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Maisstärkepolster

Im Bereich der Wellpappenverpackungen nimmt das Maisstärkepolster eine besondere Stellung ein. Als umweltfreundliche und nachhaltige Lösung hat es Auswirkungen auf die Branche, die nicht zu unterschätzen sind. Es dient als leichtes Polster- und Füllmaterial zur Hohlraumfüllung und Stoßdämpfung, schützt empfindliche Waren vor Erschütterungen sowie Kratzern und basiert auf nachwachsenden Rohstoffen. Aufgrund seiner Löslichkeit in Wasser und der Möglichkeit zur Kompostierung wird es häufig dort eingesetzt, wo ökologische Kriterien und zuverlässiger Produktschutz gleichermaßen gefragt sind. In der Praxis überzeugt es durch ein gutes Verhältnis aus Polsterwirkung und Gewicht, eine angenehme Handhabung im Packprozess sowie eine vergleichsweise einfache Entsorgbarkeit. Bei richtiger Auslegung lässt sich die Transportsicherheit in Kombination mit Wellpappverpackungen deutlich steigern, ohne unnötige Materialmengen einzusetzen.

Definition: Was versteht man unter einem Maisstärkepolster?

Ein Maisstärkepolster bezeichnet ein Verpackungsmaterial, das hauptsächlich aus Maisstärke, einem natürlichen Rohstoff, hergestellt wird. Es ist biologisch abbaubar und kompostierbar, was es zu einer optimalen Verpackungslösung in der heutigen umweltbewussten Welt macht.

Unter dem Begriff werden in der Praxis vor allem formstabile, schaumartige Polster und sogenannte Loose-Fill-Chips verstanden, die Hohlräume füllen und Stoßenergie absorbieren. Neben Mais kommen je nach Hersteller auch andere Stärketräger wie Kartoffel- oder Tapiokastärke zum Einsatz. Dem Grundstoff werden in der Produktion Wasser und je nach Rezeptur geringe Mengen natürlicher Additive beigemischt, um Dimensionsstabilität, Elastizität oder Antistatik zu beeinflussen. Je nach Geometrie (z. B. S-, 8- oder W-Form) unterscheiden sich Fließverhalten, Verzahnung im Karton und die resultierende Polsterwirkung. Für die Beurteilung im Verpackungskontext sind zudem Begriffe wie Schüttdichte, Rückstellfähigkeit und Füllgrad relevant.

Eigenschaften im Überblick

  • Biobasiert: hoher Anteil nachwachsender Rohstoffe.
  • Kompostierbar: je nach Produkt industrielle oder teilweise auch haushaltsnahe Kompostierbarkeit (Zertifikate der Hersteller beachten).
  • Wasserlöslich: in warmem Wasser löslich; keine dauerhaften Rückstände.
  • Gute Polsterwirkung: geeignet zur Reduktion von Stößen und Vibrationen bei typischen Versandbelastungen.
  • Geringes Gewicht: reduziert Transportgewichte im Vergleich zu massiveren Schutzlösungen.
  • Optional antistatisch: Varianten für empfindliche Güter verfügbar.
  • Staubarm: hochwertige Qualitäten minimieren Abrieb und Partikelbildung im Packprozess.
  • Form- und Fließverhalten: die Geometrie beeinflusst Verhakung, Setzverhalten und Füllbild im Umkarton.

Abgrenzung der Begriffe

Als Maisstärkepolster werden sowohl vorgeformte, konturierte Polsterelemente als auch lose Schüttpolster (Loose-Fill) bezeichnet. Lose Füllstoffe dienen primär der Hohlraumfüllung und Fixierung, während Formpolster gezielt definierte Kontaktflächen und Dämpfungseigenschaften bereitstellen. Beide Varianten können in Wellpappverpackungen eingesetzt und je nach Anforderung kombiniert werden.

Anwendungsbereiche von Maisstärkepolstern

Maisstärkepolster finden in verschiedenen Branchen Anwendung. Besonders häufig werden sie im Versandhandel eingesetzt, wo sie vor allem zum Schutz von Waren während des Transports dienen. Zudem sind Maisstärkepolster aufgrund ihrer Formstabilität und ihres geringen Gewichts ideal für den Einsatz in der Lebensmittelindustrie.

Typische Einsatzfelder sind E‑Commerce-Sendungen, Ersatzteile, Drogerie- und Kosmetikartikel, Geschenk- und Dekowaren, Haushalts- und Küchenartikel sowie leichte bis mittelschwere Komponenten aus Kunststoff, Holz oder Metall. Für Lebensmittel eignen sich Produkte, die eine entsprechende Konformitätserklärung mitbringen (Herstellerangaben beachten). In der Elektroniklogistik werden antistatische Varianten genutzt, wenn eine kontrollierte Ableitung statischer Aufladungen gefordert ist.

  • Hohlraumfüllung: Ausgleich von Leerräumen, damit Produkte nicht verrutschen.
  • Stoßdämpfung: Reduktion punktueller Belastungen bei Fall- und Kippereignissen.
  • Trennung und Fixierung: Schichten zwischen empfindlichen Oberflächen, um Abrieb zu minimieren.
  • Kombination mit Wellpappe: Ergänzung zum Umkarton für systemischen Transportschutz.
  • Seriennahe Verpackung: geeignete Dosier- und Zuführsysteme ermöglichen reproduzierbare Füllmengen im Packtakt.
  • Prototypen und Kleinserien: flexible Anpassung an wechselnde Teilegeometrien ohne individuelle Werkzeuge.

Für Standardanwendungen stehen in vielen Sortimenten eine breite Auswahl an Verpackungen ab Lager zur Verfügung, mit denen Maisstärkepolster als Polster- und Füllmaterial sinnvoll kombiniert werden können.

Grenzen des Einsatzes

  • Nicht optimal bei sehr hoher Flächenlast oder spitzen Kanten, die Polster lokal durchdringen könnten.
  • Bei anhaltend hoher Feuchte oder direktem Wasserkontakt kann die Stabilität deutlich nachlassen.
  • Für sehr schwere Bauteile sind häufig alternative Polsterkonzepte mit höherer Druckfestigkeit erforderlich.
  • Bei stark dynamischen Lastkollektiven (wiederholte Stöße) kann sich das Material verdichten, wodurch die Dämpfung abnimmt.

Dimensionierung und Packpraxis

Für ein robustes Füllbild sollte der Hohlraum gleichmäßig mit Polstermaterial verteilt und ein geeigneter Füllgrad gewählt werden. In der Praxis wird häufig mit Ziel-Füllgraden gearbeitet, die den Hohlraum zu etwa einem Viertel bis zur Hälfte mit Polsterchips belegen, sodass sich die Ware nach dem Verschließen des Umkartons fixiert. Schüttdichte, Bauteilgewicht und erwartete Belastungen fließen in die Auslegung ein. Kantige, scharfgratige Bereiche werden zusätzlich entschärft, etwa durch Kantenschutzprofile aus Wellpappe oder Zwischenlagen.

Produktion von Maisstärkepolstern

Die Herstellung von Maisstärkepolstern beginnt mit der Umwandlung von Maisstärke in eine hochviskose Lösung. Durch Zugabe von Wasser und Hitze entsteht ein breiiger Teig, der durch eine Düse gepresst wird. Das Ergebnis sind lange Fäden, die getrocknet, zerschnitten und zu Polstern verarbeitet werden.

Industriell erfolgt die Formgebung häufig über Extrusion: Die aufgeschlossene Stärkemasse wird unter definierten Temperaturen und Drücken expandiert (Schaumbildung), anschließend in charakteristische Geometrien (z. B. S‑, 8‑ oder W‑Form) gebracht und auf die gewünschte Länge geschnitten. Für geformte Polster können zusätzlich Matrizen verwendet werden, um konturangepasste Elemente herzustellen.

Qualitätssicherung umfasst typischerweise Prüfungen zur Schüttdichte, Rückstellfähigkeit nach Druckbelastung, Staubanteil, Feuchtegehalt und zur Polsterleistung in Fall- und Vibrationsversuchen. Ziel ist ein reproduzierbares Verhalten im Packprozess und während des Transports. Ergänzend werden klimatische Konditionierungen (Temperatur/rel. Feuchte) sowie Langzeit-Setzversuche durchgeführt, um das Kriechverhalten zu bewerten. Eine lückenlose Chargenrückverfolgung und definierte Toleranzfelder stellen die gleichbleibende Packqualität sicher.

Vergleich mit alternativen Polstermaterialien

Im Vergleich zu papierbasierten Polsterpapieren bieten Maisstärkepolster bei gleichem Volumen häufig eine höhere Nachgiebigkeit und eine gute Flächenanpassung, während Luftkissen mit sehr geringem Gewicht punkten, aber empfindlicher gegenüber Perforationen sind. Gegenüber PE‑Schaum sind Maisstärkepolster biobasiert und potenziell kompostierbar, erreichen jedoch in der Regel nicht dessen Druckfestigkeit bei hoher Punktlast. Die Materialwahl richtet sich daher nach Bauteilgeometrie, Masse, Umweltbedingungen und den geforderten Schutzklassen.

Vor- und Nachteile von Maisstärkepolstern

Im Blick auf die Vorzüge ist die Umweltverträglichkeit besonders hervorzuheben. Während konventionelle Verpackungsmaterialien oft nicht abbaubar sind, zersetzt sich das Maisstärkepolster auf natürliche Weise und hinterlässt keinerlei umweltschädliche Rückstände. Ein weiterer Vorteil liegt in der Wiederverwendbarkeit des Materials. Nachteile können sich aus höheren Kosten im Vergleich zu traditionellen Verpackungsmaterialien ergeben. Zudem ist das Material feuchtigkeitsempfindlich, was bei manchen Anwendungen problematisch sein kann.

  • Vorteile:
    • Biobasierter Ursprung und kompostierbare End-of-Life-Optionen (je nach Zertifizierung).
    • Gute Polsterwirkung bei typischen Versandbelastungen, geringes Gewicht.
    • Angenehme Handhabung, häufig staubarm und geruchsneutral.
    • Wasserlöslich; keine dauerhaften Rückstände oder Mikroplastik.
    • Vielfältige Geometrien ermöglichen eine anwendungsgerechte Fließ- und Dämpfungscharakteristik.
  • Nachteile:
    • Empfindlich gegenüber Feuchtigkeit; trockene Lagerung zwingend erforderlich.
    • Langzeitkriechverhalten möglich: unter Dauerlast allmähliche Verdichtung.
    • Kosten- und Verfügbarkeitsabhängigkeit von Agrarrohstoffen.
    • Nicht ideal für sehr hohe Punktlasten oder scharfkantige Bauteile.
    • Bei sehr langen Transportwegen mit hoher klimatischer Beanspruchung sind zusätzliche Schutzmaßnahmen empfehlenswert.

Praxis-Hinweise

  • Hohlräume möglichst gleichmäßig füllen, um Lasten zu verteilen.
  • Kritische Kanten zusätzlich mit Kantenschutz oder Einlagen entschärfen.
  • Bei Feuchte- oder Kühlkettenanwendungen auf geeignete Alternativen prüfen.
  • Dosierhilfen oder Volumenmessungen nutzen, um reproduzierbare Füllmengen zu erreichen.
  • Warengruppen mit empfindlichen Oberflächen vor dem Kontakt mit Polsterchips mit weichen Zwischenlagen schützen.

Ausblick zum Einsatz von Maisstärkepolstern

Angesichts der steigenden Nachfrage nach umweltfreundlichen Verpackungslösungen dürfte die Bedeutung der Maisstärkepolster zunehmen. Ihre Anpassungsfähigkeit an verschiedene Formate und Verpackungsbedürfnisse, kombiniert mit ihrer Umweltverträglichkeit, machen sie zu einer attraktiven Alternative zu herkömmlichen Materialien.

Es ist zu erwarten, dass weitere Optimierungen bei Rezepturen und Prozessführung die Feuchtebeständigkeit und die mechanische Performance verbessern. Parallel gewinnen eindeutige Kennzeichnungen und Zertifizierungen an Bedeutung, um Entsorgungswege transparent zu machen. In Kombination mit recyclingfreundlichen Umkartons entsteht ein schlüssiges Gesamtsystem, das Transportschutz und ökologische Anforderungen ausgewogen verbindet.

Entsorgung und Umweltaspekte

Maisstärkepolster gelten als biologisch abbaubar. Je nach Produkt können sie in industriellen Kompostieranlagen abgebaut werden; einige Varianten lösen sich in warmem Wasser auf. Ob eine Entsorgung über die Biotonne zulässig ist, hängt von regionalen Vorgaben ab. Ohne entsprechende lokale Freigabe gehört das Material in den Restmüll. Eine Zuführung zum Altpapierstrom ist nicht vorgesehen. Relevante Normen und Zertifikate (z. B. Angaben zur Kompostierbarkeit) sollten der Produktdokumentation entnommen werden.

Lagerung und Handhabung

  • Trocken, sauber und vor direkter Feuchtigkeit geschützt lagern.
  • Originalverpackungen geschlossen halten; nur bedarfsgerecht öffnen.
  • Kompression durch hohe Stapellasten vermeiden, um Polsterwirkung zu erhalten.
  • First-in/First-out-Prinzip anwenden, um Qualität über die Zeit zu sichern.
  • Lagerbereiche gut belüften und vor starken Temperatur- und Feuchteschwankungen schützen.

Zusammenfassung:

  • Maisstärkepolster sind umweltfreundliche Pufferlösungen für Produkte, besonders geeignet für Unternehmen, die Verpackungsalternativen aus nachwachsenden Rohstoffen suchen.
  • Sie bieten einen hervorragenden Transportschutz, genauso wie Verpackungen aus Wellpappe, und sind daher eine nachhaltige Alternative.
  • Im Vergleich zu herkömmlichen Verpackungsmaterialien sind Maisstärkepolster biologisch abbaubar und ergeben kein Mikroplastik.
  • Die Eignung ist besonders hoch bei Hohlraumfüllung und moderaten Lasten; bei Feuchte, sehr hoher Punktlast oder scharfen Kanten sind Grenzen zu berücksichtigen.
  • Entsorgung und Kompostierbarkeit richten sich nach Produktspezifikation und regionalen Vorgaben; die Zuführung zum Altpapier ist nicht vorgesehen.
  • Für konsistente Ergebnisse sind eine sorgfältige Dimensionierung, die Berücksichtigung der Schüttdichte und eine gleichmäßige Verteilung im Umkarton entscheidend.

Veröffentlicht am 22.04.2025
Letzte Überarbeitung am 13.10.2025 um 10:54 Uhr von Manuel Hofacker

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