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Palettenüberzug

Palettenüberzüge aus Wellpappmaterial sind ein zentrales Element der Ladungssicherung im Lager- und Versandalltag. Sie bedecken und schützen gestapelte Güter auf der Palette, reduzieren Staub- und Schmutzeintrag und mindern mechanische Einwirkungen auf die oberste Lage. In Kombination mit Zwischenlagen, Kantenschutz und Wickelfolie unterstützen sie standardisierte, effiziente Prozesse und eine reproduzierbare Packqualität von der Kommissionierung bis zur Auslieferung. Häufig werden hierfür Oberdeckblätter (Top-Sheets), teilumschließende Stülpdeckel oder vollumschließende Hauben eingesetzt, die sich an gängige Palettenformate wie Euro- (1200 × 800 mm), Industrie- (1200 × 1000 mm) und Displaypaletten (z. B. 800 × 600 mm) anpassen lassen. Darüber hinaus fördern Palettenüberzüge eine saubere, aufgeräumte Lagerhaltung, erleichtern die Kennzeichnung von Einheiten und tragen zu einem gleichmäßigen Kraftverlauf bei Umreifungs- und Wickelprozessen bei.

Definition: Was versteht man unter Palettenüberzug?

Im Kontext von Verpackungen bezeichnet der Palettenüberzug eine schützende Abdeckung, die über eine auf einer Palette gestellte Warenladung gestülpt oder aufgelegt wird. Ziel ist der Schutz vor Umwelteinflüssen wie Staub, Schmutz, Licht oder Spritzfeuchte sowie vor Abrieb und punktuellen Druckbelastungen. Ausführungen aus Wellpappe sind verbreitet, weil sie bei geringem Eigengewicht eine hohe Flächensteifigkeit bieten, werkstofflich recycelbar sind und sich passgenau auf die Ladung abstimmen lassen. Je nach Konstruktionsform unterscheidet man flächige Oberdeckblätter, teilumschließende Stülpdeckel und vollumschließende Haubenvarianten. In Abgrenzung zu Folienhauben übernehmen Palettenüberzüge aus Wellpappe keine vollständige Feuchtebarriere, überzeugen jedoch durch Formstabilität, Kantenabdeckung und den ausgleichenden Effekt bei Anpresskräften von Umreifungsbändern. Synonyme Bezeichnungen sind unter anderem Oberdeckblatt, Stülpdeckel, Palettenhaube (aus Wellpappe) oder Top-Sheet. Wichtig ist: Ein Palettenüberzug ersetzt keine Primärsicherung, sondern ergänzt diese als flächiger Schutz und Lastverteiler.

Herstellungsprozess von Palettenüberzügen

Die Fertigung beginnt mit der Herstellung der Wellpappe: Deckschichten (Liner) und Wellenbahn werden mittels Verwellung und Klebstoffauftrag dauerhaft verbunden. So entsteht eine Kombination aus Wellenprofil und Decklagen, die der Konstruktion ihre Biegefestigkeit und Druckstabilität verleiht. Anschließend wird der Wellpappebogen auf die gewünschte Plattengröße zugeschnitten, gerillt und – je nach Ausführung – gestanzt, gefaltet und verklebt. Der Zuschnitt wird so ausgelegt, dass er zur vorgesehenen Palettenfläche und zur Ladehöhe passt. Qualitätsrelevante Parameter sind Materialstärke (z. B. ein- oder zweiwellig), Wellenart, Kanten- und Flächenstabilität sowie saubere Rillungen für maßhaltige Faltungen. Ergänzend spielen Klebstoffsysteme (häufig Stärkekleber), die Rillrichtung in Bezug auf die Wellenorientierung, die Grammaturen der Liner sowie eine prozesssichere Weiterverarbeitung (z. B. nutzerspezifische Stanzkonturen) eine Rolle. Bei Bedarf können Druckbilder, Markierungen oder Hinweise zur Orientierung aufgebracht werden.

  • Zuschnitt und Rillen: Passgenaue Formate, Rilllinien für exakte Kanten und definierte Faltpunkte; Rilltiefe und -breite abgestimmt auf Wellenart und Materialdicke.
  • Stanzen: Konturen, Aussparungen oder Handhabungsöffnungen, falls erforderlich; optionale Perforationen für Aufrichte- oder Easy-Open-Funktionen.
  • Falten und Kleben: Formgebung zum Stülpdeckel oder zur Haube; bei flachen Deckblättern entfällt dieser Schritt. Klebelaschen werden auf Material und Beanspruchung abgestimmt.
  • Qualitätsprüfung: Kontrolle von Maßhaltigkeit, Kantenbild, Faltverhalten und Stabilität; Prüfung relevanter Kennwerte (z. B. Kantenstauchwiderstand) unter definierten Klimabedingungen.
  • Bedruckung und Kennzeichnung: Optionaler Flexo- oder Digitaldruck für Handlingspfeile, Warnhinweise, Höhenmarken oder interne Codierungen.
  • Konfektionierung: Bündelung und palettierte Anlieferung in flacher Form zur platzsparenden Lagerung und schnellen Verfügbarkeit am Packplatz.

Anwendungsbereiche der Palettenüberzüge

Palettenüberzüge aus Wellpappe finden in vielen industriellen Bereichen Anwendung. Typisch sind Einzelhandel und E-Commerce, Lebensmittel- und Getränkeumfeld, Pharma und Healthcare sowie die Textil- und Konsumgüterbranche. Die Abdeckung schützt sensible Oberflächen, verhindert Verschmutzungen bei Zwischenlagerung und Transport und verteilt Anpresskräfte beim Umreifen oder beim Einsatz von Wickelfolie. In der Praxis dienen sie zudem als saubere Trennschicht zwischen Ladung und weiteren Lagen, schützen Kanten vor Einschnürungen durch Umreifungsbänder und erleichtern eine einheitliche Kennzeichnung der Paletteneinheit. Weitere Einsatzfelder sind Automotive und Zulieferindustrie (z. B. Bauteile in Kleinladungsträgern), Elektronik (Schutz vor Abrieb und Staub), Chemie und Kosmetik sowie Aktions- und Displaypaletten im Handel, bei denen ein sauberer Abschluss und eine definierte Oberseite gefordert sind.

Varianten, Materialien und Konstruktion

Je nach Anforderung stehen unterschiedliche Ausführungen zur Verfügung. Die Auswahl orientiert sich an Güterart, Ladehöhe, gewünschtem Schutzumfang und den nachgelagerten Prozessschritten (z. B. Zwischenlagerung, Umschlag, Transportmittelwechsel). Entscheidend für die Materialwahl sind die geforderte Flächensteifigkeit, die Kantenfestigkeit sowie das Klimaverhalten. Ein- oder zweiwellige Qualitäten (z. B. B-, C-, E- oder Kombinationen wie EB bzw. BC) werden entsprechend Lastprofil, Überstand und Handlingintensität ausgewählt. Auf Wunsch können feuchtebeständigere Liner oder nassfeste Ausrüstungen berücksichtigt werden.

  • Oberdeckblatt: Flächige Abdeckung der oberen Ladefläche, reduziert Staub und verteilt Anpresskräfte; geeignet für standardisierte Ladegüter mit homogener Oberseite.
  • Stülpdeckel (C- oder U-Form): Umschließt Oberseite und Randzonen, schützt Kanten und empfindliche Oberflächen; bietet zusätzlichen Seitenhalt an den Palettenflanken.
  • Haube (rundum): Umschließende Lösung mit Schutz für Oberseite und Seitenflächen, geeignet bei erhöhtem Verschmutzungsrisiko und häufigem Umschlag.
  • Materialqualitäten: Einwellig (z. B. B- oder C-Welle) für leichte bis mittlere Lasten, zweiwellig (z. B. BC) für höhere Beanspruchung; Kraft- oder Recyclingliner je nach Feuchte- und Festigkeitsanforderung.
  • Optionen: Rilllinien für variable Höhen, Grifföffnungen, Markierungen zur Orientierung, bedarfsgerecht dimensionierte Kantenüberstände; optional Antirutsch- oder Gleitbeschichtungen für definierte Reibwerte.
  • Nachhaltigkeit: Rezyklatanteile in den Linern, sortenreine Ausführung und gut trennbare Hilfsstoffe erleichtern die werkstoffliche Verwertung.

Dimensionierung und Leistungsmerkmale

Für eine passgenaue Auslegung werden Palettenfläche, Überstand und Ladehöhe berücksichtigt. Gängige Grundflächen orientieren sich an Standardmaßen (z. B. 1200 × 800 mm), die Höhe ergibt sich aus der tatsächlichen Ladung plus gewünschtem Kantenüberstand. Relevante Leistungsmerkmale sind Kantenstauchwiderstand, Biegefestigkeit, Stapeldruck und das Verhalten unter wechselnden klimatischen Bedingungen. Eine passende Materialwahl sorgt dafür, dass der Überzug beim Umreifen nicht einschnürt, beim Wickeln nicht aufreißt und beim Handling formstabil bleibt. Für Stülpdeckel und Hauben werden Innenmaße so ausgelegt, dass ein definiertes Spiel zur Ladung entsteht, um ein leichtes Aufsetzen zu ermöglichen und Reibung zu reduzieren. Typische Überstände an den Kanten liegen – abhängig von Ladegut und Sicherungsmethode – im Bereich weniger Zentimeter und werden prozessspezifisch festgelegt. Toleranzen der Palettenmaße, die Orientierung der Wellen sowie das klimatische Prüfklima (z. B. Standardklima in der Papierprüfung) fließen in die Auslegung ein.

  • Passform: Ausreichender Kantenüberstand schützt Ecken und hilft beim formschlüssigen Sitz; Innenmaß und Spiel zur Ladeeinheit abstimmen.
  • Stabilität: Wellenart und Grammaturen auf Transport- und Lagerbelastungen abstimmen; Kanten- und Flächenstabilität in Kombination mit Umreifung oder Wickelfolie betrachten.
  • Klimaverhalten: Bei hoher Luftfeuchte geeignete Liner und ggf. Imprägnierung vorsehen; Kondensationsrisiken in Umschlagpunkten berücksichtigen.
  • Prozesskompatibilität: Geeignet für automatisches oder manuelles Aufsetzen, kompatibel mit Umreifung und Folienprozessen; ausreichend robuste Kanten gegen Abrieb in Fördersystemen.
  • Ergonomie und Sicherheit: Handhabungsöffnungen oder Anfasser markieren; scharfe Schnittkanten vermeiden, um Verletzungsrisiken zu minimieren.

Handhabung, Lagerung und Recycling

Für eine zuverlässige Nutzung werden Palettenüberzüge flach und trocken gelagert, vor mechanischen Beschädigungen geschützt und erst unmittelbar vor dem Einsatz aufgerichtet bzw. aufgelegt. Beim Aufsetzen wird auf saubere Passung geachtet, anschließend erfolgt die Sicherung der Ladeeinheit (z. B. Umreifen oder Wickeln) mit moderater Spannung, sodass Kanten nicht beschädigt werden. Nach Gebrauch lassen sich die faserbasierten Komponenten getrennt sammeln und werkstofflich verwerten. Weiterführende Hinweise zum sachgerechten Schutz von Paletten unterstützen die Auswahl flankierender Schutzmaßnahmen wie Kantenschutzwinkeln oder Zwischenlagen. Empfehlenswert sind klare Entsorgungs- und Trennhinweise (z. B. Piktogramme), um eine sortenreine Erfassung zu erleichtern. Lagertemperatur und relative Luftfeuchte sollten stabil gehalten werden, um Verzug, Wellenbruch oder verringerte Kantenstauchwerte zu vermeiden.

Normen, Prüfungen und Kennzahlen

Zur Bewertung der Eignung von Palettenüberzügen aus Wellpappe werden etablierte Prüfmethoden und Kenngrößen herangezogen. Neben dem Kantenstauchwiderstand (ECT) sind Biege- und Durchstichwiderstand, Flächengewicht, Dicke sowie Wasseraufnahme (Cobb) relevant. Box-Compression-Tests (BCT) an fertigen Stülpdeckeln oder Hauben geben Aufschluss über das Verhalten unter vertikaler Last. Prüfungen erfolgen in der Regel unter definiertem Klima. Für die Konstruktion sind zudem Faltqualität und Rillgüte, die Maß- und Winkeltoleranzen sowie die Klebeverbindungen maßgeblich. Branchenübliche Spezifikationen und Kataloge (z. B. für Wellpappkonstruktionen) dienen als Orientierung bei der Definition von Stanzbildern und Rillgeometrien.

  • Materialkennwerte: ECT, Grammaturen, Dicke, Biegekennwerte, Cobb-Wert.
  • Bauteilprüfungen: BCT an fertigen Deckeln/Hauben, Maß- und Winkelprüfung, Rillqualität.
  • Klimabedingungen: Prüfung und Lagerung unter definierten Bedingungen zur Sicherstellung reproduzierbarer Ergebnisse.

Typische Fehler und deren Vermeidung

In der Anwendung treten wiederkehrende Abweichungen auf, die mit gezielten Maßnahmen vermeidbar sind. Eine sorgfältige Auslegung und Prozesskontrolle sichert die Packqualität und reduziert Reklamationen.

  • Einschnürungen durch Umreifung: Höhere Grammatur, zweiwellige Qualität oder breite Kantenzonen wählen; Umreifungsspannung anpassen.
  • Aufreißen beim Wickeln: Geeignete Wellenart und Rillung, Kantenradien optimieren; Folienzugkraft verringern.
  • Unzureichender Kantenüberstand: Überstand prozessgerecht definieren, Palettentoleranzen berücksichtigen.
  • Feuchtebedingte Schwächung: Feuchtebeständigere Liner, optionale Imprägnierung und trockenes Lagerklima vorsehen.
  • Passformprobleme: Innenmaße mit Spiel auslegen, Rillrichtung zur Wellenorientierung beachten, Maßtoleranzen definieren.

Vor- und Nachteile von Palettenüberzügen

Palettenüberzüge aus Wellpappe kombinieren ein günstiges Verhältnis aus Schutzwirkung und Materialeinsatz mit einfacher Handhabung. Durch die stabile, leichte Struktur werden Produkte während Transport und Lagerung vor Verschmutzung, Abrieb und punktuellen Drücken geschützt. Die Recyclingfähigkeit und Wiederverwendbarkeit in geeigneten Prozessen sind weitere Pluspunkte. Einschränkungen ergeben sich vor allem bei hoher Feuchtigkeit oder Nässe; hier kann die Festigkeit beeinträchtigt werden, weshalb eine geeignete Lagerung und Handhabung entscheidend ist. Zudem sind begrenzte Dauerbeanspruchungen bei sehr häufigem Umlauf sowie Format- und Lagerplatzbedarf bei großflächigen Zuschnitten zu berücksichtigen.

  • Vorteile: Flächen- und Kantenschutz, Verteilung von Anpresskräften, passgenaue Auslegung, geringes Eigengewicht, recyclinggerechter Werkstoff.
  • Weitere Vorteile: Kompatibel mit gängigen Sicherungsmethoden (Umreifung, Wickelfolie), stapel- und prozesssicher im täglichen Umschlag.
  • Nachteile: Feuchteempfindlichkeit ohne geeignete Materialwahl oder Schutzmaßnahmen, begrenzte Dauerbeanspruchung bei sehr häufigem Umlauf, zusätzlicher Platzbedarf bei Bevorratung von großen Formaten.
  • Abwägungen: Materialeinsatz und Schutzbedarf sorgfältig balancieren; Kennwerte, Klimaszenarien und Prozessschritte gemeinsam betrachten.

Zusammenfassung:

  • Palettenüberzug ist ein Sicherheitselement, das oft bei der Lagerung und dem Transport von Produkten auf Paletten eingesetzt wird. Er schützt das Produkt vor äußeren Einflüssen wie Schmutz, Staub und Feuchtigkeit.
  • Insbesondere bei der Verwendung von Verpackungen aus Wellpappe bietet der Palettenüberzug zusätzlichen Schutz. So bleibt die Qualität der Ware erhalten und das Risiko von Beschädigungen wird verringert.
  • Als effizientes Hilfsmittel im Verpackungsprozess trägt der Palettenüberzug zu einer verbesserten Logistik und Lagerhaltung bei. Damit begünstigt er nicht nur die Produktintegrität, sondern auch die Arbeitseffizienz im Unternehmen.
  • Varianten und Einsatz: Oberdeckblatt, Stülpdeckel und Haube adressieren unterschiedliche Schutzbedarfe; die Auswahl richtet sich nach Güterart, Ladehöhe und Prozess.
  • Auslegung: Passende Materialqualitäten und sorgfältige Dimensionierung sichern Formstabilität, Kantenfestigkeit und Kompatibilität mit Umreifung und Wickelfolie.
  • Begrenzungen: In feuchten Umgebungen sind angepasste Materialien oder zusätzliche Schutzmaßnahmen erforderlich, um die Stabilität zu erhalten.
  • Prüf- und Qualitätsaspekte: Relevante Kennwerte (z. B. Kantenstauch- und Biegefestigkeit) sowie definierte Klimabedingungen unterstützen eine reproduzierbare Packqualität.
  • Praxis: Richtig bemessener Kantenüberstand, geeignete Wellenart und saubere Rillungen verhindern Einschnürungen, Risse und Passformprobleme.

Veröffentlicht am 19.08.2024
Letzte Überarbeitung am 11.11.2025 um 10:04 Uhr von Manuel Hofacker

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