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Jahresverbrauchsanalyse
Die Verwendung von Wellpappe ermöglicht es Unternehmen, ihre Produkte sicher und effizient zu verpacken. Ein entscheidender Aspekt bei der Optimierung des Einsatzes der Verpackungsressource Wellpappe ist die Durchführung einer Jahresverbrauchsanalyse. Dieses Verfahren liefert genaue Informationen über den Jahresverbrauch an Wellpappe einer Firma und dient als wichtiges Entscheidungsinstrument für gezielte Maßnahmen zur Effizienzsteigerung. Darüber hinaus schafft es eine einheitliche Datengrundlage für Einkauf, Disposition, Produktion und Logistik, sodass sich Beschaffungsentscheidungen, Bestandsziele und Lieferantenabstimmungen faktenbasiert und nachvollziehbar steuern lassen.
Im Zentrum steht die systematische Erfassung, Bereinigung und Auswertung sämtlicher Verbräuche innerhalb eines festgelegten Zeitraums (typischerweise 12 Monate). Die daraus abgeleiteten Erkenntnisse bilden die Grundlage für belastbare Kennzahlen, die Gestaltung einer passenden Bestellpolitik, die Reduktion von Schwankungen im Materialeinsatz und eine planbare Disposition mit definiertem Servicegrad. Zusätzlich lassen sich saisonale Spitzen, Trendverläufe, Sicherheitsbestände und Reichweiten transparent machen. Ergänzend empfiehlt sich eine rollierende Betrachtung (z. B. gleitende 12-Monats-Fenster), um aktuelle Entwicklungen, Sortimentswechsel und Kampagnen zeitnah in den Parametern zu reflektieren.
Definition: Was versteht man unter einer Jahresverbrauchsanalyse?
Die Jahresverbrauchsanalyse ist ein Prozess, in dem der Jahresverbrauch an Wellpappe eines Unternehmens genauestens ermittelt wird. Dabei wird der Verbrauch der Wellpappe in einer bestimmten Zeitspanne, in der Regel ein Jahr, intensiv untersucht. Durch die Analyse des jährlichen Bedarfs an Wellpappe, können Unternehmen ihre Beschaffung von Verpackungsmaterial effizienter gestalten und Kosten einsparen. Gleichzeitig wird eine Grundlage für Prognosen und Szenarien geschaffen, mit denen sich Lagerziele, Bestellmengen und Lieferintervalle zielgerichtet ableiten lassen.
Gegenstand der Analyse sind sämtliche Materialarten und Formate, z. B. Bogen, Rollen, Zuschnitte oder konfektionierte Lösungen (etwa nach gängigen Konstruktionskatalogen). Berücksichtigt werden Qualitäten, Wellenarten (z. B. B-, C-, BC-Welle), Grammaturen, Formate und verbrauchsrelevante Prozesse wie Wareneingänge, Lagerabgänge, Ausschuss, Retouren und Inventurdifferenzen. Die Analyse kann sowohl mengen- als auch wertbasiert erfolgen und lässt sich auf Artikel-, Material- oder Kundengruppenebene durchführen.
- Zielsetzung: Transparenz über Verbrauchsmengen, Muster und Treiber
- Ergebnisobjekte: Bedarfsprofile, Prognosen, Bestell- und Lagerparameter, Maßnahmenkatalog
- Nutzungsrahmen: Beschaffung, Disposition, Lagerplanung, Produktion und Controlling
Für die Praxis sind einheitliche Maßeinheiten (z. B. m² für Bogen/Rollen, lfm für laufende Meter) und stringente Stammdaten (Artikelnummern, Qualitäten, Wellenkombinationen) zentral. Abzugrenzen ist die Jahresverbrauchsanalyse von rein kurzfristigen Auswertungen: Während Monatsreports operative Schwankungen zeigen, liefert die Jahresperspektive belastbare Muster und hilft, Ausreißer von strukturellen Trends zu unterscheiden.
Wie wird eine Jahresverbrauchsanalyse durchgeführt?
Die Durchführung einer Jahresverbrauchsanalyse beginnt mit der Datensammlung. Hierbei werden alle relevanten Daten erfasst, die im Zusammenhang mit dem Verbrauch von Wellpappe in einem Unternehmen stehen. Dazu gehören zum Beispiel Daten zur Quantität der verwendeten Wellpappe, die Häufigkeit der Anlieferungen, sowie die Kosten für die Beschaffung und Lagerung. Nach der Datenerhebung folgt die Analysephase, in der die gesammelten Daten ausgewertet werden. Wesentlich sind eindeutige Identifikatoren (Artikel-/Materialnummern), konsistente Zeitstempel sowie die transparente Abbildung von Verlusten (Verschnitt, Ausschuss) und Rückläufen.
1) Datensammlung und Datenaufbereitung
- Quellen: ERP-/WMS-Daten (Wareneingänge, Lagerabgänge), Produktionsmeldungen, Ausschuss- und Retourenstatistiken, Inventurergebnisse
- Dubletten- und Fehlermengenprüfung, Bereinigung von Ausreißern, Zeitstempelharmonisierung
- Einheitenangleichung (z. B. Stück, m², lfm), Zuordnung zu Qualitäten, Wellenarten und Formaten
Ergänzend empfiehlt sich eine klare Daten-Governance (Verantwortlichkeiten, Prüfregeln, Varianten- und Etikettenlogik), um spätere Analysen reproduzierbar und revisionssicher zu gestalten.
2) Normalisierung und Umrechnung
- Umrechnung in Vergleichsgrößen (typisch m² oder lfm) zur besseren Aggregation
- Bewertung nach Einkaufswerten, ggf. Trennung von Transport- und Nebenkosten
- Berücksichtigung von Verlusten (Verschnitt, Ausschuss) und Rückläufern
Die Normalisierung ermöglicht es, unterschiedliche Formate, Qualitäten und Zuschnitte vergleichbar zu machen. Wo sinnvoll, kann zusätzlich nach Gewicht (kg) betrachtet werden, um Logistikkosten und Lagerkapazitäten besser abzuschätzen.
3) Segmentierung
- Gruppierung nach Artikel- oder Materialgruppen, FEFCO-Bauarten, Wellenkombinationen
- Segmentierung nach Kunden, Regionen, Kanälen oder Einsatzbereichen
- Klassifizierungen per ABC-/XYZ-Analyse zur Identifikation von A-Teilen und Volatilität
Eine saubere Segmentierung erlaubt differenzierte Steuerungsstrategien, etwa strengere Bestandsziele für A-/X-Teile und flexiblere Versorgung für C-/Z-Teile.
4) Auswertung und Mustererkennung
- Saison- und Trendanalyse (z. B. gleitende 12-Monats-Durchschnitte)
- Peak-Identifikation zur Dimensionierung von Sicherheitsbeständen und Kapazitäten
- Pareto-Auswertung zur Fokussierung auf die verbrauchsrelevanten Treiber
Neben linearen Trends können Kalendereffekte (Feiertage, Kampagnen), Produkteinführungen oder Abkündigungen die Interpretation wesentlich beeinflussen.
5) Kennzahlen und Steuerungsgrößen
- Durchschnittlicher Monatsverbrauch und Median (Robustheit gegen Ausreißer)
- Spitzenverbrauch und Volatilitätsindex (z. B. Variationskoeffizient)
- Reichweite (Lagerbestand ÷ durchschnittlicher Verbrauch), Servicegrad, Bestellpunkt
- Sicherheitsbestand (z. B. basierend auf Prognosefehler und gewünschtem Servicelevel)
Die Wahl geeigneter Kennzahlen hängt vom Einsatzkontext ab: Disponenten benötigen Reichweiten und Bestellpunkte, Controller fokussieren Wertanteile und Kosten, die Produktion Kapazitätsbedarfe und Glättungspotenziale.
6) Ableitung von Maßnahmen
- Definition der Bestellpolitik (z. B. Bestellrhythmus, Mindestmengen, Rahmenabrufe)
- Bündelung von Bedarfen, Standardisierung von Qualitäten und Formaten
- Synchronisierung mit Produktions- und Lieferantenkalendern, Kapazitätsabgleich
- Validierung der Parameter in Pilotzeiträumen und kontinuierliche Nachsteuerung
Für methodische Vertiefungen zur Bestimmung geeigneter Bestellmengen und -intervalle bieten sich Weiterführende Informationen zur Losgrößenoptimierung im Beschaffungsprozess von Wellpappe an.
7) Visualisierung und Reporting
- Dashboards mit Zeitreihen, Saisonalitätsprofilen und ABC-/XYZ-Matrizen
- Warnschwellen für Bestände, Reichweiten und Abweichungen gegenüber Prognosen
- Standardisierte Monats- und Quartalsberichte für Einkauf, Disposition und Controlling
8) Integration in Planungs- und Beschaffungsprozesse
- Einbindung von Lieferantenparametern (Lieferzeiten, Mindestmengen, Kapazitäten)
- Umsetzung in operative Steuerung (Bestellrhythmen, Rahmenverträge, Kanban/VMI)
Beispielrechnung (vereinfacht)
- Jahresverbrauch (aggregiert): 240.000 m²; durchschnittlich 20.000 m² pro Monat
- Spitzenmonate: Oktober/November mit 32.000 m²; Volatilität erhöht
- Geplanter Servicegrad: 95%; Prognosefehler (σ) für Monatsbedarf: 3.500 m²
- Sicherheitsbestand (vereinfachte Annahme): z ≈ 1,65 × σ ≈ 5.775 m²
- Bestellpunkt: Tagesbedarf × Wiederbeschaffungszeit (in Tagen) + Sicherheitsbestand
Beispielhaft ergibt sich bei einem durchschnittlichen Tagesbedarf von 1.000 m² und einer Wiederbeschaffungszeit von 10 Tagen ein Bestellpunkt von 1.000 × 10 + 5.775 = 15.775 m². Dieser Wert ist regelmäßig zu validieren und bei veränderten Bedarfsprofilen anzupassen.
Relevanz der Jahresverbrauchsanalyse für Unternehmen
Die Bedeutung der Jahresverbrauchsanalyse für Firmen liegt primär in ihrer Funktion als Entscheidungshilfe. Durch die gewonnenen Daten der Jahresverbrauchsanalyse können Unternehmen ihre Beschaffungsprozesse optimieren, Lagerbestände reduzieren und Kosten einsparen. Darüber hinaus können Prognosen für zukünftige Entwicklungen abgeleitet und strategische Entscheidungen unterstützt werden. Nicht zuletzt erhöht eine strukturierte Analyse die Liefertreue, indem Engpässe frühzeitig erkannt und Gegenmaßnahmen sauber geplant werden.
- Beschaffung: bessere Preis- und Vertragsgestaltung auf Basis belastbarer Bedarfszahlen
- Disposition und Lager: Bestandsabbau bei gleichzeitig stabilem Servicegrad
- Produktion und Planung: Synchronisierung von Materialflüssen und Kapazitäten
- Finanzen/Controlling: genauere Budgetierung und Abweichungsanalyse
- Nachhaltigkeit: Vermeidung von Überverbrauch und Reduktion von Ausschuss
Zusätzlich unterstützt die Analyse das Risikomanagement (z. B. Lieferzeitstreuungen, Qualitätswechsel, Sortimentsrotation) und fördert die Standardisierung von Qualitäten und Formaten, was die Komplexität über den gesamten Verpackungslebenszyklus verringert.
Vor- und Nachteile der Jahresverbrauchsanalyse
Die Hauptvorteile der Durchführung einer Jahresverbrauchsanalyse liegen in der Kosten- und Optimierungseffizienz. Durch eine präzise Bestimmung des jährlichen Bedarfs an Wellpappe können Überproduktion und Verschwendung vermieden werden. Weiterhin ermöglicht es die Analyse, rechtzeitig auf Marktschwankungen zu reagieren und Lieferengpässe zu verhindern. Die Nachteile liegen vor allem im Aufwand für die Datenerhebung und Analyse. Dies erfordert Ressourcen und Zeit, insbesondere in größeren Unternehmen. Wichtig ist daher eine pragmatische Einführung mit klaren Prioritäten, Pilotbereichen und sukzessiver Ausweitung.
- Vorteile: Transparenz über Verbräuche, fundierte Prognosen, stabilere Lieferfähigkeit, geringere Lager- und Prozesskosten
- Weitere Vorteile: Standardisierung von Qualitäten/Formaten, bessere Ausnutzung von Verpackungseinheiten, geringere Schwankungen
- Nachteile: initialer Implementierungsaufwand, Bedarf an Datenqualität, regelmäßige Pflege der Parameter
- Grenzen: Prognosen bleiben modellabhängig; externe Ereignisse können Verbrauchsmuster kurzfristig verändern
Typische Hürden sind uneinheitliche Stammdaten, fehlende Einheitenharmonisierung und unvollständige Rückmeldungen aus der Produktion. Regelmäßige Reviews und eine enge Zusammenarbeit zwischen Disposition, Einkauf und Produktion wirken diesen Punkten entgegen.
Abgrenzung und verwandte Begriffe
Die Jahresverbrauchsanalyse grenzt sich von kurzfristigen Tages- oder Wochenreports ab, indem sie strukturelle Muster sichtbar macht. Verwandte Analysen sind Bedarfsprognosen, Reichweiten- und Servicegradanalysen sowie Bestandsoptimierungen. In Kombination ergeben diese Bausteine ein konsistentes Steuerungsmodell für Wellpappe-Verpackungen entlang der gesamten Lieferkette.
Einheiten, Abmessungen und Qualitätsmerkmale in der Wellpappe
Für belastbare Ergebnisse sind eindeutige Einheiten und Abmessungen entscheidend. Üblich sind Quadratmeter (m²) für Flächenverbräuche, laufende Meter (lfm) bei Rollenware sowie Stückzahlen bei konfektionierten Verpackungen. Relevante Qualitätsmerkmale umfassen u. a. Wellenarten (B-, C-, BC-Welle), Grammaturen, Bogenformate und funktionale Anforderungen (z. B. Stapelfestigkeit). Die saubere Zuordnung dieser Merkmale ermöglicht eine zielgerichtete Standardisierung und erleichtert die Analyse von Kostentreibern.
Praxis-Tipps für die Umsetzung
- Klarer Analysehorizont (Kalenderjahr vs. rollierende 12 Monate) und definierte Reporting-Kadenz
- Frühe Einbindung relevanter Bereiche (Einkauf, Disposition, Produktion, Controlling)
- Einheitliche Stammdatenpflege und verbindliche Definitionen für Einheiten und Abmessungen
- Pilotierung mit Fokusartikeln, anschließende Skalierung und Parameter-Feinjustierung
- Kombination aus mengen- und wertbasierter Sicht zur Identifikation von Kosten- und Mengentreibern
Zusammenfassung:
Die Jahresverbrauchsanalyse für Wellpappe bündelt Daten aus Verbrauch, Beständen und Prozessen zu einem belastbaren Steuerungsinstrument. Sie schafft Transparenz, ermöglicht präzise Kennzahlen und unterstützt fundierte Entscheidungen in Beschaffung, Disposition und Planung.
- Unter Jahresverbrauchsanalyse versteht man die detaillierte Untersuchung des jährlichen Verbrauchs eines Unternehmens, um Nutzungsmuster zu erkennen und Optimierungspotenziale zu entdecken.
- Für Unternehmen, die Verpackungen aus Wellpappe benötigen, bietet diese Analyse wertvolle Einblicke in den tatsächlichen Bedarf und kann dabei helfen, unnötige Kosten zu vermeiden und die Effizienz zu steigern.
- Die Jahresverbrauchsanalyse kann auch dazu beitragen, die Nachhaltigkeit zu erhöhen, indem sie dazu anregt, den Einsatz von Verpackungsmaterialien zu reduzieren und stattdessen nachhaltigere Alternativen zu erforschen.
- Wesentliche Schritte: Daten sammeln und bereinigen, Bedarfe normalisieren, segmentieren, Muster analysieren, Kennzahlen ableiten und Maßnahmen implementieren.
- Wichtige Kennzahlen: durchschnittlicher Monatsverbrauch, Spitzenverbrauch, Reichweite, Sicherheitsbestand, Servicegrad und Bestellpunkt.
- Regelmäßige Aktualisierung der Analyse sichert verlässliche Parameter und unterstützt eine robuste Beschaffungs- und Lagerstrategie.
Veröffentlicht am 25.07.2024
Letzte Überarbeitung am 01.09.2025 um 14:56 Uhr von Manuel Hofacker