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Mikrowellkarton

Die Herstellung und Verwendung von Verpackungsmaterialien sind ein wesentlicher Aspekt in der Wirtschaft und im Alltag. Ein prominenter Bestandteil in diesem Bereich ist der Mikrowellkarton. Er gewährt der Verpackungsindustrie wesentliche Vorteile, die gerade in der Wellpappenproduktion von Relevanz sind. Aufgrund seiner feinen Wellenstruktur kombiniert Mikrowellkarton eine geringe Materialstärke mit guter Stabilität und einer sehr hochwertigen Bedruckbarkeit, was ihn für zahlreiche Anwendungsfälle prädestiniert.

Definition: Was versteht man unter Mikrowellkarton?

Mikrowellkarton ist eine Sorte der bekannten Wellpappe, die sich durch eine sehr feine und kleine Welligkeit auszeichnet. Hergestellt wird dieses Produkt durch das Zusammenkleben mehrerer Schichten Papier. Die mittlere Schicht zeichnet sich durch die besagte feine Wellenform aus, welche dem Mikrowellkarton seinen Namen gibt.

Typische Feinst- und Feinwellen sind die F- und N-Welle (feinste Ausprägungen) sowie die E-Welle (feine Ausprägung). Je nach Wellenprofil variiert die Dicke in der Regel zwischen etwa 0,5 und 1,6 mm. Synonyme Bezeichnungen sind unter anderem „Mikrowellpappe“, „Feinstwelle“ oder „Microflute“. Wichtig ist die Abgrenzung zum Alltagsbegriff „Mikrowelle“: Mikrowellkarton bezeichnet die feine Wellenstruktur und ist nicht automatisch für das Erhitzen von Produkten im Mikrowellenofen bestimmt.

Die Wellengeometrie wird durch Parameter wie Wellenhöhe, Wellenteilung (Pitch) und Zahl der Wellen pro Längeneinheit beschrieben. Kleinere Wellenhöhen und engere Teilungen führen zu glatteren Oberflächen und ermöglichen präzise Stanzkonturen sowie hochwertige Druckbilder. Gleichzeitig beeinflussen Papierqualitäten, Fasermischungen und Flächengewichte das Biegemoment, die Kantenstauchfestigkeit und die Verarbeitbarkeit.

Herstellung und Anwendung von Mikrowellkarton

Die Herstellung von Mikrowellkarton erfordert einen speziellen Prozess. Zunächst wird ein Papierstreifen durch heißen Dampf und Druck gewellt. Anschließend wird dieser, zusammen mit zwei glatten Papierbahnen, durch Klebstoff miteinander verklebt. Das Resultat ist charakteristischer Mikrowellkarton, der aufgrund seiner Beschaffenheit häufig für Lebensmittelverpackungen, pharmazeutische Verpackungen und kosmetische Verpackungen verwendet wird.

Im Detail umfasst der Produktionsablauf das Vorerwärmen der Papierbahnen, das Formen der Wellen im Korrugator, das Auftragen von wasserbasiertem Stärkeklebstoff sowie das Verkleben mit Deckschichten (z. B. Testliner oder Kraftliner) im Doppelbandtrockner. Für die feine Welle werden besonders gleichmäßige Papiere und präzise Prozessparameter benötigt, damit eine konstante Wellenhöhe, ein sauberer Flankenverlauf und eine glatte Oberfläche erzielt werden.

Typische Einsatzfelder

  • Primär- und Sekundärverpackungen für Lebensmittel (z. B. Faltschachtel-ähnliche Konstruktionen, Shelf-Ready-Lösungen)
  • Verpackungen für pharmazeutische und kosmetische Produkte mit hoher Anforderung an Druckbild und Haptik
  • Verkaufs- und Präsentationsverpackungen, Displays, Umverpackungen für Konsumgüter
  • Kleinteilige technische Güter, Elektronikzubehör und Ersatzteile, bei denen Maßhaltigkeit und Oberflächenschutz im Vordergrund stehen
  • Kartongebundene Beileger, Inlays und Einsteckhalter, die präzise Positionierung und definierte Reibwerte benötigen
  • Kompakte Versandverpackungen für leichte E-Commerce-Artikel mit Fokus auf geringer Bauhöhe und guter Stapelfähigkeit

Wichtig: Mikrowellkarton bezeichnet eine feine Wellstruktur und keine generelle Freigabe für das Erhitzen im Mikrowellenofen. Ob ein konkretes Packmittel mikrowellengeeignet ist, hängt von Materialaufbau, eventuellen Barrierebeschichtungen und lebensmittelrechtlichen Freigaben ab.

Qualitätsmerkmale im Prozess

  • Stabile Feuchteprofile der Papiere für reproduzierbare Wellenbildung
  • Exakte Klebstoffauftragsmengen zur Minimierung von Delaminationen
  • Gleichmäßige Temperatur- und Druckführung im Doppelband für Planlage
  • Kontinuierliche Inline-Messung von Dicke, Planlauf und Klebezug

Eigenschaften und Leistungsdaten

Die feine Wellengeometrie ermöglicht eine geringe Materialdicke bei gleichzeitig guter Kantenstauchfestigkeit. Dadurch entstehen kompakte, formstabile Packmittel mit hochwertiger Oberfläche. Relevante Kennwerte sind beispielsweise:

  • Kantenstauchwiderstand (ECT) für die Stabilität der Wellkante
  • Stapel- bzw. Berst- und Druckfestigkeiten (z. B. BCT am fertigen Gebinde)
  • Flächengewicht und Dicke zur Bewertung von Ressourcenverbrauch und Einsetzbarkeit in Automatisierung
  • Oberflächenqualität für hochauflösenden Druck und Veredelung

Die Wahl der Wellenart (E, F, N), der Papierqualitäten (z. B. Recycling- oder Frischfaserdeckpapiere) und der Grammaturen beeinflusst diese Eigenschaften maßgeblich.

Weitere praxisrelevante Kenngrößen sind die Durchstoßarbeit (FCT), die Biegesteifigkeit in Maschinen- und Querrichtung, der Cobb-Wert (Wasseraufnahme) sowie die Planlage. Für dünnwandige Konstruktionen mit engen Toleranzen sind gleichmäßige Materialdicken und geringe Schwankungen der Wellenteilung entscheidend.

Druck, Veredelung und Verarbeitung

Mikrowellkarton ist für hochwertige Druckbilder prädestiniert. Häufig eingesetzt werden der Direktflexodruck (auch High-Quality-Flexo) und der Offsetdruck per Kaschierung (Laminierung eines bedruckten Bogens auf die Wellpappe). Feine Raster, brillante Farben und präzise Linienführungen sind möglich. Veredelungen wie Matt-/Glanzlacke, partielle Lackierungen oder Prägungen können integriert werden, sofern Konstruktion und Materialaufbau darauf abgestimmt sind.

Stanzen, Rillen, Öffnungshilfen

  • Exaktes Rillen und Stanzen durch die geringe Materialstärke gut realisierbar
  • Fenster- und Sichtöffnungen mit sauberer Kante
  • Öffnungshilfen wie Aufreißstreifen oder Perforation zur verbraucherfreundlichen Handhabung

Für konsistente Ergebnisse sind ein passender Rill-/Nutspalt, geeignete Stanzgummierungen und die Berücksichtigung der Papierlaufrichtung wesentlich. Klebeprozesse (z. B. Längsnaht, Punkt- oder Heißleim) sollten auf Oberflächenenergie und Bedruckstoffe abgestimmt werden, um sichere Verschlüsse zu erzielen.

Klebetechniken und Verschlüsse

  • Dispersions- und Hotmelt-Klebstoffe für schnelle Verarbeitbarkeit
  • Tapestreifen und integrierte Aufreißfäden für definierte Öffnung
  • Klebeflächen-Design mit Überlappungen zur Lastverteilung

Maße, Toleranzen und Konstruktion

Die geringe Dicke erleichtert enge Toleranzen, scharfe Kanten und passgenaue Steck- und Klebekonstruktionen. Konstruktionen werden häufig auf Basis standardisierter Stanzrisse (z. B. FEFCO-Codes) entwickelt und an Produktgeometrie, Schutzbedarf und Prozessanforderungen angepasst. Für die technische Auslegung sind Innenmaße, Materialstärken und Fertigungstoleranzen zentral. Weitere Hinweise zu Abmessungen in der Praxis unterstützen die Auswahl und Auslegung.

Ergänzend sind die Laufrichtung der Fasern, Werkzeugzugaben (z. B. Klebezugaben, Beschnitt), Rillgeometrien sowie die Planlage des Materials zu berücksichtigen. Für automatisierte Linien sind Toleranzen von Zuschnitt, Stanzbarkeit und Klebezeiten auf die Taktung abzustimmen, um stabile Prozessfenster zu sichern.

  • Konsequente Berücksichtigung von Kompressions- und Rückstelleffekten beim Rillen
  • Definierte Spielmaße bei Stecklaschen und Schlitzen für reproduzierbare Passung
  • Gezielte Materialverstärkungen an Kanten und Laschen durch Layout

Umweltverträglichkeit des Mikrowellkartons

Einer der Hauptvorteile von Mikrowellkarton ist seine Umweltverträglichkeit. Als Produkt aus nachwachsenden Rohstoffen ist Mikrowellkarton komplett recyclebar und damit besonders nachhaltig. Darüber hinaus ermöglicht die geringe Masse des Materials einen niedrigen Energie- und Ressourcenverbrauch bei der Produktion und beim Transport.

Die Verklebung erfolgt in der Regel mit wasserbasiertem Stärkeklebstoff; Bedruckstoffe und eventuelle Barrieren sollten so gewählt werden, dass die Recyclingfähigkeit erhalten bleibt. Aufgrund der geringen Materialdicke lässt sich Material einsparen, ohne Funktion und Druckbild zu beeinträchtigen. In der Praxis begünstigt dies Kreislaufwirtschaft und hohe Rückführungsquoten.

Je nach Anwendung können Recyclingfaseranteile, sortenreine Materialkombinationen und leicht trennbare Barrieren die stoffliche Verwertung verbessern. Eine konsequente Reduktion von Verbundmaterialien unterstützt die Wiederaufbereitung und reduziert potenzielle Störstoffe in Aufbereitungsprozessen.

Vor- und Nachteile von Mikrowellkarton

Die Vorzüge des Mikrowellkartons sind vielfältig: Zum einen besticht er durch seine hohe Stabilität und Tragfähigkeit, zum anderen durch seine Leichtigkeit. Zudem bietet er hervorragenden Schutz für die verpackte Ware und ist durch seine feine Struktur ideal für hochwertige Druckergebnisse. Nicht zuletzt ist die Umweltverträglichkeit ein großes Plus. Die Nachteile des Mikrowellkartons sind hingegen begrenzt. Ein potenzieller Nachteil könnte die relative Sensibilität gegenüber Feuchtigkeit sein, was in bestimmten Lager- und Transportbedingungen problematisch werden könnte.

  • Vorteile: geringe Materialstärke bei guter Festigkeit, exzellente Bedruckbarkeit, präzise Verarbeitung (Rillen, Stanzen), platz- und gewichtssparend
  • Potenzielle Einschränkungen: geringere Polsterwirkung als bei groben Wellen, Feuchteempfindlichkeit, sorgfältige Lager- und Transportbedingungen erforderlich
  • Abwägung: bei stoßempfindlichen Gütern sind zusätzliche Polsterelemente oder konstruktive Dämpfung erforderlich
  • Grenzen: sehr hohe Druck- und Durchstoßlasten erfordern gegebenenfalls dickere Wellen oder Mehrfachverbunde

Lagerung und Handhabung

Für konstant hohe Qualität empfiehlt sich eine klimakonditionierte Lagerung. Bewährt haben sich moderate Temperaturen und eine relative Luftfeuchte im mittleren Bereich. Schutz vor direkter Feuchte, Kondensation und starker Temperaturschwankung verhindert Dimensionsänderungen und Stabilitätsverluste. Vor der Weiterverarbeitung sollte das Material ausreichend akklimatisiert sein.

Empfehlenswert sind palettenweise Abdeckung gegen Staub und Feuchte, ein gerader Untergrund zur Vermeidung von Setzungen sowie eine First-in-First-out-Logik. Für die Verarbeitung ist eine kurze Akklimatisierungszeit am Einsatzort hilfreich, um Toleranzen und Rillverhalten stabil zu halten.

Normen, Prüfverfahren und Qualitätssicherung

Zur Beurteilung von Mikrowellkarton kommen standardisierte Prüfungen zum Einsatz. Häufig genutzt werden ECT (ISO 3037) für die Kantenstauchfestigkeit, BCT (Box Compression Test) für fertige Gebinde, CMT (ISO 5628/ISO 7263) für das Wellenmedium, Grammatur- und Feuchtemessungen (ISO 287) sowie Cobb (ISO 535) zur Wasseraufnahme. Prozessbegleitend sichern Stichproben, Inline-Sensorik und dokumentierte Prüfpläne eine gleichbleibende Qualität.

Sicherheit und Lebensmittelrecht

Bei Anwendung als Lebensmittelkontaktmaterial sind die Einhaltung rechtlicher Vorgaben, gute Herstellungspraxis und eine geeignete Auswahl von Farben, Lacken und Barrieren maßgeblich. Migrationsthemen (z. B. aus Druckfarben) sowie Geruchs- und Sensorikanforderungen sollten im Rahmen von Spezifikationen und Freigaben geprüft werden.

Logistik, Automatisierung und Weiterverarbeitung

Die geringe Dicke und die glatte Oberfläche unterstützen eine zuverlässige Verarbeitung auf Faltschachtel- und Klebelinien mit hohen Taktzahlen. Für den Transport sind stapelbare, formatoptimierte Zuschnitte zweckmäßig. In automatisierten Prozessen wirken konsistente Zuschnittmaße, Rillqualität und planliegende Bögen positiv auf Durchsatz und Prozessstabilität.

Zusammenfassung:

  • Mikrowellkarton ist eine feinwellige Ausprägung der Wellpappe mit geringer Dicke und hoher Oberflächenqualität.
  • Das Material entsteht durch Verkleben eines gewellten Mediums mit Deckschichten; feine Wellen (z. B. F- oder N-Welle) ermöglichen hochwertige Druckbilder und präzise Stanzteile.
  • Typische Anwendungen sind Lebensmittel-, Pharma- und Kosmetikverpackungen sowie verkaufsstarke Präsentations- und Umverpackungen; die Geeignetheit für Mikrowellenöfen ist nicht generell gegeben und abhängig vom konkreten Materialaufbau.
  • Vorteile sind gute Stabilität bei geringem Gewicht, effiziente Materialnutzung und Recyclingfähigkeit; als nachteilig kann sich Feuchteempfindlichkeit und eine im Vergleich zu groben Wellen reduzierte Polsterwirkung auswirken.
  • Prozesssicherheit beruht auf kontrollierten Feuchteprofilen, exakter Klebstoffdosierung und präziser Rill-/Stanztechnik.
  • Für Konstruktion und Automatisierung sind enge Toleranzen, die Wahl der Laufrichtung und definierte Klebezonen wesentlich.
  • Normgerechte Prüfungen (u. a. ECT, BCT, Cobb) unterstützen eine reproduzierbare Qualität über den gesamten Lebenszyklus der Verpackung.

Veröffentlicht am 12.07.2024
Letzte Überarbeitung am 06.10.2025 um 12:37 Uhr von Manuel Hofacker

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