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Gewichtsreduzierung
In der wachsenden Welt der Verpackungen hat die Wellpappe eine wichtige Rolle eingenommen. Insbesondere die damit verbundene Gewichtsreduktion hilft Unternehmen, Kosten zu senken und ihre ökologische Bilanz zu verbessern. Gleichzeitig erlaubt Leichtbau in der Wellpapptechnik, Materialeffizienz und Schutzfunktion systematisch in Einklang zu bringen, ohne die Gebrauchstauglichkeit in Lager, Transport und Handling zu beeinträchtigen. Damit wird Gewichtsreduzierung zu einem zentralen Hebel der Ressourcenschonung und des nachhaltigen Verpackungsdesigns.
Gewichtsreduzierung wird im Kontext der Wellpapptechnik als gezielte Leichtbau-Optimierung verstanden: Material effizient einsetzen, Schutz- und Funktionsanforderungen einhalten und gleichzeitig Ressourceneinsatz, Emissionen sowie Transportaufwand verringern. Dies betrifft Konstruktion, Materialqualitäten, Fertigungsprozesse und die gesamte Lieferkette. Neben dem reinen Massenrückgang stehen auch systemische Effekte im Fokus, etwa verbesserte Palettenauslastung, reduzierte Entsorgungsmengen und eine konsistente Performance über unterschiedliche Klimabedingungen hinweg.
Definition: Was versteht man unter Gewichtsreduzierung?
Die Reduktion des Gewichts wird als Abnahme der Masse eines Objekts oder Materials definiert. Im Kontext der Verpackungsindustrie bezieht sich dies auf die Verringerung des Gewichts der Verpackung selbst. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auf der Reduktion der Materialmenge, ohne dabei die grundlegenden Anforderungen an Stabilität und Schutz des Inhalts zu beeinträchtigen. Berücksichtigt werden primäre, sekundäre und tertiäre Packmittel, da jede Ebene unterschiedliche Lastfälle und Funktionsprofile abdeckt.
Im technischen Sprachgebrauch lässt sich zwischen reiner „Gewichtsreduzierung“ und „Gewichtsoptimierung“ unterscheiden. Letztere berücksichtigt die Zielkonflikte zwischen Schutzfunktion (z. B. Kantenstauchwiderstand), Prozesssicherheit, Handhabung und Kosten. Grundlagen der Bewertung sind Kennwerte wie Flächengewichte der Deckschichten (g/m²), Wellenart und -höhe, der Kantenstauchwiderstand (ECT), der Stapelstauchwiderstand (BCT), Berstdruck sowie Durchstoßfestigkeit. Prüfungen erfolgen üblicherweise klimatisiert, da Feuchtegehalt und Umgebungsklima die Festigkeit von Faserstoffen beeinflussen. Ergänzend werden oft Cobb-Werte (Wasseraufnahme), Klebstellenfestigkeit und Falt-/Rillqualität herangezogen, um die Praxistauglichkeit unter Standardklimata (z. B. 23 °C/50 % r. F.) und erhöhten Feuchten sicherzustellen.
Gewichtsreduktion ist stets funktionsgebunden: Das Packmittel muss Transport-, Lager- und Handlingszenarien abdecken, die Ladeeinheit stabilisieren und das Packgut vor mechanischen und klimatischen Einflüssen schützen. Erst wenn die definierten Anforderungen erfüllt sind, ist die Reduktion als technisch geeignet zu bewerten. Dazu gehören eindeutige Lastannahmen (Top-Load, dynamische Stöße, Vibration), definierte Packmuster auf der Palette sowie klare Toleranzgrenzen für Maßhaltigkeit und Rillqualität.
Möglichkeiten zur Verringerung des Gewichts von Wellpappe
Es gibt mehrere Strategien, um das Gewicht von Wellpappe zu reduzieren. Eine dieser Methoden ist die Verringerung der Materialdicke, die jedoch eine gründliche Überprüfung und Tests erfordert, um sicherzustellen, dass die Verpackung immer noch ausreichend schützt. Eine weitere Methode ist die Optimierung der Konstruktion der Verpackungen so, dass weniger Material benötigt wird. Ergänzend können prozessuale Maßnahmen und eine abgestimmte Lieferkette die Stabilität abgesicherter Leichtbau-Konzepte dauerhaft gewährleisten.
Materialseitige Ansätze
- Flächengewichte der Deckschichten und Zwischenlage reduzieren, ggf. Umstieg auf leichtere Liner-Qualitäten bei gleichzeitiger Beachtung von ECT/BCT-Zielwerten.
- Wellenart anpassen: Mikrowellen (E- oder F-Welle) senken Materialeinsatz gegenüber B- oder C-Welle; Doppelwellen können durch optimierte Kombinationen leichter ausgelegt werden.
- Leimauftrag und Papierfeuchte prozesssicher einstellen, um Festigkeit aus dem Prozess zu sichern, ohne unnötiges Zusatzgewicht.
- Einsatz höherverdichteter oder leistungsfähiger Recycling- bzw. Frischfaser-Liner zur Steigerung der Steifigkeit bei gleicher oder geringerer Grammatur.
- Gezieltes Grammatur-Matching der Deck- und Wellenpapiere, um Kantenstabilität und Durchstoßverhalten an das reale Lastprofil anzupassen.
Konstruktive Optimierungen
- Format- und Zuschnittoptimierung: Reduktion von Laschenlängen, optimierte Rillbilder, nutzungsorientierte Öffnungshilfen und Perforation nur dort, wo sie funktional erforderlich sind.
- Nutzungsgrad steigern: Innenvolumen an das Packgut anpassen, Leerräume minimieren und die Ladeeinheit auf die Transportkette abstimmen.
- Systemische Lösungen: Fixierung des Packguts (z. B. mit integrierten Haltesystemen) und gezieltes polstern statt großflächiger Wandstärken; dadurch lässt sich Material an weniger belasteten Zonen einsparen.
- Umstieg auf konstruktiv tragende Innenpolster oder Einleger, um Außenwandstärken zu reduzieren, ohne die Top-Load-Anforderungen zu unterschreiten.
- Stacking- und Palettiermuster validieren (Block- vs. Kreuzstapel), um die Lastverteilung auf Kanten und Flächen konstruktiv auszunutzen.
Prozess- und Lieferkettenansätze
- Konsequente Abmessungen-Pflege in der Stückliste, sauberes Rillen und Ritzen, um die Funktion schlanker Konstruktionen sicherzustellen.
- Serienüberwachung mit ECT/BCT-Prüfungen, Klimakonditionierung und Stichproben, um eine gewichtsoptimierte Auslegung dauerhaft abzusichern.
- Packmittel- und Produktentwicklung zusammenführen: Nur wenn Packgut, Innenleben und Außenkarton zusammenspielen, ist eine stabile Gewichtsreduktion realisierbar.
- Statistische Prozesslenkung (SPC) für Grammaturen, Wellenhöhe, Leimauftrag und Feuchte, um Schwankungen mit unmittelbarem Einfluss auf die Leistung zu minimieren.
- Digitale Simulationen (z. B. FEM-gestützte Abschätzungen) als Ergänzung zu physischen Tests zur schnelleren Variantenbewertung.
Für Validierungen in frühen Projektphasen werden häufig standardisierte Formate verwendet; in solchen Fällen können Verpackungen auf Lager, sofort verfügbar helfen, Testreihen unter reproduzierbaren Bedingungen zu planen, ohne den neutralen Lexikonstil zu verlassen.
Einfluss von Druck und Veredelung
Bedruckung, Lackierung und Kaschierung beeinflussen Steifigkeit, Feuchteverhalten und lokale Faltbarkeit. Flächige Vollflächenfarben oder Dispersionslacke können die Biegeeigenschaften geringfügig erhöhen, während Rill- und Faltlinien sensibel auf zusätzliche Schichten reagieren. Bei Leichtbau-Auslegungen empfiehlt sich daher die Prüfung von Druckmustern (z. B. Vollflächen vs. Teilflächen) hinsichtlich Rissbildung, Rillbruch und Faltwiderstand.
Relevante Kennzahlen, Prüfungen und Toleranzen
Für die technische Bewertung sind insbesondere folgende Parameter bedeutsam:
- Kantenstauchwiderstand (ECT) zur Beurteilung der Kantenstabilität des Rohlings.
- Stapelstauchwiderstand (BCT) der fertigen Schachtel für Lager- und Transportbelastungen.
- Berstdruck und Durchstoßfestigkeit für punktuelle Lasten und Stoßeinwirkungen.
- Flächengewichte und Wellengeometrie als Stellhebel für Leichtbau und Steifigkeit.
- Klimabedingungen (Temperatur/rel. Feuchte), da Festigkeiten feuchteabhängig variieren.
- Cobb-Wert (Wasseraufnahme) und Klebstellenfestigkeit als Einflussgrößen auf Stabilität bei erhöhter Luftfeuchte.
- Maßhaltigkeit, Rilltiefe und Rillqualität, da Toleranzabweichungen die Stapelstabilität spürbar reduzieren können.
In der Praxis ist die Toleranzführung wichtig: Geringfügige Differenzen in Papiergrammaturen, Wellenhöhe oder Rillqualität wirken sich auf die Leistungsfähigkeit aus. Ein kompakter Überblick zu Abmessungen und Toleranzen erleichtert die sichere Auslegung schlanker Konstruktionen. Ergänzend sind Prüfpläne mit definierten Probenzahlen, Klimavorbehandlung und Messunsicherheiten erforderlich, um Vergleichbarkeit herzustellen.
Normen und Prüfmethoden
Typische Referenzen sind u. a. ISO 3037 (ECT), ISO 12048 (BCT), ISO 2759 (Berstdruck), ISO 3035 (Durchstoßfestigkeit), ISO 535 (Cobb), FEFCO-Richtlinien für Verpackungsprüfungen sowie transportrelevante Protokolle (z. B. Schwingungs- und Falltests). Für Leichtbau-Designs empfiehlt sich eine stufenweise Validierung von Rohpapier über Wellpappe bis zur konfektionierten Schachtel.
Auswirkungen der Gewichtsreduktion auf den Transport
Ein geringeres Gewicht der Verpackung hat direkte Auswirkungen auf den Transport und die Logistik. Weniger Gewicht bedeutet eine geringere Belastung für Transportmittel, was unter anderem zu niedrigeren Treibstoffkosten führt. Dies reduziert sowohl die Transportkosten als auch den CO2-Ausstoß, was einen Beitrag zum Umweltschutz darstellt. Darüber hinaus lassen sich Kommissionierprozesse ergonomischer gestalten, da leichtere Gebinde den manuellen Aufwand reduzieren.
Zusätzlich lassen sich Packdichte und Ausnutzung von Ladehilfsmitteln verbessern: Mehr Einheiten pro Ladefläche, stabilere Palettenstapel bei gleichem Gewichtslimit sowie geringere manuelle Belastung beim Handling. Auch volumetrische Frachttarife profitieren, wenn Optimierungen zugleich das Außenmaß reduzieren. Voraussetzung ist, dass die Stapel- und Durchstoßfestigkeit im geplanten Tourenprofil gewährleistet bleibt. Eine belastbare Dokumentation (z. B. Lastannahmen, Palettenmuster, Klimaprofil) unterstützt zudem Risiko- und Versicherungsbewertungen.
- Höhere Einheitenzahl je Ladeeinheit bei gleichbleibender Traglast.
- Reduzierte Kraftstoff- und Transportkosten pro ausgelieferter Einheit.
- Geringere Emissionen pro Sendung durch weniger Material- und Masseeinsatz.
- Verbesserte Ergonomie in Kommissionierung und Versand durch leichtere Gebinde.
- Weniger Umverpackung notwendig, wenn konstruktive Fixierungen das Packgut gezielt stabilisieren.
- Potenzial zur Reduktion von Transportschäden durch passgenaue Innenausstattung trotz leichterer Außenverpackung.
Vor- und Nachteile von Gewichtsreduzierung
Die Reduzierung des Verpackungsgewichts hat sowohl Vorteile als auch Nachteile. Zu den Vorteilen zählen unter anderem geringere Material- und Transportkosten sowie eine verbesserte Umweltbilanz. Zu den Nachteilen gehören mögliche Kompromisse bei der Stabilität und dem Schutz der Verpackung. Es ist daher entscheidend, eine ausgewogene Lösung zu finden, die sowohl wirtschaftliche als auch ökologische Aspekte miteinander vereint. Wichtig sind dabei klar definierte Leistungsziele, abgestimmte Prüfpläne und eine enge Kopplung zwischen Entwicklung, Produktion und Logistik.
- Vorteile: Ressourceneinsparung, geringere Entsorgungsmengen, verbesserte Ladeeffizienz, häufig bessere Handhabbarkeit.
- Risiken: Unterschreiten von ECT/BCT-Zielwerten, erhöhte Anfälligkeit für Feuchte, potenziell höhere Reklamationsquote bei unzureichender Validierung.
- Erforderlich: Validierte Prüfpläne (z. B. Klimaprüfung, Transporttests), klare Anforderungsprofile und regelmäßige Serienkontrollen.
- Zusatzeffekte: Transparente Spezifikationen, definierte Toleranzen und SPC reduzieren Streuungen und stabilisieren die Serienqualität.
Praxisbeispiele und Vorgehensweise
- Materialwechsel: Umstieg von B-Welle auf E-Welle bei gleichzeitiger Erhöhung des ECT durch geeignete Liner-Qualitäten kann die Masse messbar senken, wenn die Stapelanforderung moderat bleibt.
- Konstruktive Anpassung: Kürzere Klebelaschen und optimierte Rilllinien sparen Fläche, ohne die Funktion zu beeinträchtigen; das Innenleben übernimmt gezielt Halte- oder Dämpfungsaufgaben.
- Rechenbeispiel: Senkt eine Schachtel ihr Eigengewicht von 420 g auf 370 g, reduziert eine Lieferung von 1.000 Stück die Masse um 50 kg. Bei regelmäßigen Sendungen summieren sich Material- und Emissionseffekte deutlich.
- Serienübertragung: Nach erfolgreicher Bemusterung wird die Leichtbau-Variante über SPC-regelte Prozessfenster (Feuchte, Leimauftrag, Grammatur) in die Serie überführt.
- Transportvalidierung: Palettenweise BCT-/Top-Load-Verifikation unter variierenden Klimaprofilen (z. B. 20/65, 30/85) und realistischen Touren simulieren.
Zusammenfassung:
- Unter Gewichtsreduzierung verstehen wir in erster Linie den Prozess der Verringerung des Materialeinsatzes. Für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe suchen, bedeutet dies, dass sie weniger Material benötigen und somit Kosten sparen können.
- Die Gewichtsreduzierung kann auch durch die Nutzung leichterer Materialien erreicht werden. Im Kontext von Wellpappverpackungen kann dies zum Beispiel durch die Kombination von leichten und trotzdem stabilen Materialien erfolgen.
- Eine weitere Methode der Gewichtsreduzierung liegt in der Optimierung der Verpackungsform. Durch cleveres Design kann der Raum effizienter genutzt werden, was zu einer Reduzierung des Verpackungsgewichts führt.
- Technisch entscheidend sind validierte Kennwerte (z. B. ECT/BCT), klimakonditionierte Prüfungen und eine eindeutige Spezifikation der Anforderungen.
- Transportseitig ermöglicht geringere Masse eine bessere Ladeflächennutzung, niedrigere Kosten pro Einheit und eine verbesserte Umweltbilanz.
- Eine ausgewogene Lösung berücksichtigt Material, Konstruktion, Prozess und Logistik gemeinsam, um Schutzfunktion und Leichtbau in Einklang zu bringen.
- Normen, Toleranzmanagement und seriennahe Prüfpläne sind die Grundlage für dauerhaft stabile Leichtbau-Konzepte in der Wellpappe.
Veröffentlicht am 25.08.2024
Letzte Überarbeitung am 03.09.2025 um 17:10 Uhr von Sebastian Würth