kann variieren: von einfacheren Qualitäten mit hohem Anteil an Recyclingpapier bis hin zu Materialkombinationen, die für besondere Anforderungen (z. B. höhere Druck- oder Stapelfestigkeit) optimiert sind. Je nach Einsatzgebiet werden geeignete Deckpapiere und Flutings kombiniert, um das Verhältnis aus Festigkeit, Eigengewicht und Kosten zu balancieren.

Begriffsnah sind Bezeichnungen wie Recyclingverpackung, Sekundärfaserverpackung oder Kreislaufverpackung. Im Sinne einer klaren Terminologie beschreibt Gebrauchtmaterialverpackung die Nutzung bereits im Umlauf befindlicher Faserstoffe, die nach Aufbereitung erneut zu leistungsfähigen Wellpappenlösungen verarbeitet werden.

  • Abgrenzung: Gebrauchtmaterialverpackungen basieren vorrangig auf Sekundärfasern, während Frischfaserlösungen auf Primärzellstoff beruhen.
  • Wiederverwendung vs. Recycling: Wiederverwendung meint das erneute Nutzen vorhandener Kartonagen, Recycling die stoffliche Aufbereitung zu neuem Wellpappenrohpapier.
  • Terminologie: Sekundärrohstoffe und Rezyklate sind zentrale Bausteine; die Auslegung erfolgt anwendungsbezogen und nach definierten Leistungskennwerten.

Produktion und Verarbeitung von Gebrauchtmaterialverpackung

Der Produktionsprozess von Gebrauchtmaterialverpackungen ist eine Symbiose aus Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit. Altpapier und gebrauchte Wellpappenverpackungen werden gesammelt, sortiert und zerkleinert. Das daraus gewonnene Papierfasermaterial wird gereinigt und in der Papierfabrik zu neuen Wellpappenrohpapieren verarbeitet, welche wiederum zur Herstellung von Gebrauchtmaterialverpackungen dienen. Prozesskontrolle, Materialrückverfolgbarkeit und eine stabile Fasermischung sind dabei entscheidend, um gleichbleibende Qualität sicherzustellen.

Typische Prozessschritte in der Aufbereitung beinhalten das Auflösen der Ballen in Wasser, das Aussieben und Entfernen von Störstoffen, gegebenenfalls Deinking bei bedruckten Qualitäten sowie die Bildung von Deckenpapieren (z. B. Testliner) und Wellenpapieren (z. B. Fluting). In der Wellpappenanlage werden diese Rohpapiere mittels Stärkeleim zu ein- oder mehrwelligen Verbunden verarbeitet. Ergänzend spielen Energie- und Wassermanagement sowie die Konditionierung der Papiere vor der Verklebe- und Weiterverarbeitung eine zentrale Rolle, um Maßhaltigkeit und Festigkeitswerte reproduzierbar zu erreichen.

  • Sammlung und Sortierung: Trennung nach Altpapierqualitäten zur Sicherung konstanter Faserqualität.
  • Aufbereitung: Faseraufschluss, Reinigung, Entwässerung und Blattbildung zu definierten Grammaturen.
  • Weiterverarbeitung: Wellenprofilierung (z. B. B-, C-, E-Welle), Verkleben, Zuschneiden, Rillen und Stanzen.
  • Qualitätssicherung: Prüfungen zu Festigkeit, Feuchte, Oberflächengüte und Maßhaltigkeit.
  • Rückverfolgbarkeit und Konstanz: Chargenüberwachung, statistische Prozesskontrolle und klimatische Konditionierung.
  • Ressourceneffizienz: Optimierter Energieeinsatz, Wasserkreislaufführung und minimierte Makulaturquoten.

Faserkreislauf und Rezyklatanteil

Die Fasern durchlaufen mehrere Lebenszyklen. Mit zunehmender Umlaufzahl verkürzt sich die Faserlänge, was die Festigkeit beeinflussen kann. Dem wird durch geeignete Papiermischungen und Wellenkombinationen begegnet. Auf diese Weise lassen sich auch bei hohem Recyclinganteil tragfähige und praxistaugliche Lösungen erzielen. Ergänzend tragen Prozessadditive, optimierte Trocknung sowie eine abgestimmte Grammaturverteilung der Deck- und Wellenpapiere dazu bei, die mechanischen Kennwerte (z. B. Kantenstauch- und Biegesteifigkeit) zielgerichtet zu halten.

Klebstoffe und Zusatzstoffe

Für die Verklebung der Wellen wird überwiegend stärkehaltiger Leim eingesetzt. Prozessadditive dienen der Laufstabilität und Anpassung an klimatische Bedingungen. Ziel ist eine dauerhaft feste, aber recyclingfreundliche Verbindung. Stärkeformulierungen werden hinsichtlich Viskosität, Gelpunkt und Trocknungsverhalten auf Maschine, Papierqualität und Produktionsgeschwindigkeit abgestimmt. Für nachgelagerte Klebungen an der Schachtel (z. B. Boden- und Deckellaschen) kommen häufig wasserbasierte Dispersionsklebstoffe zum Einsatz, die eine sichere, normgerechte Verklebung unterstützen.

Qualitätskriterien und Prüfwerte

Die Leistungsfähigkeit wird durch anwendungsbezogene Kennwerte beschrieben. Relevante Parameter sind unter anderem:

  • ECT (Edge Crush Test): Kantenstauchwiderstand der Wellpappe als Indikator für die Stapelfähigkeit.
  • BCT (Box Compression Test): Kistenstauchwiderstand der fertigen Schachtel unter Druckbelastung.
  • FCT (Flat Crush Test): Widerstand gegen Flachstauchung, relevant für druckempfindliche Güter.
  • Grammatur und Wellenart: Zusammensetzung aus Decken- und Wellenpapieren sowie Wellenprofil.
  • Cobb-Wert und Feuchtegehalt: Wasseraufnahme und klimatische Empfindlichkeit.
  • RCT/SCT: Ring- bzw. Short-Span-Compression der Rohpapiere als Basis für die Wellpappenfestigkeit.
  • Durchstoß- und Biegefestigkeit: Widerstand gegen punktuelle Belastungen und Kantenbelastungen.
  • Oberflächenqualität: Eignung für Bedruckung, Etikettierung und Kennzeichnung.

Für die Konstruktion ist Maßhaltigkeit entscheidend. Nützlich sind detaillierte Informationen zu Abmessungen und Toleranzen, um Bauteile, Rillungen und Verschlussarten passgenau auszulegen. Neben der Nennabmessung beeinflussen Rillbreite, Rilltiefe und die Materialdicke das Falt- und Verschlussverhalten maßgeblich.

Prüfwerte sind nur in Verbindung mit definierter Konditionierung aussagekräftig. Üblich ist die Bewertung unter standardisierten Klimabedingungen, da Feuchte und Temperatur die Festigkeit signifikant beeinflussen. Für die Auslegung empfiehlt sich eine Kombination aus Werkstoffkennwerten, konstruktiven Faktoren und einer realitätsnahen Versuchsbegleitung (z. B. BCT-Prüfung des fertigen Packmittels).

Toleranzen und Abmessungen in der Praxis

Maßtoleranzen sind format-, maschinen- und wellenprofilabhängig. Präzise Zuschnitte, sauber gesetzte Rillungen und ein abgestimmtes Spiel zwischen Innenpolstern, Einlagen und Produktgeometrie erhöhen die Prozesssicherheit in Konfektionierung, Kommissionierung und Versand. Eine frühe Abstimmung zwischen Konstruktion, Druckvorstufe und Produktion reduziert Anpassungsschleifen und Makulatur.

Einsatzmöglichkeiten der Gebrauchtmaterialverpackungen

Wellpappe aus Gebrauchtmaterial bietet ein breites Einsatzspektrum. Sie eignet sich für die Herstellung von Transportverpackungen, Umzugsboxen und Lagerbehältern ebenso wie zur Verwendung in der Display- und Kosmetikindustrie. Sie zeichnet sich durch Stabilität, Langlebigkeit und umweltverträgliche Eigenschaften aus und ist dabei ein wertvoller Beitrag zur Ressourcenschonung. Auch Mehrkomponenten-Verpackungen mit Ausfachungen, Stegen, Einlagen und Polsterelementen lassen sich auf Basis von Sekundärfasern effizient realisieren.

Weitere Anwendungsfelder sind E-Commerce-Versand, Ersatzteile, Drucksachen, Bücher, Textilien sowie technische Komponenten. Je nach Beanspruchung kommen einwellige (z. B. B- oder C-Welle) oder zweiwellige Qualitäten (z. B. BC) zum Einsatz. Für empfindliche Güter lassen sich Einlagen, Polster oder Fixierlösungen integrieren. Bedarfsabhängig sind Sichtfenster, Perforationen, Grifföffnungen, variable Einstecklaschen sowie transportoptimierte Außenmaße für effiziente Paletten- und Behältermodule umsetzbar.

  • Transport und Logistik: Versandkisten, Trays, Zuschnitte, Palettenzwischenlagen.
  • Lagerung: Stapelfähige Behälter und Mehrkomponenten-Verpackungen für Regalsysteme.
  • Präsentation: Displays, Umverpackungen für Promotions und Serienartikel.
  • Schutzfunktionen: Fixierverpackungen, Kantenschutzelemente, umlaufende Polsterstreifen.
  • Retourenprozesse: Rücksendekonzepte mit zweitem Verschluss, manipulationsarme Öffnungshilfen.

Konstruktion und Designprinzipien für Gebrauchtmaterialverpackungen

Die Auslegung folgt dem Lastfall: Eigengewicht, Stapelhöhe, Transportdauer und Klima bestimmen Materialgrammaturen, Wellenkombination und Rillgeometrien. Konstruktive Verstärkungen an Kanten, durchlaufende Laschen, zusätzliche Einsteckhilfen und gezielte Lastumlenkungen erhöhen den BCT. Eine klare Kennzeichnung der Laschen- und Faltreihenfolge unterstützt reproduzierbare Verpackungsprozesse.

Bedruckung und Kennzeichnung

Wasserbasierte Farben, eindeutige Piktogramme, Barcodes und variable Daten (z. B. Chargeninformationen) lassen sich gut integrieren. Dabei sollte die Druckdeckung so gewählt werden, dass Recyclingfähigkeit und Lesbarkeit erhalten bleiben. Einfarbige Funktionsdrucke genügen oft für Handling- und Gefahrhinweise und schonen Material und Prozesszeiten.

Nachhaltigkeitsaspekte und Kreislaufwirtschaft

Gebrauchtmaterialverpackungen tragen zur Reduktion von Primärfaserbedarf bei und stützen geschlossene Stoffkreisläufe. Neben dem Faserrecycling wirken Materialeffizienz, Leichtbauansätze und optimierte Packdichten positiv auf die ökologische Bilanz. Designentscheidungen, die eine sortenreine Trennung, geringe Verunreinigung und eine hohe Sammelquote begünstigen, verlängern die Nutzungsdauer der Fasern im Kreislauf.

Lagerung, Handhabung und Klimakonditionierung

Konstante klimatische Bedingungen fördern Maßhaltigkeit und Festigkeit. Zu empfehlen sind trockene, gut belüftete Lagerzonen und eine Vermeidung direkter Feuchtequellen. Vor Verarbeitung und Prüfung unterstützt eine definierte Konditionierung die Reproduzierbarkeit der Ergebnisse. Mechanische Beanspruchungen wie Kantenstöße oder punktuelle Lasten sollten durch geeignete Palettierung, Zwischenlagen und Gurtsicherung minimiert werden.

Vor- und Nachteile von Gebrauchtmaterialverpackung

Gebrauchtmaterialverpackungen bieten sowohl Vor- als auch Nachteile. Positiv zu bewerten sind die Umweltverträglichkeit durch Ressourcenschonung und geringere CO2-Emissionen, die Kostenersparnis durch die Wiederverwendung von Materialien sowie die Möglichkeiten zur individuellen Gestaltung. Ein Nachteil kann in einigen Fällen die geringere Festigkeit im Vergleich zu Verpackungen aus Frischfaser sein. Jedoch werden durch Innovationen und technischen Fortschritt stetig neue Wege gefunden, um diesen Aspekt zu verbessern. Entscheidend ist die anwendungsbezogene Auslegung, kombiniert mit einer geeigneten Verpackungsgeometrie und kontrollierten Umgebungsbedingungen.

  • Vorteile: Schonung von Primärfasern, oft gute Verfügbarkeit, anforderungsgerechte Auslegung über Wellenkombinationen und Materialmix möglich.
  • Herausforderungen: Sensitivität gegenüber Feuchte, mögliche Farbnuancen im Papier, bei speziellen Anwendungen (z. B. direkter Lebensmittelkontakt) sind normative Vorgaben zu beachten.
  • Maßnahmen: Optimierte Konstruktion (Rillungen, Laschen), geeignete Lagerbedingungen, gegebenenfalls Materialverstärkung oder Innenpolsterung.
  • Prozesssicherheit: Konsistente Konditionierung, definierte Prüfumgebungen, qualitätssichernde Stichproben entlang der Wertschöpfungskette.

Zukunft der Gebrauchtmaterialverpackung

Die Zukunft der Gebrauchtmaterialverpackung sieht sehr vielversprechend aus. Mit steigendem Umweltbewusstsein und Forderungen nach nachhaltigen Produktionsprozessen gewinnt die Wiederverwendung von Materialien immer mehr an Bedeutung. Innovative Technologien und fortschrittliche Produktionsverfahren ermöglichen es, aus Gebrauchtmaterial leistungsfähige und umweltverträgliche Verpackungen zu produzieren. Digitale Prozessüberwachung, präzisere Faserklassierung und datenbasierte Auslegung unterstützen dabei, Materialeinsatz und Performance noch zielgenauer abzustimmen.

Erwartet wird eine weitere Verbesserung der Faseraufbereitung, digitale Qualitätssicherung entlang der Prozesskette und eine differenziertere Auslegung für spezifische Lastfälle. Auch Design-for-Recycling und Materialeffizienz rücken stärker in den Fokus, um Kreisläufe langfristig stabil zu halten. Ergänzend gewinnen modulare Verpackungskonzepte, standardisierte Schnittstellen zu Automatisierungstechnik sowie ressourcenschonende Druck- und Klebetechnologien an Bedeutung.

Zusammenfassung:

  • Verpackungen aus Gebrauchtmaterial sind umweltschonende Alternativen, weil sie aus recyceltem Material, wie zum Beispiel Wellpappe, bestehen und dadurch Ressourcen sparen.
  • Diese Art der Verpackungslösungen bietet eine hohe Schutzfunktion und ist zudem wirtschaftlich vorteilhaft, da sie häufig kostengünstiger als Neumaterial-Verpackungen sind.
  • Unternehmen, die Wellpappe als Verpackungsmaterial einsetzen, können von dem Einsatz von Verpackungen aus Gebrauchtmaterial profitieren, da sie eine gute Stabilität und Belastbarkeit aufweisen und somit für viele Anwendungen geeignet sind.
  • Technische Planung: Festigkeitskennwerte (ECT/BCT), Materialgrammatur und Wellenart gezielt auf Transport- und Lageranforderungen abstimmen.
  • Praxis: Geeignete Lager- und Klimabedingungen unterstützen die Maßhaltigkeit und Stapelfähigkeit über den gesamten Nutzungszeitraum.
  • Kreislaufgedanke: Sortenreine Werkstoffe, hohe Sammelquoten und recyclingfreundliche Konstruktionen verlängern den Fasereinsatz.
  • Konstruktion: Kantenverstärkungen, geeignete Rillbilder und passgenaue Einlagen erhöhen Schutz, Prozesssicherheit und Wiederverwertbarkeit.

Veröffentlicht am 24.04.2025
Letzte Überarbeitung am 28.10.2025 um 12:55 Uhr von Sebastian Würth

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