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Lieferplanung

Die Welt der Wellpappe ist komplex und vielfältig. Ein zentraler Faktor, der die Effizienz und Rentabilität in dieser Branche beeinflusst, ist die Planung der Lieferung. Die effiziente Gestaltung solcher Prozesse ist von großer Bedeutung, da sie direkt die Produktivität und Kundenzufriedenheit beeinflusst. In der Praxis umfasst dies die durchgängige Abstimmung von Bedarfsprognosen, Produktionsreihenfolgen, Bestandsstrategien und Transportkapazitäten. Gerade in mehrstufigen Fertigungen mit Wellanlage, Stanzerei und Klebung entscheidet eine belastbare Lieferplanung darüber, ob Materialflüsse ohne Störungen laufen, Rüstzeiten minimiert und Terminzusagen eingehalten werden. Ergänzend spielen EDI-gestützte Abrufe, abgestimmte Zeitfensterbuchungen an Rampen sowie die Synchronisation von Schichten und Touren eine zentrale Rolle. In der Wellpappe-Praxis werden dafür Produktionskalender, Sperrtermine, Kapazitätsrestriktionen und Wiederanlaufstrategien konsistent geführt, damit Verpackungen aus Wellpappe planbar gefertigt, kommissioniert und versendet werden können.

Definition: Was versteht man unter Lieferplanung?

In der Welt der Logistik und Lieferketten bezeichnet die Lieferplanung die systematische Steuerung und Kontrolle von Warenbewegungen mit dem Ziel, Ware termingerecht an den Bestimmungsort zu bringen. Dabei geht es um die genaue Abstimmung von Produktionsprozessen, Lagerkapazitäten und Transportwegen, um Verzögerungen oder Engpässen entgegenzuwirken und die Effizienz zu maximieren. In der Wellpappe-Industrie beinhaltet dies die genaue Planung von Rohmaterialbeschaffung sowie die termingerechte Auslieferung an Kunden. Lieferplanung umfasst dabei Disposition, Terminierung, Touren- und Laderaumplanung, Slot- bzw. Rampenmanagement, die Abstimmung von Sicherheitsbeständen sowie die Synchronisation von Make-to-Order- und Make-to-Stock-Strategien. Sie grenzt sich von der Produktionsplanung ab, ist jedoch eng verzahnt mit Bedarfsprognosen, Kapazitätsplanung und Bestandsmanagement. Zusätzlich gehören Service-Level-Definitionen, Abruf- und Lieferrhythmen, Eskalationswege und Rückmeldeprozesse (Status-Tracking, Proof of Delivery) zur fachlichen Ausgestaltung der Lieferplanung, damit der Informationsfluss den physischen Materialfluss zuverlässig unterstützt.

Die Rolle der Lieferplanung in der Wellpappe-Branche

Die Lieferplanung spielt in der Wellpappe-Branche eine entscheidende Rolle im Hinblick auf Effizienz und Kundenzufriedenheit. Mit der korrekten Koordination der Beschaffung von Rohstoffen, der Produktion und des Transports kann eine optimale Auslastung der Produktionskapazitäten sowie eine termingerechte Lieferung an den Kunden sichergestellt werden. Dies kann zu einer Reduzierung der Kosten und einer Erhöhung der Produktivität führen. Zusätzlich stabilisiert eine robuste Lieferplanung die Durchlaufzeiten, unterstützt die Termintreue (On-time Delivery) und reduziert Stillstände in der Fertigung. Sie sorgt dafür, dass Materialflüsse (Papier, Zuschnitte, Halbfertigwaren) und Versandprozesse (Kommissionierung, Ladungssicherung, Zeitfenster) konsistent aufeinander abgestimmt werden. In der Praxis bedeutet das: Rüstfolgen an Wellanlagen werden mit Stanz- und Klebereihenfolgen synchronisiert, Verpackungseinheiten und Ladehilfsmittel werden standardisiert definiert und die Verladeplanung wird an Kapazitätsgrenzen von Rampen und Fahrzeugen angepasst. So wird die Lieferfähigkeit auch bei schwankendem Auftragseingang und saisonalen Spitzen stabil gehalten.

Methoden und Techniken der Lieferplanung

Zahlreiche Methoden und Techniken dienen zur Unterstützung der Lieferplanung und tragen dazu bei, einen gleichmäßigen Produktionsfluss und effiziente Lieferketten zu gewährleisten. Dazu zählen unter anderem die Einsatzplanung von Fahrzeugflotten, die Optimierung von Lagerbeständen und die Nutzung digitaler Tools und Prognoseverfahren zur Bedarfsplanung. Auch kann der Einsatz von erweiterten Lieferketten-Management-Systemen hilfreich sein, indem sie eine transparente Übersicht über alle Prozesse bieten und so die Planung und Koordination erleichtern. Bewährte Ansätze sind beispielsweise MRP/APS-gestützte Disposition, ABC/XYZ-Analysen, Sicherheitsbestandsberechnungen, rollierende Forecasts (z. B. exponentielle Glättung), Just-in-Time-/Just-in-Sequence-Lieferungen, Milkrun-Konzepte und crossdock-basierte Umschlagprozesse.

Für den Versandalltag sind Tourenoptimierung, Laderaumauslastung, Rampenzeitfenster und die Abstimmung mit Speditionen entscheidend. Palettierung, Laderaumoptimierung und Rampenzeitfenster setzen voraus, dass man relevante Abmessungen in der Lieferplanung berücksichtigt und geeignete Ladeeinheiten bildet. In der Fertigung unterstützt eine durchdachte Reihenfolgeplanung das Reduzieren von Umrüstzeiten (z. B. Wechsel der Wellenprofile und Grammaturen) und stabilisiert damit Lieferzusagen. Ergänzend werden Staupläne, Palettenmuster (z. B. Euro- und Industriepaletten), Achslastgrenzen, Packdichten, Bündelgrößen, FEFCO-Codes, Mindest- und Maximalhöhen je Ladeeinheit sowie Ladungssicherungsmaßnahmen (Zwischenlagen, Kantenschutz, Umreifung, Stretch) in die Planung integriert.

Planungsobjekte und Zeithorizonte

Lieferplanung wirkt auf unterschiedlichen Ebenen und Zeithorizonten:

  • Strategisch (Monate): Grundsätzliche Beschaffungs- und Transportkonzepte, Rahmenvereinbarungen mit Lieferanten und Speditionen, Kapazitätsrahmen.
  • Taktisch (Wochen): Rollierende Bedarfsermittlung, Belegungsplanung, Sicherheitsbestands- und Pufferkonzepte, Slot-Reservierungen.
  • Operativ (Tage/Stunden): Feinterminierung, Touren- und Sequenzplanung, Kommissionierung, Verladeplanung, Status-Tracking.

Datenbasis und Stammdatenqualität

Eine wirksame Lieferplanung steht und fällt mit konsistenten Daten. Relevante Stammdaten sind u. a. Lieferzeiten, Mindest- und Maximalmengen, Packmittel- und Ladeeinheiten, Rüst- und Taktzeiten, Kapazitätskalender, Feiertags- und Sperrtermine. Ergänzend sind transaktionale Daten (Aufträge, Bestände, Rückmeldungen, Tracking-Status) aktuell zu halten, um Abweichungen frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen einzuleiten. Für Verpackungen aus Wellpappe zählen dazu auch Artikeldimensionen (Länge, Breite, Höhe), Wellenarten (B, C, E, BC), Klebearten, Bündel- und Paletteneinheiten, EAN/GTIN, Toleranzen, Gewichte je Einheit, Gefahrgutanforderungen sowie definierte Prüflose. Ein verbindliches Datenpflegeverfahren mit Verantwortlichkeiten, Freigabe-Workflow und regelmäßigen Audits verhindert Inkonsistenzen und gewährleistet verlässliche Planungsergebnisse.

Risikomanagement und Flexibilität

Unerwartete Ereignisse wie Rohstoffengpässe, Maschinenausfälle, Witterungseinflüsse oder Transportverzögerungen erfordern belastbare Notfallpläne. Dazu zählen alternative Bezugsquellen, flexible Produktionsfenster, Sicherheits- oder Pufferbestände, Umroutung von Touren sowie transparente Kommunikation entlang der Kette. Ein definierter Eskalationsprozess und klar zugewiesene Verantwortlichkeiten unterstützen die Reaktionsfähigkeit. Szenarioplanung (Was-wäre-wenn-Analysen), definierte Substitutionsregeln bei Rohpapieren, Reserven in kritischen Schichten sowie ein strukturiertes Claim- und Incident-Management erhöhen die Robustheit. Zusätzlich helfen priorisierte Auftragsklassen (z. B. Kundenservicegrad, Vertragsvereinbarungen), um bei Kapazitätsengpässen regelbasiert zu entscheiden.

Kennzahlen in der Lieferplanung

  • Termintreue (OTD): Anteil pünktlicher Auslieferungen.
  • Durchlaufzeit: Zeitspanne vom Auftrag bis zur Auslieferung.
  • Bestandsreichweite: Tage bis zur Unterdeckung bei aktuellem Verbrauch.
  • Servicegrad: Erfüllungsquote der nachgefragten Mengen und Termine.
  • Auslastung und Rüstzeiten: Effizienz der Kapazitätsnutzung in Produktion und Versand.
  • OTIF: Anteil der Aufträge, die vollständig und termingerecht geliefert wurden.
  • Laderaumauslastung: Füllgrad je Transportmittel, inkl. Leerkilometerquote.
  • Forecast-Genauigkeit: Abweichung zwischen Prognose und Ist (z. B. MAPE, Bias).
  • Rampenperformance: Umschlag pro Zeitslot, Warte- und Stillstandszeiten.
  • Reklamations- und Rücksendequote: qualitäts- und termingetriebene Rückmeldungen aus dem Markt.

Vor- und Nachteile von Lieferplanung

Auf der positiven Seite ermöglicht eine effektive Lieferplanung die Optimierung von Prozessen, die Minimierung von Lagerbeständen und eine verbesserte Kundenzufriedenheit durch pünktliche Lieferungen. Darüber hinaus können mithilfe von Lieferplanung Lagerkosten reduziert und Ressourcen effizienter genutzt werden. Der Nachteil kann jedoch sein, dass Lieferplanung einen erheblichen Planungsaufwand erfordert und bei nicht ausreichender Flexibilität zu Engpässen führen kann, wenn unerwartete Ereignisse wie z.B. Rohstoffknappheit oder Transportverzögerungen eintreten. Zudem besteht ein inhärenter Zielkonflikt zwischen niedrigen Beständen und hoher Lieferfähigkeit; ohne geeignete Puffer- und Eskalationsmechanismen kann dies zu Terminrisiken führen. Auch übermäßige Komplexität in Regeln oder Systemen kann die Reaktionsgeschwindigkeit verringern. Deshalb sind klare Priorisierungslogiken, transparentes Reporting und ein schlankes, aber wirkungsvolles Regelwerk wichtig.

Praxisbeispiele aus der Wellpappe

  • Saisonale Nachfragespitzen: Vorab-Erhöhung von Kapazitätsfenstern, frühzeitige Beschaffung kritischer Rohpapiere und abgestimmte Tourenplanung stabilisieren Liefertermine.
  • Aktionsgeschäft im Handel: Enge Verzahnung von Forecast, Produktionsreihenfolge und Verladefenstern vermeidet Überlastungen an Rampen und minimiert Wartezeiten.
  • Kurzfristige Auftragsschwankungen: Einsatz von Sicherheitsbeständen, flexiblen Schichten und rollierender Feinplanung reduziert Terminausfälle.
  • Mehrsorten-Touren: Konsolidierte Auslieferungen verschiedener Verpackungsartikel auf einer Route senken Transportkosten und verbessern den Füllgrad.
  • Leerpaletten-Management: Gesteuerte Rückführung von Ladehilfsmitteln verhindert Engpässe beim Versand und beschleunigt das Verladen.
  • Störungsbedingte Umplanung: Schnelles Re-Routing bei Fahrzeugausfall sowie Lastverteilung auf alternative Rampen hält zugesagte Termine ein.

Digitale Systeme und Schnittstellen

Moderne Lieferplanung nutzt integrierte IT-Systeme: ERP für Auftrags- und Stammdaten, APS für Kapazitäts- und Reihenfolgeplanung, WMS für Lagerprozesse und TMS für Touren- und Frachtmanagement. EDI-Schnittstellen (z. B. ORDERS, DESADV, IFTMIN) sowie Tracking-Informationen aus Telematik sorgen für Aktualität. Dashboards mit Frühwarnindikatoren (Bestandsunterdeckungen, Slot-Konflikte, Verspätungen) unterstützen das operative Management. Regelmäßige Datenabgleiche und klare Verantwortlichkeiten stellen sicher, dass Planung und Ausführung deckungsgleich bleiben.

Standardisierung von Ladeeinheiten und Abmessungen

Eine einheitliche Definition von Verpackungseinheiten, Palettenmustern, Stapelhöhen und Gewichten erleichtert die Planung erheblich. Einheitliche Bezeichnungen (Artikel, Bündel, Karton, Palette), klare Vorgaben zu maximalen Kommissioniergewichten und standardisierte Etiketten (inkl. SSCC) reduzieren Fehlerquellen. In der Wellpappe-Praxis sind dabei Formate, Zuschnittgrößen, Bogenorientierung, Wellenkombination und die resultierende Stapelstabilität zu berücksichtigen, damit Produktion, Lager und Transport nahtlos ineinandergreifen.

Nachhaltigkeit und Effizienz

Lieferplanung beeinflusst Ressourceneinsatz und Umweltkennzahlen. Hohe Laderaumauslastung, kurze Wartezeiten, optimierte Touren sowie reduzierte Umrüst- und Stillstandszeiten senken Energieverbrauch und Emissionen. Auch Mehrweg- und Kreislauflösungen bei Ladehilfsmitteln, sortenreine Trennung von Reststoffen und vorausschauende Bündelung von Sendungen tragen zu einer sachgerechten, effizienten Versorgung mit Verpackungen aus Wellpappe bei.

Zusammenfassung:

  • Die Lieferplanung sichert geordnete Arbeitsprozesse, indem sie den genauen Zeitpunkt des Wareneingangs, wie beispielsweise Verpackungen aus Wellpappe, präzise festlegt.
  • Mittels effektiver Lieferplanung können Unternehmen Kosten reduzieren, da durch eine genaue Planung Überproduktion vermieden und Lagerhaltung optimiert werden kann. Dies führt zur Effizienzsteigerung im Bereich der Verpackungen.
  • Die sorgfältige Planung von Warenlieferungen, insbesondere von Verpackungsmaterialien wie Wellpappe, trägt dazu bei, Engpässe zu vermeiden und die Produktivität zu gewährleisten. Dadurch können Wartezeiten und Ausfallrisiken minimiert werden.
  • Transparente Daten, klare Verantwortlichkeiten und abgestimmte Zeitfenster an Rampen erhöhen Terminsicherheit und Stabilität entlang der Kette.
  • Methoden wie Bedarfsprognosen, Sicherheitsbestände, Tourenoptimierung und Sequenzplanung unterstützen eine belastbare Steuerung von Beschaffung, Fertigung und Versand.
  • Ein wirksames Risikomanagement mit Alternativrouten, Pufferkapazitäten und Eskalationsregeln stärkt die Reaktionsfähigkeit bei Störungen.
  • Standardisierte Ladeeinheiten, verlässliche Stammdaten und integrierte Systeme (ERP, APS, WMS, TMS) erhöhen die Planbarkeit und reduzieren Fehler.
  • Nachhaltige Touren- und Rüstkonzepte verbessern Effizienz und Umweltkennzahlen entlang der gesamten Lieferkette für Verpackungen aus Wellpappe.

Veröffentlicht am 03.05.2025
Letzte Überarbeitung am 17.11.2025 um 12:42 Uhr von Julia Kopp

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