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Naturkautschukklebeband

Bei der Verpackung von Gütern spielt das Material des Verschlusses eine zentrale Rolle. Ein etabliertes Material in diesem Kontext ist das Naturkautschukklebeband, das insbesondere beim Verschließen von Kartonagen und bei Anwendungen mit Wellpappe eingesetzt wird. Aufgrund seiner ausgeprägten Klebeeigenschaften dient es als zuverlässiger, mechanisch belastbarer und temperaturtoleranter Verschlussmechanismus für Transport, Lagerung und innerbetriebliche Logistik. Zusätzlich ermöglicht die Kombination aus hoher Anfangshaftung und Scherfestigkeit eine konsistente Verschlussqualität bei manueller Verarbeitung sowie auf halb- und vollautomatisierten Verpackungslinien, etwa bei H- oder I-Verschlussmustern auf ein- oder doppelwelligen Kartonqualitäten.

Definition: Was versteht man unter Naturkautschukklebeband?

Unter einem Naturkautschukklebeband versteht man ein Band, dessen Klebmasse aus dem Milchsaft des Kautschukbaums – dem Latex – gewonnen wird. Dieser wird aufbereitet, zu Kautschuk koaguliert und anschließend mit Harzen und Additiven zu einer druckempfindlichen Klebmasse formuliert. In der Produktion wird diese Klebmasse auf Trägermaterialien wie Papier, Folie (z. B. BOPP oder PVC) oder Gewebe aufgebracht und getrocknet. Die hohe Anfangshaftung, die Scherfestigkeit und die gute Benetzungseigenschaft der Naturkautschuk-Klebmasse machen das Band zu einer dauerhaft belastbaren Verschlussoption, insbesondere für faserige, poröse und teils recyclinghaltige Kartonoberflächen.

Die Klebmasse auf Naturkautschukbasis gehört zu den druckempfindlichen Klebstoffen (Pressure Sensitive Adhesives, PSA). Sie verbindet sich bei moderatem Anpressdruck mit der Kartonoberfläche, fließt in die Faserstruktur ein und entwickelt dadurch eine zuverlässige Endhaftung. Im Unterschied zu Acrylat- oder synthetischen Kautschuksystemen zeigt Naturkautschuk häufig eine ausgeprägte Soforthaftung auch auf schwierigen, leicht verstaubten Substraten. In Verbindung mit dem passenden Träger (Papier, BOPP, PVC) entstehen Packbänder mit ausgewogenem Abrollverhalten, definierter Reißdehnung und robustem Verschlussverhalten im gesamten intralogistischen Prozess.

Eigenschaften und Anwendung von Naturkautschukklebebändern

Naturkautschukklebebänder zeichnen sich durch eine sehr hohe Anfangshaftung aus. Selbst auf schwierigen, leicht staubigen oder rauen Oberflächen – etwa bei Wellkarton mit Recyclinganteil – haften sie zuverlässig. Darüber hinaus bieten sie meist eine stabile Alterungs- und UV-Beständigkeit, sodass die Funktion auch über längere Lagerzeiten erhalten bleibt. Je nach Ausführung sind unterschiedliche Breiten, Längen, Trägerdicken und Klebmassenaufträge verfügbar, wodurch sich das Klebeband sowohl für das manuelle Verarbeiten mit Handabrollern als auch für halb- und vollautomatische Abroller eignet. Bei der Anwendung sind gleichmäßiger Anpressdruck, saubere Substrate und geeignete Verarbeitungstemperaturen wesentlich, um die Endhaftung zu sichern.

  • Haftung und Benetzung: Gute Benetzung auf faserigen Oberflächen, schnelle Ausbildung der Haftkraft, zuverlässige Scherfestigkeit bei Kartonverschlüssen.
  • Temperatur- und Klimaverhalten: In einem praxisüblichen Temperaturbereich funktionsstabil; empfindliche Kartonoberflächen sollten trocken und frei von Trennmitteln sein.
  • Träger-Optionen: Papier (auch für manuelle Verarbeitungen und leichte Recyclingprozesse), BOPP für robuste Anwendungen, PVC für geschmeidiges Abrollen und gute Reißfestigkeit.
  • Verarbeitung: Geeignet für Handabroller und Verpackungsautomaten; gleichmäßiges Spannen und Anreiben verbessert die Verschlussqualität.
  • Lagerung: Kühl, trocken und vor UV-Licht geschützt lagern; vor dem Einsatz akklimatisieren, um Kondensation und Haftkraftverluste zu vermeiden.
  • Akustik und Abrollverhalten: PVC-Träger rollen meist leise und gleichmäßig ab; BOPP kann je nach Formulierung geräuschärmer ausgeführt werden. Ein definierter Abrollwiderstand unterstützt die prozesssichere Applikation.
  • Kartonqualitäten und Faseranteile: Auf recyclinghaltiger Wellpappe mit rauer Oberfläche zeigt Naturkautschuk typischerweise eine zuverlässige Benetzung; bei sehr glatten, gestrichenen Kartonagen ist ein erhöhter Anpressdruck vorteilhaft.
  • Applikationsmuster: I- und H-Verschluss steigern die Kantenabdeckung und sichern die Laschen; bei höheren Transportbelastungen empfiehlt sich eine größere Bandbreite oder ein doppelter Auftrag im Laschenbereich.

Weiterführende Erläuterungen zu Maßangaben und Auswahlkriterien: Detaillierte Hinweise zu Abmessungen für passgenaue Karton- und Kistenverschlüsse. Ergänzend sind bei der Auslegung von Packbändern Angaben zu Bandbreite (typisch 38–75 mm), Rollenlänge (z. B. 66 m, 132 m, 990 m bei Maschinenrollen), Gesamtdicke und Trägerdicke hilfreich. Für standardisierte Vergleiche werden Klebkraft, Scherhalt und Abrollkraft nach gängigen Prüfmethoden (z. B. FINAT/AFERA) ermittelt, wobei stets die Substratbeschaffenheit und die Klimabedingungen zu berücksichtigen sind.

Herstellungsprozess der Naturkautschukklebebänder

Der Herstellungsprozess von Naturkautschukklebebändern umfasst mehrere Schritte. Ausgangspunkt ist die Ernte des Latexsafts durch Anritzen der Baumrinde. Nach der Ernte wird der Latex aufbereitet, koaguliert und zu Naturkautschuk verarbeitet. Dieser wird mit Harzen, Weichmachern und Stabilisatoren zu einer druckempfindlichen Klebmasse compoundiert. Anschließend wird die Klebemasse – häufig lösemittelbasiert aufbereitet – gleichmäßig auf ein Trägermaterial (Papier, Folie oder Gewebe) beschichtet, getrocknet und vernetzt. Eine Primer-Schicht zwischen Träger und Klebemasse verbessert die Haftung. Nach dem Beschichten folgen Konfektionierungsschritte wie Bedruckung, Zuschneiden in Breite, Aufrollen auf definierte Längen sowie Qualitätsprüfungen (z. B. Scherhalt, 180°-Abzug, Gesamtdicke, Reißdehnung).

  1. Rohstoffgewinnung: Latexgewinnung, Aufbereitung und Koagulation zu Naturkautschuk.
  2. Formulierung: Mischen des Kautschuks mit Harzen und Additiven zur Klebmasse.
  3. Beschichtung: Auftragen der Klebmasse auf das Trägermaterial, Trocknung und eventuelle Vorbehandlung (Primer).
  4. Konfektionierung: Bedruckung, Zuschnitt, Aufrollung, Verpackung.
  5. Prüfung: Kontrolle von Klebkraft, Scherfestigkeit, Dicke, Abrollverhalten.

In der Praxis werden die beschichteten Bahnen zu Jumbo-Rollen gewickelt, anschließend auf Arbeitsbreiten geslitzt und zu Hand- oder Maschinenrollen konfektioniert (typischer Kerninnendurchmesser 76 mm). Je nach Anforderung sind ein- oder mehrfarbige Bedruckungen möglich, etwa zur Kennzeichnung von Gefahrgut, Chargen oder innerbetrieblicher Prozesse. Prozessparameter wie Trocknungstemperatur, Lösemittelrückgewinnung, Auftragsgewicht und Bahngeschwindigkeit beeinflussen die spätere Haftung, das Abrollmoment und die Alterungsbeständigkeit des Bandes.

Zur Qualitätssicherung werden neben standardisierten Haft- und Scherprüfungen auch Klimatests (Temperatur- und Feuchtewechsel), Kartonhaftung auf definierten Substraten und Prüfungen des Abrollgeräuschs durchgeführt. Die Dokumentation der Kennwerte unterstützt die Auswahl geeigneter Bänder für spezifische Verpackungsaufgaben – von leichten Versandkartons bis zu mittelschweren und schweren Kartonagen im Mehrfachversand.

Vor- und Nachteile von Naturkautschukklebeband

Naturkautschukklebebänder bieten viele Vorteile, vor allem in Bezug auf ihre Klebeeigenschaften. Sie haften schnell und zuverlässig, auch auf schwierigen Untergründen. Darüber hinaus sind sie witterungs-, alterungs- und UV-beständig, wodurch sich ihre Langlebigkeit auszeichnet.
Allerdings gibt es auch Nachteile: Da Naturkautschuk ein natürliches Produkt ist, kann es zu variablen Rohstoffpreisen kommen, die sich direkt auf den Preis des Klebebands auswirken. Darüber hinaus kann die hohe Klebekraft auch ein Nachteil sein - einmal aufgeklebt, kann das Band nur schwer wieder entfernt werden, ohne Rückstände zu hinterlassen oder das Material zu beschädigen.

  • Vorteile: Hohe Anfangshaftung, gute Benetzung auf porösen Substraten, zuverlässige Scherhaltbarkeit am Kartonverschluss, robuste Performance im typischen Logistikumfeld, breite Kompatibilität mit manueller und maschineller Verarbeitung.
  • Potenzielle Nachteile: Preis- und Verfügbarkeitsabhängigkeit natürlicher Rohstoffe, mögliche Rückstandsbildung bei Entfernung, lösemittelbasierte Formulierungen je nach Typ mit zusätzlichen Handhabungsanforderungen.

Als Einsatzgrenzen gelten sehr niedrige Verarbeitungstemperaturen ohne Akklimatisierung, stark kontaminierte oder silikonierte Oberflächen sowie Anwendungen, in denen eine rückstandsfreie, wiederlösbare Fixierung gefordert ist. In solchen Fällen sind alternative Träger-Klebmassenkombinationen oder spezielle Oberflächenvorbehandlungen zu prüfen.

Praxis-Tipps für den Kartonverschluss mit Naturkautschukklebeband

Für reproduzierbare Ergebnisse im Verpackungsalltag empfiehlt sich eine Anpassung von Bandbreite, Abrollwiderstand und Anpressdruck an Kartonqualität und Packgut. Bewährt haben sich 48–50 mm Bandbreite für Standardkartonagen und 75 mm für schwere oder großvolumige Packstücke. Handabroller sollten sauber gewartet, Messer scharf und Andruckschuhe frei von Staub sein. Auf Verpackungsautomaten steigern gleichmäßige Bahnspannung, korrekt eingestellte Andruckrollen und ein ausreichend langer Anreibweg die Verschlussqualität; ein H-Verschluss erhöht die Kantenabdeckung bei stark beanspruchten Transporten. Vor dem Verschließen Kartonlaschen plan anlegen, Zugluft vermeiden und den Karton trocken, staubarm sowie spannungsfrei halten.

Sicherheit, Umwelt und Entsorgung

Moderne Naturkautschukklebebänder werden unter Beachtung relevanter chemikalienrechtlicher Anforderungen formuliert. Bei Papierträgern ist die Entsorgung im Altpapierstrom vom Anteil an Klebmasse und Druckfarben abhängig; eine sortenreine Trennung erleichtert die Aufbereitung. BOPP- und PVC-Träger werden üblicherweise getrennt entsorgt; in vielen Betrieben erfolgt die stoffliche Verwertung über definierte Sammelströme. Lösemittelbasierte Herstellungsverfahren erfordern eine kontrollierte Abluft- und Lösemittelrückgewinnung; entsprechende Prozessführung reduziert Emissionen. Für die betriebliche Anwendung sind die Sicherheitsdaten der Produkte zu beachten, insbesondere Hinweise zu Temperaturbereichen, Lagerbedingungen und Verarbeitung.

Zusammenfassung:

  • Naturkautschukklebeband ist ein vielseitiges Befestigungsmaterial, das aus der Milch des Gummibaums gewonnen wird. Es bietet eine hohe Haftungsstärke und eignet sich optimal zum Verschließen von Verpackungen aus Wellpappe.
  • Aufgrund seiner hohen Klebkraft ist es beständig gegenüber verschiedensten externen Einflüssen wie Hitze, Feuchtigkeit oder Druck. Dies macht es zu einer sicheren Wahl für den Versand und die Lagerung.
  • Im Vergleich zu synthetischen Klebebändern ist Naturkautschukklebeband umweltfreundlicher und einfacher in der Handhabung. Bei der Herstellung werden weniger chemische Zusätze verwendet, was es zu einer nachhaltigeren Alternative macht.
  • Durch passende Trägerwahl (Papier, BOPP, PVC) und korrekte Verarbeitung (Anpressdruck, saubere Substrate) lässt sich die Verschlussqualität reproduzierbar erzielen.
  • Eine sorgfältige Lagerung und die Berücksichtigung von klimatischen Bedingungen erhöhen die Prozesssicherheit entlang Produktion, Kommissionierung und Transport.
  • Für die Auswahl sind Parameter wie Trägerdicke, Klebmassestärke, Abrollverhalten und geforderte Scherfestigkeit maßgeblich, um die Anforderungen der jeweiligen Anwendung zu erfüllen.

Zusammengefasst verbindet Naturkautschukklebeband eine ausgeprägte Soforthaftung mit stabiler Scherfestigkeit und anwendungsnaher Robustheit im Versandalltag. Mit der passenden Kombination aus Träger, Klebmasse und Verarbeitung lassen sich Kartonverschlüsse entlang der gesamten Logistikkette planbar und dauerhaft absichern.

Veröffentlicht am 12.08.2024
Letzte Überarbeitung am 11.11.2025 um 10:24 Uhr von Julia Kopp

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