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Gefahrgutaufkleber

Die Welt des Versands und der Logistik bedient sich einer Vielzahl verschiedener Komponenten und Kennzeichen, um den reibungslosen und vor allem sicheren Transport von Waren sicherzustellen. Eine dieser Komponenten, die im Zusammenhang mit Wellpappenpackungen eine zentrale Rolle spielt, ist der sogenannte Gefahrgutkennzeichnungsaufkleber. Er gewährleistet, dass gefährliche Güter eindeutig identifiziert, korrekt behandelt und regelkonform befördert werden. In der Praxis fungieren diese Aufkleber als sichtbares Risikosignal auf der Verpackung, sie strukturieren den Informationsfluss entlang der Lieferkette und unterstützen Betriebssicherheit, Notfallmanagement und die Einhaltung der Vorschriften in Lager, Umschlag und Transport.

Definition: Was versteht man unter Gefahrgutaufkleber?

Unter einem Gefahrgutaufkleber, auch als Gefahrgutkennzeichen, Gefahrgutetikett oder Gefahrzettel bezeichnet, versteht man eine spezielle Art von Etikett, die auf der Verpackung von Gefahrgütern angebracht wird. Diese Kennzeichnung dient der schnellen Identifikation der in einer Verpackung enthaltenen gefährlichen Stoffe oder Gegenstände. Gestaltung und Verwendung sind in international gültigen Regelwerken festgelegt (u. a. UN Model Regulations, ADR/RID für Straße/Schiene, IMDG-Code für Seefracht, IATA-DGR für Luftfracht). Sie ermöglichen eine einheitliche, weltweit verständliche Kommunikation von Risiken entlang der gesamten Lieferkette. In Abgrenzung zu GHS-/CLP-Gefahrpiktogrammen für Stoff- und Gemischkennzeichnung im Arbeitsschutz richten sich Gefahrgutaufkleber spezifisch an den Transportbereich und gelten für Versandstücke, Außenverpackungen, Umverpackungen und bestimmte Beförderungseinheiten.

Anforderungen und Arten von Gefahrensymbolen

Die Gefahrgutklassen 1 bis 9 definieren Art, Farbe und Aufbau der Gefahrgutaufkleber. Üblicherweise sind Gefahrzettel rautenförmig (Quadrat auf Spitze) mit deutlich kontrastierenden Farben, einer Klassennummer im unteren Eck und einem standardisierten Piktogramm. Zu den gebräuchlichen Symbolen zählen unter anderem die Flamme (entzündbare Stoffe), die explodierende Bombe (explosive Stoffe), Totenkopf mit gekreuzten Knochen (akut toxisch), Flamme über Kreis (oxidierende Stoffe), Gasflasche (Gase), Reagenzgläser, die auf Hand/Metall ätzen (ätzend), sowie der tote Baum und Fisch (umweltgefährlich). Die Symbolik muss gut erkennbar, dauerhaft und witterungsbeständig angebracht sein, damit Sicherheit beim Transport und bei der Lagerung gewährleistet bleibt. Ergänzend gibt es Unterklassen und Differenzierungen, etwa bei Klasse 2 (entzündbare, nicht entzündbare, giftige Gase), Klasse 3 (entzündbare Flüssigkeiten), Klasse 4 (entzündbare feste Stoffe, selbstentzündlich, mit Wasser reagierend), Klasse 5 (oxidierende Stoffe und organische Peroxide), Klasse 6 (ansteckungsgefährlich, toxisch), Klasse 7 (radioaktiv), Klasse 8 (ätzend) und Klasse 9 (verschiedene gefährliche Stoffe und Gegenstände, z. B. Lithium-Batterien).

Rechtliche Grundlagen und Normen

Die grundlegenden Anforderungen ergeben sich aus den UN-Empfehlungen und werden in die Verkehrsträgerregelwerke übernommen. Dazu zählen Vorgaben zu Farbgebung, Kontrast, Randlinie, Klassennummer, Piktogrammausführung, Mindestgrößen sowie Beständigkeit. Zusätzlich gelten nationale und innerbetriebliche Vorgaben zur Qualitätssicherung, Dokumentation und Schulung. Entscheidend ist, dass das aufgebrachte Kennzeichen exakt der zugehörigen Gefahrgutklassifizierung des Inhalts entspricht. Zu beachten sind auch regelmäßige Aktualisierungszyklen der Regelwerke; Unternehmen sollten interne Prüfprozesse etablieren, um geänderte Layout- oder Größenanforderungen fristgerecht umzusetzen. Für bestimmte Versandarten (z. B. begrenzte Mengen oder freigestellte Mengen) gelten abweichende Markierungen, die neben den Gefahrzetteln eingesetzt werden können und deren Anforderungen ebenfalls normativ vorgegeben sind.

Format, Größe und Platzierung

Gefahrgutaufkleber für Versandstücke sind in der Regel mindestens 100 × 100 mm groß; reduzierte Größen sind bei kleinen Packstücken zulässig, sofern Lesbarkeit und Erkennbarkeit erhalten bleiben. Die Aufkleber müssen ebenflächig, ohne Falz oder Überstand, auf einer Seite der Verpackung befestigt sein, dürfen nicht durch andere Etiketten verdeckt werden und sollen nicht über Kanten laufen. Sie sind so zu positionieren, dass sie bei normaler Handhabung sofort ins Auge fallen. Weiterführende Erläuterungen zu den normgerechten Abmessungen und Größen von Gefahrzetteln auf Versandstücken unterstützen bei der korrekten Auslegung im Einzelfall. Für größere Beförderungseinheiten oder Container kommen teils größere Kennzeichnungen zum Einsatz; auf Außenverpackungen aus Wellpappe sollte die Platzierung so gewählt werden, dass Faltschachtelkanten und Verschlussstellen die Haftung und Sichtbarkeit nicht beeinträchtigen.

Materialien und Beständigkeit der Aufkleber

Je nach Einsatzumgebung kommen robuste Kunststoffe (z. B. PE, PP, PET) mit wetterfesten Druckfarben oder speziell beschichtete Papiere mit Schutzlack zum Einsatz. Wichtige Eigenschaften sind UV- und Feuchtebeständigkeit, Abriebfestigkeit, Temperaturtoleranz sowie eine Klebkraft, die auf dem jeweiligen Untergrund dauerhaft haftet. Für Außeneinsatz und längere Transportwege werden häufig hochbeständige Folienetiketten genutzt, während in Innen- oder Kurzzeit-Anwendungen geeignete Papieretiketten ausreichen können. Praxisrelevant sind zudem kältefeste, hochinitial tackende oder wiederablösbare Klebstoffe, je nach Untergrundbeschaffenheit und Prozessanforderung. Bei variabler Datenaufbringung (z. B. UN-Nummer, Zusatztexte) sind Thermotransfer- oder Inkjet-bedruckbare Oberflächen sinnvoll; die Drucke müssen wisch- und kratzfest sein, um die Lesbarkeit bis zum Empfang sicherzustellen.

Die Rolle von Gefahrgutaufklebern in der Wellpappe-Industrie

Wellpappe ist eines der am weitesten verbreiteten Packmittel und wird häufig als Außenverpackung für Gefahrgüter verwendet. In Verbindung mit Gefahrgutaufklebern entsteht ein System, das Risiken klar ausweist und die Handhabung vereinfacht. Zu beachten sind die spezifischen Eigenschaften des Wellpappen-Untergrunds: Staub, Feuchtigkeit, Recyclingfasern, Lackierungen oder Beschichtungen können die Haftung beeinflussen. Für eine zuverlässige Anbringung sollte die Oberfläche trocken, sauber und möglichst glatt sein; bei stark strukturierten Flächen oder niedrigen Temperaturen sind stärker haftende Klebstoffe oder zusätzliche mechanische Sicherungen (z. B. Etikettenschutzfolie) sinnvoll. Unterschiedliche Wellpappensorten (z. B. Testliner vs. Kraftliner) und Oberflächenbehandlungen (Dispersionslacke, Barrierebeschichtungen) variieren in ihrer Oberflächenenergie, was die Etikettenhaftung messbar beeinflusst und vorab getestet werden sollte.

Praxisfaktoren bei Wellpappenverpackungen

Ergänzende Kennzeichen auf Versandstücken

Neben dem eigentlichen Gefahrgutaufkleber sind oft weitere Markierungen erforderlich. Dazu gehören die UN-Nummer (z. B. „UN 1993“), der korrekte Versandname, Ausrichtungspfeile bei flüssigen Stoffen, zusätzliche Hinweise wie „Begrenzte Mengen“ (LQ) oder „Freigestellte Mengen“ (EQ) sowie bei Bedarf das Symbol „Umweltgefährlich“. Diese Kennzeichen ergänzen die Aussage der Gefahrzettel, ersetzen sie aber nicht. Für besondere Güter existieren spezifizierte Markierungen, etwa für Lithium-Batterien innerhalb der Klasse 9; auch hier gelten klare Vorgaben zur Größe, Kontrastwirkung und Platzierung auf der Verpackung aus Wellpappe.

Typische Fehler und wie man sie vermeidet

  • Falsche oder fehlende Klasse: Vorherige Einstufung prüfen und konsistent dokumentieren; Abgleich mit Begleitpapieren und innerbetrieblicher Freigabe vornehmen.
  • Unzureichende Haftung: Untergrund reinigen, geeignete Klebstoffe wählen, Anpressdruck erhöhen; bei niedrigen Temperaturen kältefeste Varianten einsetzen.
  • Verdeckte Kennzeichnung: Platzierung so wählen, dass Bänder, Folie oder Ladehilfsmittel die Sicht nicht blockieren; Palettiermuster entsprechend anpassen.
  • Überklebte Altetiketten: Vor Wiederverwendung alle überholten Kennzeichen restlos entfernen; visuelle Endkontrolle dokumentieren.
  • Abweichende Größen oder Farben: Vorgaben zu Format, Kontrast und Farbton beachten und QS-Prüfung vor Versand vornehmen; Farbmuster und Referenzvorlagen nutzen.
  • Beschädigung durch Handling: Schutzlaminat oder zusätzliche Sicherung nutzen, wenn Abrieb zu erwarten ist; bei starken Beanspruchungen robuste Folienetiketten vorsehen.

Vor- und Nachteile von Gefahrgutaufklebern

Gefahrgutaufkleber bieten zahlreiche Vorteile. Sie ermöglichen eine sofortige, international verständliche Identifikation, unterstützen Rettungskräfte und Betriebspersonal im Ereignisfall, reduzieren Fehlbedienungen und sind für die Rechtskonformität unverzichtbar. Gleichzeitig erfordern Auswahl, Anbringung und Dokumentation Sorgfalt: Das ordnungsgemäße Aufbringen ist zeitintensiv, erfordert Fachkenntnisse zur korrekten Klassifizierung und zur Auswahl geeigneter Materialien und kann bei Fehlern zu Verzögerungen, Nacharbeit oder Sanktionen führen. Eine strukturierte Prüf- und Freigaberoutine vor der Übergabe an den Frachtführer minimiert diese Risiken. Zudem beeinflussen Materialwahl und Drucktechnik die Gesamtkosten; eine anwendungsbezogene Spezifikation verhindert Über- oder Unterqualität.

Prozess- und Qualitätsaspekte

Bewährt haben sich standardisierte Arbeitsanweisungen, Checklisten und Schulungen, die sicherstellen, dass Kennzeichen in der richtigen Anzahl, Größe und Position angebracht werden. Die Dokumentation (z. B. Fotoprotokoll bei Sonderfällen) erleichtert Nachweise gegenüber Behörden oder Partnern. Regelmäßige Audits und Stichprobenprüfungen der Kennzeichnung helfen, Abweichungen frühzeitig zu erkennen. Ergänzend sind Musterfreigaben, 4-Augen-Prinzip sowie Haftprüfungen (z. B. Anrieb- und Klimatests) auf typischen Wellpappenoberflächen sinnvoll, um die Lesbarkeit und Haftung über den gesamten Transportzyklus zu sichern.

Zusammenfassung:

  • Gefahrgutaufkleber sind zentrale Kennzeichnungen, die Auskunft über den Inhalt einer Sendung geben, wenn dieser als Gefahrgut klassifiziert ist. Sie basieren auf international harmonisierten Vorgaben und sorgen für einheitliche Verständlichkeit. Richtig ausgeführt erhöhen sie die Informationsqualität in der gesamten Lieferkette und schaffen Klarheit für alle Beteiligten vom Packtisch bis zur Zustellung.
  • Sie tragen erheblich zur Sicherheit im Umgang mit den verpackten Gütern bei und helfen dabei, gesetzliche Anforderungen zu erfüllen. Das ist besonders relevant für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe für den Versand von Gefahrgut verwenden und eine widerstandsfähige, gut sichtbare Kennzeichnung benötigen. Unter realen Bedingungen (Feuchte, Kälte, Abrieb) sorgt eine passende Material- und Klebstoffauswahl für dauerhafte Lesbarkeit.
  • Die richtige Anwendung von Gefahrgutaufklebern ist entscheidend, um Risiken in Lager und Transport zu minimieren. Daher sollte die Auswahl der Verpackung, die passende Etikettenqualität, die korrekte Platzierung sowie die begleitende Dokumentation mit Bedacht und entsprechend der jeweiligen Vorschriften erfolgen. Strukturierte Prozesse, regelmäßige Schulungen und definierte Prüfpläne unterstützen eine verlässliche, normkonforme Kennzeichnung.

Veröffentlicht am 16.06.2024
Letzte Überarbeitung am 12.09.2025 um 15:14 Uhr von Julia Kopp

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