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Kompostierbare Verpackung

Um den steigenden Anforderungen an eine nachhaltige und umweltfreundliche Verpackung gerecht zu werden, gewinnt das Thema Kompostierbare Verpackung immer mehr an Relevanz. Insbesondere im Bereich der Wellpappe-Verpackungen wird dieser innovative Ansatz zunehmend genutzt, um die Auswirkungen auf die Umwelt zu minimieren und eine ressourcenschonende Verpackungslösung anzubieten. Für viele Anwendungen verbindet sie funktionale Sicherheit mit einem klar definierten End-of-Life-Pfad, der die Rückführung in den biologischen Kreislauf ermöglicht. Neben der Materialwahl rücken Kriterien wie Kompostierbarkeit unter realistischen Bedingungen, Schadstofffreiheit und angemessene Haltbarkeit im Nutzungszeitraum in den Fokus. Darüber hinaus steigt die Bedeutung einer eindeutigen Kennzeichnung, nachvollziehbarer Prüfberichte und einer konsistenten Qualitätssicherung, damit die ökologische Vorteilhaftigkeit in der Praxis zuverlässig erreicht wird. Auch Aspekte wie Materialeffizienz, reduzierte Grammaturen, optimierte Packgüterführung und eine ressourcenschonende Fertigung tragen zur Gesamtwirksamkeit kompostierbarer Lösungen bei. Zunehmend relevant sind außerdem klare, normkonforme Aussagen zur vorgesehenen Entsorgungsroute sowie belastbare Ökobilanzen, die den tatsächlichen Einsatzkontext berücksichtigen.

Definition: Was versteht man unter kompostierbaren Verpackungen?

Als kompostierbare Verpackungen werden solche bezeichnet, die vollständig biologisch abbaubar sind. Sie bestehen aus natürlichen oder natürlichbasierten Materialien, die sich unter definierten Kompostierbedingungen zersetzen können. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verpackungen hinterlassen sie nach ihrer Zersetzung keinen schädlichen Abfall und tragen somit zu einem kreislauforientierten Wirtschaftssystem bei. Kompostierbar bedeutet dabei mehr als nur 'abbaubar': Gefordert sind definierte Zeiträume für die Desintegration, Grenzwerte für Schwermetalle und die Unbedenklichkeit des entstehenden Komposts für Bodenorganismen. In Europa beschreibt die Norm EN 13432 die maßgeblichen Kriterien für industriell kompostierbare Werkstoffe. Zusätzlich wird zwischen industrieller und haushaltsnaher Kompostierung unterschieden, da Temperatur, Feuchte und Verweilzeit die Zersetzung entscheidend beeinflussen. Für die Einordnung ist wesentlich, dass Kompostierbarkeit stets auf geprüften Materialkombinationen beruht und nicht pauschal von Einzelbestandteilen auf das Gesamtsystem geschlossen werden kann. Ergänzend verweisen internationale Prüfmethoden, etwa für den Abbau unter kontrollierter Kompostierung, auf standardisierte Bedingungen und Auswerteverfahren, die eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse ermöglichen.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Biologisch abbaubar beschreibt grundsätzlich den Abbau durch Mikroorganismen, ohne zwingende Fristen oder Prüfbedingungen. Kompostierbar legt konkrete Anforderungen an Zeit, Rückstandsfreiheit und Ökotoxikologie fest. Recyclingfähig wiederum meint die stoffliche Wiederverwertbarkeit in technischen Kreisläufen; beides kann sich ergänzen, hat aber unterschiedliche Ziele und Infrastrukturen. Auch biobasiert ist nicht gleichbedeutend mit kompostierbar: Biobasierte Materialien können kompostierbar sein, müssen es aber nicht, während umgekehrt kompostierbare Materialien nicht zwingend biobasiert sein müssen. Eigenschaften wie Abbaubarkeit im Meer oder in offenem Gewässer sind hiervon nicht umfasst und sollten ohne spezifische Nachweise nicht behauptet werden.

Zertifizierungen und Nachweise

Gängige Prüfzeichen beruhen auf Normen wie EN 13432 (Industrielle Kompostierung). Sie prüfen Desintegration, biologischen Abbau, Schwermetallgehalte und Pflanzenverträglichkeit. Für die Praxis ist wichtig: Prüfzeichen beziehen sich auf definierte Materialkombinationen. Änderungen an Beschichtungen, Klebstoffen oder Druckfarben können die Kompostierbarkeit beeinflussen und sollten entsprechend bewertet werden. Seriöse Nachweise umfassen Prüfberichte zu Abbaugrad (CO₂-Freisetzung), Siebdurchgang nach der Kompostierungsphase sowie Ökotoxizitätsprüfungen an Keimpflanzen. Ergänzend können nationale Leitfäden und kommunale Vorgaben zu Kennzeichnung und Entsorgungswegen herangezogen werden. Für eine belastbare Dokumentation sind Gültigkeitszeiträume, Versionsstände der Prüfpläne und eine eindeutige Identifikation der geprüften Materialien anzugeben; digitale Zertifikatsnummern und prüfbare QR-basierte Abrufe erhöhen die Nachvollziehbarkeit.

Prüfbedingungen nach EN 13432 im Überblick

Herstellung von kompostierbaren Verpackungen aus Wellpappe?

Die Herstellung von kompostierbaren Verpackungen aus Wellpappe beginnt mit dem naturbelassenen Rohmaterial. Dieses wird zu Wellpappe verarbeitet, die als Grundlage für die kommenden Verpackungen dient. Weiterhin werden Biopolymere genutzt, um die Wellpappe zu beschichten und sie widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit und Fett zu machen. Bei der Herstellung wird besonders darauf geachtet, dass nur kompostierbare Materialien verwendet werden, um eine problemlose Kompostierung zu gewährleisten. Der gesamte Prozess erfordert ein hohes Maß an Präzision und Sorgfalt, um das Endprodukt, die kompostierbare Wellpappe-Verpackung, zu erreichen. Ergänzend kommen stärke- oder dextrinbasierte Klebstoffe, wasserbasierte Druckfarben sowie Faserstoffe mit geeignetem Recyclinganteil zum Einsatz. Ziel ist eine homogene Materialkombination, die im Nutzungszeitraum stabil und in der Verwertung vollständig abbaubar ist. Prozessseitig sind Bahnlauf, Kaschierung, Rillung und Klebung so auszulegen, dass mechanische Kennwerte (z. B. ECT, BCT) mit der Kompostierbarkeit in Einklang gebracht werden. Energieeffiziente Trocknungs- und Leimauftragsprozesse sowie eng tolerierte Prozessfenster unterstützen Qualität, Reproduzierbarkeit und eine verlässliche Desintegration am Lebensende.

Materialien und Barrieren

Für Barrierefunktionen werden häufig biobasierte Polymere (z. B. PLA, PHA) oder kompostierbare Dispersionsbeschichtungen genutzt. Sie verbessern Fett- und Feuchteresistenz, ohne die biologische Verwertung zu verhindern. Auch pflanzenbasierte Wachse oder spezielle Papierveredelungen können zum Einsatz kommen. Die Auswahl erfolgt anwendungsabhängig: Trockenwaren benötigen meist geringere Barrieren als feuchte oder fetthaltige Inhalte. Zusätzlich können nanocellulose- oder mineralische Additivsysteme die Barriereleistung unterstützen, sofern sie im Gesamtsystem die Anforderungen an Desintegration und Ökotoxikologie erfüllen. Für sensible Inhalte sind messbare Kenngrößen wie WVTR und OTR hilfreich; vielfach bewähren sich fluorfreie, migrationsarme Barrieren, die sowohl die Lebensmittelkonformität als auch die Kompostierbarkeit stützen.

Druck, Klebung und Verarbeitung

Druckfarben und Lacke sollten formal auf Kompostierbarkeit geprüft sein. Gleiches gilt für Hotmelts und Kaschierklebstoffe. Bei der Konstruktion tragen Perforationen, Rillungen und passgenaue Zuschnitte dazu bei, Material einzusparen und die Funktion zu sichern. Produktionsprozesse berücksichtigen zudem die erforderliche Maßhaltigkeit, sodass Abmessungen und Festigkeit auf das jeweilige Produkt abgestimmt sind. Empfohlen wird der Einsatz von mineralölfreien, wasserbasierten Systemen mit geeigneten Pigmenten und Bindemitteln, um Rückstände im Kompost zu vermeiden. Auch die Wahl der Wellenarten (z. B. E-, B- oder C-Welle) beeinflusst Steifigkeit, Polsterwirkung und Flächengewicht und sollte auf den konkreten Anwendungsfall abgestimmt werden. Zur Minimierung potenzieller MOSH/MOAH-Einträge sind geeignete Rezepturen und Barriereschichten zu wählen, ohne die Desintegration zu beeinträchtigen.

Wellpappensorten und Fluten

Ein- und zweiwellige Qualitäten (z. B. EB oder BC) ermöglichen eine Anpassung an unterschiedliche Belastungsprofile. Feine Fluten begünstigen eine gute Bedruckbarkeit und präzise Stanzungen, gröbere Fluten erhöhen die Polsterwirkung. Für kompostierbare Lösungen ist eine ausgewogene Kombination aus Faserqualität, Grammatur und Wellengeometrie sinnvoll, um einerseits die mechanischen Anforderungen zu erfüllen und andererseits die Desintegration im Kompostprozess nicht zu behindern. Parallel sind Maschinenlaufeigenschaften und die Eignung für Automatisierungsschritte in der Weiterverarbeitung zu beachten.

Anwendungsbereiche der kompostierbaren Verpackungen?

Die Anwendungsbereiche für kompostierbare Verpackungen sind vielfältig. Sei es im Lebensmittelsektor, wo sie als Alternative zur herkömmlichen Plastikverpackung dienen können, oder im Online-Handel, wo sie zum nachhaltigen Versand von Waren genutzt werden. Auch im Bereich der Industrie oder bei der Verpackung von Lebensmitteln finden die umweltfreundlichen Wellpappe-Verpackungen ihren Einsatz. Ihre Vielseitigkeit macht sie zu einer idealen Lösung für eine Vielzahl von Branchen und Anforderungen. Typische Anwendungsfälle sind Faltschachteln, Versandkartonagen, Einsätze, Einlagen und Inlays, die empfindliche Güter sicher fixieren und gleichzeitig eine definierte biologische Verwertungsoption bieten. Darüber hinaus können Displayelemente, Zwischenlagen und Zuschnitte mit kompostierbaren Barrieren für temporäre Feuchtebeanspruchung ausgestattet werden. Besonders vorteilhaft sind kompostierbare Konzepte dort, wo unvermeidbare Lebensmittelanhaftungen das Papierrecycling erschweren und eine biologische Verwertung naheliegt.

Lebensmittel und Take-away

Kontakt mit trockenen Lebensmitteln wie Backwaren oder Trockenprodukten ist verbreitet. Für fettige oder feuchte Inhalte sind geprüfte Barrieren wichtig. To-go-Lösungen, Menüschalen mit Faserbasis und Umverpackungen profitieren von kurzer Nutzungsdauer und klarer Entsorgungsoption. Bei direktem Lebensmittelkontakt sind migrationsarme Systeme sowie die Einhaltung einschlägiger Lebensmittelkontaktvorgaben sicherzustellen. Für den Praxisbetrieb bewähren sich fluorfreie, öl- und fettabweisende Beschichtungen, die sowohl die benötigte Barriere über die vorgesehene Nutzungsdauer bereitstellen als auch normkonform abbaubar bleiben.

E-Commerce und Handel

Versandkartons, Schutzverpackungen und Polsterelemente aus Faserstoffen decken den Paketversand ab. Bei Retouren sind robuste Konstruktionen gefragt, die dennoch leicht zu trennen oder zu kompostieren sind. Für ergänzende Informationen zu materialbasierten Alternativen bietet der Beitrag mehr über nachhaltige Verpackungen aus Graspapier. Ergänzend lassen sich perforationsgestützte Öffnungshilfen, wiederverschließbare Laschen und variable Falthöhen so gestalten, dass sie ohne zusätzliche Fremdmaterialien auskommen. Für hohe Durchsatzraten sollte die Maschinenfähigkeit in Aufstell-, Verschluss- und Etikettierprozessen geprüft und dokumentiert werden.

Industrie und Non-Food

Kompostierbare Lösungen können für Kosmetik, Textilien, Ersatzteile oder Werbemittel eingesetzt werden, sofern die mechanischen Anforderungen erfüllt sind. Einlagen zur Produktfixierung und stoßdämpfende Elemente lassen sich faserbasiert ausführen. Für feuchte Prozessumgebungen sind kurzzeitstabile, dennoch kompostierbare Barrieren sinnvoll, die den Transport schützen und nach Gebrauch die biologische Verwertung nicht behindern. Optional unterstützen klare Kennzeichnungslösungen und chargenbezogene Rückverfolgbarkeit die Qualitätssicherung entlang der Lieferkette.

Gartenbau und Landwirtschaft

Faserbasierte Trays, Pflanz- und Setzlingsverpackungen sowie Schutzmanschetten können nach Gebrauch einer organischen Verwertung zugeführt werden. Für diese Anwendungen ist eine ausreichende Nassfestigkeit im Gebrauch und eine zügige Desintegration im Kompost oder Bodenumfeld im Anschluss entscheidend. Für den Abbau im Boden sind gesonderte Prüfprotokolle maßgeblich, da die Anforderungen von der industriellen Kompostierung abweichen können.

Vor- und Nachteile von kompostierbaren Verpackungen?

Kompostierbare Verpackungen haben eine Reihe von Vorteilen. Sie sind umweltfreundlich, da sie aus natürlichen Materialien bestehen und sich biologisch abbauen lassen. Darüber hinaus liefern sie einen Beitrag zur Abfallreduktion und zum Umweltschutz. Sie bieten zudem eine realistische und praktikable Alternative zu herkömmlichen Verpackungen. Durch klare Normen und Prüfprotokolle kann die Eignung objektiv nachgewiesen werden, was Planbarkeit und Rechtssicherheit erhöht.

  • Umweltfreundlich: Kompostierbare Verpackungen sind umweltfreundlich, da sie aus natürlichen Materialien bestehen und vollständig biologisch abbaubar sind.
  • Abfallreduktion: Mit dem Einsatz von kompostierbaren Verpackungen lässt sich das Volumen an Verpackungsabfall reduzieren.
  • Vielseitig einsetzbar: Die Verpackungen sind in vielen Bereichen einsetzbar, von der Lebensmittelverpackung bis hin zum Versandhandel.
  • Kreislaufführung: Definierter biologischer End-of-Life-Pfad mit Rückführung organischer Kohlenstoffe in den Boden.
  • Materialvereinfachung: Monomaterielle Faserlösungen erleichtern die Entsorgung und reduzieren Fremdstoffe.
  • Planungssicherheit: Normbasierte Prüfungen liefern belastbare Kriterien für Design und Qualitätssicherung.
  • Nutzungsorientierung: Barrieren und Konstruktionen können gezielt auf den erforderlichen Nutzungszeitraum abgestimmt werden.
  • Synergie bei Lebensmittelanhaftungen: Wo hohe Verschmutzungsgrade Recycling behindern, ist eine biologische Verwertung oft praktikabel.
  • Potenzial zur Qualitätssteigerung in Bioabfallströmen: Eindeutige Kennzeichnung und passende Materialwahl reduzieren Störstoffe.

Trotz der Vorteile gibt es auch einige Herausforderungen. Dazu gehört zum Beispiel die Verfügbarkeit der nötigen Infrastruktur zur Kompostierung. Zudem können bei der Verwendung von Wellpappe unter Umständen Probleme in Bezug auf die Stabilität oder die Barrierewirkung gegenüber Feuchtigkeit und Fett auftreten. Auch die Abgrenzung zu stofflicher Verwertungskanälen und die Vermeidung von Fehlwürfen erfordern klare Kommunikation.

  1. Infrastruktur: Die Verfügbarkeit von Kompostierungsanlagen kann regional stark variieren.
  2. Stabilität: Unter bestimmten Bedingungen kann Wellpappe an Stabilität einbüßen.
  3. Barrierewirkung: Wellpappe kann unter Umständen nur eine begrenzte Barrierewirkung gegenüber Feuchtigkeit und Fett bieten.
  4. Entsorgungswege: Fehlwürfe in Sammelsysteme oder ungeeignete Bedingungen verlangsamen den Abbau.
  5. Kosten und Verfügbarkeit: Spezielle Beschichtungen und zertifizierte Rohstoffe können preis- und lieferseitig schwanken.
  6. Kompatibilität mit Altpapierströmen: Nicht jede kompostierbare Beschichtung ist automatisch recyclingverträglich; die Zielroute sollte eindeutig definiert werden.
  7. Kommunikation: Missverständnisse bei Kennzeichnungen können zu falschen Entsorgungsentscheidungen führen.
  8. Prozessfenster in Anlagen: Kurze Verweilzeiten oder grobe Siebtechnik können die vollständige Desintegration erschweren.
  9. Ressourcenverluste: Im Vergleich zur Faserstoffverwertung gehen Materialwerte eher verloren, wenn keine Kreislaufführung vorgesehen ist.

Praxis-Hinweise für die Umsetzung

Für die Auswahl geeigneter Konstruktionen empfiehlt sich eine anwendungsbezogene Prüfung: geforderte Belastbarkeit, klimatische Bedingungen im Transport, Kontakt zu Lebensmitteln und die angestrebte Entsorgungsroute. Klar verständliche Hinweise zur Trennung und Entsorgung unterstützen die korrekte Nachnutzung. Wo verfügbar, können Kompostierungs- oder Bioabfallwege genutzt werden; alternativ ist eine werkstoffliche Verwertung über Altpapier zu prüfen, sofern die Materialkombination dies zulässt. In der Entwicklungspraxis bewährt sich ein iteratives Vorgehen mit Materialscreening, Prototypenbau, Transporttests und normnahen Kompostierprüfungen, um Funktionalität und End-of-Life konsistent abzusichern. Sinnvoll sind darüber hinaus definierte Spezifikationen, Kennzeichnungskonzepte mit eindeutigen Piktogrammen sowie die Dokumentation von Prüfserien und Chargenänderungen.

Rechtliche Rahmenbedingungen und Kennzeichnung?

Relevante Vorgaben ergeben sich aus europäischem Verpackungsrecht, Normenlandschaft und nationalen Abfallregelungen. Für die Kennzeichnung sollten nur solche Aussagen verwendet werden, die durch Prüfberichte und Zertifikate gedeckt sind. Eindeutige Hinweise zur vorgesehenen Entsorgungsroute (industrielle Kompostierung vs. haushaltsnahe Systeme) helfen, Fehlwürfe zu vermeiden. Verpackungen mit Lebensmittelkontakt müssen zusätzlich die Anforderungen an Materialien und Gegenstände in Kontakt mit Lebensmitteln erfüllen. Mit der fortschreitenden Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung werden Kennzeichnungsanforderungen weiter präzisiert und für einzelne Produktkategorien können Vorgaben zur industriellen Kompostierbarkeit vorgesehen sein; relevante Übergangsfristen und nationale Ausgestaltungen sind zu beachten.

End-of-Life, Sammelsysteme und Infrastruktur?

Kompostierbare Verpackungen entfalten ihren Nutzen insbesondere dort, wo Bioabfallströme und industrielle Kompostierung verfügbar sind. Regionale Unterschiede bei Anlagentechnik, Verweilzeiten und Siebtechnik beeinflussen das Ergebnis. Eine enge Abstimmung mit Entsorgern und kommunalen Dienstleistern kann sicherstellen, dass Materialkombinationen akzeptiert und in der Praxis vollständig verwertet werden. Wo keine geeignete Infrastruktur besteht, ist eine alternative Route über die Faserstoffverwertung zu prüfen, sofern dies materialseitig möglich ist. In integrierten Vergärungs- und Kompostierungsketten ist zu berücksichtigen, dass Prozessparameter von rein aerob geführten Kompostierungsanlagen abweichen können; entsprechende Eignungsnachweise sind zweckmäßig. Haushaltsnahe Kompostierung sollte nur dort kommuniziert werden, wo belastbare Prüfungen und klare Rahmenbedingungen vorliegen.

Ökobilanz und Materialvergleich?

Die ökologische Bewertung kompostierbarer Wellpappe-Verpackungen hängt von Rohstoffherkunft, Energieeinsatz, Transportwegen, Nutzungsdauer und der real erreichten Verwertungsroute ab. In Ökobilanzen sollten Szenarien mit industrieller Kompostierung, Altpapierverwertung und Restabfallbehandlung gegenübergestellt werden. Ziel ist eine lösungsorientierte Auslegung, die Materialeinsatz reduziert, Nutzungssicherheit gewährleistet und eine passende End-of-Life-Option bereitstellt. Besonders relevant sind Substitutionseffekte (z. B. vermiedene Kunststoffanteile oder Störstoffe im Bioabfall), der Anteil erneuerbarer Energien in der Produktion sowie die Frage, ob wertvolle Fasern durch stoffliches Recycling länger im Kreislauf gehalten werden können.

Zusammenfassung:

  • Kompostierbare Verpackungen sind eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Verpackungsmaterialien, die zu einer erheblichen Reduzierung von Müll beitragen können.
  • Ideal für Unternehmen, die auf Wellpappe setzen: Kompostierbare Verpackungen lassen sich auch aus diesem Material herstellen und eignen sich hervorragend für viele verschiedene Produkte.
  • Durch die Nutzung von kompostierbaren Verpackungen aus Wellpappe, fördern Unternehmen nicht nur ihre Nachhaltigkeitsziele, sondern verbessern auch ihr Image im Verbrauchermarkt.
  • Normen wie EN 13432 definieren Anforderungen an Desintegration, Abbau und Unbedenklichkeit des Komposts.
  • Anwendungsbereiche reichen von Lebensmittel- und To-go-Lösungen über Versandkartonagen bis hin zu industriellen Einlagen.
  • Grenzen betreffen vor allem Barriereeigenschaften, mechanische Festigkeit unter Feuchte sowie regionale Unterschiede in der Verwertungsinfrastruktur.
  • Konstruktive Auslegung, geeignete Barrieren und geprüfte Komponenten sichern Funktionalität und Kompostierbarkeit im Gesamtsystem.
  • Eine klare Kennzeichnung und Abstimmung mit regionalen Sammelsystemen erleichtert die korrekte Entsorgung und verbessert die Verwertungsqualität.
  • Rechtliche Entwicklungen präzisieren Kennzeichnung und zulässige Aussagen zur Kompostierbarkeit und sollten frühzeitig in die Entwicklung einfließen.
  • Praxisnahe Prüfungen mit realen Packgütern, Transportbedingungen und normnahen Kompostierungstests erhöhen die Erfolgssicherheit von Markteinführungen.

Veröffentlicht am 21.08.2024
Letzte Überarbeitung am 22.06.2026 um 16:05 Uhr von Julia Kopp

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