Besuchen Sie uns auf der E-Commerce Berlin Expo Stand D6 vom 17. - 18. Februar 2026 in Berlin.

Sofortkontakt

Wellstar-Packaging GmbH
Hubert-Weisser-Straße 2
78199 Bräunlingen

Tel. +49 (0)771 / 9294886-0
E-Mail info@wellstar-packaging.de

Klischeedruck

Wellpappe gilt weltweit als praktisches und effizientes Verpackungsmaterial für eine Vielzahl von Anwendungen. Gleichzeitig spielt die Gestaltung der äußeren Hülle eine wesentliche Rolle: der Druck auf der Verpackung. Hier kommt der Begriff Klischeedruck ins Spiel, der sich als verbreitete Methode zur Bedruckung von Wellpappe etabliert hat und auf die Anforderungen moderner Gestaltungen und Informationskennzeichnungen ausgerichtet ist. Der Fokus liegt dabei auf reproduzierbarer Qualität, robusten Prozessen und verlässlicher Lesbarkeit von Motiven, Texten und Codes. Ergänzend berücksichtigt der Klischeedruck Aspekte wie Farbkonstanz über die gesamte Auflage, normgerechte Code-Qualität und eine materialschonende Verarbeitung, um die Stabilität der Wellpappe zu erhalten.

Was versteht man unter Klischeedruck?

Der Klischeedruck ist ein spezielles Druckverfahren im Hochdruckprinzip, bei dem eine druckende Vorlage (das Klischee) verwendet wird. Diese Vorlage besitzt erhabene Druckelemente, die Farbe annehmen und auf das Substrat – in diesem Fall die Wellpappe – übertragen. Der Vorgang ähnelt einem Stempel: Das Klischee entspricht dem Stempel, die Wellpappe dem zu bedruckenden Material. In der Praxis handelt es sich häufig um eine Ausprägung des Flexodrucks, bei dem elastische Photopolymer-Klischees, eine Rasterwalze zur Farbübertragung und ein Gegendruckzylinder zusammenwirken. Typische Parameter sind Klischeedicke, Reliefhöhe und Härtegrade (z. B. Shore A), die in Verbindung mit dem verwendeten Montageband (Klebebanddicke und Kompressibilität) die Punktbildung, den Tonwert und die Kantenwiedergabe maßgeblich beeinflussen.

Funktionsweise im Überblick

  1. Das Klischee wird auf einem Zylinder montiert und exakt positioniert.
  2. Eine Rasterwalze (Anilox) dosiert die Farbe gleichmäßig und übergibt sie an das Klischee.
  3. Das erhabene Motiv überträgt die Farbe unter definiertem Druck auf den Wellpappenbogen oder die Bahn.
  4. Trocknung und Weiterverarbeitung folgen, beispielsweise Rillen, Stanzen oder Falten.
  5. Passer und Register werden eingestellt, um mehrfarbige Motive deckungsgleich zu drucken.
  6. Inline-Qualitätskontrollen (z. B. Dichte, Farbmessung, Code-Prüfung) sichern die Prozessstabilität.

Die Klischees bestehen in der Regel aus widerstandsfähigem Photopolymer oder Gummi und können bei sachgemäßer Handhabung über lange Zeit stabile Ergebnisse liefern. Die Auflösung und Detailtreue hängen von der Klischeequalität, der Anilox-Spezifikation, der Farbformulierung und der Beschaffenheit der Wellpappe (Wellenart, Deckpapiere, Feuchte) ab. Einflussgrößen sind unter anderem die Wellenprofile (z. B. E-, B-, C-, BC-Welle), die Oberflächenleimung und der Faserverbund der Deckpapiere (Kraftliner, Testliner), deren Saugverhalten und Glätte die Punktzunahme und die Flächendeckung beeinflussen.

Verfahren und Anwendung in der Verpackungsbranche

Im Bereich der Wellpappe-Verpackungen wird der Klischeedruck zum Aufbringen von Logos, Markenfarben, Piktogrammen, Barcodes, QR-Codes, Warn- und Handlinghinweisen sowie Produktinformationen eingesetzt. Das Verfahren lässt sich an verschiedenen Stationen integrieren: als Direktdruck auf dem Zuschnitt (Postprint) oder als Vordruck auf einer Papierbahn mit anschließender Kaschierung (Preprint). Die Farbauswahl reicht von Standardfarbtönen bis zu definierten Sonderfarben; es kommen überwiegend wasserbasierte Farben zum Einsatz. Für konstante Ergebnisse sind Viskosität, Temperatur und pH-Wert der Farbe zu kontrollieren; die Trocknung erfolgt typischerweise über Warmluft, IR oder kombinierte Systeme, die auf das Material und die Liniengeschwindigkeit abgestimmt sind.

Direktdruck (Postprint) und Vordruck (Preprint)

  • Direktdruck: Motivübertragung unmittelbar auf die Wellpappe. Vorteile sind kurze Wege und hohe Prozessgeschwindigkeiten. Die Wellenstruktur kann das Druckbild beeinflussen (z. B. Feinstverläufe), was bei der Motivgestaltung berücksichtigt wird. Typische Anwendungen sind Versandverpackungen, Regalkartons und E-Commerce-Boxen, bei denen robuste Volltöne und klar lesbare Codes gefordert sind.
  • Vordruck: Bedruckung einer glatten Papierbahn vor der Wellpappenherstellung. Eignet sich für sehr feine Motive und größere Auflagen mit hohen Anforderungen an Flächendeckung und Tonwertstabilität, anschließend Kaschierung auf die Welle. Diese Variante reduziert wellenbedingte Einflüsse auf Rasterverläufe und Bildmotive und ermöglicht höhere Rasterfeinheiten.

Typische Anwendungsfelder

  • Unternehmenskennzeichnung: Logos, Slogans, Farbflächen zur Wiedererkennung.
  • Information und Logistik: EAN/UPC, QR-Codes, Chargen- und Artikelnummern, Pfeile, Symbole, Handling- und Recyclinghinweise.
  • Rechtlich erforderliche Angaben: Warnpiktogramme und Gefahrenhinweise, sofern relevant.
  • Display- und Regalkartons (SRP/RRP) mit klarer Signalwirkung und strukturierter Informationshierarchie.
  • Transport- und Lagerkennzeichnungen mit standardisierten Symbolen für eine eindeutige Handhabung.

Datenaufbereitung und Gestaltung

  • Repro: Anpassung an Tonwertzunahme, Raster und Linienstärken für eine sichere Druckumsetzung.
  • Schriften und Linien: Ausreichende Strichstärken, gut lesbare Schriftgrößen, vorsichtiger Einsatz negativer Schriften auf Volltonflächen.
  • Farbmanagement: Abgleich definierter Hausfarben, konsistente Farbführung über Anilox- und Farbwahl.
  • Passer und Register: Saubere Ausrichtung mehrfarbiger Motive durch präzise Rüstprozesse.
  • Abgleich mit Konstruktionsdaten: Druckbild muss Falzungen, Stanzungen und spätere Sichtbereiche berücksichtigen; dazu gehören auch genaue Abmessungen und maßliche Vorgaben im Überblick.
  • Trapping und Überfüllungen: Definierte Überlappungen verhindern Blitzer zwischen Farbauszügen auf strukturierten Substraten.
  • Minimalpunkt und Rasterstrategie: Festlegung von kleinsten druckbaren Punkten, geeignete Rasterwinkel und -feinheiten je Wellenart.
  • Barcode-Optimierung: Berücksichtigung von Barbreitenreduktion, Ruhezone und Oberflächenkontrast für hohe Lesesicherheit.

Normen, Toleranzen und Prüfmethoden

  • Farbnormung: Prozessführung anhand definierter Zielwerte (z. B. Dichte, Lab) und regelmäßigem Abgleich über Messkeile.
  • Codes: Prüfung nach ISO/IEC-Vorgaben und GS1-Empfehlungen (z. B. ISO/IEC 15416 für lineare Barcodes) zur Sicherstellung der Scanbarkeit.
  • Dokumentation: Hinterlegung von Freigabemustern, Maschinenparametern und Prüfprotokollen zur Reproduzierbarkeit.

Unterschied zum Offsetdruck und Digitaldruck

Im Vergleich zu anderen Drucktechniken weist der Klischeedruck eigenständige Merkmale auf. Der Offsetdruck nutzt flache Druckplatten und ist besonders für hohe Auflösungen geeignet; in der Wellpappenpraxis wird er häufig über Kaschierung eingesetzt (Vordruck auf Papier, anschließend aufkaschiert). Die Einrichtung kann mehr Vorlauf erfordern, überzeugt jedoch bei feinen Rasterverläufen und Bildmotiven. Zudem ist der Offsetvordruck in Kombination mit hochwertigen Deckpapieren eine Option für anspruchsvolle Bilddarstellungen.

Der Digitaldruck bietet sehr hohe Flexibilität, kurze Rüstzeiten und Eignung für kleine Losgrößen oder variable Inhalte. Bei großflächigen Volltönen oder definierten Sonderfarbtönen kann die Farbsättigung und Homogenität je nach Technik variieren. Der Klischeedruck punktet mit stabilen Vollflächen, Prozessgeschwindigkeit und beständiger Reproduzierbarkeit über viele Bögen hinweg. Hybride Strategien, bei denen variable Daten digital und konstante Elemente im Klischeedruck umgesetzt werden, sind in der Praxis ebenfalls anzutreffen.

Vor- und Nachteile von Klischeedruck

Im Bereich der Wellpappe-Verpackungen bringt der Einsatz des Klischeedrucks zahlreiche Vorteile mit sich. Die Druckvorlagen sind langlebig und in hohen Auflagen bei gleichbleibender Qualität nutzbar. Die Farbwiedergabe ist präzise, Vollflächen sind stabil reproduzierbar und es lassen sich Sonderfarben, Lacke oder spezielle Effekte einbinden. Demgegenüber stehen anfängliche Kosten für die Herstellung der Druckplatten, begrenzte Flexibilität bei kurzfristigen Motivänderungen (Plattenneuanfertigung) und eine durch die Wellengeometrie bedingte Grenze für sehr feine Rasterverläufe. In Summe eignet sich das Verfahren besonders für mittlere bis große Auflagen mit wiederkehrenden Motiven.

  • Vorteile: hohe Prozessgeschwindigkeit, robuste Werkzeuge, konsistente Qualität, geeignete Volltonabdeckung, wasserbasierte Farben.
  • Herausforderungen: initiale Klischeekosten, sorgfältige Rüstprozesse, wellenbedingte Einflüsse auf Feinstdetails, Passergenauigkeit bei Mehrfarbigkeit.
  • Zusatzaspekte: definierte Sonderfarben, geeignete Trocknungssysteme, dokumentierte Parameter für Wiederholaufträge.

Qualitätskriterien und technische Parameter

  • Auflösung und Raster: Wahl der Rasterfeinheit in Abhängigkeit von Wellenart und Deckpapier.
  • Anilox-Spezifikation: Volumen und Linienzahl bestimmen Farbmenge und Detailgrad.
  • Druckkraft und Andruck: Definiert die Punktübertragung und verhindert Quetschränder.
  • Materialeinfluss: Feuchte, Steifigkeit und Oberflächenleimung der Deckpapiere beeinflussen das Ergebnis.
  • Barcodes und Codes: Anforderungen an Kontrast, Ruhezone und Strichbreiten für zuverlässige Lesbarkeit.
  • Prozesskontrolle: Farbmessung, Dichte- und Tonwertkontrolle, regelmäßige Klischeepflege.
  • Farbviskosität und pH: Konstante Fließeigenschaften sichern Tonwertstabilität und gleichmäßige Flächen.
  • Trocknung und Energieeintrag: Angepasst an Substrat und Geschwindigkeit, um Verwellen oder Durchschlagen zu vermeiden.
  • Planlage und Bogeneigenschaften: Minimierung von Toleranzen durch Konditionierung und geeignete Lagerbedingungen.

Praxisbeispiele und Motivarten

  • Logos und Wortmarken auf Versand- und Produktverpackungen zur eindeutigen Zuordnung.
  • Handling- und Recyclingpiktogramme, Warn- und Richtungspfeile für Lager und Transport.
  • Produkt- und Chargeninformationen sowie maschinenlesbare Codes für Rückverfolgbarkeit.
  • Saisonale Kennzeichnungen, Serienhinweise oder Aktionsmarkierungen mit klarer Abgrenzung der Informationsbereiche.

Kostenfaktoren und Wirtschaftlichkeit

  • Werkzeuge: Klischeeherstellung als einmalige Investition je Motiv und Format.
  • Rüstzeiten: Einrichtung von Farben, Anilox und Passer; Einfluss auf kleinere Auflagen.
  • Material- und Farbwahl: Einfluss auf Deckung, Trocknung, Oberflächenglanz und Lesbarkeit.
  • Wiederholaufträge: Vorteilhaft durch vorhandene Klischees und dokumentierte Maschinenparameter.
  • Auflagenhöhe und Break-even: Wirtschaftlichkeit steigt mit wiederkehrenden Motiven und konstanten Stückzahlen.
  • Lebensdauer und Pflege: Sorgfältige Reinigung und Lagerung verlängern die Nutzungsdauer der Klischees.

Fehlerbilder und Abhilfe

  • Quetschränder: Andruck reduzieren, Klischeehärte und Montageband prüfen, Aniloxvolumen anpassen.
  • Unruhige Vollflächen: Geeignete Anilox-Wahl, Viskosität stabilisieren, Bahnführung optimieren.
  • Passerabweichungen: Registereinstellungen kontrollieren, Substratspannung und Planlage verbessern.
  • Unleserliche Barcodes: Kontrast erhöhen, Barbreitenreduktion korrekt anwenden, Ruhezone freihalten.
  • Schablonieren/Ghosting: Farbversorgung und Aniloxreinigung optimieren, Rasterwechsel erwägen.

Wartung, Lagerung und Lebensdauer von Klischees

Klischees sollten nach dem Druck schonend gereinigt, getrocknet und flach gelagert werden. Direkte Sonneneinstrahlung und hohe Temperaturen sind zu vermeiden. Dokumentierte Reinigungsmittel und -zyklen, Schutzfolien sowie eine eindeutige Kennzeichnung unterstützen konstante Ergebnisse bei Folgeaufträgen und reduzieren Einrichtzeiten.

Nachhaltigkeitsaspekte im Klischeedruck

Wasserbasierte Farben, sparsame Farbvolumina und prozessstabile Einstellungen unterstützen ressourcenschonende Abläufe. Eine angepasste Trocknung, die das Substrat nicht übermäßig erwärmt, hilft, Materialeigenschaften zu erhalten. Zudem erleichtert ein präzises und gut lesbares Druckbild die sortenreine Trennung und das Recycling bedruckter Wellpappe.

Zusammenfassung:

  • Der Klischeedruck ist eine spezielle Drucktechnik, die hochwertige Druckbilder liefert, ideal für Firmen, die nach exzellenter Qualität bei Verpackungen aus Wellpappe suchen.
  • Durch sein hochpräzises und detailgetreues Drucken sorgt Klischeedruck für ein bemerkenswertes Verpackungsdesign, wodurch Produkte auf eindrucksvolle Weise hervorgehoben werden können.
  • Außerdem ist Klischeedruck eine kostengünstige Option bei großen Druckauflagen, was ihn zu einer attraktiven Wirtschaftslösung für Unternehmen im Verpackungsbereich macht.
  • In der Praxis überzeugt das Verfahren durch stabile Vollflächen, definierte Sonderfarben und reproduzierbare Ergebnisse über lange Serien.
  • Grenzen bestehen bei kurzfristigen Motivänderungen und sehr feinen Rasterdetails, die je nach Wellenart und Material variieren können.
  • Für konsistente Resultate sind abgestimmte Klischees, geeignete Anilox-Spezifikationen, kontrollierte Farben und eine sorgfältige Prozessführung maßgeblich.

Veröffentlicht am 10.06.2025
Letzte Überarbeitung am 28.11.2025 um 11:09 Uhr von Julia Kopp

Zitieren oder teilen Sie diesen Artikel gerne!