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Laserschneiden
Im Bereich der Verpackungsindustrie spielt das Laserschneiden eine entscheidende Rolle. Insbesondere für Unternehmen, die Kartonagen und Verpackungen aus Wellpappe produzieren, bietet diese Methode hervorragende Möglichkeiten zur Formgebung. Das Erfordernis einer effizienten und präzisen Verarbeitung erfüllt das Laserschneiden auf bestem Wege. Darüber hinaus unterstützt der digitale, werkzeuglose Ansatz variable Losgrößen, kurze Umrüstzeiten und eine hohe Reproduzierbarkeit. Durch die direkte Umsetzung aus Konstruktionsdaten lassen sich Designänderungen schnell realisieren, ohne mechanische Stanzwerkzeuge anzupassen. Das Verfahren ist damit eine geeignete Ergänzung zu klassischen Prozessen, wenn Flexibilität, Maßhaltigkeit und materialschonende Bearbeitung gefragt sind.
Definition: Was versteht man unter dem Laserschneiden?
Das Laserschneiden ist ein berührungsloses Verfahren zur Materialbearbeitung. Bei diesem Verfahren wird ein Laserstrahl verwendet, der das Material erhitzt und dadurch schmilzt oder verdampft. Der entscheidende Vorteil dieser Methode liegt in der Präzision und Effizienz, mit der Materialien geschnitten werden können. Beim Laserschneiden entstehen saubere, gratfreie Schnittkanten, die meist keine Nachbearbeitung mehr erfordern. In der Praxis kommen bei faserbasierten Substraten häufig CO₂-Laser zum Einsatz, da deren Wellenlänge von Zellulose gut absorbiert wird und somit ein kontrollierter thermischer Abtrag erzielt werden kann. Der Prozess bleibt dabei kontaktlos, wodurch mechanische Belastungen und Faserauszüge minimiert werden.
Technisch wird der fokussierte Laserstrahl über CNC-Steuerung entlang der vorgegebenen Konturen geführt. Der entstehende Schnittspalt (Kerf) ist sehr schmal, sodass filigrane Geometrien, enge Radien und komplexe Innenkonturen reproduzierbar umgesetzt werden können. Parameter wie Laserleistung, Fokuslage, Vorschubgeschwindigkeit, Pulsfrequenz sowie unterstützende Prozessgase (z. B. Druckluft) beeinflussen Schnittqualität, Wärmeinflusszone und Kantenoptik maßgeblich. Typische Kerfbreiten bei Karton und Wellpappe liegen je nach Fokusdurchmesser und Materialaufbau im Bereich von etwa 0,1 bis 0,4 Millimetern. Durch Strategien wie Lead-In/Lead-Out, optimierte Konturreihenfolgen und Mikrostege (Tabs) bleibt der Bogen während des Zuschnitts stabil, wodurch Maßhaltigkeit und Kantenqualität gesichert werden.
Anwendungsbereiche des Laserschneidens in der Wellpappenindustrie
Insbesondere in der Verpackungsindustrie, wo individuell zugeschnittene Designs gefragt sind, wird das Laserschneiden angewandt. So werden zum Beispiel Wellpappkartons, Displays oder andere Verpackungsmaterialien mit Hilfe von Lasern präzise und schnell geschnitten. Aus einfachen Wellpapp-Bögen werden so hochwertige Verpackungen gefertigt, die den Produkten ihrer Kunden optimalen Schutz und eine ansprechende Präsentation ermöglichen. Das weitgefächerte Anwendungsgebiet des Laserschneidens bei der Herstellung von Wellpappenverpackungen erstreckt sich von kleinsten Umverpackungen bis hin zu großen Displays. Ebenso lassen sich Inlays, Einsätze, passgenaue Polsterstrukturen, Sichtfenster und funktionale Elemente wie Verriegelungen oder Stecksysteme realisieren, die eine sichere Produkthandhabung unterstützen.
Typische Einsatzfelder sind Musterbau und Prototyping, die Herstellung von Kleinserien, individuelle Zuschnitte mit variablen Konturen, das Ausschneiden von Sichtfenstern, Stecklaschen und Rastgeometrien sowie die Fertigung großformatiger Displayelemente. Auch bei kaschierten Qualitäten, unterschiedlichen Wellenarten (E-, B-, C- und Doppelwelle) oder mehrlagigen Papieren lässt sich der Prozess parameterbasiert anpassen. Darüber hinaus ist das Verfahren in E-Commerce-Verpackungen, Versandlösungen mit variabler Füllhöhe, Verpackungseinlagen für empfindliche Güter sowie bei Variantenvielfalt nach Konstruktionsstandards (z. B. FEFCO-Codes) einsetzbar.
- Prototypen und Nullserien ohne Werkzeugkosten
- Schnelle Iterationen in der Entwicklungsphase
- Komplexe Konturen, feine Stege und kleine Radien
- Großformatige Zuschnitte für POS-Displays
- Innenausschnitte, Schlitze und Funktionsöffnungen
Verfahrensweisen beim Laserschneiden
Beim Laserschneiden wird zwischen drei Hauptmethoden unterschieden: dem Schmelzschneiden, dem Brennschneiden und dem Verdampfungsschneiden. Je nach Material und dem gewünschten Ergebnis wird das passende Verfahren ausgewählt. Bei der Bearbeitung von Wellpappe werden durch das Laserschneiden die einzelnen Wellen und das Deckpapier exakt durchtrennt, sodass präzise Kanten und Formen entstehen. Mehrpass-Strategien (mehrere, aufeinanderfolgende Zustellungen mit reduzierter Leistung) können die thermische Belastung verringern und das Kantenbild verbessern, insbesondere bei dickeren Qualitäten oder kaschierten Oberflächen.
Materialabtrag und Schnittqualität bei faserbasierten Materialien
Bei faserhaltigen Substraten wie Papier und Karton dominiert in der Praxis eine Kombination aus Verdampfung und kontrollierter Pyrolyse. Eine angepasste Prozessführung minimiert Schmauchspuren, verhindert Ausfransungen der Faserstruktur und stabilisiert schmale Stege. Die Qualität wird an Parametern wie Kantenhelligkeit, Maßhaltigkeit, Wiederholgenauigkeit und Durchstichpunkten bewertet. Für helle Decklagen sind geeignete Luft- bzw. Gasunterstützung, saubere Optiken und eine definierte Fokuslage besonders relevant, um Verfärbungen an der Schnittkante zu begrenzen.
Ritzen, Mikro-Schnitte und Funktionslinien
Neben voll durchgehenden Schnitten ermöglicht der Laser auch partielle Materialabträge für Biegelinien, Sollbruchstellen oder Mikro-Schnitte. So lassen sich Rillhilfen, Klappkanten oder Rückschnittzonen erzeugen, die eine definierte Faltbarkeit unterstützen. Für wiederholbare Ausreißkanten und Aufreißfunktionen kommen strukturierte Linienmuster zum Einsatz. Weiterführende Erläuterungen bietet der Beitrag Vertiefende Informationen zur Perforation im Überblick. Beim sogenannten Kiss-Cut werden Decklagen gezielt angeritzt, ohne die darunterliegenden Schichten vollständig zu trennen, was für definierte Falteigenschaften oder Abziehfunktionen genutzt wird.
Prozessparameter und Einflussgrößen
- Laserleistung und Fokusdurchmesser: bestimmen Schnittspalt und Wärmeeinflusszone
- Vorschub und Pulsfrequenz: beeinflussen Kantenqualität und Produktivität
- Gasunterstützung und Absaugung: reduzieren Schmauch, führen Partikel ab
- Materialfeuchte und Papiergrammatur: wirken auf Faserschmelzverhalten und Schnittbild
- Kaschierungen und Klebstoffe: können Emissionen und Kantenfarbe verändern
Laserquellen und Maschinentechnik
Für Wellpappe und Karton kommen überwiegend CO₂-Laser zum Einsatz, da organische Materialien die entsprechende Wellenlänge gut absorbieren. Faser- oder Diodenlaser werden eher für andere Materialien genutzt und spielen bei faserbasierten Substraten eine untergeordnete Rolle. Maschinen mit Flachbettaufbau und Vakuum- bzw. Wabentischen stabilisieren den Bogen und minimieren Rückreflexionen. Eine präzise Strahlführung, dynamische Antriebe, saubere Umlenkoptiken und regelmäßige Justagen sichern die Reproduzierbarkeit über längere Laufzeiten. Kamerasysteme zur Passermarkenerkennung erlauben das exakte Registrieren von Druckbildern, sodass Konturen deckungsgleich zur Bedruckung geschnitten werden.
Datenaufbereitung, CAD/CAM und Registrierung
Die Datenbasis bilden CAD-Zeichnungen in gängigen Formaten (z. B. DXF, PDF, CF2), die im CAM-System Schicht- oder Linienstärken, Schnittreihenfolge und Prozessparameter erhalten. Eine sinnvolle Segmentierung in Ritzen, Perforieren und Durchschneiden vermeidet unnötige Thermik und verbessert die Kantenqualität. Nesting-Algorithmen erhöhen die Materialausnutzung, während Barcodes und Passermarken den Abgleich zwischen Druck und Schnitt unterstützen. Für Serien mit Varianten lassen sich Parametrisierungen nutzen, um Abmessungen, Laschenbreiten und Schlitzgeometrien schnell anzupassen.
Typische Fehlerbilder und Gegenmaßnahmen
Charakteristische Abweichungen lassen sich durch gezielte Einstellungen minimieren. Zu starke Kantenbräunung weist auf überhöhte Leistung, zu geringen Vorschub oder unzureichende Gasunterstützung hin. Ausfransungen an Faserenden deuten auf falsche Fokuslage oder verschmutzte Optiken. Unvollständige Durchtrennungen entstehen häufig bei schwankender Materialfeuchte, variierender Grammatur oder kaschierten Zonen; hier helfen Referenzschnitte, adaptive Leistungskurven und materialbezogene Parameterbibliotheken. Eine konsequente Wartung von Absaugung und Filtern hält die Schnittzone frei von Partikeln und trägt zu konstanten Ergebnissen bei.
Vor- und Nachteile des Laserschneidens
Die Vorteile des Laserschneidens liegen vor allem in der hohen Präzision und Geschwindigkeit des Verfahrens. Da das Laserschneiden berührungslos ist, wird das Material nicht mechanisch beansprucht, was zu einer hohen Qualität der Schnittkanten führt. Seine universelle Einsetzbarkeit und die Möglichkeit, auch komplexe Formen schneiden zu können, machen das Verfahren äußerst flexibel. Zusätzlich entfallen werkzeugbedingte Rüstzeiten, Varianten sind ohne Formwechsel umsetzbar, und digitale Workflows ermöglichen eine nahtlose Integration in Entwicklungs- und Freigabeprozesse.
Dennoch gibt es auch einige Nachteile zu beachten. Da beim Laserschneiden vor allem Hitze eingesetzt wird, kann es in manchen Fällen zu Veränderungen oder Beschädigungen des Materials kommen, vor allem bei sensiblen Materialien oder bei sehr hohen Lasertemperaturen. Auch der hohe Energiebedarf und die Anschaffungskosten der Geräte stellen Herausforderungen dar. Für sehr große Serien mit einfachen Konturen bleiben mechanische Stanzprozesse häufig wirtschaftlicher, während der Laser seine Stärken bei wechselnden Konturen, Prototypen und Kleinserien ausspielt.
Vorteile im Überblick
- Werkzeuglose Fertigung: keine Stanzformen, kurze Rüstzeiten
- Hohe Maßhaltigkeit und feine Konturen
- Digitale Datenbasis (CAD/CAM) für schnelle Änderungen
- Effizientes Nesting zur Materialausnutzung
- Reduzierte mechanische Belastung des Substrats
Potenzielle Nachteile und Grenzen
- Wärmeeinfluss kann zu Kantenbräunung und Geruch führen
- Material- und klebstoffbedingte Emissionen erfordern Absaug- und Filtertechnik
- Produktivität abhängig von Konturkomplexität und Materialdicke
- Investition in Anlagentechnik sowie Energiebedarf
- Für sehr hohe Stückzahlen sind Stanzprozesse oftmals wirtschaftlicher
Qualitätskriterien, Toleranzen und Prüfpraxis
Für die Bewertung der Schnittqualität werden Kantenbild, Maßhaltigkeit, Winkelgenauigkeit, Reproduzierbarkeit und Festigkeit schmaler Stege herangezogen. Üblich sind stichprobenbasierte Messungen, optische Kontrollen und Zugversuche an kritischen Geometrien. Der Schnittspalt sollte zur geforderten Passung von Steckverbindungen, Laschen und Schlitzungen passen, um Montage und Stabilität sicherzustellen. Typische Toleranzfelder für Wellpappzuschnitte bewegen sich – abhängig von Wellenart, Grammatur und Format – im Bereich von etwa ±0,2 bis ±0,5 Millimetern; Klimabedingungen (Temperatur und relative Luftfeuchte) sind bei Prüfungen zu dokumentieren.
Eine stabile Prozessführung umfasst Referenzschnitte, materialbezogene Parameterbibliotheken, regelmäßige Fokusprüfung und gereinigte Optiken. Zusätzlich tragen geeignete Unterlagen (Waben- oder Messergittertische) zur Minimierung von Rückreflexionen und Auflageabdrücken bei. Ergänzend helfen Prüfpläne mit definierten Messpunkten, Kamerasysteme zur Inline-Kontrolle sowie Rückverfolgbarkeiten über Chargen- und Variantencodes, um reproduzierbare Ergebnisse über mehrere Fertigungsläufe sicherzustellen.
Sicherheits- und Umweltaspekte
Beim Bearbeiten von papierbasierten Substraten entstehen Feinstaub, Rauch und gasförmige Nebenprodukte. Eine wirkungsvolle Absaugung mit Filtereinheit ist erforderlich, um Arbeitsbereiche sauber zu halten und Emissionen zu minimieren. Brandschutzmaßnahmen, Materialfreigaben und die Einhaltung der relevanten Normen zur Lasersicherheit (z. B. Gehäusekonzepte der Laserklasse 1) sind zu berücksichtigen. Klebstoffe, Druckfarben und Kaschiermaterialien können flüchtige Bestandteile freisetzen; geeignete Filterkonzepte und regelmäßige Wartung der Absaugtechnik sind daher wesentlich. Reststoffe sind entsprechend der betrieblichen Vorgaben zu sammeln und fachgerecht zu entsorgen.
Wirtschaftliche Einordnung und typische Einsatzszenarien
Das Laserschneiden ist besonders geeignet für Entwicklungsphasen, Musterserien und variable Aufträge mit häufig wechselnden Konturen. Werkzeugkosten entfallen, Änderungszyklen sind kurz und Anlaufzeiten gering. Bei sehr hohen Stückzahlen oder einfachen Geometrien können mechanische Verfahren wie Stanzen effizienter sein, während der Laser durch Flexibilität, schnelle Umrüstbarkeit und hohe Konturtreue überzeugt. In Make-to-Order-Szenarien, bei saisonalen Schwankungen und in Variantenfertigungen ermöglicht der digitale Zuschnitt eine bedarfsgerechte Produktion mit reduzierten Lagerbeständen und hoher Designfreiheit.
Zusammenfassung:
- Laserschneiden ist ein präzises Verfahren zur Verarbeitung unterschiedlicher Materialien, einschließlich Wellpappe, was zur Produktion maßgeschneiderter Verpackungen beitragen kann.
- Durch die extreme Präzision des Laserschneidens können individuelle und passgenaue Formen realisiert werden, die den Schutz des Inhalts in den Verpackungen erhöhen.
- Mit dem Laserschneiden können Bearbeitungszeiten verkürzt und die Produktivität in der Fertigung von Wellpappenverpackungen gesteigert werden, was sowohl für eine effiziente Produktion als auch Kosteneinsparungen sorgt.
- Neben Vollschnitten sind partielle Materialabträge, Funktionslinien und strukturierte Schnitte möglich, um Falt- und Aufreißfunktionen zu integrieren.
- Qualität, Maßhaltigkeit und Kantenbild hängen von abgestimmten Prozessparametern, Materialeigenschaften und wirksamer Absaugtechnik ab.
- CO₂-Laser, stabile Maschinentechnik und eine saubere Datenbasis (CAD/CAM) sind die Grundlage für reproduzierbare Ergebnisse bei Wellpappzuschnitten.
- Typische Einsatzfelder sind Musterbau, Kleinserien, variable Konturen und großformatige Displayelemente, während hohe Stückzahlen oft mechanisch gestanzt werden.
- Eine konsequente Prüfpraxis mit Referenzschnitten, optischen Kontrollen und dokumentierten Toleranzen sichert gleichbleibende Schnittqualität.
Veröffentlicht am 25.07.2024
Letzte Überarbeitung am 26.11.2025 um 11:39 Uhr von Manuel Hofacker