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Jumborollen

Im Herzen der Welt der Wellpappenverpackungen stehen die gigantischen Jumborollen oder auch Großrollen genannt. Sie dienen als Ausgangspunkt für die vielfältige Produktion von Kartons, Schachteln und vielen anderen Verpackungslösungen. Ergänzend werden diese Rollen in der Papierherstellung auch als Elternrollen bezeichnet, da sie als Ausgangsmaterial für alle weiteren Zuschnitte und Formate dienen. Durch ihre hohe Lauflänge, definierte Materialqualität und reproduzierbare Eigenschaften ermöglichen sie eine stabile, kontinuierliche Versorgung der nachgelagerten Prozesse. Als standardisierte Rohpapierträger bestimmen sie maßgeblich Takt, Prozessfenster und Qualität der nachfolgenden Wellpappfertigung und wirken damit direkt auf Kostenstabilität, Planbarkeit und Verfügbarkeit der Verpackungsproduktion.

Definition: Was versteht man unter Jumborollen?

Jumborollen sind massive Papierrollen, die direkt aus Papiermaschinen stammen. Sie können ein Gewicht von mehreren Tonnen erreichen und bestehen hauptsächlich aus zwei Papierarten: Fluting (auch als Wellenstoff bezeichnet) und Liner. Beide dienen zur Herstellung von Wellpappe.

Fluting ist das Rohpapier, das später zur Welle geformt wird; Liner (Deckenpapier) bildet die glatten Außenschichten. Beide Rohpapiere werden in unterschiedlichen Flächengewichten (Grammaturen) gefertigt und hinsichtlich Festigkeit, Feuchtegehalt und Oberflächenbeschaffenheit spezifiziert. Jumborollen zeichnen sich durch große Rollendurchmesser, definierte Kernmaße und standardisierte Breiten aus, um einen unterbrechungsarmen Betrieb an Wellpappanlagen zu gewährleisten.

Begriffsabgrenzung: Jumborollen (Elternrollen, Tamboure) sind Großformate für lange Laufzeiten; davon werden Schmalrollen oder Arbeitsrollen abgeleitet, die exakt auf die benötigten Maschinenbreiten zugeschnitten sind. Ihre einheitlichen Kenndaten (z. B. Grammatur, Feuchte, Breite) ermöglichen reproduzierbare Prozesse und eine verlässliche Schnitt- und Logistikplanung.

Produktionsprozess der Jumborollen

Die Herstellung von Jumborollen fängt mit dem Rohstoff Holz an. Durch verschiedene Prozessschritte wird das Holz in Zellstoff umgewandelt, der dann auf Papiermaschinen zu großen Rollen Papier verarbeitet wird. Dabei unterscheidet man Fluting und Liner, die jeweils als eigenständige Papierbahnen produziert werden; der Verbund zur Wellpappe entsteht erst später in der Wellpappenanlage. Die Papiermaschine liefert ein endloses Band, das nach dem Abkühlen und Trocknen auf Großrollen aufgewickelt und anschließend zu Jumborollen konfektioniert wird.

Rohstoffaufbereitung und Stoffbildung

Je nach gewünschter Qualität kommen Primärfasern oder Recyclingfasern zum Einsatz. Über Sortierung, Reinigungsstufen und Entwässerung wird ein homogener Faserstoff erzeugt. Auf dem Sieb der Papiermaschine entsteht aus dem Faser-Wasser-Gemisch ein endloser Papierbahnfilm, der in Press- und Trockensektionen stabilisiert, verdichtet und auf Zielfeuchte gebracht wird. Liner kann zusätzlich über Leimpresse oder Streichwerk veredelt werden, um Oberflächen gleichmäßig und druckfähig zu halten. Typische Prozessparameter (z. B. Temperaturprofile, Bahnspannung, Feuchtequerprofil) werden in Echtzeit geregelt, um das Laufverhalten und die Verklebungseignung zu sichern.

Aufwicklung, Beschnitt und Konfektion

Die fertige Papierbahn wird zunächst als Tambour (große Mutterrolle) aufgewickelt. Im anschließenden Rollenschneider (Winder) erfolgt das präzise Längsschneiden auf die gewünschten Arbeitsbreiten sowie der Beschnitt der Kanten. Parameter wie Bahnspannung, Schnittqualität und Wickelhärte werden laufend überwacht, um spätere Laufstörungen zu vermeiden. Jede Jumborolle erhält eindeutige Kennzeichnungen zu Grammatur, Breite, Feuchtegehalt und Produktionscharge. Übliche Kerninnendurchmesser sind 76 mm (3″) oder 152 mm (6″); Kernfestigkeit und Hülsenstabilität sind entscheidend, um Kernquetschungen und Teleskopieren zu vermeiden.

Qualitätssicherung in der Linie

Moderne Papiermaschinen nutzen Mess- und Regelsysteme zur Steuerung von Flächengewicht, Dicke, Feuchte- und Temperaturprofilen. Sensorik erkennt Unregelmäßigkeiten frühzeitig; automatische Querschneider und formatgenaue Wickelrezepte sichern reproduzierbare Rollenparameter. So werden Laufverhalten, Verklebungseigenschaften und Festigkeitswerte der späteren Wellpappe unterstützt. Relevante Prüfungen umfassen u. a. ISO 536 (Grammatur), ISO 287 (Feuchte), ISO 1924-2 (Zug), ISO 7263 (CMT für Fluting), ISO 12192 (SCT) sowie Oberflächen- und Saugverhalten nach ISO 8791-2 und ISO 535.

Typische Papierparameter und Normbezüge

Fluting liegt häufig im Bereich von etwa 100–180 g/m², Liner je nach Anwendung zwischen ca. 90–250 g/m². Der zielsichere Feuchtegehalt bewegt sich meist in engen Toleranzen, um Planlage, Rillbarkeit und Verklebung zu stabilisieren. Gleichmäßige Wickelhärteprofile und saubere Schnittkanten reduzieren Staubbildung, Falten, Randbeschädigungen und Bahnschwingungen in Hochgeschwindigkeitsanlagen.

Einsatz von Jumborollen in der Wellpappenproduktion

Jumborollen werden vor allem in der Wellpappenindustrie eingesetzt. Sie dienen als Basis für die Herstellung von Wellpappe, die dann zur Produktion der vielseitigen Verpackungslösungen dient. Die Jumborolle wird entrollt und durchläuft verschiedene Maschinen, in welchen das Papier gewellt, verklebt und in Form gebracht wird. Auf diese Weise entsteht die Wellpappe, die dann zu unterschiedlichsten Verpackungsformen weiterverarbeitet wird. Prozessstabilität hängt dabei wesentlich von der Rollengeometrie, der Bahnglätte und der Feuchtehomogenität ab.

  • Vorwärmen und Konditionieren: Fluting und Liner werden auf definierte Temperatur und Feuchte gebracht, um ein stabiles Wellenprofil und eine sichere Verklebung zu erzielen.
  • Wellenbildung: Das Fluting wird im Riffelwalzenpaar geformt; daraus resultieren Profile wie B-, C- oder E-Welle und deren Kombinationen.
  • Verklebung: Stärkehaltige Klebstoffe verbinden Welle und Deckenpapiere zu ein- oder mehrwelligen Verbünden.
  • Weiterverarbeitung: Rillen, Schneiden und Längs- bzw. Querschnitt formen Bögen oder Zuschnitte für Falt- und Stanzteile.
  • Single Facer und Double Backer: Die erste Decke wird mit dem gewellten Fluting verbunden; anschließend erfolgt das Aufbringen der Außendecke zur fertigen ein- oder doppeltwelligen Bahn.
  • Prozessparameter: Bahnspannung, Vorheizerumschlingung, Anpressdruck und Klebstoffviskosität werden an Grammatur und Geschwindigkeit der Wellpappanlage angepasst.

Vor- und Nachteile von Jumborollen

Der Einsatz von Jumborollen bietet eine Vielzahl von Vorteilen. Sie ermöglichen eine effiziente Produktion von Wellpappe und reduzieren den Rohstoffverbrauch. Zudem gewährleisten sie eine gleichbleibende Qualität der Wellpappe und reduzieren den Aufwand für den Transport und die Lagerung. Da Jumborollen direkt von der Papiermaschine kommen, können mögliche Zwischenschritte und damit Fehlerquellen bei der Herstellung eliminiert werden. Allerdings sind auch Nachteile zu beachten. Der Umgang mit den massiven Rollen erfordert eine besondere Expertise und spezielle Maschinen. Zudem sind spezielle Lagermöglichkeiten erforderlich, um die Jumborollen vor Feuchtigkeit und Beschädigungen zu schützen. Zusätzlich beeinflussen Rollenwechsel, Restmengenmanagement und Beschädigungen an Kanten oder Kern die Gesamtanlageneffizienz und Ausschussquote.

Vorteile im Überblick

  • Kontinuierliche Prozesse: Lange Laufzeiten ohne häufige Rollenwechsel unterstützen hohe Anlagenauslastungen.
  • Konstante Qualität: Einheitliche Grammatur-, Feuchte- und Festigkeitsprofile verbessern die Prozessstabilität.
  • Materialeffizienz: Präzise Breiten reduzieren Beschnittverluste; optimierte Wicklung minimiert Ausschuss.
  • Prozesssicherheit: Dokumentierte Chargen und Spezifikationen erhöhen die Rückverfolgbarkeit.
  • Planungssicherheit: Standardisierte Kernmaße und Breiten erleichtern Disposition, Spleißplanung und Formatwechsel.
  • Geringere Stillstandszeiten: Lange Lauflängen senken die Rüsthäufigkeit und unterstützen stabile Taktzeiten.

Herausforderungen und Risiken

  • Handling: Das hohe Gewicht erfordert geeignete Hebe- und Spanntechnik sowie geschultes Personal.
  • Empfindliche Kanten: Beschädigte Rollenränder führen zu Laufstörungen und Qualitätsdefiziten.
  • Klimaeinflüsse: Abweichungen bei Temperatur und Luftfeuchte beeinträchtigen Verklebung und Wellenbildung.
  • Flächenbedarf: Sichere Lagerzonen und geeignete Abstützungen sind notwendig.
  • Kernstabilität: Verformte Hülsen können exzentrischen Lauf und Vibrationen verursachen.
  • Teleskopieren und Sackbildung: Ungleichmäßige Wickelhärte oder falsche Bahnspannung begünstigen Rollenfehlerbilder.

Lagerung, Handling und Arbeitssicherheit

Jumborollen sollten in trockenen, temperierten Bereichen gelagert werden. Konstante Bedingungen reduzieren Schwankungen der Papierfeuchte und verhindern Verformungen. Rollen sind gegen Wegrollen und Kantenbeschädigungen zu sichern, etwa durch geeignete Lagerböcke. Beim Transport kommen Rollenklammern oder Dornaufnahmen zum Einsatz; zulässige Anpresskräfte und Hebepunkte sind einzuhalten. Rollenwechsel erfolgen idealerweise mittels Spleiß (Überlapp- oder Stoßverklebung) bei kontrollierter Bahnspannung, um Produktionsstopps zu vermeiden. Persönliche Schutzausrüstung und definierte Verkehrswege erhöhen die Sicherheit im Materialfluss. Empfehlenswert sind klimatisierte Lagerzonen (z. B. feuchte- und temperaturstabile Bereiche), ausreichende Akklimatisationszeiten vor der Verarbeitung und regelmäßige Prüfungen von Kran- und Spannzeugen, um Schäden an Kernen, Kanten und Rollenoberflächen zu vermeiden.

Technische Spezifikationen und Maße

Wesentliche Kenngrößen von Jumborollen sind Rollenbreite, Durchmesser, Kerninnendurchmesser, Grammatur, Feuchtegehalt und Wickelhärte. Typische Breiten richten sich nach den Anlagenformaten der Wellpappanlage; Durchmesser und Rollenlänge sind auf die gewünschte Laufzeit abgestimmt. Der Feuchtegehalt bewegt sich in einem engen Toleranzfenster, um Verklebung und Planlage der fertigen Bahn zu sichern. Festigkeitskennwerte (z. B. Ring Crush, Short-Span Compression) werden über die Rohpapierwahl und Prozessführung erreicht.

Für die Auslegung der Materiallogistik, die Schnittplanung und die Anpassung an Maschinenformate sind präzise Maße entscheidend. Weiterführende Erläuterungen zu relevanten Abmessungen und Toleranzen unterstützen die Umrechnung zwischen Breite, Umfang, Laufmeter und Gewichtskennwerten. Praxisorientiert lässt sich die Lauflänge einer Rolle näherungsweise aus Außendurchmesser, Kernmaß und mittlerer Schichtdicke bestimmen (vereinfachte Zylinderlagen-Annäherung). Übliche Kernmaße, gängige Breitenfenster und zulässige Toleranzen sollten mit den Spezifikationen der Wellpappanlage abgeglichen werden, um effiziente Spleißpunkte und minimale Restlängen sicherzustellen.

Typische Orientierungswerte: Kerninnendurchmesser häufig 76 mm oder 152 mm; Arbeitsbreiten abgestimmt auf die Wellpappanlage; Außendurchmesser abhängig von Grammatur und Lauflänge. Ein homogener Wickelaufbau mit sauberer Kante erleichtert hohe Produktionsgeschwindigkeiten, reduziert Bahnschwingungen und unterstützt eine stabile Verklebung.

Nachhaltigkeit und Kreislaufaspekte

Jumborollen auf Basis von Recyclingfasern tragen zur Ressourcenschonung bei; auch bei Primärfasern steht die effiziente Nutzung von Energie und Wasser im Fokus. Stärkeklebstoffe, optimierte Trocknungsprozesse und geringer Beschnitt unterstützen eine material- und energiearme Produktion. Durch sortenreine Stoffströme lassen sich Reste und Anfahrbahnen erneut dem Kreislauf zuführen. Wärmerückgewinnung, Wasserkreisläufe und prozessintegrierte Qualitätsregelungen verringern zudem den ökologischen Fußabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Wellpappenverpackungen.

Zusatzinformationen zu Jumborollen

Jumborollen sind ein wesentlicher Bestandteil in der Wellpappenindustrie, und daher auch immer wieder Gegenstand von Weiterentwicklungen. In jüngster Zeit hat beispielsweise der Trend zur Digitalisierung auch vor diesen Giganten nicht Halt gemacht. Moderne Maschinen zur Herstellung und Verarbeitung von Jumborollen sind heute mit hocheffizienten Sensoren und Softwaresystemen ausgestattet, die eine laufende Qualitätskontrolle und Optimierung der Produktionsprozesse ermöglichen. Ergänzend werden intelligente Wickelrezepte, inline Feuchte- und Grammaturprofile sowie vorausschauende Wartungsstrategien eingesetzt, um Ausreißer zu minimieren und Prozessfenster stabil zu halten.

Ergänzend kommen Produktionsleitsysteme zum Einsatz, die Materialchargen, Prozessparameter und Qualitätsdaten verknüpfen. Inline-Messtechnik überwacht Feuchte-, Flächengewichts- und Temperaturprofile; prädiktive Analysen helfen beim Erkennen von Laufstörungen, bevor Qualitätsabweichungen entstehen. Automatisierte Spleißsysteme, definierte Wickelrezepte und standardisierte Prüfpläne unterstützen eine stabile Weiterverarbeitung an der Wellpappanlage. Typische Fehlerbilder wie Randrisse, Barré-Effekte, Kantenquetschungen oder Sternbildung werden durch sauberen Beschnitt, korrekte Bahnspannung und geeignete Lagerbedingungen deutlich reduziert.

Zusammenfassung:

  • Jumborollen, auch als Großrollen bekannt, sind wesentliche Materialien in der Wellpapp-Produktion und bereichern die Verpackungsbranche durch ihre Vielseitigkeit.
  • Diese speziellen Rollen erlauben eine effiziente und kostengünstige Herstellung von Verpackungsmaterialien, einschließlich Wellpappe, was für Unternehmen, die Verpackungslösungen suchen, von großem Nutzen ist.
  • Zusätzlich zur Kosteneffizienz ermöglichen Jumborollen eine Nachhaltigkeit in der Produktion, da sie aus recycelbaren Materialien bestehen und dazu beitragen, den ökologischen Fußabdruck von Verpackungsunternehmen zu reduzieren.
  • Konstante Rollenparameter (Grammatur, Feuchte, Breite) sichern die Prozessstabilität und erleichtern Planung, Zuschnitt und Weiterverarbeitung.
  • Geeignete Lagerbedingungen, schonendes Handling und präzise Spleißtechnik minimieren Ausschuss und vermeiden Laufstörungen.
  • Digitale Mess- und Regelsysteme unterstützen die laufende Qualitätskontrolle und eine ressourcenschonende Produktion.
  • Standardisierte Kernmaße, definierte Wickelhärte und saubere Schnittkanten verbessern das Laufverhalten an der Wellpappanlage.
  • Die richtige Auslegung von Breite, Durchmesser und Lauflänge der Jumborollen erleichtert Logistik, Restmengenmanagement und stabile Taktzeiten.
  • Ein abgestimmtes Zusammenspiel von Rohpapierqualität, Klima und Maschineneinstellungen ist entscheidend für reproduzierbare Verpackungsergebnisse.

Veröffentlicht am 11.07.2024
Letzte Überarbeitung am 04.11.2025 um 12:34 Uhr von Sebastian Würth

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