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Holografische Etiketten
Definition: Was versteht man unter holographischen Etiketten?
Die Rede ist von Etiketten, die mit der fortschrittlichen Holografietechnologie gefertigt worden sind. Damit sind sie in der Lage, ein dreidimensionales Bild zu erzeugen, das von verschiedenen Blickwinkeln aus gesehen werden kann. Diese Art von Etiketten ist besonders beliebt bei Verpackungsmaterialien für hochwertige Produkte. Sie bieten einen zusätzlichen Grad an Authentizität und schützen vor Fälschungen. Im fachlichen Kontext werden sie häufig auch als Hologrammetiketten, optisch variable Sicherheitsmerkmale (OVD) oder Sicherheitsetiketten bezeichnet. Charakteristisch sind Kippeffekte, diffraktive Strukturen, Mikrotexte oder verborgene Ebenen, die unter definierten Bedingungen sichtbar werden und somit eine visuelle Prüfung erleichtern. Je nach Technologie kommen 2D/3D-Effekte, Dot-Matrix-Layouts, interferenzbasierte Master oder computergenerierte Holografien zum Einsatz; hinzu treten oft offene, verdeckte und forensische Sicherheitsebenen, die eine mehrstufige Prüfung ermöglichen.
Typische Sicherheits- und Designelemente
- Optisch variable Effekte (2D/3D, Kinegram-artige Darstellungen, Farb- und Kippeffekte)
- Mikro- und Nanostrukturen, Mikrotext, Guilloches sowie verborgene Layer für Prüfungen
- Seriennummern, Codierungen oder variable Daten zur eindeutigen Identifizierung
- Tamper-evident-Funktionen (z. B. VOID- oder Fragmentierungseffekte bei Öffnungsversuch)
- Kombinationen mit klassischen Druckmerkmalen, QR-Codes oder weiteren Authentifizierungstechniken
- UV- und IR-reaktive Elemente, Lumineszenzpigmente oder taggant-basierte Marker für verdeckte Prüfungen
- Registergenau demetallisierte Bereiche zur Darstellung feiner Linien, Mikrologos und transparenter Fenster
- Personalisierte Grafiken, Mikrologos oder variable Hologrammsegmente zur Serien- und Chargenkennzeichnung
Die Herstellung der holographischen Etiketten
Holographische Etiketten entstehen durch einen anspruchsvollen Prozess, der als holographische Prägung bekannt ist. Dieses Verfahren umfasst mehrere Schritte. Zunächst wird ein Master-Hologramm erstellt, das dann auf eine metallisierte Polyesterfilmfolie übertragen wird. Im Anschluss erfolgt das Aufbringen des Hologramms auf das gewünschte Material, zumeist ist das Papier. In der Praxis unterscheidet man das Mastering (Erzeugung der diffraktiven Struktur, z. B. mittels Laserinterferenz oder computergenerierter Verfahren) und die Replikation (Überführung der Struktur über Nickel-Shims in eine Lack- oder Folienoberfläche durch Embossing). Häufig wird anschließend eine Metallisierung (typisch Aluminium) oder Demetallisierung für definierte transparente Bereiche eingesetzt. Ergänzend kommen Nanoimprint- oder E-Beam-Prägetechniken, Schutzlacke mit hoher Abriebfestigkeit sowie Antikratz- und Anti-Fingerabdruck-Beschichtungen zum Einsatz, um die optische Wirkung über die gesamte Lebensdauer der Verpackung zu stabilisieren.
Je nach Anwendung kommen verschiedene Transferverfahren zum Einsatz: Heißprägefolien, Kaltfolientransfer oder selbstklebende Etiketten auf PET- oder PP-Trägern. Der Materialaufbau umfasst in der Regel eine Schutzlackschicht, die geprägte Schicht, eine (de-)metallisierte Ebene, Klebstoffsysteme (permanent, ablösbar oder zerstörend) sowie ein Trägerliner. Die Weiterverarbeitung beinhaltet das Stanzen, Rillen, das eventuelle Einbringen von Sichtfenstern sowie das Konfektionieren für Rollen- oder Bogenware. Für Wellpappanwendungen sind robuste Folienstärken, widerstandsfähige Schutzlacke und passende Klebstoffe für unebene, saugende oder lackierte Untergründe vorteilhaft; bei hohen Taktzahlen sind außerdem geringe Anfahrmakulaturen, exakte Bahnspannung und saubere Abzugswerte des Liners wichtig.
- Mastering und Herstellung der Prägeshim: Definition der optischen Sicherheitsstruktur
- Prägung/Embossing in eine Lack- oder Folienoberfläche
- Metallisierung/Demetallisierung für reflektierende bzw. transparente Effekte
- Beschichtung mit geeigneten Klebstoffen entsprechend dem Einsatzzweck
- Zuschneiden, Stanzen und Konfektionieren für die Applikation auf Karton oder Wellpappe
- Qualitätsstabilisierung durch Schutzlacke, Antikratzbeschichtungen und geeignete Linerwahl
- Registerhaltigkeit und optische Passerhaltungen für die Kombination mit Druckbildern
Die Anwendungsbereiche für holographische Etiketten in der Wellpappenindustrie
Die Vielfältigkeit der holographischen Etiketten sorgt dafür, dass sie in einer Reihe verschiedener Bereiche Anwendung finden. Eines ihrer Hauptanwendungsgebiete ist natürlich die Verpackungsindustrie, insbesondere in Bezug auf Wellpappe. Sie heben die Wertigkeit des Produktes hervor und sorgen für eine höhere Aufmerksamkeit beim Endverbraucher. Zudem bieten sie bei empfindlichen oder teuren Inhalten einen zusätzlichen Sicherheitsaspekt durch den Schutz vor Fälschungen und Manipulationen. In der Praxis werden sie auf Versand- und E-Commerce-Kartons, auf shelf-ready Verpackungen, auf Displays aus Wellpappe oder als Öffnungssiegel an Klappen und Verschlüssen eingesetzt. Je nach Branche lassen sich zudem Promotions, limitierte Editionen und Serienkennzeichnungen umsetzen, etwa zur Absicherung von Elektronik, Kosmetik, Modeartikeln oder Ersatzteilen, ohne die logistische Handhabung der Umverpackung zu beeinträchtigen.
- Markensiegel auf Versandkartons und Umverpackungen als sichtbares Authentizitätsmerkmal
- Manipulationsnachweis an Verschlusslaschen, Deckeln und Klebenähten
- Gestaltungselemente auf POS-Displays aus Wellpappe zur Erhöhung der Sichtbarkeit
- Kennzeichnung von Serien, Chargen oder Promotions durch variable Hologramme
- Kombination mit gedruckten Sicherheitsmustern für mehrstufige Prüfungen
- Öffnungssiegel mit definierter Zerstörung bei Erstöffnung zur Dokumentation der Unversehrtheit
Integration in Druck- und Packprozesse
Die Applikation erfolgt manuell, halbautomatisch oder maschinell per Etikettierer. Für eine zuverlässige Haftung sind der Zustand der Oberfläche (lackiert/unlackiert), die Staubfreiheit sowie die richtige Andruckkraft entscheidend. Bei Wellpappe beeinflussen Rillungen, Wellenlage und Oberflächenenergie die Klebeleistung. Geeignete Klebstoffe (Acrylat, Kautschuk, Hotmelt) werden in Abhängigkeit von Temperaturbereich, Lagerbedingungen und gewünschter Ablöseeigenschaft gewählt. Vorbehandlungen wie Staubentfernung, Primer oder eine geeignete Lackauswahl (Dispersions- oder UV-Lack) verbessern die Haftung; bei stark saugenden Oberflächen sind geschlossene Lackflächen oder definierte Applikationsfenster hilfreich. Für die automatische Etikettierung sind präzise Sensorik, konstante Bahnführung, geeignete Anpressrollen sowie ein auf das Flötenprofil abgestimmter Anpressdruck maßgeblich.
Technische Spezifikationen und Auswahlkriterien
Für die Auswahl sind Form, Größe, Untergrund, Haftkraft und Beständigkeit maßgeblich. Zu prüfen sind unter anderem Abrieb- und Kratzfestigkeit, UV-Beständigkeit, Temperatur- und Feuchteverhalten sowie die Lesbarkeit der optischen Effekte aus unterschiedlichen Betrachtungswinkeln. Zudem sollten die Etiketten kompatibel zu gängigen Drucklacken, Dispersions- oder UV-Lacken und zu häufig eingesetzten Kartonqualitäten sein. Nützlich sind weiterführende Hinweise zu Abmessungen und Etikettenformaten, um Passung und Platzierung an Faltschachteln, Wellpappzuschnitten und Displays exakt zu planen. Ergänzend sind Eckenradien, Mindestlinienbreiten für Mikrotexte, Mindestschriftgrößen, Klebstoffgrameinsatz pro Quadratmeter, Liner- und Trägermaterial sowie die Anpassung an Kühlketten-, Tiefkühl- oder Außenanwendungen zu berücksichtigen. Für maschinelles Scannen von Barcodes, DataMatrix oder QR-Codes sollte die Reflexion metallisierter Bereiche nicht in relevante Lesefelder hineinragen.
Qualitätssicherung und Prüfung
- Sichtprüfung der optischen Merkmale unter definierten Lichtwinkeln
- Haftungs- und Abziehversuche (z. B. 180°-Peel, Loop-Tack) auf relevanten Substraten
- Funktionsprüfung der Tamper-evident-Eigenschaften bei Öffnungsversuch
- Bewertung der Kompatibilität mit nachgelagerten Prozessschritten (Falzen, Kleben, Kommissionieren)
- Klimatische Vorkonditionierung (Temperatur/Feuchte) der Prüflinge für realitätsnahe Ergebnisse
- Überprüfung der Lesbarkeit variabler Daten und Codes nach gängigen Verifizierungsnormen
- Wiederholte Öffnungsversuche an kritischen Kanten, Rillungen und Klebenähten
Umweltaspekte und Recycling
Holographische Etiketten basieren häufig auf dünnen Kunststofffolien und metallisierten Schichten. In papierbasierten Stoffströmen lassen sich kleine Etikettenanteile in der Regel prozessseitig abscheiden; dennoch empfiehlt sich ein design-for-recycling-orientierter Einsatz: möglichst geringe Folienflächen, demetallisierte Bereiche, geeignete Klebstoffe und klare Trennstellen. Wo möglich, sollten Applikationsflächen so gewählt werden, dass die Wiederverwertbarkeit der Wellpappe nicht beeinträchtigt wird. Geringe Flächengewichte, definierte Abziehzonen sowie die Vermeidung großflächiger geschlossener Folien reduzieren das Risiko von Störstoffen (z. B. Stickies) im Papierrecycling. Bei der Materialwahl ist zudem auf emissionsarme Klebstoffe, lösungsmittelfreie Systeme und eine sachgerechte Entsorgung von Linerabfällen zu achten.
Vor- und Nachteile von holographischen Etiketten
Holographische Etiketten kommen mit einer Reihe von Vorteilen daher. So steigern sie die visuelle Anziehungskraft eines Produktes und erhöhen dadurch die Wahrscheinlichkeit eines Kaufs. Des Weiteren bieten sie durch ihre Einzigartigkeit einen guten Fälschungsschutz. Sie sind jedoch häufig teurer in der Herstellung und nicht jedes Produkt oder jede Marke passt zu dem auffälligen Aussehen, das solche Etiketten mit sich bringen. Zusätzlich sind Lieferzeiten, Mindestmengen und die Abstimmung mit Lacken, Linern und Wellpappqualitäten zu berücksichtigen; bei stark reflektierenden Oberflächen kann es zu Einschränkungen bei Scans kommen, wenn Prüf- und Lesefelder ungünstig platziert sind.
- Vorteile: hohe visuelle Differenzierung, erschwerter Kopieraufwand, manipulationssichere Versiegelung, Integration in bestehende Etikettierprozesse, kombinierbar mit variablen Daten.
- Einschränkungen: zusätzliche Material- und Prozesskosten, potenzielle Reflexionen bei Scans, Mindestmengen und Lieferzeiten, sorgfältige Abstimmung mit Oberflächen und Lacken erforderlich.
- Abwägung: Sicherheitsniveau, optischer Nutzen, Kompatibilität mit Recycling und die Performance in Klimaspannen sollten im Verpackungsdesign frühzeitig gegeneinander abgewogen werden.
Zusätzliche Praxisaspekte
Zusammenfassung:
- Unter holographischen Etiketten versteht man spezielle Markierungen, die dank ihrer dreidimensionalen Optik für einen hohen Wiedererkennungswert sorgen und dabei die ästhetische Ausstrahlung des Produkts verbessern.
- Da sie schwer zu kopieren sind, bieten sie gegenüber Verpackungen aus Wellpappe einen starken Schutz gegen Fälschungen und sorgen somit für ein hohes Maß an Produktintegrität.
- Sie lassen sich leicht integrieren, ohne die bestehende Verpackung zu beeinträchtigen - ein Pluspunkt für Unternehmen, die auf innovative und dennoch praktische Verpackungslösungen setzen.
- Wesentliche Auswahlkriterien sind Untergrund, Haftung, optische Wirkung aus verschiedenen Blickwinkeln sowie Beständigkeit gegenüber Abrieb, Licht und Klima.
- Ein nachhaltiger Einsatz berücksichtigt Formatwahl, Materialanteile und die Auswirkungen auf die Wiederverwertbarkeit papierbasierter Verpackungen.
- Für die Anwendung auf Wellpappe sind Oberflächenzustand, Anpressdruck, Klebstofftyp und die Wechselwirkung mit Rillungen sowie Wellenlage entscheidend für eine zuverlässige Haftung.
- Qualitätssicherung umfasst Sichtprüfungen, Haft- und Peeltests, Funktionsprüfungen der Tamper-evident-Eigenschaften und die Verifizierung variabler Kennzeichnungen.
Veröffentlicht am 03.05.2025
Letzte Überarbeitung am 22.12.2025 um 12:23 Uhr von Manuel Hofacker