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Nassfestes Papier

Die Welt der Wellstar-Packaging GmbH erstreckt sich weit über das einfache Verpacken hinaus. Innerhalb dieser Welt nimmt das nassfeste Papier eine entscheidende Rolle ein. Es ist ein essenzielles Material in der Herstellung von Wellpappe-Verpackungen, die in vielen Bereichen zur Anwendung kommen. In feuchtebelasteten Lieferketten – etwa in gekühlten oder temperierten Umgebungen, bei hoher relativer Luftfeuchte, bei Kondenswasserbildung oder bei kurzfristigem Kontakt mit Wasser – sorgt nassfest ausgerüstetes Papier für verlässliche Stabilität. Aufgrund spezifischer Faser-Faser-Bindungen und der chemischen Ausrüstung bleibt die mechanische Leistungsfähigkeit auch dann nutzbar, wenn konventionelle Papiere bereits deutlich an Festigkeit einbüßen. Gerade in der Praxis von Transport, Lagerung und Umschlagprozessen hilft nassfestes Papier, Verpackungsfunktionen wie Tragfähigkeit, Kantenstabilität und Formhaltigkeit auch unter Nässeexposition zu erhalten.

Definition: Was versteht man unter Nassfestem Papier?

Nassfestes Papier bezeichnet eine spezielle Papierart, die durch besonders hohe Nassfestigkeitsreserven gekennzeichnet ist. Das entscheidende Merkmal, das den Nassfestigkeitswert ausmacht, ist die Fähigkeit des Papiers, auch im feuchten Zustand eine hohe Zugfestigkeit beizubehalten. Diese speziellen Eigenschaften werden durch den Einsatz geeigneter Nassfestharze während des Herstellungsprozesses erzielt und durch eine passende Prozessführung nachhaltig verankert. Ergänzend spielen Faserqualität, Mahlgrad und Leimung eine Rolle, um die geforderte Balance aus Festigkeit, Verarbeitbarkeit und Oberflächeneigenschaften zu erreichen.

Unter Nassfestigkeit versteht man in der Praxis die verbleibende Festigkeit eines Papiers relativ zu seiner Trockenfestigkeit nach definierter Wasserexposition. Häufig wird der Wert als Prozentanteil der trockenen Zugfestigkeit angegeben. Man unterscheidet zudem zwischen temporärer und dauerhafter Nassfestigkeit: Temporäre Systeme verlieren einen Teil ihrer Wirkung nach längerer wässriger Einwirkung, während dauerhafte Systeme (z. B. auf Basis bestimmter Nassfestharze) die Festigkeit länger aufrechterhalten. In Spezifikationen wird die Retention oft über definierte Prüfzeiten (z. B. 5–30 Minuten Wasserkontakt) und Klimabedingungen festgelegt, um reale Einsatzbedingungen von Verpackungen unter Feuchtebelastung abzubilden.

Begriffliche Abgrenzung

  • Feuchtebeständig beschreibt Papiere, die bei hoher Luftfeuchte stabil bleiben, jedoch nicht zwingend bei direktem Wasserkontakt.
  • Nassfest bedeutet, dass nach definiertem Wasserkontakt noch ein signifikanter Anteil der mechanischen Eigenschaften erhalten bleibt.
  • Wasserfest ist kein standardisierter Fachbegriff im Papierbereich und wird im Alltag teils unscharf verwendet; er sollte nicht mit „nassfest“ gleichgesetzt werden, da er keine Aussage zur geprüften Festigkeitsretention macht.

Herstellung und Anwendung

Die Herstellung des nassfesten Papiers unterscheidet sich wesentlich von der Produktion herkömmlicher Papiersorten. Im Prozess werden Nassfestharze eingesetzt, die in der Regel auf Polyamid-Epichlorhydrin (PAE) oder formaldehydbasierten Systemen (z. B. UF/MF) beruhen; für temporäre Nassfestigkeit kommen auch glyoxalierte Systeme in Betracht. Nach der Dosierung in den Faserstoff und der Retention an der Faseroberfläche erfolgt eine thermische Nachbehandlung auf der Papiermaschine, um die endgültige Nassfestigkeit zu erreichen. Die Wahl des Harztyps und der Dosis beeinflusst neben der Festigkeitsentwicklung auch Aspekte wie Rezyklierbarkeit, Geruch und Farbstabilität. Der Einsatzbereich von nassfestem Papier ist äußerst vielfältig. Es eignet sich vor allem für Wellpappenverpackungen, die Feuchtigkeit und Nässe ausgesetzt sind, beispielsweise im Frische-, Kühl- und Tiefkühlbereich sowie bei Außenlagerung oder Transporten mit potenzieller Kondenswasserbildung.

In der Praxis werden Nassfestharze als interne Leimung in der Papiermaschine dem Faserstoff zugegeben. Die Harze bilden chemische Brücken zwischen den Fasern und vernetzen bei der Trocknung unter Wärme. Ergänzende Hydrophobierungsadditive können die Wasseraufnahme begrenzen, ohne die für die Weiterverarbeitung nötige Verkleb- und Bedruckbarkeit übermäßig zu beeinträchtigen. Eine abgestimmte Prozessführung (pH-Fenster, Retentionshilfsmittel, Temperaturprofil, Trockengehalt) ist entscheidend, um konsistente Nassfestigkeitswerte und eine stabile Papierqualität zu erreichen, die in der Weiterverarbeitung zu Wellpappe (Kaschieren, Verkleben, Rillen, Stanzen) zuverlässig performt.

Typische Harzsysteme und Prozessparameter

  • Harztypen: Historisch kommen formaldehydbasierte Systeme zum Einsatz; verbreitet sind zudem Harze auf Basis von Polyamid-Epichlorhydrin (PAE). Die Auswahl beeinflusst die Dauerhaftigkeit der Nassfestigkeit und die Rezyklierbarkeit.
  • Prozessführung: pH-Wert, Temperaturprofil und Trocknung beeinflussen den Aushärtungsgrad. Eine ausreichende thermische Nachbehandlung ist erforderlich, um die Zielwerte sicher zu erreichen.
  • Kombination mit Leimung: Interne Leimung (z. B. zur Reduktion der Wasseraufnahme) und Oberflächenbehandlung werden so abgestimmt, dass Festigkeit, Bedruckbarkeit und Verklebung kompatibel bleiben.
  • Dosierung und Retention: Optimierte Harzdosierung in Kombination mit Retentionshilfsmitteln sorgt für gleichmäßige Verteilung und minimiert Abwanderung ins Kreislaufwasser.
  • Rohstoffeinfluss: Faserlänge, Altpapieranteil und Füllstoffe beeinflussen die erreichbare Nasszugfestigkeit und das Cobb-Verhalten.

Anwendungsfelder

  • Wellpappenrohpapiere (Liner, Wellenstoff) für Transportaufgaben in feuchten oder gekühlten Umgebungen.
  • Industriesackpapiere bei feuchteempfindlichen Schüttgütern, die kurzfristig Spritzwasser oder hoher Luftfeuchte ausgesetzt sein können.
  • Etikettenpapiere für Flaschen und Gebinde, die Kondenswasser tolerieren müssen.
  • Tissue- und Haushaltspapiere (z. B. Küchentücher) mit geforderter Nassreißfestigkeit.
  • Lebensmittelnahen Anwendungen im Frische- und Kühlbereich, sofern die jeweils geltenden rechtlichen Anforderungen erfüllt werden.
  • Transportverpackungen für Obst- und Gemüse, Molkereiprodukte und Fleischwaren mit erhöhter Feuchtebelastung entlang der Kühlkette.
  • Getränketrays und Mehrweg-Umverpackungen, die kurzfristigen Nässekontakt durch Tau oder Spritzwasser tolerieren müssen.

Für weiterführende Einordnung der Materialklasse im Versandalltag bietet sich ausführliches Lexikonwissen zu Pappkartons und typischen Eigenschaften an.

Eigenschaften und Kennzeichen

Die herausragenden Eigenschaften des nassfesten Papiers sind seine hohe Feuchtigkeits- und Rissfestigkeit sowie die Stabilität auch bei Nässe. Dies bedeutet Resistenz gegen das Durchweichen, die Verformung und das Reißen. Der hohe Leistungswert stellt sich insbesondere bei Produkten unter Beweis, die Feuchtigkeit ausgesetzt sind oder in feuchten Umgebungen gelagert werden. Aufgrund ihrer Robustheit und Festigkeit sind Verpackungen aus nassfestem Papier auch in der Lebensmittel- und Frischelogistik sowie im Versandhandel gefragt. Ergänzend wichtig sind eine robuste Kantenstauchfestigkeit unter Feuchte, eine kontrollierte Wasseraufnahme und eine Oberfläche, die eine zuverlässige Weiterverarbeitung ermöglicht.

  • Nasszugfestigkeit: Erhöhter Erhalt der Zugfestigkeit nach Wasserexposition gegenüber Standardpapieren; relevant für die Retention von ECT/BCT-Werten in der Wellpappe.
  • Formstabilität: Geringere Dimensionsänderungen bei Feuchtewechsel, reduziertes Wellen und Schrumpfen, dadurch stabileres Falten, Rillen und Stanzen.
  • Druck- und Kantenstabilität: Bessere Retention von Druckkennwerten (z. B. SCT/RCT/BCT auf Wellpappeebene) bei hoher relativer Luftfeuchte.
  • Wasseraufnahme: In Kombination mit geeigneter Leimung geringere Wasseraufnahme (Cobb-Verhalten) bei gleichzeitig verarbeitbarer Oberfläche.
  • Verkleb- und Bedruckbarkeit: Oberflächenenergie und Porosität werden so eingestellt, dass Klebstoffe und Druckfarben zuverlässig anhaften, auch bei Schwankungen von Temperatur und Luftfeuchte.

Messmethoden und Kennzahlen

  • Wet-Tensile-Tests (z. B. nach ISO- oder TAPPI-Methoden): Bestimmung der Zugfestigkeit nach definierter Wasserexposition, häufig als prozentuale Retention gegenüber der Trockenfestigkeit ausgewiesen.
  • Wasseraufnahmetest (z. B. nach ISO 535): Quantifizierung der kurzfristigen Wasseraufnahme (Cobb-Wert, z. B. COBB60) zur Abschätzung des Durchweichverhaltens.
  • Klimaprüfungen (z. B. 23 °C/50 % r. F. vs. 23 °C/90 % r. F.): Vergleich der Festigkeitsretention unter Feuchtebelastung; Normklima nach ISO 187 dient als Referenz.
  • Weiterverarbeitungskennwerte: Prüfung von Rill- und Falzverhalten, Verklebung und Druckbild unter feuchtebedingten Schwankungen.

Normen und Standards

Für nassfestes Papier sind anerkannte Prüf- und Bewertungsverfahren maßgeblich. Dazu zählen internationale und industrienahe Methoden zur Bestimmung von Zugfestigkeit im nassen Zustand, zur quantitativen Erfassung der Wasseraufnahme (ISO 535) sowie zur Festlegung von Prüfklimata (ISO 187). In der Wellpappenpraxis werden darüber hinaus Retentionswerte von ECT/BCT unter erhöhter relativer Luftfeuchte spezifiziert, um die Transportstabilität unter realen Bedingungen abzusichern.

Vor- und Nachteile von Nassfestem Papier

Die Vorteile von nassfestem Papier liegen klar auf der Hand. Seine Widerstandsfähigkeit gegen Feuchtigkeit und die hohe Festigkeit auch im feuchten Zustand machen es zu einer geeigneten Wahl für viele Anwendungsfälle. Darüber hinaus ist es beständig gegenüber formverändernden Effekten durch Feuchtewechsel, was es zu einer verlässlichen Option für robuste Verpackungen macht. Allerdings bringt der Einsatz von nassfestem Papier auch einige Nachteile mit sich. Durch die Notwendigkeit der Verwendung von Nassfestharzen ist das Recycling des Papiers erschwert. Zudem ist die Produktion kostspieliger im Vergleich zu herkömmlichem Papier. Der erhöhte Preis kann somit als Nachteil für die Verwender von nassfestem Papier gesehen werden, insbesondere bei großvolumigen Standardanwendungen mit geringer Feuchteexposition.

  • Vorteile: Zuverlässige Festigkeitsretention bei Nässe, höhere Sicherheit für Inhalte, funktionale Stabilität in feuchter Umgebung; reduzierte Kollaps- und Durchweicheffekte in Kühlketten und bei Kondenswasser.
  • Nachteile: Aufwendigere Rohstoffauswahl, höhere Herstellkosten, erschwerte Aufbereitung im Altpapierkreislauf; je nach Harzsystem sind zusätzliche Prozessschritte beim Recyceln erforderlich, und Spezifikationen müssen sorgfältig auf die Anwendung abgestimmt werden.

Umwelt- und Entsorgungsaspekte

Nassfest ausgerüstete Papiere können grundsätzlich dem Altpapier zugeführt werden. Je nach Harztyp, Aushärtung und Beimengungen kann jedoch ein intensiveres Aufschluss- und Dispergierverfahren nötig sein. Für lebensmittelnahen Einsatz sind die einschlägigen rechtlichen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen; die Eignung hängt vom konkreten Produktaufbau ab. In der Praxis ist es sinnvoll, die Rezyklierbarkeit über Deinking- und Dispergiertests zu bewerten und entsprechende Sortierhinweise entlang der Lieferkette zu kommunizieren.

Verarbeitungshinweise

  • Konditionierung: Vor der Weiterverarbeitung sollte das Material an die Umgebungsbedingungen akklimatisiert werden, um Feuchteschocks zu vermeiden und Maßhaltigkeit sicherzustellen.
  • Kleben und Rillen: Klebstoffsysteme und Rillgeometrien sind auf die erhöhte Dichte und veränderte Oberflächeneigenschaften abzustimmen; bei Wellpappe sind Stärkeklebstoffe, Temperaturen und Auftragsmengen entsprechend zu optimieren.
  • Drucken: Farb- und Trocknungseinstellungen werden auf Saugverhalten und Oberflächenenergie angepasst; die Wahl von Farbserien, Trocknerleistung und Vorbehandlung beeinflusst das Druckbild unter Feuchte.

Praxisbeispiele und Einsatzszenarien

Typische Anwendungsbeispiele finden sich in Logistikketten mit hoher Feuchtebelastung. Dazu zählen Kühltransporte mit wechselnden Klimazonen, Außenlagerung unter temperierten Bedingungen oder Umgebungen mit hoher relativer Luftfeuchte. Verpackungen aus nassfestem Papier unterstützen dabei die Funktionssicherheit, indem sie Kantenstauch- und Stapelwerte auch nach kurzzeitiger Wasserexposition in relevantem Maß halten.

  • Frischelogistik: Wellpappenkisten für Obst und Gemüse, die Tau und Kondenswasser widerstehen sollen, ohne ihre Tragfähigkeit zu verlieren.
  • Getränkebereich: Trays und Umverpackungen für Flaschen und Dosen mit potenziellem Spritzwasserkontakt in Abfüllanlagen.
  • E-Commerce im Kühlbereich: Versandlösungen für temperaturgeführte Waren, bei denen sichergestellt werden muss, dass Kartonagen trotz Kondenswasser stabil bleiben.

Qualitätssicherung und Spezifikation

Für eine belastbare Auslegung werden Zielwerte für Nasszugfestigkeit, Cobb-Wert und klimabedingte Retention relevanter Wellpappenkennwerte definiert. Ergänzend helfen Klimakammerprüfungen, Transport- und Stapeltests unter variierter Luftfeuchte, das Verhalten im Einsatz zu verifizieren. In Lastenheften sollten Prüfklimata, Prüfdauern und Grenzwerte eindeutig beschrieben sein, um reproduzierbare Ergebnisse und verlässliche Verpackungsleistung zu erzielen.

Zusammenfassung:

  • Nassfestes Papier ist speziell behandelt, um seine Festigkeit auch in feuchtem Zustand zu bewahren, was es ideal für Unternehmen macht, die nach robusten Verpackungslösungen suchen. Es erhält tragende Funktionen und minimiert Schäden durch Durchweichen oder Verformung in feuchtebelasteten Prozessen.
  • Dank seiner hohen Resistenz gegenüber Feuchtigkeit spielt nassfestes Papier eine wesentliche Rolle in der Wellpappe-Verpackungsindustrie, um die Waren effektiv vor Feuchtigkeitsschäden zu schützen. Die Retention von ECT/BCT unter erhöhten r. F.-Werten ist hierfür ein zentraler Leistungsindikator.
  • Zusätzlich bietet es eine umweltbewusste Alternative zu bestimmten Kunststofflösungen, da es grundsätzlich recycelbar und biologisch abbaubar ist, was für nachhaltigkeitsorientierte Unternehmen besonders attraktiv ist. Die Rezyklierbarkeit hängt jedoch von Harzsystem und Aushärtungsgrad ab und sollte geprüft werden.
  • Die Wirkung beruht auf chemischer Vernetzung der Fasern und gezielter Leimung; Prüfmethoden zur Nasszugfestigkeit und Wasseraufnahme dienen der Qualitätskontrolle. Ergänzend sind Klimaprüfungen und anwendungsnahe Tests hilfreich, um Spezifikationen abzusichern.
  • In der Anwendung überzeugt es bei feuchtebelasteten Lieferketten, erfordert jedoch angepasste Verarbeitung und eine bewusste Betrachtung der Rezyklierbarkeit. Eine klare Spezifikation mit definierten Grenzwerten unterstützt konstante Performance und zuverlässige Verpackungsfunktionen.

Veröffentlicht am 07.06.2025
Letzte Überarbeitung am 17.12.2025 um 12:17 Uhr von Manuel Hofacker

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