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Natronkraftpapier

Natronkraftpapiere sind ein bedeutendes Element in der Produktion von Wellpappe-Verpackungen. Ihr robuster und hochwertiger Charakter sorgt dafür, dass sie in der Verpackungsindustrie häufig zur Anwendung kommen. Sie sind unerlässlich, wenn es um den Transport und die Sicherheit von Gütern geht. Aufgrund ihrer Zusammensetzung aus überwiegend langfaserigen Frischfasern bieten sie eine ausgewogene Kombination aus Festigkeit, Dehnung und Zähigkeit, was insbesondere bei stoß- und durchstoßbelasteten Anwendungen relevant ist. Zudem lassen sich verschiedene Ausrüstungen wie Nassfestigkeit oder Barrierebeschichtungen integrieren, sodass das Material an spezifische Einsatzzwecke angepasst werden kann. In der Wellpappenpraxis trägt Natronkraftpapier als Deckenpapier maßgeblich zu Kantenstauch- und Biegefestigkeit der Verpackung bei, unterstützt ein stabiles Faltverhalten und ermöglicht zuverlässige Weiterverarbeitung auf hohen Maschinenlaufgeschwindigkeiten. Es ist in Rollen und Formaten verfügbar und wird in breiten Spektren von Grammaturen, Oberflächen und Porositäten geliefert, um technische Anforderungen von Versand, Lagerung und Distribution verlässlich abzudecken.

Definition: Was versteht man unter Natronkraftpapier?

Das Natronkraftpapier ist ein besonders resistentes und festes Papier, das aus langfaserigem Zellstoff hergestellt wird. Es zeichnet sich durch eine hohe Reißfestigkeit und Nassfestigkeit aus. Diese Eigenschaften prädestinieren es für den Einsatz in der Herstellung von Wellpappe und Kartonagen. Das Material wird auch in industriellen Verpackungslösungen eingesetzt, wo es wertvolle Güter optimal schützt. Häufig wird zwischen ungebleichtem (braunem) Kraftpapier, gebleichtem Kraftpapier und spezifischen Varianten wie Sackkraftpapier (für Papiersäcke) oder Kraftliner (Deckschichtpapier für Wellpappen) unterschieden. Im Unterschied zu rein recyclingbasierten Deckenpapieren stammt der Faserstoff überwiegend aus Nadelholz-Frischfasern, wodurch eine hohe Reißlänge und Energieaufnahme im Zugversuch erreicht wird. In der Fachsprache wird Natronkraftpapier häufig auch als Kraftpapier bezeichnet; je nach Einsatzgebiet variieren Fasermischung, Leimung und Porosität. Kennwerte wie Grammatur (Flächengewicht), Dicke, Feuchtegehalt und Oberflächenrauheit werden in Datenblättern klar spezifiziert, um eine passgenaue Auswahl für Verpackungsanwendungen zu ermöglichen.

Herstellung und Verwendung von Natronkraftpapier

Die Herstellung von Natronkraftpapier erfolgt in einem speziellen Verfahren, dem sogenannten Kraftprozess (Sulfatverfahren). Hierbei werden Holzfasern aus Nadelholz in einer alkalischen Kochlauge (u. a. Natriumhydroxid und Natriumsulfid) aufgeschlossen, sodass ein langer und kräftiger Faserstoff entsteht. Dieser Faserstoff ist die Basis für die hohe Qualität des Natronkraftpapiers. Nach dem Aufschluss werden die Fasern gewaschen, gereinigt, gegebenenfalls gebleicht und auf der Papiermaschine entwässert, gepresst und getrocknet. Eine anschließende Kalibrierung und Glättung (Kalander) stellt die gewünschte Dicke, Oberflächengüte und Laufrichtungseigenschaften ein. Ausrüstungen wie Nassfestmittel, Porositätssteuerung oder barriererelevante Beschichtungen (z. B. gegen Fett oder Wasserdampf) sind je nach Anwendung möglich. Ergänzend kommen interne und externe Leimungen zum Einsatz, um Saugverhalten, Klebverhalten und Bedruckbarkeit zu steuern; die Faserausrichtung (MD/CD) wird gezielt eingestellt, um mechanische Eigenschaften in Laufrichtung und Querrichtung zu balancieren.

In puncto Verwendung findet das Natronkraftpapier vor allem in der Verpackungsindustrie, zum Bau von Paletten und Kisten oder als Ausgangsmaterial für Papiersäcke und -beutel Anwendung. Typische Einsatzfelder sind Deckenpapiere für Wellpappen (Kraftliner), Zwischenlagen und Abdeckpapiere, Kantenschutz- und Umreifungsschutzstreifen, Tragetaschen sowie mehrlagige Säcke für pulverförmige oder rieselfähige Güter. Durch seine hohe Festigkeit wird es auch für Abreißstreifen, Verstärkungen, Kaschierungen und technische Laminate verwendet. Darüber hinaus dient es als Grundlage für wellpappentaugliche Preprint-/Postprint-Druckbilder, als strukturgebendes Trägermaterial in Verbunden und als mechanisch stabiles Substrat für Laser- und Stanzprozesse. Das hygroskopische Verhalten erfordert dabei eine prozessstabile Klimatisierung, wodurch Verklebung und Planlage konstant bleiben.

Typische Anwendungsbeispiele

Grammaturen, Oberflächen und Varianten

  • Flächengewichte: ca. 40–90 g/m² (Sackkraftpapier), ca. 100–200 g/m² (technische Kraftpapiere), ca. 125–440 g/m² (Kraftliner je nach Einsatz)
  • Oberflächen: naturbraun oder gebleicht, glatt oder leicht gerippt; optional satiniert für bessere Bedruckbarkeit
  • Ausrüstungen: nassfest, fettabweisend, feuchtebeständig, antistatisch, rutschhemmend, kreppiert (höhere Dehnung)
  • Dickenbereich und spezifisches Volumen (Bulk): abgestimmt auf gewünschte Steifigkeit, Opazität und Rillfähigkeit
  • Feuchtegehalt: typischer Zielwert ca. 6–9 % für stabile Verarbeitungs- und Klebeeigenschaften
  • Farbvarianten: naturbraun in unterschiedlichen Schattierungen, gebleicht (weiß) oder leicht getönt für definierte Optik

Eigenschaften und Merkmale von Natronkraftpapier

Natronkraftpapier ist bekannt für seine außergewöhnliche Stärke und Reißfestigkeit. Daneben weist es eine hohe Nassfestigkeit und Fettbeständigkeit auf und eignet sich dadurch für den Transport von unterschiedlichsten Produkten. Seine ausgeprägte Steifigkeit und Stabilität bietet optimalen Schutz für die transportierten Waren. Ein weiteres Merkmal ist die umweltfreundliche Herstellung, die es zu einer nachhaltigen Wahl in der Verpackungsindustrie macht. In integrierten Zellstoffwerken wird die Kochchemikalie im Kreislauf geführt und die im Holz enthaltene Energie weitgehend zurückgewonnen, was den Ressourcenverbrauch reduziert. Gute Planlage, definierte Laufrichtungseigenschaften (MD/CD) und eine gleichmäßige Oberflächenstruktur erleichtern die Weiterverarbeitung in Wellpappenwerken und Druckprozessen. Für die Performance von Wellpappe beeinflusst Natronkraftpapier maßgeblich Kantenstauchfestigkeit, Weiterreißwiderstand, Faltsicherheit und Druckbildstabilität bei Postprint- und Preprint-Anwendungen.

Relevante Qualitäts- und Prüfwerte

  • Zugfestigkeit und Dehnung in MD/CD; Kennzahl: Reißlänge und TEA (Tensile Energy Absorption)
  • Weiterreißwiderstand (z. B. Elmendorf), wichtig bei stoß- und Durchstoßbeanspruchung
  • Oberflächen- und Z-Richtung-Festigkeiten für Kaschierungen und Verbunde
  • Cobb-Wert (Wasseraufnahme) und fettabweisende Kennwerte für Feuchte-/Fettbeständigkeit
  • Porosität/Luftdurchlässigkeit (insbesondere bei Sackkraftpapieren zur Entlüftung)
  • Glätte/Rauhigkeit (z. B. Bendtsen) für definierte Bedruckbarkeit
  • Kompressionskennwerte wie SCT/RCT als Beitrag zur Wellpappen-ECT/BCT-Leistung
  • Feuchtegehalt und Dimensionsstabilität (Planlage, Schrumpf-/Dehnverhalten) für prozesssichere Verklebung
  • Optische Parameter (Opazität, Helligkeit, Farbstabilität) für reproduzierbare Druckqualität

Vor- und Nachteile von Natronkraftpapier

Natronkraftpapier bringt einige signifikante Vorteile mit sich. Dazu zählt die hohe Stabilität, die es zum idealen Verpackungsmaterial macht. Ebenso überzeugt das Material durch hohe Reiß- und Nassfestigkeit. Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit punktet es mit ressourcenschonender und umweltfreundlicher Herstellung. Nicht zuletzt ermöglicht das Natronkraftpapier eine hohe Druckqualität und eignet sich somit auch für hochwertige Verpackungslösungen. Trotz der zahlreichen Vorteile hat das Material auch Nachteile. So ist es vergleichsweise teurer als Alternativen und die Produktion ist energieintensiv. Zudem bedarf es einer speziellen Lagerung, um seine Eigenschaften zu erhalten. Für konstante Ergebnisse ist eine klimatisierte Umgebung wichtig, um Feuchteaufnahme und Spannungen im Papierverbund zu vermeiden.

  • Vorteile: hohe Reißlänge, gute Energieaufnahme bei dynamischer Belastung, zuverlässige Verarbeitbarkeit in Wellpappenwerken und bei der Sackherstellung
  • Vorteile: anpassbar durch Ausrüstungen (nassfest, Barrieren), gute Bedruckbarkeit bei geeigneter Oberflächenbehandlung; trägt zur konstanten ECT-/BCT-Leistung von Wellpappe bei
  • Nachteile: höhere Kosten im Vergleich zu rein recyclingbasierten Papieren; Preisvolatilität abhängig von Faser- und Energiekosten
  • Nachteile: empfindlich gegenüber zu hoher Luftfeuchte; erfordert klimatisierte Lager- und Prozessbedingungen zur Sicherung der Festigkeiten
  • Nachteile: ohne Zusatzbeschichtung nur begrenzte Sperreigenschaften gegen Sauerstoff, Öl und Wasserdampf

Praxis: Lagerung, Verarbeitung und Bedruckung

Für stabile Ergebnisse in der Weiterverarbeitung sollten Rollen und Formate klimatisiert werden (typisch ca. 20 °C und 50–60 % relative Luftfeuchte). Eine ausreichend lange Akklimatisierung vor dem Einsatz minimiert Planlagen- und Feuchteunterschiede. Bei der Wellpappenherstellung unterstützt ein konstanter Feuchtegehalt die Verklebung mit Stärkeleim und reduziert Rissbildung. Für den Druck (Flexo, Offset je nach Ausrüstung) sind Oberflächenenergie, Glätte und Saugverhalten zu berücksichtigen; gegebenenfalls sind Primer oder Vorbehandlungen sinnvoll, um Abrieb zu verringern und das Druckbild zu stabilisieren. In der Praxis bewähren sich definierte Bahnspannungen, saubere Schnittkanten und sorgfältige Spleißtechnik, um Bahnlauf und Registergenauigkeit sicherzustellen. Für das Rillen und Falten sind Dicke, Bulk und Laufrichtung zu beachten; geeignete Rillwerkzeuge verhindern Faserbrüche und sichern Kantenqualität. Beim Kaschieren empfiehlt sich eine sorgfältige Einstellung von Temperatur, Druck und Leimmenge, um Z-Richtungsfestigkeit und Planlage zu erhalten.

Nachhaltigkeit und Recycling

Natronkraftpapier ist mehrfach stofflich verwertbar und lässt sich in etablierten Altpapierkreisläufen effizient recyceln. Durch die geschlossene Kreislaufführung der Kochchemikalien im Kraftprozess sowie die energetische Nutzung von Prozessrückständen werden Rohstoffe geschont. Eine verantwortungsvolle Faserbeschaffung aus nachhaltig bewirtschafteten Quellen und der Einsatz von Prozesswasseraufbereitung unterstützen die ökologische Bilanz. In Verpackungssystemen ermöglicht der Einsatz von Natronkraftpapier eine sortenreine Entsorgung und erhöht die Wiederverwertungsquote.

Spezifikation, Formate und Toleranzen

Zur eindeutigen Spezifikation von Natronkraftpapier gehören Angaben zu Grammatur, Dicke, Feuchte, Laufrichtung, Oberflächenrauheit und Porosität. Für Rollenware werden zudem Rollenbreite, Kerndurchmesser, maximaler Rollendurchmesser, Wickelsinn und Splice-Anzahl definiert. Toleranzen bei Flächengewicht und Dicke werden vertraglich vereinbart, um die Prozessfähigkeit in Wellpappenanlagen, Beutel- und Sacklinien sowie Druckprozessen abzusichern. Eine reproduzierbare Qualität erleichtert die Feinabstimmung von Klebstoffen, Trocknung und Maschineneinstellungen.

Lebensmittelkontakt und Konformität

Je nach Einsatzgebiet können Anforderungen an den Lebensmittelkontakt, an migrationsarme Formulierungen und an sensorische Neutralität relevant sein. Für fett- und feuchteempfindliche Füllgüter kommen entsprechend ausgerüstete Varianten mit geeigneten Barrieren oder Nassfestmitteln in Betracht. Eine sorgfältige Prüfung der Eignung für den vorgesehenen Verwendungszweck ist Bestandteil der Spezifikations- und Qualitätssicherung.

Zusammenfassung:

  • Natronkraftpapier ist ein äußerst haltbares und robustes Material, das sich hervorragend für die Herstellung von Verpackungen, insbesondere Wellpappe, eignet.
  • Mit seiner hohen Zugfestigkeit und Reißfestigkeit bietet Natronkraftpapier Sicherheit und Schutz für die verpackten Produkte.
  • Durch seine geeigneten Klebeeigenschaften und eine kontrollierte Oberflächenenergie ist Natronkraftpapier ideal für die Erstellung von Schachteln und Schutzverpackungen, wodurch es einen wichtigen Bestandteil im Bereich der Wellpappenherstellung darstellt.
  • Die Kombination aus Frischfaserbasis, definierter Grammatur und optionaler Ausrüstung ermöglicht anwendungsgerechte Lösungen von Deckenpapieren bis zu Sackkraftpapieren.
  • Konstante Qualität setzt eine geeignete Lagerung und Klimatisierung voraus, damit die geforderten Festigkeiten und die Verarbeitbarkeit erhalten bleiben.
  • Im Materialkreislauf lässt sich Natronkraftpapier gut recyceln; im Kraftprozess werden Chemikalien weitgehend zurückgeführt, was die Ressourceneffizienz unterstützt.

Veröffentlicht am 18.06.2024
Letzte Überarbeitung am 19.01.2026 um 11:21 Uhr von Manuel Hofacker

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